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Würdest du dein Leben gegen ein anderes eintauschen, wenn du könntest? Polly ist Anfang dreißig, hat ein paar Pfunde zu viel auf den Hüften und ist als Single unglücklich. Simon befindet sich in der Midlife-Crisis, unterhält ein viel zu teures Haus, kämpft jeden Tag mit seinen pubertierenden Kindern, einer nervigen Schwiegermutter, Maulwürfen, die unschöne Häufchen im Garten hinterlassen, und einer Katze, die ihn nachts zu ersticken versucht. Als den beiden in einer zwielichtigen Bar völlig unabhängig voneinander die Chance auf ihr vermeintliches Traumleben in Aussicht gestellt wird, zögern sie nicht. Polly entscheidet sich für eine Luxusvilla und Day Spas – und Simon mausert sich vom Autohändler zum Chef der Firma. Doch wer sagt, dass ein anderes Leben besser ist – und nicht nur andere Probleme bereit hält? »Glückstausch« ist die perfekte Mischung aus Humor und Herz und besticht genauso wie Carol Wyers Erfolgsroman »Ein Jahr voller Wünsche« mit liebevollen Figuren, inspirienden Lese-Momenten und einem gefühlvollen Happy End. »Wer eine Auszeit vom Alltag sucht und dabei lachen und ein echtes Feel-Good-Erlebnis haben möchte, der sollte diesen Roman lesen!« Being Ann Reading
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Veröffentlichungsjahr: 2020
Cover & Impressum
1
Simon
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Polly
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Simon
4
Lucifer Inc., Hauptquartier
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Polly
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Simon
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Polly
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Simon
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Simon
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Simon
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Polly
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Simon
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Polly
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Polly
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Simon
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Polly
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Polly
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Lucifer Inc., Hauptquartier
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Simon
31
Polly
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Hölle
33
Hölle
34
Simon
35
Lucifer Inc., Hauptquartier
36
Sechs Monate später
37
Lucifer, Inc.
Danksagung
Brief der Autorin
Simon hielt vor einem kleinen Backsteinbungalow. Zwei Dachziegel lagen zerbrochen auf der Straße. Er hob sie auf und legte sie neben die Eingangstür. Dann holte er einen Schlüssel unter einem Blumentopf hervor und öffnete die Tür.
Er besuchte Eric mindestens alle zwei Wochen, wenn nicht sogar öfter. Sie waren lange Jahre Kollegen im Autohaus Tideswell gewesen und trotz ihrer Gegensätzlichkeit Freunde geworden. Eric war Mechaniker – in Simons Augen einer der besten. Simon respektierte und mochte den zurückhaltenden Mann, der immer Zeit für ihn hatte. Bei Rückschlägen oder wenn Simon einen schlechten Tag hatte, war er immer in die Werkstatt gegangen, um bei Eric Dampf abzulassen. Seine Ruhe half Simon regelmäßig, die Fassung wiederzugewinnen. Der verwitwete Eric und seine Schwägerin Jackie waren irgendwann zu einem Teil von Simons Familie geworden und feierten Geburtstage und Weihnachten mit ihnen. Er und Eric hatten so viele Mittagspausen miteinander verbracht und über Gott und die Welt geredet, dass Simon Eric nach seiner Pensionierung immer noch besuchte und ihn mit dem neuesten Klatsch aus dem Autohaus versorgte.
»Eric, bist du wach?«, rief er.
»Natürlich! Seit halb fünf bin ich auf. Hier drin, Simon«, ertönte die Antwort.
Simon sah ins Wohnzimmer. »Guten Morgen, Eric. Ich habe dir Milch mitgebracht, Brot, Käse … und ein paar deiner Lieblinge«, fügte er hinzu und hielt eine Tüte mit Guinness-Dosen in die Höhe.
»Ah, du weißt, wie du mich verwöhnen kannst«, antwortete Eric. Seine altersfleckigen Händen mit den vergrößerten Knöcheln umklammerten die Griffe eines Gehgestells. Sein Grinsen entblößte zwei Reihen leuchtend weißer Zähne, die ganz bestimmt nicht seine eigenen waren. Mit schlurfenden Schritten kam er mühsam auf Simon zu.
»Ach, das ist doch nicht viel. Bleib da, ich stelle Wasser auf und mache dir eine Tasse Tee. Wie geht es dir?«
»Die üblichen Schmerzen hier und da. Kann mich nicht beklagen. Es ist das Alter. Dagegen kann man nicht viel machen.«
»Irgendwann erwischt es uns alle, Eric.«
Der alte Mann lachte. »Du bist immer noch ein Jungspund«, sagte er.
»Hm, da wäre ich mir nicht so sicher. Manche Teile von mir altern schneller – meine Augen zum Beispiel. Ohne Brille sehe ich mittlerweile nicht mehr viel.«
Simon holte Teebeutel aus dem Küchenschrank und kochte zwei starke Tassen Tee. Auf einen Teller legte er ein paar Kekse und brachte alles zu Eric ins Wohnzimmer.
»Bitte sehr. Ich wette, du hattest kein Frühstück.«
»Ne. Die Cornflakes, die du mir mitgebracht hast, sind in Ordnung, aber sie bleiben immer am Gebiss kleben«, sagte Eric. »Dann kriegt man sie nicht mehr los.«
»Iss sie am besten ohne Zähne«, antwortete Simon. »Sie werden weich, dann kannst du sie auch so kauen.«
Eric lachte wieder, wobei seine wässrigen Augen ein wenig tränten. Er tupfte sie mit einem großen karierten Taschentuch ab und trank schlürfend einen Schluck Tee.
»Schön, dass du da bist. Ich hatte nicht mir dir gerechnet.«
»Um ehrlich zu sein, musste ich aus dem Haus. Der verdammte Kater hat mich im Morgengrauen geweckt, dann hatte ich einen Streit mit Haydon und dann noch einen mit seiner Mutter.«
»Läuft es immer noch nicht besser zwischen dir und Haydon?«
»Nein. Er hört ja nie auf mich. Er verdreht auf diese bestimmte Art die Augen und macht mich damit so wütend, dass ich ihn am liebsten schütteln würde. Er scheint es zu genießen, genau das Gegenteil dessen zu tun, was ich ihm sage.«
»Das ist nur eine Phase. Er wird erwachsen und testet seine Grenzen. Er wird ein Mann. Wie die Hirsche in der Brunft.«
»Ach ja?«
»In der Brunftzeit wollen alle Hirschböcke die stärksten und dominantesten sein. Ein alter Bock muss seinen Mann stehen und gegen einen jüngeren kämpfen, wenn dieser ihn herausfordert – manchmal bis zum Tod. Haydon macht gerade die menschliche Form der Brunft durch. Er legt sich mit dir an. Er will sich nicht von einem alten Hirschbock sagen lassen, was er zu tun hat.«
»Dann bin ich wohl der alte Bock, oder?«
»Ich fürchte schon. Das ist der Kreislauf des Lebens, Simon.«
»Vielleicht will mich Ivan deshalb umbringen? Er zeigt seine Dominanz. Er will das Alphamännchen im Haus sein.«
Der alte Mann prustete vor Lachen. »Deine Katze will dich umbringen?«
»Zumindest scheint es so. Warum sollte er sich sonst quer über mein Gesicht legen? Normalerweise schläft er bei Georgina. Seit sie weg ist, will er unbedingt bei uns sein. Zweimal hat er mich diese Woche schon halb erstickt. Grundsätzlich hätte ich ja nichts dagegen, aber es ist, als ob man mit einem kleinen Elefanten im Bett schläft. Er ist so schwer. Ich glaube, ich habe noch nie so eine große Katze gesehen.«
»Groß ist er wirklich. Vielleicht schnarchst du, und damit will er dich zum Schweigen bringen«, schlug Eric vor und lächelte über seinen Witz.
»Wenn es so wäre, müsste er die ganze Nacht auf Veronicas Gesicht liegen«, gab Simon zurück.
Etwas zischte, und der Geruch nach Lavendel breitete sich im Raum aus. Simon sah sich suchend um und entdeckte einen Lufterfrischer an einer Steckdose. Zweifellos hatte ihn Erics Schwägerin gekauft.
»Also, was hast du diese Woche getrieben?«
»Ach, das Übliche. Letzten Donnerstag war ich Fallschirmspringen, am Freitag dann beim Paintball.« Sein Lachen ging in einen bellenden Husten über, von dem er sich erst nach einer Weile erholte. »Das ist die Strafe für meine Lügen«, sagte er und trank einen Schluck Tee. Ihm kam ein Gedanke, und er runzelte die Stirn. Er wollte schon etwas sagen, schloss den Mund jedoch wieder und trank noch einen Schluck Tee. Etwas erregte seine Aufmerksamkeit, und er nickte in Richtung des Gegenstands.
»Du hast übrigens bei deinem letzten Besuch dein kleines schwarzes Buch mit den Kundenkontakten vergessen. Es liegt im Bücherregal. Jeder gute Verkäufer sollte sein schwarzes Buch bei sich haben. Es dauert lange, einen so großen Kundenstamm aufzubauen, wie du es getan hast. Ich wüsste gar nicht, wie ich es anstellen soll, jemanden zu einem Autokauf zu überreden. Ganz zu schweigen davon, dass sie auch zurückkommen, wie bei dir.«
»Das habe ich schon überall gesucht. Danke. Ich dachte, ich hätte es verloren. Ohne es bin ich wirklich aufgeschmissen. Es ist nämlich kein gewöhnliches kleines schwarzes Buch, sondern sehr viel wertvoller.«
