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hinschauen, wundern, sich freuen; leben, erleben, eins werden forst oder wald. geld oder liebe. gewinn oder leben. einfalt oder vielfalt. das sind die wirklich wichtigen fragen für heuer. meine entscheidung ist klar für wald, liebe und leben und deine?
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Seitenzahl: 210
Veröffentlichungsjahr: 2016
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Gewidmet
Jana, Nicolai, Lukas,
Barbara,
Margareta, Karl
… und dieser welt.
POLITISCHE GEDICHTE
die (wieder-) erschaffung des menschen (a.d. 2012)
der wald unsrer kinder / aus liebe zum wald (a.d. 2004)
neun gedankenverbote auf dem narrenschiff
die zwölf grundsätzlichen thesen zur rettung der welt
zwölf verhaltensregeln auf einem narrenschiff
wo ist die grenze künstlicher intelligenz? (a.d. 2015)
google will maschinen denken beibringen (a.d. 2015)
weltenende: eine traurige komödie in drei akten (a.d. 2012)
endkampf (a.d. 2012)
weihnachten am rio xingu (a.d. 2012)
rio xingu (a.d. 2012)
lebensraum (a.d. 2015)
freihandel (a.d. 2013)
fracking (a.d. 2015)
fischfang (a.d. 2015)
nichts zu verlieren (a.d. 2015)
der wind von westen (a.d. 2013)
urdeutsche gesinnung (a.d. 2015)
ein lied auf die monokulturen (a.d. 2013)
billig billiger (a.d. 2015)
lindenstraße (a.d. 2013)
schönfinken (a.d. 2015)
ich schäme mich so (a.d. 2013)
rotzige nase (a.d. 2013)
sternenmann komm nicht gefahrn (a.d. 2013)
ich hatte keine andere mutter (a.d. 2015)
o graus spricht die maus (a.d. 2015)
richter-spruch (a.d. 2015)
einen don quichotte braucht es nicht mehr (a.d. 2013)
bücken um aufzublicken (a.d. 2015)
du sagst (a.d. 2015)
verwandtschaft (a.d. 2015)
feinde (a.d. 2013)
ikarotische kinder (a.d. 2015)
unteilbarkeit (a.d. 2015)
nach hause fort (a.d. 2015)
einst wagte sich der berg ins tal (a.d. 2013)
die formel zerreiß ich (a.d. 2013)
wissen auftischen (a.d. 2012)
was wäre wenn wir wahrheit wieder würdigten (a.d. 2013)
„ich schwör, ich sag ja im verhör.“ (a.d. 2012)
steigerwald 1 (a.d. 2015)
steigerwald 2 (a.d. 2015)
hinterlassenschaft (a.d. 2015)
ich will urwald (a.d. 2015)
gedanken-haufen (a.d. 2015)
nelson (a.d. 2015)
galaxy (a.d. 2015)
gute nacht – mein löwe (a.d. 2015)
indianer (a.d. 2015)
sapiens orca (a.d. 2015)
ver-steinerung (a.d. 2015)
kelch der aufgaben (a.d. 2015)
leserbrief: wir brauchen keinen buchen nationalpark (a.d. 2014)
RELIGIÖSE GEDICHTE
suche nach Gott (a.d. 2013)
liebt mich Gott (a.d. 2013)
abendgebet i (a.d. 2013)
wortgefechte (a.d. 2015)
vater, du gibst (a.d. 2012)
wärst du nicht da, vater (a.d. 2012)
beten zu Gott (a.d. 2015)
blume (a.d. 2015)
der tag ist vergangen (a.d. 2012)
du bist so weit (a.d. 2015)
meine seele preist Gott, den herrn (a.d. 2012)
dimensionen-surfer (a.d. 2012)
Gott gaja (a.d. 2012)
gebet: wer ist wie Gott (a.d. 2012)
Gottesidee sonnenkinder (a.d. 2015)
Gott und nicht-Gott (a.d. 2015)
vollbracht (a.d. 2012)
lebensende (a.d. 2015)
sterben (a.d. 2015)
das tal nirwana (a.d. 2012)
der tod / thanatos (a.d. 2012)
nur ein ewiger augenblick (a.d. 2012)
see genezareth (a.d. 2015)
tore (a.d. 2015)
bach im wald (a.d. 2015)
baum (a.d. 2015)
pastell-ölkreiden (a.d. 2015)
Gottesdienst (a.d. 2015)
nachtschattengewächse (a.d. 2012)
schuld und unschuld (a.d. 2015)
freude (a.d. 2015)
ein gedicht zu himmelsglöckchen (a.d. 2012)
weisheiten von weisen (a.d. 2015)
ein tag ohne Gott (a.d. 2014)
LIEBE & LEIDENSCHAFT
apokalyptische reiter (a.d. 2015)
schmatz im herbst (a.d. 2015)
klirrende ruhe gebot (a.d. 2015)
bahnsteig (a.d. 2015)
bin ich? (a.d. 2015)
zum geburtstag (a.d. 2015)
des menschen tag (a.d. 2015)
love me , darling (a.d. 2015)
wartezimmer (a.d. 2015)
verbunden bin ich mit freiem tier (a.d. 2013)
mein wildes tier (a.d. 2014)
kindergarten schule beruf rente (a.d. 2015)
home sapiens (a.d. 2015)
orang utan (a.d. 2015)
druidenwaid (a.d. 2014)
grenzenlos (a.d. 2013)
zuhause (a.d. 2015)
wahnsinnig normal (a.d. 2015)
total aufgeräumt (a.d. 2012)
richtiger film (a.d. 2015)
meine zeit (a.d. 2015)
groß-artig (a.d. 2015)
alle meine tausend frauen (a.d. 2012)
manchmal bin ich nur bei dir (a.d. 2013)
du (a.d. 2013)
mein bestandteil (a.d. 2015)
du, blume meines herzens (a.d. 2012)
du bist's (a.d. 2012)
meine schublade (a.d. 2015)
kinder unserer liebe (a.d. 2013)
sommermärchen / meine tochter und ich (a.d. 2012)
schiffsbauer / mein sohn Nicolai und ich (a.d. 2012)
das bündnis von Lukas, seinem bruder und dem pandabär (a.d. 2012)
meine söhne (a.d. 2012)
my cat (a.d. 2015)
des morgens (a.d. 2013)
tagesrad (a.d. 2014)
es schlafen noch alle (a.d. 2012)
eine hymne auf die melancholie (a.d. 2013)
irgendwann bleib ich dann dort (a.d. 2012)
hirschberg (a.d. 2015)
meine seele ist leise davongegangen (a.d. 2013)
nein – ich bleib mir treu (a.d. 2012)
zeit ist (a.d. 2012)
a schnips[a]l, oder i woas ned (mundart; a.d. 2012)
i kum zu dia (mundart; a.d. 2012)
richtiger film (a.d. 2015)
meine seele erkältet sich (a.d. 2013)
urlaub auf mallorca (a.d. 2015)
ich bleibe hippy-aner (a.d. 2012)
vergänglich (a.d. 2015)
südsee (a.d. 2015)
segeln (a.d. 2015)
am scheideweg (a.d. 2012)
besuchszeit (a.d. 2012)
wenn nach mir (a.d. 2012)
regen (a.d. 2015)
morgen (a.d. 2015)
verlassen (a.d. 2015)
leben (a.d. 2015)
der letzte morgen (a.d. 2012)
ich tät am liebsten davon laufen (a.d. 2012)
krankenlagerstätte (a.d. 2012)
‚krah’chende einsamkeit (a.d. 2012)
ERLEBEN & LEBEN
gans-esser (a.d. 2015)
heldenflüstern (a.d. 2015)
sommerhitze (a.d. 2015)
bahnhof eben (a.d. 2013)
unter den linden bin ich zu finden (a.d. 2012)
durch deutschland sind wir heut gefahrn (a.d. 2013)
fichtelgebirge (a.d. 2013)
salzburg (a.d. 2014)
bäume (a.d. 2015)
alpenland (a.d. 2014)
alpenrauschen (a.d. 2014)
hüttenzauber (a.d. 2014)
tourist (a.d. 2014)
handwerk wie geschmiert (a.d. 2015)
alter mensch wohin? (a.d. 2012)
tabu (a.d. 2013)
wie schön doch jede art (a.d. 2013)
die lust am dasein (a.d. 2012)
hoch hinauf (a.d. 2014)
der Regengott besucht mutter erde (a.d. 2013)
vor dem regen (a.d. 2012)
regenzauber (a.d. 2012)
regenbogenland (a.d. 2015)
sonnenmetapher (a.d. 2012)
affenhitze (a.d. 2012)
sommer (a.d. 2015)
frühling (a.d. 2015)
wolkenziehen (a.d. 2012)
frühling (a.d. 2015)
garten (a.d. 2015)
ein letzter sommerabend (a.d. 2013)
die mäntel werden dicker (a.d. 2013)
abendstimmig (a.d. 2012)
junger tag (a.d. 2015)
dschungelfieber (2015)
sonntagsglanz (a.d. 2012)
irgendwo ist nirgendwo (a.d. 2015)
aufgewacht in fremden bett (a.d. 2013)
worte (a.d. 2013)
die welt ist rund (a.d. 2013)
spatzen am bahnhof (a.d. 2013)
das stille land (a.d. 2013)
marienberg (a.d. 2015)
dann wird stille sein (a.d. 2013)
hinaus geht’s aufs land (a.d. 2013)
drei narben auf meiner seele (a.d. 2013)
koboldtreffen (a.d. 2013)
der muse und die dichter / vermählung (a.d. 2012)
drachen über bad kissingen (a.d. 2012)
kreuzung langer wege (a.d. 2012)
urahn (a.d. 2012)
zwei heilende hände / engelchen (a.d. 2012)
lyrik (a.d. 2012)
tag gebricht (a.d. 2012)
alte herren (a.d. 2012)
mein freund der gorilla (a.d. 2015)
wind, wind, wind (a.d. 2012)
fernsehabend (a.d. 2012)
1961 (a.d. 2012)
der faun (a.d. 2012)
die geschichte vom wicht / respekt (a.d. 2012)
alltag eines pessimisten (a.d. 2012)
alltag eines optimisten (a.d. 2012)
das zahn reiß-raus gedicht (a.d. 2012)
der stein aus dem verrückten krug (a.d. 2012)
ultrakurzes endgedicht (a.d. 2012)
mensch! (a.d. 2015)
gesundheit (a.d. 2012)
feierabend (a.d. 2012)
herbst (a.d. 2015)
heimat (a.d. 2015)
altstadt (a.d. 2015)
heiligkeit (a.d. 2015)
muttertag (a.d. 2015)
eulenbesuch (a.d. 2015)
effekt (a.d. 2015)
irrweg (a.d. 2015)
land`s end (a.d. 2015)
aufbruch (a.d. 2015)
worte (a.d. 2015)
die jährliche inventur (a.d. 2015)
neues lebensjahr (a.d. 2015)
abschied (a.d. 2015)
zur geburt (a.d. 2015)
blasmusik (a.d. 2015)
vogelsang (a.d. 2015)
FINALE
LITERARISCHES
ALTE GEDICHTE
das wertvollste,
sag mir: wo ist heimat,
the most miraculous message of christmas’ sight:
einem freund begegnet man immer in der gegenwart.
wenn schöne stunden scheiden
is it only a scream
die alte welt ist nun zerbrochen,
was uns da treibt,
große dinge geschehen im verborgenen.
man braucht so viel ordnung, dass man leben kann
;
es gibt viele sachen, die mir freude machen
warum ist alle so einsam
gedanken zu meiner schönsten liebe
des briefes größt geheimnis
des tages stunden gehen zu ende,
leute, die nicht haben immer,
the best you can do for others
reite weiter alter reiter
abendstunde
wenn die zukunft in der vergangenheit liegt
schlaf, kindlein, schlaf
was mir die sekunde auch kost’,
Gott! oh Gott, oh Gott!
"die zwillingsbuche ist gesprengt"
meine liebe B.,
das dämmerlicht uns all umringt
wenn d’seel fliagt (mund-artig)
hoamat (mund-artig)
a vogal muaß fliang (mund-artig)
LITERARISCHES: GESCHICHTEN
was ist liebe, fragte ein kleines kind seinen opa
wenn nachtschatten sich verspüren lassen:
es gab eine zeit, da lebte ein priester
;
gedanken
etwas, das uns weiter treibt
die geschichte vom regentropfen (für kinder)
LITERARISCHES: GEDANKENSCHWADEN
ein busch, halbzerissen im herbstlichen wind
erneut zugfahren.
dunkelheit umhüllt uns und starrt durch die fenster nach drinnen
ein ganzer tag in frankfurt am main
ICE. bring mich näher an zuhause!
würzburg und schweinfurt.
freitags, wenn es heimwärts geht
mittwoch, auf der fahrt zur arbeit
weihnachten wird’s.
himmelsblau.
osama bin laden
windhauch
ein lust- und trauerspiel: „der hohe buchener wald“ (a.d. 2015),
WORTFLÜGEL (A.D. 2012)
(literaturpodium; beitrag zu: themenfreier gedichtband märz 2013)
über der urflut der finanzen
schwebte das goldene kalb und sprach:
die marktgesetze sollen alles richten.
und so geschah es.
die börse sah, daß es gut war.
das goldene kalb sprach weiter:
wie soll ich wachsen und gedeihen,
wenn ich ständig nur gegängelt werde?
werft ab von mir die bürden der gesetze und
des allgemeinwohls.
und so geschah es.
die börse sah, daß es gut war.
das goldene kalb sprach weiter:
wie soll ich stark werden und kämpfen,
wenn ihr meine futterquellen und banken
nicht befreit,
von den schulden der faulen kredite, die
drücken mich schwer?
im glauben an die gute sache verkaufte das
volk ihr letztes hemd für eine finanzspritze.
die börse sah, daß es gut war.
das goldene kalb fraß und fraß und fraß,
aber was man ihm auch opferte,
es wurde nie satt dabei.
so fraß es die rohstoffe, die wälder, die
nahrungsmittel und die felder.
am ende fraß es selbst die demokratien und
ideale, aber es war immer noch hungrig
nach mehr.
die börse ruhte nach all der anstrengung am
boden eines langen und steilen tiefs.
und es wurde abend und es wurde tag, ein
freitag.
dann kam die große hungersnot über die
verbraucher.
zuerst starben die habe-nichtse, also fast
alle, denn alle waren arm geworden.
dann bekämpften sich die wenigen
superreichen, die jetzt auch arm dran waren
und starben.
dann entpuppte sich das goldene kalb als
leere, aber gefräßige hülle, das übervolle
versprechen.
alle güter waren darin verdorben und aus
langer vernachlässigung zu nichts mehr zu
gebrauchen.
die börse der leute war leer geräumt, keine
drachme fand man unter den betten.
einzig herz, seele und verstand konnten
noch kultiviert werden.
die würde wurde zu jener zeit als zartes
pflänzchen wiederentdeckt.
dann geschah das wunder:
die verbraucher wurden wieder menschen,
der nachwuchs wieder kinder,
die senioren wieder alte menschen,
die israeliten und palästinenser freunde,
die märkte handelsplätze,
die ressourcen bodenschätze,
die energiepflanzen wieder nahrungsmittel
der regenwald heimat wilder tiere und
pflanzen
und das geld wurde wieder tauschmittel.
so geschah in jener zeit, daß eine arme,
kranke frau ihren arzt nach dessen
hausbesuch
mit eiern bezahlte, die ihre hühner kurz
zuvor im stall freiwillig gelegt hatten,
ohne mastmittel und antibiotika.
und alle waren zufrieden.
der geist des friedens und der genügsamkeit
schwebte über der ganzen welt.
die neuen kinder spielten gemeinsam ohne
aufsicht auf den straßen vor ihren häusern
und hatten einen neuen aufzählreim
erfunden, mit dem schlichten namen,
finanzgewitter:
„kommt ein hoch, kommt ein tief, was lief
schief?
welche blase zerplatzte, was die börse
verpatzte?
ene, mene muh, das goldne kalb bist du,
der stier, das war ein ochs, nimm das geld,
verzocks.“
danke an herrn günter grass für seine
wahren worte.
„ich ging in den wald und sah eine
baumplantage,
riesig, sauber geordnet wie mais auf dem
maisfeld.
ich ging in den wald und hörte lärmende
maschinen,
die baumpflanzungen umbrachen
und hörte nur den lärm und das krachen der
äste.
es war wie ein hilfeschrei. aber wer sollte ihn
hören?
kein vogelgezwitscher, keine emsige
nahrungssuche,
keine bettelnden tierkinder …
ich ging in das dorf und ich sah
industriegebiete inmitten flurbereinigter
felder.
ich sah straßen und autos, aber ich sah
keine menschen mehr, keine spielenden
kinder.
es gab niemand, der sich aufmachte seine
heimat zu entdecken.
die heimat war nun vollständig den
bedingungen der freien marktwirtschaft
untergeordnet.
der frühling war stumm, der dunkle wald
entzaubert, die alten bäume gewinnbringend
vermarktet. die alten märchen heimatlos.“
im erwachen begriff ich:
wald ist mehr als die summe seiner bäume.
wald ist hort unserer kultur.
wald ist heimat unserer seele.
der wald gibt mehr als nur das, was man
aus ihm herausschneiden kann.
daher bitte ich jeden, der den wald liebt so
wie ich:
lasst meinen traum nicht wahr werden,
sondern einen für wolf und wildnis,
jetzt und heute, für den wald unserer kinder.
oder „kampf zur bewahrung des wahnsinns“
(quelle: Dr. Robert Atzmüller, a. d. 2014, projekt „nachhaltigkeit“)
endliche ressourcen ließen sich nicht unendlich lang verbrauchen
nur das öl und gas, das nie gefördert wird, wäre auf dauer klimaneutral
es wäre auf dauer besser die krankheit zu heilen als die symptome
ein system ohne sinn und verstand ließe sich nicht erhalten
nachhaltigkeit aus schlechtem gewissen sei hilflos
der kapitalismus würde töten
internationale konferenzen seien zahnlose tiger
es gäbe kein grundrecht des menschen auf den ganzen planeten
nur eine katastrophe würde den gang der geschichte wirklich ändern
- nicht mehr, aber auch nicht weniger (a.d. 2013)
nachhaltigkeit entsteht im kopf – nicht durch windräder. die wege der nachhaltigkeit heissen regionalität, saisonalität, teilen und zufriedenheit
es gibt keine alternative zur erde! wenn wir deren ökosystem verspielen – erreichen wir nie wieder ein anderes
biodiversität bewahren heisst alle tausend jahre kurz und sanft nach dem rechten schauen in der für die generationen von morgen reservierten anderen hälfte der welt, alles andere ist opportunismus und selbsttäuschung
es existiert kein recht auf naturbesitz – es ist gabe und geschenk – ausgehliehen vom morgen
oberste maxime jedweder politischen handlung muss es sein, alle lebenden und zukünftigen generationen ohne unterschied glücklicher zu machen – nicht reicher und mächtiger, nicht schöner oder älter
recht muss immer auf der seite des schwachen oder ungeborenen kämpfen und du bist darin angeklagter, richter und anwalt zugleich
heilige kühe und goldene kälber fressen und saufen dich arm – sie hören auf die namen märkte, globalisierung, infrastruktur, entwicklung, arbeitsplätze, wachstum, tourismus u.v.m.
lebenshilfe ist süss – entwicklungshilfe ist grausam
fortschritt und entwicklung sind die geistigen brüder von verwahrlosung und vernichtung
kapitalismus wäre eine wirtschaftsform unter vielen – aber sein kanibalismus ist krankhaft
maschinen und technik sind teufel – sie kommen als versprechen und hinterlassen leere
öl und strom sind das blut kalter geschöpfe – herberge und zeit das blut des lebens
- reine formen des wahnsinns (a.d. 2013)
dem mensch gehört die ganze welt
natur, wie grund und boden, tiere und pflanzen, kann man besitzen
der mensch ist aller dinge mass
ziel von wirtschaft ist maximierung des bruttosozialproduktes
globales wachstum , fortschritt und industrialisierung sind ziele
mobilität, infrastruktur und verkehr sind auszubauen
handelsschranken sind per se schlecht, das gegenteil ist gut
wohlergehen bemisst sich in verbrauch und dollar pro tag
die naturwissenschaft erklärt die welt hinreichend
gleichberechtigung und gerechtigkeit sind mathematisch fassbar
menschen ohne arbeit sind schmarotzer und umgekehrt
die menschheit darf alles, was sie kann
stellen sie sich vor, sie würden einen kleinen
teil eines/ihres gehirns abbilden durch
künstliche schaltkreise,
die mit ähnlichen antworten reagieren auf
impulse wie die natürlichen zellen und
verschaltungen,
also eine kleine hirnprothese. denkbar, nicht
unwahrscheinlich, sicherlich in zukunft
möglich, z.b. nach schlaganfall etc.
stellen sie sich vor, sie würden nun das
gesamte hirn stück für stück austauschen.
was haben sie dann am ende:
einen hochkomplexen künstlichen roboter,
der wie das ursprüngliche gehirn denkt,
fühlt, plant und liebt. that's it.
die antwort also auf obige frage: es gibt
keine grenze künstlicher intelligenz!
nächste frage: wann ist ihr arbeitsplatz
dran?
heute, morgen oder erst übermorgen.
es ist nicht die frage ob, sondern nur mehr
wann!
meinen sie wirklich irgend jemand könnte in
zukunft einer maschine mit
lichtgeschwindigkeits-schaltkreisen das
wasser reichen?
bestimmt nicht, auch nicht durch anpassung
und ewigem lernen.
die nächste evolutionsstufe sieht auf uns
zurück und herab, auf einen überholten
entwurf.
gibt es zu dieser entwicklung eine
alternative?
ja, da menschengemachtes durch
menschengemachtes geändert werden
kann.
bedingungen aus der heutigen wirtschaft
sind keine naturgesetze.
wir können sie ändern, wenn wir gemeinsam
wollen.
wir sollten sie ändern und anpassen, weil
sie, so wie sie sich heute dem planeten und
bewohnern zeigen, tödlich sind!
tödlich für wesen mit blut.
wer kann sie ändern und wann?
du und ich und worauf warten wir eigentlich?
diese letzte frage kann ich nicht, noch nicht,
beantworten!"
„was las ich da zur weihnachtszeit
ein gnom so kalt und doch so g’scheit
wird morgen meine lieben hüten
und google will es mir ausbrüten.
bei dieser henne fehlt der hahn
und immerzu derselbe wahn
warum steht dorten nicht zu lesen
was wollen diese fremden wesen?
was die werden weiß noch keiner
aber mammon das weiß meiner einer
soll in die prall gefüllten taschen
und unschuld soll die hände waschen.
wer denkt der ahnt was kommen mag
er ließt den satz vom ersten tag
mir glänzt der apfel – soll ich’s wag
vom baum mir baut den sichren sarg“
vorwort
langsam und leis dämmert schatten in die
welt.
am rande des erdkreises treffen wir auf
unsere eigenen taten.
die untertänigste natur erfüllt exakt, was wir
an ihr verraten.
eine globale seuche vernichtet allen
verstand: das geld.
1. akt
da ist ein lautes brüllen und ein leises
wimmern:
wir brauchen mehr, schneller und das
zügellos!
wir haben weniger, langsamer und sind
wehrlos,
hallt es aus den trümmern.
2. akt
die wilde jagd beginnt, ein hallalie.
irgendwo weint ein kind,
im rasenden stillstand zerinnt, hollala,
was Gott uns noch ließ vom paradies,
geschwind.
während noch die mäuse auf den tischen
tanzten,
war der vorrat leer geräumt.
3. akt
das ewige wunder wachstum,
knurrte der leere bauch,
ist nun ausgeträumt.
das brüllen wurd` leise,
das wimmern sehr laut.
doch lauter noch war das lachen der götter:
sie hatten beim menschen auf sand wohl
gebaut.
nachwort
im intelligenten kosmos wird nach
tausend jahr erzählt,
vom schwachsinn der menschheit
und über die verlorene welt.
die lebendige erde, ich erkannte sie kaum,
in zerrissenen lumpen, erschien mir im
traum:
kein fetzen mehr ganz und blutüberströmt,
mit zerschundenen händen und
sternengekrönt.
ihre augen aber, ein schauriges bild,
zu allem entschlossen, feurig und wild.
ich fürchte die räuber hackt sie entzwei.
das maß war voll, die schönheit vorbei.
ich wollte mich ducken, mit knien ganz
weich,
mit schwitzenden händen, erwachte
sogleich.
wir werden – steht fest – sollten wir`s
wagen,
im letzten kampf vernichtend geschlagen.
weihnachten ist nicht mehr weit. wir feiern
schon seit 2000 jahren dieses fest der liebe
und des friedens. unsere kinder freuen sich
darauf. wir gehen gemeinsam in die kirchen,
unseren stätten, an denen wir spüren, dass
wir hier Gott ganz nah sein können. zu
seinem geburtstag.
weit weg von hier, in brasilien, leben
menschen wie du und ich. auch sie haben
ihre feste, ihre heiligen stätten, an denen sie
Gott ganz nah spüren. seit über 10000
jahren ist das so. es sind zufriedene
gesichter, die gesichter der fischer an ihrem
großen, fischreichen strom. ihre kinder
plantschen fröhlich am fluss, ihrem fluss, der
den mittelpunkt ihrer bescheidenen und
wundersamen heimat ausmacht.
jetzt und heute bricht sich schweres gerät
auf breiten schlammpisten durch den noch
jungfräulichen wald. der bekannte auto-
stern, das symbol einer neuen welt,
schimmert hell auf ihren kühlern. unsere
lastwägen schleppen unaufhörlich schweres
material zum fluss, zum heiligen fluss. „wir
brechen ihm das genick und reißen ihm die
gedärme raus“, schreit es laut durch das
chaos und verhallt auf den neuen öden
schlammhalden. seine wasser wälzen sich
neuerdings schwer an diesen dämmen
vorbei. an vielen stellen verjagen wir ihn aus
seinem alten bett und verdammen ihn in
neue rinnen. vielleicht besitzen flüsse eine
eigene würde, jedenfalls trugen sie hier die
geister des waldes über beinahe tausend
generationen hinweg, unaufhörlich bis zu
dem heutigen tag, als ihnen unser neuer
stern aufging. und mit dem fluss verlieren
die menschen identität, kultur,
selbstversorgung, stolz, naturreichtum und
zukunft. wir vernichten hier gnadenlos
heiligste strukturen und den frieden mit
dieser welt für lange zeit – wahrscheinlich
für immer.
hier entsteht das drittgrößte wasserkraftwerk
der welt mit einer vergleichbaren leistung
von 10 atomkraftwerken. nicht für diese
wenigen indianer am fluss sondern zur
aluminiumgewinnung für die autoflotten in
den reichen ländern, vor allem für uns in
europa. „spriteinsparende großfahrzeuge
durch gewichtsreduzierung dank aluminium“
wird es morgen in irgendwelchen
hochglanzbroschüren uns angepriesen. das
ist die heilige botschaft in unserer kalten
welt: eine wunderbare neue
technikgeneration ist uns geboren im
austausch zu den wundern des schöpfers im
regenwald.
das amazonasbecken beherbergt noch
mindestens 10 % aller lebensformen auf
unserem planeten. unsere kinder werden in
den schulen lernen: dieser wald war der
artenreichste lebensraum. sie werden in
den büchern lesen, dass vor dem einfall der
europäer und vor der eroberung des
ungeschützten amazoniens über 200
indigene völker dort ihre heimat hatten. es
war eine welt, die wir nicht verstanden, eine
majestätische welt mit zufriedenen
menschen, die mit sich und der umwelt seit
tausenden jahren in harmonie standen.
vielleicht erinnert man sich an die 16
stämme am rio xingu mit ihren eigenen
sitten, gebräuchen und sozialsystemen.
wahrscheinlich aber wird alles
untergegangen sein, mit den neuen,
schönen projekten, noch bevor wir das
sterbende aufgezeichnet hatten.
jedenfalls lässt sich sicherlich in den uns
heiligen firmenbüchern nachlesen, dass
große unternehmungen, wie voith hydro
oder siemens oder daimler, dort in jenen
tagen millionenumsätze eingefahren haben.
die gesänge der indianer am fluss, das
heitere treiben der kinder werden dann
lange verstummt sein. mit ihnen verliert die
welt eine unbeschreibliche fülle an arten und
lebensgemeinschaften unter den augen der
ganzen aufgeklärten welt: über 100
millionen jahre der evolution verspielt in
einer einzigen generation, geopfert auf dem
unersättlichen altar des kapitalismus.
dass die lehrbüchern unserer kinder die
frohbotschaft verkünden werden, der
verdammte damm, belo monte, der 500 qkm
urwald überschwemmen sollte und 30000
indianer vertrieben hätte, mitsamt ihrer
reichen kultur, wurde doch nicht gebaut.
dass die vernunft einzelner weniger dazu
wesentlich beigetragen hat. dafür kämpfen
wir, dafür unterschreiben wir, dafür danke
ich allen für den mut, im zeiler kirchenkino
und für eure unterschriften in den
verschiedenen aktionen in den letzten
wochen. dafür gibt es weihnachten, dafür
feiern wir weihnachten, das fest des
friedens, der hoffnung und der liebe. dafür
danke ich dem bischof vor ort, herr erwin
kräutler, für seinen täglichen, persönlichen
und lebensgefährlichen einsatz.
ein frohes weihnachtsfest für euch, euren
familien und für die menschen reinen
herzens am rio xingu.
auch heut‘ vernahm ich stumm,
am rio xingu geht der teufel um.
die kolonialzeit – irrt ich – wär schon lange
rum,
doch erobert land wird nie mehr frei
gelassen,
der indio stört, er füllt nicht uns ’re kassen.
ach wie gut, dass niemand weiß,
dass ich auf die biodiversität sch[au!].
der stolze indianer bricht, seine heimat wird
ersaufen,
ihre ahnen sterben, sie werden’s nicht
erretten.
welch‘ freud, die seelenfänger taufen,
welch‘ großes fest für die bäuche uns‘rer
fetten!
ach wie gut, dass niemand weiß,
dass ich auf die biodiversität sch[au!].
am kongo fällt der letzte baum,
indonesiens wald verfeuert,
amazonien war der letzte traum
und wieder mal den wunsch erneuert:
ach wie gut, dass niemand weiß,
