Gesammelte Lieder aus der Antike - Emanuel Geibel - E-Book

Gesammelte Lieder aus der Antike E-Book

Emanuel Geibel

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Beschreibung

In 'Gesammelte Lieder aus der Antike' präsentiert Emanuel Geibel eine Sammlung von antiken Gedichten, die er neu interpretiert und in deutscher Sprache wiedergibt. Sein literarischer Stil ist geprägt von einer tiefen Achtung für die antiken Kulturen und ihrer Poesie, wobei er gleichzeitig mit einer modernen Sensibilität arbeitet. Diese Sammlung bietet einen Einblick in die zeitlosen Themen und Emotionen, die die antiken Dichter bewegten, und zeigt, wie sie auch heute noch relevant sind. Geibels Arbeit dient sowohl als literarische Übersetzung als auch als kulturhistorische Studie, die den Lesern ermöglicht, die Schönheit und Tiefe der antiken Lyrik zu erleben. In dieser bereicherten Ausgabe haben wir mit großer Sorgfalt zusätzlichen Mehrwert für Ihr Leseerlebnis geschaffen: - Eine Einführung verknüpft die verschiedenen Stränge, indem sie erörtert, warum diese unterschiedlichen Autoren und Texte gemeinsam in einer Sammlung Platz finden. - Der Abschnitt zum historischen Kontext beleuchtet die kulturellen und intellektuellen Strömungen, die diese Werke geprägt haben, und bietet Einblicke in die gemeinsamen (oder gegensätzlichen) Epochen, die jeden Autor beeinflusst haben. - Eine kombinierte Synopsis (Auswahl) umreißt kurz die wichtigsten Handlungen oder Argumente der enthaltenen Texte, damit die Leser den Gesamtumfang der Anthologie erfassen können, ohne wesentliche Wendungen vorwegzunehmen. - Eine kollektive Analyse hebt gemeinsame Themen, stilistische Variationen und bedeutsame Überschneidungen in Ton und Technik hervor, um Autoren aus verschiedenen Hintergründen miteinander zu verbinden. - Reflexionsfragen ermutigen die Leser, die verschiedenen Stimmen und Perspektiven innerhalb der Sammlung zu vergleichen, und fördern so ein tieferes Verständnis des übergreifenden Gesprächs.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 146

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Emanuel Geibel

Gesammelte Lieder aus der Antike

Bereicherte Ausgabe. Griechen und Römer in deutscher Nachbildung
Einführung, Studien und Kommentare von Teresa Winkler

Books

- Innovative digitale Lösungen & Optimale Formatierung -
Bearbeitet und veröffentlicht von Musaicum Press, 2017
ISBN 978-80-272-1074-9

Inhaltsverzeichnis

Einführung
Historischer Kontext
Synopsis (Auswahl)
Gesammelte Lieder aus der Antike
Analyse
Reflexion

Einführung

Inhaltsverzeichnis

Diese Sammlung führt die großen Stimmen der griechischen Lyrik und der römischen Dichtung in eine gemeinsame Gegenwart des Hörens. Ihr verbindender Leitgedanke ist das Ringen um Maß: zwischen persönlicher Leidenschaft und öffentlichem Gesetz, zwischen Augenblick und Nachruhm, zwischen menschlicher Ohnmacht und göttlicher Gegenwart. Von der Elegie bis zur Ode, vom Skolion bis zur Epistel entfalten sich Formen, in denen sich Erfahrung bindet und befragt. Der Weg von den griechischen Liedern zum lateinischen Weiterdenken zeigt keine Brüche, sondern Verwandlungen: Motive wandern, Töne wechseln, doch die Fragen nach Sinn, Tapferkeit, Gerechtigkeit und Liebe bleiben vernehmbar und tragfähig.

Im ersten Buch sprechen die griechischen Lyriker in vielen Registern. Kallinos und Tyrtäos geben dem Kampf eine Stimme, Solon verhandelt Ordnung und Ausgleichung, Mimnermos und Theognis prüfen Zeit und Lebensart. Archilochos und Alkman sind in Bruchstücken erhalten, Sapphos Ode an die Aphrodite und ihr Liebeslied zeigen die Innenseite des Begehrens. Alkäos, Stesichoros, Ibykos und Anakreon entfalten politische, mythische, leidenschaftliche und heitere Akzente; Simonides fasst Erinnerung in Gedichten und Epigrammen wie Danae, Marathon oder Die Thermopylenkämpfer. Bakchylides, das Skolion des Kallistratos, Panyasis’ Trinklied und die Inschriften der Anthologie runden den Chor.

Im zweiten Buch treten die römischen Elegien und verwandte Stimmen hinzu. Tibullus, Properz und Ovid erkunden die Spannungen zwischen Hingabe und Selbstbehauptung; sie machen die Liebe zum Prüfstein von Sprache und Lebensführung. Virgil bringt den Blick auf Ordnung und Schicksal ein, während Horaz mit Satiren und Episteln die Kunst des Maßes, der Freundschaft und der Bürgerlichkeit abwägt. In diesem Dialog mit den Griechen verschiebt sich die Perspektive vom Polisraum zur römischen Stadt und ihrer Macht, ohne die intimen Räume aufzugeben. So entsteht ein Tonfall, der persönliches Begehren mit politischer Verantwortung verschränkt.

Das dritte Buch versammelt fünfzig Oden des Horaz und zeigt die Spannweite eines Lieddichters, der an Freunde, Mäzene, Götter und das Gemeinwesen schreibt. An die Römer, Während der Bürgerkriege, Römerzucht und Die Verklärung des Romulus stehen neben An Pyrrha, An Tyndaris, An Chloe oder An die Laute. Politische Gedächtnisorte wie Kleopatra und Auf den Sieg des Drusus verbinden sich mit intimen Adressaten wie Albius Tibullus oder Virgilius. Der Bandusische Quell und der Weinkrug lassen heitere Klarheit anklingen, während An Cäsar Augustus den Horizont der Ordnung absteckt. An Mäcenas, An Melpomene und An Kalliope weisen zugleich auf poetische Herkunft und Aufgabe.

Zwischen den Büchern entsteht ein vielstimmiges Gespräch. Mythische Bilder wie Danae, Helios und Herakles, Die Rache der Kypris oder Klytämnestras Traum leuchten neben römischen Staatsideen in Die Verklärung des Romulus und An Cäsar Augustus. Das Gedenken an Marathon und Die Thermopylenkämpfer antwortet auf Während der Bürgerkriege und An die Römer. Sapphos Liebeslieder und Anakreons Skolion finden Widerhall in Horaz’ An den Weinkrug und An den Bandusischen Quell. Ovids Elegien stehen quer dazu und zeigen, wie Leidenschaft die Ordnung prüft, ohne die Sprache preiszugeben, die das Gemeinsame trägt. Auch Solons Mahnungen bleiben hörbar, wenn Horaz Versöhnung und Abrüstung bedenkt.

Der Reichtum der Formen schärft die Kontraste und die Übergänge. Elegien bündeln das private Begehren, Oden entfalten Maß und Bildkraft, Epigramme verdichten Erinnerung, Satiren und Episteln wägen Haltung. Skolion und Trinklied erinnern an Geselligkeit, während Fragmente des Alkäos oder des Stesichoros die Kraft des Andeutens zeigen. Rollen wechseln: der Bürger bei Solon, der Krieger bei Tyrtäos, der Liebende bei Sappho, Mimnermos oder Ovid, der Freund bei Horaz in An Albius Tibullus, An Virgilius oder An Mäcenas. So wird das Lied zugleich persönlicher Ausdruck und öffentlicher Ort. Diese Beweglichkeit der Stimme hält die Texte offen füreinander und für neue Hörer.

Die heutige Relevanz dieser Sammlung liegt in der Klarheit, mit der sie grundlegende Erfahrungen bündelt. Kriegs- und Bürgerkriegsdichtung konfrontiert mit der Frage nach Mut und Maß, Liebesgedichte erkunden Freiheit und Bindung, Gedenkstücke lehren Aufmerksamkeit für Vergänglichkeit und Ruhm. Die Texte liefern keine Antworten, sie formen Maßstäbe des Denkens und Sprechens. In einer Gegenwart, die zwischen öffentlicher Rolle und privater Sehnsucht schwankt, geben diese Lieder Modelle der Haltung, der Freude und der Selbstprüfung. So wirken sie kulturell, künstlerisch und intellektuell fort, als lebendige Werkstatt europäischer Imagination. Ihre Fragen bleiben produktiv, weil sie das Einzelne mit dem Gemeinsamen verknüpfen.

Historischer Kontext

Inhaltsverzeichnis

Sozio-politische Landschaft

Die archaisch-griechische Abteilung reflektiert Polis-Konflikte und institutionelle Experimente. Kallinos und der Schlachtgesang des Tyrtäos mobilisieren Kriegstüchtigkeit und Disziplin als kollektive Pflicht. Solons Gedichte – vom Gesetzgeber bis An die Athener wider Pisistratus – verhandeln Schuldenauflösung, Maßhalten und Widerstand gegen usurpatorische Macht. Theognis zeichnet die Prekarität des Adels in Zeiten sozialer Durchmischung, während Archilochos’ Bruchstücke den kämpfenden Außenseiter und die Aggression des Iambos politisieren. Alkäos’ Fragmente atmen Parteienstreit und Exil. Sapphos Oden entfalten dagegen eine Mikropolitik des Eros, die dennoch Normen, Status und weibliche Gemeinschaft in der Polis tangiert. Auch Alkman rahmt Gemeinschaft über chorische Disziplin.

Simonides’ Gedichte und Epigramme formen nach Marathon und an den Thermopylen ein bürgerliches Heldengedächtnis, das Opfer, Befehl und Gleichmut idealisiert. Bakchylides’ Gedichte verbinden höfische Panegyrik mit politischen Botschaften der Maßnahme. Stesichoros’ Helios und Herakles sowie Die Rache der Kypris und Klytämnestras Traum verhandeln Verantwortung und Schuld im Spannungsfeld von Stadt und Oikos. Ibykos’ Gesänge knüpfen Eros an Bündnislogiken. Die Inschriften aus der Anthologie – etwa auf Äschylos, Sophokles, Herodotos oder die Spartanerin – verdichten Normen von Ruhm, Aidos und Bürgerpflicht. Alkmans und Sapphos Chor- und Frauenstimmen markieren soziale Initiationsriten. Alkäos ergänzt die politische Stasis.

Die römischen Elegien und Oden spiegeln Bürgerkriegstrauma und die Neuordnung unter Augustus. Horaz’ Oden An die Römer, Römerzucht, Die Verklärung des Romulus, Cleopatra, Abrüstung und An Cäsar Augustus modellieren Loyalität, Friedensordnung und kontrollierte Triumphkultur; die Satiren und Episteln verhandeln Patronage und Maß. Virgil erscheint als Referenz für agrarische und staatsmoralische Ideale. Tibullus und Properz kartieren Abhängigkeit vom Mäcenas-Kreis und die Spannung zwischen privater Liebe und öffentlicher Pflicht. Ovids Elegien testen die Grenzen moralischer Gesetzgebung, indem sie Liebe als rhetorisches Spiel strukturieren. Adressgedichte an Mäcenas, Agrippa oder Virgilius markieren politische Vernetzung.

Intellektuelle und ästhetische Strömungen

Die Sammlung demonstriert formale Vielfalt: Das elegische Distichon trägt bei Kallinos, Tyrtäos, Solon, Mimnermos und Theognis Weisheit, Kriegsethos und soziale Programmatik. Archilochos entfaltet im Iambos aggressives Rollen-Spiel, das poetische Stimme als Waffe modelliert. Sappho und Alkäos etablieren die äolische Monodie mit feingliedrigen Strophenarchitekturen und responsiver Stimme. Alkman entwickelt chorische Partituren für Kollektive. Stesichoros erweitert die Lyra zur großen Erzählung, indem er mythische Sequenzen szenisch gliedert. Ibykos verwebt Eros, Mythos und Musikalität. Skolia von Kallistratos strukturieren gesellige Improvisation. Diese Mikrogenres sind eng an Aufführung, Tanz und performative Erinnerung gebunden. Panyasis rahmt Trinken als poetische Übung.

Simonides’ Danae, die Grabepigramme und die Schilderungen von Marathon und Thermopylen perfektionieren prägnante Evidenz, die Ethos durch knappe Bilder stiftet. Bakchylides gestaltet gesangliche Klarheit und episodische Komposition, die mythoskeptische Reflexion erlaubt. Ibykos’ Gesänge intensivieren Affekt als Legitimation von Ruhm. Anakreons Lieder – An Dionysos, Die Lesbierin, Eros der Schmied, Skolion – ästhetisieren Leichtigkeit, Ironie und metrische Eleganz im Symposium. Das Skolion des Kallistratos zeigt regelhafte Spontaneität. Panyasis’ Trinklied verbindet Geselligkeit und Metrik. Die Inschriften aus der Anthologie demonstrieren lapidare Rhetorik, die Öffentlichkeit formt und Tugenden in memorierbare Formel überführt. Alkman und Sappho verfeinern Stimmlagen zwischen Chor und Monodie.

Die römische Sektion markiert Übersetzung und Innovation. Horaz adaptiert sapphische und alkäische Strophen in lateinischer Dichte; seine Oden An die Laute, An Kalliope, An Mäcenas und der Schlußgesang des dritten Buches reflektieren Poetik als Staatsdienst und Kunstautonomie. Die Satiren und Episteln modellieren sprechnahe Ethik. Tibullus kultiviert Einfachheit und pastorale Ruhe, Properz hyperbolische Gelehrsamkeit und dramatisierten Eros, Ovid spielerische Metareflexion der Elegie. Virgils Autorität liefert Maß und Gravität. Dedikations- und Freundschaftsgedichte – An Albius Tibullus, An Virgilius, An Asinius Pollio – verankern Ästhetik im Netzwerk von Rollen, Patronen und Publikum. An Iccius und An Licinius Murena erproben römische Gelehrsamkeit.

Vermächtnis und Neubewertung im Lauf der Zeit

Vieles der griechischen Lyrik liegt fragmentarisch vor; dadurch prägten Editorik und Kontextrekonstruktion das Verständnis. Archilochos’ aggressive Persona wurde zwischen biografischer Faktizität und Gattungsrolle neu bewertet. Die Theognis-Sammlung gilt als sozial heterogenes Kompendium, das aristokratische Maximen und spätere Einschübe mischt. Stesichoros’ Erzähltechnik und seine Palinode-Traditionen werden als Experimente mit Wahrheit und öffentlicher Verantwortung gelesen. Simonides’ Inschriften, besonders zu Marathon und den Thermopylen, bleiben Prüfsteine für kollektive Erinnerung. Sapphos Oden, teils nur als Bruchstücke überliefert, gewannen kanonische Autorität für Stimme, Begehren und weibliche Gemeinschaft, während Alkäos’ Stasis-Lieder politische Lektüren forcierten. Alkman blieb Referenz für Chorpoetik und Bildung.

Die Augustäer wurden in Schulen und Staatspropaganda kanonisiert, doch ihre Lektüre bleibt umkämpft. Horaz’ An die Römer, Römerzucht und An Cäsar Augustus werden abwechselnd als Loyalitätserklärungen und distanzierte Normkritik gedeutet; Cleopatra dient als Fall der Ambivalenz zwischen Triumph und Trauer. Tibullus’ und Properz’ Elegien modellierten europäische Liebesrede, aber ihre Abhängigkeit von Patronen wie Mäcenas relativiert Autonomie. Ovids Elegien wurden unter Moralgesetzperspektiven bestritten, später als Reflexion poetischer Freiheit aufgewertet. Virgil erscheint hier als Maßfigur, über die Horaz, An Virgilius und An Asinius Pollio Kommunikationsräume und poetische Rangordnungen performativ herstellen. An Iulus Antonius und An Melpomene schärfen Ruhmkonzepte.

Synopsis (Auswahl)

Inhaltsverzeichnis

Erstes Buch. Griechische Lyriker.

Die Auswahl umspannt Kriegsgesang, Bürgerethos, Liebeslyrik und Symposion, sodass ein Panorama griechischer Stimmen von Pathos bis Leichtigkeit entsteht. Im Wechselspiel von öffentlicher Pflicht und privatem Begehren legt das Buch die Wurzeln späterer römischer Formkunst frei.

Elegie des Kallinos

Ein dringlicher Wehr- und Mahnruf, der den Schutz der Gemeinschaft als höchste Pflicht zeichnet. Sein straffer Ernst kontrastiert mit den späteren Fest- und Liebesliedern und hallt in den römischen Bürger- und Tugendgedichten nach.

Schlachtgesang des Tyrtäos

Kampfethos, Disziplin und Standhaftigkeit werden zum Maßstab des Ruhms erhoben. Die tonale Strenge bildet einen Gegenpol zu der sanften Innerlichkeit sapphischer und anakreontischer Stücke und spiegelt sich in den römischen Staatsoden.

Gedichte des Solon (Der Gesetzgeber, An die Athener wider Pisistratus, Die Jahreswochen, Ausgleichung)

Civile Selbstvergewisserung zwischen Gesetz, Maß und sozialer Balance richtet den Blick auf Gemeinsinn und Gerechtigkeit. Diese nüchterne Weisung tritt in Resonanz mit Horaz’ Maßhalten und korrigiert die Extreme kriegerischer und erotischer Rede.

Gedichte des Mimnermos

Zarte Klagetöne über Vergänglichkeit verbinden Liebeslust mit dem Schatten des Alterns. Der melancholische Grund hebt die hellere Heiterkeit des Symposions hervor und findet ein Echo in den feiner dosierten römischen Elegien.

Gedichte des Theognis

Sentenzen über Freundschaft, Treue und Stand problematisieren Moral in unsteten Zeiten. Die scharfe gesellschaftliche Beobachtung weist voraus auf die römischen Satiren und Episteln.

Gedichte und Bruchstücke des Archilochos

Ungeglättete Stimme zwischen Spott, Wut und Selbstentblößung, die heroische Posen demontiert. Sein realistisch-bissiger Ton dialogisiert mit Horaz’ Satire und bricht das Pathos der Kriegsgesänge.

Fragment des Alkman

Chorische Sanftheit und Naturbilder lassen Ruhe und Maß aufscheinen. Diese leise Anmut verschiebt den Fokus von Polis und Schlacht auf Fest und Gemeinschaft und bereitet die Symposionsdichtung vor.

Oden der Sappho (Ode an die Aphrodite, Liebeslied)

Eine intime Liebesstimme, die göttliche Sphäre und persönliche Regung bündelt. Das feine Spiel von Bitte und Begehren spiegelt sich später in römischer Liebeselegie und mildert den heroischen Ton der Kriegs- und Staatsgedichte.

Fragmente des Alkäos

Politische Leidenschaft, Exilerfahrung und Weinkultur formen eine widerständig-herbe Lyrik. Ihr Wechsel von Sturm und Becher prägt die spätere Formkunst der Horazischen Oden.

Fragmente des Stesichoros (Helios und Herakles, Die Rache der Kypris, Klytämnestras Traum)

Mythisch-erzählende Lyrik verbindet epische Weite mit psychologischer Pointierung. Diese Mischform aus Narrativ und Gesang schlägt die Brücke zu römischer Staats- und Epenkultur.

Gesänge des Ibykos

Hohe Liebeslyrik, die Sehnsucht in mythisch glänzende Bilder hebt. Die Erhöhung der Erotik kontrastiert mit Theognis’ Morallehre und findet wärmere Nachklänge in der römischen Elegie.

Lieder und Bruchstücke des Anakreon (An Dionysos, Die Lesbierin, An seinen Liebling, An den Schenken, Eros der Schmied, Skolion)

Symposion, Wein und leichte Liebe werden zur Kunst des Augenblicks. Die heitere Gelassenheit spiegelt sich in spielerischen Horazoden und relativiert die Strenge kriegerischer und gesetzlicher Töne.

Gedichte und Epigramme des Simonides (Danae, Lebensweisheit, Anakreons Grab, Skolion, Marathon, Die Thermopylenkämpfer, Die gefallenen Korinther und mehr)

Memoriale zwischen privater Träne und öffentlichem Ruhm verknüpfen Erinnerungskultur mit nüchternem Maß. Die knappe Würde steht quer zur Symposionsheiterkeit und klingt in römischer Staatsmoral und Grabkultur nach.

Gedichte des Bakchylides

Preisgesänge und mythische Szenen feiern Sieg, Maß und Glanz. Seine elegante Klarheit vermittelt zwischen Pracht des Mythos und Maß des Bürgers, ein Vorzeichen für augusteische Töne.

Skolion des Kallistratos

Ein Trinklied von gedrängter Lebensklugheit, das Fest und Ethos verschränkt. Es fungiert als Miniatur, die Anacreons Leichtigkeit und Solons Maß zusammenführt.

Trinklied des Panyasis

Ein robustes Symposionsstück, das gemeinschaftliche Freude und Sterblichkeit koppelt. Der erdige Ton rahmt die höhere Liebeslyrik und schlägt eine Brücke zu Horaz’ Weingesängen.

Inschriften aus der Anthologie (Gebet, Das Grab des Achill, Sappho, Herodotos, Äschylos, Sophokles, Euripides, Kratinos, Auf den Tod eines schönen Jünglings, Der Adler, Die Ruhe des Edlen, Am Brunnen, Das Erzbild der Aphrodite, Die Spartanerin und mehr)

Knappe Vignetten von Grab, Widmung und Gebet verdichten Ruhm, Verlust und fromme Bitte. Als Mosaik des kollektiven Gedächtnisses umspielen sie Simonides’ Ton und rahmen die großen Stimmen mit stiller Autorität.

Zweites Buch. Römische Elegien und Verwandtes.

Von sanfter Rückzugssehnsucht bis zur urbanen Liebesrolle entfaltet sich das römische Selbst zwischen Gefühl, Witz und Moral. Griechische Vorbilder werden aufgenommen, gestrafft und gesellschaftlich gerahmt.

Elegien des Tibullus

Zartheit, Landleben und treue Liebe bilden ein Ideal der Einfachheit. Dieses leise Gegenbild zu Krieg und Politik prägt den Resonanzraum für Properz’ Intensität und Ovids Spiel.

Elegien des Properz

Leidenschaftlich und gelehrt zugleich, verschränkt er Mythos und Selbstinszenierung. Seine dichte Emphase spiegelt sapphische Innigkeit und überbietet Tibulls Sanftmut.

Elegien des Ovid

Urbane Ironie, Rollenspiel und Liebesdidaktik machen Gefühl zur Kunstform. Seine elegante Distanz kommentiert die griechische Vorlage und verbindet sich mit Horaz’ moralischem Augenzwinkern.

Virgil

Zwischen bukolischer Ruhe und staatsmoralischem Ernst spannt sich ein Bogen von Natur zu Ordnung. So vermittelt er zwischen mythischer Höhe der Griechen und der römischen Idee von Maß und Beständigkeit.

Satiren und Episteln des Horaz

Selbstbeobachtung, Maß und gesellschaftliche Typenkunde formulieren eine Ethik der Mitte. Der nüchterne Humor baut auf archilochischer Schärfe auf und bereitet die tonale Vielfalt der Oden vor.

Drittes Buch. Fünfzig Oden des Horaz.

Ein Spektrum aus Liebes-, Wein-, Freundschafts-, Natur- und Staatsoden kalibriert privates Glück und öffentliches Ethos. Griechische Formen werden in römisches Maß übersetzt, wodurch frühere Töne – von Sappho bis Alkäos – neu akzentuiert erscheinen.

Fünfzig Oden des Horaz

Von Bürgerkriegsnarbe über römische Tugend bis zu Liebes- und Trinkliedern entsteht ein fein austariertes Weltbild zwischen Vergänglichkeit und Haltung. Die Oden antworten auf griechische Modelle und bündeln die Stimmen der Sammlung zu klassischer Gelassenheit.

Gesammelte Lieder aus der Antike

Hauptinhaltsverzeichnis
Erstes Buch. Griechische Lyriker.
Elegie des Kallinos
Schlachtgesang des Tyrtäos
Gedichte des Solon (Der Gesetzgeber, An die Athener wider Pisistratus, Die Jahreswochen, Ausgleichung)
Gedichte des Mimnermos
Gedichte des Theognis
Gedichte und Bruchstücke des Archilochos
Fragment des Alkman
Oden der Sappho (Ode an die Aphrodite, Liebeslied)
Fragmente des Alkäos
Fragmente des Stesichoros (Helios und Herakles, Die Rache der Kypris, Klytämnestras Traum)
Gesänge des Ibykos
Lieder und Bruchstücke des Anakreon (An Dionysos, Die Lesbierin, An seinen Liebling, An den Schenken, Eros der Schmied, Skolion)
Gedichte und Epigramme des Simonides (Danae, Lebensweisheit, Anakreons Grab, Skolion, Marathon, Die Thermopylenkämpfer, Die gefallenen Korinther und mehr)
Gedichte des Bakchylides
Skolion des Kallistratos
Trinklied des Panyasis
Inschriften aus der Anthologie (Gebet, Das Grab des Achill, Sappho, Herodotos, Äschylos, Sophokles, Euripides, Kratinos, Auf den Tod eines schönen Jünglings, Der Adler, Die Ruhe des Edlen, Am Brunnen, Das Erzbild der Aphrodite, Die Spartanerin und mehr)
Zweites Buch. Römische Elegien und Verwandtes.
Elegien des Tibullus.
Elegien des Properz
Elegien des Ovid
Virgil
Satiren und Episteln des Horaz
Drittes Buch. Fünfzig Oden des Horaz.
An die Römer.
Während der Bürgerkriege.
An Pyrrha.
An Thaliarchus.
An M. Vipsanius Agrippa.
An Tyndaris.
Neue Liebe.
An Chloe.
An Iccius.
An Virgilius.
An Aristius Fuscus.
An Apollo.
An die Laute.
An Albius Tibullus.
An die Fortuna von Antium.
Kleopatra.
An Asinius Pollio.
An Dellius.
An Septimius.
An Pompejus Varus.
An Licinius Murena.
An Quinctius Hirpinus.
An Mäcenas.
Der Unglücksbaum.
An Postumus.
An Pompejus Grosphus.
Dithyrambus.
Weihgesang.
Römerzucht.
Die Verklärung des Romulus.
An Kalliope.
Sittenverderbnis.
Versöhnung.
An Lyde.
An den Bandusischen Quell.
Abrüstung.
An den Weinkrug.
An Phidyle.
An Lyde.
An Mäcenas.
Schlußgesang des dritten Buches.
An Venus.
An Iulus Antonius.
An Melpomene.
Auf den Sieg des Drusus.
An Manlius Torquatus.
An Lollius.
An Phyllis.
An Virgilius.
An Cäsar Augustus.

Erstes Buch. Griechische Lyriker.

Inhaltsverzeichnis

Kallinos der Ephesier.

Inhaltsverzeichnis

Kriegsruf.

Bis wann zaudert ihr noch? Wann faßt ihr entschlossen ein Herz euch, Jünglinge? Schämt ihr euch nicht vor den Bewohnern des Gaus, Daß ihr, die Händ' im Schoß, als säßet ihr mitten im Frieden, Träg' hindämmert und rings wütet im Lande der Krieg? Auf, in den Kampf und werft vor die Brust die gebuckelte Tartsche! Noch mit sterbender Hand schleudert das letzte Geschoß! Denn das ehrt und verherrlicht den Mann, für den Boden der Heimat Fechtend, für Weib und Kind mutig den Feind zu bestehn. Einmal kommt ja der Tod für jeglichen, wann es das Schicksal Immer verhängt. Gradaus stürme denn jeder voran, Hoch den geschwungenen Speer und das tapfere Herz an den Schildrand Drängend, sobald im Gewühl Mann sich begegnet mit Mann! Denn dem Todesgeschick zu entgehn ward keinem beschieden, Wär' er dem Stamme sogar ewiger Götter entsproßt. Mancher freilich entflieht der Gefahr und dem Sausen der Lanzen, Und am eigenen Herd rafft ihn die Möre dahin; Aber um ihn nicht trauert die Stadt, noch wünscht sie zurück ihn, Doch den Erschlagnen beklagt jeglicher, hoch und gering! Denn es ergreift sie zusamt nach dem tapferen Helden die Sehnsucht, Fiel er, und halbgottgleich wird er im Leben geehrt. Wie ein gewaltiger Turm vorschwebt er den Augen des Volkes,