Gedankenwert - Patricia Kurkowski - E-Book

Gedankenwert E-Book

Patricia Kurkowski

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Beschreibung

Wenn wir aus dem Gedankenkarussell aussteigen, dann fühlen wir uns manchmal etwas erschöpft oder auch erleichtert. Die Spannung fällt ab, der Schwindel lässt uns taumeln: Wir blicken nach oben, das Karussell dreht sich zwar weiter, aber wir haben eine andere Perspektive eingenommen. Die beobachtende Haltung lässt uns erkennen, dass wir es sind, die den Gedanken und Gefühlen Wert zuschreiben. Starre Glaubenssätze gehören zu unserem konditionierten Denken. Dass uns dieses womöglich auch belastet, spüren wir erst, wenn uns etwas unerträglich erscheint. Wenn wir nicht beobachten, bleiben wir gefangen im eigenen Gedankenkarussell bis uns so schwindelig wird, dass wir nach dem Ausstieg suchen, um vielleicht den Sprung zu wagen, der den Kreis durchbricht. Warum? Weil unsere Gedanken und Gefühle unsere Gesundheit beeinflussen und deshalb eine Beobachtung wert sind.

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Seitenzahl: 152

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Gedankenwert

ImpressumVorwort Kontemplation – und der Weg dahinExpress Yourself!Feel It!Higher than the MoonDie Change-Prozesse im LebenBewusste Monotonie im AlltagKurzgeschichten oder doch lieber Romane?Angst lähmt, Liebe bewegtEin kathartischer Winter – Clean UpRealität vs. WahrnehmungDurch Mehrwert mehr wert?Connect ItAus digital mach analogKlartextFederleicht Der einsame WolfDas feurige EinhornDie Leiden eines jungen IntellektsBeziehungskoordinatenDie Ego-ListDein Ast im StammbaumWeniger ist MeerSchenk dir selbst Vertrauen Atem – los!Spieglein, Spieglein …Carpe cerebrumRette dich selbst!Heitere GelassenheitTanz auf Distanz? Ich heb ab –Erst finden statt bindenThat‘s Amore?Freundschaft – Freut euch und schafftBewusstsein – was unser Sein schon immer wussteWe No Speak Valentino?Hingabe – die Gabe, sich hinzugebenRollenspiel oder Real Life?Was siehst du? – All Eyes on You!Veränderung – The Pain Is RealIch&Wer – Love Is In the AirLuftkuss – für das Selbst ein Muss?Es war einmal ein Traum – der bot RaumWeiße Nächte in Moskau und DubaiThis Is a Man‘s Word – und die Welt einer FrauVon Spiegeln, Haut und der MitteDrum prüfe, wer sich ewig windetStand by Me – LiebesmutNaked Loneliness – Rein ins AlleinseinWork Hard, Play SmartDer Sprung ins ChaosDream It – geh heimUrteile nicht – Born This WayMindfuck – Deine Zellen hören DichIch kam, sah und schniefteEin Samen der Einsamkeit – Only the LonelyDunkle Gassen der AngstCorona – und das krönende GezwitscherMasken en masse – Die Alltags-MaskeradeTraurigkeit – Der Raum im TraumNestchen – Wo ist der Haken?Durch den Schmerz – vorwärts Die Schule der Schuld und BeziehungenNachwort

Impressum

Text: © Copyright by Patricia Kurkowski

Umschlaggestaltung: © Patricia Kurkowski & canva

Foto: © Patricia Kurkowski

Verlag:

Patricia Kurkowski

[email protected]

Druck: epubli – ein Service der neopubli GmbH, Berlin

Vorwort

Es begann vor zirka zwei Jahren als Blog. Meine Gedanken drehten sich wieder einmal im Kreis und ich fragte mich, warum ich nicht endlich anfing zu schreiben. Dann ging es plötzlich los. Wer sich zu viele Gedanken macht, fängt nie an, aber wenn die Unzufriedenheit zu sehr schmerzt und wir merken, dass gewisse Gedanken auch die Macht haben, uns zu belasten, denken wir um. Das Umdenken setzte bei mir Schmerz voraus und so kam ich nicht umhin, mich zu fragen: Können wir den Wert unserer Gedanken und Gefühle erkennen und was bedeutet das für unser Tun?

Ich entdeckte etwas Faszinierendes, was der rastlose Denker in mir noch nicht „kannte“: Sobald ich vor dem Laptop saß und auf eine leere Seite blickte, begannen meine Finger wie von selbst auf den Tasten zu tanzen. Es gab einfach viel, was geschrieben werden musste, teilen und schreiben lassen. Klingt passiv, war es aber ganz und gar nicht. Es liegt etwas in uns, das wir mit der Welt teilen möchten, und in welcher Form dies seinen Ausdruck findet, ist wohl individuell. Andere kreieren kleine Welten, indem sie backen und wieder andere, indem sie fotografieren oder Papiere sortieren.

Sprache(n) begleiten mich, seit ich denken und fühlen kann, und Kommunikation ist das, was mich tagtäglich beschäftigt. Dank des Schreibens lernte ich Bewusstheit kennen und dass alles mit allem verknüpft ist. Das Studium von Fremdsprachen, Literatur und Sprache waren wohl eine ganz natürliche Folge meiner Affinität. Aber erst Wachsamkeit und Beobachtung im Alltag leiteten die Reflexion ein. Das Handeln und Loslegen setzten Gefühle voraus, die überhandnahmen und mich so lehrten, dass wir es sind, die den Wert unserer Gedanken und Gefühle mitbestimmen. Im hingebungsvollen Tun sind wir im Moment. Wenn wir bloß im Denken verharren, schränkt das den Raum unserer Wahrnehmung ein. Das Innen färbt unser Außen entscheidend mit, also warum nicht einfach die Farbtuben selbst in die Hand nehmen und gestalten?

Viel Freude beim Lesen und ich wünsche euch allen, dass ihr aus einer intrinsischen Motivation heraus loslegt, mit dem, was euch am Herzen liegt, und dass das, was ihr gerade tut, eure volle Aufmerksamkeit hat.

Kontemplation – und der Weg dahin

   Wenn dir deine Gedanken den Schlaf rauben …

… dann stimmt etwas nicht!

Wer kennt das nicht? Du legst dich erschöpft ins Bett, sinkst in die Federn und schläfst einfach nicht ein! Plötzlich fallen dir zig Dinge ein, dann schaust du auch noch zur Ablenkung auf das blinkende Smartphone und hoffst, dass das automatisierte Runterscrollen beruhigend wirkt und dir beim Einschlafen, wohl eher beim Einschläfern deines Gehirns hilft. Natürlich hilft das nicht, sondern verschlimmert die „Schlafstörung“, weil du dich ja selbst störst. Die Gedanken möchtest du ja nur verdrängen, aber dann tauchen wieder neue auf.

Was tun?

Die Gedanken überprüfen. Oft handelt es sich um Gedanken wie „Heute habe ich xy nicht geschafft“. Hier wirst du gedanklich sicherlich etwas hinzufügen können. Und schon rücken deine Gedanken deinen Schlaf noch weiter von sich weg. Jetzt wirkt sich das Ganze also auch noch auf den Körper aus: Du empfindest Unruhe und fängst an, dich im Bett hin- und her zu wälzen. Aber Halt, Stopp! Da haben wir zweimal das interessante Possessivpronomen „deine“. Ja, es ist dein Schlaf und es sind deine Gedanken. Gib die Macht bloß nicht an solche Glaubenssätze ab wie: „Heute hätte ich xy schaffen müssen“. Hätte, hätte, Fahrradkette … Es bringt nichts, es raubt dir nur deinen Schlaf und die Chance auf eine andere Perspektive. Lass doch die Negation weg, mach aus „xy nicht geschafft“ „geschafft“. So einfach. Wandel es, sei dankbar für das, was du am heutigen Tag erlebt hast, er wird sich in dieser Form nie mehr wiederholen. Bewusstsein.

Und ja, wie viel besser, schöner und natürlicher ist es doch für uns, einfach zu akzeptieren, dass der Tag so war, wie er war, und wir am nächsten Morgen einen neuen Tag haben, an dem wir Dinge und Situationen neu erleben können. Alles eine Frage der Perspektive. Ich weiß, es ist oft leichter gesagt oder geschrieben als getan. Nutz deine Macht und sperr die Räuber weg. Einen Versuch ist es wert, denn diese neuen Gedanken bist du dir doch wert.

Gute Nacht den alten Gedanken!

Express Yourself!

Warum beschäftige ich mich mit Persönlichkeitsentwicklung? Weil sie ein Urthema in mir wachruft und ich bin überzeugt, dass jeder von uns so ein Urthema hat. Etwas, das man gerne machen würde, aber nicht tut oder wie man gerne wäre, aber nicht ist. Was hält uns denn davon ab?

Wir erinnern uns, es sind die starren Gedanken, die wir täglich ungefiltert denken: „Ich kann das doch nicht“ oder „Nein, das bin ich nicht“. Bullshit, alles Steine, die wir uns gerne selbst vor die Füße knallen und die uns aufhalten. Andere sind nicht daran „Schuld“, wenn es bei dir nicht läuft. Ich mag das Wort „Schuld“ ohnehin nicht, weil man damit seine Verantwortung an andere abgibt und ohnmächtig bleibt.

Ein bisschen Introspektion hülfe. Was machst du gerne im Leben? Und wenn du dir die Frage beantwortest hast, fang an, es zu tun. Hör auf deine innere Stimme.

Ja ich gebe zu, dass dieser Satz fast schon eine leere Satzhülse geworden ist. Kannst du auf deine innere Stimme hören, wenn du die Stimmen, Meinungen, Ratschläge anderer im Kopf hast? Gegen Hilfe und Worte deiner Freunde oder deiner Familie ist nichts einzuwenden. Vorausgesetzt, du bist gefestigt und weißt genau, was du möchtest. Dann kannst du es dir anhören, machst aber das, was dein Herz dir sagt. Wenn du aber nun zu den Menschen gehörst, die weniger sicher sind und die Stimme des Herzens durch das Stimmenwirrwarr von außen nicht mehr wahrnehmen, arbeitest du gegen dich selbst. Du verrätst dein Herz. 

Also nimm dir Zeit für dich, geh an einen Ort, an dem du gerne bist, geh in dich und lausche der Stille. Irgendwann hörst du sie dann, deine Stimme.

Feel It!

Gefühle gehören zum Leben wie die Luft zum Atmen. Doch wir nehmen sie oftmals ebenso wenig wahr wie das Atmen, das lebensnotwendig ist. Im Alltag vergessen wir, achtsam zu sein, und so kommt es vor, dass wir Gefühle wie Wut, Traurigkeit oder Ohnmacht verdrängen. Wir denken beispielsweise in einer stressigen Situation bei der Arbeit nicht weiter über ein Gefühl nach, weil wir funktionieren „müssen“, die Arbeitsprozesse müssen glatt laufen.

Was passiert?

Solche aufkommenden Gefühle verstauen wir in eine Kiste, die dann in einer Ecke verstaubt. Dabei handelt es sich hier um eine wertvolle Schatulle! Lass uns doch mal bewusst Luft holen und in uns hineinhorchen. Wenn dies während der Arbeit nicht kurz möglich ist, können wir das nachholen. Nur wenige Minuten am Tag reichen schon aus, um quasi ein kurzes Meeting mit sich selbst abzuhalten. Why not?

Wir müssen unentwegt mit anderen kommunizieren, damit Dinge laufen. Aber mit uns selbst gehen wir nachlässig um. Da will ein Gefühl gefühlt werden und ruft dir zu und was machst du? Überhören oder „wegschieben“. Ja, jetzt redest du dir ein, dass es negative Gefühle gibt, die man einfach nicht fühlen sollte. Hallo Glaubenssätze, ihr seid es wieder!

Oft Überbleibsel aus der Kindheit: „Männer weinen nicht!“. Das denkst du und erlaubst dir solche Gefühle nicht … Vorausgesetzt, du bist ein Mann. Für Frauen gelten ähnliche Glaubenssätze wie: „Laut zu reden, gehört sich nicht“. Das sind nur Beispielsätze. Welche hast du in der Kindheit häufig gehört?

Aber jeder durchlebt doch all diese Gefühle, die es gibt. Schuldgefühle, Trauer, Freude, Wut, Angst. Kennst du eines eher wenig oder gar nicht? Dann wird es dir wohl irgendwann „Hallo“ sagen. Auf welche Weise? Das kann ich dir nicht sagen, weil ich keine Hellseherin bin.

Jeder hat seine eigene Geschichte, seinen eigenen Weg, den es zu beleuchten gilt, sollten Dissonanzen bestehen. Im Klartext: Es gibt keine Balance und deshalb wendet man sich eben den Gefühlen zu, die man gut kennt. Herrscht Balance in dir, das heißt bist du in deiner Mitte, wird in dir kein Gefühl in die  Extreme ausarten. Du nimmst jedes wahr, akzeptierst es, weil es da ist und damit eine Daseinsberechtigung hat. Es will eben gefühlt werden.

Das Wort Emotion hat seinen Ursprung im lateinischen Wort für Bewegung. Und was sagt uns das? Die Emotion bewegt sich; bliebe sie starr, wäre das widernatürlich. Fühle die Emotion, das Gefühl bewusst. Denn nur dank Bewegung kommen wir voran. Am Vorangehen wachsen wir. Just feel it!

Higher than the Moon

Wenn du mal wieder eine schlaflose Nacht hast und dann zum Mond emporschaust, hast du das Gefühl, du wärst ganz klein und unbedeutend. Unser Alltag ist meist unser Mikrokosmos, den wir uns selbst geschaffen haben. Der Mond erinnert uns daran, dass wir auch die Macht haben, aus diesem Mikrokosmos rauszukommen, um 

eine Delle ins Universum zu schlagen.

Dies ist ein Zitat beziehungsweise das Motto von GEDANKENtanken, einer tollen Community, die sich der Persönlichkeitsentwicklung verschrieben hat. Das unterschreibe ich doch glatt so. Nur spürst du sicher, so wie ich, dass es nicht immer ganz einfach ist, aus dem Quark zu kommen. Doch gerade in so einer stillen Nacht, in der man dann mal wirklich mit sich, seinen Gedanken und Gefühlen alleine ist, spürt man, dass das Leben etwas Großes und Unfassbares für einen bereit hält; du müsstest das „un“ streichen, um etwas Fassbares zu kreieren.

Es ist möglich. Was ist das Wichtigste hierfür? Dein Wille, den Mikrokosmos zu sprengen, Menschen, die dich runterziehen und deine Energie fressen, von dir fernzuhalten. Schaffe ein Umfeld, in dem dein Traum im wahrsten Sinne des Wortes Raum hat, aber pass auf, denn vielleicht sprengt dein Traum ja den Raum und erreicht tatsächlich das Universum.

Kennst du Menschen, deren Augen lichterloh brennen für das, was sie tun? Die augenscheinlich nie müde sind und sich über nichts beschweren? Die haben es wohl „geschafft“, ihren Traum zu leben. Ich schreibe dies in Anführungszeichen, weil ich denke, dass es ein never ending Prozess ist. Und hier der Satz, den du hundert pro auch schon oft gehört hast: Der Weg ist das Ziel. Horror Vacui. Das Vakuum macht Angst, denn was passiert nach dem Erreichen eines Ziels? Leere. Ein nächstes Ziel muss her.

Verleih deinem Weg Sinn und beantworte dir, wofür du Dinge tust. Hier fällt mir der Speaker Dieter Lange ein, der Dinge rhetorisch on point bringt. Dafür schätze ich seine Vorträge, weil er die Worte beleuchtet und ich das auch gerne tue. Wenn du Sinn erkennst, einen Mehrwert für andere schaffst, dann machst du das Unfassbare wahr. Lass dich von deinem Gefühl tragen, deinen Traum zu leben und sag deinem Herzen, ganz Frank-Sinatra-like: Fly me to the moon! 

Die Change-Prozesse im Leben

Letztens bezeichnete sich eine Freundin von mir als einzige Konstante meines Lebens. Das war irgendwie süß, brachte mich aber zum Nachdenken. Alles ändert sich so schnell im Außen, die Technologien und digitalen Möglichkeiten nehmen zu, du hältst kaum Schritt, läufst aber doch mit, damit du up to date bist. Und ja, ich fragte mich dann: Was ist denn eigentlich konstant?

Du denkst jetzt vielleicht an deinen Job, deine Freunde und deine Familie. Wäre doch schön, wenn diese Dinge zur Konstante gehörten. Tun sie meist nicht. Du änderst dich, deine Freunde ändern sich, dein Wohnort ändert sich. Wie oft habe ich selbst erlebt, dass sich Dinge ändern. Wir halten uns an den Konstanten fest und wähnen uns in Sicherheit. Meine Erfahrung sagt, dass es diese Sicherheit nicht gibt.

Das einzig Sichere ist, dass du jeden Abend mit dir selbst ins Bett gehst und dann ein Zwiegespräch (Gedanken und Gefühle) mit dir führst. Die Introspektion hilft dir dabei, die ständigen Veränderungen besser zu verdauen. Was bringt es, über Verluste zu klagen? Wir verlieren ohnehin nur Dinge, an denen wir zwanghaft festhalten. Widerstand regt sich, wenn wir Kraft aufwenden müssen.

Deine Heimat liegt in dir selbst, sei dir selbst ein Zufluchtsort. Wir sprechen von sicheren Jobs und ewiger Freundschaft und wundern uns dann, wenn wir enttäuscht werden. All diese Veränderungen sagen etwas über dich selbst aus, wir lernen daraus und hören nie, aber auch wirklich nie auf zu lernen. Wenn du glaubst, dass du schon alles weißt, stagnierst du und wirst deines Lebens nicht froh. Veränderungen gehören dazu, machen dir natürlich Angst.

Hab Vertrauen in die Dinge, die passieren, verleihe ihnen Sinn und du wirst merken, dass es die Veränderungen sind, die dich reifen lassen. Was steht denn nun fest in deinem Leben? Was ist deine Konstante?

Es gibt sie wohl nicht. Oder etwa doch? Paradoxerweise ist die Veränderung die Konstante in unserem Leben. Die äußeren Change-Prozesse wirken sich auf unser Inneres aus. Und entweder haben wir Angst vor ihnen oder wir lernen sie zu lieben.

Bewusste Monotonie im Alltag

Wenn du „Monotonie“ liest oder hörst, denkst du ganz schnell an etwas Ödes und Langweiliges. Das Wort kommt aus dem Griechischen und steht für Eintönigkeit. In der Phonetik, einem sprachwissenschaftlichen Teilgebiet, steht es für die Gleichförmigkeit der Intonation. Wie du es auch drehst und wendest: Es klingt schon beim Lesen langweilig und trocken.

Was also soll dir dieser Titel sagen?

Dass man Monotonie auch bewusst einsetzen kann: Es spielt nur ein einziger Ton. Fokussier dich auf eine Sache und pfeif weitestgehend auf Multitasking. Oh, wie schön das doch ist! Widme dich mit voller Konzentration einer Sache, einer Aktivität oder einem Zustand. Ja, das ist schwer … Denn dafür müsstest du das Handy beiseitelegen oder den Fernseher im Hintergrund ausmachen.

Am besten funktioniert es, wenn du an der frischen Luft bist und zum Beispiel in die Wolken schaust. So ist das Beobachten der Wolken eine monotone Wahrnehmung. Du entspannst und bist völlig im Jetzt, gerade weil es sich um eine reizarme „Handlung“ handelt. Du weißt selbst, wie das ist, der Alltag ist eher polyton, überflutet uns mit Reizen; gerade wenn du auf Instagram & Co unterwegs bist, nebenbei noch mit deiner Freundin telefonierst und vielleicht sogar noch eine Einkaufsliste schreibst! Dann fühlst du dich gehetzt und unruhig. So eine bewusste Monotonie im Alltag könnte dir also im Grunde nicht schaden. Sie bringt dich runter, du bist achtsam, wodurch du wieder ganz in deine Mitte kommst. Wenn du aufgrund der zig gleichzeitig ausgeübten Tätigkeiten aus deiner Mitte fällst, ist das, als würdest du in tausend erschöpfte Partikel zerfallen. Du bist zwar überall ein bisschen, aber nirgendwo so ganz.

Spiel doch ab und zu mal den Mono-Ton in deinem Leben.

Kurzgeschichten oder doch lieber Romane?

Nun übertragen wir literarische Begriffe auf das Leben. Dies tun Literaturwissenschaftler ungern, es gilt als naiv und unwissenschaftlich; insbesondere wenn man einen Professor hatte, der zu predigen pflegte, dass man die Wirklichkeit nicht abzubilden brauche, denn sie existiere ja schon. Es geht um den Sinn, den wir im Leben suchen.

Warum noch darüber lesen?

Um der Ästhetik willen. Du suchst wohl, wie ich, fortwährend nach Sinn im Leben. Das wäre dir zu wünschen, weil ohne Sinn eben alles sinnlos ist. Und wenn etwas sinnlos ist, verharren wir und entwickeln uns nicht weiter.

Nun zurück zum Titel. Vielleicht gehörst du auch zu den Menschen, die mit gewissen Glaubenssätzen aufgewachsen sind: Wenn ich groß bin, gehe ich arbeiten, heirate und baue mir ein Haus.

Ja, und das war es dann oder wie? Es könnte sich hierbei um einen Generationsroman handeln, in dem es darum geht, den Vorfahren nachzueifern. Du machst es so, wie es dir auf den Weg gegeben worden ist. Solange es deinem eigenen Wunsch entspricht, ist das auch sicher richtig. Es soll dein Weg sein.

Es kann aber auch sein, dass dich Romane langweilen und du lieber Kurzgeschichten liest. Oder es ist so, dass du davon träumst, einen Roman zu schreiben, doch nur Kurzgeschichten zu Papier bringst/auf dem Laptop abtippst. Die Fragen an dich lauten: Bist du der Leser oder der Autor deines Lebens? Lebst du deinen eigenen Roman oder deine eigenen Kurzgeschichten? Bist du der Protagonist in den Geschichten oder bist du eine Randfigur, die nicht in jedem Kapitel vorkommt?

Stell dir das bloß vor! Ein Kapitel ohne dich … Wer hat dieses Kapitel für dich ausgefüllt und warum? Wo warst du?

Als Literaturwissenschaftlerin sage ich, dass jedes Kapitel eines Buches von Bedeutung ist und zur Gesamtanalyse beiträgt. Das heißt, wenn du in einem Kapitel eher marginal vorkommst, frag dich, warum und was das über dich aussagt. Und egal, ob Roman oder Kurzgeschichte, jedes Leben ist lebenswert und lehrreich. Wichtig ist, dass du als Autor versuchst, einen Titel zu finden. Dieter Lange, der Coach für Führungskräfte, fragt in seinen Vorträgen nach dem Titel deines Buches. Wer kennt schon den Titel für sein bisheriges Leben? Wichtig ist, dass du diesen Titel bestimmst, indem du vorab reflektierst, was stets Teil deines Plots ist.

Lass nicht zu, dass jemand in deinem Roman oder deiner Kurzgeschichte herumkritzelt. Ein Werk. Ein Autor.

Angst lähmt, Liebe bewegt

Der Dritte Advent steht vor der Tür und zum besinnlichen Weihnachtsfest bleibt nicht mehr viel Zeit.

Ruhst du schon oder rast du noch durch die Geschäfte?

Wir suchen etwas gaaanz besonders Hübsches aus, um unser Gewissen zu beruhigen und die verlorene Zeit zu materialisieren. Die hätten wir mit unseren Liebsten verbringen können. Aber wie so oft durchkreuzen starre Glaubenssätze unsere Herzenslust. Denn was gibt es Schöneres, als deine Zeit mit deinen Lieblingsmenschen zu teilen? Tja, bist du auch kein Meister darin, das Schöne zu sehen oder gar genießen zu können?