Verlag: Jaron Kategorie: Krimi Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2014

Gefundenes Fressen E-Book

Stephan Hähnel

4.72222222222222 (18)
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E-Book-Beschreibung Gefundenes Fressen - Stephan Hähnel

Auf dem Hundespielplatz im Mauerpark ist ein Junge unter mysteriösen Umständen zu Tode gekommen. Ein Anschlag oder ein Unfall? Bei seinen Ermittlungen stößt Kriminalhauptkommissar Hans Morgenstern, Chef einer Berliner Mordkommission, auf zwei Mitschüler des Opfers, die regelmäßig Geld von ihm gefordert haben, eine Boulevardjournalistin, die offenbar mehr weiß als die Polizei, fanatische Hundeliebhaber und -hasser sowie den taffen Juniorchef eines Futtermittelkonzerns, dem der Großvater und Firmengründer ein Dorn im Auge zu sein scheint. Bald werden weitere Tote gefunden, und zusammen mit seiner neuen Kollegin, die sich reichlich unbeliebt zu machen versteht, taucht Morgenstern in die Abgründe des hauptstädtischen Lebens ein. Stephan Hähnel ist mit „Gefundenes Fressen“ ein grandioses Krimidebüt gelungen – voller Spannung, mit leiser Ironie und feinem Gespür für das Alltagsleben in seiner Heimatstadt. Sein Kommissar Morgenstern ist ein Berliner, wie er im Buche steht. Eigenwillig, unbeirrbar und mit sprödem Humor, deckt er einen Sumpf von Betrug, Erpressung und Korruption auf.

Meinungen über das E-Book Gefundenes Fressen - Stephan Hähnel

E-Book-Leseprobe Gefundenes Fressen - Stephan Hähnel

Stephan Hähnel

Gefundenes Fressen

Morgenstern ermittelt Ein Berlin-Krimi

Originalausgabe

1.Auflage 2014

© 2014Jaron Verlag GmbH, Berlin

Alle Rechte vorbehalten. Jede Verwertung des Werkes und aller seiner Teile ist nur mit Zustimmung des Verlages erlaubt.

Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Medien.

www.jaron-verlag.de

Umschlaggestaltung: Bauer + Möhring, Berlin. Foto: © iStock

Satz: Pinkuin Satz und Datentechnik, Berlin

1. digitale Auflage: Zeilenwert GmbH 2014

ISBN 9783955522063

Inhaltsverzeichnis

Cover

Titel

Impressum

Widmung

Vier Jahre zuvor …

Sonnabend, 7. Juni

Sonntag, 8. Juni

Montag, 9. Juni

Dienstag, 10. Juni

Mittwoch, 11. Juni

Donnerstag, 12. Juni

Freitag, 13. Juni 2014

Sonnabend, 14. Juni

Sonntag, 15. Juni

Montag, 16. Juni

Mittwoch, 18. Juni

Donnerstag, 19. Juni

Sonnabend, 21. Juni

Sonntag, 22. Juni

Mittwoch, 25. Juni

Donnerstag, 26. Juni

Freitag, 27. Juni

Samstag, 28. Juni

Danksagung

Ebenfalls im Jaron Verlag erschienen

Vier Jahre zuvor…

Der Mann sah es nicht kommen. Ganz plötzlich erschien das Mädchen zwischen den Baucontainern und stand mitten auf der Straße. Ihre Blicke trafen sich nur für den Bruchteil einer Sekunde. Dennoch brannten sich die entsetzten Augen für immer in seine Erinnerung. Einen Augenblick lang verharrte die Welt in einer nüchternen, hoffnungslosen Klarheit.

Der Aufprall auf die Motorhaube des Mercedes Offroader klang dumpf. Der Mann wollte schreien, brachte jedoch keinen Ton heraus. Auf der Beifahrerseite beulte sich die Frontscheibe nach innen. Risse durchzogen das Glas. Das Gefühl, in einem Netz gefangen zu sein, ließ ihn erschauern. Später konnte er sich nicht erinnern, ob es noch andere Geräusche gegeben hatte. Nur daran, dass er jene Sekunden wie einen langsam laufenden Film empfunden hatte.

Das Mädchen riss mit dem Gesicht den rechten Scheibenwischer ab und rutschte seitlich über den Kotflügel. Im Rückspiegel konnte er sehen, wie es auf das Straßenpflaster schlug. Der Körper rollte noch einige Meter auf den Steinen entlang, bis er endlich liegen blieb.

Ob es die Angst war, ins Schleudern zu geraten, oder einfach nur der Schock– erst jetzt bremste er langsam, bis er zum Stehen kam.

Benommen stieg der Mann an diesem grauen Novembermorgen aus dem Auto und ging mit schweren Schritten zurück. Das spärliche Licht einer Straßenlaterne beleuchtete den reglosen Körper des Mädchens. Die Beine waren verdreht, das Gesicht blutüberströmt. Ein Teil der Kopfhaut verdeckte das rechte Auge. Dem Mann wurde schlecht. Verzweifelt schaute er sich um. Dunkle Bürogebäude. Verwaiste Parkplätze. Eine Industriestraße, die vom Regen glänzte. Nur ein paar Laternen warfen ihr müdes Licht auf die Bürgersteige.

Der Mann wusste, dass er zu schnell gefahren war. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ließ sich Restalkohol in seinem Blut nachweisen.

Er hätte nicht hier sein dürfen. Die Fremde, mit der er die Nacht verbracht hatte, würde er nie wiedersehen. Ein One-Night-Stand. Ihr Name hatte wie der Titel einer bunten Frauenzeitschrift geklungen. Laura? Linda? Lisa? Niemand meldete sich in einem Seitensprungportal mit seinem richtigen Namen an. Seine Frau dachte, dass er bereits in Hannover sei, wo er heute einen Vortrag für Führungskräfte halten würde.

Tief im Innern glaubte der Mann, dass er keine Chance gehabt hatte, dem Mädchen auszuweichen.

Es war kalt. Für ein derart mieses Wetter war es unpassend gekleidet. Es trug nur eine einfache Sommerjacke. Der Mann schätzte es auf vierzehn Jahre, möglicherweise sogar jünger.

Seine Augen füllten sich mit Tränen. Die Hände zitterten. Mit Mühe gelang es ihm, seinen Atem zu beruhigen. Noch nie hatte er sich so einsam gefühlt wie in diesem Moment. Er musste an seine Frau denken und an die Kinder. Er liebte sie. Wie gern wäre er jetzt bei ihnen gewesen.

Langsam, wie ein beginnender Kopfschmerz, griff eine Idee nach ihm, so selbstverständlich, dass er sich nicht einmal darüber wunderte. Niemand hat dich gesehen. Was hindert dich daran, einfach wegzufahren?

Sofort schämte er sich des Gedankens, spürte jedoch gleichzeitig eine gewisse Erleichterung. Es war ein tragischer Unfall. Warum sollte sein Leben aus der Bahn geworfen werden? Wegen der Laune eines Zufalls?

Kraftlos ging der Mann zu seinem Wagen zurück. Auf halber Strecke nahm er den abgerissenen Scheibenwischer auf und wickelte das blutverschmierte Ende notdürftig in ein Papiertaschentuch. Er würde den Wischer verschwinden lassen. Die Stoßstange und der Kühlergrill waren stark in Mitleidenschaft gezogen, die Motorhaube war an mehreren Stellen eingebeult, die Frontscheibe hinüber. Das musste alles ausgetauscht werden.

Er stieg ein und verriegelte die Tür. Durch die Risse in der Scheibe ließ sich die Straße gerade noch erkennen. Nachdenklich schaute er auf die Uhr, konzentrierte sich und schätzte, wie viel Zeit ihm blieb, den Wagen zu tauschen.

Er kannte jemanden, der sich des Schadens annehmen würde, ohne Fragen zu stellen. Dieser Jemand besaß eine Werkstatt und arbeitete auf eigene Rechnung. Ein paar Tage musste der Mann wahrscheinlich einplanen, bis alle Bauteile beschafft waren und der Mercedes neuen Lack bekommen hatte.

Wenn ein Ersatzwagen frei war, sprach nichts dagegen, dass er den Vortrag in Hannover pünktlich beginnen konnte. Prüfend blickte der Mann in den Rückspiegel, blinkte vorschriftsmäßig und fuhr langsam los.

Der Regen würde alle Spuren verwischen. Der Mann sah nicht mehr, dass der rechte Daumen des Mädchens in jenem Moment fast unmerklich zu zucken begann.

Sonnabend, 7.Juni

Die warme Juniluft schmeckte seit Tagen abgestanden. In den Cafés und Restaurants in Prenzlauer Berg saßen in den späten Nachmittagsstunden Touristen und Kiezbewohner einvernehmlich nebeneinander. Einige blätterten Zeitungen durch oder lasen ein Buch. Andere studierten einen Stadtplan oder tauschten Belanglosigkeiten aus. Die meisten kühlten ihr Inneres mit allerlei Getränken, seien sie nun alkoholischer oder gesünderer Natur. Wer Hunger verspürte, begnügte sich mit leichter Kost, zumeist einem üppigen, gesundheitsfördernden Salat. Dazu gab es experimentelle Brotsorten. Selten bestellte ein Gast ein Gericht, das einen Magen angemessen füllte.

Niemand nahm Notiz von dem Elfjährigen, der bei dieser Hitze viel zu schnell mit dem Fahrrad durch die Schwedter Straße in Richtung Mauerpark fuhr. Der Junge schwitzte nicht nur wegen der hohen Temperaturen, sondern auch vor Aufregung, führte er doch bei einem imaginären Radrennen. Es war ein Spiel. Sein Spiel. Später einmal wollte er der berühmteste Radrennfahrer aller Zeiten werden.

Mit einem Zwischenspurt war es ihm gelungen, sich vom Hauptfeld abzusetzen. Auch wenn er die Verfolger nicht sah, wusste er, dass ihm nur ein kleiner Vorsprung blieb. Bis zur Ziellinie oberhalb des Hundeauslaufplatzes im Mauerpark war es nur noch ein kurzes Stück. Nicht schwach werden!, dachte der Junge. Heute ist dein Tag. Du wirst der Champion!

Glücklicherweise schaltete die Fußgängerampel an der Ecke zur Eberswalder Straße auf Grün, so dass er, ohne zu bremsen, die Fahrbahn überqueren konnte. Der Junge fühlte seine Oberschenkel brennen, als er die steile Strecke auf der Rückseite des Cantianstadions hinauffuhr. Ein Zickzackweg entlang dem Hundeauslaufplatz. Ehrgeizig biss er die Zähne zusammen. Noch fünf Kurven bis zur Bergkuppe, dann war er Tagessieger. Er spürte, wie ihm der Schweiß über die Stirn lief, und hörte, wie die Zuschauer vor Begeisterung seinen Namen riefen. Ein Freudenschrei, der tief aus seinem Innern aufgestiegen war, spornte ihn nochmals an. Du schaffst es!

Gehetzt schaute Sebastian Eichner sich um. Er wusste, dass die Verfolger sich näherten. Schon spürte er ihren Atem im Nacken. Mit dem Daumen schaltete er in den nächsthöheren Gang und stellte sich mit dem ganzen Gewicht seines kleinen Körpers auf die Pedale. Er schnitt die letzte Kurve. Nicht schlappmachen! Nur noch zehn Meter bis zum Ziel…

Die beiden Brüder beobachteten den Jungen, seit er sich entlang dem Hundeauslaufgebiet zu ihnen nach oben gearbeitet hatte. In ihren Gesichtern begann sich die Langeweile zu verflüchtigen. Der Größere schnipste seine Zigarette weg und stellte sich dem Jungen in den Weg. Der bremste und hielt an. Augenblicklich spürte er, wie seine Knie zitterten. Er wusste nicht, ob vor Erschöpfung oder vor Enttäuschung. Sie würden ihn um den Sieg bringen. Erst langsam begriff er, dass es Angst war, die ihn schlottern ließ. Sebastian fürchtete die beiden. Alle in seiner Klasse fürchteten sich vor den Fenske-Brüdern. Vorsichtig blickte er zurück. Von hier oben konnte er den ehemaligen Grenzstreifen überblicken. Eine Flucht war damals schon aussichtslos gewesen. Heute diente das einstige Grenzgebiet Erholungsuchenden. Die Fenske-Brüder würden nicht zulassen, dass er abhaute. Bevor er sein Fahrrad gedreht hätte, wären sie bei ihm.

Noch einmal schaute Sebastian auf das Areal zwischen Wedding und Prenzlauer Berg. Einige Besucher lagen auf der Wiese, andere warfen sich Bälle zu oder spazierten gemächlich den alten Grenzweg entlang. Musik war zu hören.

Der Junge musste an den Vortrag über den Todesstreifen denken, den er im Mauermuseum gehört hatte, als ihn ein Stoß aus seinen Gedanken riss und ihn zusammenzucken ließ. Die Brüder lachten. Verzweifelt überlegte Sebastian, ob er um Hilfe rufen sollte. Aber das würde alles noch schlimmer machen. Panisch ging er in Gedanken den Inhalt seiner Taschen durch. Das Einzige, was er dabei hatte, war ein Brief, den er zur Post bringen sollte. Diesmal würde er sich nicht freikaufen können.

»Schwabenmaut!«, sagte Dante, der jüngere der Brüder, und rieb den Daumen an Mittel- und Zeigefinger. Um die Forderung zu unterstreichen, trat er gegen das Fahrrad. Sebastian verlor das Gleichgewicht und stürzte. Etwas Spitzes schabte über den Fuß. Ein stechender Schmerz ließ ihn reflexartig versuchen, das Bein unter dem Hinterrad hervorzuziehen. Es gelang nicht. Stattdessen stellte Marcus den Fuß darauf.

»Schwabenmaut! Willst du dich drücken?«

Der Schmerz wurde fast unerträglich. Doch Sebastian wollte nicht schreien. Dieser kleine Sieg sollte ihm bleiben. Trotzdem konnte er nicht verhindern, dass er laut aufstöhnte und seine Augen sich mit Tränen füllten. Seine Hilflosigkeit machte ihn wütend. Verzweifelt zischte er: »Lasst mich zufrieden!«

»Brille runter!«

Sebastian wusste, was das bedeutete. Langsam nahm er sie ab und schloss die Finger darum. Ohne Brille sah er nicht gut. Es klatschte. Seine linke Gesichtshälfte begann zu brennen. So war das immer. Sobald er widersprach, bekam er Backpfeifen. Auf dem Schulhof. Auf der Toilette. Auf dem Heimweg. Eine für Mama. Eine für Papa.

Dante und Marcus machten sich einen Spaß daraus. Manchmal taten sie nur so, als verpassten sie ihm eine. Versuchte er sein Gesicht zu schützen, begannen sie erneut zu zählen. Eine für Mama. Eine für Papa.

»Ich habe kein Geld dabei. Morgen zahle ich. Das Doppelte. Versprochen!«, hörte Sebastian sich mit weinerlicher Stimme sagen.

Er erntete Schulterzucken. Marcus zog ihn unter dem Fahrrad hervor. Er hatte einen festen Handgriff. Dante nahm das Fahrrad, verdrehte den Lenker und trat kraftvoll gegen die Felge. Zufrieden ließ er sein Werk fallen. Dann öffnete er das obere Tor des Hundeauslaufgebiets. Als Sebastian von Marcus an ihm vorbeigezerrt wurde, verpasste Dante ihm die zweite Backpfeife. Tränen liefen über Sebastians Gesicht. Stolpernd folgte er einem winzigen Pfad, der sich zwischen hohen Büschen verlor.

Hier konnte sie niemand sehen. Auch interessierte es weder Hundebesitzer noch Parkbesucher, was drei Jungs an diesem warmen Juninachmittag im Mauerpark taten.

Sebastian hatte schreckliche, lähmende Angst. Die Brüder Fenske waren bekannt für ihre Gemeinheiten. Wen sie als ihren Feind betrachteten, der hatte schlechte Karten. Und »schwäbische Migranten« wie er hatten besonders schlechte Karten.

Marcus, zwei Jahre älter als Dante, hielt Sebastian eine goldglänzende Verpackung vor das Gesicht, die an eine Tüte mit Bonbons erinnerte.

Ohne Brille konnte der die Schrift darauf jedoch nicht entziffern. »Was ist das?«

»Leckerlis für unser Opfer! Wer nicht zahlt, muss das fressen!« Schwungvoll riss Marcus die Packung auf. Er nahm eine Art Keks heraus und betrachtete ihn, als wäre es eine besondere Köstlichkeit.

Dante drehte Sebastian den Arm auf den Rücken.

»Maul auf!«, befahl er und verdrehte den Arm noch ein wenig mehr, um sicherzugehen, dass ihr Nachmittagsspaß sich nicht wehrte.

Wenn das alles war, was sie wollten, würde er diesen komischen Keks essen. Nur weg hier!

»Einen für die Scheißmama! Einen für den Scheißpapa!«

Sebastian zerkaute die Brocken und schämte sich seiner Tränen. Die Fenske-Brüder lachten.

Er hatte keine Ahnung, was er da aß, und kaute vorsichtig auf der klumpigen Masse herum, bevor er sie hinunterwürgte. Er wunderte sich, dass das Zeug bitter schmeckte, nach abgestandenen süßen Mandeln.

Die Fenske-Brüder schlugen sich vor Begeisterung gegenseitig auf die Schultern. Das Gesicht des dummen Schwaben würden sie nie vergessen. Während Dante sein Smartphone aus der Hosentasche zog, um Bilder zu machen, begann ihr Opfer zu würgen.

Der Junge, der an diesem Tag fast sein wichtigstes Radrennen gewonnen hätte, brach zusammen, krümmte sich und röchelte. Sein Körper krampfte. Schaum quoll zwischen den Lippen hervor. Die Augen fanden keinen Halt mehr und schienen dem Kopf entfliehen zu wollen.

»Das Opfer hat voll den Anfall«, meinte Dante und zoomte das Gesicht näher heran. Doch dann schien ihn eine innere Stimme zu warnen. Ruckartig zog er seinen Bruder an der Jacke.

Die Tüte mit den Leckerlis fiel Marcus aus der Hand. »Lass uns abhauen! Hier läuft was schief! Um den können sich andere kümmern.«

Sonntag, 8.Juni

Im gesamten Helmholtzkiez gab es nur einen Bäcker, der Schrippen nach der traditionellen Methode zu backen verstand. Feste, knusprige, gelbbraune Schrippen und Knüppel, die nach Sonne und Handarbeit schmeckten. Nicht vergleichbar mit jenen industriell gefertigten Backlingen, die wie Bauschaum aufquollen und ihren Geschmack Verdickungsmitteln, Emulgatoren und Aromen verdankten.

Bis zu diesem Bäcker lief Kriminalhauptkommissar Hans Morgenstern bequem eine Viertelstunde. An diesem Sonntagmorgen genoss er den kleinen Spaziergang durch seinen Kiez ganz besonders. Es war das erste freie Wochenende, nachdem es ihm gelungen war, den Mörder einer Rentnerin zu überführen, der vor mehr als zwei Jahrzehnten seinem sadistischen Verlangen nachgegeben hatte. Der nette Nachbar von nebenan hatte der Rentnerin geholfen, den schweren Einkauf in die Wohnung zu bringen. Der Familienvater mit dem freundlichen Gesicht. Höflich und zuvorkommend.

Wie viele seiner Kollegen hatte Morgenstern es sich zur Angewohnheit gemacht, ab und an unaufgeklärte Verbrechen aus der Vergangenheit zu bearbeiten. Die sogenannten kalten Fälle ließen ihm keine Ruhe. Routinemäßig hatte er einen Datenabgleich genetischer Fremdspuren vorgenommen, die an unterschiedlichen Tatorten gefunden worden waren. Dabei hatte plötzlich der Bildschirm aufgeleuchtet. Ein Mann war schon zweimal in Erscheinung getreten. Zwar war er nicht als Täter registriert, aber als eine jener Personen, die durch ihre Anwesenheit den Tatort mit DNA verschmutzt hatten. In beiden Fällen war eine Rentnerin erdrosselt worden. Das hatte ihn auf die Spur des Mörders gebracht.

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