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Nicht alles im Leben ist ein Zuckerschlecken und jeder von uns hat Schwierigkeiten, die es zu bewältigen gilt. Noch wichtiger ist es, nicht in eigenen Gedanken zu ertrinken. Getting further ist ein kleiner See aus Texten und Gedanken, jeder Tropfen davon ein Buchstabe. Es beschreibt das Leben aus einer anderen Perspektive und spricht gleichzeitig aus der Seele. Nicht nur eine Sammlung von vergangenen Gedanken und schlaflosen Nächten, sondern auch ein Abschluss. Und der Anfang von etwas Besserem.
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Seitenzahl: 74
Veröffentlichungsjahr: 2019
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Für meine Eltern.
Danke dafür, dass ihr mein Leben mit Liebe füllt.
Und für dich, Z.
Du hast mir klargemacht, wie wichtig es ist, das alles hier
loszulassen.
„Angst zu haben und sich dennoch zu sehnen,
beschützt zu werden, sind die beiden elementarsten Gefühle im Leben.“
> Love Letters to the Dead <
Einleitung
Teil 1
Ich bereue
Kopfsache
Mantras
Chaos
Teil 2
Blue Eyes.
Ich habe Angst
Traum
Lähmung
Frieden
Luft & Liebe
Berührungen
Nackt
Nachts
Verloren
Nur ein Gedanke
Eigentlich...
Danke...
Teil 3
Tage wie diese
Zusammen. Sein. Ist anders
Spielball
Vertrauen
Teil 4
Wein in der Nacht
Ich vergesse Buchstaben
Regenwetter
Kennst du das Lied der Bäume?
Was ein Blödsinn...
Antwort
The one. Before.
Getting Further
Teil 5
Mantras 2
Die Liebenden
Nimara
Teil 6
Die Geschichte eines kranken Königs
At least...
Ich bin genug!
Danksagung
Dieses Buch ist mehr als nur eine Sammlung all meiner Texte und Gedanken der letzten Monate. Es ist vor allem eine Art ziemlich seltsame Therapie, die ich mit dieser Veröffentlichung abschließe.
Hier geht es nicht darum, die Vergangenheit hinter mir zu lassen, alles unter den Teppich zu kehren und so zu tun, als wäre ich durch mit meinen negativen Emotionen, die ich so lange gehegt und gepflegt habe. „Getting Further“ ist meine Art und Weise zu akzeptieren, dass es ein Davor in meinem Leben gibt. Niemand ist ein leeres Blatt Papier. Kein Mensch kann von sich behaupten unbeschrieben zu sein. Und noch etwas anderes: Jeder hat zwei Seiten. Oder mehr.
Die Welt und alle Geschöpfe, die in ihr leben, sind nicht nur weiß und schwarz. Es gibt kein Gut und Böse. Ich liebe es, Bücher zu lesen, die von Helden und Bösewichten handeln. Allerdings sind wir alle ein bisschen von beidem. Deshalb bin ich Buchhändlerin geworden. Weil ich zwischen den Seiten eines Buches neue, spannende Welten entdecken kann. Weil ich erkenne, wie wichtig Veränderungen, unerwartete Wendungen und Cliffhanger sind. Weil ich all die fantastischen, unbekannteren Schätze weiterempfehlen kann. Und somit Tage retten und ein Lächeln herbeizaubern kann. Und die verschiedensten Menschen kennenlernen darf. Zudem durfte ich lernen, was es heißt, die Menschen nicht auf den ersten Blick zu beurteilen und auch, wie gut man einen Menschen anhand seiner Lieblingsbücher einschätzen kann.
Doch nicht alles dreht sich um Bücher, sondern um das eigene Leben. Um eigene Abenteuer. Das eigene Buch. Deshalb arbeite ich jetzt nicht mehr als Buchhändlerin, sondern pflücke Orangen in Australien.
Dieses Buch ist mein Abenteuer. Mein Weg voller Steine und Unkraut, aber auch voll mit Schmetterlingen und Blumen. In meinen jungen Jahren kann ich stolz sein auf das, was ich bisher schon gemeistert habe. Kein typisches Leben mit Freund, Arbeit, Haushalt und Geldsorgen. Obwohl das immer noch einen Teil ausmacht. Ohne geht’s halt dann doch nicht. Mein Kopf, mein Herz und mein Bauchgefühl haben mich geleitet und mich nach Hause gebracht. Zu mir. Dafür bin ich zwar am anderen Ende der Welt gelandet und weit entfernt von meiner Familie und meinen Freunden, aber ich habe mich.
Und das ist das Wertvollste, das ich haben könnte.
Viel Spaß beim Lesen!
Nicht die Dinge, die ich getan habe, sondern die, die ich hätte tun sollen.
Ich hasse Fahrradketten noch immer.
Es ist sinnlos, zu bereuen, was man getan, angetan hat. Ohne Taten, wären wir nichts. Sie sagen mehr als Worte. Zeichnen uns aus. Ohne Taten wären wir nicht das, was wir sind. Taten formen, uns und andere. Andere, denen wir antun. Uns, denen angetan wird.
Nein, meine Taten bereue ich nicht. Sonst hätte ich nicht meine einzigartige Form. Ich bereue meine Nicht-Taten. Alles, was ich versäumt habe zu tun. Alles, aus dem ich hätte lernen können. Alles, was ich aus Angst habe sein lassen. Bereue ich jetzt.
Und sehe mir dabei die Fahrradkette an.
Der Kopf macht seltsame Dinge. Er kramt alte Sachen hoch, die eigentlich schon vergessen schienen. Verloren. Manchmal ist es einem lieber etwas verliert, als es zu behalten. Altlasten nennt man das.
Meine Altlasten sind Menschen, meistens Männer. Gott behüte mich vor weiteren Männern, die mir irgendwann zur Last fallen, doch etwas anderes bekomme ich wahrscheinlich einfach nicht. Mit meiner Mutter verstehe ich mich prächtig, mit meinem Vater auch, obwohl es natürlich viele belastende und schmerzhafte Erfahrungen ihretwegen gab. Aber das ist wichtig und in Ordnung, genauso wie es ist. Viele Freundinnen hatte ich nie und der Kontakt ist auch meistens eher eingeschlafen, als durch Streitigkeiten abgebrochen. Demnach gibt es nur noch die Männer. Egal ob Beziehung oder nicht, das spielt keine Rolle. Es scheint nur seltsam.
Sehr viele dieser Erinnerungen hätte ich lieber verloren als vergraben. Wenn man nämlich seinen Garten umgraben will, um Veränderung zu schaffen, dann stößt man darauf. Früher oder später. Was sehr schmerzhaft werden kann. Ja, Erinnerungen verliert man gerne, nicht aber die Erfahrungen. Das sind Geschenke, sie geben uns immer etwas mit auf unserem Weg. Sie sind wertvoll, lehrreich. Und immer mit Erinnerungen verknüpft. Da wären wir also wieder. Ein Teufelskreis.
Schreiben, schreiben
Rumgekritzel.
Gefühle siehst du
im Lachen.
Weinen.
Rumgeschniefe.
Bringt was,
alles, nichts.
Lebe, lebe.
So viel, so wenig,
alles
zu verlieren.
Frei wie Wind,
Luft, so schnell,
unsichtbar.
Licht, so hell,
grell.
So dunkel, ich,
mein Wesen.
Gewesen.
Wiese, Schatten,
glitzernd, feucht.
So dunkel, Licht.
So grell der Schatten.
Wie kann das sein?
Ich selbst.
Erfriere.
Bin gewesen,
kalt, grau.
Dunkel.
Zeichne mich.
Mit Schwung,
Konturen.
Die Hüften rot.
Ich bin
wie ich.
Bunt
& ohne Farbe.
„Alles okay, ich schaff das schon.“.
„Ich bin ja nicht aus Zucker.“..
„Mach dir keine Sorgen, ich bin stark.“ …
&mit jedem Satz, jedem Mantra für mich selbst, werde ich stärker. In euren Augen.
Aber ihr hört nicht richtig hin:
„Ich schaff das nicht.“ Alleine.
„Ich bin Zucker.“ Aufgelöst..
„Bitte seh mich, wie ich bin.“ Hinter dem Blau...
Immer bin ich da. Jeder weiß: Sie hält mich. Hat ein Ohr für mich. Ist da, wenn ich sie brauche.
Sie ist stark.
With pain comes strength. Sage ich mir. &euch.
„Irgendwann wird das schon.“, sagen sie.
„Lass dir Zeit.“, sagt ihr..
„Das ist halb so wild.“, findet jeder...
Wart ihr schon in meinem Kopf? Habt ihr den Kern geknackt? Einen Blick hinter das Eis riskiert?
„Ich bin überfordert.“ Ich höre zu. &gebe.
Darf ich nicht? Auch mal? Nicht können?
Mit jedem Mantra für mich selbst, verliere ich mich.
Denn es ist nicht für mich.
Da ist Farbe, Lack. Ich streiche &streiche. Damit die Fassade glänzt.
Ich bin selbst schuld.
Wer hat die andere Farbe? Die schönere, mit der ihr alle eure Wohnungen streicht?
Ich habe eine Ein-Zimmer-Wohnung.
&sie ist leer.
Ohne Fenster.
Oder gar Möbel..
Hat keine gemütlichen Ecken...
Nur Risse in den farblosen Wänden.
Für die meine Farbe nicht mehr reicht.
Habe ich euch schonmal in mein Heim eingeladen? Habt ihr mit eurem eigenen Herzen gesehen?
Jetzt. Kann ich nicht mehr renovieren. Bei keinem Umzug mehr helfen. Keinen Pinsel mehr in die Hand nehmen.
Jetzt.. Helfe ich keinem mehr beim Streichen. Oder Dekorieren.
Jetzt... Sind meine Hände rau. Fleckig.
Verbraucht.
Wie die Farbe, die nicht mal für meine eigene Fassade ganz reicht.
Denn die..
Besteht aus zu vielen Mantras...
*Anmerkung:
Mir ist durchaus bewusst, dass der Plural von Mantra „Mantren“ ist. Aber es geht hier nicht unbedingt um Grammatik, sondern um die Schönheit des großen Ganzen. Und für mich klingt das so eben besser.
Alle meine Gedanken drehen sich nur um das eine. Mein Kopf wird von Sekunde zu Sekunde leerer. Ich werde nüchtern. Nicht, dass ich etwas getrunken hätte. Ich werde in dem Sinne nüchtern, dass sich meine Sinne klären, ich die Welt so sehe wie sie ist: Einfach da. Alles existiert, ohne die Gedanken, durch die sie so wird, wie wir sie täglich wahrnehmen.
Nach dem Zähneputzen, denke ich. Dann muss ich es wieder tun. Ich möchte den Schmerz spüren, das Rot sehen. Doch diese bestimmte Art der Befriedigung ist das Schönste daran. Und gleichzeitig das Schlimmste. Ich weiß, dass es mich anwidern wird, irgendwann später.
Ich lasse mir Zeit mit dem Ausspülen, weil ich keinen Zeitdruck habe. Heute habe ich Zeit. Nichts hat mehr Platz in meinem Jetzt. Nur der Schmerz, der jedes Mal etwas versetzt kommt. Ich sehe das Blut immer zuerst. Mit einem Seufzer schließe ich die Augen. Konzentriere mich darauf. Spüre ihm nach. Merke, wie die Leere verschwindet und von Erleichterung ersetzt wird. Die auch wieder nachlässt, viel zu schnell. Deshalb setze ich nochmal an. Deshalb wird es immer mehr. Jetzt ist es weniger intensiv und ich setze die Klinge erneut an. Ziehe sie über meine weiche Haut, die irgendwann vernarbt sein wird.
