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Es tut sich was in Hamburg. Ein scheinbares Verbrechen, eine Verhaftung, Verhöre des angeblichen Täters und rückblickend die Geschichte zweier Männer durch viele Jahre ihres Lebens, die, lange Zeit in Freundschaft verbunden, zu Gegnern werden und sich dennoch nur zögernd voneinander trennen können. Es entwickelt sich ein Psychogramm, das nicht nur die Charaktere der beiden, sondern auch ihre ständig fortlaufende Verbindung vielschichtig beschreibt. Sowohl in persönlichen, als auch in geschäftlichen Bereichen finden sich Gründe für die komplizierte Liaison, aber auch für die fortschreitende Entfremdung. Eingebettet in und verbunden mit Wirtschaft und Politik in der Hansestadt Hamburg und getragen von den schicksalhaften Ereignissen um ein bedeutendes Hamburger Handelshaus, in die beide Protagonisten involviert sind, steuert die Geschichte auf einen Höhepunkt zu, der die komplizierte Situation am Ende auf eine überraschende Weise beendet. Obwohl Details und handelnde Personen frei erfunden sind, mögen durchaus Ähnlichkeiten und Parallelen zu tatsächlichen Ereignissen zu vermuten sein, die sich in der Vergangenheit so oder so ähnlich in Hamburg ereignet haben. Das Ergebnis ist eine spannende Story, ein Wirtschaftskrimi und das Ausloten möglicher menschlicher Beziehungen in all ihrer Komplexität und Widersprüchlichkeit.
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Seitenzahl: 246
Veröffentlichungsjahr: 2022
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Hans Jürgen Domnick, geboren 1938 in Königsberg, heute wohnhaft im norddeutschen Stade, war über fünfzig Jahre als internationaler Stahlhändler, Weltreisender und teilnehmender Beobachter in seinem Beruf aktiv. ‚Ich musste immer weiter‘, sagt er von sich selbst, ‚und nicht alles war Gold, was an weiten Wegen glänzte‘. Hans Jürgen Domnick hat inzwischen eine Autobiografie ‚One For The Road‘ und einen Roman ‚Der Kolumbianer‘ veröffentlicht.
LAO-TSE –
„LAUTE FREUNDE SIND OFT LEISE FEINDE“
Vorwort
Kapitel: I
Kapitel: II
Kapitel: III
Kapitel: IV
Kapitel: V
Kapitel: VI
Kapitel: VII
Kapitel: VIII
Kapitel: IX
Kapitel: X
Kapitel: XI
Kapitel: XII
Kapitel: XIII
Kapitel: XIV
Kapitel: XV
Kapitel: XVI
Kapitel: XVII
Kapitel: XVIII
Kapitel: XIX
Kapitel: XX
Kapitel: XXI
Kapitel: XXII
Kapitel: XXIII
Kapitel: XXIV
Kapitel: XXV
Kapitel: XXVI
Kapitel: XXVII
Kapitel: XXVIII
Kapitel: XXIX
Kapitel: XXX
In dem Unternehmen, für das ich arbeitete, gab es Pläne für die Erweiterung des Geschäftsgebietes in Richtung Rohstoffe, insbesondere Erdöl und Erze, und zwar nicht nur in Bezug auf den Ein- und Verkauf der Produkte, sondern sogar für Beteiligungen an deren Abbau. In Rahmen dieser Überlegungen reiste ich zu Beginn des Jahres 2000 nach Venezuela und besuchte nicht nur Caracas, sondern auch das Zentrum der Stahlindustrie mit dem Erzverladehafen in Puerto Ordaz. Seit Anfang 1999 war Hugo Chavez Präsident, die Situation war verhältnismäßig ruhig und es schien einige Aussichten für neue Verbindungen und Geschäftsmodelle zu geben. Nach meiner Ankunft in Puerto Ordaz mussten wir aus irgendwelchen Gründen für einige Tage warten und ich wurde gefragt, ob ich Lust und Interesse hätte, einen Ausflug ins Gebiet der Indigenen zu machen – und ob ich dazu Lust hatte! - das schien doch interessant. Und so flogen wir zunächst nach Puerto Ayacucho, der Hauptstadt des Staates Amazonas und von dort aus ging es weiter mit dem Hubschrauber bis in die Nähe eines Ortes namens Isla Ratón, im Südwesten des Landes auf einer Insel im Orinoco gelegen, fast schon an der südwestlichen Grenze zu Kolumbien und Brasilien.
Es war in vieler Hinsicht vielleicht eine der abenteuerlichsten und denkwürdigsten Reisen meines Lebens. Auf der Fahrt mit einem Jeep von Isla Ratón weiter ins Innere hielten wir in einem Dorf an, in dem Angehörige eines Stammes der eingeborenen Gruppe der Yanomami lebten, wo wir von offensichtlich ganz verzweifelten Menschen um Hilfe gebeten wurden.
Soviel wir verstanden – einer unserer Begleiter verstand deren Sprache gut genug und mehrere Leute aus der Ansiedlung sprachen auch Spanisch - hatte es einen Unfall gegeben, bei dem einer der Bewohner, anscheinend der Dorfälteste oder Häuptling, von einem Baum gestürzt war und jetzt mit gebrochenen Beinen und einer größeren Wunde dalag, bewusstlos und schwach in einer der Hütten. Offensichtlich bestand Lebensgefahr und schnelle Hilfe war notwendig.
Zurück bis Isla Ratón war es nicht so weit, und, während meine Begleiter noch diskutierten und über eventuelle Kosten sprachen, entschied ich ganz spontan, den Jeep mit einem Begleiter und dem Verletzten sofort zurückzuschicken und, da es dort nicht die notwendige Versorgung zu geben schien, ihn mit ‚unserem‘ Hubschrauber sofort weiter nach Puerto Ayacucho zu bringen und falls nötig sogar bis nach Puerto Ordaz beziehungsweise Ciudad Bolivar. Ich versicherte auch, dass meine Firma für alle entsprechenden Kosten aufkommen würde, das wurde so auch den Menschen im Dorf mitgeteilt und mit großer Freude angenommen.
Der Jeep mit dem verletzten Mann fuhr los nach Isla Ratón. Wir warteten im Dorf, bis der Fahrer und sein Begleiter zurückkamen und berichteten, dass der Hubschrauber nach Puerto Ayacucho umgehend abgeflogen sei und man telefonisch auch das dortige Hospital unterrichtet hatte.
Natürlich gab es dann keine weitere Tour mehr in Richtung der Grenze zu Kolumbien/Brasilien und wir fuhren, begleitet von immer neuen freudigen Gesten der Menschen im Dorf wieder ab. In Isla Ratón kam dann nach kurzer Zeit auch der Hubschrauber wieder an und wir kehrten nach Puerto Ayacucho zurück.
Die Geschichte aber war noch nicht zu Ende, denn wir erfuhren, dass die inneren Verletzungen des Mannes so schwer waren, dass es erst einmal eine notdürftige Versorgung gegeben hatte, während man auf unsere Rückkehr wartete und auf eine Entscheidung, wie es weitergehen konnte.
Diese Entscheidung hatte ich im Grunde genommen ja bereits getroffen und so autorisierte ich noch einmal ausdrücklich den weiteren Flug mit dem Hubschrauber für die Strecke von ungefähr 650 Kilometern bis Ciudad Bolivar.
So ging es dann und als ich drei Tage später wieder in Puerto Ordaz und das heißt auch in Ciudad Bolivar eintraf, gab es die wunderbare Nachricht, dass alles gelungen war, der Verletzte war gerade noch rechtzeitig eingetroffen, konnte erfolgreich operiert werden und war jetzt schon auf dem Wege der Besserung. Mein Aufenthalt in Venezuela verlängerte sich um ein paar weitere Tage und so besuchte ich ihn im Krankenhaus und da er, was ich nicht wusste als wir ihn im Dorf fanden, Spanisch sprach, konnten wir uns direkt unterhalten, und ich erfuhr einiges über sein Volk, seinen Stamm, seine Familie, über das Leben im Dorf, die traditionellen Jagden mit dem Blasrohr und über die Bedrohung der indigenen Bevölkerung durch die sogenannte Zivilisation aus Sicht der Eingeborenen. Es war interessant und traurig zugleich und für mich ergaben sich dabei ganz neue Einsichten auf einem Gebiet, für das ich vorher kaum Gedanken verwendet hatte, leider, wie mir klar wurde.
Sein Name war Decio Brisa, aber im Stamm nannte man ihn Omayali, nach einer bedeutenden Figur aus der Yanomami-Mythologie und er nahm auch einen wichtigen Platz in der Gemeinschaft und sogar in benachbarten Dörfern ein.
Ihm war über seine Rettung berichtet worden und auch darüber, dass ich, ein „hombre alemán“ den Transport und damit wohl seine Rettung in die Wege geleitet und auch die Kosten dafür übernommen hatte. Decio drückte immer wieder seine Dankbarkeit aus und meinte, ich hätte ihm das Leben neu gegeben, wir wären für alle Zukunft verbunden, er stünde sein Leben lang in meiner Schuld, und hoffte sehr, mich wiederzusehen. Zum Abschied machte gab er mir ein ganz besonderes Geschenk, das er aus seinem Dorf herbeischaffen ließ, und das war seine eigene traditionelle Jagdausrüstung, ein über Generationen vererbtes Blasrohr mit einem reich verzierten geflochtenen Köcher und fünf echten Pfeilen, nicht ohne mich vor diesen zu warnen, denn die Spitzen waren für die Jagd präpariert.
Meine Geschäftsfreunde staunten nicht schlecht, es war anscheinend etwas ganz Besonderes, die traditionelle Waffe eines Häuptlings, die eine übergeordnete Bedeutung für das ganze Dorf darstellte, ja, verehrt wurde, als Geschenk zu erhalten.
Für mich war das alles sehr berührend und auch mir selbst war sehr daran gelegen, später wieder von ihm und seinen Leuten regelmäßig zu hören. Wir tauschten über einen Kontaktmann sogar Adressen aus und ich sagte spontan zu, Decio bei einigen seiner notwendigen Vorhaben finanziell im Rahmen meiner Möglichkeiten zu helfen, was mit Hilfe einiger Freunde in Hamburg auch gelang.
In der Tat sah ich ihn bei zwei weiteren Besuchen wieder, wir hatten einen intensiven, wenn auch aufgrund der Gegebenheiten unregelmäßigen Briefwechsel und konnten sogar bei einigen Gelegenheiten telefonieren und so entstand zwischen uns eine bleibende Verbindung bis zum heutigen Tag – Decio Brisa - Omayali.
Hamburg, stockdunkle Nacht, es goss wie aus Eimern.
Mann, das waren ziemlich schwere Tage und Wochen gewesen, angefüllt mit Reisen, Terminen, Gesprächen, Essen und, na ja – und zuletzt Emma.
Überhaupt waren die letzten Wochen teilweise recht chaotisch gelaufen. Ich wollte einen wichtigen Partner in Honkong besuchen und nutzte die Zeit auch privat, um mit der Bank, bei der ich einige meiner verbliebenen, leider ziemlich begrenzten finanziellen Anlagen, aber auch - nach dem Desaster seinerzeit – einige später hinzugekommene Wertpapiere asiatischer, meistens chinesischer Unternehmen, hielt, über Optionen und Alternativen zu sprechen und sie nach Möglichkeit zu sichern oder auch neu zu ordnen. Einige Jahre nach meinem Neustart als selbständiger Berater hatte ich dort ab 2011 angefangen, einiges an Geldern anzulegen. Damals waren die Aktienkurse kurzfristig auf einem ziemlichen Tiefstand, doch die Gewinne nach dem darauffolgenden Aufschwung waren zwar nicht berauschend, aber auch nicht schlecht gelaufen, trotz zeitweiliger Schwankungen des Hang-Seng Index an der dortigen Börse, aber eine gute Beratung durch die Bank und ausreichende Geduld hatten mich bisher immer vernünftig geführt. Verglichen mit meinen früheren Anlagen, die ich ja sämtlich verloren hatte, hielten sich meine jetzigen Geldmittel in recht überschaubaren Grenzen und natürlich wollte ich diese auch längerfristig abgesichert wissen.
Im Augenblick gingen bei der generell recht guten Entwicklung der Kurse die meisten Anleger, so wie ich selbst auch, davon aus, dass sich die positive wirtschaftliche Entwicklung in China fortsetzen, die Papiere sich weiter gut entwickeln und dann auf hohem Niveau konsolidieren würden, im Gleichschritt mit der Börse in Shanghai. Ich entschloss mich daher während der Gespräche in der Bank, einstweilen für den größten Teil meiner Anlagen alles beim Alten zu lassen, zumal ich Erlöse aus Verkäufen oder Dividenden jetzt auch nicht unbedingt benötigte und Weiteres in Ruhe abwarten konnte.
Ich hatte schon früher und seit längerer Zeit, etwa ab 1995, als ich für die Firma HIT in Indonesien arbeitete, einige nicht unerhebliche Beträge in Form von Aktien in Hongkong gehalten, diese aber auf Anraten und mit Hilfe meines Freundes Daniel Rhomburg dann in Papiere und Beteiligungen an Unternehmen eines gewissen Tom Hagen umgewandelt.
Die beauftragte Bank war die dortige Niederlassung der deutschen Bank, bei der Daniel beschäftigt war und ich hatte dafür sogar gemeinsame Konten mit Daniel, und zwar so lange, bis irgendwann 2009 mehr oder weniger plötzlich bei einem jährlich stattfindenden ‚Kassensturz‘ ein großer Teil einfach ‚verschwunden‘ war, unglaublich, aber so war es.
Umso wichtiger für mich war also eine verlässliche und effiziente Verwaltung der wenigen verbliebenen und der neuen Geldanlagen und dazu hatte ich verständlicherweise auch die Bank in Honkong gewechselt und fühlte mich jetzt gut bei der Hongkong & Shanghai Banking Corporation (HSBC) abgesichert.
Noch während meines Aufenthaltes in Hongkong erreichte mich der Anruf einer der Firmen, für die ich als Berater tätig war, und ich wurde gebeten, sogar aufgefordert, unbedingt sofort nach Teheran zu fliegen, um eine für sie überaus ernste Situation wegen eines geplatzten Auftrages zu prüfen und möglichst zu lösen, also buchte ich um und flog von Hongkong über Dubai – Vereinigte Arabische Emirate - nach Teheran, ein iranisches Visum hatte ich verfügbar für mehrfaches Ein- und Ausreisen. Der Aufenthalt in Teheran dauerte länger als geplant und auch eine sofortige Lösung des Problems hatte sich als gänzlich unmöglich erwiesen, war ja auch kaum zu erwarten, da würden wohl weitere Besuche notwendig werden.
Kaum aus Teheran zurück - ich konnte gerade mal meinen Koffer aus- und wieder einpacken – folgten einige Tage in der Schweiz zu Gesprächen mit Banken und einigen Dependancen russischer Stahlwerke, Lieferanten, sowie zwei internationalen Handelsfirmen in Zürich und Zug. Und kein Abend endete zu einer zivilen Zeit, da Abendessen und danach ein paar Drinks die Regel waren, das war schon immer so, gehörte einfach dazu, ging aber nach und nach an die Reserven. Zwei Tage benötigte ich in Zug für meine privaten Angelegenheiten.
Ich war dann am Mittwoch mit einem der späteren Flieger aus Zürich in Hamburg angekommen, ziemlich kaputt, nass bis auf die Haut nur von dem kurzen Weg aus dem Taxi bis zur Haustür, hatte zu Hause lediglich geduscht, für wenige Tage ein paar Sachen gepackt und dann ab auf die Autobahn nach Lüneburg – es musste sein.
Wie gesagt, ich musste, nein, ich wollte auf ein paar Tage nach Lüneburg, allerdings rein privat, doch dieser Besuch würde vielleicht nicht minder anstrengend werden, so, wie die gelegentlichen Treffen mit Emma Bach meistens waren, nur dass wir dieses Mal Abschied feiern wollten für ihre bevorstehende Reise nach Indonesien – vor langer Zeit einmal mein Arbeitsplatz - und wir hatten die wenigen Tage miteinander genossen und zeitweilig gar nicht an Emmas bevorstehende Reise und unseren Abschied gedacht. Doch, es waren schöne gemeinsame und auch ungestörte Tage, bis auf einen Anruf von Daniel Rhomburg am Donnerstag, der mich am folgenden Wochenende unbedingt sprechen wollte.
Emma wohnte in einem dieser beschaulichen alten Häuser mitten in Lüneburgs Altstadt in der Apothekenstraße und hatte im Erdgeschoss ein kleines Geschäft für wissenschaftliche Bücher und Kompendien, das wegen der vielen Studenten in Lüneburg ziemlich gut lief. Außerdem vermittelte und betreute sie Wohnungen, auch wieder besonders an und für Studenten. Ich hatte sie vor einiger Zeit in Hamburg bei einer Veranstaltung der Handelskammer kennengelernt und es war richtig gut zwischen uns, auch wenn wir uns relativ selten sahen.
Mit Emma war es nun zwar kein Abschied für immer, aber sie wollte sich einmal eine längere Auszeit nehmen und irgendwo in Indonesien auf einer der 17000 Inseln wieder zu sich selbst finden, wie sie es ausdrückte, ihre Angelegenheiten hatte sie für ihre Abwesenheit alle geregelt.
Kein Wunder also, dass ich am Samstagnachmittag, als mein Besuch bei Emma zu Ende und ich wieder zu Hause in meiner Wohnung in der Werderstraße am Rothenbaum war - ein freies Restwochenende vor mir nach den anstrengenden Tagen und Nächten und den Wochen davor - beschloss, alles Geschäftliche einmal außer Acht zu lassen, dafür war dann am folgenden Montag wieder Zeit. Darüber hinaus war ich verständlicherweise auch noch irgendwie angespannt von den Ereignissen der letzten Nacht. Ich hatte Emma am Morgen nach Hamburg-Fuhlsbüttel zum Airport gefahren, auf dem Weg nach Hause lediglich ein paar Kleinigkeiten eingekauft, dann drei oder vier E-Mails abgeschickt, und verbummelte danach einige Stunden auf der Couch, sah mir die Nachrichten an und genoss einfach mit meinen Gedanken die vermeintliche Ruhe, besonders nachdem ich die erwartete kurze WhatsApp-Nachricht von Sabine erhalten hatte, und weil ich dann doch einmal richtig ausschlafen wollte, nahm ich eine Schlaftablette, fiel schon gegen 22 Uhr wie ein Stein in mein Bett und schlief fest und traumlos.
Sonntag, der 2. März 2014, gegen 11 Uhr vormittags, wollte jemand das Haus einreißen, oder was?
Es hämmerte an der Tür und gleichzeitig läutete die Klingel ununterbrochen, wer weiß, wie lange schon, bis es mich tief unten erreichte, bis ich den Krach realisierte, bis ich anfing zu denken ‚Feuer? Ein Unfall? Braucht jemand Hilfe?‘ irgend sowas, und bis ich mich endlich – noch im Halbschlaf, Mann, sonst wirkten meine Tabletten doch so, dass ich bei Bedarf sofort wach war – aufraffte, durch den Flur quasi taumelte und benommen die Tür öffnete und alles erwartete, nur nicht das, was dann geschah.
Drei Männer vor mir, zunächst kein Wort, kein Gruß, dann jedoch, laut und deutlich: „Kriminalpolizei, Hauptkommissar Sven Ziegler, hier mein Ausweis. Conrad Peters, ich muss Sie bitten, uns sofort zu begleiten, ich habe einen Haftbefehl und nehme Sie vorläufig fest unter dem dringenden Verdacht, den Tod Daniel Rhomburgs verschuldet, wenn nicht gar ihn ermordet zu haben. Bitte machen Sie sich fertig!“
Nachdem ich, von Ziegler begleitet, mich schnell angekleidet hatte, fühlte ich mich von einem der anderen Beamten ziemlich brutal gepackt, der wollte mir doch tatsächlich Handschellen anlegen, aber Ziegler meinte zu seinem Assistenten:
„Lassen Sie nur, Winkler, das ist wohl nicht nötig, denke ich, bitte kommen Sie, Herr Peters.“
Au verdammt! Daran hatte ich in der Tat nicht gedacht, jedenfalls nicht, dass es so schnell geschehen würde, dass man mich sofort vernehmen, ja, mich sogar verhaften wollte. Was war denn das jetzt?
Daniel tot und ich gleich unter Verdacht? Ich überlegte hin und her, doch schlussendlich musste ich auch zu diesem Zeitpunkt schon davon ausgehen, dass man mich verdächtigen würde, also so völlig überraschend war das gar nicht, denn schließlich könnte es ja Hinweise geben, die auf mich zurückfielen.
‚Nun denn‘, dachte ich, ‚gehen wir‘s also an‘!
„Können Sie mir bitte sagen, aus welchem Grunde Sie mich verdächtigen und anscheinend sogar verhaften, ich kenne Daniel Rhomburg zwar seit langer Zeit, das ist hinreichend bekannt, aber……“
„Lassen wir das für den Augenblick, alles wird nachher in meinem Büro anzusprechen sein.“
Also wurde auf dem Weg zur Wache praktisch gar nicht mehr geredet, doch bei dem folgenden Verhör gab ich mich natürlich ziemlich geschockt über die Anschuldigungen und meine Festnahme, und noch besorgter zeigte ich mich, als man mir eröffnete, dass man mich nicht sofort wieder entlassen, sondern zunächst dabehalten würde – Untersuchungshaft!
Genügend Zeit, alles noch einmal zu überdenken, fand ich dann erst nach den Formalitäten der Einlieferung in das Untersuchungsgefängnis – oder war es nur eine vorgeschaltete Stufe - zwischen den einzelnen Vernehmungen und den Gesprächen mit meinem Anwalt an diesem Sonntag und den folgenden Tagen, und ich ging in Gedanken die letzten Tage noch einmal intensiv durch und nicht nur diese, denn fast zwangsläufig dachte ich an die vielen gemeinsamen Jahre mit Daniel zurück, an alles, was geschehen war und was sich zwischen uns ereignet hatte, auch an mein eigenes Leben und die vielen Ereignisse besonders in den letzten ungefähr zehn Jahren.
Es hatte schon eine lange Verbindung, ja, eine enge Freundschaft zwischen Daniel und mir gegeben. Dann jedoch war so Vieles geschehen und letztlich völlig aus dem Ruder gelaufen. Irgendwie merkwürdig, wie das Leben so spielt, dachte ich, jahrelang geht alles gut und kann kaum besser und schöner sein zusammen und miteinander, aber dann gibt es einen Bruch und im Laufe einer nur scheinbar ganz kurzen Zeit verändert sich alles, und zwar so, dass es fast erscheint, als wenn dieses plötzlich und alles auf einmal geschieht, so jedenfalls kam es mir im Nachhinein vor, und das nicht erst jetzt, sondern darüber hatte ich schon früher oft nachgedacht. Und häufig habe ich mich dabei gefragt, ob und wann oder wie lange ich mich getäuscht hatte oder hatte täuschen lassen oder auch wo ich selbst an einigen der Ereignisse und Entwicklungen mitgewirkt hatte.
Es ist ja relativ leicht, eine vermeintliche oder reale Schuld auf Andere abzuschieben und diese anderen Menschen für alles Negative verantwortlich zu machen, sich selbst also freizusprechen und ich kam meistens zu dem Schluss, dass auch ich in mancher Beziehung Einiges verursacht oder zumindest befördert hatte, vielleicht auch unbewusst oder aus Nachlässigkeit, jedoch, und das ist immer noch meine feste Überzeugung, heute sogar mehr denn je, waren das mehr Passivität, Sorglosigkeit und Gutgläubigkeit, als böser Wille oder sogar purer Egoismus und die bewusste Inkaufnahme von negativen Konsequenzen für andere Menschen.
Manches Mal fragte ich mich auch, ob Daniel schon in den ersten gemeinsamen Jahren mir gegenüber Theater gespielt und immer nur an sich gedacht und mich ausgenutzt hatte, aber das kann ich mir einfach nicht schlüssig beantworten, ich meine immer noch, dass das eher nicht so war.
Nun, vielleicht war es so, vielleicht aber nicht.
Jedenfalls, auch ich habe besonders in der letzten Zeit Daniel und anderen und selbst Freunden gegenüber unter einiger Anstrengung ‚gespielt‘, aber das nicht aus Veranlagung oder böser Absicht, sondern mit einem bestimmten Ziel. Verteidige ich mich hier selbst, wenn ich das für mich nur als logisches Ergebnis alles dessen nehme, was ich erlebt und erlitten hatte?
Zu der Zeit, als dies geschah, ich also verhaftet wurde, hatte ich meine enge Verbindung zu Daniel Rhomburg bereits seit mindestens zwei Jahren so gut wie abgebrochen, sie hatte endlich ihr notwendiges Ende gefunden und es gab zwischen uns, wenn überhaupt, nur noch zufällige Begegnungen.
An diese Trennung hatte ich zwar schon seit Jahren und mit wechselnder Intensität immer wieder gedacht, aber letztlich war dann erst vor relativ kurzer Zeit meine Entscheidung gefallen, eine Entscheidung, die allerdings lange überfällig war. Zu vieles hatte sich ereignet und aufgestaut, ich hatte in einem scheinbar ewigen Hin und Her gezaudert, mich aber dann tatsächlich von einer großen Last und vielen bösen Erinnerungen befreit gefühlt.
Und jetzt - Daniel tot, ermordet? Eigentlich hätte ich erleichtert sein können nach all den Jahren und Ereignissen, vielleicht war ich es auch und das sogar jetzt, als ich unter Verdacht stand.
Daniel Rhomburg begegnete ich zum ersten Mal in Hamburg in der Berufsschule am Lämmermarkt, ausgerichtet auf das Fachgebiet ‚Außenhandel‘. Ich selbst hatte mit Glück und gewissen Verbindungen eine Ausbildungsstelle bei einem bedeutenden Hamburger Unternehmen, Schwerpunkt ‚Internationaler Handel‘, erhalten, für mich, der ich aus einer kleinen Stadt in Hamburgs Umgebung kam, direkt von der Schule in einer ebenfalls kleinen Kreisverwaltungs- und Beamtenstadt, in der allerdings das Gymnasium im Laufe der Schuljahre Horizonte zumindest geöffnet hatte, in der Tat ein richtiger Schritt in die ‚große weite Welt‘.
Als nach kurzer Zeit dann neben der Arbeit zweimal wöchentlich die Berufsschule zu besuchen war, lernte ich dort Daniel kennen, er saß neben mir am Tisch, und daraus wurde eine enge, viele Jahre andauernde Freundschaft, eine Freundschaft, aus der sich dann im Laufe der Zeit auch eine intensive geschäftliche Verbindung entwickelte, ein Verhältnis, eng sowohl im Hinblick auf unser privates Leben als auch bezogen auf die Firmen, für die wir tätig waren.
Und damals, ja, damals am Anfang, da war alles so leicht, keine Probleme, keine Differenzen, kein Stress – ich denke, das Wort Stress kannten wir noch gar nicht. Wir sahen uns fast täglich, Daniel und ich, mindestens mehrmals die Woche und am Wochenende sowieso, es sei denn, ich besuchte meine Eltern.
Er absolvierte eine Banklehre, ich, wie gesagt, in den Jahren 1980 - 1983 eine Ausbildung zum ‚ehrbaren Kaufmann‘. Die Büros unserer Firmen lagen nahe beieinander in der Hamburger Innenstadt, wir konnten uns in den Mittagspausen sehen, wenn wir wollten, auf jeden Fall aber trafen wir uns meistens nach Büroschluss.
Wir lernten zusammen, was es in der Schule zu lernen gab, viel mehr jedoch als Lehrlinge in unseren Firmen, wir tauschten unsere ersten, noch jungen und bescheidenen Erfahrungen zu unseren Berufen aus, wir gingen zusammen in die angesagten ‚Musikschuppen‘ zum Tanzen und es gab neben Jägermeister oder Bier den ersten richtigen Whisky – ‚Vat 69‘ oder sowas – oder wir hatten in einem der Klubs auf der Reeperbahn und der Großen Freiheit, richtig viel Spaß mit allem Drum und Dran.
Wir gewannen zusammen sogar einmal im Casino – der Spielbank Hamburg beim Roulette fast 12.000,-- D-Mark, und da war natürlich eine gemeinsame Urlaubsreise nach Italien und Österreich mehr als angesagt.
Nun ja, wir waren über Jahre hinaus fast unzertrennlich, und wir blieben es, als wir beide feste Freundinnen fanden, die dann später unsere Ehefrauen wurden. Und auch nach der Ausbildung, als jeder in seinem Unternehmen begann, langsam, aber stetig die Karriereleiter zu erklimmen, Daniel bei seiner Bank und ich, nach einigen Jahren als Vertreter, Delegierter wie wir sagten, für die Firma in Indonesien, als Handlungsbevollmächtigter, Prokurist, und dann Mitglied der Geschäftsleitung, blieb unsere Freundschaft bestehen.
Allerdings, was die Frauen anging, da war Daniel mir schon immer weit voraus, offensichtlich ein Charmeur erster Güte, ein ‚homme à femme‘, dem es, wie ich zu Anfang manchmal neidvoll feststellen musste, anscheinend unheimlich leichtfiel, Mädchen und Frauen ‚anzumachen‘. Aber so richtig neidisch war ich niemals, denn ich war in der Beziehung eben anders gestrickt. Daniel hatte immer eine oder sogar mehrere Bekanntschaften gleichzeitig, und obwohl ich das insgeheim nicht gerade großartig fand, es war so und störte mich letztlich auch wenig oder gar nicht, übrigens ebenso wenig wie seine finanzielle Ausstattung im Beruf und von Hause aus, diese war nämlich immer zwar begrenzt, aber, im Vergleich zu meiner eigenen, ziemlich großzügig bemessen, in den ersten Jahren manches Mal auch für mich von indirektem Vorteil.
Jedenfalls heiratete Daniel Sabine Stauffer und ich bald darauf 1987 Andrea Schlüter. Sabine kam ursprünglich aus Luzern in der Schweiz und Daniel lernte sie auf einer Tagung in Hamburg kennen, auf der sie als Organisatorin für eine Schweizer Gruppe fungierte. Für eine nur relativ kurze Zeit gab es zwischen den beiden eine Fernbeziehung, aber die Freundschaft wandelte sich bald in eine richtig feste Bindung, Sabine zog nach Hamburg und bald darauf waren sie verheiratet.
Nur ein wenig zeitversetzt, ja, fast parallel dazu, lernte ich dann Andrea kennen und es war so etwas wie ‚Liebe auf den ersten Blick‘. Sie arbeitete als Verkäuferin und Beraterin bei Entwürfen in einem damals bekannten Geschäft für Damenmoden am Neuen Wall. Ich sah sie zum ersten Mal an einem Nachmittag im Alsterpavillon, als sie mit Freundinnen oder Kolleginnen bei einem Kaffee zusammen in der Sonne saß und ich und zwei andere, erfahrenere Mitarbeiter aus der Firma mit Kunden aus dem Ausland verabredet waren. Die Gruppe fiel an sich schon irgendwie auf, schöne bunte Schmetterlinge, und als unsere Besucher auftauchten, gab es richtig bewundernde Blicke und einige entsprechende Bemerkungen. Für mich war es Andrea, die mir besonders auffiel und ich war in der Tat bei den Gesprächen mit unseren Besuchern manchmal mehr als nur ein wenig abgelenkt.
Zugegeben, ich hielt in den nächsten Wochen immer wieder Ausschau nach ihr und es war einem guten Zufall zu verdanken, dass ich sie am gleichen Ort wiedersah und dann auch ansprach. Ja, so war das damals und bald danach heiratete ich Andrea und Daniel war einer unserer Trauzeugen und dann waren wir vier, Andrea und ich, Sabine und Daniel unzertrennlich in einer scheinbar überaus harmonischen engen Freundschaft, wobei Daniels Hang zur ‚Mehrgleisigkeit‘ auch nach seiner Heirat nur wenig abnahm. Das ahnte oder wusste ich zwar schon immer, nahm es aber nicht ernst, nur dass ich, wie sich dann nach einigen Jahren herausstellte, unmittelbar einmal selbst und direkt davon betroffen war, das hätte ich in meinen schlechtesten Träumen nicht für möglich gehalten, aber so geschah es.
Ja, Daniel und Andrea, das war’s und es endete für Sabine und mich gefühlt in einer Katastrophe, ganz bestimmt in dem Augenblick, als es passierte. Die scheinbar so unzerbrechliche Freundschaft zwischen Daniel und mir gab es nicht mehr, zwei Ehen waren kaputt, zwei Scheidungen, Daniels und meine eigene, folgten, unsere Kinder gerieten in Bedrängnis, damals und vielleicht ein Leben lang. Dennoch – noch über Jahre hinaus sollte ich nicht völlig und endgültig von Daniel loskommen.
Und die Geschichte ereignete sich auch nicht von heute auf morgen, sondern war, wie ich wohl als Letzter erfahren musste – viele andere wussten es anscheinend schon seit was weiß ich wie langer Zeit – das Ende einer längeren heimlichen Liaison, und es war wenig tröstlich, ja es machte die ganze Sache nur noch schlimmer, als ich erfuhr, wie lange ich wohl schon in gewissem Sinne kräftige Hörner getragen hatte.
Ich kam irgendwann 2004 von einer Reise nach Südamerika zurück, die ich trotz der wegen einer geplanten Neuorganisation hektischen und sogar leicht problematischen Situation in der Firma, trotz der vor drei Jahren offiziellen Umstellung von D-Mark auf Euro, die in vielerlei Hinsicht noch nachwirkte und trotz der immer noch etwas unklaren politischen und wirtschaftlichen Lage in Argentinien selbst, unternommen hatte. Übrigens kam ich sogar noch mit einem wunderschönen ‚Green Fire‘ Smaragdring von Juwelier Stern, gekauft in Buenos Aires für Andrea zurück, gedacht als Wiedergutmachung für meine häufige und oft lange Abwesenheit. Der Ring wurde auch dankbar angenommen, nur war er denkbar unnütz als Wiedergutmachung, denn Daniel und meine Frau hatten es während meiner Abwesenheit und auch schon früher ‚gut gemacht‘ wenn ich auf Reisen war, ohne die Gefahr einer unerwarteten Störung. Alles das erfuhr ich einige Wochen nach der Rückkehr von meiner Reise, wobei diese Wochen mit zeitaufwändigen, intensiven und teilweise sogar sehr kontroversen Aktivitäten und Verhandlungen in der Firma ausgefüllt waren.
Am folgenden Tag, nachdem dies alles für mich ans Tageslicht gekommen war und nach einer durchheulten Nacht, rief ich Sabine an, die ebenfalls, kaum zu glauben, von allem nicht die geringste Ahnung gehabt hatte, es war für uns nahezu unfassbar, und ihre erste Reaktion war „Ich bringe sie um, alle beide, ich bringe sie um, Conrad, hilf mir bitte, versprich es mir, schwöre es mir“!
Wir trafen uns dann zwei Tage später. Inzwischen hatte Sabine Daniel zur Rede gestellt und jetzt auch von ihm selbst die für uns traurigen Tatsachen erfahren.
Da saßen wir nun beide wie zwei Häufchen Unglück und wollten diese Situation immer noch nicht wahrhaben, konnten es einfach nicht fassen und begreifen, wie das alles passiert sein konnte, ohne dass wir beide auch nur den geringsten Verdacht hatten, zumal wir doch so oft zu viert zusammen gewesen waren. Wir zermarterten uns die Köpfe über die Vergangenheit und überlegten, ob oder wo wir vielleicht einmal etwas bemerkt hatten zwischen Andrea und Daniel, aber dabei kam nichts Konkretes heraus. Sabine erzählte mir, dass sie zwar einige Male in der Vergangenheit ‚die Zähne zusammenbeißen musste‘, wenn Daniel ziemlich auffällig mit anderen Frauen flirtete, einmal sogar den Verdacht hatte, dass sich da etwas Ernsteres anzubahnen schien, aber letztlich war das dann nichts wirklich Bedrohliches.
Aber nun das, und dann mit Andrea?
Ich selbst war zunächst noch bereit gewesen, alles zu vergessen, um meine Ehe zu retten, glaubte, meine Frau immer noch zu lieben, aber das stellte sich schnell als falsche Hoffnung heraus. Es folgten dann die Trennung und nach und nach die Regelung für die Kinder, der Verkauf des gemeinsamen Hauses, die Aufteilung des Vermögens, der Rentenansprüche und des Haushaltes und mein Auszug in eine gemietete Wohnung in der Werderstraße in Hamburg - Rotherbaum, letztlich gefolgt vom unschönen Prozess meiner Scheidung von Andrea.
So ähnlich, eigentlich sogar noch belastender aufgrund von Daniels Haltung ihr gegenüber, war es später auch Sabine ergangen, aber in den Stunden und Tagen, nachdem die ganze Sache herauskam, saßen wir zusammen, bedauerten uns und versuchten, uns gegenseitig Mut zu machen, das war unmittelbar nach den Geschehnissen noch fast unmöglich.
„Hast du denn überhaupt nichts gemerkt, so, in Andreas Verhalten dir gegenüber?“
„Nein, gar nichts, vielleicht seit einiger Zeit manchmal eine gewisse Zurückhaltung, aber sonst? Ach, ich erinnere so ganz vage, weißt du, damals an unserem Abend im Atlantic, als wir beide uns unterhielten und Daniel und Andrea an der Bar standen, da hatte ich
