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Tauchen Sie ein in die Welt der kulinarischen Poesie und lassen sich verführen von pikanten Versen, die ungewöhnliche Genüsse versprechen. In diesem einzigartigen Buch finden sowohl Feinschmecker als auch Literaturliebhaber eine besondere Kost, die nicht nur die Sinne belebt und den Gaumen kitzelt, sondern sich auch mit delikaten Themen beschäftigt, die niemand sonst zu dichten wagt. Ein Festmahl an Gedichten und Ideen, die das Herz jedes Gourmets höher schlagen lassen.
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Seitenzahl: 47
Veröffentlichungsjahr: 2025
Vorwort
Das Haar in der Suppe
Delikatessen
Kraftbrühe
Ausgekocht
Süße Last
Die Flucht der Praline
Die Lakritzspirale
Kuchenteig
Verbotener Genuss
Das Gewissen der Praline
Schokoladentörtchentraum
Gieriger Floh
Diäten
Küchengeflüster
Gebratene Gedichte
Sauerbraten vom Flamingo
Abserviert
Kaviar in Ravioli
Schnellimbiss
Midlife-Crisis
Alles in Butter
Feuerrote Tomaten
Verfrühte Zwiebel
Die Erbse
Brokkoliphilosophie
Radieschenseele
Der melancholische Mangold
Löwenzahn
Der stolze Spinat
Des Wirsings Weisheit
Akazienphilosophie
"
Die empörte Ananas
"
Die zickige Zitrone
Schnaps
Kräuterlikörchen
Kartoffelmonolog
Kartoffelmoni
Lob des Genusses
Das Pizza-Debakel
Hochnäsiger Trüffel
Trüffelverse
Dichterschicksal
Trüffelschwein
Austerntraum
Vampirblut
Verfluchte Sucht
Happy End
Gezähmt
Dominoeffekt
Besuch
Hilfreiche Schichten
Der Fliegenpilz
Der Lederpilz
Hefepilze
Glückspilz
Echte Flechten
Die Pfanne des Zorns
Das Nudelholz
Die Gabel
Wie das Gedicht entstand
Kühlschrank
Dosenöffner
Tupperdosen-Tango
Rebellion
Plumpsklo
Liebesperlen
Sei kein Frosch
Streifenpyjama
Gewissheit
Abgeleckt
Zartbitter
Liebesleid
Verwandlung
Beichtgeheimnis
Automatenliebe
Treue
Der Leib dient dem Leben
Reitende Hummeln
Als Delikatesse bezeichnet man heute etwas Wohlschmeckendes oder Ungewöhnliches - oft Leckereien, die den Gaumen kitzeln.
Früher hatte das Wort aber eine andere Bedeutung: Es stand für "empfindlich" oder "heikel". Etwas mit Delikatesse zu behandeln, bedeutete, im Umgang mit einem sensiblen Thema besonders taktvoll zu sein - eine delikate Angelegenheit eben.
Ich hoffe, dass Ihnen die kulinarischen Erzeugnisse dieses Buches auf Ihre ganz eigene Weise munden und möchte meine Dankbarkeit für jede Gaumenfreude ausdrücken, die ich in meinem Leben kosten durfte.
Das Leben war und ist schmackhafter, als ich je erwartet hatte.
Manches, was mir anfangs nicht schmeckte, bereitete mir später ein sinnliches Vergnügen.
Mögen auch meine Leckerbissen köstlich auf Ihrer Zunge zergehen und Ihnen Freude bereiten.
Das Haar in der Suppe,
es ist eine Fliege.
Ein Daumen, ein Finger,
damit ich sie kriege.
Nun liegt sie am Boden.
Ich hab sie besiegt.
Ich bin der Gewinner,
weil sie nicht mehr fliegt.
Sie schaut ja so traurig,
als wäre ich schlecht.
Ich will sie jetzt töten.
Das ist nur gerecht.
Die Fliege ist doch nur
ein dummes Insekt
und schuld daran,
dass mir die Suppe nicht schmeckt.
Nun schaut sie schon wieder
und blinzelt mich an.
Sie zwinkert und zwinkert
so schön, wie sie kann.
Ist sie eine Zauberin,
die sich verkleidet
und nun wegen meiner
Verdrossenheit leidet?
Wie sind ihre Flügel
so märchenhaft zart.
Hier hat sich die Schönheit
mit Klugheit gepaart.
Ich hebe sie auf
und dann küsse ich sie,
denn so was Bezauberndes
sah ich noch nie.
Der Zufall hat uns
wohl zuammengeführt.
Ich dank ihm von Herzen
und bin ganz gerührt.
Alles, was ich gerne esse,
nenne ich "Delikatesse".
Sie wird zur Delikatasse,
wenn ich sie mit Händen fasse.
Falls ich sie ganz arg vermisse,
fehlt mir die Delikatisse.
Bin ich ihrer überdrüssig
und mir darum nicht mehr schlüssig,
ob ich sie noch kosten musse,
schimpf ich sie "Delikatusse!"
Aber als Delikatosse
zeigt sie sich mir als Genosse
und erweckt mein Interesse
an alltäglicher Tristesse.
Er ist hungrig,
darum freut er
sich auf frisch
gepflückte Kräuter,
die er in die
Suppe streut.
Er hat es
noch nie bereut,
sich an seinen
Herd zu stellen,
wenn die roten
Linsen quellen
und die Brühe
qualmt
und duftet,
für die er
vergnügt
geschuftet.
Dass Ferdinand Pfeffer
Gedichte kochte,
war mutig,
weil keiner
sie wirklich mochte.
Auch Verse,
die er in
der Pfanne gebraten,
waren nicht gerade
schmackhaft geraten.
Durch diese
Widerborstigkeit
wurden die Verse
weit und breit
in Stadt und Land
weltweit bekannt.
Die Leser
kamen angerannt,
um die bittere Kost
zu probieren
und das Herbe darin
zu studieren.
So kam es,
dass schließlich
sogar die Gelehrten
sich um die Gedichte
von Ferdinand scherten.
Man schrieb dicke Bücher:
"Geschmacklos!" und "Kunst!"
So wurde die Dichtung
gelobt und verhunzt.
Doch Ferdinand blieb
von dem Streit unberührt
und hat weiterhin
Verse gekocht
und gerührt.
Monsieur Töff Töff
mag Schokolade
und findet es
besonders schade,
dass er den
köstlichen Genuss
mit Zahnlücken
begleichen muss.
Rohrzucker ist nicht
sehr gesund.
D'rum findet Töff
in seinem Mund
schon bald fast
keine Zähne mehr
und folgert:
"Ein Gebiss muss her!",
denn er will sich
ja nicht blamieren,
beim Weiternaschen
und Probieren.
Eine flüchtende
Praline
türmt mit fest
entschloss'ner
Miene,
denn sie möchte
gern verreisen.
Ich will sie zuvor
verspeisen.
Sie versucht,
vom Tisch zu springen,
doch das wird ihr
nicht gelingen.
Vorher werde ich
sie schnappen.
Ihre Flucht darf
niemals klappen.
Lustvoll will ich
sie zerkauen.
Sie wird sicher
traurig schauen.
Doch liegt sie mir
erst im Magen,
werden wir uns
schon vertragen.
Lakritzien,
nicht weit von hier,
lockt jeden an,
der voller Gier
nach schwarzen Kringeln
Ausschau hält,
so schwarz wie nichts
sonst auf der Welt.
Ob Schnecken, Stangen,
weich und hart,
ob süß, ob salzig,
rau und zart;
die Sucher,
heißt es in Legenden,
werden durch den Lakritz
hier enden.
Sie streichen auf
ihr Brot den Brei
aus Süßlakritz,
so zäh wie Blei.
Zum Mittag gibt’s
Lakritzensüppchen,
zum Nachtisch
Salzlakritz als Püppchen.
Sie horten
die Lakritzspiralen,
Lakritz gerieben
und gemahlen.
Wie Schätze
in der Dunkelheit
stehen sie
jederzeit bereit.
Doch einer kam,
der nahm zu viel
verlor das Augenmaß im Spiel,
zerrt die Spirale
mit viel Kraft
bis die Spirale
plötzlich schafft,
sich um den
Gierigen zu legen.
