Gedichte sind Persönlichkeiten - Jürgen Ambros - E-Book

Gedichte sind Persönlichkeiten E-Book

Jürgen Ambros

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Beschreibung

Auch Gedichte haben Charakter - sie durchleben die Höhen und Tiefen des Daseins wie wir Menschen. Ihre Themen sind so vielfältig wie das Leben selbst: Liebe und Verlust, Sehnsucht und Hoffnung, Natur und Geist. Jedes Gedicht lädt Sie ein, innezuhalten, es kennenzulernen und die Magie der Worte auf sich wirken zu lassen. Erleben Sie, wie Poesie mutig und zart zugleich den Begegnungen mit Leben und Tod, Liebe und Enttäuschung begegnet - mal voller Zuversicht, mal von leiser Angst getragen. Tauchen Sie ein in diese Welt aus Gefühlen, Bildern und Gedanken, und lassen Sie sich von der Kraft der Poesie verzaubern.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Veröffentlichungsjahr: 2025

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Manchmal tiefsinnig,

manchmal albern

und heiter.

Auf jeden Fall

wird man

ein bisschen

gescheiter.

Wer dieses

hier liest,

bleibt nicht länger

verdrießlich.

Darum ging es ja

schließlich.

Inhaltsverzeichnis

Angeklopft

Beröckelt

Ausgekocht

Geschmiedet

Gehäkelt

Genäht

Ladenhüter

Angeklickt

Beifall

Eigensinnig

Geritten

Stubenrein

Konfus

Abenteuer

Angedackelt

Hände ringend

Angereimt

Eingefangen

Gescherzt

Angekrochen

Abgelaufen

Treulos

Aufgerüstet

Bombig

Zähnefletschend

Donnernd

Genörgelt

Gequengelt

Gepöbelt

Renitent

Zornig

Nochmal Nein

Perfekt

Unverdrossen

Getanzt

Getäuscht

Besiegt

Verliebt

Desdemona

Untermieter

Winzig

Verabredet

Realistisch

Empathisch

Keinesfalls

Bedenken

Versagt

Verspätet

Auferstanden

Armer Poet

Nutzlos

Ich schreibe

Worüber

Wann und Wo

Ich schreibe auf

Ausgelassen

Füller

Ritter

Gatte

Schürze

Liebe

Glück

Besessen

Schaflos schlafen

Frisörbesuch

Schattenlicht

Frühjahrsputz

Prösterchen

Behütet

Eingekleidet

Abendroutine

Buchkritik

Detektivarbeit

Reiselust

Sauerkraut

Geklaute Poesie

Kollaborabora

Kurschatten

This poem is not my idea

This poem is an ugly car

This poem is a poetaster

This poem is a cruel Queen

A Poem, knocking at the Door

A shabby dog

This poem is a lonesome rider

Moni Meloni has wonderful pens

Moni Meloni writes on a white table

Which teacher taught this living thing

The angry poet

Why poems walk

Fallen Poem’s Dirty Claw

A poem driven by its pride

Angeklopft

Ein Gedicht klopft an die Tür.

Ich rufe laut: "Was willst du hier?"

"Ich suche meinen Meister!"

"Ach so, na gut, wie heißt er?"

"Das weiß ich eben leider nicht,

denn ich bin bloß ein Leichtgewicht,

bin ohne Ziel und Richtung

und wäre gerne Dichtung!"

"Na gut, dann dichte ich dich jetzt.

Doch wehe, wenn du mich verpetzt!

Wenn jemand weiß, dass ich dich schreibe,

rücken die Leute mir zu Leibe

und wollen, dass ich täglich dichte

für die geheimen Reimesüchte!"

"Ich schwöre, dass ich glaubhaft schweige

und mich dankbar vor dir verneige

für die erbrachte Dichterpflicht!"

"So sei es denn, sei ein Gedicht!"

Beröckelt

Ein Gedicht, sehr kurz beröckelt,

kommt auf High Heels angestöckelt,

fragt den Dichter: "Was geht ab?"

Läuft bei dir?"

"Hau du bloß ab!"

schimpft der blasse Dichtervater.

"Dich erschuf ich in dem Kater,

mit dem ich heut' früh erwachte,

weil ich eine Sauftour machte!

Du bist peinlich ohne Maßen,

alle hör'n dich auf den Straßen!

Spottend zeigt man jetzt auf mich!

Aus dem Weg! Entferne dich!"

"Was? Ich denke nicht daran!",

zürnt beleidigt das Gedicht.

"Steh' zu mir und sei ein Mann

oder - sei es lieber nicht!

Ich muss mich nur deshalb schämen,

dich als Vater zu erwähnen,

weil du mir die Schmach bereitest

und die Vaterschaft bestreitest!

Schäme dich, liebloser Dichter,

du bist ein Gedichtvernichter!"

Ausgekocht

Dass Ferdinand Pfeffer

Gedichte kochte,

war mutig,

weil keiner

sie wirklich mochte.

Auch Verse,

die er in

der Pfanne gebraten,

waren nicht gerade

schmackhaft geraten.

Durch diese

Widerborstigkeit

wurden die Verse

weit und breit

in Stadt und Land

weltweit bekannt.

Die Leser

kamen angerannt,

um die bittere Kost

zu probieren

und das Herbe darin

zu studieren.

So kam es,

dass schließlich

sogar die Gelehrten

sich um die Gedichte

von Ferdinand scherten.

Man schrieb dicke Bücher:

"Geschmacklos!" und "Kunst!"

So wurde die Dichtung

gelobt und verhunzt.

Doch Ferdinand blieb

von dem Streit unberührt

und hat weiterhin

Verse gekocht

und gerührt.

Geschmiedet

Fabronius schmiedet

Gedichte aus Eisen,

die uns auf die Härte

des Lebens hinweisen.

Die mutigen Leser,

die seine Kunst kosten,

erkennen mit Schaudern:

auch sie werden rosten,

denn nichts hat Bestand

in der flüchtigen Welt.

Für diese Belehrung

bekommt er kein Geld.

Er schenkt seine Werke

den Menschen im Land

und macht sie dadurch

mit dem Wissen bekannt:

dass nur,

wer sein Leben

mit Hingabe lebt,

sich später gelassen

zum Himmel erhebt,

um in dessen Weite

nach Hause zu kommen.

Dies gilt für uns alle,

denn nicht nur

die Frommen

müssen durch Krisen

ihr Wesen entfalten,

um dadurch den weiteren Weg

zu gestalten,

damit sie am Ende

die helfenden Hände

der Engel ergreifen.

In jeglichem Falle

heißt Leben: zu reifen.

Fabronius' Kunst

sei deshalb

hier gepriesen,

denn er hat uns sanft

auf den Tod hingewiesen

und auf die dann

folgende

Endlosigkeit,

die uns aus der Enge

des Daseins

befreit.

Gehäkelt

Ein Gedicht,

von Heinz gehäkelt,

das sich nackt

im Stadtpark räkelt,

möchte, dass

es alle seh'n

und muss darum

wieder geh'n.

Es ist

Exhibitionist,

was hier nicht

geduldet ist.

Erst wird seine

Naht zerschnibbelt,

danach wird es

aufgeribbelt.

Heinz häkelt

beim nächsten Mal

lieber einen

warmen Schal.