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Geschichten aus dem Alltag der sechziger Jahre und einer Kindheit auf dem Dorf. Für Lehrerkinder war manche Lebenssituation nicht ganz einfach in der DDR. Sollten sie doch"Glanzpapier" für die Schule ihrer Eltern sein. Zwischen Auflehnung und Anpassung war die Erziehung unserer Eltern sicher immer eine Gratwanderung. Lasst euch gefangen nehmen von unseren Geschichten, die tatsächlich erlebt worden sind und so gelebt wurden. Dies ist die 2. Auflage, mit Korrekturen, des Geschichtenheftes.
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Seitenzahl: 23
Veröffentlichungsjahr: 2015
Niemals zu dumm, um Streiche zu machen!
Sie können uns kreuzweise…
In „Geschichten aus Groß-Kreutz“
Lieber Wolfgang,
ich widme Dir dieses Heftchen.
Es soll Dich erinnern an unsere gemeinsame
turbulente Kindheit.
Lieber kleiner Bruder,
mit Deinen Geschichten rührst Du mich
an, selbst an diese Zeit zurück zu denken.
Prolog
„Keumgang“
Mein Geheimnis oder Probefahrt mit Muttis Rad
Das Ding mit dem Schlüssel
Im CKG Verließ
Hast du schon „D i e“?
Woran die Gabel meines Vaters mich erinnert
Der Fenstersprung (Iris)
Die Autoren
Abbildung 1 Post Groß-Kreutz
Eigentlich hatte ich doch eine wunderschöne Kinder – und Jugendzeit, bis auf so einige Dinge, die mich doch schwer beschäftigten.
Nun, da waren die bei mir und auch gelegentlich bei meiner Schwester ganz plötzlich auftretenden roten und blauen Flecken am Hinterteil. Ich erwog schon ernsthaft vom Gemeindearzt ein Attest ausstellen zu lassen. So für die nächsten fünf bis sechs Streiche, die mir ständig im Kopf herumgeisterten - die Kirche (?) tät ich ja auch… - aber da hätte ich in meinem Elternhaus wohl schlechte Karten, obwohl ich da auch infolge meiner Kurzgeschichten (???) positive Erlebnisse hatte. Das hieß also: mutig durch… Mit den Ärzten sah es auch nicht so gut aus in unsrem Ort.
Der ehemalige Zahnarzt, ich weiß nicht mehr genau, wie er hieß, aber sein Spitzname war „Pustebacke“. Der arme Mensch konnte nichts für diesen Namen. Er hatte wohl, wie ich erfuhr, eine Kriegsverletzung an der Backe, besser gesagt, an der Wange, welche doppelt so dick war als die andere. Das war die linke Seite in seinem Gesicht. Auf mich, und nicht nur auf mich, machte das einen furchteinflößenden Eindruck. Da schrie ich schon, bevor er den Bohrer ansetzte. Ich hatte sozusagen bevor er begann die Lederhose voll. Aber was hatte dieser Mensch wohl durchmachen müssen bei einem glatten Backen - Durchschuss… will meinen Wangen - Durchschuss…
Nun war es meist so, dass es für meine Schwester und mich immer den Falschen traf. Die körperlichen Züchtigungen meiner Eltern - Gott habe sie selig – traf meistens meine Schwester, wenn ich eigentlich der Schuldige war oder umgekehrt. Verraten haben wir uns aber niemals. So tanzte der Lederriemen meines Vaters oder der Teppichausklopfer meiner Mutter noch so oft um den Tisch des Ess – oder Kinderzimmers herum. Ach, du herrliche Kinderzeit. Was passierte en Detail?
Das erfahrt ihr in den folgenden Kurzgeschichten von mir. In dem Ort, indem ich aufgewachsen bin, ist soweit nie viel passiert, wenn, ja wenn ich nicht gewesen wäre. Lasst also eurem Schmunzeln freien Lauf. Ich weiß es ja auch nicht; - oder sollte ich heute noch darüber weinen?… (Wolfgang)
