Gott - dreifaltig einer - Stefan Hofmann - E-Book

Gott - dreifaltig einer E-Book

Stefan Hofmann

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Beschreibung

"Gott ist dreifaltig" – diese Aussage kann rätselhaft erscheinen. Wie kann es in einem Gott drei Personen geben? Wie können umgekehrt Vater, Sohn und Heiliger Geist ein Gott sein? Entspricht dieses Gottesbild den grundlegenden Aussagen der Bibel? Ist die Entstehung des dreifaltigen Gottesbildes politischen Ereignissen geschuldet? Wie deuten Mystikerinnen oder Mystiker die Dreifaltigkeit? Schließlich: Kann die Rede vom dreifaltigen Gott zeitgenössische Spiritualität inspirieren? Die Suche der Autoren nach möglichen Antworten mündet in einen Dialog, der zeigt: Gerade die Deutungsoffenheit des christlichen Bildes vom dreieinen Gott macht unseren Glauben weit und vertieft unsere Spiritualität. → Vater, Sohn und Heiliger Geist sind ein Gott

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Seitenzahl: 112

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Sebastian Maly / Stefan Hofmann

Gott – dreifaltig einer

Ignatianische Impulse

Herausgegeben von Stefan Kiechle SJ, Willi Lambert SJ und Stefan Hofmann SJ

Band 93

Ignatianische Impulse gründen in der Spiritualität des Ignatius von Loyola. Diese wird heute von vielen Menschen neu entdeckt.

Ignatianische Impulse greifen aktuelle und existentielle Fragen wie auch umstrittene Themen auf. Weltoffen und konkret, lebensnah und nach vorne gerichtet, gut lesbar und persönlich anregend sprechen sie suchende Menschen an und helfen ihnen, das alltägliche Leben spirituell zu deuten und zu gestalten.

Ignatianische Impulse werden begleitet durch den Jesuitenorden, der von Ignatius gegründet wurde. Ihre Themen orientieren sich an dem, was Jesuiten heute als ihre Leitlinien gewählt haben: Christlicher Glaube – soziale Gerechtigkeit – interreligiöser Dialog – moderne Kultur.

Sebastian MalyStefan Hofmann

Gott – dreifaltig einer

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über <http://dnb.d-nb.de> abrufbar.

© 2022 Echter Verlag GmbH, Würzburg

www.echter.de

E-Book-Herstellung und Auslieferung: Brockhaus Commission, Kornwestheim, www.brocom.de

ISBN

978-3-429-05747-3

978-3-429-05213-3 (PDF)

978-3-429-06569-0 (ePub)

Inhalt

Hinführung

I.Biblische Zeugnisse

Gott im Alten Testament

Gott im Neuen Testament

Ignatianische Übungen

II.Geschichte: Wie die Rede von einem Gott in drei Personen auf die Welt kam

Die Frage nach der Göttlichkeit Jesu

Das Verhältnis von Vater und Sohn: grundsätzliche Optionen

Das Konzil von Nicäa: Ist der Sohn wirklich Gott oder nur ein besonderes Geschöpf Gottes?

Die drei »Kappadokier«: Wichtige begriffliche Unterscheidungen

Eine Formel für die Dreifaltigkeit, die alles klarmacht?

Ein Knoten im Kopf?

Die eine göttliche Natur …

… in Vater, Sohn und Geist

Die drei göttlichen »Personen«

Soziale und lateinische Trinitätslehre: zwei bis heute diskutierte Grundmodelle

Fazit

Ignatianische Übungen

III.Mystische Zugänge zum dreifaltigen Gott

Hildegard von Bingen

Juliana von Norwich

Jan van Ruusbroec

Ignatius von Loyola

Jeronimo Nadal und das Charisma der Jesuiten

Ignatianische Übungen

IV.Persönliche Zugänge. Ein (Streit-)Gespräch

Eine Vielzahl von Bildern: Annäherung an einen »komplexen« Gott

Dreifaltigkeit: Eine von der Geschichte überholte Lehre?

Zwei persönliche Kurzformeln

Wie wir uns die Dreifaltigkeit Gottes praktisch vor Augen führen können

Ist dieses Vielerlei ignatianisch?

V.Schluss

Literatur

Anmerkungen

Hinführung

Ein Band zur Dreifaltigkeit Gottes in der Reihe Ignatianische Impulse – »Wieso denn das?«, werden sich einige Leserinnen und Leser fragen. Vielleicht überrascht es Sie zu erfahren, dass für Ignatius von Loyola (1491–1556) die Dreifaltigkeit Gottes ein so wichtiges Thema war, dass der Mystik-Forscher Harvey D. Egan SJ Ignatius als einen der profiliertesten Mystiker der Trinität bezeichnet.1 Vor allem in seinem Geistlichen Tagebuch ringt Ignatius damit, seine (mystische) Erfahrung der Dreifaltigkeit Gottes in Worte zu fassen, sprachlich festzuhalten. Damit steht er in einer langen Tradition christlicher Mystik und Theologie, die sich durch eine große Vielfalt und Bandbreite zum Teil gegensätzlicher Auffassungen von der Dreifaltigkeit Gottes auszeichnet.

Es wäre aber zu wenig für einen ignatianischen Impuls, wenn es uns nur darum ginge, die Gedanken des Ignatius aus einem geschichtlichen Interesse vorzustellen. Ein Impuls will etwas in Bewegung setzen. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema scheint gerade in unserer Zeit nötiger denn je. Denn dass Gott im Christentum der dreifaltige Gott ist, scheint vielen Zeitgenossinnen Rätsel aufzugeben. Eine Allensbach-Umfrage aus dem Jahr 2017 zeigte, dass nur 25 Prozent der befragten Christen daran glauben, dass Gott dreifaltig ist (gegenüber 39 Prozent im Jahr 1986).2 Dagegen glauben 51 Prozent daran, dass es Wunder gibt, und 48 Prozent, dass es irgendeine überirdische Macht gibt. Auf den ersten Blick könnte man die Zahlen so interpretieren, dass die Dreifaltigkeit einfach zu kompliziert ist. Es könnte aber auch sein, dass es einigen Christinnen und Christen leichter fällt, an Gott zu glauben, wenn sie sich ihn wenig konkret und stattdessen eher nebulös und abstrakt vorstellen.

Zu verstehen, was mit »Ein Gott in drei Personen« gemeint ist, ist nicht leicht. Dennoch gehört es zu den Grundlagen aller großen christlichen Konfessionen, dass der Gott, der uns im Evangelium bezeugt wird, als dreifaltig, dreieinig oder »trinitarisch« gedacht wird. Ohne Dreifaltigkeit wäre das Christentum nicht mehr das, was es ist. Von daher ist es sehr ernst zu nehmen, wenn Christen das Gefühl haben, dass die Dreifaltigkeit einfach zu kompliziert ist, oder wenn bei vielen der Eindruck entsteht, dass es eingängiger ist, sich Gott als irgendeine überirdische Macht vorzustellen. Wie also kann auch heute das trinitarische Gottesbild als relevant, inspirierend und den Glauben vertiefend vermittelt werden?

Viel hängt daran, wie wir uns die Dreifaltigkeit vorstellen, welche Bilder wir im Kopf haben und welche Sprache wir verwenden. Der Karmelit Reinhard Körner z.B. hat sein Buch über die Dreifaltigkeit Gottes »Gott, ihr Drei … – und wie wir Menschen zusammengehören« genannt. Ein solches Sprechen (»Gott, ihr Drei«) ruft zunächst die Vorstellung hervor, dass der dreifaltige Gott eine Art Gemeinschaft dreier Götter ist, denn für gewöhnlich spricht man eine Gruppe von Menschen mit »ihr Drei!« an. Wir brauchen diese konkreten Bilder und dieses konkrete Sprechen über Gott, um uns diesem Geheimnis anzunähern. Zugleich sind Sprache und Bilder missverständlich und interpretierbar. Das Reflektieren darüber, was es für unser Verständnis von Dreifaltigkeit bedeutet, wenn wir Gott z.B. als »ihr Drei!« ansprechen, ist somit wichtig.

Hier liegt ein zutiefst ignatianischer Aspekt der Beschäftigung mit dem Thema Trinität vor: Es geht um den konkreten Gott, der in Jesus Christus Mensch geworden ist, der sich auf menschliche Geschichte, Sprache, Zeichen und Bilder eingelassen hat – mit allen Risiken, die das in sich birgt. Ignatius hat sich mit Haut und Haaren in die Kirche und die Gesellschaft seiner Zeit begeben, von dem Vertrauen geleitet, dass er darin Jesus nachahmt: ihn selbst und wie er diese Welt liebt und in ihr wirkt.

Unser ignatianischer Impuls setzt bei konkreten Zeugnissen der Auseinandersetzung mit dem dreifaltigen Gott an. Dies kann helfen, das Schwierige und Komplizierte an der Dreifaltigkeit Gottes ein wenig zu enträtseln. Wir wollen hier wiedergeben und weitergeben, was uns selbst hilft, Hindernisse zum Verstehen beiseitezuräumen und dieses Geheimnis tiefer zu verstehen. Es lohnt sich für die Vertiefung des eigenen Glaubens und der eigenen Spiritualität, sich immer wieder zu fragen: Was bedeutet es für mich, an einen dreifaltigen Gott zu glauben?

Wir beginnen mit einem Blick auf die biblischen Zeugnisse des Alten und Neuen Testaments, um dann dem Entstehen der maßgeblichen theologischen Formulierung der Dreifaltigkeit Gottes »ein Gott in drei Personen« nachzugehen. Im dritten Kapitel geben wir Mystikern Raum, die ihre tiefe Erfahrung des dreifaltigen Gottes in Worte und Bilder gebracht haben, die uns auch heute noch inspirieren können. Eines dieser Bilder liegt auf einer Postkarte abgedruckt diesem Band der Impulse bei. Im letzten Abschnitt des Buchs vertiefen wir in einem Gespräch einige inhaltliche Punkte aus den vorigen Kapiteln und gehen auf weitere Aspekte der Dreifaltigkeit Gottes ein, die uns wichtig erscheinen. Dafür haben wir bewusst die Form des Gesprächs gewählt, weil dies zum Ausdruck bringt, dass alles Formulieren und Vorstellen weiterer Erläuterung bedarf, dass ich dafür ein Gegenüber brauche und dass es in gegenseitiger Wertschätzung auch unterschiedliche, zum Teil gegensätzliche Interpretationen dessen geben darf, was es bedeutet, an einen dreifaltigen Gott zu glauben. Die reichhaltige theologische wie mystische Tradition des Christentums, von der hier nur ein Bruchteil zu Wort kommen kann, sie ist selbst Vorbild einer solchen Vielfalt.

So wichtig der konkrete, menschgewordene Gott für Ignatius ist, so wichtig ist für ihn auch, dass wir ihm in unserem Leib, unserem Herzen und in unserem Geist im Hier und Jetzt begegnen können. Deswegen fügen wir immer wieder geistliche Übungen ein, die dazu einladen, sich in der eigenen Erfahrung und im eigenen Gebet dem Geheimnis der Dreifaltigkeit anzunähern.

Wir laden Sie ein, sich mit uns auf diese Reise zu begeben. Der Reichtum der mystischen Tradition kann Lust darauf machen, die Frage nach dem dreifaltigen Gott wachzuhalten. Wenn am Ende neben so manchen inspirierenden Antworten auch neue Fragen bleiben, sind wir zufrieden. Denn Fragen halten das Gespräch offen – unter uns Menschen wie im Gebet. Und manchmal kann eine gute Frage auch zu einem Schweigen oder Hineinlauschen in die Stille führen, das uns dem Geheimnis Gottes näherbringt als alle guten Gedanken und Bilder.

Zwei Bemerkungen zum Schluss: Wir werden in diesem Band wann immer möglich geschlechtsneutrale Ausdrücke verwenden. Wo das nicht möglich ist, werden wir aufgrund der besseren Lesbarkeit des Textes abwechselnd die weibliche und die männliche Form verwenden. Wenn nicht ausdrücklich anders vermerkt, sind damit immer alle Geschlechter gemeint.

Folgende Abkürzungen der Werke des Ignatius von Loyola werden verwendet:

EB

=Exerzitienbuch bzw. Geistliche Übungen

BP

=Bericht des Pilgers

GT

=Gründungstexte

Die genauen Angaben für diese Schriften finden Sie im Literaturverzeichnis. Dort geben wir Ihnen auch Literaturempfehlungen, wenn unser Impuls Ihr Interesse geweckt hat und Sie das Thema weiter vertiefen möchten.

Für wertvolle Hinweise und Rückmeldungen danken wir Michael Hainz SJ, Michael Praxmarer und besonders Margret Menzel. Sr. Philippa Rath OSB danken wir für die freundliche Genehmigung des Abdrucks der Miniatur aus dem Scivias-Codex der hl. Hildegard von Bingen.

I. Biblische Zeugnisse

»Trinität? Wofür soll das Wort stehen?« – so hätte eine überzeugte Christin vor 1800 Jahren vermutlich nachgefragt. Es mag überraschend klingen, aber die Rede von der Dreifaltigkeit hätte im 2. Jh. Stirnrunzeln hervorgerufen. Die Lehre von der Trinität bzw. der Dreieinigkeit nahm erst im Laufe des vierten Jahrhunderts Gestalt an. Die ersten Christinnen und Christen kannten sie nicht. Ist die Lehre von der Dreifaltigkeit also gar nichts ursprünglich Christliches? Eine solche Schlussfolgerung wäre übereilt. Es waren die Erfahrungen der frühen Christen und nicht zuletzt die biblischen Texte selbst, die jene spannenden Fragen aufwarfen, die zum trinitarischen Gottesbild der Christen führten.

Die mit dem Begriff der Trinität bezeichnete Wirklichkeit spielte eine zentrale Rolle für das Leben und das Selbstverständnis der ersten Christen: Obwohl diese Gläubigen nach allem, was wir wissen, vergleichsweise wenig Interesse an philosophischen Spekulationen hegten, waren Vater, Sohn und Heiliger Geist reale Bezugspunkte ihres Lebens und Betens. Bereits die Schriften des Ersten bzw. Alten Testamentes legten die Frage nahe, wie sie das Verhältnis von Gottes Weisheit, von Gottes Geist und Gott selbst am besten verstehen können. Die Kenntnis der historischen Fundamente des Glaubens ist oft sehr erhellend. Deshalb möchten wir den Glauben an den dreifaltigen Gott nicht ohne einen Blick auf die biblischen Quellen und die Geschichte diskutieren. Sie bieten auch heute noch anregende Einsichten.

Der Gott der Bibel ist ein Gott, der sein Volk auf seinem Weg durch die Zeit begleitet und sich auf diesem Weg immer neu zu erkennen gibt. Eine Besonderheit dieses Gottesverständnisses ist es, dass die ersten Phasen dieses gemeinsamen Weges für alle Zeit wertvoll und erhellend bleiben – etwa so wie ein älteres Paar mit Gewinn auf die ersten Jahre der gemeinsamen Beziehung zurückblickt und so die geschenkte Liebe wiederfinden und erneuern kann.

Gott im Alten Testament: erhaben und doch so nah?

Für das Volk Israel war Jahwe primär ein Gott, dessen Wirken das Volk in dem vielen Auf und Ab seiner Geschichte erlebt hatte und mit dem es rechnen konnte: Jahwe wurde erlebt und erinnert als der Gott, der das Volk aus Ägypten herausgeführt hatte (vgl. Ex 20,2), der seinen Namen zu erkennen gegeben hatte und sich als der gezeigt hatte, der da sein wird. Gott antwortete dem Mose auf dem Berg Horeb: »Ich bin der ›Ich-bin-da‹.« (Ex 3,14). Das hebräische Tetragramm יהוה, das im Deutschen als »Jahwe« wiedergegeben wird, kommt vom Verb »hjh« (da sein, leben, existieren, wirksam werden). Martin Buber und Franz Rosenzweig verstanden den geoffenbarten Gottesnamen im Sinne einer Verheißung und übersetzten ihn deshalb als »Ich werde da sein, als der ich da sein werde«. Die Bundeslade, die das Volk mit sich trug, symbolisierte Jahwes bleibende Gegenwart bei seinem Volk, seine Schechinah (hebr. Wohnstatt, Einwohnung). Um der Ehrfurcht vor Gottes Namen und Gegenwart Ausdruck zu verleihen, wurde es bereits zur Zeit Jesu üblich, das Tetragramm nicht mehr auszusprechen. Heute noch ist im Judentum der Gebrauch des Ersatzwortes »Adonai« (mein Herr) verbreitet. Auch die Christinnen und Christen stehen in der Tradition dieser ersten Offenbarungen Gottes an sein Volk Israel. Es lohnt sich, sich in sie zu vertiefen. So, wie wir mit meditierendem Blick auf die eigene Biographie erkennen können, in welchen Lebensphasen oder Lebensstationen wir Gottes Gegenwart besonders erlebt haben, so kann sich auch die Meditation über Gottes Handeln an seinem Volk als fruchtbar erweisen. Als Christen dürfen wir uns selbst als Teil dieser Geschichte Gottes mit den Menschen sehen.

Die frühe Geschichte Israels ist auch in intellektueller Hinsicht anregend. Bereits hier zeichnen sich jene Fragen ab, die die Diskussion über die Trinität später antreiben werden. Israel ging zunächst ähnlich wie seine Nachbarvölker davon aus, dass es eine Vielzahl von Göttern gibt. Zur Debatte stand zunächst nicht der Monotheismus, d. h. die Frage, ob es neben Jahwe weitere Götter gebe, sondern die Monolatrie: ob es Götter wie Jahwe gibt und ob neben Jahwe andere Götter verehrt werden dürften. Die Antwort, zu der v. a. Propheten wie Elija drängten, ist eindeutig: Jahwe ist der mächtigste Gott; er achtet auf die Schwachen und Kleinen. Nur er darf in Israel verehrt werden. Durch das Bilderverbot wurde zudem die Transzendenz Gottes hervorgehoben, d.h., dass Gott den Horizont unserer Erfahrung übersteigt (vgl. Ex 20,4). Obwohl es in Israel starke Tendenzen gab, Jahwe in sehr personalen und menschlichen Zügen – z. B. als leidenschaftlich liebend (Jes 54,7f.) und als eifersüchtig (Ex 34,14) – zu beschreiben, wurden auch seine Erhabenheit und seine Transzendenz betont. Bei Jesaja heißt es in diesem Sinne: »Meine Gedanken sind nicht