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Lara ist eine glückliche junge Frau. Sie arbeitet als Tierarzthelferin in einer Berliner Praxis. Lara plant eines Mittags den langersehnten Kreta Urlaub mit Fabio. Danach beginnt sie zu Kochen, da er gleich nachhause kommt. Währenddessen schreibt er, dass es länger auf der Arbeit dauert. Da beschließt Lara, ihm etwas vorbeizubringen. Was sie dann sieht verändert alles ...
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Seitenzahl: 111
Veröffentlichungsjahr: 2021
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Dies ist ein/e fiktiver Roman/Geschichte. Orte, Events, Markennamen und Organisationen werden in einem fiktiven Zusammenhang verwendet. Alle Handlungen der Personen sind frei erfunden. Markennamen und Warenzeichen, die in diesem Buch verwendet werden, sind Eigentum ihrer rechtmäßigen Eigentümer.
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Lara
Es ist ein ruhiger Donnerstag Mittag in der Tierarztpraxis, in der ich seit fast 5 Jahre arbeite. Mein Chef hat mich nach der Ausbildung übernommen, darüber war ich total erleichtert, da mich die Patienten lieben und ich sie.
Das Telefon klingelt. Ich nehme ab: „Tierarztpraxis Dr. Meise und Dr. Groß, mein Name ist Lara Winter. Was kann ich für Sie tun?“ Eine freundlich Männerstimme erklingt: „Hallo, hier ist Chris Wagner. Ich habe einen Rottweiler Welpen und wollte fragen, ob Sie noch Patienten aufnehmen.“ „Ja Sie haben Glück, Anfang der Woche sind einige Plätze für Neupatienten frei geworden. Sie sagten ein Rottweiler Welpe? Wie heißt der Hund? Wie alt ist er den, bzw. wissen Sie das Wurfdatum? Wie weit ist er mit den Impfungen?“, stelle ich ihm zuerst die wichtigsten Fragen. „Er heißt Dover. Das Wurfdatum ist 17.9. Er hat nur die Standard Impfungen, die zur Abgabe nötig sind.“, entgegnet er mir. Rasch tippe ich die Daten mit: „Okay. Einen kleinen Moment bitte, ich schaue wann der nächste Termin frei wäre... Wenn Sie kurzfristig Zeit haben, könnte ich Ihnen morgen um neun Uhr einen Termin geben.“ Kurz ist stille in der Leitung. Als ich gerade nachfragen will, antwortet er: „Okay geht klar. Wann war die Uhrzeit nochmal? Neun Uhr?“ „Ja genau. Könnte ich bitte noch einmal Ihren Nachnamen haben?“, frage ich freundlich nach. Genauso freundlich bekomme ich eine Antwort: „Natürlich. Wagner mein Name.“ „Danke. Bitte bringen Sie den Impfpass, sofern vorhanden oder andere Formulare zum aktuellen Stand der Impfungen mit, und wir sehen uns dann morgen um neun Uhr.“ Wir verabschieden uns freundlich.
Am Abend kommt noch eine Schwierige Frau mit ihrem Preis gekrönten Pudel. „Wieso sind hier noch andere Tiere? Putschi erträgt keine anderen Tiere.“, sie ist sehr aufbrausend. Bemüht freundlich zu bleiben, bringe ich sie sofort in ein Behandlungszimmer: „Der Herr Doktor kommt gleich zu Ihnen.“ Schnippisch antwortet sie mit: „Okay, das lassen wir nur einmal mit uns machen!“ Ohne ihr zu antworten schließe ich die Türe. Mein Chef kommt auf mich zu: „Oh, so wie du schaust, hat sie wohl die allerbeste Laune.“ Ich nicke nur, und gehe zurück an die Anmeldung. Dort beginne ich mit dem Abschluss, da die „freundliche“ Dame der letzte Termin für heute ist.
Vor der Tür entdecke ich Fabio. Wir führen seit Zweieinhalb Jahren eine Beziehung und seit knapp einem halben Jahr wohnen wir zusammen. Leider ist mein Auto gerade in der Werkstatt, deswegen bin ich auf Fabio angewiesen, dass dieser mich fährt und abholt. Nachdem mein Chef fertig ist, kommt er auf mich zu: „Lara du kannst schon gehen. Gestern warst du ja viel länger hier, als du musstest. Ich helfe Maria beim Rest. Haben wir morgen etwas besonderes an Terminen?“ „Morgen früh als erstes kommt ein neuer Patient. Ein Rottweiler Welpe, sonst nichts besonderes.“, berichte ich ihm kurz. Er nickt und wünscht mir einen schönen Abend. Ich wünsche ihm das gleiche. Draußen gehe ich auf das Auto zu und steige ein. Auf dem Heimweg stoppen wir kurz, um etwas zu essen. Zuhause angekommen, springe ich unter die Dusche und dann ins Bett. Morgen kann ich alleine fahren, da Fabio frei hat. Ich schlafe leider nicht gleich ein. Fabio schleicht sich zwar ins Bett, aber ich bemerke seine Bewegung. Er schläft sehr schnell ein, aber ich schaue um 1 Uhr immer noch schlaflos auf die Uhr. Irgendwann muss ich dann doch eingeschlafen sein, denn der Wecker holt mich unsanft aus meinem Traum.
Widerwillig stehe ich auf und mache mich fertig. Mit einem Kaffee intus und einer Thermoskanne bewaffnet, mach ich mich, kurz vor 8 Uhr, auf den Weg zur Praxis. Gegen 8:35 Uhr komme ich an der Praxis an und parke auf meinem Parkplatz ein. Als ich aussteige, bemerke ich einen jungen Mann der mit einem Welpen an der Absperrung unseres Teiches sitzt. Mit einem lächeln gehe ich auf die beiden zu: „Guten morgen, Sie müssen Herr Wagner sein und das Dover.“ Er steht auf und kommt ein Stück auf mich zu: „Ja, genau. Und sie sind?“ „Lara... Lara Winter, wir haben gestern telefoniert. Wenn Sie wollen, können sie schon mit reinkommen, allerdings muss ich erst die Lichter anmachen und den PC starten, bevor wir die Anmeldung weiterführen können.“, biete ich ihm nett an. Dover tapst auf mich zu und ich kann nicht anderes, ich gehe auf die Knie und knuddle den kleinen Kerl. Als ich nach oben schaue, schaue ich in sein grinsendes Gesicht. Einen Moment passe ich nicht auf, da ich mich in seinen braunen Augen verliere.
Dover nutzt diesen unaufmerksamen Augenblick aus und springt mich an, ich verliere das Gleichgewicht und lande auf meinem Hintern. Ich breche in schallendes Gelächter aus. Erschrocken fragt er nach: „Oh shit, sorry. Alles in Ordnung?“ Ich nicke, er reicht mir seine Hand. Mit einem Ruck stellt er mich wieder auf die Beine. „Komm lass uns reingehen, dann kann ich dir gleich einmal den Anmeldebogen geben, den kannst du solange ich alles anmache, ausfüllen.“, nach kurzem Stocken, „Oh Entschuldigung, ich wollte Sie nicht duzen.“ „Kein Ding. Mir wäre es aber lieber wenn wir uns duzen, bei Sie fühle ich mich immer so alt. Ich bin Chris“, spricht er verständnisvoll und errötet leicht.
Drinnen angekommen, gebe ich ihm den Anmeldebogen und einen Stift. „Willst du einen Kaffee? Allerdings ist unsere Maschine gerade kaputt, aber ich kann dir eine Tasse von meinem geben.“, biete ich ihm mit einem Lächeln an. Er erwidert mein Lächeln: „Gerne.“ „Schwarz? Mit Milch? Zucker?“, frage ich mit der Tasse in der Hand. Chris blickt mich kurz an: „Mit Milch bitte.“ Dankend nimmt er die Tasse entgegen.
Dover geht in der Praxis auf Entdeckungstour. Ich behalte ihn die ganze Zeit im Auge. Plötzlich schaut sich Chris panisch um: „Fuck Dover wo bist du?“ Bevor er aufspringen kann, beruhige ich ihn: „Ich habe ihn im Blick. Lass ihn ruhig hier herum laufen. Es ist ja noch keiner da und er soll ja keine Angst hier haben. Dein erster Hund?“ Ich versuche mit ihm ins Gespräch zu kommen. Er blickt vom Fragebogen auf: „Mein erster eigener ja, aber ich bin mit Hunden aufgewachsen... Was trage ich bei Punkt Zehn ein?“ „Zeig mal, ich kenne die Punkte leider nicht alle auswendig.“, ich beuge mich zu ihm herüber. Mir steigt sein After Shave in die Nase. „Ach das, ähm, ist er schon gechippt? Wenn nicht und du es willst, können wir das gerne machen. Und da kommt dann die Nummer herein.“, erkläre ich ihm.
Man merkt, dass er kurz überlegt: „Das weiß ich nicht. Wäre es zu spontan es zu machen oder ist er noch zu jung dafür?“ „Zeig mal die Papiere von ihm, da müsste es drauf stehen. Manche Züchter lassen ihre Welpen schon früh chippen.“, ich wende mich näher zu ihm. Chris gibt mir die ganzen Papiere. Mit einem Blick entdecke ich, dass Dover schon gechippt ist: „Hier, er hat einen.... sogar …. einen der Besseren. Hier sind die Seiten wo du seine Chipnummer registrieren kannst. Sollte er dir je einmal entlaufen können die im Tierheim den Chip auslesen und dir wieder zugeordnet werden. Bei der Untersuchung lesen wir den Chip aus und dann tragen wir seine Nummer ein. Ich kann dir dann gerne eine Kopie machen bzw. die Nummer kommt auch in den Impfpass.“ Unser Gespräch wird von Dr. Meise unterbrochen: „Guten morgen. Entschuldigung für die Verspätung, aber auf der Strecke war ein größerer Unfall.“ Erschrocken blicke ich auf die Uhr, diese zeigt 9:20 Uhr. „Oh. Heute ist es ja nicht so schlimm. Der Terminkalender ist sehr übersichtlich.“, ich lächle meinen Chef an, „Das ist Herr Wagner und Dover hat sich in die Bälleecke verzogen.“ Dr. Meise klatsch in die Hände: „Okay gut, dann wollen wir mal in Zimmer eins gehen.“ Die Behandlung dauert gute Dreißig Minuten, Dover ist Top Fit und für sein Alter, Gewicht und Größe passen auch.
Lara
Heute hat Dover wieder einen Termin bei uns. Ich freue mich die beiden wiederzusehen. Er hat sich prächtig entwickelt und liebt mich. Jedes mal, wenn er in die Praxis kommt, stürmt er direkt auf mich zu. Nach der Untersuchung kommt Chris auf mich zu: „Hey Lara kann ich dich kurz mal etwas fragen?“ „Na klar. Was gibt es denn?“, ich ziehe ihn in eine ruhige Ecke. Er blickt mich an: „Hättest du mal Lust mit mir einen Kaffee trinken zu gehen?“ „Ich glaube, das wäre keine gute Idee. Ich habe einen Freund und er sieht das nicht so gerne, wenn ich etwas mit Männern unternehme. Es tut mir leid.“, reumütig drehe ich mich von ihm weg. Ich merke seinen Blick auf mir: „Okay, kein Problem. Ein Versuch war es wert.“ Geknickt verlässt er die Praxis.
Sechs Wochen später. Bei dem nächsten Termin von Dover habe ich Urlaub. Ich bin mit Fabio in Italien bei seiner Familie. Zurück in der Praxis, wird mir von Dovers Unfall erzählt. Er hat sich beim Gassigehen mit einem Ast verletzt. Ich erkundige mich, wie schwer er verletzt war, meine Sorgen werden schnell genommen. Ein Schnitt quer über die Schnauze. Aber Dover ist wieder auf dem Weg der Besserung.
Lara
Ich sitze mit einer Tasse Kaffee an meinem Laptop und plane unseren Sommerurlaub. Dieses Mal wollen wir nach Kreta. Rasch finde ich ein paar Hotels, die mir zusagen, ich speichere dies,e um sie später Fabio zu zeigen. Während ich koche, klingelt mein Handy kurz, als ich eine Nachricht bekomme. Diese ist von Fabio, [Fabio] Hey Schatz, auf der Arbeit wird es spät, es ist noch ein wichtiger Kunde dazwischen gekommen. Warte nicht auf mich.
Das passiert zur Zeit so oft. Es macht mich wütend, weil ich wieder alleine Essen muss bzw. hätte er auch früher Bescheid geben können, dann hätte ich mir auch nur ein Brot machen können. Genervt koche ich fertig, vegetarische Zucchini Hackfleisch Pfanne mit Fusilli. Nachdem ich meine Portion gegessen habe, kommt mir die spontane Idee ins Büro von Fabio zu fahren, um ihm das Essen vorbeizubringen. Also packe ich eine Portion in eine Tupperdose und mache mich auf den Weg.
Ich brauche ca. Zwanzig Minuten zum Büro. Dort angekommen wundert es mich, dass Stephanie, die Assistentin von Fabio, mich mit großen Augen anschaut. „Sie … Sie … Sie können jetzt nicht zu Herrn Rossi.“, Stephanie versucht mich aufzuhalten, doch ich bin schneller und öffne die Tür. Abrupt bleibe ich stehen, mir fällt die Dose aus der Hand, als ich realisiere, was ich da zu sehen bekomme. Fabio mit einer anderen Frau, in einer eindeutigen Pose. Als die Dose auf dem Boden geräuschvoll aufkommt, schrecken beide zusammen. „Lara, was machst du denn hier?“, seine Stimme spiegelt seine Überraschung. Tränen füllen meine Augen und ich bekomme kein Wort heraus. Wie Mechanisch drehe ich mich zum gehen um. Ich weiß nicht, wie ich in mein Auto gekommen bin, geschweige den, ob mir Fabio gefolgt ist. Auf die Geschwindigkeit achte ich nicht, zum Glück werde ich nicht geblitzt. Immer noch wie in Trance schließe ich die Wohnungstür auf. Gehe ins Schlafzimmer, reiße meine Sporttasche aus dem Schrank und packe willkürlich ein paar Kleidungsstücke hinein, danach packe ich ein paar Badeartikel ein. Als ich ins Wohnzimmer will, um meinen Laptop zu holen, höre ich, wie der Schlüssel ins Schloss gesteckt wird. Rasch schnappe ich die Laptoptasche und sprinte ins Schlafzimmer, dort ziehe ich den Reißverschluss der Sporttasche zu.
Ich höre Fabio rufen: „Lara,... Schatz... lass es mich erklären... es ist nicht so, wie es aussah.“ Ich schultere beide Taschen und will die Wohnung verlassen. Mit einem Ruck dreht mich Fabio um: „Wo willst du hin?“ „Weg, ich ertrage es gerade nicht hier unter einem Dach mit dir zu sein. Lass mich los!!“, meine Stimme klingt Panisch, da sein Griff um meinen Arm immer fester wird. Fabio schüttelt mich: „Du bleibst hier!“ „Nein!“, antworte ich ihm und versuche mich loszureißen. Fabio verliert die Kontrolle und gibt mir eine heftige Ohrfeige. Die Wucht ist so stark, dass ich zu Boden falle. Ich schmecke Blut. Ohne ein weiteres Wort rappel ich mich auf, bemerke, dass nur noch die Laptoptasche neben mir liegt. Fabio höre ich im Schlafzimmer, es klingt fast, als würde er meine Sporttasche wieder auspacken. Scheiß egal, ich beschließe ohne Wechselkleidung die Wohnung zu verlassen. Leise schnappe ich mir meine Handtasche und den Laptop, danach öffne ich die Tür. Ohne zurückzublicken steige ich in mein Auto und fahre los.
Ich bin so durcheinander und weiß nicht richtig, wo ich hin soll, dass mir nur eine Person einfällt. Elias! Wir waren Sechs Jahre zusammen und nach der Trennung haben wir uns immer noch gut verstanden, leider hat mir Fabio vor zwei Jahren den Kontakt verboten. Bis auf Geburtstagswünsche und Neujahr haben wir nichts mehr geschrieben, was mir mehr weh tat als die Trennung. Ich fahre zu seiner Adresse, die ich weiß, und hoffe, dass er in den zwei Jahren nicht umgezogen ist.
