Gefahr für eine alte Freundschaft - Patricia Vandenberg - E-Book

Gefahr für eine alte Freundschaft E-Book

Patricia Vandenberg

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Beschreibung

Die schönsten Dr. Norden Romane in einer Serie zusammengefasst. Für Dr. Norden ist kein Mensch nur ein 'Fall', er sieht immer den ganzen Menschen in seinem Patienten. Er gibt nicht auf, wenn er auf schwierige Fälle stößt, bei denen kein sichtbarer Erfolg der Heilung zu erkennen ist. Er sucht nach Hintergründen, nach der Ursache, warum dem Patienten nicht zu helfen ist. Immer an seiner Seite ist seine Frau Fee, selbst eine großartige Ärztin, die ihn mit feinem, häufig detektivischem Spürsinn unterstützt. Auf sie kann er sich immer verlassen, wenn es darum geht zu helfen. »Wo bleibt denn Janni?«, erkundigte sich Felicitas Norden sichtlich verwundert. Wie fast jeden Morgen saß sie gemeinsam mit ihrem Mann Daniel und den Kindern Felix, Anneka und Dési am schön gedeckten Frühstückstisch. Der älteste Sohn Danny hatte vor Kurzem eine eigene Wohnung bezogen, und so fehlte eigentlich nur der jüngste Sohn der Familie. »Janni ist noch im Bad«, gab Désirée bereitwillig Auskunft und schob einen großen Löffel Müsli in den Mund. Während sie kaute, grinste sie verdächtig. »Was ist? Warum lachst du so?«, erkundigte sich Fee, während sie zuerst ihrem Mann Daniel und dann sich selbst Kaffee einschenkte. »Weil er inzwischen im Bad länger braucht als Anneka. Er muss sich stylen.« Désis Ton verriet, was sie von den brüderlichen Bemühungen hielt. Felicitas lachte. »Ist doch gut, dass er sich pflegt«, gab sie zu bedenken. »Mal abgesehen davon, dass er die Eitelkeit nicht gestohlen hat.« Sie schickte ihrem Mann einen vielsagenden Blick aus vergnügt funkelnden Augen, der Daniel selbstverständlich nicht verborgen blieb. »Was willst du damit sagen?«, hakte er denn auch sofort nach.

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Seitenzahl: 112

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Dr. Norden Liebhaber Edition – 16 –Gefahr für eine alte Freundschaft

Zerstört Danny Norden die Karriere eines Topmodels?

Patricia Vandenberg

»Wo bleibt denn Janni?«, erkundigte sich Felicitas Norden sichtlich verwundert. Wie fast jeden Morgen saß sie gemeinsam mit ihrem Mann Daniel und den Kindern Felix, Anneka und Dési am schön gedeckten Frühstückstisch. Der älteste Sohn Danny hatte vor Kurzem eine eigene Wohnung bezogen, und so fehlte eigentlich nur der jüngste Sohn der Familie.

»Janni ist noch im Bad«, gab Désirée bereitwillig Auskunft und schob einen großen Löffel Müsli in den Mund. Während sie kaute, grinste sie verdächtig.

»Was ist? Warum lachst du so?«, erkundigte sich Fee, während sie zuerst ihrem Mann Daniel und dann sich selbst Kaffee einschenkte.

»Weil er inzwischen im Bad länger braucht als Anneka. Er muss sich stylen.« Désis Ton verriet, was sie von den brüderlichen Bemühungen hielt.

Felicitas lachte.

»Ist doch gut, dass er sich pflegt«, gab sie zu bedenken. »Mal abgesehen davon, dass er die Eitelkeit nicht gestohlen hat.« Sie schickte ihrem Mann einen vielsagenden Blick aus vergnügt funkelnden Augen, der Daniel selbstverständlich nicht verborgen blieb.

»Was willst du damit sagen?«, hakte er denn auch sofort nach. »Ich bin überhaupt nicht eitel.«

»Und warum hast du dir dann Gel in die Haare gemacht?« Skeptisch betrachtete Anneka, die älteste Tochter der Familie Norden, den neuen schicken Haarschnitt ihres Vaters.

»Die Friseurin hat gesagt, dass man das heutzutage so macht.« Daniel räusperte sich eine Spur verlegen, als Felix aufstand.

Anders als sonst hatte er sich nicht an der munteren Plauderei beteiligt, sondern war mürrisch und unfroh.

»Ich muss los«, verkündete er in Fees fragendes Gesicht hinein.

»Du bist so still. Stimmt was nicht?«

»Ich hab gestern Abend bis acht gearbeitet und dann bis Mitternacht gelernt. Wir schreiben heute Matheklausur. Also entschuldigt, dass ich nicht wie sonst fröhlich herumhopse«, erwiderte er ungewöhnlich barsch und verschwand ohne ein weiteres Wort im Flur. Gleich darauf fiel die Haustür krachend ins Schloss.

»Herrje!«, seufzte Felicitas und sah ihren Mann vielsagend an. »Ich finde es ja gut, dass er sich im Supermarkt ein bisschen Taschengeld dazuverdient. Aber wenn das auf Kosten seiner guten Laune geht...«

»Ach, das wird schon wieder«, winkte Daniel unbeschwert ab und leerte seine Kaffeetasse. Auch für ihn wurde es langsam Zeit aufzubrechen. »Spätestens dann, wenn er nach dem Abitur von dem selbst verdienten Geld auf Reisen gehen kann …«

In diesem Augenblick tauchte Janni im Esszimmer auf. Wie Dési schon verraten hatte, hatte er ganz offensichtlich die Gunst der Stunde genutzt und sich am neuen Gel seines Vaters bedient. Seine kurz geschnittenen Haare standen wie Stacheln zu allen Seiten ab.

»Oh, ist das die neueste Mode?«, fragte Fee amüsiert und betrachtete ihren jüngsten Sohn.

Mit ihren anderen Kindern hatte sie glücklicherweise schon genug erlebt und jede Menge Trends mitgemacht, um sich nicht aufzuregen. Aus Erfahrung wusste sie, dass sich die Vorlieben manchmal schneller änderten als das Wetter.

»Hmm.« Dieses Thema war Janni sichtlich unangenehm. Da er ohnehin spät dran war, nahm er nur eine Banane aus dem Obstkorb und trank im Stehen ein Glas Milch. »Kommst du?«, fragte er dann seine Zwillingsschwester. »Wir müssen los.«

Er umarmte zuerst Fee, dann Daniel und machte Anstalten, das Zimmer zu verlassen.

»Viel Spaß in der Schule!«, schickte Fee ihrem Jüngsten nach.

»Wie denn?«, murrte Janni. »Ich schreib heute Englisch.«

»Wird schon schiefgehen!«, bemerkte Daniel unbedarft.

Janni schnitt eine Grimasse.

»Das glaub ich diesmal auch!« Mit diesen Worten verschwand er, und Dési folgte ihm, nachdem auch sie sich von ihren Eltern verabschiedet hatte.

»Du meine Güte, was ist denn heute los?«, seufzte Daniel, als er endlich mit seiner Frau allein war.

Doch Felicitas winkte lachend ab. Im Gegensatz zu ihrer Kinderschar hatte sie blendende Laune und freute sich auf einen neuen Tag in der Psychiatrischen Kinderabteilung der Behnisch-Klinik, wo sie einen Teil ihrer Fortbildung zur Kinder- und Jugendpsychiaterin absolvierte.

»Die Launen unseres Gemüts sind noch seltsamer als die unseres Schicksals«, zitierte sie den Ausspruch eines französischen Schriftstellers, den sie kürzlich gelesen hatte.

»Und glücklicherweise genauso unbeständig«, ergänzte Dr. Norden den Ausspruch seiner Frau lächelnd und beugte sich zu ihr hinüber, um sie zärtlich zu küssen.

»Nora-Darling, aufwachen! Es wird Zeit!« Cedric Johnston stand vor der Hotelzimmertür seines Schützlings, des international gefragten Models Nora Michaelis, und klopfte an. Als er keine Antwort bekam, wurde sein Klopfen energischer. »Du musst zum Arzt und dann zum Flughafen. Der Flieger wartet nicht auf uns.«

Nur langsam kehrte Nora aus tiefem Schlaf, der einer Ohnmacht mehr glich als erholsamer Nachtruhe, an die Oberfläche ihres Bewusstseins zurück. Nach und nach kam die Erinnerung an die vergangenen Tage und mit ihr der Schmerz zurück. Während eines Castings für eine anerkannte Münchner Modemarke war sie gestolpert und so unglücklich gestürzt, dass ihr die Kniescheibe herausgesprungen war. Damit war der Auftrag an ihre ärgste Konkurrentin Kessy Sandler gegangen und Nora bei Dr. Norden gelandet. Sie kannte und schätzte den Vater ihres ehemaligen Schulkameraden Danny Norden seit vielen Jahren und hatte sich über das Wiedersehen sehr gefreut. Die Freude war beidseitig gewesen, auch wenn Dr. Norden über die schlechte Verfassung erschrocken war, in der sich Nora befand. Sie war erschreckend mager geworden, ihre Haut fahl und das Haar glanzlos und ohne Spannkraft. Daniel hatte aus seinem Schrecken keinen Hehl gemacht und damit den Zorn von Noras Manager auf sich gezogen.

»Nora! Hörst du mich!« Wieder tönte Cedrics Stimme an ihr Ohr, diesmal deutlich ungeduldig.

»Ja, ja, ich bin schon wach«, erwiderte das Model widerwillig und schlug die Augen auf.

Das Modelgeschäft war anstrengender als erwartet, und der ständige Stress, der Konkurrenzkampf, fraß sie förmlich auf. Trotzdem gab es keinen Weg aus dem Karrierekarussell.

Cedric Johnston atmete laut hörbar aus.

»Dann beeil dich. Ich habe dir Obst und Saft aufs Zimmer bestellt. In zehn Minuten erwarte ich dich in der Lobby.« Seine Stimme duldete keinen Widerspruch. Seufzend schlug Nora die Decke zurück und schwang die mageren Beine aus dem Bett, das sie am liebsten nie mehr verlassen hätte.

*

»Ah, da bist du ja!« Als er seinen erfolgreichen Schützling entdeckte, sprang Cedric von dem bequemen Sessel in der Lobby des Hotels auf und eilte auf Nora zu. »Toll siehst du aus, Darling. Wie fühlst du dich?« Er fasste sie an den mageren Schultern, küsste sie links und rechts auf die ausgezehrten Wangen und schob sie ein Stück von sich, um sie kritisch zu begutachten. »Hast du gegessen?«

»Ja!« Das war eine glatte Lüge. Obwohl sie die frischen Früchte verlockend angelacht hatten, hatte Nora kein Stück angerührt. Wie so oft in letzter Zeit war ihr die Kehle wie zugeschnürt. »Ist das Taxi schon da?«, erkundigte sie sich mit einem Blick durch die Glastüren hinaus in den hellen sonnigen Sommermorgen.

Cedric nickte und fasste sie sanft am Ellenbogen.

»Es wartet schon draußen. Du brauchst dich um nichts zu kümmern. Ich habe schon bezahlt und das Gepäck holen lassen«, erklärte er süßlich, um Nora gewogen zu stimmen. Am vergangenen Abend hatten sie eine Meinungsverschiedenheit gehabt.

Insgeheim war dem Model die Verletzung ganz recht gekommen. Nora hatte gehofft, auf diese Weise dem sich immer schneller drehenden Karriere-Karussell zu entkommen, auf dem Cedric sie festgeschnallt hatte. Der Stress der vergangenen Jahre war nicht spurlos an ihr vorbeigegangen. Nicht nur das glanzlose Haar und die bleiche farblose Haut waren ein Indiz dafür, dass sie an ihre Grenzen ging. Auch ihre inzwischen fast erschreckende Magerkeit ließ erkennen, dass es um ihre Gesundheit nicht zum Besten bestellt war.

Doch Cedric Johnston ignorierte diese Alarmzeichen geflissentlich und hatte ungeachtet der Verletzung seines Schützlings und ohne Nora darüber zu informieren einen Flug nach Brisbane gebucht. Darüber war das Model zu Recht aufgebracht gewesen, und ihr Manager wollte alles dafür tun, um ihre Stimmung zu heben. Trotzdem blieb das Lächeln auf Noras Lippen dünn.

»Danke!«, sagte sie nur und stieg ins Taxi, das sie in die Praxis Dr. Norden und danach zum Flughafen bringen würde.

»Heute habe ich uns einen Reissalat mitgebracht, mit Zucchini und Tomaten«, erklärte Dr. Nordens treue Assistentin Wendy, als sie an diesem herrlichen Sommermorgen ihre Tasche auspackte. Seit Danny Norden in die Praxis seines Vater eingestiegen war und sich die Zahl der Patienten deutlich erhöht hatte, hatte Dr. Norden ihr eine Kollegin an die Seite gestellt. Nach anfänglicher Skepsis hatte Wendy die ehemalige Krankenschwester Ja­nine Merck schnell ins Herz geschlossen.

»Das passt ja ganz hervorragend zu den Saté-Spießen, die ich uns gestern gebraten habe«, freute sich Janine und stellte die Dose mit der asiatischen Köstlichkeit in den Kühlschrank. Die beiden Frauen hatten es sich angewöhnt, sich gegenseitig zu bekochen und die mitgebrachten Köstlichkeiten gemeinsam in der Mittagspause zu verspeisen. »Ich musste Lorenz mit aller Gewalt davon abhalten, sie alle aufzuessen«, berichtete Janine und schüttelte tadelnd den Kopf.

Wendy lachte und schlüpfte in den Kittel. Es war noch früh am Morgen, und es blieb Zeit genug, um Kaffee zu kochen und ein paar Vorbereitungen zu treffen, ehe die ersten Patienten des Tages eintreffen würden.

»Wie fühlt es sich denn an, nach dieser Zeit wieder einen Mann im Haus zu haben?«, erkundigte sie sich.

Janines Verlobter Lorenz Herweg arbeitete in der Firma seines Vaters und baute eine Zweigstelle in den USA auf. Da Janine die Stelle bei Dr. Norden nicht aufgeben wollte, führten die beiden seit einigen Monaten eine Fernbeziehung.

»Etwas komisch war es am Anfang schon«, gestand Janine offenherzig und zog eine der großen Schubladen auf, in denen die Patientenkarten aufbewahrt wurden. »Zuerst war er mir richtiggehend fremd. Aber das hat sich glücklicherweise nach ein paar Stunden gegeben. Und jetzt gefällt es mir so gut, dass ich ihn eigentlich nicht wieder gehen lassen möchte.«

»Na, ein paar Wochen ist er ja noch im Lande«, versuchte Wendy, ihre Kollegin, die ihr schnell zu einer guten Freundin geworden war, zu trösten. »Eigentlich ist so eine Fernbeziehung gar keine schlechte Sache«, fuhr die überzeugte Single­frau fort. »Auf der einen Seite kannst du dein eigenes selbstbestimmtes Leben führen und bist unabhängig. Und auf der anderen Seite kannst du alle paar Wochen die schönen Seiten einer Beziehung genießen, ohne Angst haben zu müssen, dass der Alltag und damit die Langeweile einkehrt.« Mit zwei Kaffeetassen in der Hand trat Wendy aus der kleinen Küche.

Janine versetzte der Schublade mit einem gekonnten Hüftschwung einen sanften Stoß, sodass sie lautlos zufiel. Dabei lächelte sie, fast ein wenig traurig, wie es Wendy schien.

»Das stimmt schon«, räumte sie ein. »Auf der anderen Seite können Lorenz und ich eben so vieles nicht teilen. So vieles nicht zusammen erleben. Und für Spontaneität ist schon gar kein Platz. Die Wochen, in denen er hier ist, müssen sorgfältig geplant werden, damit sich auch ja keiner der Familie und seiner Freunde vernachlässigt fühlt.« Nachdenklich legte sie die Patientenkarten in zwei Stapeln – einen mit Dannys Patienten und einen zweiten mit den Patienten von Dr. Norden – auf den Tresen. Schließlich rang sie sich ein tapferes Lächeln ab. »Aber ich will mich nicht beklagen. Schließlich war es meine Entscheidung, nicht mit Lorenz zu kommen. Und solange ich Freunde habe wie dich, muss ich mich nicht vor der Einsamkeit fürchten.«

»Apropos Freunde«, erinnerte sich Wendy an einen Plan, den sie vor einiger Zeit ausgeheckt hatte. »Wir wollten doch mal zusammen mit ein paar anderen was Schönes kochen. Ich hab in der Bücherei ein thailändisches Kochbuch mit fantastischen Bildern und Rezepten entdeckt, von denen ich gern ein paar ausprobieren würde.«

»Ich liebe die asiatische Küche«, geriet Janine unvermittelt ins Schwärmen. Ihrer schmalen, mädchenhaften Statur war nicht anzusehen, dass Kochen und Essen zu ihren großen Leidenschaften gehörten. »Kennst du Pad Thai? Das sind Reisnudeln mit Sojasprossen und, nach Geschmack, gebratenem Hühnchen, das mit gemahlenen Erdnüssen und verschiedenen Gewürzen verfeinert wird. Lecker, sag ich dir!«

»Klingt ausgesprochen verlockend, meine Damen. Wann darf ich zum Essen kommen? Heute Abend habe ich leider schon was vor. Ich treffe einen Schulfreund. Aber sonst hab ich Zeit«, erklang eine männliche Stimme aus dem Hintergrund. Über ihrem munteren Geplauder hatten weder Wendy noch Janine bemerkt, dass Danny Norden hereingekommen war. »Ich revanchiere mich auch mit den besten Rosinenschnecken der Stadt!«, versprach er mit vergnügt blitzenden Augen und stellte eine große Tüte auf den Tresen, aus der ein verlockender Duft strömte. »Wahlweise kann ich auch Nusszopf oder diese unglaublich leckeren Quarkbällchen anbieten«, schmeichelte er sich grinsend bei den Assistentinnen ein. Nicht vergebens.

Janine seufzte verzückt.

»Schon praktisch, so eine Freundin zu haben, die in einer Bäckerei jobbt.« Sie lugte in die Tüte, als von draußen Stimmen zu hören waren. Gleich darauf öffnete sich die Tür, und eine atemberaubend schöne Frau trat ein, gefolgt von einem eher unscheinbaren Mann, der eindringlich auf die Schönheit einredete.

Verwundert warf Danny einen Blick auf die Uhr.

»Guten Morgen, die Herrschaften«, unterbrach er die Besucher freundlich.

Cedric Johnston verstummte und widmete seine Aufmerksamkeit dem jungen Arzt.

»Schönen guten Morgen, junger Mann«, begrüßte er Danny sichtlich skeptisch. Es war ihm anzusehen, dass er jemand anderen erwartet hatte. »Wir haben einen Termin bei Dr. Norden.«

»ICH habe einen Termin bei Dr. Norden«, verbesserte Nora Michaelis ihren Manager bissig. Für gewöhnlich war sie weder zickig noch legte sie irgendwelche Starallüren an den Tag. Doch in letzter Zeit behandelte Cedric sie auf eine Art und Weise, die ihr immer mehr missfiel.

Sie hob die Augen und musterte Danny einen Moment. Dann veränderte sich ihre Miene und wurde von einem erfreuten Leuchten erhellt.

»Danny, bist du das wirklich? Ich kann es kaum glauben!«