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Jedem Ort, an dem wir spüren, dass da etwas ganz Besonderes verborgen liegt, «wohnt ein Zauber inne». Und es geschieht Ausserordentliches, wenn uns dieser Zauber in seinen Bann schlägt und es uns gelingt, davon zu erzählen. Die «Gedichte vor Ort» wollen von dieser Faszination erzählen und deutlich machen, wie sehr das Verweilen an solchen Orten unsere Wahrnehmung ungemein bereichern kann.
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Seitenzahl: 23
Veröffentlichungsjahr: 2019
Für Christine
Das Gedicht
ist die grösstmögliche Freiheit
auf engstem Raum.
Jan Wagner
Georg-Büchner-Preis-Träger 2017
Wer hat nicht schon Orte und Situationen erlebt, die eine überraschende, ungeheure und faszinierende Erfahrung ausgelöst haben? Diese Augenblicke lassen sich schwer in Worte fassen, reichen sie doch viel tiefer in unser Inneres, weil sie besonders emotional gestimmt sind. Vielleicht kann hier gerade die Lyrik, die nicht auf Erklärungen, Definitionen und Analysen festgelegt ist, Annäherungen bieten und das zur Sprache bringen, was sich sonst sprachlich weniger vermitteln lässt.
Das ist auch der Fall, wenn es um den «genius loci» geht, den atmosphärischen Sinn («genius») eines Ortes («locus»). Dieser kann sowohl in einem Naturphänomen liegen als auch in einem Ort, der menschengemacht ist. Es ist ein verborgener Sinn, der sich wegen seiner Komplexität nie ganz erschliessen lässt.
Mit seiner dreiteiligen Struktur (Bild, Information, Gedicht) will das Buch die Leseerfahrung von lyrischen Texten zugänglicher machen. Bilder und Informationen dienen diesem Anliegen und wollen nicht die Interpretation des Gedichts ersetzen. Mit diesen Vorgaben ist jede Leserin, jeder Leser eingeladen, sich den Gedichten auszusetzen und – zusammen mit dem Autor – sich auf die Suche nach dem «verborgenen Sinn» zu begeben, der all den vorgestellten Orten innewohnt.
Das Erleben des «genius loci» verdankt sich eher dem Zufall, unvorhergesehen, ein Kaleidoskop der verschiedensten Eindrücke. Deshalb wird für die Anordnung der Gedichte die alphabetische Reihenfolge bevorzugt und kein Inhaltsverzeichnis vorgegeben, das thematisch strukturiert wäre.
Die Sprache der Gedichte ist vor allem einer narrativen Lyrik geschuldet, weil so das Erlebnishafte in der Begegnung mit dem «genius loci» angemessener vermittelt werden kann.
Fliesenfragment aus einem ehemaligen Zisterzienserkloster aus dem 12. Jahrhundert in der Pfalz
Die Akanthus-Pflanze war für die Griechen ein Symbol der Unsterblichkeit. Das Akanthus-Motiv gelangte über die römische in die frühchristliche romanische Baukunst. Die Bildhauer der romanischen Epoche stilisierten sehr häufig die Blätter, weil ihnen wahrscheinlich keine genaueren botanischen Kenntnisse zur Verfügung standen (siehe Fliesenfragment!). Solche stilisierten Blätter wiesen sowohl auf «Lebensbäume» hin wie auch auf das Paradies.
Akanthus
| Ehemaliges Zisterzienserkloster, Pfalz
Franz Eckert
Am rechten Fuss
Franz Eckert
Die Tür
| Pfalzkapelle in Aachen
Domkapitel Aachen, Dombauhütte
Auf einem Ast
Alexander Eckert
Basra
| Irak
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Das Fenster
| Kölner Dom
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Der Reiter
| Bamberg
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Die Alpen
| Berner Alpen, Schweiz
Alexander Eckert
Die Eibe
| Schweizer Jura
Alexander Eckert
Die Flöte
| Schelklingen, Schwäbische Alp
Hilde Jensen, Universität Tübingen
Hinterm Dorf unten am Berg |
Pfalz
Alexander Eckert
Die Torhalle
| Lorch in Hessen
Franz Eckert
Die Zigarette des Generals
Franz Eckert
Ephesus
| Türkei
Franz Eckert
Auf dem Forum Romanum
| Rom
Valentine Koledoye
Im Schlaf
Franz Eckert
Im Tal
| Pfälzer Wald
Alexander Eckert
Im Wartezimmer
Franz Eckert
In der Krypta
| Dom zu Speyer
Alexander Eckert
In Wald und Feld
Alexander Eckert
Mezquita
| Cordoba, Spanien
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In Nazareth
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Ronchamp, Notre-Dame-du-Haut
