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Auch Gedichte haben Charakter - sie durchleben die Höhen und Tiefen des Daseins wie wir Menschen. Ihre Themen sind so vielfältig wie das Leben selbst: Liebe und Verlust, Sehnsucht und Hoffnung, Natur und Geist. Jedes Gedicht lädt Sie ein, innezuhalten, es kennenzulernen und die Magie der Worte auf sich wirken zu lassen. Erleben Sie, wie Poesie mutig und zart zugleich den Begegnungen mit Leben und Tod, Liebe und Enttäuschung begegnet - mal voller Zuversicht, mal von leiser Angst getragen. Tauchen Sie ein in diese Welt aus Gefühlen, Bildern und Gedanken, und lassen Sie sich von der Kraft der Poesie verzaubern.
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Veröffentlichungsjahr: 2025
Manchmal tiefsinnig,
manchmal albern
und heiter.
Auf jeden Fall
wird man
ein bisschen
gescheiter.
Wer dieses
hier liest,
bleibt nicht länger
verdrießlich.
Darum ging es ja
schließlich.
Angeklopft
Beröckelt
Ausgekocht
Geschmiedet
Gehäkelt
Genäht
Ladenhüter
Angeklickt
Beifall
Eigensinnig
Geritten
Stubenrein
Konfus
Abenteuer
Angedackelt
Hände ringend
Angereimt
Eingefangen
Gescherzt
Angekrochen
Abgelaufen
Treulos
Aufgerüstet
Bombig
Zähnefletschend
Donnernd
Genörgelt
Gequengelt
Gepöbelt
Renitent
Zornig
Nochmal Nein
Perfekt
Unverdrossen
Getanzt
Getäuscht
Besiegt
Verliebt
Desdemona
Untermieter
Winzig
Verabredet
Realistisch
Empathisch
Keinesfalls
Bedenken
Versagt
Verspätet
Auferstanden
Armer Poet
Nutzlos
Ich schreibe
Worüber
Wann und Wo
Ich schreibe auf
Ausgelassen
Füller
Ritter
Gatte
Schürze
Liebe
Glück
Besessen
Schaflos schlafen
Frisörbesuch
Schattenlicht
Frühjahrsputz
Prösterchen
Behütet
Eingekleidet
Abendroutine
Buchkritik
Detektivarbeit
Reiselust
Sauerkraut
Geklaute Poesie
Kollaborabora
Kurschatten
This poem is not my idea
This poem is an ugly car
This poem is a poetaster
This poem is a cruel Queen
A Poem, knocking at the Door
A shabby dog
This poem is a lonesome rider
Moni Meloni has wonderful pens
Moni Meloni writes on a white table
Which teacher taught this living thing
The angry poet
Why poems walk
Fallen Poem’s Dirty Claw
A poem driven by its pride
Ein Gedicht klopft an die Tür.
Ich rufe laut: "Was willst du hier?"
"Ich suche meinen Meister!"
"Ach so, na gut, wie heißt er?"
"Das weiß ich eben leider nicht,
denn ich bin bloß ein Leichtgewicht,
bin ohne Ziel und Richtung
und wäre gerne Dichtung!"
"Na gut, dann dichte ich dich jetzt.
Doch wehe, wenn du mich verpetzt!
Wenn jemand weiß, dass ich dich schreibe,
rücken die Leute mir zu Leibe
und wollen, dass ich täglich dichte
für die geheimen Reimesüchte!"
"Ich schwöre, dass ich glaubhaft schweige
und mich dankbar vor dir verneige
für die erbrachte Dichterpflicht!"
"So sei es denn, sei ein Gedicht!"
Ein Gedicht, sehr kurz beröckelt,
kommt auf High Heels angestöckelt,
fragt den Dichter: "Was geht ab?"
Läuft bei dir?"
"Hau du bloß ab!"
schimpft der blasse Dichtervater.
"Dich erschuf ich in dem Kater,
mit dem ich heut' früh erwachte,
weil ich eine Sauftour machte!
Du bist peinlich ohne Maßen,
alle hör'n dich auf den Straßen!
Spottend zeigt man jetzt auf mich!
Aus dem Weg! Entferne dich!"
"Was? Ich denke nicht daran!",
zürnt beleidigt das Gedicht.
"Steh' zu mir und sei ein Mann
oder - sei es lieber nicht!
Ich muss mich nur deshalb schämen,
dich als Vater zu erwähnen,
weil du mir die Schmach bereitest
und die Vaterschaft bestreitest!
Schäme dich, liebloser Dichter,
du bist ein Gedichtvernichter!"
Dass Ferdinand Pfeffer
Gedichte kochte,
war mutig,
weil keiner
sie wirklich mochte.
Auch Verse,
die er in
der Pfanne gebraten,
waren nicht gerade
schmackhaft geraten.
Durch diese
Widerborstigkeit
wurden die Verse
weit und breit
in Stadt und Land
weltweit bekannt.
Die Leser
kamen angerannt,
um die bittere Kost
zu probieren
und das Herbe darin
zu studieren.
So kam es,
dass schließlich
sogar die Gelehrten
sich um die Gedichte
von Ferdinand scherten.
Man schrieb dicke Bücher:
"Geschmacklos!" und "Kunst!"
So wurde die Dichtung
gelobt und verhunzt.
Doch Ferdinand blieb
von dem Streit unberührt
und hat weiterhin
Verse gekocht
und gerührt.
Fabronius schmiedet
Gedichte aus Eisen,
die uns auf die Härte
des Lebens hinweisen.
Die mutigen Leser,
die seine Kunst kosten,
erkennen mit Schaudern:
auch sie werden rosten,
denn nichts hat Bestand
in der flüchtigen Welt.
Für diese Belehrung
bekommt er kein Geld.
Er schenkt seine Werke
den Menschen im Land
und macht sie dadurch
mit dem Wissen bekannt:
dass nur,
wer sein Leben
mit Hingabe lebt,
sich später gelassen
zum Himmel erhebt,
um in dessen Weite
nach Hause zu kommen.
Dies gilt für uns alle,
denn nicht nur
die Frommen
müssen durch Krisen
ihr Wesen entfalten,
um dadurch den weiteren Weg
zu gestalten,
damit sie am Ende
die helfenden Hände
der Engel ergreifen.
In jeglichem Falle
heißt Leben: zu reifen.
Fabronius' Kunst
sei deshalb
hier gepriesen,
denn er hat uns sanft
auf den Tod hingewiesen
und auf die dann
folgende
Endlosigkeit,
die uns aus der Enge
des Daseins
befreit.
Ein Gedicht,
von Heinz gehäkelt,
das sich nackt
im Stadtpark räkelt,
möchte, dass
es alle seh'n
und muss darum
wieder geh'n.
Es ist
Exhibitionist,
was hier nicht
geduldet ist.
Erst wird seine
Naht zerschnibbelt,
danach wird es
aufgeribbelt.
Heinz häkelt
beim nächsten Mal
lieber einen
warmen Schal.
