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Gregory wünscht sich nichts mehr als ein normales Leben. Mit seinen Freunden abzuhängen und Spass zu haben, wie jeder andere achtzehnjährige Junge. Aber wie kann man ein normales Leben führen wenn man erfährt, dass man zum Retter eines ganzen Klans erkoren worden ist und ein Teil dieses Klans, der verdammt an die Mafia erinnert, einem offensichtlich nach dem Leben trachtet? Wenn plötzlich ständig etwas in Flammen aufgeht, oder andere eigenartige Dinge passieren wenn man sich aufregt? Ein wahrhaft schwieriges Unterfangen in dieser Situation einen klaren Kopf zu bewahren und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Eine waghalsige Under Cover Aktion bringt ihn schliesslich in Lebensgefahr. Und da ist auch noch Leyla, die seine Gefühlswelt so durcheinanderbringt, dass er unvorsichtig wird, auffliegt und zum Gejagten wird. Wird es ihm gelingen seine Mission zu erfüllen, eine mysteriöse Prophezeiung zu entschlüsseln und seinen Feinden zu entkommen?
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Seitenzahl: 504
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Sonja Wuthrich
Gefährliche Elemente
Der Retter
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Zusammenfassung
Prolog
Leyla
Gregory
Leyla erlebt eine böse Überraschung
Gregorys harte Landung
Leylas Erleuchtung
Ein Unheil kommt selten allein
Brooklyn stalkt Aiden
Jason, Greyson und andere Unfälle
Feuerwerk und Kräuterkunde mit Aiden und Mila
Ein verhängnisvolles Konzert
Brooklyn am Boden zerstört und waren das tatsächlich Harry Styles und Niall Horan inkognito in der Subway?
Gabe
Angel
Toronto, Scarborough - der Genpool der Superlative
Zwei Geier treffen sich
Die Versammlung der Geier
Civic Park - Covenant Church
Mila, die Giftmischerin
Gabes Test
Brooklyn hat ein Problem
Gregory trifft Gabe
Wer hat Angst vor Vincenzo Nyberg?
Aiden kommt zu spät
Das Sommerfestival
Der Countdown läuft – Alex kann den Mund nicht halten
Gabes Rache
Der Morgen danach
Amnesie
Die Rettung des Retters
Port Hope
Die Prophezeiung
Mission Gegengift
Wer zum Teufel ist Alice?
Elm Hirst Ressort
Mädels Abend
Schulalltag
Ein Engel mit teuflischen Absichten
Eine Party fällt ins Wasser
Ein Unwetter zieht auf
Das Böse lauert fast überall
Nach dem Sturm
Eine Krähe namens Moonworthy oder wie entlarvt man einen Zeugen?
(Poly)nomen est omen
Chayton Moonworthy
Natalie Hastings
Ein Tag wie jeder andere
Der Unfall
Wo ist Gregory?
Das Cottage im Schilf
Informanten leben gefährlich
Gangster im Schilf
Krokodile unter sich
Die sizilianischen Pfeiler
Die fast perfekte Flucht
Es ist vorbei!
Impressum neobooks
Gregory wünscht sich nichts mehr als ein normales Leben.
Mit seinen Freunden abzuhängen und Spass zu haben, wie jeder andere achtzehnjährige Junge.
Aber wie kann man ein normales Leben führen wenn man erfährt, dass man zum Retter eines ganzen Klans erkoren worden ist und ein Teil dieses Klans, der verdammt an die Mafia erinnert, einem offensichtlich nach dem Leben trachtet?
Wenn plötzlich ständig etwas in Flammen aufgeht, oder andere eigenartige Dinge passieren wenn man sich aufregt?
Ein wahrhaft schwieriges Unterfangen in dieser Situation einen klaren Kopf zu bewahren und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Eine waghalsige Under Cover Aktion bringt ihn schliesslich in Lebensgefahr.
Und da ist auch noch Leyla, die seine Gefühlswelt so durcheinanderbringt, dass er unvorsichtig wird, auffliegt und zum Gejagten wird.
Wird es ihm gelingen seine Mission zu erfüllen, eine mysteriöse Prophezeiung zu entschlüsseln und seinen Feinden zu entkommen?
Die Strasse verschwamm vor seinen Augen, mühsam stolperte er vorwärts.Jeder Schritt war eine Qual. Seine Beine fühlten sich an, als ob sie gar nicht zu seinem Körper gehörten. Er fiel beinahe vom Gehsteig, torkelte auf die Strasse hinaus und ein vorbeifahrender weisser Ford konnte gerade noch rechtzeitig durch ein gewagtes Ausweichmanöver einen Zusammenstoss verhindern. Der Fahrer stiess ein paar wüste Flüche aus und donnerte vorbei, ohne anzuhalten. Er fühlte sich wie benebelt, die Sonne brannte erbarmungslos auf ihn herab und der Schweiss rann ihm in Strömen über das Gesicht. Ihm wurde von seinem eigenen Gestank übel. Irgendwie rochen die Ärmel seiner verschmutzten Jacke säuerlich nach eingetrockneter Kotze und abgestandenem Wodka. Er hatte nicht die leiseste Ahnung, wie er hierhergekommen war. Mühsam schleppte er sich weiter und schlurfte an einer Kirche vorbei. Irgendwoher kannte er diese Kirche. Er hustete, bis er fast keine Luft mehr bekam. Die Sonne stand hoch am Himmel, es musste Mittag oder früher Nachmittag sein. Wo zum Henker war er? Was war mit ihm passiert? Er kam am Eingang des hinter der Kirche gelegenen Friedhofs vorbei, der weit offen stand und passierte das schmiedeeiserne Tor. Die Sonne schien ihn innerlich zu verbrennen. Er legte seine schmutzige Hand vor die Augen und erspähte eine hölzerne Parkbank, die nicht allzu weit entfernt war. Sie stand im Schatten einer Trauerweide. Unter Aufbietung seiner letzten Kräfte schleppte er sich zu der Bank. Beinahe hatte er es geschafft, aber kurz bevor er dort ankam, wurde ihm schwarz vor Augen. Er krachte zu Boden und verlor die Besinnung.
Gefährliche Elemente
Der Retter
© Copyright by Sonja Wuthrich 2014 Alle Personen, Situationen und Ereignisse sind fiktiv
Mein Name ist Selena Gomez, ich bin berühmt und alle lieben mich. Allerdings habe ich nicht wirklich ein glückliches Händchen, was die Auswahl meines Freundes betrifft, aber na ja ...Ich kann mich jedenfalls vor lauter Verehrern kaum retten.Sie warf sich Kusshände zu und betrachtete sich im Spiegel. Leider sah die Wahrheit anders aus. Leyla Johnson-Rossi betrachtete sich leicht irritiert im Spiegel. Heute sah sie ja wirklich wieder einmal atemberaubend aus. Sie hatte Augenringe, da sie ihren Vampir-Roman bis spät in die Nacht zu Ende gelesen hatte. Mit dem Resultat, dass sie danach nicht mehr schlafen konnte und überall schwarze Kapuzenmänner stehen sah. Als die Morgendämmerung anbrach, war sie endlich eingeschlafen und bald darauf hatte der Wecker erbarmungslos geklingelt. Sie betrachtete die Pickel auf ihrer Nase. Die waren gestern doch noch nicht da gewesen, oder? Wo war bloss ihr Pickelstift? Ihre Mutter liebte Ordnung über alles und räumte immer alles weg, was herumlag. Was meist ein Nimmerwiedersehen bedeutete.
Ihre Frisur glich heute einem ausgetrockneten Busch oder einem Staubwedel. Je nachdem, von welcher Seite aus man sie betrachtete, dachte sie bei sich und verzog den Mund zu einem schiefen Grinsen. Mit ihrer Zahnspange sah sie zudem aus wie ein kleines Monster.
Zum Glück wurde diese heute von Dr. Taptiklis, ihrem griechischen Kieferorthopäden, der sie immer etwas an Fredy Krüger erinnerte, entfernt, bevor Gregory ankam. Gregory! Sie blickte versonnen vor sich hin, wurde aber jäh aus ihren Gedanken gerissen, da die Türglocke schrill bimmelte.
Sie hörte, wie ihr Vater die Tür öffnete. Dem Gekreische nach konnte niemand anderes an der Tür sein als Melissa Christiansen-Rosinelli, von allen nur der Kleiderhänger genannt. Sie wollte unbedingt Model werden und benahm sich auch dementsprechend. Melissa stand total auf Leylas Vater, aber das taten eigentlich alle Mädchen aus ihrer Klasse. Melissa war einfach nur die Schlimmste von allen. Es war wirklich peinlich, denn schliesslich war ihr Vater ein alter Mann. Er hatte inzwischen sogar schon ein paar graue Haare. Nun ja, er sah sicherlich um einiges besser aus als Melissas Dad, der überhaupt keine Haare mehr hatte.
Sein Kopf war blitzeblank wie eine Weihnachtskugel.
Leyla war 16 Jahre alt und ging auf die Scarborough High School für zweisprachige Schüler, da ihre Eltern grossen Wert darauf legten, dass ihre Kenntnisse der italienischen Sprache nicht verloren gingen. Leyla scherte sich keinen Dreck um die Vertiefung der italienischen Sprache. Sie wäre viel lieber mit all den normalen Kids in der Klasse gewesen als mit diesen Gucci Freaks. Igitt, sie schüttelte sich schon, wenn sie an diese Weiber dachte. Es gab mit ein paar Ausnahmen fast nur Mädchen in ihrer Klasse! Das einzige, was sie an Italien liebte, war Gregory, ihr Stiefcousin, der Adoptivsohn ihrer Tante Shannon und ihres Onkels Franco. Shannon war die Schwester ihrer Mutter und Franco der Bruder ihres Vaters. Schon etwas strange, dachte sie, dass Onkel und Tante zusammen verheiratet waren. Aber egal, wenigstens hatten sie Gregory adoptiert. Eine wirklich gute Entscheidung. Leyla liebte ihn über alles. Es schien ihr, als sei er der einzige Mensch, der sie wirklich jemals verstanden hatte.
Fliegen war noch nie sein Ding gewesen. Wenn Menschen dazu bestimmt gewesen wären, zu fliegen, wären sie bestimmt mit Flügeln ausgestattet worden.
Das lieb gemeinte Gerede seiner Stiefeltern machte es auch nicht besser. Heute war auf jeden Fall keiner seiner Lieblingstage. Auf einer Skala von 1 bis 10 war dies wohl die 1, also der Tiefpunkt.
Shannon, seine Stiefmutter, umarmte ihn mit einer solchen Inbrunst, dass sie ihn beinahe zerquetschte. Sie schickte ihn wirklich nur schweren Herzens für das Austauschjahr nach Kanada. Ihm fiel es auch schwer genug, denn er liebte seine Stiefeltern von ganzem Herzen, aber die Vorkommnisse der letzten Zeit hier in Lerici hatten einen weiteren Schulbesuch für ihn unmöglich gemacht.
Er war 'Il Matto di Lerici', der düstere Verrückte, was ihn zwar einerseits zum unwiderstehlichen Bad Boy für die meisten Girls machte, aber anderseits auch zu einer Bedrohung für alle Macho Spinner an der Scuola Media Superiore. Deshalb hatten seine Eltern beschlossen, ihn zu seinen Verwandten nach Kanada zu schicken, damit er sein Abschlussjahr an der dortigen zweisprachigen High School machte. Er verstand ihre Entscheidung nur zu gut, freute sich aber trotzdem keineswegs auf Kanada. Er hatte schon genug mit sich selbst und seinen zurzeit leider noch unkontrollierten Ausbrüchen zu tun. Wenn er nur an seine Stiefcousine Leyla dachte! Mein Gott, sie war seit Urzeiten ganz offensichtlich in ihn verknallt und es verging keine Minute, in der sie ihm dies nicht zu verstehen gab und ihn mit ihren grossen braunen Augen bewundernd ansah. Wie Bambi!
Nicht, dass er sie nicht gemochte hätte, sie war ein nettes kleines Ding. Sie waren Freunde gewesen als Kinder. Er erinnerte sich, wie sie Cowboys und Indianer gespielt hatten und er sie immer mit seinem imaginären Colt, einem hölzernen Stock, niedergestreckt hatte. Die Erinnerung brachte ihn zum Schmunzeln, aber er hatte jetzt wirklich andere Probleme als ein Mädchen, dass in ihn verknallt war. Er würde sie auf Distanz halten müssen.
Er umarmte seine heulende Stiefmutter nochmals kurz und schritt entschlossen in Richtung des Gates, da zum Boarding aufgerufen wurde.
Er machte es sich auf seinem Sitz gemütlich und setzte die Kopfhörer auf, aus welchen die dröhnende Musik von Articolo31, seiner Lieblingsband, ertönte. Er hatte nicht die geringste Lust auf Unterhaltung während des Fluges.
Er musste wohl kurz weggedöst sein und fühlte sich plötzlich beobachtet. Auf dem Sitz neben ihm sass eine Person, die er schlicht als „Goth Gruftie Teenager Girl“ bezeichnen würde oder auch als Hexe ohne Besen. Er wäre beinahe aufgesprungen vor Schreck, denn ihr Gesicht war nur eine Handbreit von seinem entfernt und er konnte ihren minzigen Atem riechen.
„Schon mal was von Abstürzen wegen eines Elektronik-Kollapses gehört, mein Hübscher?“ Ihre sanfte Stimme war ein totaler Widerspruch zu ihrem Aussehen. Er zuckte zusammen und stellte seinen IPod aus.
„Sorry, muss wohl weggedöst sein“, sagte er schuldbewusst.
Sie grinste ihn unverschämt an und musterte ihn eindringlich, soweit ihr dies von ihrem Sitz aus möglich war. Ihm kam es vor, als wolle sie ihn anmachen. Auch das noch, dachte er und wich ihrem Eulenblick aus. Er tat so, als ob er schlafen würde. Es wäre wirklich zu dumm, wenn durch ihre unerwünschte Anmache einer seiner Anfälle ausgelöst würde. Er hatte echt keine Lust, das Flugzeug abzufackeln oder so etwas in der Art.
Er hörte ihre schmeichelnde Stimme: „Fliegst du auch nach Toronto?“
Jetzt reichte es ihm aber, Anfall hin oder her! „Nein, ich habe vor, über New York abzuspringen, ein paar Homies besuchen. Wie blöd bist du eigentlich?“
Sie grinste. „Na, endlich eine vernünftige Reaktion, Bro! So ein Flug kann einem sehr lange erscheinen, wenn man niemanden zum Reden hat!“ Sie streckte ihm ihre Hand hin, die an allen Fingern mit Schlagringen verziert war. „Ich bin Natalie!“
„Ich bin nicht dein Bro!“ Er funkelte sie böse an und nahm ihre ganze übertriebene Erscheinung erstmals so richtig wahr. Sie hatte pechschwarze Haare mit violetten Strähnen und ihr Gesicht war leichenblass. Ihre dunklen Augen waren mit einem breiten Eyeliner geschminkt. Ausser ihren Piercings an den Augenbrauen, den Lippen und weiss Gott wo sonst noch, erinnerte sie ihn entfernt an Amy Winehouse. Doch irgendetwas an ihr hatte eine beruhigende Wirkung auf ihn. Er streckte ihr die Hand entgegen. „Ich heisse Gregory.“ „Oh, was solls, keiner kann sich seinen Namen aussuchen, ausser irgendwelchen Berühmtheiten wie Snoop Dog vielleicht. Was aber auch ein ziemlich beschissener Name ist, finde ich.“ „Hey, du bist ziemlich frech!“ Irgendwie fühlte sich Gregory aber erleichtert, sie hatte so eine Art an sich, dass alles nicht mehr so düster erschien. Obwohl von ihr eigentlich auf den ersten Blick eine Düsterheit ausging, die aber wohl eher eine aufgesetzte Maske war. „Was machst du denn in Kanada, Bro?“ Gregory hatte keine Kraft mehr, ihr nochmals zu sagen, dass er nicht ihr Bro sei und nahm seinen neuen Spitznamen ergeben zur Kenntnis. „Ich mache ein Austauschjahr und werde an die Scarborough High in Toronto gehen.“ Worauf er einen Stoss in die Rippen erhielt, der ihm den Atem verschlug. „Erzähl keinen Scheiss, Bro, auf die Scheiss Schule gehe ich auch!“ Natalie verzog ihre stark geschminkten Lippen zu einem schiefen Grinsen und sah aus wie der Joker aus Batman. Vielleicht sollte sie es mit einem Spiegel versuchen beim Schminken. „Echt jetzt?“ Gregory war sich nicht sicher, ob sie ihn verarschte. Sie legte die Hand auf ihre Brust. „Nö, Bro, ich schwöre dir, ich geh auf diese Scheiss Schule!!! In welche Klasse gehst du und wie alt bist du denn?“ „Stell dir vor, ich habe heute Geburtstag und werde 18, es wird also die Abschlussklasse sein.“ Sie schlug die Hand vor den Mund. „Bro, ich raff es kaum, du kommst in meine Klasse und die Tussis werden BH schwingend hinter dir her sein. Du arme Sau! Ach, übrigens alles Gute zum Geburtstag.“ „Danke. Um die Tussis mache ich mir keine Gedanken, mit denen komme ich schon klar. Es sind eher die Kerle, mit denen ich meist so meine Probleme habe, “ sagte Gregory nachdenklich. „Geez, Bro spielst du etwa im anderen Team?“ Natalie hatte entsetzt die Brauen hochgezogen. „Was für ein Team?“ Gregory raffte gerade nichts mehr. „Ich meine, mein Gott, Bro, bist du etwa schwul?“ Gregory dämmerte langsam, was sie meinte. „Nein, mach dir mal keine Sorgen, die Probleme mit Kerlen haben nichts mit sexuellen Aktivitäten zu tun. Es ist eher so, dass sie sich von mir bedroht fühlen und sich dann dadurch zu Dummheiten hinreissen lassen.“ Natalies Gesicht war ein einziges Fragezeichen. Gregory grinste: „Weisst du was, vergiss einfach, was ich gesagt habe, du wirst noch schnell genug herausfinden, was ich meine, wenn du wirklich in meiner Klasse bist. Da kommst du wohl nicht drum herum.“ Natalie gab widerstrebend auf. Sie war sehr neugierig, was er damit meinte, aber anscheinend wollte er nicht damit rausrücken. Sie konnte warten.
„Hey, Bro, schau mal runter, da sieht man bereits den CN Tower!!!“ Tatsächlich, sie befanden sich bereits im Landeanflug, die Zeit war wirklich vergangen wie im Flug. Natalie sei Dank.
Leyla war zusammen mit ihrer Mutter zum Flughafen gefahren, um Gregory abzuholen. Sie hatte ihre beste skinny Jeans angezogen und ihr bauchfreies T-Shirt mit der Aufschrift SWAG. Ihre Zahnspange war verschwunden und sie hatte sich geschminkt, ihre Haare gezähmt und sich mit ihrem besten Parfum von Victoria’s Secret eingesprüht. Sie war innerlich völlig aufgelöst. Das letzte Mal, als sie sich gegenüber gestanden hatten, war mehr als drei Jahre her. Sie war noch fast ein Kind gewesen und er ein aufmüpfiger Teenager, aber sie hatte sich noch nie so gut mit einem Jungen verstanden. Sie hatte ihn von Anfang an angehimmelt. Er war so süss!!! Sie hatte ihn als 15-Jährigen in Erinnerung. Gross und stark mit dunkelblonden Haaren, in welchen goldene Lichter zu tanzen schienen, was sie immer an eine lodernde Flamme erinnert hatte. Und er hatte die blauesten Augen, die sie jemals gesehen hatte. Unendlich wie das Meer. Er hatte sie immer verteidigt, wenn andere sie beleidigt hatten und war immer für sie da gewesen. Die letzten drei Jahre hatte sie ihm sehr viele Mails und Textnachrichten geschrieben und ab und zu sogar eine Antwort erhalten. Sie war gespannt, wie er jetzt aussah und ob sie ihn für sich begeistern konnte.
Bisher hatte sie leider noch keinen Freund gehabt, da sich immer die falschen Kerle für sie interessierten und wenn sie ehrlich war, wollte sie nur Gregory.
Die Ankommenden strömten in Scharen an ihnen vorbei. Ihre Mutter verrenkte sich den Hals und hielt nach Gregory Ausschau. Leyla gab sich betont uninteressiert. Das war ihre neue Masche. Allerdings konnte sie ihrer Mutter nichts vormachen. Sie wusste genau, wie sehr Leyla Gregory mochte.
Da, ihre Mutter winkte wie wild. Leylas Herz setzte aus und sie schaute auf. Sie traute ihren Augen kaum, da war er. Gregory! Grösser als vor drei Jahren, schlaksig, mit vom Flug zerzaustem Haar und strahlend blauen Augen. Aber, aber, was sollte dieses arrogante Lächeln? Das hatte sie bisher noch nie bei ihm gesehen und zudem war er nicht alleine!!!!! Eine albern geschminkte und gepiercte Schwarzhaarige hatte sich bei ihm untergehakt. Er schien es zu geniessen und lachte gerade über eine ihrer Bemerkungen.
Ihre Mutter ging auf ihn zu und umarmte ihn herzlich, Leyla hielt sich bewusst im Hintergrund. Gregorys Blick streifte sie desinteressiert. Dieser Scheisskerl!!!!
Die Schwarzhaarige verabschiedet sich und küsste Gregory links und rechts auf die Wange. Die beiden schienen sich ja schon verdammt nahe zu stehen. „Wir sehen uns dann in der Schule, Bro, kann es kaum erwarten.“ Sie zwitscherte wie ein Kanarienvogel und rauschte mit einem vagen Kopfnicken in Richtung Leyla und Leylas Mutter davon. Das konnte ja noch heiter werden! Ihr Traumprinz war wohl doch nicht so toll, wie sie gedacht hatte. Naja wenigstens war das gepiercte Pferd, auf dem er angeritten war, wieder weg. Sie lachte böse und warf Gregory einen genervten Blick zu. Sie hatte kaum ein Wort mit ihm gesprochen auf der Rückfahrt und desinteressiert aus dem Fenster gesehen, während ihre Mutter locker mit ihm plauderte. Sie hatte nach seinem Auftritt keine Lust mehr verspürt, sich mit ihm zu unterhalten. Sie murmelte etwas von Kopfschmerzen und verzog sich möglichst schnell auf ihr Zimmer.
Leyla wurde unsanft von ihrem dröhnenden Radiowecker aus wirren Träumen gerissen. One Direction sangen gerade von der 'Story of my life'. Gerade gestern hatte sie eine Kurzgeschichte auf Wattpad gelesen, in der eine gewisse Scarlett wegen der Musik von One Direction aus dem Bett gefallen war. Nun konnte sie das wirklich verstehen. Sie gähnte herzhaft und rappelte sich mühsam auf. Die hatten gut singen! Keine Ahnung hatten die Typen von der Story of her life. Sie schleppte sich ins Bad und hätte beinahe aufgeschrien, da sie als erstes nach dieser unruhigen Nacht mit dem zum Albtraum mutierten leicht zerzausten Gregory zusammenprallte. Er schien heute um einiges besser drauf zu sein und strahlte sie aus seinen blauen Augen an. “ Hey Schlafmütze! Auch schon unterwegs?“ Sie grummelte etwas Unverständliches und schlug ihm die Badezimmertüre vor der Nase zu.
Sie hörte ein Klopfen an der Badezimmertüre und ein leises „Hey Lela? Redest du nicht mehr mit mir?“ Sie hatte keine Lust, mit ihm zu reden und liess den Wasserhahn laut rauschen, um seine Stimme zu übertönen. Lela, so hatte er sie früher immer genannt. Tja, dass schien schon lange her zu sein und sie hatten mit Sicherheit nicht mehr den gleichen Draht zueinander, das war ja wohl klar seit gestern. Sie hatte die Enttäuschung noch nicht überwunden, ihren Held aus Kinderjahren so desinteressiert zu erleben. Sie seufzte, griff nach der Brause und fing an zu singen: „Bang, bang he shot me down, bang, bang I hit the ground“. Da hörte sie ein unterdrücktes Lachen auf dem Flur und hörte auf zu singen. Sie sah auf ihre Uhr. Scheisse…. sie war viel später dran, als sie gedacht hatte. Warum sagte ihr das niemand? Sie trocknete sich eilig ab und zog sich so schnell es ging an. Es war ein etwas verwegenes, düsteres Outfit. Schwarze Leggins, schwarzes T-Shirt, schwarzes Kapuzenshirt. Was solls, dachte sie. Schwarz ist womöglich das neue Weiss. Machte das überhaupt irgendeinen Sinn? Nein, das tat es nicht, aber um sich umzuziehen war es jetzt auch zu spät.
Fünf Minuten später rauschte sie an ihrer Mutter vorbei und wollte schon mit einem kurzen Tschüss das Haus verlassen, aber ihre Mutter hielt sie am Riemen ihrer Schultertasche zurück. „Halt, halt immer langsam, meine Liebe.“ Leyla sah sich um. Was war denn heute bloss los! Ihr Vater sass mit Gregory am Frühstückstisch und niemand schien in Eile zu sein. Leyla sah genervt auf ihre Uhr.
„Leute, ich muss in einer Dreiviertelstunde in der Schule sein und ich muss die Subway unbedingt in 5 Minuten noch kriegen.“
„Ich fahre euch heute zur Schule, da es Gregorys erster Schultag ist und ich noch mit dem Rektor sprechen will“, sagte Leylas Vater.
Leyla schüttelte den Kopf. „Ganz sicher nicht, auf keinen Fall, ich habe keine Lust, wegen dieses Freaks zu spät zu kommen.“ Sie deutete auf Gregory, warf ihre wirre Haarmähne zurück und stürmte aus dem Haus. Ihre Eltern und Gregory blieben sprachlos zurück.
Leyla rannte die kurze Strecke zur Main Street Subwaystation. Sie schaffte es gerade noch und erwischt den Zug. Völlig ausser Atem sank sie auf einen freien Sitzplatz und bereute ihre schwarze Kleidung. Es war früh am Morgen und schon so warm. Wie würde es erst am Mittag sein? Sie schwitzte alleine schon nur bei dem Gedanken. Gegenüber von ihr sass ein verdreckter Typ mit einer Rasta-Frisur und sah sie lüstern von unten bis oben an. Na, ihm jedenfalls schien ihre Symphonie in schwarz zu gefallen. Sie wollte schon aufstehen und weiter nach vorne gehen, als an der nächsten Station Victoria Park ihre beste und einzige Freundin aus der Gucci-Freaks-Klasse, Brooklyn, zusammen mit Coat Hanger Babe Melissa, die wild gestikulierend auf Brooklyn einredete, einstiegen. Brooklyn hatte Leyla gesehen und kam zu ihr mit Melissa im Schlepptau. Der Rasta Typ sah nun in eine andere Richtung, wahrscheinlich hatte er keine Lust, es mit drei Weibern gleichzeitig aufzunehmen. Brooklyn grinste Leyla an, Leyla bewunderte einmal mehr ihre gutaussehende Freundin und ihren unvergleichlichen Modestil. Sie sah immer aus, als sei sie einem Modemagazin entstiegen oder als komme sie direkt von einer Shoppingtour. Ihre Eltern waren unglaublich reich und versnobt. Ihr Vater war irgendein Banker aus der Chefetage und ihre Mutter war ein total verrücktes Huhn. Brooklyn selbst war, was man bei ihrem Aussehen nicht vermuten würde, ein völlig bodenständiger Mensch und man konnte sich immer auf sie verlassen. Völlig egal, in welchem Schlamassel man steckte. Sie war gross und schlank, hatte langes gelocktes blondes Haar und grüne Mandelaugen, welche sie meist mit Eyeliner leicht betonte. Heute hatte sie einen blassrosa Lipgloss aufgetragen und trug einen weissen Schal. Dies, obwohl heute mindestens dreissig Grad angesagt waren, ebenso unpassend wie ihr schwarzes Outfit, aber wenigstens hatte sie einen guten Grund. Ein Typ, der sie verwirrte. Leyla wollte Brooklyn auf ihren Schal ansprechen, aber Melissa plapperte ohne Pause und es war schwierig, sie zu unterbrechen.
Als Melissa endlich mal Luft holen musste, sagte Leyla zu Brooklyn: „Was soll der Schal?“ Brooklyn beugte sich zu Leyla und flüsterte drei Worte: „Knutschfleck, Jason, Idiot.“ Leyla kicherte leise und Melissa wollte unbedingt wissen, was los war. Inzwischen waren sie bei der Haltestelle Scarborough Center angekommen. Die Scarborough High befand sich zwei Blocks weiter und die drei Girls trafen auf Jason und seinen wie immer grimmig dreinblickenden Freund Aiden. Jason versuchte, sich bei Brooklyn einzuhaken, aber sie entwand sich ihm geschickt und streifte dabei Aiden leicht. Die beiden entfernten sich und Leyla sagte zu Brooklyn: „Dieser Aiden macht mir Angst, ein richtig grimmiger Muskelprotz mit einem Aggressionsproblem.“ Sie schüttelte sich. Brrrh.
Brooklyn schien unbeeindruckt. „Also, ich finde ihn sexy!“
Melissa kicherte. „Brooklyn findet einfach alle Jungs sexy!“ Sie gluckste dämlich, und Leyla gab ihr einen Stoss in die Rippen. „Was immer noch besser ist, als alte Männer wie meinen Vater zu belästigen.“ Melissa rieb sich beleidigt die Rippengegend. „Aua, du bist ja so gemein.“ Sie liess die beiden zurück und ging schnellen Schrittes auf eine Gruppe herumlungernder Mädchen zu.
Brooklyn schaute Leyla fragend an; „Was ist mit deinem Superheld Gregory, wo ist er denn?“ Sie schaute sich um: „Ich muss doch den geilsten Typen des Universums endlich mal zu Gesicht kriegen.“
Leyla seufzte: „Mir scheint, dass er leider vom geilsten Typen zum Albtraum mutiert ist in den letzten drei Jahren.“
Ein dunkelblauer Van fuhr mit quietschenden Reifen vor und die beiden Mädchen sahen gleichzeitig auf. Es war der Van von Leylas Vater. Die Tür wurde geöffnet und ihr Traum bzw. Albtraum stieg aus. Er warf ihr einen höchst irritierenden Blick zu und ging, ohne weiter auf sie zu achten, in Richtung Schulgebäude.
Brooklyn flüsterte: „Oh mein Gott, Leyla, war er das etwa?“ Leyla nickte geknickt und Brooklyn sah sie von der Seite an. „Meine Liebe, ich denke deine ruhigen Tage an der High School sind nun definitiv vorbei.“
Sie hasteten zu ihrem Spind und dort wartete die nächste unerwünschte Begegnung auf Leyla. Greyson, der schon seit ewigen Zeiten auf sie stand, kam lächelnd mit einer Schachtel auf sie zu. Er faselte etwas von einem Schulprojekt, bei dem sie ihm helfen sollte und strich ihr eine ihrer widerspenstigen Strähnen aus der Stirn. Genau in diesem Augenblick kam Gregory zu seinem neuen Spind, der sich natürlich genau gegenüber befand und er war wieder einmal nicht alleine. Seine Begleitung war niemand anderes als das schwarzhaarige Mädchen von gestern am Flughafen, das nun aufgeregt auf ihn einredete.
Er sah interessiert zu Leyla und Greyson und ihre Blicke trafen sich kurz. Leyla sah schnell wieder weg. Er verstaute seine Sachen im Spind und verschwand mit dem Mädchen lachend im Klassenzimmer. Leyla blieb zurück und schäumte innerlich vor Wut. Sie hatte kein Wort von dem mitgekriegt, was Greyson zu ihr gesagt hatte.
Ehrlich gesagt verstand Gregory die Welt nicht mehr. Es war ihm zwar unangenehm gewesen, dass seine Stiefcousine früher in ihn verknallt gewesen war und ihn mit ihren goldbraunen grossen Augen angehimmelt hatte wie ein Reh. Aus Bambi war aber inzwischen ein zähnefletschendes, giftspeiendes und vor allem feindseliges Raubtier geworden, das anscheinend nicht mehr zum Team Gregory gehörte. Die Augen waren zwar immer noch golden, aber sonst war es mit der Ähnlichkeit mit Bambi eindeutig vorbei. Er staunte nicht schlecht, denn eigentlich wollte er sie nur ein wenig von sich fernhalten mit seiner Show und dem arroganten Getue gestern. Nur in die Schranken weisen und nicht zu seiner Feindin machen. Gerade jetzt brauchte er unbedingt Freunde, um das Senior Jahr hier ohne grössere Katastrophen zu überstehen. Er brauchte Leyla unbedingt in seinem Team und ehrlich gesagt wollte er sie auch um sich haben. Er wusste selber nicht so genau, warum er sich so abweisend verhalten hatte. Wahrscheinlich machten ihm seine aufkeimenden Gefühle für sie, die er nicht an die Oberfläche kommen lassen wollte, eine Heidenangst. Er hatte keine Lust, wieder zum finsteren Aussenseiter zu werden wie in der letzten Schule. In Gedanken versunken räumte er sein Zeugs in seinen Spind, wurde aber von der angaloppierenden Natalie aus seinen Gedanken gerissen. Sie strahlte und redete ohne Unterlass auf ihn ein, erzählte ihm dies und jenes Geheimnis über Mitschüler. Trotz der Ablenkung versuchte Gregory herauszubekommen, was der Typ am gegenüberliegenden Spind von Leyla wollte. Er konnte leider nicht verstehen, was die beiden sich zu erzählen hatten. Der Typ schien aber eindeutig etwas mit Leyla im Sinn zu haben, so wie er sie ansah. Er war wahrscheinlich der Basketballstar der Schule, so wie er aussah und so wie ihn alle Mädels anstarrten, die vorbeigingen. Gregory war nicht klar warum, aber es störte ihn ungemein, dass Leyla anscheinend ihre Schwärmerei für ihn überwunden hatte und, so wie es aussah, auch schon einen recht ernstzunehmenden Ersatz für ihn gefunden hatte. Sie sah wirklich verdammt gut aus, von dem kleinen Mädchen mit der Zahnspange war nichts mehr zu erkennen. Ok, klein war sie immer noch, aber das störte ihn nicht. Sie war klein und zierlich mit widerspenstigem dunklem, fast schwarzem Haar und den besagten goldbraunen Reh- oder Raubtieraugen, je nachdem wie nett oder eben blöd sie wohl jemanden fand. Ihr Gesicht war oval und sie hatte den südländischen Teint ihres Vaters geerbt. Früher hatte er sie immer mit ihren Sommersprossen aufgezogen. Die waren aber inzwischen leider beinahe alle verschwunden. Er spürte Natalies Arm auf seiner Schulter und wurde aus seinen Gedanken gerissen. Leyla hob den Kopf und ihre Blicke trafen sich für einen kurzen Moment. Es war alles wieder wie früher, er war der Cowboy und sie die Indianerin, die vom Holzpferd geschossen wurde. Schnell wandte er seinen Blick von ihr ab und folgte Natalie ins Klassenzimmer.
Die Lehrerin Mrs. Perry, eine ältere etwas übergewichtige Dame, stellte ihn der Klasse vor, was mit Buhrufen von ein paar nach Schlägertypen aussehenden Jungs kommentiert wurde. Das war ja toll. Gregory fühlte sich ironischerweise wie zuhause. Ein anderer Kontinent, aber er schien diese Situationen anzuziehen. Blieb nur zu hoffen, dass sie hier nicht auch ausser Kontrolle gerieten. Mrs. Perry drohte den Randalierern mit Konsequenzen und forderte ihn auf, sich einen freien Platz zu suchen. Er setzte sich neben Natalie, was ein weiteres Buhkonzert zu Folge hatte. Die erste Stunde hatten sie Mathe. Da er den Stoff bereits kannte und dadurch vor allen anderen mit den gestellten Aufgaben fertig, sah er sich die Klasse unauffällig etwas genauer an. Da waren vier gutaussehende Mädchen dabei, die wohl allesamt Cheerleaderinnen zu sein schienen. Drei graue Mäuse, die alle auf derselben Seite des Klassenzimmers sassen. Eine dunkelhaarige Schönheit, die ganz alleine an einem Pult sass und einen unnahbaren Eindruck machte. Die obligaten Jungs vom Basketballteam. Alle so gross, dass sie beinahe nicht hinter ihre Pulte passten. Leylas neuer Lover war auch dabei und warf ihm einen neugierigen Blick zu. Mein Gott, er sah aus wie ein männliches Model, kein Wunder, das er Leyla gefiel. Gregory schüttelte ungläubig den Kopf, war er etwa eifersüchtig? Natürlich nicht! Er fuhr fort mit seiner Inspektion. Auf der anderen Seite des Klassenzimmers sassen wohl die Bad Boys. Die musste er sich genauer ansehen, denn da lag mit Sicherheit sein Problempotenzial in dieser Schule und nicht bei Mr. Model. Da war der Hüne mit den raspelkurzen blonden Haaren und den hellblauen, wässrigen Augen, der am lautesten gebuht hatte. Wie ein wahrer Bulle mit Stiernacken. Gregory musste ein Grinsen unterdrücken. Da war ein grimmig dreinblickender Typ mit fast schwarzen Haaren, die ihm wie Stacheln zu Berge standen und fast schwarzen Augen wie ein Rabe. Er trug ein ärmelloses Baskerballshirt und hatte ein Tattoo auf dem Oberarm. Es sah aus wie eine Flamme. Er liess konstant die Muskeln seines Bizepses spielen. Die anderen beiden waren seiner Meinung nach weniger gefährlich, da es sich eher um Mitläufer zu handeln schien.
Endlich war die Stunde vorbei und Gregory hoffte auf einen etwas interessanteren Unterricht.
Leider wurde es nicht besser, da eine Stunde Sexualkunde mit dem Thema Verhütung anstand. Was natürlich besonders die Bad Boy Ecke zu Höheflügen des Unsinns anstachelte. Das Teaching Team, das dieses Fach den meist schon achtzehnjährigen Teenagern vermitteln sollte, was an und für sich bereits lächerlich war, bestand aus zwei jungen, eher weiblich wirkenden Männern. Sie wirkten sehr intellektuell und mitnichten volksnah und hatten in der Tat nicht die geringste Chance, ihre Anliegen der Klasse vernünftig näher zu bringen. Insbesondere die Übung, ein Kondom korrekt zu benutzen, welches anhand von Übungsobjekten in Form von in der Klasse verteilten hölzernen Bananen erlernt werden sollte, ging in obszönem Gegröle und Gelächter unter. Die Bad Boy Ecke war ausser Rand und Band und pöbelte die Cheerleaders an. Vor allem schien der blonde Hüne mit der raspelkurzen Haarpracht ein Problem mit Natalie zu haben und machte sie ziemlich unangebracht mit seiner Holzbanane an. Gregory versuchte, die Situation in den Griff zu bekommen und zu vermitteln, geriet dann aber selber zwischen die Fronten. Der Blonde wollte ihm gerade die Fresse polieren, als die beiden Lehrer mit Wasserpistolen auf die ausser Rand und Band geratenen Schüler schossen. Die Menge des Wassers war beträchtlich, wie von regelrechten Wasserwerfern. Die Streithähne fuhren auseinander und flüchteten vor dem Wasserstrahl. Die Teaching Team Lehrer wirkten wie zwei Ausserirdische mit Space guns, wie sie so da standen, mit ihren Brillen und den ernsten Gesichtern. Gregory grinste innerlich vor sich hin.
„Das wird Konsequenzen haben, diese Klasse ist untragbar“, donnerte einer der Lehrer und die beiden verliessen federnden Schrittes das Klassenzimmer. Es folgte ein betretenes Schweigen und alle blieben einen Moment klatschnass sitzen. Zum Glück ertönte die Pausenglocke und die klatschnassen Schüler verliessen das Klassenzimmer. Die Schüler der anderen Klassen blieben stehen und schauten ihnen tuschelnd nach. Natalies Gesicht hatte anscheinend am meisten abgekriegt. Sie sah aus wie ein Zombie, ihr Augen Makeup lief ihr in schwarzen Striemen übers Gesicht und ihr Lippenstift war verschmiert. Sie sah einmal mehr aus wie der Joker aus Batman.
Gregory griff nach einer Box mit Kleenex Tüchern, die auf dem Flur herum stand und wollte ihr diese reichen, als er hart von dem blonden Hünen zur Seite gestossen wurde. „Was macht du mit diesem Freak, Nat? Kannst es wohl kaum erwarten, mit ihm die Bananensache auszuprobieren, was, du Schlampe. Schau dich an, du siehst aus wie eine Nutte, was ist bloss aus dir geworden.“ Er versuchte ihr eine der hölzernen Bananen, die er aus dem Klassenzimmer mitgenommen hatte, an den Kopf zu werfen. Gregory fing die Banane auf und hob beide Hände. „Whoa, hey Kumpel, beruhige dich, sie hat nichts getan, was dich aufregen sollte.“ Der Typ gab keine Antwort und schien mit seinen Kumpels davonzugehen. Dann drehte er sich abrupt um und landete einen gezielten Faustschlag auf Gregorys Nase, die sofort stark zu bluten begann. Gregory fiel wie ein Baum um und blieb benommen liegen. Natalie schrie hysterisch auf und flatterte wie ein aufgeregtes Huhn durch den Flur. Die Bad Boys gingen lachend davon und der Blonde prahlte, wie er es diesem Freak gezeigt habe, der sein Mädchen angegrabscht habe. Natalie schrie ihm hinterher, sie sei nicht sein Mädchen und er sei ein aggressives Arschloch. Gregory lag auf dem Schulflur und sah alles wie durch einen milchigen Nebel. Er fühlte eine unaufhaltsame Wut in sich aufsteigen wie eine riesige lodernde Flamme und sein einziger Gedanke war: nein, nicht schon wieder.
Die Bad Boys lachten und waren schon etwa zehn Meter entfernt, als die Kleider des blonden Hünen in Flammen aufgingen. Er schrie auf und versuchte, die Flammen auszumachen. Seine Kumpels warfen ihre Jacken auf ihn und erstickten die Flammen schliesslich. Im allgemeinen Durcheinander fiel niemandem auf, dass der Blick des Schwarzhaarigen mit der Stachelfrisur interessiert zu dem am Boden liegenden Gregory wanderte. Natalie flatterte mit den Armen und rannte hysterisch schreiend um Gregory herum und ihre Freundin Mila versuchte, sie zu beruhigen. Sie warf Aiden, dem schwarzhaarigen Typen, einen fragenden Blick zu und ihre Blicke fielen gleichzeitig auf Gregory.
Leyla war mit Brooklyn auf dem Rückweg von der Turnhalle, als sie den Tumult im Schulflur hörten. Sie sahen, dass Gregory am Boden lag mit blutender Nase und Leyla rannte schnell zu ihm. Vergessen war sein Auftritt von gestern, sie hatte nur noch Angst um ihn. Als sie ankam, war er aber bereits unterwegs in Richtung Sanitätsraum in Begleitung von Natalie und Mila. Er hielt sich mit einem Taschentuch die blutende Nase und warf ihr einen ziemlich unglücklichen Blick zu, dann verschwand er mit seinen beiden Begleiterinnen um die Ecke. Leyla ging zurück zu Brooklyn, welche unverwandt zu den Bad Boys starrte. „Was war denn hier los?“ wollte Leyla wissen. „Du wirst es nicht glauben, aber Jasons Kleider haben gebrannt, nachdem er Gregory geschlagen hat. Seine Kleider sind sozusagen in Flammen aufgegangen und brannten anscheinend lichterloh.“
Leyla kapierte nichts mehr: „Ich versteh das nicht, was ist passiert? Warum hat er Gregory geschlagen und ist Jason verletzt? Was hat Gregory getan, damit Jasons Kleider gebrannt haben?“ Brooklyn zuckte die Schulter. „Keine Ahnung, ich weiss nur, dass Jason ein Arsch ist. Gregory hatte sicher nichts mit dem Feuer zu tun, er lag ja blutend auf dem Boden.“ Leyla nickte abwesend, irgendwie wurde sie aber das Gefühl nicht los, das Gregory etwas mit dem Feuer zu tun hatte. Das Ganze war wie ein Déjà-vu tief in ihrer Erinnerung vergraben und sie konnte es zurzeit nicht einordnen, aber es war trotzdem da.
Leyla ging gedankenversunken in Richtung Subway. Sie war alleine unterwegs, da Brooklyn heute Cheerleader-Training hatte und Leyla zum Judotraining unterwegs war. Leyla freute sich, dass sie irgendwo ihre Aggressionen auslassen konnte, ohne etwas zertrümmern zu müssen. Das Feuer ging ihr nicht mehr aus dem Kopf. Irgendetwas sagte ihr, dass Gregory das Feuer ausgelöst hatte, obwohl dies kompletter Schwachsinn war. Wie konnte jemand ein Feuer auslösen? Sie war so in ihre Gedanken versunken, dass sie nicht bemerkte, dass sie verfolgt wurde. Unauffällig, aber trotzdem stetig folgte ihr eine schwarz gekleidete Gestalt, die eigentlich ähnlich aussah wie sie selbst. Dunkle Kleider und ein Kapuzenshirt. Leyla, die inzwischen an der Bloorstation angelangt war, stieg aus und näherte sich ihrem Dojo Ecke Bloor und College Street. Sie sah schon das grosse schwarze Schild „Mixed Martial Arts Gym BJJ“, als ihr jemand auf die Schulter klopfte und sie vor Schreck beinahe einen Herzinfarkt bekam. Ihr Herz hüpfte, als wollte es ihr aus der Brust springen.
Als sie dann sah, wer ihr gefolgt war, war sie erst recht fassungslos. Die dunkle Gestalt, die ihr auf die Schulter geklopft hatte, war niemand anderes als der düstere Aiden, bei dem ihr schon ohne näheren Kontakt der Angstschweiss den Rücken herunterlief. Er sah sie finster aus seinen beinahe schwarzen Augen an und versuchte allem Anschein nach, ein Lächeln zu fabrizieren. Sie konnte es kaum glauben, er sah beinahe freundlich aus. „Hey, du bist Leyla oder?“ Sie nickte fast schon schuldbewusst, riss sich aber zusammen. Sie hatte gar keinen Grund, Angst vor diesem Penner zu haben. Schliesslich hatte sie inzwischen nach jahrelangem Training den grünen Gurt im Judo. „Was willst du?“ Sie funkelte ihn unfreundlich an. „Komm mir ja nicht zu nahe, sonst werde ich dich mit einem Taiotoshi Move gegen die Wand klatschen, egal wie viele Muskeln du dir im Fitnesstraining erarbeitet hast oder wie viele Proteinshakes du heute schon intus hast. Ich habe den grünen Gurt im Judo!“ Leyla wusste durch ihr Judotraining, dass diese im Fitnesstraining erarbeiteten Muskeln meist eher Dekoration waren und nicht viel mit wahrer Kraft zu tun hatten. Also hätte er wohl keine Chance gegen sie, oder etwa doch? Sie warf ihre Sporttasche auf den Boden und ging in Kampfhaltung.
Ein breites Grinsen erhellte sein Gesicht und sogar seine Augen lachten mit, sie hätte nie vermutet, dass Aiden so grinsen konnte. „Ich muss dich leider enttäuschen, ich habe den schwarzen Gürtel in Brazilian Jiu Jitsu. Der Club heisst BJJ und ich trainiere hier. Ich wollte nur freundlich sein.“
Leyla dämmerte langsam, was er damit meinte. BJJ war die Abkürzung für Brazilian Jiu Jitsu. Wie peinlich, sie schulterte ihre Tasche wieder, nuschelte etwas vor sich hin und trat von einem Fuss auf den anderen. Aiden brach in schallendes Gelächter aus und schien sich nicht mehr erholen zu können. Er japste nach Luft und setzte sich immer noch lachend auf die Treppe vor dem Eingang des BJJ.
Leyla entspannte sich langsam und setzte sich neben ihn auf die Treppe. Sie warf einmal mehr ihre Tasche auf den Boden. Aiden japste immer noch nach Luft und zeigte auf ihre Sporttasche. „Hoffen wir mal, dass du da keine Eier drin hast, oder den Proteinshake für deine Muskeln.“ Leyla folgte seinem Blick und schüttelte den Kopf. „Wer hätte gedacht, dass du so ein Spinner bist? Ich dachte, du seist so ein knallharter, grimmiger Typ. Ich machte mir schon beinahe in die Hose, wenn ich dich irgendwo nur von weitem sah.“ Aiden machte ein erstauntes Gesicht und sah dabei aus wie ein erschreckter schwarzer Kater. Da ihr Training bald anfing, machte sie sich auf in Richtung Dojo und nickte ihm zu: „Man sieht sich, Muskelprotz.“ Er grinste ihr nach und hob die Hand, immer noch ausser Puste. Leyla musste ihrer Freundin Recht geben, er war wohl schon irgendwie sexy auf seine Art. Sie seufzte, ihre Aggressionen waren verflogen und eigentlich war ihr auch die Lust aufs Training vergangen. Sie hatte Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren und wurde ein paarmal von ihrem Judopartner Jamie während des Trainings zu Boden geworfen. Ihr Trainer Elliott sah sie mit schrägem Blick an und demonstrierte dann ein paar Würfe an ihr. Sie war danach fix und fertig und hinkte in die Garderobe. Nach der Dusche fühlte sie sich etwas besser und zum Glück hatte sie Kleider zum Wechseln mitgebracht. Es war draussen inzwischen sehr schwül und die dunkle Kleidung schien die Hitze noch zu verstärken. Sie zog ihr hellgraues mit SWAG beschriftetes Lieblingstop an und ihre neuen Jeans Shorts. Dann flocht sie ihr vom Duschen nasses Haar zu einem Zopf und verliess die Garderobe. Sie setzte sich an die Theke am Eingang, um ihr Wasser zu trinken, als Aiden mit ein paar anderen Muskelprotzen aus der Garderobe kam. Sie alle trugen ärmellose schwarze Shirts und dazu passende schwarze Trainingshosen, die verdammt tief auf den Hüften sassen. Mein Gott, dachte sie, solch eine Ladung Testosteron sah man nicht alle Tage und sie grinste innerlich. Sie gab sich betont desinteressiert und studierte ein Magazin mit tätowierten Männern. Leider hielt sie es verkehrt herum, als die geballte Ladung Männlichkeit um die Ecke kam. Aiden grinste sie strahlend an und nahm ihr das Magazin aus der Hand, drehte es um und gab es ihr zurück. Leyla war leicht verdattert, sie hätte nicht gedacht, dass er sie beachten würde wenn er ein paar Bros dabei hatte. Weit gefehlt, er stellte ihr die Typen sogar vor. „Das sind James, Matt, Sebastian und Alex. Jungs, das ist Leyla, eine Freundin aus der Schule.“ Leyla blieb die Spucke weg, sie war soeben zu einer Freundin aus der Schule mutiert. Die Jungs setzten sich zu ihr an die Theke und tranken etwas, danach verabschiedeten sich die vier und Leyla blieb mit Aiden zurück. Sie fühlte sich etwas eigenartig und hatte keine Ahnung, über was sie sich mit ihm unterhalten sollte. Da fiel ihr das Tattoo, das er am Oberarm hatte, wieder ein. Es stellte eine lodernde Flamme dar und war ziemlich ungewöhnlich. Die Jungs, die mit ihm trainierten, hatten auch so ähnliche Tattoos auf dem Oberarm. James einen Wassertropfen und Matt, Sebastian und Alex eine Flamme in einem Kreis.
Sie sprach ihn also darauf an, als sie sich auf den Rückweg in Richtung Subway machten. „Was bedeutet eigentlich dein Tattoo?“ Sie berührte seinen Oberarm mit der Flamme. Er sah sie an und da war er wieder: der grimmige, angsteinflössende Aiden. Sie zuckte leicht zurück und er lächelte zerknirscht. „Tut mir leid, manchmal reagiere ich einfach etwas empfindlich. Keine Angst, ist schon ok, das ist das Zeichen meiner Stammeszugehörigkeit.“ Leyla runzelte die Stirn. „Was für eine Stammeszugehörigkeit?“ „Ich weiss, es hört sich etwas seltsam an, aber ich gehöre zu einem alten Stamm, der indianische Wurzeln hat, den Akandos. Eine Untergruppe der Onendas. Jedem von uns ist von Geburt an ein Element zugewiesen, deshalb auch das Tattoo. Es heisst nach schamanischen Legenden, dass wir die Kraft haben, das Element, das uns zugewiesen ist, zu beeinflussen.“ Leyla schüttelte den Kopf. „So einen Unsinn habe ich ja noch nie gehört.“ Er antworte nicht, nahm aber ein Streichholz aus seiner Sporttasche und fixierte es mit seinen rabenschwarzen Augen, bis es sich plötzlich von selber entzündete. Leyla sah ihn entsetzt an: „Dann warst du das heute, du hast Jason in Flammen aufgehen lassen.“ Sie wollte schon davon stürmen, aber Aiden hielt sie am Arm zurück. „Nein, das war ich nicht, und deshalb muss ich auch unbedingt mit dir reden.“ „Darum hast du mich verfolgt, du Freak!“ Leyla riss sich los aber er packte sie ziemlich unsanft an den Schultern. „Verflixte Kratzbürste, jetzt hör mir mal zu, es war jemand, der seine Kräfte nicht unter Kontrolle hat und das kann verdammt gefährlich sein.“ Leyla schrie ihn an: „Wer denn zum Teufel, also ich war es nicht, sonst wärst du inzwischen ein Häufchen Asche.“ Mit ihrer Wut brachte sie Aiden zum Lachen. „Du bist schon eine verrückte Nummer, nein, ich denke, dass es dein Cousin Gregory war!“ Leyla erschrak: „Gregory!“ und plötzlich machte alles Sinn. Sie hatte es irgendwie gewusst und in ihrer Erinnerung sah sie die Decke, die Gregory als Kind bei sich getragen hatte, mit einem Wassertropfen, einer Flamme, einem Blatt und etwas, das ausgesehen hatte wie drei auf dem Kopf stehende Fragezeichen. Der Pfarrer hatte ihn auf seinem Morgenspaziergang im Wald in diese Decke gewickelt neben seiner toten Mutter im Wald gefunden. Seine Mutter war von ihren Verfolgern umgebracht worden. Sie sah auf – direkt in Aidens fragende schwarze Augen. „Er ist mein Stiefcousin“, sagte sie abwesend. Aiden schlug sich die Hand gegen die Stirn. „Das ist doch jetzt scheissegal, wir müssen verhindern, dass er nochmals jemanden in Gefahr bringt oder sonst etwas anzündet, ansonsten fliegt der ganze Clan auf, verdammt nochmal.“ Er funkelte sie an und seine Haare schienen ihm mehr denn je zu Berge zu stehen. Leyla dachte angestrengt nach: „Warte mal, Gregory musste nach Kanada kommen, da er Probleme in seiner alten Schule hatte, weil er zu irgendwelchen Ausbrüchen neigte.“ „Jetzt kommen wir der Sache näher“, meinte Aiden. „Es ist nämlich so, dass unsere Eigenschaften sich so ungefähr ein halbes Jahr vor unserem achtzehnten Geburtstag zu zeigen beginnen.“
„Ja, das könnte hinhauen, wie wisst ihr eigentlich, welches Element ihr beherrscht?“, fragte Leyla. „Wir erhalten eine Decke zu unserer Geburt von den Stammesältesten unserer Gemeinde. Meist wird die eigene Familientradition weitergeführt, aber es gibt Ausnahmen“, sagte Aiden. Leyla sah ihn fragend an. „Eine Decke, auf der ein Wassertropfen, eine Flamme, ein Blatt und etwas, das aussieht wie drei umgekehrte Fragezeichen, abgebildet sind?“ Aiden sah sie bestürzt an. “Nein, nur mit einem Element, wo hast du so eine Decke gesehen?“ Er schüttelte sie. „Denk nach, es ist unheimlich wichtig.“ Sie wusste genau, wo sie es gesehen hatte, es war Gregorys Decke gewesen, die Decke, in der er gefunden wurde. Er war von Franco und Shannon adoptiert worden und die Decke hatte immer in seinem Zimmer gelegen. Das würde sie Aiden sicher nicht sagen, da sie ihm noch zu wenig vertraute. Deshalb sagte sie: „Nein, das habe ich nirgends gesehen, das habe ich nur geraten.“ Sie sah ihn unschuldig an. Aiden wusste nicht, ob er ihr glauben sollte oder nicht, aber er kam nicht mehr dazu, weiter auf sie einzureden, da Brooklyn bei der Station Chester einstieg und sich zu ihnen gesellte. Sie musterte Aiden von oben bis unten und warf ihm einen interessierten Blick zu. Dann verwickelte sie Leyla in ein Gespräch und Aiden hatte keine Gelegenheit mehr, ihr zu vermitteln, wie wichtig und unter Umständen lebensrettend ihr Wissen sein könnte. Sie verabschiedete sich von den beiden und stieg an ihrer Haltestelle Main Street aus. Brooklyn rief ihr nach: „Vergiss die 10 Dollar nicht.“ Leyla nickte und winkte ihnen zu. Aiden hatte danach alle Hände voll zu tun, Brooklyns interessiertem Blick aus dem Weg zu gehen. Sie sah ihn die ganze Zeit unverhohlen an, dann räusperte sie sich:
„Wie kommt es eigentlich, dass du mit Leyla unterwegs warst? Soviel ich weiss, macht sie sich schon vor Angst in die Hose, wenn sie dich von weitem sieht.“
Er sah sie erstaunt an und vergass für einen Augenblick, seinen grimmigen Blick aufrechtzuerhalten.“Das hat sie dir also auch gesagt“, ein selbstgefälliges schiefes Grinsen erhellte sein Gesicht. „Mein Gott, Hübscher, war das etwa ein Lächeln?“ Brooklyn rollte die Augen. „Herr, ein Wunder ist geschehen.“ Er schaute etwas verdutzt aus der Wäsche. „Nein, nein, behalte die Mundwinkel oben, du siehst gleich noch viel attraktiver aus, beinahe nicht zum Aushalten.“ Sie lachte. „Schade, mein Hübscher, ich würde gerne noch etwas mit dir plaudern, aber ich muss leider schon aussteigen.“ Sie näherten sich der Station Victoria Park. Sie beugte sich zu dem verdatterten Aiden und küsste ihn auf beide Wangen und dann aus heiterem Himmel völlig unerwartet mitten auf den Mund. Dann stöckelte sie mit wehendem Rock davon und er blieb leicht verwirrt zurück. Diese Weiber, dachte Aiden, man wurde einfach nicht schlau aus ihnen. Er musste aber – wenn auch nur ungern –zugeben, dass ihn dieses Exemplar ziemlich aus dem Konzept gebracht hatte.
Leyla schlug den Weg zum nächsten Geldautomaten ein, um die 10 Dollar, die sie Brooklyn schuldete, abzuheben. Das hatte sie völlig vergessen in dem ganzen Durcheinander. Brooklyn hatte letzte Woche beim Garage Sale in ihrer Strasse, was eine Art Flohmarkt war, bei dem jeder seine Sachen, die er nicht mehr brauchte, verhökern konnte, ein passendes Geburtstagsgeschenk für Gregory ergattert. Ein T-Shirt von den Toronto Maple Leafs für nur 10 Dollar. Ein richtiges Schnäppchen, wenn man bedachte, dass dies Gregorys Lieblingshockeyteam war. Sie wollte gerade das Geld abheben, als sie mit ihren neuen Vans in eine eklige Pfütze, die allem Anschein nach aus Alkohol bestand, trat. Sie versuchte angeekelt eine Position zu finden, in der ihre Füsse nicht die Pfütze berührten. Da sah sie, dass die Mauer neben dem Geldautomaten irgendwie vollgekotzt war. Da waren Auberginen- und Zucchinistücke, die an der Mauer klebten. Igitt. Leyla schüttelte sich, schnappte das Geld und versuchte, ihre Schuhe im Gras abzustreifen. Es gab wirklich Schweine auf dieser Welt. Nach dem sie ihre Vans einigermassen gesäubert hatte, trottete sie nach Hause. Leyla war froh, dass sie Brooklyn getroffen hatten und sie so Aidens forschendem Blick aus dem Weg gehen konnte. Sie würde Gregory als Vorwand sein verspätetes Geburtstagsgeschenk geben, denn sie musste dringend mit ihm reden. Es gab anscheinend einiges zu klären, was sie nicht verstand.
Gregory konnte es kaum fassen, sein erster Schultag hätte nicht schlechter laufen können. Zuerst hatte ihm dieser Blödmann Jason eine verpasst. Das war dieser blonde Hüne. Natalie hatte ihn inzwischen über alle Schüler aufgeklärt. Er wusste Dinge über Leute, mit denen er noch kein Wort gewechselt hatte. Es war beängstigend und aufregend zugleich. Es schien ihm alles so irreal im Nachhinein. Wie er diesen Jason in Flammen aufgehen lassen hatte. So viel zu unauffällig, das hatte er ja wohl super hingekriegt. Zum Glück war seine Nase nicht gebrochen, sonst hätte er seinen Onkel oder seine Tante anrufen müssen. Trotzdem sah er sicher aus wie ein Zombie. Er hoffte, dass Leyla nicht allzu viel mitgekriegt hatte von dem Vorfall. Er musste ganz dringend diese Sache mit dem Feuer in den Griff bekommen. Die Frage war bloss, wie sollte er das anstellen? Er hatte nicht die geringste Ahnung. Heute Nachmittag hatten alle Schüler frei, da die Lehrer eine Weiterbildung besuchten. Das kam ihm wirklich sehr gelegen. Er wusste ehrlich gesagt nicht, ob er sich am Nachmittag nochmals in der Schule gezeigt hätte. Besser etwas Gras über die Sache wachsen lassen bis zum nächsten Morgen. Schließlich hatte er Jason angezündet, wenn auch nur unabsichtlich, aber das war wohl nicht besonders hilfreich. Gut, wahrscheinlich hatte das niemand so richtig mitbekommen. Eigentlich war er ja als Opfer von der Stätte des Schreckens geführt worden. Er schüttelte den Kopf. Die anderen wussten ja nichts von seinem Problem, oder? Dieser grimmig dreinblickende Typ mit den schwarzen Stachelhaaren hatte ihn ziemlich nachdenklich angesehen, als er auf dem Boden lag, bevor ihm Natalie und ihre Freundin Mila zu Hilfe geeilt waren. Es war einfach zum Kotzen, immer wenn er wegen irgendeinem Scheiss in Wut geriet, spürte er diese Hitzewelle in sich aufsteigen und er konnte nicht das Geringste dagegen tun. Jedes Mal ging etwas in Flammen auf, bisher allerdings noch niemals ein lebendiges Objekt. Nur Vorhänge und Tischtücher oder Servietten.
Sein Zustand schien sich zunehmend zu verschlechtern. Neulich hätte er schwören können, dass seine ungezähmte Wut einen starken Wind erzeugt hatte. Vielleicht bildete er sich das ja nur ein. Ich bin paranoid, dachte er. Dumm gelaufen, er drehte wohl langsam aber sicher durch. Den ganzen Nachmittag irrte er ziellos durch die Stadt und dachte über sein Problem nach, ohne jedoch zu einer befriedigenden Lösung dafür zu gelangen. Er hatte leider auch keine Ahnung, wer ihm helfen konnte. Er ging langsam zu der nächsten Subway Station. Es war schon nach vier Uhr, vielleicht war es an der Zeit, nach Hause zu gehen. Er kam am Schaufenster eines Hairstylisten vorbei, in dem ein Spiegel hing. Sein Spiegelbild sah ja zum Fürchten aus. Wirres Haar, ein stechender Blick und seine Nase schien das Doppelte an Größe als normalerweise erreicht zu haben. Zudem hatte sie sich, so wie auch ein Teil seiner rechten Gesichtshälfte, blau gelblich verfärbt. Er war wirklich eine Augenweide. Zudem schien er auch um einiges kleiner geworden zu sein als seine sonstigen sechs Fuss, vielleicht lag es daran, dass er die Schultern hängen liess. Irgendwie schien alles an im herunterzuhängen, sogar seine Kleider. Er blieb stehen und sah sich lange im Spiegel an, er würde wohl Leyla um einen Coverstick bitten müssen. Hoffentlich hatte sie so etwas, aber das hatten sicher alle Mädchen. Wenn nicht, würde er seine Tante fragen. Machte sicher einen tollen Eindruck, grübelte er gerade, als er durch den Spiegel hinter sich Leyla zusammen mit dem grimmigen, stachelhaarigen Typen aus seiner Klasse vorbeigehen sah. Sie trugen beide Sporttaschen bei sich und waren in ein angeregtes Gespräch vertieft. Er versuchte sich so unauffällig wie möglich zu verhalten, da sie ihn bisher noch nicht entdeckt hatten. Er zog die Kapuze seines ärmellosen, dunkelblauen Shirts über den Kopf. Aber das wäre wohl nicht nötig gewesen, denn die beiden waren in ihr Gespräch vertieft und bekamen wohl kaum mit, was in ihrer Umgebung vor sich ging. Er war fassungslos, diese Leyla schien ja wirklich in den letzten drei Jahren ein heißer Feger geworden zu sein, dachte er erbost. Heute Morgen noch flirtete sie mit Mr. Model vor ihrem Spind und jetzt war sie bereits wieder mit diesem grimmigen Muskelprotz unterwegs. Seine Sorgen, dass er von ihr angeschmachtet oder gar angemacht werden würde, waren anscheinend völlig unbegründet gewesen. Er hätte sich sein abweisendes Getue wohl sparen können, es schien nicht mehr die geringste Gefahr zu bestehen. Er sah die beiden vorbei ziehen und sein Blick blieb am Oberarm des Stachelhaarigen hängen. Er sah die Tätowierung, die ihm bereits heute Morgen aufgefallen war. Er war zu weit weg, aber es sah aus wie eine Flamme in einem Kreis. Kam ihm irgendwie bekannt vor. Er wartete bis die beiden in der Subway Station verschwunden waren und entschloss sich, doch noch nicht nach Hause zu fahren.
Sein Blick fiel auf den Kinokomplex auf der anderen Seite der Straße und er entschloss sich kurzerhand, ins Kino zu gehen. Er würde die Rückfahrt noch so lange wie möglich herauszögern, da er nicht gerade drauf brannte, Erklärungen über sein Aussehen abzugeben. Er schrieb seiner Tante eine SMS, dass er später nach Hause kommen würde und sie ohne ihn zu Abend essen sollten. Dann betrat er den Kinokomplex in der Nähe der Bloorstation, kaufte sich eine Gingerale und stellte sich vor die Anzeigetafel mit den verschiedenen Filmen. Er brauchte definitiv etwas, das ihn ablenken würde und auf andere Gedanken brachte. Plötzlich fühlte er sich einmal mehr beobachtet und sah zwei kecke Blondinen, die auch vor der Tafel standen und sein vom Kampf gezeichnetes Gesicht mit unverhohlenem Interesse betrachteten. Die Kleinere der beiden sah ihn strahlend aus ihren babyblauen Augen an und klimperte mit den falschen Wimpern: „Was ist denn mit deiner Nase passiert?“ Beide Mädchen kicherten. Gregory war nicht in Stimmung, um angeflirtet zu werden und sagte gleichgültig: „Bin hingefallen.“ Er drehte sich von den beiden weg, für ihn war die Konversation damit beendet. Aber die Blondine berührte seinen Arm mit ihren langen falschen Fingernägeln und schaute ihm tief in die Augen: „Auf die Nase?“ Er knurrte sie an; „Mein Gott, ja, auf die Nase, hast du etwas dagegen?“ Sie lächelte ihn immer noch verführerisch an, anscheinend wurde man sie nicht so schnell los. Es war ihm egal und er ignorierte die beiden, ging zur Kasse und kaufte sich ein Ticket für Divergent. Er hoffte, dass in diesem Film ordentlich Blut vergossen wurde. Zudem würde er die beiden Blondinen sicherlich nicht in diesem Film antreffen. Er tippte bei ihnen eher auf „Endless Love“ mit dem ach so schönen Mädchenschwarm Alex Pettyfer, dabei konnten sie sülzen, schmachten und schluchzen. Er hingegen brauchte unbedingt Gewalt und wenn es nur auf der Filmleinwand war, um sich zu beruhigen. Was zugegeben schon irgendwie krass war. Gute zwei Stunden später verließ er das Kino, es war schon nach sechs Uhr. Der Film hatte ihm gefallen und er fühlte sich wie Four, der männliche Held des Films. Ein richtig wortkarger Kämpfer, nur dass dieser das richtige Mädchen an seiner Seite gehabt hatte, natürlich auch eine wortkarge Kämpferin. Etwas viel Kampf, dachte er bei sich, aber egal, es hatte ihm gefallen.
Außer der Sache mit den Tätowierungen, das hatte ihn an seine tote Mutter erinnert und an das Einzige, das ihm von ihr geblieben war. Die Decke mit den vier Symbolen, die offenbar die vier Elemente darstellten. Die Decke hatte ihm immer Trost gespendet, wenn es ihm dreckig ging. Daran zu denken machte ihn traurig. Er seufzte, wahrscheinlich war nun doch Zeit, langsam den Heimweg anzutreten. Ihm graute schon davor, eine passende Erklärung für seine havarierte Erscheinung zu finden. Weiß Gott, was die neuerdings wild um sich flirtende Leyla bereits zum Besten gegeben hatte, dachte er bissig.
Er bog langsam in die Enderby Road ein und versuchte, möglichst unauffällig ins Haus zu schleichen. Vielleicht konnte er ja noch seinen Bluterguss mit einem Cover Stift abdecken, wenn er einen finden konnte, bevor ihn jemand sah. Da er das Untergeschoss bewohnte und auch einen eigenen Eingang hatte, sollte dies kein Problem sein. Er näherte sich dem weißen, im Südstaatenstil erbauten Haus mit der Großen Veranda und den grünen Fensterläden. Er war schon beinahe an der Tür, als er von Rogan, dem irischen Setter seines Onkels, von der Seite angesprungen und zu Boden geworfen wurde.
Der Hund brach in freudiges Gebell aus und leckte ihm quer übers Gesicht. Gregory versuchte ihn mit „Psst, Psst!“ zum Schweigen zu bringen. Als dies nicht half, hielt er ihm kurzerhand die Schnauze mit beiden Händen zu. Zu spät, die Vordertüre öffnete sich und Leyla, die vielbeschäftigte Flirterin, streckte den Kopf heraus. Sie legte den Finger an die Lippen und flüsterte: „Schnell rein mit dir, bevor dich jemand sieht.“ Er schlüpfte schnell durch seinen separaten Eingang und Rogan veranstaltete draußen einen ohrenbetäubenden Lärm. Sein Onkel kam auf die Veranda und schimpfte mit Rogan, dass er die armen Eichhörnchen in Ruhe lassen solle. Gregory grinste. Er drehte sich gerade um und wollte ins Bad gehen, als er rückwärts aufs Bett geworfen wurde von Leyla, die versucht hatte, leise die Treppe hinunterzuschleichen, was ihr leider misslungen war. Sie rutschte aus und fiel direkt auf Gregory. Die beiden landeten zusammen auf dem Bett und sie blieb leicht benommen auf ihm liegen. Er schüttelte den Kopf. „Warum werfen mich eigentlich heute alle auf den Boden?“ Sie sahen einander an und brachen beide in Gelächter aus. Er strich ihr die Haare aus der Stirn. „Hey, du hast ja immer noch Sommersprossen.“ Sie grinste ihn an und sagte: „Es ist ja auch immer noch Sommer.“ Sie sahen einander an und ihr Gesicht war ganz nah bei seinem.
Ihr Gesicht schien immer näher zu kommen und der Kuss schien kurz bevorzustehen, als in der Küche über ihnen etwas scheppernd zu Boden fiel. Leyla kam zu sich wie aus einem Traum und stand auf. Sie war verlegen und trat von einem Fuss auf den anderen. Sie wusste nicht mehr, was sie sagen wollte. Gregory ging es wohl ähnlich, er hätte dies aber niemals zugegeben. Er lehnte sich gegen die Wand und sah sie kühl an. „Welchem Umstand verdanke ich übrigens die Ehre deines Besuches?“ Er sah sie an und trotz seiner uninteressierten Maske, konnte er sich einen Seitenhieb nicht verkneifen: „Du hattest wohl ein wenig zu viel Swag“, er zeigte auf ihr T-Shirt, “vorhin auf der Treppe, dass du mich zu Boden oder besser gesagt aufs Bett geworfen hast mit deinem Gewicht. Scheint heute zum guten Ton zu gehören, dass man mich niederschlägt. Ist das eine alte kanadische Sitte, um Neuankömmlinge zu begrüssen?“ Leyla funkelte ihn böse an. “willst du damit etwa andeuten, dass ich fett bin? Ich habe dir dein verspätetes Geburtstagsgeschenk mitgebracht, du unfreundlicher Kerl.“ Sie griff nach dem am Boden liegenden Hockeyshirt, das noch in Geschenkpapier eingewickelt war, und warf es nach ihm. Als er sich bückte, um es aufzuheben, nahm sie ein paar Kissen und warf sie auf ihn. Er ging mit seinem Geschenk hinter dem Sofa in Deckung. “Nein, du bist nicht fett, aber unfähig, eine Treppe herunter zu kommen.“ Schon kam das nächste Kissen angeflogen und traf ihn voll auf die schon havarierte Nase, er heulte auf. Leyla kam mit dem nächsten Kissen in der Hand angerannt. „Uii, das tut mir aber leid, das wollte ich wirklich nicht.“ Sie schien sich ernsthaft Sorgen zu machen und gab ihre Deckung auf, da streckte er sie mit einem der grossen Sofakissen nieder und rief triumphierend: „Touch down, oder was auch immer.“ Sie blieben beide prustend und nach Atem ringend auf dem Boden sitzen. Die Luft war geklärt, jedenfalls für den Moment.
