Fürsten-Roman 2655 - Cora von Wendt - E-Book

Fürsten-Roman 2655 E-Book

Cora von Wendt

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Beschreibung

Anastasia Prinzessin von Rabenstein ist zutiefst unglücklich. Gerade hat sie erfahren, dass sich Prinz Erik, ihr Freund aus Kindertagen, den sie schon lange heimlich liebt, mit einer anderen verlobt hat. Die schöne Prinzessin sucht Abstand und flieht kurzerhand zu ihrem guten Freund Francis Milford nach Cornwall. Sie hofft, dass sie in der herrlichen Landschaft auf andere Gedanken kommen kann.
Doch so ruhig, wie erhofft, wird Anastasias Aufenthalt nicht. Francis tritt mit einer ungewöhnlichen Bitte an sie heran: Sie soll für eine gewisse Zeit seine Verlobte spielen, denn seine Tante will ihm den Besitz nur vererben, wenn er endlich heiratet. Anastasia geht auf die Scheinverlobung ein, weil sie dem Freund aus der Patsche helfen will. Doch die Gewissensbisse lassen sich nicht abstellen.
Inzwischen erfährt auch Prinz Erik von Anastasias Verlobung und nimmt dies mit gemischten Gefühlen auf. Wenige Tage später erreichen den Prinzen erneut Nachrichten aus England: Anastasia ist verschwunden ...


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Inhalt

Cover

Verlobung auf Milford Castle

Vorschau

Impressum

Verlobung auf Milford Castle

Warum verschwindet Prinzessin Anastasia wenig später?

Von Cora von Wendt

Anastasia Prinzessin von Rabenstein ist zutiefst unglücklich. Gerade hat sie erfahren, dass sich Prinz Erik, ihr Freund aus Kindertagen, den sie schon lange heimlich liebt, mit einer anderen verlobt hat. Die schöne Prinzessin sucht Abstand und flieht kurzerhand zu ihrem guten Freund Francis Milford nach Cornwall. Sie hofft, dass sie in der herrlichen Landschaft auf andere Gedanken kommen kann.

Doch so ruhig, wie erhofft, wird Anastasias Aufenthalt nicht. Francis tritt mit einer ungewöhnlichen Bitte an sie heran: Sie soll für eine gewisse Zeit seine Verlobte spielen, denn seine Tante will ihm den Besitz nur vererben, wenn er endlich heiratet. Anastasia geht auf die Scheinverlobung ein, weil sie dem Freund aus der Patsche helfen will. Doch die Gewissensbisse lassen sich nicht abstellen.

Inzwischen erfährt auch Prinz Erik von Anastasias Verlobung und nimmt dies mit gemischten Gefühlen auf. Wenige Tage später erreichen den Prinzen erneut Nachrichten aus England: Anastasia ist verschwunden ...

Mit einem Seufzer der Erleichterung betrat Anastasia Prinzessin von Rabenstein das altehrwürdige Schloss ihrer Väter, nachdem sie ihren schnittigen Sportwagen vor dem Portal geparkt hatte.

Über die mit weinrotem Velours ausgelegte breite Freitreppe und durch mehrere Gänge gelangte sie in den Südflügel, wo sie sich eine geräumige Wohnung eingerichtet hatte. Es war ein anstrengender Tag gewesen, an dem ihre Tätigkeit als Innenarchitektin ihr wieder einmal alles abverlangt hatte.

Die hübsche junge Prinzessin mit den langen dunkelbraunen Locken freute sich schon auf eine heiße Dusche und ein leckeres Abendessen im Kreis ihrer Familie, doch vorher wollte sie unbedingt noch ausreiten. So zog sie sich rasch um und trabte wenig später auf dem Rücken ihrer Schimmelstute Starlight über den Schlosshof, ritt durch den herrlichen Park mit den uralten Bäumen, verließ ihn schließlich durch einen Seitenweg und bog in den Wald ein.

Märchenhafte Stille herrschte rings um Anastasia herum. Genießerisch zog sie die reine würzige Waldluft in ihre Lungen, dabei erfüllte ihr Innerstes jedes Mal ein angenehmes Gefühl von Ausgeglichenheit und Frieden, denn es gab kaum etwas Schöneres, als auf dem Rücken ihrer treuen Stute den stressigen Alltag zu vergessen.

Der Nadelwald lichtete sich, saftige Wiesen, auf denen es üppig blühte, wechselten sich ab mit sanften Hügeln und grünen Laubwäldern. Prinzessin Anastasia verharrte einen Augenblick, um das wunderschöne Bild auf sich wirken zu lassen, dann galoppierte sie auf den nächsten Waldrand zu.

An ihrem Lieblingsplatz, im Schatten einer alten Burgruine, machte sie Halt, sprang ab und band ihr Pferd an einem der Bäume fest. Dann ließ sie sich auf einer Steinmauer nieder, um die herrliche Aussicht zu genießen, und ihrer Schimmelstute Starlight zuzusehen, wie sie friedlich graste.

Anastasia war so in den Anblick versunken, dass sie den Reiter nicht bemerkte, der eben seinen Rappen hinter ihr zügelte. Der junge Mann sprang vom Pferd und band es ebenfalls an einem der Bäume fest.

Das weiche Gras hatte das Geräusch seiner Schritte gedämpft, sodass Anastasia erst aufblickte, als Eric Prinz von Hohenfels bereits dicht vor ihr stand. Erschrocken zuckte sie zusammen.

»Eric – ich habe dich gar nicht kommen gehört!«, stammelte Anastasia, während ihr das Blut heiß zum Herzen schoss, weil sie ihn so plötzlich vor sich sah, ihn, an den sie öfter dachte, als gut für sie war.

Prinz Eric lachte, und Anastasia blickte fasziniert in sein gebräuntes Gesicht unter den dunklen Locken.

»Ich hoffe, ich habe dich nicht allzu sehr erschreckt, Anastasia.«

»Ich werde es überleben«, gab Anastasia lakonisch zurück, tapfer ihr wild klopfendes Herz ignorierend.

»Ich freue mich, dass ich dich hier treffe. Ich wollte dich in den nächsten Tagen ohnehin anrufen.« Der Prinz ließ sich neben Anastasia auf der Mauer nieder, und sie zwang sich krampfhaft ruhig zu bleiben.

»Ja? Warum denn, Eric?«, gab die Prinzessin sich betont forsch, während in ihrem Inneren ein Chaos der Gefühle tobte.

Sie war schon lange bis über beide Ohren in den gut aussehenden Prinzen verliebt, doch leider schien er nur die gute Freundin, die er bereits seit Kindertagen kannte, in ihr zu sehen.

Wenn sie nur wüsste, wie sie ihn endlich für sich erobern könnte! Wenigstens war er zurzeit solo, was Anastasia wieder mit neuer Hoffnung erfüllte. In knapp zwei Wochen fand auf Schloss Hohenfels der legendäre Sommerball statt, zu dem Anastasia und ihre Familie natürlich geladen waren. Da würde sie sich besonders schön machen, sodass Eric sie einfach nicht mehr übersehen konnte. Das Kleid, einen türkisfarbenen Traum aus glänzendem Satin mit Perlenstickerei, hatte sie sich schon gekauft, und es stand ihr einfach hervorragend.

»Hättest du am Freitag Zeit, zu uns zur Teestunde nach Hohenfels zu kommen? Ich habe nämlich eine riesengroße Überraschung, und da musst du unbedingt anwesend sein«, durchbrach der Prinz Anastasias Gedanken.

Dass Eric sich so geheimnisvoll gab, erstaunte Anastasia. Hingerissen sah sie sein Lächeln, das so seltsam verheißungsvoll wirkte. Prompt fing ihr dummes Herz wieder unvernünftig zu pochen an. Sollte es am Ende etwas mit ihr zu tun haben? Ach, das wäre natürlich zu schön, um wahr zu sein, seufzte Anastasia innerlich.

»Natürlich, Eric, sehr gerne. Für einen Besuch bei euch nehme ich mir doch immer die Zeit. Ich freue mich schon auf einen netten Plausch mit deinen Eltern.«

»Ja, sie freuen sich auch schon sehr, denn sie haben dich in letzter Zeit bereits vermisst. Ich glaube, eine Absage hätten sie nur schwer gelten lassen, ich natürlich auch«, lachte der Prinz.

Anastasia erhob sich. »Möchtest du mich noch ein Stück begleiten, Eric?«

»Sehr gerne. Mein Brauner hat noch lange nicht genug, nicht wahr, Blizzard?«

Anastasia lachte, als der Hengst laut wieherte, als hätte er jedes Wort seines Herrn verstanden.

Die Gegenwart des heimlich geliebten Mannes genießend, ritt Anastasia neben Prinz Eric dahin, wobei sie sich wünschte, es würde ewig so sein. Leise seufzend musterte die Prinzessin ihren Begleiter von der Seite. Anastasia wusste, wie gut sie aussah. Der elegante Reitdress betonte ihre schlanke Figur, und das Grün harmonierte genau mit der Farbe ihrer ausdrucksvollen Augen und passte perfekt zu ihrem kastanienbraunen langen Haar. Ein dezentes Make-up rundete ihr Outfit ab.

Prinz Eric schien ihr gutes Aussehen jedoch so gut wie nie aufzufallen. Diese Tatsache, die Anastasia sogleich wieder einfiel, dämpfte ihr Hochgefühl rasch und entlockte ihr einen erneuten leisen Seufzer.

Eine Weile führte ihr Weg durch einen hohen Tannenwald, dann erreichten sie eine weitläufige Wiese.

»Los, wer als Erster auf der anderen Seite ist!«, rief Eric Anastasia herausfordernd zu.

Sie gaben ihren Pferden beinahe gleichzeitig die Sporen und galoppierten im nächsten Augenblick über die Wiese, dass der Boden nur so unter ihnen dahinflog. Dass sie wie immer nicht gewann, tat Anastasias Begeisterung keinen Abbruch. Zu viel Spaß machte dieses Wettrennen, das sie seit ihrer Jugendzeit veranstalteten, wenn sie zusammen ausritten.

»Das war knapp! Alle Achtung, Anastasia, du hast dich gesteigert!«

»Irgendwann schaffe ich es, dann gewinne aber ich, das sage ich dir, mein Lieber!«

»Wir werden sehen«, lachte der junge Prinz, und seine hübsche Begleiterin nickte ihm bekräftigend zu.

Prinz Eric begleitete seine Jugendfreundin noch durch den Rabensteiner Forst, bis man die Mauern des Schlosses durch die Bäume schimmern sah, dann verabschiedete er sich von ihr. Tief in Gedanken versunken führte Anastasia ihre Stute in den Stall, wo sie von einem der Stallburschen entgegengenommen wurde.

In ihrer Wohnung angekommen, nahm sie endlich die ersehnte heiße Dusche und zog sich dann für das Abendessen um. Bevor sie nach unten in das Speisezimmer ging, holte sie im Ankleidezimmer noch ihr neues Abendkleid aus dem begehbaren Schrank. Verzückt hielt sie sich den türkisgrünen Traum vor den Körper, während sie sich in Gedanken schon mit Eric auf der Tanzfläche zu zauberhafter Musik im Takt wiegen sah. Wie sehr würde sie es genießen, ihm so nahe zu sein.

Prinzessin Anastasias hübsches Gesicht hatte sich vor Eifer zart gerötet, während sie ganz in ihrer Betrachtung aufging. Sie würde wunderschön aussehen in dem herrlichen Kleid.

»Na, warte, mein Traumprinz, nach dem Ballabend wirst du mir endlich verfallen sein, denn ich werde dich verzaubern, wie noch keine zuvor«, schwor Anastasia sich verträumt lächelnd.

Am Freitag stand Prinzessin Anastasia lange vor ihrem Kleiderschrank, weil sie sich nicht entscheiden konnte, was sie anziehen sollte. Schließlich schlüpfte sie in ein modisches pflaumenblaues Kleid, das ihr sehr gut stand. Ihre langen, schlanken Beine kamen in dem knieumspielenden Rock und den farblich passenden Pumps hübsch zur Geltung.

Dann legte sie ein dezentes Make-up auf und tuschte zum Abschluss sorgfältig ihre dichten Wimpern. Mit dem Ergebnis sehr zufrieden nickte sie ihrem Spiegelbild aufmunternd zu, denn wie immer, wenn sie mit Eric zusammentraf, wollte sie so hübsch wie nur möglich aussehen.

Wenig später fuhr sie mit ihrem Sportwagen vom Schlosshof. Es war nicht weit bis nach Schloss Hohenfels, denn die beiden fürstlichen Familien waren sozusagen Nachbarn. Anders als bei Anastasias Zuhause führte eine gewundene, von dichten Laubbäumen gesäumte Straße hinauf zum Schloss, denn Hohenfels lag malerisch auf einer Anhöhe, was der Prinzessin ausnehmend gut gefiel.

Beschwingt stieg sie die breiten Stufen zum Eingangsportal hinauf. Dort wurde die Prinzessin von Heinrich, dem würdig aussehenden Butler der fürstlichen Familie begrüßt, der sich tief verneigte. Dann trat er zur Seite, um die Prinzessin in die Halle einzulassen, wo sie augenblicklich von der Wärme des flackernden Kaminfeuers eingehüllt wurde.

»Die Herrschaften befinden sich bereits im blauen Salon. Wenn Sie mir bitte folgen möchten«, sagte Heinrich, und geleitete die Besucherin durch die Halle, wo er eine der bogenförmigen Türen öffnete und Anastasia eintreten ließ.

Die Prinzessin war von einer Teestunde im Kreise der Familie ausgegangen, und so war sie sehr überrascht, außer Eric und seinen Eltern eine fremde junge Frau im blauen Salon vorzufinden, die der Prinz ihr schließlich als die neue Managerin ihres Schlosshotels vorstellte. Anastasia hatte schon gewusst, dass die Fürstenfamilie eine neue Managerin beschäftigte, hatte sich die Dame aber älter vorgestellt, keineswegs so jung und dazu auch noch so überaus hübsch.

Nachdem Anastasia Platz genommen hatte, griff Fürstin Adelheid zur Klingel. Kurz darauf erschien ein junges Mädchen im schwarzen Kleid mit adretter weißer Halbschürze.

»Sie können nun den Tee servieren, Linda«, ordnete die Dame des Hauses freundlich an.

Wenig später schob das Mädchen Linda einen kleinen Servierwagen mit kostbarem Porzellangeschirr, Tee und Apfelkuchen in den Salon. Nachdem Linda gegangen war, schenkte Fürstin Adelheid von dem duftenden Tee in die hauchdünnen Tassen.

Während sie von dem vorzüglichen Apfelkuchen aßen und sich zwanglos unterhielten, fragte sich Anastasia, warum diese Vanessa Lange so bekannt mit der fürstlichen Familie zu sein schien.

Nachdem sie ihren Kuchen gegessen hatten, erhob Prinz Eric sich von seinem Platz und klopfte feierlich mit seinem Löffel gegen die Teetasse.

»Meine liebe Anastasia, ich möchte dir nun die Überraschung verraten, die ich mir bis jetzt aufgehoben habe.« Zu Anastasias hellem Erstaunen zog er diese Vanessa vom Stuhl hoch und legte strahlend den Arm um ihre Schultern, was sie mit einem betörenden Lächeln quittierte. »Vanessa und ich haben uns verlobt! Du darfst uns Glück wünschen, Anastasia!«

Prinzessin Anastasia hatte das Gefühl, als träfe sie eine riesige Faust in den Magen, was ihr für einen Moment völlig den Atem nahm. Hätte sie nicht fest auf ihrem Stuhl gesessen, sie wäre wohl gefallen, denn es war einfach entsetzlich, was sie da hören musste, und im ersten Moment gar nicht begreifen konnte.

Sie fühlte einen tiefen Schmerz, und der war so qualvoll, dass ihr ganz übel wurde. Als sie Erics erwartungsvollen Blick auf ihr ruhen sah, wurde ihr bewusst, dass sie sich zusammennehmen musste, um nicht aufzufallen. Ganz die um jeden Preis Contenance wahrende Dame von Welt, zauberte sie ein gezwungenes Lächeln auf ihre Lippen.

»Ich muss schon sagen, Eric, die Überraschung ist dir gelungen. Meine herzlichen Glückwünsche euch beiden.« Mühsam stand Anastasia auf und reichte dem Paar die Hand. »Nun musst du mir deine Braut aber etwas genauer vorstellen.«

Prinz Eric drückte Vanessa leicht an sich und strahlte sie verliebt an, was Anastasia den nächsten schmerzhaften Stich versetzte. Zu oft hatte sie davon geträumt, er möge sie auf diese Art ansehen, doch nun konnte sie alle Hoffnungen begraben.

»Wie du ja bereits weißt, hat Vanessa bei uns die Stelle angetreten, als Herr Huber in Pension ging, sie ist wahnsinnig nett, und – wie du siehst – auch bildhübsch. So habe ich gleich mein Herz an sie verloren. Und weil es ihr ähnlich ging, haben wir uns unsterblich ineinander verliebt«, schloss der junge Prinz schelmisch lächelnd.

Das war aber schnell gegangen, ging es Anastasia bitter durch den Kopf. Was ihr jahrelang nicht gelungen war, hatte diese Person in ein paar Wochen geschafft. Dabei erschien ihr diese Vanessa gar nicht so toll, wie Eric sie eben geschildert hatte. Irgendwie kühl und wenig tiefgründig, auf keinen Fall wie Eric, der so ein warmherziges Wesen hatte, womit er so viel besser zu ihr, Anastasia, gepasst hätte. Wahrscheinlich machte Liebe ja wirklich blind.

»Wir möchten natürlich möglichst bald unsere Wohnung einrichten. Im Südflügel hat sich Vanessa gleich in ein paar entsprechende Räume verliebt, die sich tatsächlich bestens eignen. Es versteht sich natürlich von selbst, dass nur du als Innenarchitektin infrage kommst, Anastasia«, durchdrang Prinz Eric ihre unguten Gedankengänge. »Du nimmst doch an? Ich denke, das bist du unserer alten Freundschaft schon schuldig«, fügte er lächelnd hinzu.

Auch das noch! Anstatt ihren Traummann für sich zu gewinnen, sollte sie nun die Wohnung des verliebten Paares einrichten! Wut und grenzenloser Schmerz durchzogen Anastasias Herz.

Rasch zwang sie ein Lächeln auf ihr Gesicht.

»Aber natürlich, Eric«, sagte sie mühsam zu, um sich keine Blöße zu geben, doch sie wusste nicht, wie sie das schaffen sollte, ohne an ihrer Qual zu zerbrechen.

»Fein«, freute sich der Prinz. »Du musst wissen, Vanessa, Anastasia ist eine der Besten von ihrem Fach. Die Räume werden herrlich werden. Wir müssen uns bald einmal alle zusammensetzen und sämtliche Details besprechen.«

Vanessa nickte kühl. »Ja, Eric, ich habe da auch schon gewisse Vorstellungen.«

Nachdem sie sich noch ein wenig unterhalten hatten, verabschiedete sich Anastasia unter einem Vorwand, da sie endlich fort wollte von diesem Ort ihrer persönlichen Niederlage.

Innerlich völlig aufgewühlt kam Prinzessin Anastasia zu Hause an. In der Schlosshalle traf sie auf ihre Mutter, Fürstin Delia, die gerade frisch geschnittene Blumen in einer der Bodenvasen ordnete.

»Schon zurück, mein Kind?«, wollte Delia wissen, nachdem sie die Tochter herzlich begrüßt hatte. »Was war denn nun die geheimnisvolle große Überraschung auf Schloss Hohenfels?«