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Hier sind sie: die Gedanken im freien Flug. Mobilgeräte können getrost zurückgelassen werden, wir brauchen sie dazu nicht. Es lebe die Gedankenfreiheit, die Freiheit der Fantasie – in Geschichten und Bildern. Hand in Hand wagen sie den Flug gemeinsam. Die Gedanken sind doch frei. Sie sind von ihrem Gedankenmacher entlassen und wissen nicht, wohin. Immerhin müssen sie kaum jemanden fürchten, weil sie durchweg unerkannt bleiben. (Ulli Harth) Die Worte, zum ersten Mal gelesen, sinken ein in die Struktur des Papiers; nach einer Weile tauchen die Figuren der Geschichte daraus auf, geweckt von Feder, Tusche und Farben. (Dietmar Schwenck)
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Seitenzahl: 19
Veröffentlichungsjahr: 2015
„… dass man bestimmte Dinge, die besonders ernst sind, fast nur scherzhaft sagen kann; denn nur so hält man sie aus.“
Odo Marquard
„Er hatte die heitere Wurzel der ernsten Dinge entdeckt und endlich erfahren, dass es wirklich dreibeinige Katzen gibt und vierblättrigen Klee.“
Aquilino Duque
Ulli Harth – Jugendbildnis
(Ölgemälde von D. Schwenck)
Gedankenfreiheit
Herr Kolkrabe
Eine Gedankenfreiheit
Über Techniken des Mundöffnens
Wenig befremdliche Begegnungen
Beiträge gegen die Bevölkerungsexplosion
Eine vorzeitige Auseinandersetzung
Ein Maler
Mehr als bloß Verfolgungswahn
Eine ganz schöne Kette
aus Missverständnissen
Die Lage des Verbrechens
Die Verschleppung der Gesundheit
Wettereinsichten des Ferdinand Frolts
Das Romanvorhaben
Karriere eines Künstlers
Anhang
Ulli Harth
Dietmar Schwenck
Herr Kolkrabe – er hieß wirklich so, obwohl es ihn gar nicht gibt – Herr Kolkrabe also war ein eingefleischter und, man mag es glauben oder nicht, vielgefiederter Schwarzfahrer. Kamen Kontrolleure krächzte er sie an und flog, was recht unwahrscheinlich klingen mag, einfach auf einen anderen Platz und so fort. Sah man Herrn Kolkrabe, meinte man unwillkürlich, es mit einer dunklen, ja finsteren Kreatur zu tun zu haben. In Wirklichkeit war er leichtsinnig bis zur puren Existenzaufhebung, und zwar schon seit der Zeit, als er seinen Traum vom Fliegen wahr machen durfte. Dass er seine Nächte auf Bäumen zubringen soll, hat bisher noch keiner gesehen, zumal Herr Kolkrabe nicht gerade als Klettermaxe bekannt ist. Doch seine Leidenschaft war nun einmal das Schwarzfahren, worin er es zu einer Meisterschaft gebracht hatte, die alle anderen bei weitem zu überflügeln verstand, ja er konnte völlig unerkannt schwarzfahren, sich einen feuchten Kehricht darum kümmern, dass anonymes Schwarzfahren strafverschärfend wirken kann. Wir, bis auf unsere Knochen Kreuzehrlichen, würden Herrn Kolkrabe gerne aufliegen lassen, doch siehe da, das tut er, samt seiner dunklen Vergangenheit, selbst. Es soll allerdings Personen geben, die, wenn sie ihm was-auch-immer nachsehen, dabei sogar zu ihm aufschauen. Ich gehöre ebenfalls dazu, bin aber, weiß der Geier weshalb, eine Schwanzmeise.
