Gedichte und schöne Worte - Robert Atzmüller - E-Book

Gedichte und schöne Worte E-Book

Robert Atzmüller

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Beschreibung

hinschauen, wundern, sich freuen; leben, erleben, eins werden forst oder wald. geld oder liebe. gewinn oder leben. einfalt oder vielfalt. das sind die wirklich wichtigen fragen für heuer. meine entscheidung ist klar für wald, liebe und leben und deine?

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Seitenzahl: 210

Veröffentlichungsjahr: 2016

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… für Menschen

mit Flügel

Gewidmet

Jana, Nicolai, Lukas,

Barbara,

Margareta, Karl

… und dieser welt.

Inhalt

POLITISCHE GEDICHTE

die (wieder-) erschaffung des menschen (a.d. 2012)

der wald unsrer kinder / aus liebe zum wald (a.d. 2004)

neun gedankenverbote auf dem narrenschiff

die zwölf grundsätzlichen thesen zur rettung der welt

zwölf verhaltensregeln auf einem narrenschiff

wo ist die grenze künstlicher intelligenz? (a.d. 2015)

google will maschinen denken beibringen (a.d. 2015)

weltenende: eine traurige komödie in drei akten (a.d. 2012)

endkampf (a.d. 2012)

weihnachten am rio xingu (a.d. 2012)

rio xingu (a.d. 2012)

lebensraum (a.d. 2015)

freihandel (a.d. 2013)

fracking (a.d. 2015)

fischfang (a.d. 2015)

nichts zu verlieren (a.d. 2015)

der wind von westen (a.d. 2013)

urdeutsche gesinnung (a.d. 2015)

ein lied auf die monokulturen (a.d. 2013)

billig billiger (a.d. 2015)

lindenstraße (a.d. 2013)

schönfinken (a.d. 2015)

ich schäme mich so (a.d. 2013)

rotzige nase (a.d. 2013)

sternenmann komm nicht gefahrn (a.d. 2013)

ich hatte keine andere mutter (a.d. 2015)

o graus spricht die maus (a.d. 2015)

richter-spruch (a.d. 2015)

einen don quichotte braucht es nicht mehr (a.d. 2013)

bücken um aufzublicken (a.d. 2015)

du sagst (a.d. 2015)

verwandtschaft (a.d. 2015)

feinde (a.d. 2013)

ikarotische kinder (a.d. 2015)

unteilbarkeit (a.d. 2015)

nach hause fort (a.d. 2015)

einst wagte sich der berg ins tal (a.d. 2013)

die formel zerreiß ich (a.d. 2013)

wissen auftischen (a.d. 2012)

was wäre wenn wir wahrheit wieder würdigten (a.d. 2013)

„ich schwör, ich sag ja im verhör.“ (a.d. 2012)

steigerwald 1 (a.d. 2015)

steigerwald 2 (a.d. 2015)

hinterlassenschaft (a.d. 2015)

ich will urwald (a.d. 2015)

gedanken-haufen (a.d. 2015)

nelson (a.d. 2015)

galaxy (a.d. 2015)

gute nacht – mein löwe (a.d. 2015)

indianer (a.d. 2015)

sapiens orca (a.d. 2015)

ver-steinerung (a.d. 2015)

kelch der aufgaben (a.d. 2015)

leserbrief: wir brauchen keinen buchen nationalpark (a.d. 2014)

RELIGIÖSE GEDICHTE

suche nach Gott (a.d. 2013)

liebt mich Gott (a.d. 2013)

abendgebet i (a.d. 2013)

wortgefechte (a.d. 2015)

vater, du gibst (a.d. 2012)

wärst du nicht da, vater (a.d. 2012)

beten zu Gott (a.d. 2015)

blume (a.d. 2015)

der tag ist vergangen (a.d. 2012)

du bist so weit (a.d. 2015)

meine seele preist Gott, den herrn (a.d. 2012)

dimensionen-surfer (a.d. 2012)

Gott gaja (a.d. 2012)

gebet: wer ist wie Gott (a.d. 2012)

Gottesidee sonnenkinder (a.d. 2015)

Gott und nicht-Gott (a.d. 2015)

vollbracht (a.d. 2012)

lebensende (a.d. 2015)

sterben (a.d. 2015)

das tal nirwana (a.d. 2012)

der tod / thanatos (a.d. 2012)

nur ein ewiger augenblick (a.d. 2012)

see genezareth (a.d. 2015)

tore (a.d. 2015)

bach im wald (a.d. 2015)

baum (a.d. 2015)

pastell-ölkreiden (a.d. 2015)

Gottesdienst (a.d. 2015)

nachtschattengewächse (a.d. 2012)

schuld und unschuld (a.d. 2015)

freude (a.d. 2015)

ein gedicht zu himmelsglöckchen (a.d. 2012)

weisheiten von weisen (a.d. 2015)

ein tag ohne Gott (a.d. 2014)

LIEBE & LEIDENSCHAFT

apokalyptische reiter (a.d. 2015)

schmatz im herbst (a.d. 2015)

klirrende ruhe gebot (a.d. 2015)

bahnsteig (a.d. 2015)

bin ich? (a.d. 2015)

zum geburtstag (a.d. 2015)

des menschen tag (a.d. 2015)

love me , darling (a.d. 2015)

wartezimmer (a.d. 2015)

verbunden bin ich mit freiem tier (a.d. 2013)

mein wildes tier (a.d. 2014)

kindergarten schule beruf rente (a.d. 2015)

home sapiens (a.d. 2015)

orang utan (a.d. 2015)

druidenwaid (a.d. 2014)

grenzenlos (a.d. 2013)

zuhause (a.d. 2015)

wahnsinnig normal (a.d. 2015)

total aufgeräumt (a.d. 2012)

richtiger film (a.d. 2015)

meine zeit (a.d. 2015)

groß-artig (a.d. 2015)

alle meine tausend frauen (a.d. 2012)

manchmal bin ich nur bei dir (a.d. 2013)

du (a.d. 2013)

mein bestandteil (a.d. 2015)

du, blume meines herzens (a.d. 2012)

du bist's (a.d. 2012)

meine schublade (a.d. 2015)

kinder unserer liebe (a.d. 2013)

sommermärchen / meine tochter und ich (a.d. 2012)

schiffsbauer / mein sohn Nicolai und ich (a.d. 2012)

das bündnis von Lukas, seinem bruder und dem pandabär (a.d. 2012)

meine söhne (a.d. 2012)

my cat (a.d. 2015)

des morgens (a.d. 2013)

tagesrad (a.d. 2014)

es schlafen noch alle (a.d. 2012)

eine hymne auf die melancholie (a.d. 2013)

irgendwann bleib ich dann dort (a.d. 2012)

hirschberg (a.d. 2015)

meine seele ist leise davongegangen (a.d. 2013)

nein – ich bleib mir treu (a.d. 2012)

zeit ist (a.d. 2012)

a schnips[a]l, oder i woas ned (mundart; a.d. 2012)

i kum zu dia (mundart; a.d. 2012)

richtiger film (a.d. 2015)

meine seele erkältet sich (a.d. 2013)

urlaub auf mallorca (a.d. 2015)

ich bleibe hippy-aner (a.d. 2012)

vergänglich (a.d. 2015)

südsee (a.d. 2015)

segeln (a.d. 2015)

am scheideweg (a.d. 2012)

besuchszeit (a.d. 2012)

wenn nach mir (a.d. 2012)

regen (a.d. 2015)

morgen (a.d. 2015)

verlassen (a.d. 2015)

leben (a.d. 2015)

der letzte morgen (a.d. 2012)

ich tät am liebsten davon laufen (a.d. 2012)

krankenlagerstätte (a.d. 2012)

‚krah’chende einsamkeit (a.d. 2012)

ERLEBEN & LEBEN

gans-esser (a.d. 2015)

heldenflüstern (a.d. 2015)

sommerhitze (a.d. 2015)

bahnhof eben (a.d. 2013)

unter den linden bin ich zu finden (a.d. 2012)

durch deutschland sind wir heut gefahrn (a.d. 2013)

fichtelgebirge (a.d. 2013)

salzburg (a.d. 2014)

bäume (a.d. 2015)

alpenland (a.d. 2014)

alpenrauschen (a.d. 2014)

hüttenzauber (a.d. 2014)

tourist (a.d. 2014)

handwerk wie geschmiert (a.d. 2015)

alter mensch wohin? (a.d. 2012)

tabu (a.d. 2013)

wie schön doch jede art (a.d. 2013)

die lust am dasein (a.d. 2012)

hoch hinauf (a.d. 2014)

der Regengott besucht mutter erde (a.d. 2013)

vor dem regen (a.d. 2012)

regenzauber (a.d. 2012)

regenbogenland (a.d. 2015)

sonnenmetapher (a.d. 2012)

affenhitze (a.d. 2012)

sommer (a.d. 2015)

frühling (a.d. 2015)

wolkenziehen (a.d. 2012)

frühling (a.d. 2015)

garten (a.d. 2015)

ein letzter sommerabend (a.d. 2013)

die mäntel werden dicker (a.d. 2013)

abendstimmig (a.d. 2012)

junger tag (a.d. 2015)

dschungelfieber (2015)

sonntagsglanz (a.d. 2012)

irgendwo ist nirgendwo (a.d. 2015)

aufgewacht in fremden bett (a.d. 2013)

worte (a.d. 2013)

die welt ist rund (a.d. 2013)

spatzen am bahnhof (a.d. 2013)

das stille land (a.d. 2013)

marienberg (a.d. 2015)

dann wird stille sein (a.d. 2013)

hinaus geht’s aufs land (a.d. 2013)

drei narben auf meiner seele (a.d. 2013)

koboldtreffen (a.d. 2013)

der muse und die dichter / vermählung (a.d. 2012)

drachen über bad kissingen (a.d. 2012)

kreuzung langer wege (a.d. 2012)

urahn (a.d. 2012)

zwei heilende hände / engelchen (a.d. 2012)

lyrik (a.d. 2012)

tag gebricht (a.d. 2012)

alte herren (a.d. 2012)

mein freund der gorilla (a.d. 2015)

wind, wind, wind (a.d. 2012)

fernsehabend (a.d. 2012)

1961 (a.d. 2012)

der faun (a.d. 2012)

die geschichte vom wicht / respekt (a.d. 2012)

alltag eines pessimisten (a.d. 2012)

alltag eines optimisten (a.d. 2012)

das zahn reiß-raus gedicht (a.d. 2012)

der stein aus dem verrückten krug (a.d. 2012)

ultrakurzes endgedicht (a.d. 2012)

mensch! (a.d. 2015)

gesundheit (a.d. 2012)

feierabend (a.d. 2012)

herbst (a.d. 2015)

heimat (a.d. 2015)

altstadt (a.d. 2015)

heiligkeit (a.d. 2015)

muttertag (a.d. 2015)

eulenbesuch (a.d. 2015)

effekt (a.d. 2015)

irrweg (a.d. 2015)

land`s end (a.d. 2015)

aufbruch (a.d. 2015)

worte (a.d. 2015)

die jährliche inventur (a.d. 2015)

neues lebensjahr (a.d. 2015)

abschied (a.d. 2015)

zur geburt (a.d. 2015)

blasmusik (a.d. 2015)

vogelsang (a.d. 2015)

FINALE

LITERARISCHES

ALTE GEDICHTE

das wertvollste,

sag mir: wo ist heimat,

the most miraculous message of christmas’ sight:

einem freund begegnet man immer in der gegenwart.

wenn schöne stunden scheiden

is it only a scream

die alte welt ist nun zerbrochen,

was uns da treibt,

große dinge geschehen im verborgenen.

man braucht so viel ordnung, dass man leben kann

;

es gibt viele sachen, die mir freude machen

warum ist alle so einsam

gedanken zu meiner schönsten liebe

des briefes größt geheimnis

des tages stunden gehen zu ende,

leute, die nicht haben immer,

the best you can do for others

reite weiter alter reiter

abendstunde

wenn die zukunft in der vergangenheit liegt

schlaf, kindlein, schlaf

was mir die sekunde auch kost’,

Gott! oh Gott, oh Gott!

"die zwillingsbuche ist gesprengt"

meine liebe B.,

das dämmerlicht uns all umringt

wenn d’seel fliagt (mund-artig)

hoamat (mund-artig)

a vogal muaß fliang (mund-artig)

LITERARISCHES: GESCHICHTEN

was ist liebe, fragte ein kleines kind seinen opa

wenn nachtschatten sich verspüren lassen:

es gab eine zeit, da lebte ein priester

;

gedanken

etwas, das uns weiter treibt

die geschichte vom regentropfen (für kinder)

LITERARISCHES: GEDANKENSCHWADEN

ein busch, halbzerissen im herbstlichen wind

erneut zugfahren.

dunkelheit umhüllt uns und starrt durch die fenster nach drinnen

ein ganzer tag in frankfurt am main

ICE. bring mich näher an zuhause!

würzburg und schweinfurt.

freitags, wenn es heimwärts geht

mittwoch, auf der fahrt zur arbeit

weihnachten wird’s.

himmelsblau.

osama bin laden

windhauch

ein lust- und trauerspiel: „der hohe buchener wald“ (a.d. 2015),

WORTFLÜGEL (A.D. 2012)

politische gedichte

die (wieder-) erschaffung des menschen (a.d. 2012)

(literaturpodium; beitrag zu: themenfreier gedichtband märz 2013)

über der urflut der finanzen

schwebte das goldene kalb und sprach:

die marktgesetze sollen alles richten.

und so geschah es.

die börse sah, daß es gut war.

das goldene kalb sprach weiter:

wie soll ich wachsen und gedeihen,

wenn ich ständig nur gegängelt werde?

werft ab von mir die bürden der gesetze und

des allgemeinwohls.

und so geschah es.

die börse sah, daß es gut war.

das goldene kalb sprach weiter:

wie soll ich stark werden und kämpfen,

wenn ihr meine futterquellen und banken

nicht befreit,

von den schulden der faulen kredite, die

drücken mich schwer?

im glauben an die gute sache verkaufte das

volk ihr letztes hemd für eine finanzspritze.

die börse sah, daß es gut war.

das goldene kalb fraß und fraß und fraß,

aber was man ihm auch opferte,

es wurde nie satt dabei.

so fraß es die rohstoffe, die wälder, die

nahrungsmittel und die felder.

am ende fraß es selbst die demokratien und

ideale, aber es war immer noch hungrig

nach mehr.

die börse ruhte nach all der anstrengung am

boden eines langen und steilen tiefs.

und es wurde abend und es wurde tag, ein

freitag.

dann kam die große hungersnot über die

verbraucher.

zuerst starben die habe-nichtse, also fast

alle, denn alle waren arm geworden.

dann bekämpften sich die wenigen

superreichen, die jetzt auch arm dran waren

und starben.

dann entpuppte sich das goldene kalb als

leere, aber gefräßige hülle, das übervolle

versprechen.

alle güter waren darin verdorben und aus

langer vernachlässigung zu nichts mehr zu

gebrauchen.

die börse der leute war leer geräumt, keine

drachme fand man unter den betten.

einzig herz, seele und verstand konnten

noch kultiviert werden.

die würde wurde zu jener zeit als zartes

pflänzchen wiederentdeckt.

dann geschah das wunder:

die verbraucher wurden wieder menschen,

der nachwuchs wieder kinder,

die senioren wieder alte menschen,

die israeliten und palästinenser freunde,

die märkte handelsplätze,

die ressourcen bodenschätze,

die energiepflanzen wieder nahrungsmittel

der regenwald heimat wilder tiere und

pflanzen

und das geld wurde wieder tauschmittel.

so geschah in jener zeit, daß eine arme,

kranke frau ihren arzt nach dessen

hausbesuch

mit eiern bezahlte, die ihre hühner kurz

zuvor im stall freiwillig gelegt hatten,

ohne mastmittel und antibiotika.

und alle waren zufrieden.

der geist des friedens und der genügsamkeit

schwebte über der ganzen welt.

die neuen kinder spielten gemeinsam ohne

aufsicht auf den straßen vor ihren häusern

und hatten einen neuen aufzählreim

erfunden, mit dem schlichten namen,

finanzgewitter:

„kommt ein hoch, kommt ein tief, was lief

schief?

welche blase zerplatzte, was die börse

verpatzte?

ene, mene muh, das goldne kalb bist du,

der stier, das war ein ochs, nimm das geld,

verzocks.“

danke an herrn günter grass für seine

wahren worte.

der wald unsrer kinder / aus liebe zum wald (a.d. 2004)

„ich ging in den wald und sah eine

baumplantage,

riesig, sauber geordnet wie mais auf dem

maisfeld.

ich ging in den wald und hörte lärmende

maschinen,

die baumpflanzungen umbrachen

und hörte nur den lärm und das krachen der

äste.

es war wie ein hilfeschrei. aber wer sollte ihn

hören?

kein vogelgezwitscher, keine emsige

nahrungssuche,

keine bettelnden tierkinder …

ich ging in das dorf und ich sah

industriegebiete inmitten flurbereinigter

felder.

ich sah straßen und autos, aber ich sah

keine menschen mehr, keine spielenden

kinder.

es gab niemand, der sich aufmachte seine

heimat zu entdecken.

die heimat war nun vollständig den

bedingungen der freien marktwirtschaft

untergeordnet.

der frühling war stumm, der dunkle wald

entzaubert, die alten bäume gewinnbringend

vermarktet. die alten märchen heimatlos.“

im erwachen begriff ich:

wald ist mehr als die summe seiner bäume.

wald ist hort unserer kultur.

wald ist heimat unserer seele.

der wald gibt mehr als nur das, was man

aus ihm herausschneiden kann.

daher bitte ich jeden, der den wald liebt so

wie ich:

lasst meinen traum nicht wahr werden,

sondern einen für wolf und wildnis,

jetzt und heute, für den wald unserer kinder.

neun gedankenverbote auf dem narrenschiff

oder „kampf zur bewahrung des wahnsinns“

(quelle: Dr. Robert Atzmüller, a. d. 2014, projekt „nachhaltigkeit“)

endliche ressourcen ließen sich nicht unendlich lang verbrauchen

nur das öl und gas, das nie gefördert wird, wäre auf dauer klimaneutral

es wäre auf dauer besser die krankheit zu heilen als die symptome

ein system ohne sinn und verstand ließe sich nicht erhalten

nachhaltigkeit aus schlechtem gewissen sei hilflos

der kapitalismus würde töten

internationale konferenzen seien zahnlose tiger

es gäbe kein grundrecht des menschen auf den ganzen planeten

nur eine katastrophe würde den gang der geschichte wirklich ändern

die zwölf grundsätzlichen thesen zur rettung der welt

- nicht mehr, aber auch nicht weniger (a.d. 2013)

nachhaltigkeit entsteht im kopf – nicht durch windräder. die wege der nachhaltigkeit heissen regionalität, saisonalität, teilen und zufriedenheit

es gibt keine alternative zur erde! wenn wir deren ökosystem verspielen – erreichen wir nie wieder ein anderes

biodiversität bewahren heisst alle tausend jahre kurz und sanft nach dem rechten schauen in der für die generationen von morgen reservierten anderen hälfte der welt, alles andere ist opportunismus und selbsttäuschung

es existiert kein recht auf naturbesitz – es ist gabe und geschenk – ausgehliehen vom morgen

oberste maxime jedweder politischen handlung muss es sein, alle lebenden und zukünftigen generationen ohne unterschied glücklicher zu machen – nicht reicher und mächtiger, nicht schöner oder älter

recht muss immer auf der seite des schwachen oder ungeborenen kämpfen und du bist darin angeklagter, richter und anwalt zugleich

heilige kühe und goldene kälber fressen und saufen dich arm – sie hören auf die namen märkte, globalisierung, infrastruktur, entwicklung, arbeitsplätze, wachstum, tourismus u.v.m.

lebenshilfe ist süss – entwicklungshilfe ist grausam

fortschritt und entwicklung sind die geistigen brüder von verwahrlosung und vernichtung

kapitalismus wäre eine wirtschaftsform unter vielen – aber sein kanibalismus ist krankhaft

maschinen und technik sind teufel – sie kommen als versprechen und hinterlassen leere

öl und strom sind das blut kalter geschöpfe – herberge und zeit das blut des lebens

zwölf verhaltensregeln auf einem narrenschiff

- reine formen des wahnsinns (a.d. 2013)

dem mensch gehört die ganze welt

natur, wie grund und boden, tiere und pflanzen, kann man besitzen

der mensch ist aller dinge mass

ziel von wirtschaft ist maximierung des bruttosozialproduktes

globales wachstum , fortschritt und industrialisierung sind ziele

mobilität, infrastruktur und verkehr sind auszubauen

handelsschranken sind per se schlecht, das gegenteil ist gut

wohlergehen bemisst sich in verbrauch und dollar pro tag

die naturwissenschaft erklärt die welt hinreichend

gleichberechtigung und gerechtigkeit sind mathematisch fassbar

menschen ohne arbeit sind schmarotzer und umgekehrt

die menschheit darf alles, was sie kann

wo ist die grenze künstlicher intelligenz? (a.d. 2015)

stellen sie sich vor, sie würden einen kleinen

teil eines/ihres gehirns abbilden durch

künstliche schaltkreise,

die mit ähnlichen antworten reagieren auf

impulse wie die natürlichen zellen und

verschaltungen,

also eine kleine hirnprothese. denkbar, nicht

unwahrscheinlich, sicherlich in zukunft

möglich, z.b. nach schlaganfall etc.

stellen sie sich vor, sie würden nun das

gesamte hirn stück für stück austauschen.

was haben sie dann am ende:

einen hochkomplexen künstlichen roboter,

der wie das ursprüngliche gehirn denkt,

fühlt, plant und liebt. that's it.

die antwort also auf obige frage: es gibt

keine grenze künstlicher intelligenz!

nächste frage: wann ist ihr arbeitsplatz

dran?

heute, morgen oder erst übermorgen.

es ist nicht die frage ob, sondern nur mehr

wann!

meinen sie wirklich irgend jemand könnte in

zukunft einer maschine mit

lichtgeschwindigkeits-schaltkreisen das

wasser reichen?

bestimmt nicht, auch nicht durch anpassung

und ewigem lernen.

die nächste evolutionsstufe sieht auf uns

zurück und herab, auf einen überholten

entwurf.

gibt es zu dieser entwicklung eine

alternative?

ja, da menschengemachtes durch

menschengemachtes geändert werden

kann.

bedingungen aus der heutigen wirtschaft

sind keine naturgesetze.

wir können sie ändern, wenn wir gemeinsam

wollen.

wir sollten sie ändern und anpassen, weil

sie, so wie sie sich heute dem planeten und

bewohnern zeigen, tödlich sind!

tödlich für wesen mit blut.

wer kann sie ändern und wann?

du und ich und worauf warten wir eigentlich?

diese letzte frage kann ich nicht, noch nicht,

beantworten!"

google will maschinen denken beibringen (a.d. 2015)

„was las ich da zur weihnachtszeit

ein gnom so kalt und doch so g’scheit

wird morgen meine lieben hüten

und google will es mir ausbrüten.

bei dieser henne fehlt der hahn

und immerzu derselbe wahn

warum steht dorten nicht zu lesen

was wollen diese fremden wesen?

was die werden weiß noch keiner

aber mammon das weiß meiner einer

soll in die prall gefüllten taschen

und unschuld soll die hände waschen.

wer denkt der ahnt was kommen mag

er ließt den satz vom ersten tag

mir glänzt der apfel – soll ich’s wag

vom baum mir baut den sichren sarg“

weltenende: eine traurige komödie in drei akten (a.d. 2012)

vorwort

langsam und leis dämmert schatten in die

welt.

am rande des erdkreises treffen wir auf

unsere eigenen taten.

die untertänigste natur erfüllt exakt, was wir

an ihr verraten.

eine globale seuche vernichtet allen

verstand: das geld.

1. akt

da ist ein lautes brüllen und ein leises

wimmern:

wir brauchen mehr, schneller und das

zügellos!

wir haben weniger, langsamer und sind

wehrlos,

hallt es aus den trümmern.

2. akt

die wilde jagd beginnt, ein hallalie.

irgendwo weint ein kind,

im rasenden stillstand zerinnt, hollala,

was Gott uns noch ließ vom paradies,

geschwind.

während noch die mäuse auf den tischen

tanzten,

war der vorrat leer geräumt.

3. akt

das ewige wunder wachstum,

knurrte der leere bauch,

ist nun ausgeträumt.

das brüllen wurd` leise,

das wimmern sehr laut.

doch lauter noch war das lachen der götter:

sie hatten beim menschen auf sand wohl

gebaut.

nachwort

im intelligenten kosmos wird nach

tausend jahr erzählt,

vom schwachsinn der menschheit

und über die verlorene welt.

endkampf (a.d. 2012)

die lebendige erde, ich erkannte sie kaum,

in zerrissenen lumpen, erschien mir im

traum:

kein fetzen mehr ganz und blutüberströmt,

mit zerschundenen händen und

sternengekrönt.

ihre augen aber, ein schauriges bild,

zu allem entschlossen, feurig und wild.

ich fürchte die räuber hackt sie entzwei.

das maß war voll, die schönheit vorbei.

ich wollte mich ducken, mit knien ganz

weich,

mit schwitzenden händen, erwachte

sogleich.

wir werden – steht fest – sollten wir`s

wagen,

im letzten kampf vernichtend geschlagen.

weihnachten am rio xingu (a.d. 2012)

weihnachten ist nicht mehr weit. wir feiern

schon seit 2000 jahren dieses fest der liebe

und des friedens. unsere kinder freuen sich

darauf. wir gehen gemeinsam in die kirchen,

unseren stätten, an denen wir spüren, dass

wir hier Gott ganz nah sein können. zu

seinem geburtstag.

weit weg von hier, in brasilien, leben

menschen wie du und ich. auch sie haben

ihre feste, ihre heiligen stätten, an denen sie

Gott ganz nah spüren. seit über 10000

jahren ist das so. es sind zufriedene

gesichter, die gesichter der fischer an ihrem

großen, fischreichen strom. ihre kinder

plantschen fröhlich am fluss, ihrem fluss, der

den mittelpunkt ihrer bescheidenen und

wundersamen heimat ausmacht.

jetzt und heute bricht sich schweres gerät

auf breiten schlammpisten durch den noch

jungfräulichen wald. der bekannte auto-

stern, das symbol einer neuen welt,

schimmert hell auf ihren kühlern. unsere

lastwägen schleppen unaufhörlich schweres

material zum fluss, zum heiligen fluss. „wir

brechen ihm das genick und reißen ihm die

gedärme raus“, schreit es laut durch das

chaos und verhallt auf den neuen öden

schlammhalden. seine wasser wälzen sich

neuerdings schwer an diesen dämmen

vorbei. an vielen stellen verjagen wir ihn aus

seinem alten bett und verdammen ihn in

neue rinnen. vielleicht besitzen flüsse eine

eigene würde, jedenfalls trugen sie hier die

geister des waldes über beinahe tausend

generationen hinweg, unaufhörlich bis zu

dem heutigen tag, als ihnen unser neuer

stern aufging. und mit dem fluss verlieren

die menschen identität, kultur,

selbstversorgung, stolz, naturreichtum und

zukunft. wir vernichten hier gnadenlos

heiligste strukturen und den frieden mit

dieser welt für lange zeit – wahrscheinlich

für immer.

hier entsteht das drittgrößte wasserkraftwerk

der welt mit einer vergleichbaren leistung

von 10 atomkraftwerken. nicht für diese

wenigen indianer am fluss sondern zur

aluminiumgewinnung für die autoflotten in

den reichen ländern, vor allem für uns in

europa. „spriteinsparende großfahrzeuge

durch gewichtsreduzierung dank aluminium“

wird es morgen in irgendwelchen

hochglanzbroschüren uns angepriesen. das

ist die heilige botschaft in unserer kalten

welt: eine wunderbare neue

technikgeneration ist uns geboren im

austausch zu den wundern des schöpfers im

regenwald.

das amazonasbecken beherbergt noch

mindestens 10 % aller lebensformen auf

unserem planeten. unsere kinder werden in

den schulen lernen: dieser wald war der

artenreichste lebensraum. sie werden in

den büchern lesen, dass vor dem einfall der

europäer und vor der eroberung des

ungeschützten amazoniens über 200

indigene völker dort ihre heimat hatten. es

war eine welt, die wir nicht verstanden, eine

majestätische welt mit zufriedenen

menschen, die mit sich und der umwelt seit

tausenden jahren in harmonie standen.

vielleicht erinnert man sich an die 16

stämme am rio xingu mit ihren eigenen

sitten, gebräuchen und sozialsystemen.

wahrscheinlich aber wird alles

untergegangen sein, mit den neuen,

schönen projekten, noch bevor wir das

sterbende aufgezeichnet hatten.

jedenfalls lässt sich sicherlich in den uns

heiligen firmenbüchern nachlesen, dass

große unternehmungen, wie voith hydro

oder siemens oder daimler, dort in jenen

tagen millionenumsätze eingefahren haben.

die gesänge der indianer am fluss, das

heitere treiben der kinder werden dann

lange verstummt sein. mit ihnen verliert die

welt eine unbeschreibliche fülle an arten und

lebensgemeinschaften unter den augen der

ganzen aufgeklärten welt: über 100

millionen jahre der evolution verspielt in

einer einzigen generation, geopfert auf dem

unersättlichen altar des kapitalismus.

dass die lehrbüchern unserer kinder die

frohbotschaft verkünden werden, der

verdammte damm, belo monte, der 500 qkm

urwald überschwemmen sollte und 30000

indianer vertrieben hätte, mitsamt ihrer

reichen kultur, wurde doch nicht gebaut.

dass die vernunft einzelner weniger dazu

wesentlich beigetragen hat. dafür kämpfen

wir, dafür unterschreiben wir, dafür danke

ich allen für den mut, im zeiler kirchenkino

und für eure unterschriften in den

verschiedenen aktionen in den letzten

wochen. dafür gibt es weihnachten, dafür

feiern wir weihnachten, das fest des

friedens, der hoffnung und der liebe. dafür

danke ich dem bischof vor ort, herr erwin

kräutler, für seinen täglichen, persönlichen

und lebensgefährlichen einsatz.

ein frohes weihnachtsfest für euch, euren

familien und für die menschen reinen

herzens am rio xingu.

rio xingu (a.d. 2012)

auch heut‘ vernahm ich stumm,

am rio xingu geht der teufel um.

die kolonialzeit – irrt ich – wär schon lange

rum,

doch erobert land wird nie mehr frei

gelassen,

der indio stört, er füllt nicht uns ’re kassen.

ach wie gut, dass niemand weiß,

dass ich auf die biodiversität sch[au!].

der stolze indianer bricht, seine heimat wird

ersaufen,

ihre ahnen sterben, sie werden’s nicht

erretten.

welch‘ freud, die seelenfänger taufen,

welch‘ großes fest für die bäuche uns‘rer

fetten!

ach wie gut, dass niemand weiß,

dass ich auf die biodiversität sch[au!].

am kongo fällt der letzte baum,

indonesiens wald verfeuert,

amazonien war der letzte traum

und wieder mal den wunsch erneuert:

ach wie gut, dass niemand weiß,