Gymnastik Basics - Petra Beck - E-Book

Gymnastik Basics E-Book

Petra Beck

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Beschreibung

Das Buch bietet jedem Sportlehrer, Studenten, Übungsleiter, Trainer oder Gymnastiklehrer ein breites Angebot an gymnastischen Elementen. Von zahlreichen Abbildungen unterstützt, werden dem Pädagogen einfache und komplexe Übungsverbindungen aus der Gymnastik mit Seil, Ball, Reifen und Band - inklusive genauer Hinweise zur Ausführung, Methodik, Unterrichts-organisation und Musikauswahl - angeboten. Auch die Zusammenführung der Fachgebiete Rhythmische Sportgymnastik und Gymnastik & Tanz aus dem Jahr 2003 wird dabei berücksichtigt. Das Buch enthält wertvolle methodische Hinweise für die Arbeit sowohl in der Schule und in der Universität als auch im Verein oder im Gymnastikstudio. Es ist das Produkt jahrelanger Unterrichtspraxis, Wettkampferfahrung und Lehrtätigkeit und wird gerade den Unerfahrenen hilfreich zur Seite stehen und Zeit sparen.

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Aus Gründen der besseren Lesbarkeit haben wir uns entschlossen, durchgängig die männliche (neutrale) Anredeform zu nutzen, die selbstverständlich die weibliche mit einschließt.

Das vorliegende Buch wurde sorgfältig erarbeitet. Dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Weder die Autoren noch der Verlag können für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den im Buch vorgestellten Informationen resultieren, Haftung übernehmen.

Wo Sport Spaß macht

Petra Beck/Silvia Maiberger

Gymnastik Basics

Technik•Training•Methodik

Meyer & Meyer Verlag

Neuauflage des Buchs „Methodik zur Gymnastik mit Handgeräten“

Gymnastik Basics

Technik – Training – Methodik

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Details sind im Internet über <http://dnb.d-nb.de> abrufbar.

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie das Recht der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form – durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren – ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, gespeichert, vervielfältigt oder verbreitet werden.

© 1999 by Meyer & Meyer Verlag, Aachen

3., überarbeitete Auflage 2010

4. Auflage 2017

Auckland, Beirut, Budapest, Cairo, Cape Town, Dubai, Graz, Indianapolis, Maidenhead, Melbourne, Olten, Singapore, Tehran, Toronto

Member of the World

Sport Publishers’ Association (WSPA)

ISBN: 9783840330759

www.dersportverlag.de

E-Mail: [email protected]

Inhalt

Einleitung

1 Wie arbeite ich mit dem Buch? Hinweise für die praktische Arbeit

1.1 Aufbau der Kapitel

1.2 Körperliche Voraussetzungen

1.3 Methodik der Handgeräte

1.4 Aufbau einer Unterrichtseinheit

1.5 Organisationsformen

1.6 Übungsverbindungen

1.7 Musikauswahl

2 Körperliche Voraussetzungen für die Arbeit mit Handgeräten

2.1 Fachbegriffe

2.1.1 Bewegungsebenen

2.1.2 Bewegungsrichtungen

2.1.3 Ausgangsstellungen (Stände, Sitze, Lagen)

2.1.4 Armhaltungen

2.1.5 Begriffe aus dem klassischen und modernen Tanz

2.2 Koordinative Fähigkeiten

2.2.1 Körperwahrnehmung

2.2.2 Räumliche Orientierung

2.2.3 Gleichgewichtsfähigkeit

2.2.4 Kombinations- und Kopplungsfähigkeit

2.2.5 Rhythmische Fähigkeiten

2.2.6 Reaktions- und Umstellungsfähigkeit

2.3 Konditionelle Fähigkeiten

2.3.1 Beweglichkeit

2.3.2 Kraft

2.3.3 Ausdauer

2.4 Gymnastische Grundausbildung

2.4.1 Gehschritte

2.4.2 Laufschritte

2.4.3 Federungen

2.4.4 Kreise, Schwünge, Wellen und Körperspiralen

2.4.5 Stände

2.4.6 Drehungen

2.4.7 Hüpfen und Galopp

2.4.8 Springen

2.5 Beispiele für die Unterrichtspraxis zum Aufbau der körperlichen Voraussetzungen

A: Allgemeine Erwärmung

B: Spezielle Erwärmung

2.6 Musikvorschläge zum Erarbeiten der körperlichen Voraussetzungen

3 Das Handgerät Seil

3.1 Handhabung und Gerätebeschaffenheit

3.2 Methodisches Erarbeiten der Seiltechniken in der vertikalen Ebene

3.2.1 Schwingen und Kreisen in der vertikalen Ebene

3.2.2 Durchschläge am Ort

3.2.3 Durchschläge in der Fortbewegung

3.2.4 Seilstopps und Wicklungen in der vertikalen Ebene

3.2.5 Werfen und Fangen eines Seilendes

3.2.6 Werfen und Fangen des ganzen Seils

3.3 Methodisches Erarbeiten der Seiltechniken in der horizontalen Ebene

3.3.1 Kreisen in der horizontalen Ebene

3.3.2 Seilstopps und Wicklungen in der horizontalen Ebene

3.3.3 Horizontale Spiralen mit dem Seil

3.4 Wie entsteht eine Übungsverbindung mit dem Seil?

3.4.1 Didaktische Grundsätze

3.4.2 Wechsel der Kreisrichtung und Ebene

3.4.3 „Füllsel“

3.4.4 Kurze Verbindungen in der vertikalen Ebene

3.4.5 Kurze Verbindungen in der horizontalen Ebene

3.4.6 Übungsverbindungen in allen Ebenen

3.5 Spielerische Übungsformen mit einem oder mehreren Seilen

3.6 Übungsformen mit dem langen Seil

3.6.1 Allgemeines

3.6.2 Übungsformen mit langen Seilen, die parallel kreisen

3.6.3 Übungsformen mit langen Seilen, die über Kreuz kreisen

3.6.4 Übungsformen mit zwei langen Seilen, die kanonartig kreisen („Double-Dutch“)

3.7 Musikvorschläge für Übungsverbindungen mit dem Seil

4 Das Handgerät Ball

4.1 Handhabung und Gerätebeschaffenheit

4.2 Methodisches Erarbeiten der Techniken mit dem Ball

4.2.1 Prellen

4.2.1.1 Grundtechnik

4.2.1.2 Weiterführende Techniken

4.2.2 Werfen und Fangen

4.2.2.1 Grundtechnik

4.2.2.2 Weiterführende Techniken

4.2.3 Balancieren und Führen

4.2.3.1 Grundtechnik

4.2.3.2 Weiterführende Techniken

4.2.4 Rollen am Boden

4.2.4.1 Grundtechnik

4.2.4.2 Weiterführende Techniken

4.2.5 Rollen am Körper

4.2.5.1 Grundtechnik

4.2.5.2 Weiterführende Techniken

4.3 Wie entsteht eine Übungsverbindung mit dem Ball?

4.3.1 Didaktische Grundsätze

4.3.2 Einfache Verbindungen mit gleichen Techniken

4.3.3 Einfache Verbindungen mit verschiedenen Techniken

4.3.4 Komplexe Übungsverbindungen

4.4 Musikvorschläge für Übungsverbindungen mit dem Ball

5 Das Handgerät Reifen

5.1 Handhabung und Gerätebeschaffenheit

5.2 Methodisches Erarbeiten der Techniken mit dem Reifen

5.2.1 Die erste Stunde mit dem Reifen

5.2.2 Schwingen und Kreisen

5.2.2.1 Grundtechnik

5.2.2.2 Weiterführende Techniken

5.2.3 Drehen und Kippen

5.2.3.1 Grundtechnik

5.2.3.2 Weiterführende Techniken

5.2.4 Zwirbeln

5.2.4.1 Grundtechnik: Zwirbeln am Boden

5.2.4.2 Weiterführende Techniken:„Zwirbeln in der Luft“

5.2.5 Rollen am Boden

5.2.5.1 Grundtechnik

5.2.5.2 Weiterführende Techniken

5.2.6 Rollen am Körper

5.2.7 Umkreisen von Körperteilen (Rotieren)

5.2.7.1 Grundtechnik

5.2.7.2 Weiterführende Techniken

5.2.8 Werfen und Fangen

5.2.8.1 Grundtechnik

5.2.8.2 Weiterführende Techniken

5.2.9 Durchschlagen und Überspringen des Reifens

5.2.9.1 Grundtechnik

5.2.9.2 Weiterführende Techniken

5.3 Wie entsteht eine Übungsverbindung mit dem Reifen?

5.3.1 Didaktische Grundsätze

5.3.2 Aus der Trickkiste – einfach, aber effektvoll

5.3.3 Einfache Verbindungen

5.3.4 Komplexe Übungsverbindungen

5.4 Musikvorschläge für Übungsverbindungen mit dem Reifen

6 Das Handgerät Band

6.1 Handhabung und Gerätebeschaffenheit

6.2 Methodisches Erarbeiten der Grundtechniken mit dem Band

6.2.1 Schwünge und Kreise

6.2.1.1 Frontale Schwünge und Kreise

6.2.1.2 Sagittale Schwünge und Kreise

6.2.1.3 Horizontale Schwünge und Kreise

6.2.2 Handgelenkstechniken Schlangen und Spiralen

6.2.2.1 Schlangen

6.2.2.2 Spiralen

6.3 Methodisches Erarbeiten weiterführender Techniken mit dem Band

6.3.1 Techniken mit gefasstem Bandende

6.3.1.1 Fassen des Bandendes

6.3.1.2 Elemente mit gefasstem Bandendein der horizontalen Ebene

6.3.1.3 Elemente mit gefasstem Bandendein der vertikalen Ebene

6.3.2 Werfen und Fangen

6.3.2.1 Kleine Stabwürfe

6.3.2.2 Würfe mit größerer Wurfweite und -höhe

6.3.2.3 Rückzugwürfe

6.4 Wie entsteht eine Übungsverbindung mit dem Band?

6.4.1 Didaktische Grundsätze

6.4.2 Trickelemente und „Füllsel“

6.4.3 Einfache Verbindungen zweier Grundtechniken

6.4.4 Komplexe Übungsverbindungen

6.4.5 Kombination von Bandtechnik mit Körperisolationen

6.5 Musikvorschläge für Übungsverbindungen mit dem Band

Anhang

Weiterführende Literatur

Adressen

Bildnachweis

Einleitung

In den vergangenen Jahren hat sich die Gymnastik mit Handgeräten im Leistungs- und Breitensport sehr stark weiterentwickelt.

Auf der Basis moderner Musik und der kreativen Handhabung der Handgeräte dominieren zunehmend die Interpretation der Musik, die Fantasie und Showeffekte.

In den 70er Jahren selbst erfolgreiche Wettkämpferinnen, verfolgten und begleiteten wir diese Entwicklung als Trainer, in der Trainerausbildung, als Sportlehrer und in der Sportlehreraus- und fortbildung.

Als Maren Tayerle im Herbst 1989 auf einem Lehrgang ihre „Schulübungen Rhythmische Sportgymnastik“ vorstellte, waren wir von den Übungen und der Idee eines Wettbewerbs der Schulen begeistert. In Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus und dem Bayerischen Turnverband führten wir in Bayern den ersten Schulsportwettbewerb Rhythmische Sportgymnastik durch und bauten ein bayerisches Lehrteam für Rhythmische Sportgymnastik auf. In zahlreichen Lehrgängen gaben und geben wir die L-Übungen, jetzt P-Übungen, weiter, bauten die Methodik aus und kreierten immer neue Übungsverbindungen für Einzel- und Gruppenübungen. Steigende Teilnehmerzahlen beim Wettbewerb und der Erfolg bei den Lehrgängen bestätigten uns.

Interessante Erfahrungen machten wir auch mit männlichen Schülern, Sportstudenten und Sportlehrern. Am Anfang sehr zurückhaltend, waren sie schnell zu begeistern, vor allem für die vielen „Tricks“ mit den Handgeräten.

So stellt dieses Buch das Ergebnis einer jahrzehntelangen praktischen Arbeit dar, wobei sowohl die traditionellen Techniken als auch neueste Trends aus dem Leistungs- und Breitensport in die Handhabung der Handgeräte eingehen, gleichermaßen geeignet also für den Breitensport wie für das Grundlagentraining im Leistungssport.

An dieser Stelle bedanken wir uns bei allen, die sich an vielen Nachmittagen für die Fotos zur Verfügung gestellt haben und ganz besonders bei unseren Fotografen Harald Schober und Florian Beck.

Unser herzlicher Dank gilt auch Maren Tayerle, von der wir viel in der Praxis gelernt haben, die uns zahlreiche wertvolle Tipps für unser Buch geliefert, dabei viel von ihrer Zeit geopfert und wesentlichen Anteil am Gelingen dieses Buches hat.

Und natürlich ein ganz besonderer Dank an Bertl, für vielfältige Hilfen beim Lektorat.

Petra Beck und Silvia Maiberger

1Wie arbeite ich mit dem Buch?Hinweise für die praktische Arbeit

1.1Aufbau der Kapitel

Um den Überblick bei den Handgeräten und den gymnastischen Grundformen zu erleichtern, wurden die verschiedenen Techniken in Gruppen zusammengefasst. Jede einzelne Technikgruppe ist dann allerdings methodisch aufgebaut (vom Leichten zum Schweren). Zu Beginn jeder neuen Technik werden die wesentlichen Merkmale dieser Technik kurz beschrieben. Anschließend folgen:

Elemente mit gleicher Technik in methodischer Reihenfolge.

Ausführung

Übungsbeschreibung.

Auflösung

Wie kann ich weitermachen (z. B. nach einem Seilstopp)?

Variation

Weitere Möglichkeit in der Geräteführung (z. B. Stopp mit zwei Füßen/mit einem Fuß).

+

Das vorangegangene Element ist kombinierbar mit unterschiedlicher Körper- und Gerätetechnik.

Hinweise

Wesentliche Tipps, ausschlaggebend für das Gelingen einer Übung.

1.2Körperliche Voraussetzungen

Dieses Kapitel beginnt mit den gymnastischen Grundformen; alle Grundformen und alle später in den Handgerätekapiteln verwendeten Begriffe und Techniken werden genau erklärt bzw. methodisch aufbereitet. Zum Beweglichkeits-und Krafttraining geben wir, zusammengefasst nach drei Gruppen in obere und untere Extremitäten und Rumpfmuskulatur, Übungsbeispiele. Eine Fülle von Anregungen findet man für die Verbesserung der koordinativenFähigkeiten ohne und mit Handgeräten; Wert gelegt wurde hier besonders auf spielerische Übungsformen. Das Kapitel beschließt ein „Exercise“, in dem exemplarisch die vorher dargestellten Bereiche miteinander verbunden werden. Für die Praxis erhält man mit diesem Kapitel z. B. Anregungen für die Gestaltung einer Erwärmung oder die methodische Erarbeitung einzelner Grundkörpertechniken, für die spielerische Verbesserung der Koordination oder für Variationsmöglichkeiten einer Handgerätetechnik mit verschiedener Körpertechnik.

1.3Methodik der Handgeräte

Nach einer kurzen Beschreibung der Gerätebeschaffenheit und wesentlichen Hinweisen zur Handhabung folgen, methodisch aufbereitet, die verschiedenen Technikgruppen eines Handgeräts. In der Praxis sollte ein ständiger Wechsel zwischen den verschiedenen Technikgruppen stattfinden, um einseitige Belastungen zu vermeiden, die Koordination zu verbessern und die Motivation zu erhöhen. Innerhalb einer Technikgruppe sollte aber immer vom Einfachen zum Schweren gearbeitet werden, also z. B. nicht das Prellen mit Laufschritten einführen, wenn das fortlaufende Prellen noch nicht beherrscht wird.

Schon frühzeitig sollte auch damit begonnen werden, einzelne Grundformen zu kleinen Verbindungen zusammenzusetzen, z. B.:

Erarbeitung der Schlusssprünge mit Seildurchschlag.

Erarbeitung sagittaler Kreise mit dem Seil vorwärts.

Erarbeitung einer Verbindung: Zwei Schlusssprünge mit Zwischenfederung, vier Schlusssprünge ohne Zwischenfederung, vier sagittale Kreise einhändig.

Am Ende jedes Handgerätekapitels werden mehrere Beispiele für einfache und komplexe Übungsverbindungen gegeben.

1.4Aufbau einer Unterrichtseinheit

Je nach Zielsetzung in einer Unterrichtseinheit bzw. Zielgruppe kann unterschiedlich gearbeitet werden. Zum Beispiel:

5. Klasse:Einführung des Handgeräts Ball

Rollen am Boden + Zusatzaufgaben.

Prellen am Ort mit beidhändigem Fangen + Zusatzaufgaben.

Balancieren auf beiden Händen und Handrücken mit Gehen frei im Raum.

Werfen mit beidhändigem Fangen am Ort + Zusatzaufgaben.

Rollen über die Beine im Strecksitz und Rollen über den Rücken.

Prellen beidhändig fortlaufend.

Grundkurs GymnastikWerfen und Fangen mit Ball und Reifen mit einem Partner

Allgemeine Erwärmung und Verbesserung verschiedener Grundkörpertechniken.

Wiederholung der (schon bekannten) Wurftechniken.

Herausarbeiten der Gemeinsamkeiten und gerätspezifischen Unterschiede.

Werfen und Fangen partnerweise mit gleichen und verschiedenen Geräten.

Lehrgang für LehrkräfteSeilstopps und Wicklungen in der vertikalen Ebene

Wiederholung der Technik vom vertikalen Kreisen und Achterkreisen vorwärts und rückwärts.

Siehe

Kapitel 3.2.4

: Seilstopps und Wicklungen in der vertikalen Ebene.

1.5Organisationsformen

Um ein möglichst effektives Üben zu gewährleisten, bieten sich, je nach Gruppe und Übungsinhalt, folgende Aufstellungen an:

Freie Aufstellung.

Blockaufstellung versetzt.

In Reihen im Strom.

Gasse (beim Üben mit einem Partner).

Verbindungen können fortlaufend geübt werden, wenn Anfangs- und Endstellung gleich gestaltet sind. Hierfür gibt es folgende Möglichkeiten:

Wiederholung in die gleiche Richtung (Reihen im Strom oder einzeln nacheinander).

Nach einer 1/2-Drehung Wiederholung in die Gegenrichtung (Blockaufstellung).

Nach einer 1/4-Drehung Wiederholung in eine neue Bewegungsrichtung, am Ende der vierten Wiederholung ist man wieder am Ausgangsplatz.

Die Wiederholung der Verbindung erfolgt gegengleich.

Zu beachten ist, dass manche Techniken sehr viel Platz benötigen, z.B. das horizontale Kreisen mit dem Band oder Reifen. Deshalb müssen, um dem Einzelnen genügend Platz zum Üben zu geben und die notwendige Bewegungsweite nicht einzuschränken, große Gruppen geteilt werden. Die Nichtübenden können in der Zeit mit Beobachtungsaufgaben beschäftigt werden.

1.6Übungsverbindungen

Die meisten der Übungsverbindungen sind auf acht Takte zusammengestellt, Takte und Zählzeiten werden angegeben, ebenso die Beats und/oder ein Musikvorschlag. Diese genauen Angaben sollen die Trainer oder Lehrer nicht einengen, denn alle Faktoren sind, je nach Leistungsstand und Ziel, jederzeit veränderbar.

Möglichkeiten der Variation sind z. B.:

Schnellere oder langsamere Ausführung.

Veränderung des Charakters durch Wahl einer anderen Musik (modern/klassisch).

Wiederholung einzelner Teile unter Berücksichtigung logischer Übergänge.

Veränderung von Levels (z. B. Drehung im Hock- oder Ballenstand) oder Ausgangsstellungen.

Veränderung einzelner Elemente zum Leichteren oder zum Schwereren (z. B. Ersetzen einer Einbeindrehung durch eine Beidbeindrehung oder umgekehrt).

Kombination mehrerer Übungsverbindungen unter Berücksichtigung logischer Übergänge.

Zusätzlicher Einbau von Drehungen, dadurch Variation der Raumwege.

In Gruppen gegeneinander arbeiten oder mit kanonartigem Einsatz.

1.7Musikauswahl

Bei der Musikauswahl für die Gymnastik ohne und mit Handgeräten orientiert man sich zuerst am mittleren Tempo der jeweiligen Grundtechnik, amCharakter der Bewegung und des Handgeräts. Die Musik soll die Bewegung unterstützen; keinesfalls sollte Musik nur als Hintergrundmusik eingesetzt werden. Eine überlegt ausgesuchte Musik erleichtert bei vielen Bewegungen das Erlernen und motiviert beim Üben. Allerdings kann Musikeinsatz bei manchen Elementen am Anfang auch sehr einschränkend oder sogar störend wirken, z. B. beim Werfen und Fangen wegen der unterschiedlichen Wurfhöhen oder der Konzentrationsphase. Hier sollte man darauf völlig verzichten oder Bewegungen durch Mitsprechen, Klatschen oder Trommeln unterstützen.

Vor allem im Anfängerbereich und zu Beginn eines Übungsprozesses ist auf eine klare Struktur mit regelmäßiger Phrasierung und klar erkennbaremRhythmus zu achten; dies erleichtert die Wiederholbarkeit von Bewegungenoder Verbindungen. Ganz wichtig ist, dass die Musik den Übenden „gefällt“, sie eine emotionale Beziehung zu ihr aufbauen können.

Am Ende jedes Kapitels findet man Musikvorschläge mit Angabe der Beats per Minute (Schläge pro Minute) und mit dem Hinweis „besonders geeignet für ...“. Viele der Musikstücke beinhalten Gesang, sind also einsetzbar im Schul- und Breitensportbereich, nicht aber für Wettkampfübungen in der Rhythmischen Sportgymnastik, hier ist nur Instrumentalmusik erlaubt.

2Körperliche Voraussetzungenfür die Arbeit mit Handgeräten

Eine technisch richtige und gute Ausführung der verschiedensten Übungen mit Handgeräten steht in ganz engem Zusammenhang mit gewissen konditionellen und koordinativen Fähigkeiten und den gymnastischen Grundkörpertechniken (Grundformen).

So benötigen wir diese Fähigkeiten und Fertigkeiten einerseits als Voraussetzung für die Übungen mit Handgeräten, andererseits werden sie aber auch immer bei der Arbeit mit den Handgeräten mitgeschult. Hier ist allerdings oft zuerst ein Lernrückschritt in der Ausführung der Körpertechnik festzustellen, da die Aufmerksamkeit zunächst nur dem Handgerät gilt.

2.1Fachbegriffe

Im Folgenden werden zuerst alle wichtigen Fachbegriffe wie Ebenen, Richtungen, Ausgangsstellungen, Armhaltungen und Begriffe aus dem Tanz, die in diesem Buch verwendet werden und die nicht im Kap. 2.4 „Gymnastische Grundausbildung“ zu finden sind, erklärt.

2.1.1 Bewegungsebenen

a) Vertikale Ebenen: Die Flächen liegen senkrecht im Raum.

Frontal: Wand vor oder hinter dem Körper.

Sagittal: Wand rechts oder links neben dem Körper.

b) Horizontale Ebenen: Die Flächen liegen waagerecht im Raum, über dem Kopf, unter dem Körper und um den Körper herum.

c) Schräge Ebenen: Die Flächen liegen schräg im Raum zwischen der vertikalen und horizontalen Ebene oder frontalen und sagittalen Ebene.

2.1.2 Bewegungsrichtungen

a) Bewegungsrichtungen in der frontalen Ebene.

Auswärts: Arme aus der Hochhalte nach außen über die Seit- und Tiefhalte (rechte Hand nach rechts).

Einwärts: Arme aus der Hochhalte nach innen (rechte Hand nach links).

b) Bewegungsrichtungen in der horizontalen Ebene:

Auswärts: Arme aus der Vorhalte nach außen/vom Körper weg (rechte Hand nach rechts).

Einwärts: Arme aus der Seithalte nach innen/zum Körper hin (rechte Hand nach links).

Bei beidhändigen parallelen Übungen oder beidhändiger Fassung des Handgerätes erfolgt die Richtungsbezeichnung aus der Vorhalte nach rechts oder links.

c) Bewegungsrichtungen in der sagittalen Ebene:

Vorwärts: Arme aus der Hochhalte nach vorwärts.

Rückwärts: Arme aus der Hochhalte nach rückwärts.

2.1.3 Ausgangsstellungen (Stände, Sitze, Lagen)

a) Stände

Schlussstand.

Ausführung: Aufrechter Stand, Füße parallel.

Ballenstand.

Ausführung: Fersen abheben und auf dem Fußballen stehen. Beidbeinig und einbeinig möglich (Abb. 1).

Grätschstand.

Ausführung: Füße hüftbreit (oder weiter) auseinander, Fußspitzen zeigen nach außen.

Schrittstellung.

Ausführung: Ein Bein vor- oder zurückgestellt, Gewicht auf beiden Füßen.

Standwaage (Abb. 2).

Ausführung: Stand auf einem Bein, Spielbein rückgespreizt. Auch vor- und seitwärts möglich (Abb. 3).

Abb. 1

Abb. 2

Abb. 3

Standspagat (Abb. 4).

Ausführung: Stand auf einem Bein, Spielbein rück hochgespreizt bis zur Spagatbreite. Auch vor- und seitwärts möglich.

Abb. 4

Kniestand.

Ausführung: „Stand“ auf den Unterschenkeln, diese sind geschlossen oder hüftbreit auseinander (Jazz). Auch einbeinig möglich, das andere Bein ist vor-, seit- oder rückgespreizt.

Hockstand – Hocke.

Ausführung: Fuß-, Knie- und Hüftgelenk gebeugt, Fußballen am Boden, Fersen und Knie geschlossen, Oberkörper aufrecht. Auch einbeinig möglich, das andere Bein ist vor-, seit- oder rückgespreizt.

b) Sitze

Strecksitz oder Langsitz (siehe

Abb. 20

).

Ausführung: Beide Beine gestreckt und geschlossen am Boden. Auch einbeinig möglich, das andere Bein gebeugt oder gestreckt angehoben.

Grätschsitz (siehe

Abb. 19

).

Ausführung: Beide Beine gestreckt und gegrätscht am Boden.

Schneidersitz (Abb. 5).

Ausführung: Beine gebeugt, Knie auswärts und Unterschenkel gekreuzt.

Abb. 5

Fersensitz (Abb. 6).

Ausführung: Sitz auf den Fersen. Auch einbeinig möglich, das andere Bein ist vor- oder seitgespreizt.

Abb. 6

Hocksitz.

Ausführung: Im Sitz am Boden beide Beine zum Körper gezogen, Fußsohlen oder Fußspitzen am Boden aufgestellt. Auch mit geöffneten Knien möglich (siehe Abb. 34).

Hürdensitz mit gewinkelten Beinen (Abb. 7).

Ausführung: Im Sitz am Boden beide Beine in eine Richtung beugen, der Unterschenkel des vorderen Beins ist parallel zum Oberschenkel des hinteren Beins.

Abb. 7

Abb. 8a

Abb. 8b

c) Lagen und Bodenelemente

Bauchlage, Rückenlage, Seitlage (Abb. 8a und b).

Ausführung: Mit verschiedenen Beinhaltungen (gebeugt, gestreckt, abgespreizt).

Rolle vorwärts und rückwärts.

Ausführung: Aus verschiedenen Ausgangsstellungen, mit verschiedenen Beinhaltungen.

Rolle seitwärts – Jazzrolle.

Ausführung: Mit gebeugten oder gegrätschten Beinen (s. Abb. 120).

Spagat (Abb. 9).

Abb. 9

2.1.4 Armhaltungen

Hochhalte (Abb. 10), Seithalte (Abb. 11), Tiefhalte, Vorhalte (Abb. 12), Rückhalte (siehe

Abb. 193

).

Geschlossene Armhaltung.

Ausführung:

Beidarmig: Die Hände sind nahe beieinander (siehe Abb. 43c).

Einarmig: Eine Hand ist an der Gegenkörperseite (rechte Hand kreuzt vor dem Körper zur linken Körperseite, Abb. 13).

Offene Armhaltung.

Ausführung:

Beidarmig: Die Hände sind weit auseinander.

Einarmig: Eine Hand ist an der gleichen Körperseite (rechte Hand an der rechten Körperseite, Abb. 14).

Abb. 10

Abb. 11

Abb. 12

Abb. 13

Abb. 14

2.1.5 Begriffe aus dem klassischen und modernen Tanz

1. Position (Abb. 15a).

Ausführung: Stand Ferse an Ferse, Fußspitzen zeigen nach außen (die Auswärtsdrehung darf nicht aus den Füßen, sondern muss aus dem Hüftgelenk erfolgen).

2. Position (Abb. 15b).

Ausführung: Etwa eine Fußlänge Abstand zwischen den Fersen, Fußspitzen zeigen nach außen.

Abb. 15a

Abb. 15b

3. Position (Abb. 15c).

Ausführung: Ferse des einen Beins am Mittelfuß des anderen Beins, Füße ausgedreht.

4. Position (Abb. 15d).

Ausführung: Ferse des vorderen Fußes ist auf Höhe der Spitze des hinteren Fußes, etwa eine Fußlänge Abstand, Füße ausgedreht.

5. Position (Abb. 15e).

Ausführung: Stand Fuß vor Fuß, die Ferse des vorderen Fußes an der Fußspitze des hinteren Fußes, Füße ausgedreht.

Abb. 15c

Abb. 15d

Abb. 15e

1. Position parallel (Abb. 16a).

Ausführung: Wie Schlussstand.

2. Position parallel (Abb. 16b).

Ausführung: Wie Grätschstand mit parallelen Füßen.

Abb. 16a

Abb. 16b

Plié. (siehe

Abb. 36a

)

Ausführung: Beugen der Knie, die Knie müssen immer über die Fußspitzen zeigen.

Relevé.

Ausführung: Heben in den Ballenstand.

Passé (Abb. 17).

Ausführung: Stand auf einem Bein, Spielbein gebeugt und Fußspitze am Knie des Standbeins.

Arabesque.

Ausführung: Stand auf einem Bein, Spielbein auf mindestens 90° gestreckt vor-, seit- oder rückgespreizt, Oberkörper bleibt aufrecht (siehe Abb. 190).

Attitude (Abb. 18a und b).

Ausführung: Wie Arabesque, aber mit gebeugtem Spielbein. Das Spielbein berührt nicht das Standbein.

Abb. 17

Abb. 18a

Abb. 18b

Abb. 19

Chassé.

Ausführung: Siehe Kap. 2.4.7 „Hüpfen und Galopp“: Wechselhüpfer.

Flexion-Flex (Abb. 19).

Ausführung: Beugen des Fußes oder Hochstellen der Hand zum Unterarm im Winkel von 90°.

Point (Abb. 20).

Ausführung: Fußspitze strecken.

Jazzhand (Abb. 21).

Ausführung: Die Hand ist geöffnet und die Finger sind gestreckt und gespreizt.

Abb. 20

Abb. 21

Contract.

Ausführung: Zusammenziehen der Bauch- und Brustmuskulatur, dadurch Rundung der Wirbelsäule.

Release.

Ausführung: Nachvorneschieben des Brustkorbs zwischen die Schultern (bedeutet Dehnung, eine Brustkorbbewegung entgegengesetzt der Contraction).

Isolation

Ausführung: Bewegen eines Körperteils (Körperzentrums) unabhängig von anderen.

Level.

Ausführung: Stellung und Verhältnis des Körpers zum Boden (wie Sitz, Stand, Lage).

2.2Koordinative Fähigkeiten

Die Gymnastik mit Handgeräten stellt große Anforderungen an die koordinativen Fähigkeiten. Durch die Vielzahl von Bewegungsfertigkeiten und durch die allmähliche Steigerung des Schwierigkeitsgrades der Übungsteile und Kombinationen werden aber gerade die koordinativen Fähigkeiten sehr gut geschult bzw. bei gesteigertem Schwierigkeitsgrad vorausgesetzt. Die Bewegungsfertigkeiten sind also einerseits Trainingsziel, andererseits auch Trainingsmittel.

Ebenso, wie sich Fertigkeitsschulung und Verbesserung der Koordination gegenseitig bedingen, haben die konditionellen Fähigkeiten Einfluss auf die Koordination. So benötigt man ein gewisses Maß an Kraft, um eine gewandte Bewegung ausführen zu können; Bewegungsschnelligkeit muss vorhanden sein, um auf unterschiedliche Situationen schnell reagieren zu können; ein gewisses Maß an Beweglichkeit ist notwendig, um Bewegungen in verschiedenen Amplituden ausführen zu können bzw. mehr Möglichkeiten in der räumlichen Gestaltung zu haben; nicht zuletzt ist auch die Ausdauer nicht zu unterschätzen, denn schnelle Ermüdung führt zu einer Abnahme der Bewegungsgenauigkeit und der Konzentration und damit der Koordination.

Im Folgenden werden Übungen für die verschiedenen Bereiche der Koordinationsschulung gegeben. Hierbei sind Überschneidungen nicht zu vermeiden, da z. B. eine Übung zur Verbesserung der räumlichen Orientierung gleichzeitig ebenso die Reaktion und die Ausdauer verbessern kann.

Von besonderer Bedeutung für die Differenzierungsfähigkeit, aber auch für alle anderen koordinativen Fähigkeiten ist die Wahrnehmungsfähigkeit; aus diesem Grund wird sowohl der Körper- als auch der Raumwahrnehmung bzw. Orientierung im Raum ein größerer Abschnitt gewidmet. Besonderer Wert wird gelegt auf spielerische Übungsformen, mit denen man den Unterricht sehr gut auflockern kann.

2.2.1 Körperwahrnehmung

Die Grundlage aller Gymnastik ist der Wechsel von Spannung und Entspannung. Deshalb stehen am Anfang Übungen zur Körperwahrnehmung, zur Bewusstmachung des Muskeltonus und Übungen, bei denen es notwendig ist, Muskelspannung entsprechend den räumlichen, zeitlichen und dynamischen Gegebenheiten einzusetzen. Dazu kommen Übungen zur Dosierung des Krafteinsatzes und der bewussten Wahrnehmung von Entfernungen und Zeiten; diese verbessern die Differenzierungsfähigkeit, also die Fähigkeit, Techniken in der Gymnastik mit Handgeräten an die jeweilige „Idealvorstellung“ anzugleichen. Viele der folgenden Übungen sind nicht sportartspezifisch und auch mit Vorschulkindern spielerisch einsetzbar.

a) Übungsformen ohne Handgerät

Bewegen auf Musik (gehen, laufen oder hüpfen).

Ausführung: Wenn die Musik ausgeschaltet wird (oder leiser wird), unbeweglich stehen bleiben. Dies kann erschwert werden durch Variieren der Stände (Ballenstand, Einbeinstand usw.).

Laufen frei im Raum.

Ausführung: Auf ein bestimmtes Signal stehen bleiben und auf Zuruf einen Körperteil bewegen, auf ein zweites Signal den betreffenden Körperteil blockieren (fest anspannen).

Spannung und Entspannung.

Ausführung: Partner A liegt entspannt am Boden, B tippt oder hebt einzelne Körperteile an und prüft so, ob sie entspannt sind. Anschließend berührt er verschiedene Körperteile, die der Partner dann anspannen soll.

Variation: Mit geschlossenen Augen und/oder mit akustischen Hinweisen (z. B. „Entspanne dein rechtes Bein!“).

Aufrichten und Zusammensinken im Schneidersitz.

Ausführung: Durch leichten Druck auf die Dornfortsätze der Wirbelsäule von unten nach oben gibt der Partner Hilfe beim Aufrichten bzw. Rundwerden des Rückens.

Marionette.

Ausführung: Partner A zusammengekauert im Schneidersitz am Boden; Partner B zieht an einem imaginären Faden, bis sich A ganz aufgerichtet hat (Rücken rund – gerade); dann „reißt der Faden“ und A fällt wieder in sich zusammen.

Variation 1: Partner B lässt Arme oder Beine von A bewegen oder herunterfallen.

Variation 2: Die „Marionette“ fällt aus dem Stand (Körperspannung!) in sich zusammen (üben auf einer Weichbodenmatte).

Variation 3: Die „Marionette“ führt einen Strecksprung aus (hohe Körperspannung!) und fällt dann in sich zusammen (Weichbodenmatte!).

Schmelzender Schneemann.

Ausführung: Partner A bringt B in eine bestimmte Stellung im Stand (baut einen Schneemann), dann beginnt der Schneemann, ganz langsam zu schmelzen. (Auch mit geschlossenen Augen versuchen.)

Schaufensterpuppe.

Ausführung: Partner A stellt eine Puppe dar, Partner B bringt die Puppe in eine bestimmte Position. Partner B macht selbst die Position nach (spiegelbildlich oder gleichseitig).

Variation: Partner A bringt sich selbst in eine Position, Partner B versucht, mit geschlossenen Augen durch Tasten die Position zu erkennen und einzunehmen.

Brett anheben.

Ausführung: Partner A liegt in Rückenlage am Boden mit stark angespannter Muskulatur, B hebt A an den Füßen an, A muss steif bleiben „wie ein Brett“ (Hinweis auf Streckung des Hüftgelenks und Anspannung der Rumpfmuskulatur); Vorsicht: Nicht mit rundem Rücken anheben!

Variation: Plötzlich einen Fuß loslassen (zusätzliche Anspannung).

Baumstammrollen.

Ausführung: Partner A liegt gespannt am Boden, B rollt ihn um die Längsachse wie einen Baumstamm.

Vertrauensübung.

Ausführung: Einige stehen im Kreis, einer in der Mitte. Der Mittlere spannt sich stark an und lässt sich dann von Partner zu Partner „weiterreichen“ (die Füße bleiben am Platz, der Körper ist „steif wie ein Brett“).

Einen Maibaum fällen und wieder aufstellen.

Ausführung: Partner A wird von mehreren Schülern in völliger Spannung langsam zu Boden gelassen, dann ein Stück durch die Halle „geschleift“ und als „Maibaum“ wieder aufgestellt; anschließend kommt leichter Wind/Sturm auf und bewegt den Baum hin und her (auch mit geschlossenen Augen).

b) Übungsformen zur Verbesserung des Bewegungsausdrucks undzur Sensibilisierung für die Körperhaltung

Einen Luftballon aufblasen.

Ausführung: Jedes Kind bläst einen imaginären Luftballon auf, bis er platzt. Zum Schluss bilden alle einen Kreis und blasen zusammen einen riesigen imaginären Luftballon auf, bis er platzt.

Zeitlupenübung in Gruppen.

Ausführung: Einer zeigt eine bestimmte Bewegung in Zeitlupe, die anderen sollen die Bewegung erraten und dann nachmachen (auch in Zeitlupe).

Einen Deckel hochdrücken.

Ausführung: Alle sitzen zusammen in einer imaginären Kiste und versuchen, den schweren Deckel hochzudrücken.

Einen Schrank wegschieben.

Ausführung: Alle versuchen, zusammen einen schweren Schrank wegzuschieben.

Gefühle darstellen.

Ausführung: Die Kinder stellen Menschen mit verschiedenen Gefühlen dar (z. B. Freude, Wut, Trauer, Müdigkeit).

Tiere darstellen.

Ausführung: Das Typische bei verschiedenen Tieren soll herausgearbeitet werden (einer stellt dar, die anderen versuchen, das Tier zu erraten).

Gegensätze darstellen.

Ausführung: Mit Musik werden verschiedene Gegensätze wie großklein, laut-leise, leicht-schwer, eng-weit herausgearbeitet.

c) Übungsformen mit Handgeräten

Balancieren verschiedener Gegenstände.

Ausführung: Bälle in unterschiedlichen Größen, Stäbe, Keulen, auch Alltagsgegenstände in unterschiedlichen Ausgangsstellungen und auf verschiedenen Körperteilen balancieren.

Übungen mit verschiedenen Arten von Bällen (Luftballons, Wasser-, Gymnastik-, Tennisbälle usw.).

Anmerkung: Durch das Ausführen gleicher Elemente mit unterschiedlichen Bällen wird besonders der taktil-kinästhetische Analysator geschult; zusätzlich wird die Reaktion verbessert.

Prellen in verschiedenen Höhen, mit Zusatzaufgaben (gegen eine Wand, im Stehen, Sitzen, Liegen, gerade oder schräg, mit Drehungen usw.).

Werfen und Fangen mit Zusatzaufgaben.

Rollen mit unterschiedlichem Impuls (bis zu einer Linie, an eine Wand).

Gleichzeitiges Rollen zweier unterschiedlicher Bälle mit Partner (beide Bälle gleich schnell rollen, ein Ball soll den anderen überholen usw.).

Gleiche Übungen mit verschiedenen Handgeräten.

Ausführung: Partnerweise Werfen und Fangen mit Ball, dann mit Reifen oder Seil.

Hinweis:

Viele der Übungen können auch mit geschlossenen Augen ausgeführt werden. Von Anfang an ist darauf zu achten, dass abwechselnd mit der linken und rechten Hand geübt wird.

2.2.2 Räumliche Orientierung

In der Gymnastik mit Handgeräten wird die räumliche Orientierung verbessert durch die Einbeziehung des gesamten Raums in den Übungsprozess, durch unterschiedliche Aufstellungsformen und vielfältige räumliche Variationen (Geraden, Halbkreise, Kreise, Diagonalen, Richtungswechsel mit Drehungen usw.). Übungen zur räumlichen Orientierung sind teilweise den Übungen zur Körperwahrnehmung ähnlich oder erweitern diese.

a) Übungsformen zur Verbesserung der räumlichen Orientierungohne Handgeräte
b) Übungsformen mit Handgeräten

Wege suchen.

Ausführung: Reifen anzwirbeln, frei im Raum bewegen; kein Reifen darf zu Boden fallen.

Raumwege erkennen.

Ausführung: Mit Reifen verschiedene „Muster“ auslegen, die dann umlaufen werden sollen.

Entfernungen erkennen.

Ausführung: Reifen in verschiedenen Abständen auslegen, mit jedem Schritt in einen Reifen steigen oder immer mit demselben Bein in einen Reifen treten. Ebenso mit Seilen: In verschiedenen Abständen auslegen, immer mit demselben Bein überspringen (auch mit Stäben möglich).

Körperausdehnung erkennen.

Ausführung: Übersteigen oder Unterlaufen von Seilen oder Stäben; Durchsteigen von Reifen; Durchschlüpfen von rollenden Reifen; Reifen anzwirbeln, hinein- und herausspringen.

Zuspielen von Handgeräten mit Sichteinschränkung.

Ausführung: Über eine Mauer, Fangen nach 1/2-Drehung usw.

2.2.3 Gleichgewichtsfähigkeit