Gottes Lügen - Albert Mambourg - E-Book

Gottes Lügen E-Book

Albert Mambourg

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Beschreibung

Das Denken an sich schliesst nämlich alle Gottes­religionen aus. In den ­Bibelstunden und den Koranschulen ist Denken verboten. Wer trotzdem denkt, wird exkommuniziert – oder gesteinigt, wenn er eine Frau ist. Die religiösen Behauptungen werden wie Nägel mit dem Hammer der Über­zeugung ins Brett gejagt, das die Gläubigen auf der Stirn vor sich hertragen. Die Theologie geht von der Existenz Gottes aus, die Theologie ist demnach keine Philosophie, denn die Philosophie stellt zuerst mal die Existenz Gottes in Frage, sonst wäre sie keine Philosophie.

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Seitenzahl: 114

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Inhalt

Die Religionen

Die Neandertaler

Der Homo sapiens

Die alten Ägypter

Zarathustra

Ezechiel

Gilgamesch

Noah

Abraham

Ismael

Isaak

Jakob

Moses

Griechische Mythologie

Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage

Indische Tradition

Moses und Aaron

Der Buddhismus

Buddha

Das Christentum

Die Erschaffung der Welt

Jesus und die Erbsünde

Die Wunder

Das Jüngste Gericht

Der Islam

Allah

Mohammed

Der Koran

Der Gottesstaat

Die Scharia als Rechtssystem

Der Gottesstaat (noch einmal)

Alles kam vom Erzengel Gabriel

Quibla

Die Atheisten

Kurzkommentar

Das Sein

Der Urknall

Das Universum

Die Entstehung des Lebens

Die Evolution

Der Tiktaalik

Darwin 1859

Die Kreationisten (Evangelisten)

Der Vatikan

Gott oder Zufall

Das Bewusstsein

Die Bakterien

Die Viren

Der Computer

Die Zeit

Das Jetzt

Der Schein

Wie der Zug in Paris ins Café raste

Wie der Berg zum Menschen kommt

Das Erkennen

Wie der Mensch zu Gott kommt

Schein. Das Scheinen. Das Schwein. Das Sein

.

Täuschungen

Der Fluss ist ein Fluss ist ein Fluss ein Fluss

Die reale Welt ist eine andere Welt

Die Sache mit der Persönlichkeit

Die Sache mit der Umwelt

Gert Fröbe als Kindsmörder

Die Welt ist eine Bühne

Der Charakter

Der Patriotismus

Manifest der 93

Erklärung der Hochschullehrer des Deutschen Reichs

Zurück zur Persönlichkeit

Bewusstsein (noch einmal)

Was zählt denn, wenn es Gott nicht gibt?

Die Philosophie

Diogenes

Wie soll ich denn richtig leben, wenn es Gott nicht gibt und die Philosophie auch nicht?

Biografie

Die Religionen

Die Neandertaler

sind als Menschengattung ausgestorben. Sie lebten von 500 000 bis 30 000 v. Chr. Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das von seiner Sterblichkeit weiss, das seine Toten bestattet.

Die Neandertaler legten ihre Toten in Einzel-, Familien-und Gemeinschaftsgräber, auf den Rücken oder in Seitenlage mit angezogenen Knien, angemalt mit roter, gelber, oranger Körperfarbe; mit Beigaben: Steinbockhörner, Muschelhalsketten, Steinwerkzeuge und Tierfleisch, für ein Leben danach?

Der Homo sapiens,

der Jetztmensch, ist die einzig überlebende vonmehreren (eventuell sechs) Menschenarten. Vor sieben Millionen Jahren lebten die ersten aufrecht gehenden Menschen. In mehreren im heutigen Israel gelegenen Höhlen sind Gräber beider Menschenzweige, der Neandertaler und des Homo sapiens, gefunden worden: sorgfältiger Grabbau und reiche Grabbeilagen.

Genetische Vermischung beider Menschenarten:

Im heutigen Erbgut der nicht afrikanischen Menschen weltweit ist der Neandertal-Genanteil 4 %.

Die Bestattungen mit Beigaben sind Zeichen von Trauer, Abschiedsschmerz und vielleicht von einer Jenseitsvorstellung?

Die alten Ägypter,

ab 5000 v. Chr., verehrten vorerst viele Götter und Göttinnen: in Menschengestalt, in Mensch-/Tier Gestalt und in reiner Tiergestalt. Diese Göttergilde hatte verschiedene Aufgaben:

Es gab den Gott des schwarzen, fruchtbaren Nils.

Und den Gott des roten Wüstensandes.

Den Gott der Erde.

Und der Luft.

Des Unsichtbaren.

Der Urgewässer.

Des endlosen Raums.

Der Urfinsternis.

Der Sonne.

Der Baumeister und der Handwerker.

Der Weisheit.

Des Himmels.

Des Totenreiches.

Der Verneinung.

Des Mangels.

Der Verschwundenen.

Totengötter wachten über das Totenreich, sie bewach­ten die Eingeweide der Leichen bis zum Tag des Gerichts. Wer diese letzte Prüfung nicht bestand, dessen Seele wurde von den Totenfressern vernichtet.

Der Sonnenhauptgott war Re. Die andern Sonnengötter waren ihm untergeordnet und angetan. Pharao Echnaton schaffte Re samt dessen Götterkollegen ab, zugunsten von Aton. Es kam zur ersten Eingottreligion. Die Sonne ist der Ursprung allen Seins und Lebensspender. Aton (1500 v. Chr.) ist alleiniger Gott, verborgen im Sein, in allem. Die Menschen konnten ohne Priesterschaft direkt zu ihm beten. Aton war Gottvater, der die Welt erschaffen hatte. Pharao Echnaton war, wie er sagte, sein einziger Sohn.

Die Eingottreligion war geboren, es war die Vater-Sohn-Herrschaft in einem. Nach dem Tod Echnatons hielt sich niemand mehr an die gute Nachricht eines einzigen Gottes. Die Vielgötterei flammte wieder auf.

Zarathustra

Persien (1800 v. Chr.)

LITERATUR: Mary Boyce. A Story Of Zoroastrianism, 1975

Vor Zarathustra schon unterschieden die Indogermanen zwischen den guten Mächten des Lichts und den bösen der Finsternis.

Laut Zarathustra schuf Gott die Welt, basierend auf Gut und Böse. Ohne das Gute konnte das Böse nicht sein und umgekehrt.

Die Welt bestand aus Zwillingsbrüdern: dem guten und dem bösen Geist. Der Mensch kann als einziges Lebewesen, im Gegensatz zu den Tieren, über seine Instinkte entscheiden, er kann sich für das Gute, also Gott, frei entscheiden.

Es gibt drei Grundsätze:

Der gute Gedanke

Das gute Wort

Die gute Tat

Die Engel Gottes vertreten das Gute.

Es gibt sechs Tugenden:

Die Wahrheit

Das wünschenswerte Reich

Die Frömmigkeit

Die Wohlfahrt

Das ewige Leben

Der heilige Geist

Den guten Engeln stehen ebenso viele böse Engel gegenüber, die gefallen sind. Die guten Menschen sind die Frommen, die sich zur Andacht um den Feueraltar versammeln und mit erhobenen Händen Gottes Lobpreisungen singen. Die bösen Menschen, die Ungläubigen, werden taub und blind genannt. Man soll sie angreifen, ihren Besitz nehmen und sie töten. Nach dem leiblichen Tod des Menschen reist dessen Seele zur Cimwatbrücke. Hier findet das Gericht statt über Gut und Böse.

Für die Rechtschaffenen auf Erden ist die Brücke breit wie ein Pfad, für die andern scharf wie eine Messerspitze.

Die Seelen der Guten wandern ins Paradies, Ort der Lobgesänge. Die Seelen der Bösen fallen hinab an den schlechtesten Ort (später wird dieser Ort von den Christen Hölle genannt), wo die Dämonen herrschen. Auf Erden treiben die Dämonen der Hölle, als Unholdinnen getarnt, Unzucht und kopulieren mit bösen Menschen; sie versuchen die guten Menschen zum Sex zu verführen. Die Dämonen schicken der Welt Trockenheit, Missernten, Seuchen und Plagen. Die

Erschaffung der Welt hat in den ersten 3000 Jahren durch einen lang anhaltenden Windhauch stattgefunden. Zuerst wurde der eiförmige Himmel geschaffen, dann die Erde. Und die Pflanzen wurden hineingesetzt. In den nächsten 3000 Jahren entstanden die Urstiere. Dann der Urmensch. Anschliessend brach der Teufel in die Welt ein, tötete die Urstiere und die Urmenschen. Er eröffnete die Periode des Kampfes zwischen Gut und Böse. Dieser Kampf endete mit der Geburt Zarathustras. Aber nun werden noch einmal 3000 Jahre vergehen, bis der Heiland geboren wird. Er vernichtet die bösen Geister, die Toten werden auferstehen und in eine neue Ewigkeit einziehen.

Ezechiel

Prophet (geb. 586 v. Chr.)

Die Toten werden auferstehen, ihre Leichen werden aufgeweckt werden!

BUCH DANIEL. 170 V. CHR.

Und viele, die in der Erde schlafen tot, werden aufgeweckt werden, die einen zum ewigen Leben, die anderen zur ewigen Schmach. (Zur Zeit Jesu war für die palästinensischen Juden die leibliche Auferstehung noch ein Streitthema: Die einen glaubten daran, die anderen nicht.)

Gilgamesch

(1200 v. Chr.)

Das Gilgamesch-Epos. Die älteste Dichtung der Menschheit.

Auf Tontafeln in Keilschrift überliefert.

LITERATUR: Stefan M. Maul. Korrigierte 5. Auflage.

Beck Verlag München

Die Götter schicken Engel auf Erden, die (bisexuelle) Beziehungen zu Frauen hatten. Deren Kinder waren dann Halbgötter. Gilgamesch war ein Drittel Mensch, zwei Drittel Gott. Erstmals ist eine Trennung des Menschen von Gott beschrieben. Eine Loslösung, bei welcher der Menschgewordene plötzlich Angst kriegt vor seiner Sterblichkeit. Ratlos sucht er nach dem ver­­lorenen ewigen Leben, der Unsterblichkeit der Götter. Die Götter, aus Wut und Rache, schicken dem Menschen eine Krankheit, an welcher der Bruder Gilga­meschs stirbt. Der Mensch Gilgamesch macht sich nach dem Tod seines Bruders auf den Weg hinaus, auf eine grosse Wanderschaft, um in der Fremde das Geheimnis des Lebens zu finden. Er durchquert die Steppe, kommt zu einem grossen Berg, vor ein grosses Portal. Es ist der Eingang zum Nachttunnel der Sonne. Es ist der Weg, den die Abendsonne vom Westen her nimmt, um morgens am Ende des Tunnels im Osten wieder aufzutauchen. Der Eingang ist von zwei Wächtern bewacht, die halb Mensch/halb Skorpion sind. Gilgamesch überredet sie, ihn durchzulassen.

Am andern Ende des Tunnels tritt er in einen Garten, in dem alle Pflanzen aus Edelsteinen sind. Er kommt zu einem Gasthaus, dessen Wirtin ihm den weiteren Weg zeigt. Er stösst so auf den Fährmann der Unterwelt, der ihn über das Meer des Todes bringt. Gilgamesch trifft nach überstandener Fahrt und diversen Schwierigkeiten seinen Urahn, Ziusudra, der ihm berichtet, Gott habe ihn, Ziusudra, vor einer grossen Flut gewarnt, die alles auf Erden vernichten werde. Er riet ihm, zur Rettung der Menschen ein Schiff zu bauen. Gilgamesch reisst sein Haus ab und baut daraus ein Boot. In dieses Boot verfrachtet er die Tiere, seine Frau und seine eigene ganze Sippe. Eine katastrophale Flut bricht in das Land ein, in Mesopotamien, das untergeht. Nach dem Ablaufen des Wassers haben nur die Bootsinsassen überlebt.

Der Urahn Siasudra und seine Frau werden, da sie die Menschheit gerettet haben, von Gott in den Gottesstand erhoben. Sie dürfen ab jetzt ein göttliches, das ist: ein ewiges Leben auf der Götterinsel Dihnun führen. Nach dem Zuhören dieser langen Geschichte war Gilgamesch eingeschlafen. Er schläft sechs Tage und sechs Nächte. Als er am siebten Tag aufwacht, erzählt ihm Gott, wo er eine Pflanze finden kann, die ihm das ewige Leben gibt. Dem Ratschlag folgend, findet Gilgamesch diese Pflanze und kehrt in sein Land zurück. Misstrauisch will er die mysteriöse Pflanze nicht als Erster schlucken, sondern sie zuerst an einem Greis ausprobieren. Als er an einem Brunnen rastet und dabei einnickt, stiehlt ihm eine Schlange diese Blume des ewigen Lebens.

Traurig und niedergeschlagen kehrt Gilgamesch in seine Heimatstadt zurück.

Noah

Als Noah 500 Jahre alt war (sein Urgrossvater Methusalem war, wie es sein Name schon sagt, noch älter geworden, er starb 950-jährig), kamen drei seiner Söhne zur Welt. Die folgenden Generationen wurden zunehmend weniger alt, wie man es heute sieht. Der Durchschnitt der Lebensdauer liegt heute in den fetten Ländern bei achzig Jahren; Noah und Methusalem haben sich natürlich absolut biotisch mediterran ernährt, nur Oliven und Manna. Die reine Burger-Diät bringt den modernen Amerikanern weniger Über­lebensjahre, dafür prallgefüllte.

Zurück zu Gott. Gott wollte die Menschen schon einmal auslöschen, weil sie sündig waren. Er erbarmte sich allein Noahs und dessen Sippe, die als Einzige fromm geblieben waren. Ein Engel Gottes warnte Noah vor einem bevorstehenden mörderischen Tsunami, von dem kein Mensch wusste, nur der Himmel. Noah baute eine Arche, die als Arche Noah in die Geschichte einging. Hundertdreissig Meter lang. Zweiundzwanzig Meter breit. Dreizehn Meter hoch. Auf dieses Boot nahm er acht Personen mit. Seine Frau, seine drei Söhne und deren Ehefrauen. Dazu jeweils ein Paar aller Tiere. Elefanten, Löwen, Tiger, Jaguare, Panter, Gnus, Flusspferde, Krokodile, Zebras, Antilopen, Giraffen, Ziegen, Schafe, Hasen, Kaninchen, Hunde, Katzen, Mäuse, Flöhe, Läuse, Spinnen, Schlangen, Schnecken, Fliegen und alle Vögel des Tages und Nachtschwärmer wie die Eulen und Fledermäuse. Wie schon bei Gilgamesch ging die Menschheit unter. Die einzigen Überlebenden waren in der Arche Noah, die am Berg Arafat, dem heutigen Palästina, strandete, und neu anfingen: aus drei Brüdern die neue Menschheit. Eine Inzucht. Noahs Nachfahre war Terach, der Vater von

Abraham

Urahn der drei Eingottreligionen: Christentum, Ju­den­tum und Islam. Diese drei Weltreligionen berufen sich auf denselben Stammgott, den Gott des Abraham, dessen Offenbarung heisst:

Die an mich glauben

Erwecke ich vom Tode zu einem neuen, ewigen Leben.

Abrahams Land wurde angegriffen. Er floh (aus dem heutigen Irak) in die Türkei, in den Norden nach Haran. Hier begegnet er Gott zum ersten Mal. Gott fordert Abraham auf, ins Gelobte Land nach Kanaan (Palästina) zu ziehen, dies solle das Land der Israeliten werden. Ab nun erscheint Gott selbst dem Abraham öfter: Deine Nachkommen sollen so zahlreich sein wie die Staubkörner auf Erden und die Sterne im Firmament.

In Palästina gab es eine unvorhergesehene Hungersnot, Gott hatte sein Volk zu früh dorthin geschickt. Abraham emigrierte, notgedrungen, mit seinem Volk nach Ägypten. In Ägypten gab er seine Frau Sarah als seine Schwester aus. Der Pharao verliebte sich in Sarah und nahm sie an seinen Hof, nichtsahnend, dass er Abraham als gehörnten Ehemann zurückliess. Als der Pharao von der Täuschung erfuhr, gab er Abraham seine Frau zurück, verstiess beide jedoch ausser Landes. Als Gott dies sah, wurde er wütend und schickte Abraham und seine Frau Sarah nach Palästina zurück und posaunte: Das Land der Palästinenser sei dir endgültig hiermit geschenkt. Abraham folgte dem Ruf, brauchte nur zahlreiche Erben, um das Gelobte Land aufzubauen.

Da Sarah inzwischen 90 war, eigentlich ins Altersheim gehörte, forderte sie ihren Mann auf, das Kinderkriegen mit dem Hausmädchen zu versuchen, der jungen Sklavin Hagar. Abraham schwängerte die Sklavin. Sie gebar einen erstgeborenen Sohn Ismael.

Ismael

Stammvater der Araber

Gott empfahl Abraham, seinen Sohn zu beschneiden. Da dieser Sohn unehelich geboren war, kriegte Gott, als er sich dessen gewahr wurde, Mitleid mit Sarah. Er schickte dem Abraham einen Engel, der ihm die Geburt eines ehelichen Sohns von seiner nun über neunzigjährigen Sarah verkündete und auch bestätigte. So steht es im Alten Testament. De facto war es so: Eines Tages waren Männer ins Haus Abrahams gekommen, wo sie bewirtet wurden. Plötzlich bemerkte Abraham, dass einer der Männer, die am Tisch sassen, Gott selber war: Dieser Mann gibt sich als Gott zu erkennen und verspricht Abraham, er werde mit seiner alten Sarah einen Sohn zeugen. In der Tat, es gibt heute in der Thora noch auftreibbare Zeugen, die diese Tat bezeugen, wie Sarah als gut Neunzigjährige einen Sohn gebärt, dessen Erzeuger der hundertjährige Abraham ist. Der Sohn ist:

Isaak,

Stammvater aller Juden