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Kurze Dialoggeschichten zwischen Giraffe, Wolf und anderen möchten humorvoll ein wenig in die gewaltfreie Kommunikation einführen und Interesse an dieser wunderbaren Gesprächsform wecken.
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Seitenzahl: 39
Veröffentlichungsjahr: 2019
Kurze Dialoggeschichten zwischen Giraffe, Wolf und anderen möchten humorvoll ein wenig in die gewaltfreie Kommunikation einführen und bei dem/der LeserIn Interesse an dieser wunderbaren Gesprächsform wecken.
Hannah Laerkin ist ein Pseudonym.
2018 wurde ihr Roman Zwischen Tränen und Einsamkeit, Nähe und Verbundenheit veröffentlicht, in dem es um Depressionen und die unbewusste Weitergabe dieser an die nächste Generation geht.
Für alle Freunde der gewaltfreien Kommunikation und diejenigen, die es werden wollen.
Vorwort
Wolf und Giraffe im Wald
Giraffe und Wolf im Schnee
Weihnachtsmarkt in Bielefeld
Beim Psychologen
Giraffe als Statistin im Film
Wolf ist krank
Wolfram und die Schule
Giraffe und Wolf verreisen
Hochzeit
Marshall B. Rosenberg, der Begründer der gewaltfreien Kommunikation, sah in der Giraffe das Symbol für die oben genannte Herzenssprache, da sie das Landtier mit dem größten Herzen ist. Sie hat eine passende, offene, souveräne Haltung gegenüber ihren Gesprächspartnern, ist mitfühlend mit sich selbst und anderen. Für sie gibt es kein pauschales entweder – oder, richtig oder falsch, sondern ein sowohl – als auch. Alles darf mit- und nebeneinander existieren.
Der Wolf hingegen als Symbol für die Elternsprache in unserer Kultur möchte sich durchsetzen, Recht haben, andere mit Belohnung und Strafe erziehen. Das ruft Widerspruch hervor und orientiert sich nicht an den Gefühlen und Bedürfnissen, die jeder Mensch hat.
Ich bin in einer schweren Lebenskrise mit der gewaltfreien Kommunikation in Kontakt gekommen und bin bis heute fasziniert von dieser positiven Gesprächsform. Ich habe versucht, durch die Geschichten Klarheit, Leichtigkeit und Freude zu den Lesern und Leserinnen zu bringen und wünsche mir ein bisschen Neugier für die Anwendung oder zumindest erste Beschäftigung mit dieser Form der Kommunikation.
Hannah Laerkin, im Mai 2019
Wolf und Giraffe treffen sich nach langer Zeit zufällig an einer Lichtung des Waldes. Die Sonne scheint.
Wolf: »Na Giri, altes Haus, lange nicht gesehen. Was treibt dich denn hierher?«
Giraffe: »Hallo lieber Wolf, ich freue mich wirklich, dich nach so langer Zeit einmal wiederzusehen und hoffe, dass wir heute und vielleicht auch später in Kontakt treten und bleiben können. Mir würde das gefallen. Was meinst du dazu?«
Wolf: »Weiß nicht so recht. Du bist doch das Tier mit dem größten Herzen, du wirst von vielen geliebt, was man von mir nicht gerade sagen kann. Vor mir haben viele Menschen Angst, manchmal auch zu Recht. Ich bin gerade auf der Jagd nach Ziegen und Schafen, die sollen hier in Scharen rumlaufen! Ich habe so einen Hunger! Ich sehe schon, wie sie vor Angst vor mir erstarren und zittern! Ha, das macht mich lebendig! Ich fresse leidenschaftlich gern. Blöderweise bin ich deswegen aber auch ziemlich einsam und auf dich bin ich neidisch mit deinen vielen Freunden. Irgendwie gönne ich dir dein schönes Leben nicht. Und dann noch dein Bio-Vegetarier-Getue. Bäh, Blatt- und Körnerfresser!«
Giraffe: »Wenn ich dich so reden höre, macht mich das ganz traurig. Die Suche nach Nahrung und das Stillen unseres Hungers haben wir gemeinsam. Ich glaube, du benötigst ganz viel Verständnis, Annahme und Wertschätzung. Ist das so?«
Wolf: »Ja, auch wenn ich es ungern zugebe. Immer wenn ich dich treffe, sagst du das Richtige. Kannst du auch mal was falsches sagen oder tun?«
Giraffe: »Ach, lieber Wolf. Ich habe gelernt: es gibt kein richtig oder falsch. Das sind Maßstäbe, die von anderen festgesetzt werden. Die untergraben meine Eigenmotivation, in Verbindung mit dem anderen zu treten. Ich versuche, das Leben anderer zu bereichern. Du kannst mir glauben, dass mir das nicht immer gelingt. Ich freue mich einfach, wenn ich andere unterstützen kann.«
Wolf: »Hast du denn dabei nie Hintergedanken? Wenn ich etwas gebe, erwarte ich, dass ich das eins zu eins zurückbekomme. Sonst bin ich sauer und lasse das den anderen spüren, indem ich irgendwelche Andeutungen mache, damit er kapiert, dass ich sauer bin, weil ich nicht bekomme, was mir zusteht! Jawohl!«
Giraffe: »Lieber Wolf, für mich ist das eine Herzenssache. Ich freue mich auch, wenn ich etwas bekomme, dann feiere ich das Leben und bin begeistert. Wenn ich höre, was du sagst, bist du dann enttäuscht von den anderen Wölfen und wünschst dir Vertrauen und inneren Frieden?«
Der Wolf wird langsam ruhiger und entspannt sich.
Wolf: »Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen! Meine Güte, Giri, du verstehst mich. Kann ich dich mieten?«
Giraffe: »Nein. Ich kann dir meine Freundschaft anbieten, dich unterstützen, wenn du Hilfe brauchst und wir können zu unserem gegenseitigen Wohlbefinden beitragen. Was hältst du davon?«
Wolf: »Ich bin begeistert! Das machen wir! Ach du heiliger Gesangsverein. Schau mal, wer da kommt. Batman in der Flederhose!«
