Geschichten neben der Spur - Hans-Michael Wecks - E-Book

Geschichten neben der Spur E-Book

Hans-Michael Wecks

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Beschreibung

Kurzgeschichten zur Kurzweil. Manchmal erschließt sich der tiefere Sinn erst auf den zweiten Blick. Nicht zu ernst und auch mit einem Augenzwinkern. Vielleicht hatte der Leser ähnliche Erlebnisse. Mit Sicherheit aber nicht in dieser Form. Oftmals entgehen einem diese Momente, die hier und da alltäglich sind. Und doch wieder nicht.

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Seitenzahl: 40

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Hans-Michael Wecks

Geschichten neben der Spur

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Inhalt:

Walter auf dem Friedhof

Der Serienbrief

Gringos go Home

Tücken der Technik

Wo schläft der Hund?

Der Dämon

Es lebt

Erleuchtung

Peinlichkeiten im Kaufhaus

Wir müssen miteinander reden

Zen – oder die Kunst ein Hemd zu bügeln

Grüßen will gelernt sein

Walter auf dem Friedhof II

Impressum neobooks

Inhalt:

Geschichten neben der Spur

Walter auf dem Friedhof

Der Serienbrief

Gringos go Home

Tücken der Technik

Wo schläft der Hund?

Der Dämon

Es lebt

Erleuchtung

Peinlichkeiten im Kaufhaus

Wir müssen miteinander reden

Zen – oder die Kunst ein Hemd zu bügeln

Grüßen will gelernt sein

Walter auf dem Friedhof II

Walter auf dem Friedhof

Einmal im Monat findet man Walter auf dem Friedhof. Wenn man weiß wann. Walter hatte eine Entdeckung gemacht. Die war für ihn einzigartig. Ja, er fieberte dem Tag, den es nur einmal im Monat gab, entgegen. Und dieser Tag war der Tag des Vollmondes. Seine Frau Wilhelmine war vor drei Jahren verstorben. Walter konnte das Allein-Sein nicht ertragen. Er hatte aber nun als Rentner zu viel Zeit und seine Frau fehlte ihm auch. Irgendwie. Als er vor einem halben Jahr, es war Vollmond, nicht schlafen konnte, ging er zum nahe gelegenen Friedhof. Er wollte einfach mal nach Wilhelmine sehen. Dass es so gegen zwölf Uhr Nacht war hatte er gar nicht so richtig registriert.

Da stand er dann am Grab und sah schweigend auf das bepflanzte Rechteck mit dem Stein. Tja, das gab ihm eigentlich auch nichts. Er setzte sich ins Gras daneben und grübelte. Was fehlte ihm eigentlich? Wilhelmines Stimme. Das war's. Dieses stumme Grab gab's ja nun nicht her. Er sah nach oben in den Himmel und beobachtete, wie sich die Wolken an dem Mond vorbei schoben und ihn plötzlich in seiner ganzen Pracht erscheinen ließen. Vollmond, sagte er sich.

Vollmond Wilhelmine, guck mal, hörte er sich sagen. Seh´ ich doch, hörte er plötzlich ihre Stimme. Er zuckte zusammen und erschrak zutiefst. Wilhelmine, bist Du das, fragte er ganz leise. Wer soll das sonst sein, erwiderte die Stimme laut. Hörste doch, oder? Ja, aber wie...Seine Stimme erstarb. Walter, jetzt sitz' hier nicht so 'rum. Die Blumen auf dem Grab müssen gegossen werden. Könntest ja auch mal was Neues mitbringen. Wird ja echt langweilig hier. Deine Wohnung hat 'nen Hausputz dringen nötig. Ach Walter, Du machst ja gar nichts. Beweg Dich mal. Aber ein bisschen plötzlich.

Walter war zwischenzeitlich aufgestanden. Ja, das war seine Wilhelmine, wie sie noch zu Lebzeiten geredet hatte. Und das hatte ihm gefehlt? Walter, jetzt feix hier nicht 'rum. Nu' mach' mal hinne. Ja, Wilhelmine, ich hol' Wasser, beeilte sich Walter zu sagen. Während er das Wasser holte, überlegte er noch, was da jetzt vor sich ging. Aber es war zu „hoch“ für ihn. Als er das Wasser auf das Grab goss kam wieder Wilhelmine zu Wort. Herrjeh Walter, weiter unten. Du gießt mir ja alles in die Augen. Walter musste lachen. So laut und intensiv, dass ihm die Gießkanne aus der Hand fiel. Er war verrückt geworden. Das war mal ganz klar. Nee, Wilhelmine, ich geh' dann mal wieder, sagte er. Wirst Du wohl hier bleiben und machen was ich sage, erwiderte Wilhelmine. Mein Gott Walter, hör', ja? Nee, diesmal nicht, sagte Walter und schüttete sich aus vor Lachen. Aber ich komme wieder, prustete er. Ganz bestimmt.

Er sah zum Himmel und die Wolken schoben sich wieder vor den Vollmond. Die Uhr zeigte eine Minute nach Eins. Das gefiel ihm. Wilhelmine war wieder still. Jetzt wusste er, was ihm gefehlt hatte, was er aber nicht vierundzwanzig Stunden am Tag brauchte. Fröhlichen Schrittes ging er nach Hause und prustete einige Male vor Lachen. Nee, nee, wat bisse bekloppt geworden, sagte er sich. Herrlich, lachte er, und freute sich auf den nächsten Vollmond.

Der Serienbrief

Ich war in eine andere Abteilung versetzt worden. Vor wenigen Monaten erst. Sehr verantwortungsvoll. Nicht der ewige Einheitsbrei, den ich bisher gemacht hatte. Ein Kollege dieser Abteilung, etwas dicklich, viel jünger als ich, den ich schon seit Jahren kenne, hatte mich angesprochen. Hier arbeitest Du völlig selbständig. Keiner sagt Dir, was Du zu tun hast. Vollkommen autark. Ich sagte zu ihm: "Warum eigentlich nicht?" und wurde in die Abteilung versetzt. Ich arbeitete mich ein und fand es sehr abwechslungsreich, interessant. Kurzum schön.

Eines Tages, gleich nach der Mittagspause, kam mein besagter Kollege 'rein, hatte einen Joghurtbecher in der einen und einen Löffel in der anderen Hand. Während er genüsslich, unauffällig und harmlos seinen Joghurt löffelte, fragte er mich: "He, hast Du schon mal einen Serienbrief gemacht?".

Aus irgendeinem Grunde witterte ich in diesem Moment bereits Unheil.