Zart und Bitter - Jürgen Ambros - E-Book

Zart und Bitter E-Book

Jürgen Ambros

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Beschreibung

Tauchen Sie ein in die Welt der kulinarischen Poesie und lassen sich verführen von pikanten Versen, die ungewöhnliche Genüsse versprechen. In diesem einzigartigen Buch finden sowohl Feinschmecker als auch Literaturliebhaber eine besondere Kost, die nicht nur die Sinne belebt und den Gaumen kitzelt, sondern sich auch mit delikaten Themen beschäftigt, die niemand sonst zu dichten wagt. Ein Festmahl an Gedichten und Ideen, die das Herz jedes Gourmets höher schlagen lassen.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Seitenzahl: 47

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Das Haar in der Suppe

Delikatessen

Kraftbrühe

Ausgekocht

Süße Last

Die Flucht der Praline

Die Lakritzspirale

Kuchenteig

Verbotener Genuss

Das Gewissen der Praline

Schokoladentörtchentraum

Gieriger Floh

Diäten

Küchengeflüster

Gebratene Gedichte

Sauerbraten vom Flamingo

Abserviert

Kaviar in Ravioli

Schnellimbiss

Midlife-Crisis

Alles in Butter

Feuerrote Tomaten

Verfrühte Zwiebel

Die Erbse

Brokkoliphilosophie

Radieschenseele

Der melancholische Mangold

Löwenzahn

Der stolze Spinat

Des Wirsings Weisheit

Akazienphilosophie

"

Die empörte Ananas

"

Die zickige Zitrone

Schnaps

Kräuterlikörchen

Kartoffelmonolog

Kartoffelmoni

Lob des Genusses

Das Pizza-Debakel

Hochnäsiger Trüffel

Trüffelverse

Dichterschicksal

Trüffelschwein

Austerntraum

Vampirblut

Verfluchte Sucht

Happy End

Gezähmt

Dominoeffekt

Besuch

Hilfreiche Schichten

Der Fliegenpilz

Der Lederpilz

Hefepilze

Glückspilz

Echte Flechten

Die Pfanne des Zorns

Das Nudelholz

Die Gabel

Wie das Gedicht entstand

Kühlschrank

Dosenöffner

Tupperdosen-Tango

Rebellion

Plumpsklo

Liebesperlen

Sei kein Frosch

Streifenpyjama

Gewissheit

Abgeleckt

Zartbitter

Liebesleid

Verwandlung

Beichtgeheimnis

Automatenliebe

Treue

Der Leib dient dem Leben

Reitende Hummeln

Vorwort

Als Delikatesse bezeichnet man heute etwas Wohlschmeckendes oder Ungewöhnliches - oft Leckereien, die den Gaumen kitzeln.

Früher hatte das Wort aber eine andere Bedeutung: Es stand für "empfindlich" oder "heikel". Etwas mit Delikatesse zu behandeln, bedeutete, im Umgang mit einem sensiblen Thema besonders taktvoll zu sein - eine delikate Angelegenheit eben.

Ich hoffe, dass Ihnen die kulinarischen Erzeugnisse dieses Buches auf Ihre ganz eigene Weise munden und möchte meine Dankbarkeit für jede Gaumenfreude ausdrücken, die ich in meinem Leben kosten durfte.

Das Leben war und ist schmackhafter, als ich je erwartet hatte.

Manches, was mir anfangs nicht schmeckte, bereitete mir später ein sinnliches Vergnügen.

Mögen auch meine Leckerbissen köstlich auf Ihrer Zunge zergehen und Ihnen Freude bereiten.

Das Haar in der Suppe

Das Haar in der Suppe,

es ist eine Fliege.

Ein Daumen, ein Finger,

damit ich sie kriege.

Nun liegt sie am Boden.

Ich hab sie besiegt.

Ich bin der Gewinner,

weil sie nicht mehr fliegt.

Sie schaut ja so traurig,

als wäre ich schlecht.

Ich will sie jetzt töten.

Das ist nur gerecht.

Die Fliege ist doch nur

ein dummes Insekt

und schuld daran,

dass mir die Suppe nicht schmeckt.

Nun schaut sie schon wieder

und blinzelt mich an.

Sie zwinkert und zwinkert

so schön, wie sie kann.

Ist sie eine Zauberin,

die sich verkleidet

und nun wegen meiner

Verdrossenheit leidet?

Wie sind ihre Flügel

so märchenhaft zart.

Hier hat sich die Schönheit

mit Klugheit gepaart.

Ich hebe sie auf

und dann küsse ich sie,

denn so was Bezauberndes

sah ich noch nie.

Der Zufall hat uns

wohl zuammengeführt.

Ich dank ihm von Herzen

und bin ganz gerührt.

Delikatessen

Alles, was ich gerne esse,

nenne ich "Delikatesse".

Sie wird zur Delikatasse,

wenn ich sie mit Händen fasse.

Falls ich sie ganz arg vermisse,

fehlt mir die Delikatisse.

Bin ich ihrer überdrüssig

und mir darum nicht mehr schlüssig,

ob ich sie noch kosten musse,

schimpf ich sie "Delikatusse!"

Aber als Delikatosse

zeigt sie sich mir als Genosse

und erweckt mein Interesse

an alltäglicher Tristesse.

Kraftbrühe

Er ist hungrig,

darum freut er

sich auf frisch

gepflückte Kräuter,

die er in die

Suppe streut.

Er hat es

noch nie bereut,

sich an seinen

Herd zu stellen,

wenn die roten

Linsen quellen

und die Brühe

qualmt

und duftet,

für die er

vergnügt

geschuftet.

Ausgekocht

Dass Ferdinand Pfeffer

Gedichte kochte,

war mutig,

weil keiner

sie wirklich mochte.

Auch Verse,

die er in

der Pfanne gebraten,

waren nicht gerade

schmackhaft geraten.

Durch diese

Widerborstigkeit

wurden die Verse

weit und breit

in Stadt und Land

weltweit bekannt.

Die Leser

kamen angerannt,

um die bittere Kost

zu probieren

und das Herbe darin

zu studieren.

So kam es,

dass schließlich

sogar die Gelehrten

sich um die Gedichte

von Ferdinand scherten.

Man schrieb dicke Bücher:

"Geschmacklos!" und "Kunst!"

So wurde die Dichtung

gelobt und verhunzt.

Doch Ferdinand blieb

von dem Streit unberührt

und hat weiterhin

Verse gekocht

und gerührt.

Süße Last

Monsieur Töff Töff

mag Schokolade

und findet es

besonders schade,

dass er den

köstlichen Genuss

mit Zahnlücken

begleichen muss.

Rohrzucker ist nicht

sehr gesund.

D'rum findet Töff

in seinem Mund

schon bald fast

keine Zähne mehr

und folgert:

"Ein Gebiss muss her!",

denn er will sich

ja nicht blamieren,

beim Weiternaschen

und Probieren.

Die Flucht der Praline

Eine flüchtende

Praline

türmt mit fest

entschloss'ner

Miene,

denn sie möchte

gern verreisen.

Ich will sie zuvor

verspeisen.

Sie versucht,

vom Tisch zu springen,

doch das wird ihr

nicht gelingen.

Vorher werde ich

sie schnappen.

Ihre Flucht darf

niemals klappen.

Lustvoll will ich

sie zerkauen.

Sie wird sicher

traurig schauen.

Doch liegt sie mir

erst im Magen,

werden wir uns

schon vertragen.

Die Lakritzspirale

Lakritzien,

nicht weit von hier,

lockt jeden an,

der voller Gier

nach schwarzen Kringeln

Ausschau hält,

so schwarz wie nichts

sonst auf der Welt.

Ob Schnecken, Stangen,

weich und hart,

ob süß, ob salzig,

rau und zart;

die Sucher,

heißt es in Legenden,

werden durch den Lakritz

hier enden.

Sie streichen auf

ihr Brot den Brei

aus Süßlakritz,

so zäh wie Blei.

Zum Mittag gibt’s

Lakritzensüppchen,

zum Nachtisch

Salzlakritz als Püppchen.

Sie horten

die Lakritzspiralen,

Lakritz gerieben

und gemahlen.

Wie Schätze

in der Dunkelheit

stehen sie

jederzeit bereit.

Doch einer kam,

der nahm zu viel

verlor das Augenmaß im Spiel,

zerrt die Spirale

mit viel Kraft

bis die Spirale

plötzlich schafft,

sich um den

Gierigen zu legen.