Fürst Der Schatten - Cathleen Dietl - E-Book

Fürst Der Schatten E-Book

Cathleen Dietl

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Beschreibung

Wer die Zeit kontrolliert, kontrolliert alles! - Ascanius Greywood - Zeitmeister der Erde Ein Mörder und Spieler, der Geld über alles liebt Ein Heraldiker und Alkoholliebhaber, der mit den Schatten der Vergangenheit zu kämpfen hat Ein Druide und Heiler, dessen stille Gewässer tief sind Eine Soldatin, die zwischen den Fronten zwischen Licht und Dunkelheit steht Fabian Stewart - Kronprinz und Schattenfürst, plant seinen verhassten Vater vom Thron zu stürzen. Um das zu erreichen, schreckt er weder von grausamer Gewalt, noch von dunkler Magie zurück. Dabei zieht er seine beiden Halbgeschwister, Akasha Wächterin Tara und Lunaer Hexer Dominyc Salvator mit sich in die Tiefen der Finsternis hinein. Eine düstere Prophezeiung sucht Freya am Tag der Winterwende heim und entscheidet über Alles oder Nichts. Während sich der Zirkel und die Wächter darauf vorbereiten, reißen die trügerischen Illusionen und Schleier

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Seitenzahl: 529

Veröffentlichungsjahr: 2022

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DIE AUTORIN

Cathleen Dietl wurde 2001 in Mallersdorf geboren. In der 3. Klasse entdeckte sie ihre Leidenschaft zum Schreiben. Nach ihrem FSJ begann sie eine Ausbildung zur Masseurin und med. Bademeisterin und anschließend zur Physiotherapeutin. Durch entstandene Insider im Freundeskreis, schrieb sie 2014 die Kurzgeschichte Fünf Männer retten Weihnachten, die Dezember 2015, in ihrer damaligen Wirtschaftsschule WiKaWi, als Theaterstück aufgeführt wurde.

BISHER VON DER AUTORIN ERSCHIENEN:

Elite – (Einzelband, unter Akardia Götz)

Die Akasha Chroniken:

Fürst Der Schatten (Band 1)

Für den engeren Kreis

Inhaltsverzeichnis

WAS IST ZEIT?

TEIL 1: WO RAUCH IST IST AUCH FEUER

ZEIT ZUR WAHRHEIT

WÄCHTER

TARA

COLE

JASPER

TARA

GWAIN

JASPER

TARA

TEIL 2: SCHMALER GRAT

KENZY

COLE

GWAIN

TARA

JASPER

TEIL 3: IN DEN FALSCHEN KREISEN

DOMINYC

JASPER

TARA

GWAIN

DOMINYC

TARA

FABIAN

TEIL 4: SCHÜSSE IM SCHNEE

KRIEGE UND KRISEN

ROSALIE

COLE

GWAIN

MALIK

JASPER

TARA

COLE

TEIL 5: SÜNDENBÖCKE

KAERAZECH

COLE

DOMINYC

TARA

JASPER

DOMINYC

TARA

JASPER

LIAT

TARA

GWAIN

COLE

TEIL 6: CODE 7

FABIAN

GWAIN

DOMINYC

COLE

BENJAMIN

JASPER

FABIAN

DOMINYC

GWAIN

JACKSON

TEIL 7: DIE ENTSCHEIDUNG

KENZY

COLE

GWAIN

TARA

GWAIN

TARA

JASPER

TARA

DOMINYC

TARA

FABIAN

TEIL 8: WINTERWENDE

DOMINYC

MALIK

COLE

KENZY

GWAIN

TARA

ASCANIUS

WAS IST ZEIT?

Zeit ist etwas relatives. Genaugenommen existiert sie garnicht. Zeit ist eine von Menschenhand geschaffene Illusion. Die Jenigen die sich aus der Illusion lösen lassen Ketten fallen und leben frei, ohne je einen Gedanken über das SPÄTER zu verlieren. Sie leben im JETZT.

Jedoch ist es wichtig die Zeitlinien stehts im Auge zu behalten und einzugreifen, wenn etwas ein Störsignal sendet. Die Zeit rast und wird immer schneller. Da kann es geschehen, dass man sehr rasch den Überblick verliert. Doch dafür gibt es in jeder Welt einen Fungierenden mit seinen Helfern.

EINFÜHRUNGSWORT AUS DEM BUCH: >>ZEIT ZUR WAHRHEIT<< VON ASCANIUS GREYWOOD – ZEITMEISTER DER ERDE

TEIL 1 WO RAUCH IST, IST AUCH FEUER

ZEIT ZUR WAHRHEIT:

…Akasha Wächter sind alte Seelen, die vom Tribunal (bestehend aus den Plejaden, den aufgestiegenen Meistern und dem Chor der Sieben Mächte) ernannt und auserwählt werden. Dafür müssen sie nicht unbedingt in der geistigen Welt anwesend sein. Die auf der Erde lebenden Auserwählten erhalten die Fähigkeit die Chronik zu lesen und die Zeit zu beeinflussen. Ihre Aufgabe ist es zu korrigieren, zu helfen und zu löschen. Ich als Zeitmeister wache gemeinsam mit dem Hexenmeister über die Wächter. Akasha Wächter sind besonders für die dunklen Seite sehr begehrenswert. Solche Wächter wären ihr Juwel, und sie tun alles dafür, dass sie sie bekommen. Denn: Wer die Zeitkontrolliert, kontrolliert alles!

Außerdem hätten sie Zugriff auf die Akasha Chronik, womit sie mehr Schaden anrichten könnten als zu vor. Doch ich denke, dass das Tribunal den ernannten Wächter sofort entlassen würde und so unbedeutend machten für die Dunklen. Aber man darf nie außer Acht lassen, dass die Wächter nur Menschen sind. Ich als Zeitmeister habe schon viele Situationen geändert, die die Menschen jetzt schon garnicht mehr begreifen. Jedoch muss ich stehts den Butterflyeffekt dabei beachten. Mit Ursache und Wirkung zu hantieren ist stehts eine herausfordernde Aufgabe. Nicht jedes Ereignis darf einfach so von mir geändert werden. Manchmal dient es auch dem Lernprozess der Menschen oder der Förderung ihren eigenen Willen gegen das Dunkle zu erheben und zu agieren.

Wer nun auf die Idee kommt mich einen Gott zu nennen… den muss ich enttäuschen. Ich würde mich NIEMALS als Gott bezeichnen, geschweige denn mich ihnen streitig machen.

Hin und wieder besuche ich verschiedene Universen, um mich mit anderen Zeitmeistern auszutauschen.

Auf Erden passe ich mein Aussehen den Jahrhunderten an. Ich hatte schon viele Körper und bewahre diese im Keller auf. Dank eines genialen inkarnierten Plejaders besitze ich eine Technik die die Körper haltbar und Einsatzbereit hält. Im Moment stecke ich im Körper eines Dreiundzwanzigjährigen. Hochgewachsen, schlank, gletscherblaue farbige Augen, schwarze Haare. Mit Anzug, falscher, schwarzer Brille und einem Spazierstock, mit einem goldenen Gryphone Knauf, bin ich in Freya ein angesehener Mann. Ich bin derzeit ein tätiger Medicus, da mir sonst langweilig werden würde. Die Akasha Wächter betrachte ich als meine Adoptivkinder. Die Wächter stammen alle aus den verschiedensten Ecken Freyas. Und das macht sie so besonders…

AUSZUG AUS DEM BUCH: >>ZEIT ZUR WAHRHEIT<< VON ASCANIUS GREYWOOD – ZEITMEISTER DER ERDE

WÄCHTER

PROLOG

Ich erinnere mich gerne an die Geschichten zurück, wie mein treuer Freund und Begleiter der Hexenmeister und ich die neuen Akasha Chronik Wächter gefunden haben. Jede Generation ist was ganz besonders, doch diese Generation der Wächter ist am besondersten! Vermutlich liegt es an der Tragik die sich im Laufe ihres Wächter da seins eingeschlichen hat. Es ist aber auch ein interessantes Jahrzehnt in dem wir uns befinden. Aber noch nie in meinem langen Leben habe ich solche außergewöhnlichen Charaktere unter meiner Obhut gehabt. Und nun möchte ich euch erzählen wie der Hexenmeister und ich die vier neuen Wächter gefunden haben. Wer ich bin? Mein Name ist Ascanius Greywood, Zeitmeister der Erde.

NADESCHA – COLE DEWAIN:

Es war ein altes, verlassenes Bürogebäude in dem Cole saß und mit einem Tablet seine Konten überprüfte, auf denen das Kopfgeld überwiesen wurde. Der Raum war dunkel, nur durch die schief, mit Brettern, zugenagelten Fenster kam spärlich die Beleuchtung der Straße herein. Vor ihm stand, perfekt platziert und zum Abschuss bereit, sein Gewehr. Das Neueste auf dem Markt. Auf seinem Schoß lag ein Fernglas, mit dem er in regelmäßigen Abständen, durch die Spalten zwischen den Brettern, zur Straße hinab spähte. In seiner Lederjacke, Ärmel, unter der Hose und in seinen Stiefeln steckten Messer, Pistolen und noch andere nötigen Hilfsmittel die er benötigte, um seinen Job zu erledigen. Cole Dewain war kein Soldat oder Polizist, er war ein Auftragskiller, und für jeden erledigten Auftrag erhielt der hundert Riesen. Cole warf einen kurzen Blick auf seine Uhr, dann wischte er wieder auf seinem Tablet herum. In fünf Minuten würde sein nächstes Ziel, mit seinem Chauffeur unten auf der Straße eintreffen. Ein Bänker, der an geheimen Treffen der ganz Großen und Mächtigen teilnahm, aber in letzter Zeit zu aufmüpfig wurde. Cole war es herzlichst egal wen er umbrachte, Hauptsache er bekam sein Geld und gewann am Quartalsende die Wette gegen seinen Kollegen. Wer am Ende am wenigsten Geld besaß musste mit der hässlichsten Frau der Stadt schlafen, ohne hinterher eine Miene zu verziehen. Und das wollte Cole ganz bestimmt nicht. Wenn er tötete dann elegant und schnell. Wenn sie ihn aufregten ließ er seine Opfer leiden, bevor er sie in die ewigen Jagdgründe schickte.

Siegessicher fing Cole an zu grinsen. Wenn er im Poker auch noch gewann, freute er sich schon darauf seinen Kollegen in das schlimmste Quickie zu schicken, dass er je erlebt hatte.

Ein Luftzug wehte links neben ihm vorbei. Nichts ungewöhnliches, da die Fenster keine Scheiben mehr besaßen.

>>Ich habe Schulden, ich könnte dein Geld gut gebrauchen!<<

Cole riss es aus allen Nähten. Vor Schreck ließ er Tablet und Fernglas fallen und sprang zur Seite. Mit wilden Puls und großen Augen sah er den Mann mit Gryphon Spazierstock, Weinroten Anzug – mit orange-grün gestreiften Hemd und schwarzer Krawatte an. Auf seinem Kopf thronte eine schwarze Melone. Wie hatte der Kerl es geschafft sich so still an ihn heranzuschleichen? Selbst in dieser Halbdunkelheit konnte Cole die gletscherblauen Augen ausmachen, die lächelnd zu ihm hinüber blitzten. Elegant stellte der Eindringling seinen Spazierstock vor sich ab und verlagerte sein Gewicht darauf. Er machte keine Anzeichen, dass er Cole etwas tun wollte. Plötzlich kam Cole der Satz wieder in den Sinn, den der Kerl vorwenigen Sekunden geäußert hatte. Du willst mein Geld? Unverwandt sah Cole ihn an. >>Wer bist du? Was willst du? Und die wichtigste Frage: Wie hast du mich gefunden?<< Cole bemühte sich um ein gefasstes Auftreten. >>Mein Name ist Ascanius Greywood – Zeitmeister der Erde, und ich finde Jeden wenn ich es will. Und ich bin hier, um dich nach Freya zu holen. Du wurdest vom Tribunal als einer der neuen Akasha Chronik Wächter auserwählt!<< Cole runzelte seine Stirn und ein belustigtes Lächeln erschien auf seinen Lippen. Nebenher hörte er ein Auto unten auf der Straße vorfahren und spähte an und an nach draußen. >>Akasha Chronik Wächter…<<, echote er abfällig und hob sein Fernglas auf, >>sowas dämliches habe ich noch nie gehört!<< Cole setzte sein Fernglas vor die Augen und fing den Bänker ein, der gerade aus der Limousine stieg. >>Ab sofort existierst du in der Gesellschaft nicht mehr!<<, verkündete Ascanius zeitgleich, was Cole das Fernglas aus den Händen fallen ließ. >>WAS?!<< Mit entsetzten Blick drehte er sich zum Zeitmeister um und vergaß für einen Moment sein eigentliches Vorhaben. Nüchtern sah Ascanius ihn an. >>Das geschieht als Schutz, und ihr werdet andere Aufgaben haben, bei denen die des normalen Lebens euch nur behindern würden.<< Cole wusste nicht recht was er darauf sagen sollte. Er wusste nur, dass er das schockierte Gesicht seines Kollegen, über seinen Sieg, nie zu Gesicht bekommen würde. >>Und, hast du einen Beweis?<<, hakte Cole misstrauisch nach.

>>Sieh dir deine Konten an. Der Hexenmeister sollte gerade alles gelöscht haben!<< Cole wurde blass. Sofort schnappte er sich sein Tablet, entsperrte es und scrollte fassungslos durch seine Konten. Nur Nullen! Überall Nullen! Und ein paar Sekunden darauf erlosch die Seite, als hätte sie nie existiert. Coles Puls schlug ihm bis zum Hals. Mit einem Wieso? Warum? Blick sah er den Zeitmeister wieder an. >>Sieh aus dem Fenster Cole. Du wirst feststellen, dass über den Köpfen der Menschen goldgeschriebene Einträge stehen.<< Cole folgte wiederwillig der Anweisung und Ascanius behielt recht. Was ist das? >>Das sind Einträge der Akasha Chronik. Du bist ein Akasha Wächter, ob du es willst oder nicht. Nimm deine Sachen und folge mir nach unten. Der Hexenmeister wartet schon auf uns!<< Ascanius machte am Absatz kehrt. Cole brauchte einen Moment bis er wieder zu sich fand. >>Der hat doch komplett den Arsch offen!<<,prappelte Cole fassungslos, wütend vor sich hin, während er seine Sachen packte, >>Taucht da einfach auf, pfeift rum, dass ich so ein verdammter Wächter sein soll, löscht meine Konten… Ich geh jetzt zu ihm runter und wache dann innerhalb von Sekunden auf, denn das ist es was ich tu, erschieße den alten Knacker und gönn mir hinterher eine schöne Pokerrunde! Akasha Wächter…<<, fügte er verächtlich, augenverdrehend die Letzen beiden Worte hin zu und folgte dem Zeitmeister nach draußen.

Als Cole nach draußen trat fühlte sich etwas anders an. Er spürte seltsame Schwingungen um sich herum, die er zuvor nie wahrgenommen hatte und zu seiner Enttäuschung, wachte er nicht auf.

Ascanius wartete auf ihn in der Mitte des Hinterhofes. Aus den Augenwinkeln nahm er eine seltsame Gestalt wahr. Aufgetürmtes Haar – Federn darin, das Gesicht bunt angemalt, ein seltsamer Umhang. Ein hämisches Lächeln lag auf dessen Lippen und lehnte lässig an der Mauer. >>Und, hast du ihm schon gesagt, dass sein Geld weg ist?<< Cole begriff erst, dass er auf die Gestalt einschoss, als er es tat. Vor ihm türmten sich die Monitionhülsen. Rauch und Schutt breiteten sich aus. Erst als Cole alles verschossen hatte, trat die Gestalt mit beeindruckten, hämischen Grinsen aus der dicken Staubwolke hervor. In der Hand hielt der komische Vogel einige Patronen, die Cole abgefeuert hatte. Er schien unverletzt. Nur hinter ihm war alles zerstört. >>Beeindruckend! Ich hoffe solch einen Beschützerinstinkt entwickelst du auch gegenüber der Chronik. Und mach dir keine Gedanken wegen deinem Geld. Solltest du lebend aus diesem Amt ausscheiden, wird alles zurück auf deine Konten fließen, und deine Existenz in der Welt wieder hergestellt! Ich bin übrigens der Hexenmeister – Kaerazech! Auf erfolgreiche Jahre, Cole Dewain!<< Cole konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Als er sich wieder zu Ascanius umblickte, blies ihm dieser etwas entgegen und alles um ihn herum wurde schwarz…

INNENSTADT - FREYA – GWAIN BLYE:

Es war mitten unter der Woche und traditionell drehte Gwain Blye seine wöchentliche Tavernentour. Bestellte ein Bier nach dem anderen, spielte mit den anderen Anwesenden Bierpong, füllte Schnapsglas Pyramiden, knutschte leidenschaftlich mit seinem Whitehat Soldaten und feuerte andere an, die mit einem Trichter im Mund eine Flasche auf Ex tranken. Er hatte ein heftiges Jahr in Tel `Thyra hinter sich, in dem er Terror, Tod und noch vieles mehr miterleben musste. Vor kurzem hatte er seine Mechaniker Ausbildung abgeschlossen und versuchte weiterhin das Trauma aus Tel `Thyra zu verdrängen. Um das zu erreichen, stand nicht nur Alkohol auf dem wöchentlichen Tavernentouren Plan, sondern auch die guten alten Schlägereien und Drogen.

Mit einer Flasche in der Hand taumelte Gwain betrunken durch die Straßen und trällerte ein Lied vor sich her, trank zwischendrin immer wieder. Seine Sicht war nicht mehr die Beste in diesem Zustand, aber er glaubte in der Ferne einen elegant gekleideten Mann, mit Spazierstock zu erkennen. Gwain wusste nicht wer sich von ihnen beiden bewegte. Verdattert zog er seine Augenbrauen zusammen und sah zu dem Mann auf. Gwain hatte Mühe sich auf den Beinen zu halten. >>Hallo Gwain!<<, lächelte der Mann.

>>Wer bischtn du?<<, erwiderte Gwain lallend. >>Wie siehscht du denn ausch? So… elegant, warum schaust du so teuer ausch? << Gwain zupfte an der Hose des Mannes und hob anschließend seine Flasche an und trank daraus drei Schlucke. >>Und so weisch… und so flauschig!<<, stellte Gwain mit funkelnden Augen, begeistert fest. Ascanius musste sich ein Lachen verkneifen und antwortete schmunzelnd (so, dass ihm das Lachen nicht aus kam): >>Mein Name ist Ascanius Greywood. Ich bin der Zeitmeister der Erde. Ich bin hier, um dich an meine Seite zu holen. Du wurdest zum Akasha Chronik Wächter ernannt!<< Gwain schluckte, hielt die Flasche auf Brusthöhe, dann fing er an zu lachen. >>Ein Akasha Chronisch… was will er? Akasha Chronisch Waaaasss???<< prustete Gwain, als wäre, dass das witzigste, was er je gehört hatte und kugelte sich bereits begeistert auf der Straße. >>Der war super! Akasha Wächter! Jetzsch mal im Ernst, nicht den Gwain verarschen!<< Ascanius sah kurz zur Seite und zog seine rechte Hand aus seiner Hosentasche hervor. >>Nein, Gwain… mein voller Ernst!<< Dann blies er Gwain ein weißes Pulver entgegen und Gwain gingen die Lichter aus.

IRGENDWO IM WALD – FREYA- JASPER THERON – DRUIDEN:

Jasper wusste es bereits, bevor sich sein Geist in die Umgebung bahnte. Die Natur flüsterte es ihm zu und schaute ehrfürchtig in seine Richtung.

Meditierend saß der Druide im Schneidersitz auf einem flachen Stein und lauschte den Stimmen der Naturgeister. Irgendwo aus der Ferne hörte er das Zischen der Triskele auf einem Baumstamm. Das Zeichen des Freyanischen Zirkels. Jemand war auf dem Weg zu ihm. Jasper holte entspannt, tief Luft, holte seinen Geist wieder ein und öffnete seine Augen, die vor Energie nur so Smaragdgrün glühten. Zeitgleich trat jemand schräg neben ihn. Jasper wartete geduldig bis seine Augen wieder ihr gewöhnliches Honigrot annahmen. Er setzte ein Lächeln auf und wandte sich seinem Ältesten – Carim und dem Oberhaupt des Zirkels zu: Der Hexenmeister. Jasper stand auf und verschränkte seine Hände hinter dem Rücken. Ein warmes Lächeln lag auf beiden Gesichtern. >>Jasper, auch wenn du es schon weißt, möchte ich dir zu deinem neuen Posten als Akasha Wächter gratulieren!<<, gratulierte ihm Carim wissend, mit Stolz in der Stimme. Jasper verengte kurz seine Augen und nickte anerkennend. Sein Hauptaugenmerk blieb auf dem Hexenmeister gerichtet. >>Abgesehen von deinem gesellschaftlichen Leben, wird sich nichts ändern. Für Zirkelangehörige bleibt die Existenz in der Welt des übernatürlichen bestehen. Nun denn Jasper, deine neuen Adoptivgeschwister warten!<<, sagte Kaerazech in einem klaren, direkten, aber freundlichen Ton. Jasper konnte seine Freude nicht länger für sich behalten und strahlte die Beiden vor ihm wie ein Honigkuchenpferd an.

Als Jasper, zusammen mit Kaerazech den Wald verlassen wollte, tauchten die anderen Druiden in ihren Kutten auf, bildeten einen Spalier, jubelten, beglückwünschten Jasper und ließen Blumen auf ihn herabregnen.

STADTRAND – FREYA – TARA SALVATOR:

Tara verabschiedete sich von der Ferne aus von ihrem Trainingspartner, verabredeten sich für morgen auf dieselbe Trainingszeit, ehe sie ihre Kopfhörer in ihre Ohren steckte und auf Play drückte. Mit ihrer Sportasche schlenderte Tara über den schwach beleuchteten Parkplatz zu ihrem Auto hinüber. Die Nacht war kühl. Trotz ihrer Dusche spürte sie die Kälte deutlich auf ihrem Gesicht, als wäre es noch schweißnass.

Tara zog auf halber Strecke ihre Autoschlüssel heraus, drückte auf den Knopf, aber nichts geschah. Verdattert blieb sie stehen, neigte ihren Kopf etwas zur Seite. Sie war sich sicher abgeschlossen zu haben, bevor sie ins Training gegangen war. Alle Alarmglocken gingen in ihr an. Tara riss viel mehr ihre Kopfhörer aus ihren Ohren, ohne daran zu denken auf Pause zudrücken. Die Kabel konnte sie im Notfall als Waffe verwenden. Mit Misstrauen im Gesicht näherte sie sich weiter ihrem Auto. Im näheren betrachten fiel ihr auf, dass ihre Seitenfenster angeschlagen waren. Die Frontscheibe hatte sie vorhin abgedeckt. Etwas stimmte nicht. Das Adrenalin schoss durch sie hindurch. Sie konnte sich verteidigen, aber eine Schusswaffe wäre ihr im Moment lieber gewesen. Ihre Hand zitterte ein bisschen, als sie nach dem Türgriff der Fahrerseite griff und diese schwungvoll aufriss. Verdutzt sah sie einen seltsam aussehenden Mann entgegen, der sie anlächelte. >>So, jetzt hast du mich erwischt!<< So schnell konnte Tara gar nicht reagieren wie dieser aus der Fahrerseite stieg und sich vor ihr aufbaute. Tara ließ ihre Trainingstasche fallen und machte sich dran sich verteidigen zu müssen. >>Ich tu dir nichts, mach dir keine Sorgen. Mein Name ist Kaerazech, ich bin der Hexenmeister. Vielleicht hast du von deiner Mutter schon mal von mir gehört. Du wurdest vom Tribunal zur Akasha Chronik Wächterin ernannt. Ab jetzt existierst du nur noch in der Welt des übernatürlichen. Ich bringe dich zu deinen neuen Adoptivgeschwistern, und ab morgen beginnt euer neues Leben!<< Kaerazech stieg mit einem Bein zurück ins Auto. >>Bitte, steig ein!<< Von Informationen überhäuft, sah Tara kurz ins Nichts, versuchte es zu ordnen. Ihre Mutter war ein Mitglied des Zirkels, also warum überraschte sie diese Information dann so sehr?

>>Raus aus meinem Auto! Und zwar sofort! Du fährst nicht- und ich steige so lange nicht ein, bis ich einen Beweis für deine Aussage habe!<< Nüchtern sah der Hexenmeister sie an, als habe er bereits darauf gewartet. >>Beweg` einfach mal deine Kleinfingerseite nach innen und dann wieder zurück!<< Tara verengte ihre Augen, tat es aber aus Neugierde. Und tatsächlich! Die Umgebung verlangsamte sich und wurde wieder normal.

Verlangsamte sich, wurde normal.

Verlangsamte sich, wurde normal.

Beeindruckt sah sie ihre Hand an. Plötzlich kam ihr alles viel intensiver vor. Gerade als sie sich Kaerazech wieder zuwandte, konnte sie gerade noch rechtzeitig seinen Schlag abblocken und den nächsten gleich dazu. Tara schlug zurück. Jetzt machte sich das Training mal bezahlt! Nach ein paar Runden stoppte Kaerazech plötzlich, trat zurück und grinste begeistert. Tara klebte der Schweiß auf ihrem Körper. Ihre Haare standen wirr, ihre Unterlippe blutete ein bisschen. Sie hatte diese etwas aufgebissen, während des Kampfes.

>>Schon ganz ordentlich, aber noch ausbaufähig! Deine Mutter weiß Bescheid! Willkommen Akasha Wächterin!<< Der Hexenmeister spielte mit ihren Autoschlüsseln, die er ihr anscheinend abgeluchst hatte und stieg ein. Tara holte tief Luft und glaubte immer noch nicht ganz, was gerade passierte. Doch schließlich gab sie nach, >>Aber nur dieses eine Mal! Hast du gehört?<<, und stieg zu Kaerazech ins Auto.

Traditionell müssen die neuen Wächter im feierlichen Kreis vor dem Tribunal einen Eid schwören. Wie immer ist es für uns Mentoren Aufregung pur, wenn folgende Worte gesprochen werden:

>>Ich, Cole Dewain,

>>Ich, Gwain Blye,

>>Ich, Jasper Theron,

>>Ich, Tara Salvator, werde hier und jetzt den heiligen Eid und das Versprechen ablegen, die Akasha Chronik und das dazugehörige Portal mit meinem Leben zu beschützen. Nach Ende meines Dienstes oder meinem Tod, ist das Versprechen und der Eid aufgelöst und besitzt keine Macht mehr über meine Seele! Sollte ich in meinem Dienst, als Wächter / in das Portal – oder die Akasha Chronik gefährden, stimme ich zu, dass meine Erinnerungen gelöscht- und ich vom Dienst enthoben werde!<<

Anschließend ernennt das Tribunal die Auserwählten offiziell zu den neuen Wächtern. Deren Augen leuchten dabei für einen langen Moment Eisblau auf und ihnen werden Silberquarzschwerter überreicht.

Immer wieder blicke ich mit Stolz auf meine Schützlinge zurück. Und wie schon zu Beginn erwähnt, sind diese Vier ganz besondere Wächter, vor denen das Schicksal keine Gnade kennt…

TARA

Drei Jahre später:

Ein Pfiff zerriss die früh morgendliche Stunde. Dicker Nebel und Morgentau ummantelte die Umgebung. Der Geruch von Regen lag in der Luft. Tara fühlte die feuchte Erde unter sich, als sie ihre Augen aufriss, um dem morgendlichen Drill des Admirals entgegenzutreten. Ihre Klamotten waren feucht und klebten kalt an ihr. Dreck fehlte ebenso wenig. Der Admiral war der Meinung seine Rekruten dadurch abzuhärten, wenn er Lagerfeuer, Zelte, Schlafsäcke und aus Naturmaterial gebaute Hütten verbat - wenn sie draußen schlafen mussten.

Eine Gänsehaut jagte über Taras Körper, während sie zusammen mit ihren Kammeraden zum Waldrand vorlief. Obwohl man davon warm werden sollte, fror sie stattdessen noch mehr.

Die Rekruten stellten sich stramm in einer Reihe auf. Auch wenn es ihnen untersagt war, warf Tara einen heimlichen Blick auf den Admiral. Sein Gesichtsausdruck war emotionslos wie immer. In der linken Hand hielt er eine Stoppuhr, die er anhielt als sie in Reih und Glied vor ihm standen. Dann sah er mit seinen kalten, grauen Augen auf. >>Eine Minute und dreißig Sekunden!<<, verkündete er in einem unzufriedenen Ton. >>ZU LANGSAM!<<

Jetzt sah er die Truppe direkt an, als habe er die Hoffnung bereits mit ihnen verloren. >>Und ihr wollt in die Artellary des Kaisers?<<, verhöhnte er sie. >>Wäre der Feind gerade hinter euch her gewesen, wärt ihr jetzt ALLE TOD!<<

Tara musste sich einen Kommentar verkneifen, den sie am liebsten laut ausgesprochen hätte. Aber dafür hätte sie eine noch härtere Strafe auf sich gezogen, als die die gleich wegen ihres Versagens geäußert wurde.

>>Hundertsechzig Liegestütz mit Hochsprung und danach rennt ihr alle zum See hinunter<<, er deutete mit dem Zeigefinger des linken ausgestreckten Arms in die gemeinte Richtung, >>und taucht unter bis ihr kurz vor dem Verrecken seit! HABT IHR VERSTANDEN?!<<

>>JA SIR!<<, bestätigten sie im Chor.

>>DAMIT IHR KAPPIERT; DASS IHR NICHT IM KINDERGARTEN SEIT!<<

Tara fühlte wie es nicht nur ihr den Magen umdrehte und zusätzlich den Hass in ihnen allen aufkochen ließ. Der Admiral pfiff erneut und begann brüllend zu zählen.

Tara und die anderen Rekruten waren schon seit drei Monaten hier oben. Abgeschottet von der Zivilisation und weitgenug weg vom Schauplatz des Krieges. Im Osten herrschte seit zwanzig Jahren ein Krieg gegen Truppen von Verrätern des Kaiserreiches, die nach Hyshyra übergelaufen waren, um dort mit den Blackhats und Saitans gemeinsame Sache zu machen. Menschen, Magier, Hexen – es war alles dabei. Und die Artellary war der schnellste Weg in die Armee zu gelangen, auch wenn sie selbst keine magischen Kräfte besaßen. Und deshalb würde Tara dem Admiral irgendwann für den Drill dankbar sein. Die Infantary des Kaisers wurde vor kurzem von den Blackhats geschlagen und konnten weiter nach Freya vordringen. Vermutlich wurden sie weniger im Kampf ausgebildet als die Artellary.

Nachdem der Admiral die Finale hundertsechzig gebrüllt hatte, brannte Taras Kehle vor Trockenheit und ihre Lunge suchte vergeblich nach Luft. Ihr Herz drohte zu explodieren. Doch zum Luft holen blieb keine Zeit. Sie mussten zum See hinab rennen. Der Wunsch Flüssigkeit in sich aufzunehmen würde, wenn sie es geschickt anstelle, glücken.

Tara war die letzte die vom Steg ins Wasser sprang. Die Kälte umarmte sie sofort und tat auch gut. Doch gleichzeitig fühlte es sich an, als ob ihr jemand gegen die Lunge getreten wäre. Tara würde es nicht lange durchhalten. Sie spürte wie Panik in ihr aufstieg. Also schloss sie die Augen.

Die Sonne brannte über ihr, obwohl es noch früh am Morgen war. Sie trug einen schwarzer Jump Suite mit schweren Stiefeln. Tara schlenderte durch Gassen wo das Leben schon im vollen Gange war. Die Menschen lachten, kauften an Ständen ihr Essen, Kinder spielten.

Sie schlenderte die Gasse hinunter und betrat einen Teeladen. Die Glocke bimmelte, worauf ein alter Mann in beiger Strickjacke, Hornbrille, grüner Stoffhose und Sandalen aus einem Hinterraum hervortrat, der mit einem orangen Tuch verdeckt wurde. Er wünschte Tara einen >>Guten Morgen<< und erkundigte sich nach ihrem Befinden. Sie grüßte ihn zurück und beantwortete ihm seine Frage, aber ohne außeracht zu lassen ihm rückwirkend ebenfalls die Frage zu stellen. Nachdem er mit einem >>Fantastisch!<<, auf ihre Frage, geantwortet hatte, befragte er Tara nach ihren Einkaufswünschen. Sie bestellte zwei Tüten Weidenrinde, bezahlte und wünschten sich noch gegenseitig einen schönen Tag.

Draußen liefen vier zukünftige Rekruten der Artellary, aufgeregt, an ihr vorbei. Alle in einem olivgrünen T-Shirt, schwarzen Hosen und schweren Stiefeln gekleidet. Darunter auch ihr bester Freund Jackson Bailey. Tara lief auf ihn zu und begleitete ihn zum Hafen hinunter. Dort warteten bereits zwei Offiziere auf die neuen Rekruten.

Tara verabschiedete sich mit lieben Worten und einer festen Umarmung von ihm, wollte auf dem Absatz kehrt machen, doch eine Wasserstoffblonde Frau in Lila Kostüm und Obsthut mit schwarzem Schleier vor den Augen, hatte sich ihr in den Weg gestellt. Ihre hochnäsige Ausstrahlung umfasste nun das gesamte Gebiet, als gäbe es nichts anderes. Sie begrüßte Tara mit einem - >>Hallo Tara!<< – ihre Augen wurden unnatürlich Orange, dann griff sie Tara an. Tara wehrte sie geschickt ab und holte dann mit einem Faustschlag gegen ihren Kopf aus. Tara zog einen Dolch aus dem Nichts heraus, mit dem Ziel die Obsthut Frau in ihre ewigen Jagdgründe zu schicken. Die Blonde war schlau und genauso geschickt wie Tara selbst im Kampf. Sie fragte die Frau in einem aggressiven flüsternden Ton was sie hier wollte, da es nicht ihr Gebiet war. Plötzlich verschwand sie von der Bildfläche und als Antwort spürte Tara einen schmerzhaften Picks im Nacken…

Panisch rieß Tara die Augen auf und das Erste was sie sah war Jackson, der etwa einen Meter vor ihr herschwamm und sie spitzbübisch angrinste. Er sah gequält aus. Er bräuchte eigentlich dringend Luft, aber er hatte es sich zur Aufgabe gemacht auf sie aufzupassen, wie er es schon immer getan hatte. Nebenbei stellte Tara fest, dass sie beide die Einzigen waren die sich noch Unterwasser befanden. Die anderen Fünf waren schon aufgetaucht.

Jackson deutete ihr mit dem Daumen, dass sie dringend auftauchen sollten. Und er hatte Recht. War Tara etwa so benommen, dass sie es schon garnicht mehr merkte, dass ihre Lunge kurz vor dem kollabieren stand? Hastig kämpfte sie sich zurück an die Oberfläche und holte hektisch Luft. Es kam ihr vor, als ob sie soeben gestorben und wiederbelebt worden wäre. Vor ein paar Jahren musste Tara wegen eines Stromschlags wiederbelebt werden und jetzt erneut wieder dieses Gefühl durchmachen zu müssen, jagte ihr eine Gänsehaut über ihren gesamten Körper.

Als Tara ihre Fassung wieder hatte, schwamm sie an das mit Schilf bewachsene Ufer. >>Nicht übel, Salvator!<< Tara wollte sich gerade an das Ufer ziehen und hatte dafür schon nach einem dicken Ast, der herabhing, gegriffen, als Jacksons Stimme sie aus dem immer noch benommenen Zustand rieß. Erschrocken und überrascht zugleich hob Tara ihren Kopf und sah erst ihn, dann seine helfende Hand an, die er ihr entgegenstreckte. Er dampfte.

Aber das war nichts Außergewöhnliches. Die Luft hier oben war tropisch und das Wasser kalt.

>>Das würde der Admiral nicht so sehen!<<, erwiderte sie und griff nach seiner Hand. Jetzt kam ihr die Luft noch frischer vor als vorhin. Auch sie begann zu dampfen. Die Stiefel der beiden Rekruten schmatzten mit jedem Schritt, den sie voransetzten. Ihr war unendlich kalt, aber dafür jetzt hellwach und einmal eingeweicht. Sie musste ein Zähneklappern unterdrücken. Die anderen Fünf, die vor ihnen aufgetaucht waren, saßen keuchend im Gras.

Mitfühlend ließ Tara ihren Blick auf ihnen ruhen. Auch sie pumpte noch wie ein Maikäfer. Am liebsten hätte sie sich jetzt ins warme Bett gelegt und den Rest des Tages verschlafen.

Tara erhaschte den Admiral wie er oben auf dem Berg stand und mit am Rücken verschränkten Armen und strengen Blick zu ihnen hinab starrte. Der pure Hass stieg in ihr wieder auf. Und als hätte er ihren Hass und den Blick gespürt, beäugte er nun auch sie. Sehr intensiv. Es war so unangenehm, dass Tara am liebsten im Erdboden versunken wäre und ihm noch davor mit einer Granate beschmissen hätte. Seine Gefühle oder Gedanken waren wie immer nicht zu erkennen. Auf einmal veränderten sich seine Augen. Tara rieß vor Schreck die Augen auf und stockte erneut den Atem. Hatte sie sich das gerade eingebildet? Aus den Augenwinkeln nahm sie wahr wie Jackson, verwirrt, ihren Blick folgte und sie dann wieder ansah. >>Tara?<< Seine Stimme klang dunkel. Tara richtete sich auf, ehe sie ihre Aufmerksamkeit auf Bailey richtete. Im Sekunden Takt lugte sie zwischen den beiden Männern hin und her. >>Hast du die unnatürlichen orangen Augen auch gesehen?<< Jackson blickte nochmal gezielt auf den Admiral. >>Nein.<<, lachte er verlegen auf und sah sie jetzt wieder an. >>Du hast einen Sauerstoffmangel, wie wir alle. Du hast dir das nur eingebildet.<<

Sie wechselten einen kurzen Blick, dabei zog er beschwörend seine Augenbrauen übertrieben nach oben.

Er redete, als ob er mit einer Verrückten sprechen würde. >>Ich weiß was ich gesehen habe, Bailey!<<, knurrte Tara verteidigend zurück, bevor sie mit verengten Augen wieder zum Admiral hochsah, der sie nach wie vor beobachtete. Als ob er ihr mitteilen wollte: Du weißt nun zu viel!

Die orangen Augen verfolgten sie noch den gesamten Tag. Unter der Dusche hatte sie ihre Augen kurz geschlossen, um das Wasser über ihr Gesicht laufen zu lassen. Doch so wurde das Bild nur noch intensiver.

Nach dem Frühstück ging es an den Schießstand. Es war wärmer geworden. Mittags und nachmittags ging es an den Hindernislauf mit Überraschungsangriffen. Natürlich alles höchst persönlich vom Admiral geleitet. Seine Sergeants machten Notizen.

Beim wohlverdienten Abendessen hatte jeder von ihnen blaue Flecken. Sei es im Gesicht, Armen, Händen, Beinen, Rücken, Hals oder an den Füßen. Tara plagten eine große Beule, blaue Fingerknöchel und blaue Flecken an den Armen und am Rücken.

Heute war es ungewöhnlich still am Tisch. Niemand sprach ein Wort oder rieß einen Witz. Die Stimmung hob sich erst als Sergeant Carter verkündete, dass sie über das Wochenende Ausgang hatten. Und wie so oft folgte nach dem Zuckerbrot die Peitsche. Im diesen Fall für Tara.

>>Tara, der Admiral möchte mit dir sprechen!<< Tara wollte sich gerade eine Gabel voll mit Karotten in den Mund schieben, doch diese Worte zuckten wie Strom durch sie hindurch. >>Warum?<<, fragte sie und sah Carter mit bohrenden Blick an, um den schockierten Gesichtern ihrer Kammeraden auszuweichen. >>Das wirst du erfahren!<<, erwiderte er ruhig. Tara biss ihre Kiefer aufeinander und kämpfte gegen das ungute Gefühl an, dass in ihr aufzog. Ohne Carter aus den Augen zu lassen stand sie auf, wurde jedoch von Jackson am Handgelenk festgehalten. Sie warf ihm und seiner Hand einen warnenden Blick zu. >>Du bist Tod wenn du da mit gehst!<<, brummte er besorgt und nur für sie hörbar.

>>Nein, bin ich nicht!<< Sie entriss sich aus seinem Griff und folgte dem Sergeant zu dem von Rekruten allverhassten Admiral. Ob die Sergeants ihn genauso wenig mochten wie sie?

Tara betete im inneren, dass er sie nicht wegen den orangen Augen zu sich holte und Jackson mit dem Sauerstoffmangel Recht behielt.

Im inneren der Hütte, in dem der Admiral sein Büro hatte, brannte ein Holzofen, der das ganze Büro in einem feurigen Orange erhellte. Die Lampe, die schwach vor sich hin leuchtete, war überflüssig geworden.

>>Admiral!<< Carter salutierte und stand stramm. >>Tara Salvator!<<

>>Danke Carter!<<

Der Sergeant marschierte zu den anderen seines Ranges, sodass nun jeweils Drei ihrer Sorte rechts und links des Admirals standen.

Tara machte sich nicht die Mühe stramm zu stehen, auch wenn es zum guten Ton gehörte. Das Gesicht des Admirals lag im Schatten verborgen. Alle standen. Eine Todes Stimmung lag in der Luft. Würde es das tatsächlich werden, wär sie bereit. Dafür wurden sie schließlich ausgebildet. Natürlich hatte sie Angst, aber die durfte sie ihm nicht zeigen.

>>Tara…<<, fing er flötend an, salutierte und begann zu grinsen.

>>Sie wollten mich sprechen, Admiral?<<, äußerte sie so freundlich und ungezwungen sie konnte und salutierte ebenfalls.

>>So ist es, junge Soldatin.<< Nun stützte er sich mit den Handflächen auf dem massiv Eichenholz Schreibtisch ab und sengte etwas seinen Kopf. Währenddessen suchte sie heimlich nach Waffen, die sie benutzen konnte, falls er ihr etwas antuen wollte. Und das wollte er ganz bestimmt. >>Nun… damit wir nicht um den heißen Brei reden müssen…<< Der Kopf des Admirals bewegte sich nach oben und jede Faser ihres Körpers zog sich zusammen. Es kam genau das, vor dem sie sich gefürchtet hatte. Die unnatürlichen Orangen Augen fixierten Tara regelrecht. Die sechs Sergeants, die um den Admiral gestanden hatten, bewegten sich in einer unmenschlichen Geschwindigkeit nach vorn und begannen sie zu umzingeln. Panisch versuchte Tara zu begreifen was gerade passierte. >>Ich gratuliere Tara, du bist die erste Rekrutin, die mein wahres Ich gesehen hat!<< Hypnotisch zogen Tara diese Augen an. Doch gleichzeitig war es seine Person, die sie abstieß. Es kam ihr vor als sei ihr dieses Phänomen bereits vertraut – wusste aber nicht woher.

Außerdem hatte sie das Gefühl, dass sie wusste, was er war. Nur konnte sie sich nicht daran erinnern. Es war auf alle Fälle nichts Menschliches.

Tara zog scharf die Luft ein. Auch die Augen der Sergeants hatten sich verändert. Unnatürliches Orange.

>>Sie haben mich nicht von Sergeant Carter extra herholen lassen, um mir die Glückwünsche auszurichten!<<, presste sie so furchtlos sie konnte hervor. Der Admiral grinste auf. >>Nein, du hast recht!<< Jetzt drehte er sich um und holte von seiner kleinen Bar zwei befüllte Scotch Gläser. >>Wir haben dich beobachtet, seit dem du hier im Ausbildungslager eingetroffen bist. Uns wurde mitgeteilt, dass du ein ungewöhnliches Talent mitbringen würdest. Als wir dich gesehen haben, wussten wir sofort mit wem wir es zu tun haben! Und es erfüllt uns nach wie vor mit allergrößter Freude, jemanden wie dich schon bald in Hyshyra an unserer Seite zu haben! Doch scheinst du dich aus irgendeinem Grund nicht mehr erinnern zu können…<<

Die Bilder, die sie unter Wasser gesehen hatte, blitzen wieder vor ihren Augen auf. Sie hatte sie nicht einordnen können. Hatte sie etwa eine Gehirnerschütterung erlitten? War das der Grund weshalb sie sich nicht erinnern konnte?

>>Verzeihung Admiral, was wollen Sie mir damit sagen?<<, antwortete Tara mit fester Stimme. Gleichzeitig stellte er die Gläser auf den Schreibtisch. >>Das wirst du gleich selbst herausfinden!<<, erwiderte er finster grinsend und rückte ein Glas in ihre Richtung, als er das sagte. Wiederwillig betrachtete sie es, als befände sich darin Gift. >>Du bist viel mehr als nur ein Mensch!<<, warf Sergeant Sjetlow plötzlich aus dem Nichts in den Raum hinein. Ihre Stimme war dunkel, genauso wie ihre Hautfarbe. Es versetzte Tara einen Stich, da sie Sjetlow sehr mochte. Sie war es wo ihnen, den Rekuten, den Rücken stärkte und für ihnen wie eine Mutter war. Und jetzt sollte sie das abgrundtiefe Böse sein? Aber wie auch immer, das Fragezeichen über Taras Kopf wurde immer größer. Sie öffnete den Mund, um zu fragen was das nun wieder heißen sollte, doch der Admiral kam ihr zuvor.

>>Was Sergeant Sjetlow meint, ist so gemeint, dass du liebe Tara einen Stellenwert hast, der für uns äußerst bedeutend ist!<< Die ganze Situation wurde immer absurder, oder kam es ihr nur so vor?

Jetzt stellte der Admiral ein Schnapsglas, gefüllt mit einem weißen Pulver, neben ihr Glas.

>>Was ist das?<<

Der Admiral griff zu seinem Glas und führte es zu seinem Mund. Doch, bevor er trank, äußerte er: >>Das ist nicht von Belangen!<<

>>Was ist das?<<, wiederholte sie mit energischer Stimme.

>>Es bringt dich nicht um. Es soll lediglich dazu beitragen eine kleine Demonstration vorzuführen!<<

Tara verengte die Augen.

>>Nimm es, oder wir flössen es dir ein!<<, knurrte Sergeant Kent. Tara gab nach, auch wenn es ihr wiederstrebte.

>>Schluck es mit dem Scotch!<<, schlug der Admiral vor. Tara warf ihm einen dunklen Blick zu. Dann nahm sie das Schnapsglas und kippte es in den Scotch hinein, so dass dieser kurz aufschäumte. Dann trank sie es in einem Zug leer. Es schmeckte nach Zitrone. Es könnte Magnesium gewesen sein und die Anwesenden hatten sie die ganze Zeit verarscht. Mit einem dumpfen laut stellte Tara das Glas wieder auf den Schreibtisch und blickte unbeeindruckt zum Admiral hinauf, der den linken Arm über die Brust verschränkt hatte und den rechten Arm flektiert, in dem er das Glas hielt. Tara spürte nichts. Daher wollte sie im selben Atemzug fragen, was er sich daraus erhofft hätte. Doch drei Sekunden später spürte sie es. Tara stockte ihren Atem und merkte wie ihr Herz aussetzte.

Ein Schwindel überkam sie. Dann ein schmerzhafter Stoß der gewaltvoll ihre Gliedmaßen verkrampfen ließ- und ihren Kopf ruckartig nach hinten rieß. Tara wollte Schrein, aber sie brachte nur ein Stöhnen zusammen.

Ihre Sicht wurde verschwommen und unscharf. Ihr Gehör bekam nur noch Fetzen mit wie:

>>Nicht so nah ran!<<, das war Sergeant Kleints Stimme.

>>Sie wird uns alle umbringen mit ihrer Kraft!<<, das war Sergeant Carter.

>>Nein, nein lasst sie. Es wird perfekt!<<, schwärmte der Admiral wie ein Kleinkind, dass sein Lieblingsspielzeug wiedergefunden hatte.

>>Es wird sie umbringen!<<, die Stimme von Sergeant Sjetlow.

Dann wurde alles still. Kurze Zeit später ließ auch der Schmerz nach. Ihr Gehör wurde im Sekundentackt lauter. Ihre Sicht wurde Schärfer und deutlicher.

Tara setzte sich auf und versuchte sich zu orientieren. Sie war nicht mehr in der Hütte. Sie saß auf dem Steg des Sees, aber wie war sie dorthin gekommen?

>>Du bist aus deinem Körper ausgetreten.<<, antwortete plötzlich eine dominante, kratzige, klar klingende, männliche Stimme. Er stand mit dem Rücken zu ihr. Eingehüllt in einer schwarzen Kutte. >>Die Droge hat deine Kräfte unkontrolliert aktiviert. Im Moment beschleunigst- und verlangsamst du die Illusion der Zeit.<< Tara spürte, dass von dieser Gestalt etwas Negatives – aber gleichzeitig etwas anziehendes ausging. >>Und wo befinde ich mich dann?<< Sie rappelte sich auf, wagte es aber nicht sich ihm zu nähern. Nicht ohne Waffen. Wie als hätte er ihre Gedanken gelesen, hörte sie wie er bitter und amüsiert auf grinste. >>Tara, ich bitte dich. Eine Waffe der Menschen an mir zu verschwenden wäre sinnlos!<< Es versetzte ihr einen Stich, als er ihren Namen aussprach. Ihr stellte es die Nackenhaare auf. >>Und zu deiner Frage: Wir befinden uns an deinem selbst erschaffenen Schutzort. Nur denen du Zugang gewährst haben die Möglichkeit hineinzutreten.<<

>>Und wie bist du hierher hineingekommen? Ich kann mich nicht daran erinnern dir eine Erlaubnis gegeben zu haben!<<

>>Oh doch das hast du, Tara! Ich wurde von deinem Hass und deinen negativen Gedanken gerufen. Du hast regelrecht nach Hilfe geschrien, dass mir keine andere Wahl blieb dich zu erhören. Du ziehst das an was du ausstrahlst. Das Gesetz von Ursache und Wirkung.<< Seine Stimme hatte nun etwas selbstgefälliges angenommen.

>>Und ich bin froh dich endlich gefunden zu haben! Wir suchen dich schon seit drei Monaten!<<.

>>Wer ist Wir? Und wer bist du?<<

>>Wir ist deine Familie und ich bin der Hexenmeister. Die Quelle der dunklen Macht.<< Seine Stimme wurde wieder etwas ernster. >>Ich stehe für die destruktive Seite der Seele und für selbstsüchtiges verhalten, die anderen schadet. Ich signalisiere lediglich die unbewussten angesiedelten Vorstellungen und Ideen, die Isolation, Konflikte und Mangel fördern. Aber deswegen bin ich noch lange kein dunkles Wesen, auch wenn es im Moment so wirkt. Ich möchte lediglich zur Korrektur auffordern.<<

>>Nimm es mir nicht übel, aber positiv, wie du dich beschreibst, wirkst du nicht gerade.<<, zweifelte sie mit einer selbstbewussten Stimme. Tara hörte wie der Hexenmeister belustigt, erneut auf grinste. >>Das sagt jeder, bis er vom Gegenteil überzeugt wurde.<< Tara spürte wie er in sich hinein grinste, um das Gefühl festzuhalten. >>Ich bringe dich jetzt zurück.<<, meinte er plötzlich wieder ernst. Tara zog die Luft ein und lauschte noch kurz dem sanften Rauschen des Wassers. Ebenso ließ sie nochmal die vernebelte Umgebung auf sich wirken. >>Du wirst eine kleine Erschütterung spüren, da du in deinen Körper zurückfällst. Die Droge die dir verabreicht wurde… ich sorge dafür, dass sie aus deinem Körper verschwindet.

Und noch was, Tara: Du wirst dich daran erinnern wer und was du bist. Deine Ausbilder gehören einer elitären Gruppe namens Saitans an. Solche Leute versuchen Besonderheiten wie dich für sich zu gewinnen, um deren dunkle Macht zu stärken. Dir wurde ein Mittel injiziert, dass Amnesie auslöst und so haben sie dich entführen können. Und was deinen Freund Jackson Bailey angeht:<<, er machte eine dramatische, kurze Pause, die so an ihr zog, dass sie ihn am liebsten angefallen wäre. >>Er wird schon bald nicht mehr der sein, der er jetzt ist.<<

Mit offenem Mund stand Tara da. Sie konnte es nicht glauben und hatte so viele Fragen. Doch, ehe sie ihm diese stellen konnte, hatte der Hexenmeister seinen rechten Arm ausgestreckt, der einen Wirbel aus Erde und Blättern um sie beide erzeugte.

>>Auf Wiedersehen, Tara!<<

Tara holte so tief Luft als hätte sie zu lange unter Wasser verbracht. Eine Erschütterung erfüllte ihre Seele, als wäre sie unabsichtlich irgendwo abgestürzt. Es war wie der Hexenmeister es vorher gesagt hatte. Der Schmerz und die anderen Symptome hatten wie versprochen nachgelassen. Tara holte abermals tief Luft und stand auf. Sie befand sich immer noch in der Hütte. Auch die Sergeants und der Admiral waren noch anwesend. Oder die Saitans, wie der Hexenmeister sie genannt hatte. Es hatte sich nichts verändert an der Umgebung. Doch in ihr hatte sich etwas verändert. Ihr Gehirn fühlte sich wie nach einem schweren Migräne Anfall an. In ihren Kopf explodierten Millionen Erinnerungen auf einmal. Sie wusste wieder alles. Zumindest glaubte sie es. Tara spürte einen Stich im Nacken. Dort hatte sie das Mittel für die Amnesie, immer und immer wieder, in den letzten Monaten injiziert bekommen. Der Hexenmeister hatte sein Wort gehalten. Alle Drogen waren aus ihrem Körper verbannt worden. Jetzt musste sie nur noch von hier weg. Taras Blick konzentriere sich nun auf den Admiral, der sie ansah wie ein kleines Kind, dass etwas entdeckt hatte was ihm gefällt.

>>Atemberaubend!<<, hauchte er und grinste über das ganze Gesicht. >>Wie fühlst du dich, Tara?<<

>>Großartig!<< Sie verschränkte ihre Hände hinter dem Rücken und versuchte so benebelt wie möglich zu klingen. Tara musste hier ohne Kampf rauskommen. Gegen eine Scharr Saitans zu kämpfen, fühlte sie sich zu schwach.

>>Also, was haben Sie mir verabreicht – etwa Tshyl?<< Tara bemerkte den veränderten Gesichtsausdruck des Admirals . Tshyl war eine Droge die alle Kräfte des Körpers aktivierte. Wurden die Kräfte des Körpers etwas länger nicht benutzt, war Tshyl ein Schock für das System. Besonders die Studenten oder Abschlussschüler benutzen es häufig, um auf höherem und längerem Niveau zu lernen und das Nächte lang.

>>Ja war es.<<, gab er schließlich klein laut zu.

>>War es zufrieden stellend?<<, bohrte sie verabscheuend nach.

>>Durch aus. Ich habe mir sogar überlegt dich heute schon zu entlassen und dich nach Hyshyra zu schicken.<<

Tara zog erstaunt die Augenbrauen nach oben. >>Ich fühle mich geehrt, Sir. Aber wäre es nicht unfair den anderen Rekruten der Artellary gegenüber? Die Ausbildung ist erst in zwei Wochen zu Ende.<<

>>Nicht wenn ich es befehle.<< Jetzt griff er zum Schubladen und holte einen Orden und zwei Schulterklappen heraus. Den Rang konnte sie nicht erkennen, ging jedoch von etwas Höherem aus, da Tara für sie ja so wertvoll war.

>>Ich gratuliere dir Tara Salvator zur bestandenen Ausbildung. Ich ernenne dich zum Lieutenant der Artellary!<<

Er überreichte ihr die Abzeichen, worauf das erste Rumoren von seinen Sergeants kam:

>>Sie stellen Tara höher als uns?<<

Tara steckte sich mit gespieltem Stolz den Orden an ihr grünes T-Shirt. Die Schulterklappen steckte sie in die Hosentasche, als Sergeant Kent dies eifersüchtig, fassungslos und verärgert äußerte. Jetzt waren sie verletzbar.

Jetzt konnte Tara ihre Maske abnehmen. >>Ich würde an seiner Stelle genauso handeln. Ich, als Wächterin, würde nie einen Flüsterer zum Lieutenant ernennen!<<, warf sie in Sergeant Kents Richtung, bevor der Admiral ihn maßregeln konnte. Tara erkannte in ihren Gesichtern, dass sie Taras Erwachen bemerkt hatten.

>>SIE IST WACH!<<, brülle Kleint, preschte nach vorn und warf sie durch den Raum. Sie knalle hart an der Holzwand auf. Tara stöhnte und fiel mit Wucht zu Boden. Sie wurde grob nach oben gezogen und fest gehalten. Carter ging mit erhobener Faust auf sie zu, um ihr eine Tracht Prügel zu verpassen. Tara biss ihre Kiefer zusammen, hob ihre Beine vom Boden ab und trat dem Sergeant hart in die Brust, sodass dieser vor Schmerz aufschrie und gekrümmt nach hinten taumelte. Ihren Kopf schlug sie gegen Kleints, der sie rechts festhielt. Seine Schläfe platzte auf und lies sie jaulend los. Kent, der links war, holte im diesen Moment mit seiner Faust aus, die Tara aber gekonnt abblockte und ihm dann die Faust vier Mal ins Gesicht schlug. Erst da ließ er sie los. Sjetlow war die Nächste die versuchte Tara mit einem Dolch anzugreifen. Die Verachtung der Wächterin gegenüber stand ihr ins Gesicht geschrieben. Tara erwiderte ihren Blick und noch ehe sie etwas ausrichten konnte, drehte Tara ihre Hände nach innen, schloss ihre Finger und hielt so die Zeit an. So unbeschadet aus der Situation rauskommen wie möglich. Schnaubend lächelte die Wächterin Sjetlow an, ehe sie ihre Aufmerksamkeit dem Admiral schenkte, der beobachtend hinter seinem Schreibtisch stand. Tara schnallte ihm seinen Waffengurt ab und legte diesen sich selbst um. Anschließend trat ihm Tara, so fest sie konnte, zwischen die Beine. Den Schmerz würde er noch früh genug spüren. Sie schlenderte auf den Kamin zu und nahm den Schürhaken aus seiner Eisenhalterung heraus. Gehässig grinsend sah sie zu den Sergeants hinüber. Sie könnte ihnen die Schädel einschlagen oder ihnen eine Kugel ins Herz schießen. Entschied sich aber dagegen und stellte den Schürhaken zurück in die Halterung.

Tara verließ die Hütte und hechtete zur Feuerstelle, wo sie die anderen vermutete. Beim raus gehen hatte sie der Illusion der Zeit befohlen in fünf Minuten nachzulassen.

Der Geruch von Rauch schlug ihr entgegen. Ebenso die lustige Stimmung. >>Tara!<< Jackson sprang von seinem Platz auf, um sie erleichtert in die Arme zu schließen.

>>Was wollten sie von dir?<<, fragte Carla neugierig. Tara stieß Jackson, wenn auch ungewollt, grob von sich weg.

>>Sie haben mir Tshyl verabreicht, wodurch ich meine Amnesie verloren habe, der Admiral hat mich heute schon entlassen, mich zum Lieutenant ernannt und wollte mich in Hyshyra stationieren lassen.<<, erzählte sie knapp. >>Wir haben fünf Minuten!<<, sagte sie an Jackson gewandt. Tara sah ihm an, dass er Fragen hatte. Bohrte aber nicht nach, wenn sie etwas sagte. Das tat er nie. Er vertraute ihr einfach. So wie sie ihm. Tara warf den Fünf noch einen viel sagenden Blick zu. Auch sie hatten Fragen, aber dafür hatte sie keine Zeit mehr. Tara nickte ihnen zu, dann eilten sie und Jackson davon.

Tara warf Jackson mit dem Ruf: >>Du fährst!<< die Schlüssel für den Jeep zu, den Sergeant Kleint für Private Zwecke benutzte. Die Schlüssel hatte sie ihm vorhin noch abgeluchst. Da sie hier oben keine privaten Sachen haben durften, und Tara eh keine hätte mitnehmen können, war es noch einfacher zu verschwinden – ohne eine Tasche packen zu müssen.

Der Motor des Jeeps knurrte auf, die Fernlichter erwachten, Jackson legte den Rückwärtsgang ein, ließ die Kupplung kommen, die Reifen jagten schmetternd über den sandigen Kiesboden, Jackson legte den ersten Gang ein, dann jagten sie mit aufheulenden Motor den Berg hinab.

Eine Weile fuhren die beiden schweigend durch die Nacht. Es fühlte sich eisig zwischen ihnen an. Erst als sich Tara den Orden vom T-Shirt nässelte traute sich Jackson etwas zu sagen, als habe er keine Angst mehr von ihr oder von einem Scharfschützen, der auf sie beide lauerte, getötet zu werden. >>Lieutenant Tara Salvator… schmilzt wie Butter in der Pfanne!<<, stichelte er mit einem Grinsen. Trotzdem schwang ein eingeschüchterter Unterton mit. Tara warf ihm einen genervten Blick zu.

>>Warum bist du gleich am Anfang so hoch ausgezeichnet worden?<<

Sie presste ihre Lippen aufeinander. >>Ich bin nicht stolz drauf, falls du darauf hinaus willst. Deren Plan war perfekt! Mich unter Amnesie zu stellen, nur damit sie eine mächtige Waffe bei sich im Kreis hätten, die die Illusion der Zeit beeinflussen kann. Aber das hätte das Tribunal niemals zugelassen!<<

>>Entschuldige, wenn ich das jetzt sage, aber du bist weder eine Magierin, eine Hexe, Vampir, Flüsterer oder sonst was!<<

Tara seufzte genervt. >>Nein bin ich nicht. Der Admiral und die Sergeants sind Flüsterer, ich dagegen… so etwas ähnliches wie eine… sagen wir mal Magierin und Hexe.<<

Sie zog das ´Ä` in die Länge, da sie überlegte was sie sagen sollte. Jackson legte seine Stirn in Falten. Im selben Moment trat er auf die Bremse, um die rote Ampel der Kreuzung nicht zu überfahren und tat den Gang raus.

Der START – STOP Modus trat ein und der Motor ging in den Standby. >>Du bist also weder noch… also ein Mischwesen?<< Erwartungsvoll, dass Tara Ja sagen würde, lächelte er ihr frech, mit hochgezogenen Augenbrauen entgegen. Tara lachte amüsiert auf. >>Nein!<<, lachte sie.

Kopfschüttelnd, aber immer noch grinsend richtete er seine Aufmerksamkeit wieder der Ampel entgegen. >>Lieutenant Tara Salvator der Artellary, das Geheimnis in Person!<< Seine linke Hand, die oben auf dem Lenkrad lag, begann sich zu verkrampfen. Seine rechte umfasste den Knauf der Gangschaltung fester. Es nervte ihn, wenn man Geheimnisse vor ihm hatte.

>>In Ordnung, ich sag es dir!<<

>>Da bin ich mal gespannt!<< Die Ampel schaltete um auf Grün. Jackson trat die Kupplung, der Motor knurrte wieder auf, er legte den ersten Gang ein und fuhr los.

>>Eine Akasha Wächterin!<<

Ihm stockte der Atem, was sie erwartet hatte. Die beiden näherten sich der Mitte der Kreuzung, als er ihr einen Blick zu warf, der so viel sagte wie: Willst du mich verarschen?

Tara wollte etwas sagen, doch im selben Moment wurde sein Gesicht panisch und seine Augen waren nicht mehr auf sie gerichtet. Er schrie warnend ihren Namen. In der nächsten Sekunde wurde es hell und ein unglaublicher Stoß folgte. Der Jeep schlitterte unkontrolliert, quer über die Straße. Die Fensterscheiben platzten und regneten klirrend auf sie beide herab. Tara und Jackson schrien vor Schreck auf und wurden herum geschleudert. Reifen quietschten und der Gestank nach brennenden Gummi stieg Tara in die Nase. Die Alarmanlage kreischte auf.

Tara spürte wie Jackson nach ihrer Hand greifen wollte, aber dann holte ihn offenbar die Bewusstlosigkeit ein.

Sie schmeckte Blut und einen pulsierenden Schmerz am Hinterkopf. Ihr ganzer Körper fühlte sich träge und schwer an.

Beim zweiten Anlauf gelang es ihr ihre Augen zu öffnen. Taras rechte Schulter schmerzte. Vermutlich verrissen oder stark geprellt. Außerdem war da noch die heißen, blutigen Wunden in ihrem Gesicht. Ihre rechte Schläfe war aufgeplatzt. Ihre Lippen aufgerissen. Das Atmen war beschwerlich, aber nicht so, dass sie gleich aussetzen würde. Das Plärren der Alarmanlage dröhnte in ihrem Schädel. Tara warf Jackson einen Blick zu. Dieser kauerte mit nach vorn gekippten Kopf und geschlossenen Augen bewusstlos auf seinem Sitz. Blut rannte ihm von den Lippen und den Schläfen herab. An seiner rechten Hand befand sich eine tiefe Schnittwunde. Taras Herz pochte wie wild gegen ihren Brustkorb.

Plötzlich hörte sie wie sich ihnen Schritte näherten. Sofort versuchte Tara ihren Kopf in diese Richtung, soweit es möglich war, zu drehen. Gleichzeitig zog sie unter Schmerzen die Pistole aus dem Holster heraus und beugte sich, soweit es ging, nach vorn durch das kaputte Fenster. Dabei schnitt sie sich in die Unterarme. Ein heißer Schmerz durchflutete sie, doch das war gerade das geringste Problem.

Zwei große Männer in schwarz gekleidet eilten auf den Jeep zu. Tara fixierte den linken und erschoss ihn. Schreiend ging dieser zu Boden. Sie lugte schwer atmend auf und sah wie sein Komplize zum Auto zurückrannte und los fuhr. Sie schoss fünf Mal in das Heckfenster hinein und hoffte auch ihn zu erwischen. Außer dem zerplatzen des Glases hörte sie nichts. Der Täter entkam. Angestrengt sah sie ihm nach. Dann holte auch sie die Bewusstlosigkeit ein.

COLE

Cole konnte sich noch sehr gut an den Tag erinnern, als Tara verschwand. Bei Platzregen hatten sie ganz Freya nach ihr abgesucht.

In einer Gasse, die zum Hafen hinunter führte, traf er auf den Teeladen Besitzer, der ihm zwei Tütchen Weidenrinde in die Hand drückte, die Tara vor Stunden bei ihm gekauft hatte. Er erzählte Cole, dass er beobachtet habe, wie Tara von einer blonden Frau in lila Kostüm und Obsthut angegriffen und anschließend verschleppt worden war. Der Schreck war Cole kalt in seine Knochen hinein gekrochen. Er wandte seinen Blick vom Teeladen Besitzer ab und sah von Sorge erfüllt die leere Gasse hinunter. Doch von außen hatte es durch seinen harten Blick gewirkt, als ob es ihm egal gewesen wäre. Pfützen hatten sich gebildet. Das Meer schwang unruhig hin und her. Die Umgebung war grau, fast schon schwarz gewesen. Die Straßenbeleuchtung hier unten war zu dämmrig.

>>Haben Sie gesehen wohin man Tara gebracht hat?<<, hatte Cole fast schon knurrend gefragt, da sich die Wut gegen sich selbst richtete. Er konnte es sich einfach nicht verzeihen, dass er Tara nicht hatte beschützen können .

>>Man hat sie in einen Hummer gesessen und zusammen mit den anderen Rekuten weggefahren.<< Cole hatte tief Luft geholt, ehe er den Teeladen Besitzer wieder ansah.

Eigentlich wollte Cole ihm vorwerfen nichts unternommen zu haben. Doch er hatte sich ins Gedächtnis rufen müssen, dass nicht jeder in dieser Stadt über magische Fähigkeiten- oder einer Kampfausbildung verfügte. Aber er hätte der Lila Obst Hut Tussi wenigstens ein Tuch Chloroform vors Gesicht halten – oder ihr eine Pfanne rüber schallern können. Oder sogar die Polizei um Hilfe bitten können. Doch stattdessen sagte er nur: >>Sie sind ein ehrlicher Mann, Mr. Anders. Vielen Dank!<< Darauf hatte Mr. Anders erleichtert auf gelächelt und ein nervöses: >>Gern geschehen, Cole!<<, erwidert und dabei seine Hornbrille, die vor Regen auf seiner Nase schon zu schwimmen schien, zurecht gerückt. Cole hatte ihn von unten nach oben gemustert. Seine Sandalen drohten ihm ebenfalls weg zu schwimmen. Dann hatte er den Tee Verkäufer im Regen stehen lassen.

Mit finsteren Blick war der Akasha Wächter die Gasse zurück in die Innenstadt gelaufen. Verärgert hatte er die Weidenrinden Tütchen in seiner rechten Hand zusammen gedrückt. Man hatte Tara also in einer dieser Ausbildungslager gebracht. Niemand außer die Artellary selbst wusste wo sich diese befanden, und das hatte ihn geärgert. Hätte er es gewusst, wäre die gesamte Familie aufgebrochen, um sie zu retten. Was ihn aber am meisten störte war die Tatsache, dass dies mit den Saitans und Blackhats zu tun hatte, die in Hyshyra und Freya ihr Unwesen trieben. Deshalb hatte er beschlossen einen Spion, von dem er wusste, dass er den Saitans angehörte, einen Besuch abzustatten. Doch zwei Sachen hatten ihn beruhigt: Tara würde man nicht sofort umbringen, dafür war sie zu wichtig. Außerdem würde das Tribunal sie sofort ihres Postens dekretieren, wenn sie sie dazu brachten sich ihnen an zuschließen. Tara konnte sich wehren. Sie wusste zu kämpfen und konnte mit jeder Waffe umgehen die sie in die Finger bekam. Dafür hatten Ascanius Greywood und der Hexenmeister gesorgt. Aber würde sie entkommen?

Cole hatte in der Zwischenzeit die Tütchen in die Innentasche seines schwarzen Mantels gesteckt und dafür ein Silberquarzmesser aus seiner Hosentasche gezogen. Zielstrebend bog er mehrmals im Stadtlabyrinth links ab, dann ging er wieder kurz gerade aus und dann zweimal rechts.

Dann war er vor einer Pension gestanden. Den Kopf in den Nacken gelegen starrte Cole zum Fenster des Spions hinauf. Der Regen fiel nach wie vor wie gerade Fäden vom Himmel herab. Der Wächter hatte das Silberquarzmesser zwischen seine Zähne geklemmt und war anschließend, trotz des ein oder anderen Abrutschens, die Regenrinne zum dritten Stock hinauf geklettert. Oben angekommen klopfte er gegen die Scheibe und stieg auf das äußere Fensterbrett. Das Silberquarzmesser hatte er wieder in seine rechte Hand genommen und beobachtete, durch das vor Regen stehende Fenster, wie die Silhouette des Spions sich dem Fenster näherte. Was für ein Idiot! hatte sich Cole gedacht. Nichts ahnend hatte der Spion das Fenster geöffnet und war bleich geworden, als dieser den Akasha Wächter erkannte. Er wich einige Schritte zurück. Teuflisch grinsend sprang Cole in das warme, von einer Öllampe erleuchtete Zimmer hinein. Demonstrativ hatte er das Messer nach oben gehalten. In seiner linken hatte er golden die Akasha Chronik aufleuchten lassen. (Rein nur, damit er den Spion ärgern konnte).

>>Hallo Gerell, der Nikolaus ist da!<<

Die Augen des Spions hatten begonnen sich von Grün in Orange zu verfärben.

>>Was willst du von mir?<<, hatte Gerell angsterfüllt gefragt.

>>Informationen, Gerell.<< Cole schritt, während er das sagte auf ihn zu. Ein selbstgefälliges, teuflisches Grinsen hatte Coles Lippen umgeben. >>Und zwar über Taras Entführung!<<

>>Was? Tara wurde entführt? Von Wem?<<

>>Bitte Gerell, mach es nicht kompliziert!<< Cole hatte Gerell am weißen Hemd gepackt und ihn bedrohlich dicht zu sich heran gezogen. >>Ich möchte das Messer nicht unnötig schmutzig machen!<< Cole stieß die Spitze in seine Seite, jedoch so, dass noch kein Blut floss. Er hatte es genossen den Spion so verängstigt zu sehen. Als der Wächter hörte wie Gerell zu flüstern begann, dass er sich die Kehle aufschlitzen sollte, beschleunigte der Akasha Wächter die Zeit, sodass der Spion den Teil verpasste wie ihn Cole mit Wucht gegen die Schreibtischplatte warf, sein Gesicht zur Seite drehte und nach unten drückte. Die Arme von Gerell hatte er auf seinen Rücken gedreht. Die Beine hatte Cole so auseinander gespreizt, dass Gerell schon fast einen Spagat machte. Aber so hatte sich der Spion nicht mehr wehren können.

>>Also Gerell, versuchen wir es noch mal: Was weißt du über Taras Entführung?<<

>>Fahr zur Hölle, Dewain! Wie hast du mich überhaupt gefunden?<<

>>Beantworte meine Frage, dann beantworte ich die deine!<<

>>Du hast den Falschen, Dewain. Das hört sich nach einer von Fabians Aktionen an. Damit habe ich nichts zu tun!<<

>>Du scheinst dennoch mehr zu Wissen, als du mir erzählen möchtest!<< Cole erhöhte den Druck gegen Gerells Kopf, so dass der Wächter kurz davor gewesen war diesen zu brechen. Der Spion hatte vor Schmerz aufgeschrien.

>>Sprich, du verdammter Hurensohn!<<

>>Tara soll nur der Anfang sein!<<, hatte er darauf geplärrt. >>Wenn Admiral Michael Carr sie ausgebildet hat, wird er sie in Hyshyra stationieren lassen. Und damit haben wir gegen euch, den Whitehats und den Zirkeln gewonnen!<<

>>Tara wird sich euch nicht anschließen. Sie wird euch abknallen!<<

Der Spion hatte verächtlich aufgelacht. >>Man hat ihr ein Mittel gespritzt, dass Amnesie auslöst. Sie wird sich an nichts erinnern!<<

Coles Nasenflügel hatten sich aufgebläht. Die Angst ballte sich wieder in ihm auf.

>>Ihr plant einen Angriff!<<

>>Du weißt garnichts, Dewain! Ihr seid erledigt!<<

Cole hatte auf diese Antwort ein Grunzen ausgestoßen, die Arme des Spions losgelassen, um ihm anschließend in den Brustkorb zustechen. Wohl gemerkt nur auf einer Seite, damit er auch einen qualvollen Tod starb. Gerell hatte einen gequälten Schmerzschrei rausgebrüllt. Sein weißes Hemd hatte sich sofort mit Blut getränkt. Sein braunes Haar klebte ihm auf der Stirn. >>Sieh mich nicht so an. Du wärst so oder so gestorben, Gerell!<<, hatte Cole in sein Ohr gezischt. >>Du wärst als Verräter des Reiches getötet worden oder durch einen deiner eigenen Leute, da du gezwitschert hast. So oder so bist du und bleibst du ein Verräter!<< Gerell hatte ein zorniges Grunzen von sich gegeben, als er zu Boden sank und Cole seine Hand aus seinem Gesicht genommen hatte. Der Wächter drehte dem Spion den Rücken zu und war in aller Seelenruhe zum Fenster geschlendert. >>Deine Tarnung war miserabel, Gerell.<< Gerell grunzte nochmals wutentbrannt. Blut war aus seinem Mund heraus gequollen.

>>Mach`s gut du Parasit!<<, sagte Cole nur. Dann war er die Regenrinne wieder hinab geklettert.

Angefressen war er im Platzregen nach Hause geeilt. Der Regen rannte ihm in den Kragen und durchnässte ihn vollständig von außen nach innen. Er hassts es, aber für seine Schwester nahm es stillschweigend und innerlich fluchend in Kauf.

Ganze drei Monate hatten er, Jasper und Gwain Ascanius angefleht die Zeit vorzuspielen, doch dieser lehnte wegen des Butterflyeffektes ab. Wenn er eingegriffen hätte, wäre das Chaos ausgebrochen in den Zeitlinien.