Handicap der Unendlichkeit (Hotel 2300 A.C.1) - Jens F. Simon - E-Book

Handicap der Unendlichkeit (Hotel 2300 A.C.1) E-Book

Jens F. Simon

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Beschreibung

Wir befinden uns im Jahre 2300 nach Christus. Der vierte Planet unseres Sonnensystems, Mars, war bereits seit über Einhundert Jahren besiedelt. Es war eine aufstrebende, junge Generation, die sich hier entwickelte. Einer der jungen Marsianer war Cailan Count. Er hatte noch eine Schwester, Fia. Sie und ihr Bräutigam waren einer Gemeinschaft angeschlossen, welche der sogenannten Kollektiven Nostalgie anhing. Sie verinnerlichten regelrecht die gute alte Zeit, das goldene Zeitalter vor der Besiedlung. Dementsprechend hatten sie auch für die Hochzeitfeier ein renommiertes, aber sehr altes Hotel ausgesucht. Es hieß, es war das erste Hotel auf dem Mars. Gebaut direkt nach dem Terraforming. Hier beginnt Cailans Abenteuer. Sein bisheriges Leben wird vollkommen auf den Kopf gestellt. Das Universum fordert ihn heraus, als er die Dimensionen des Lebens überschreitet und in einer fernen, weit entfernten Welt in einer Sternenprinzessin seine große Liebe findet. Das Hotel verfügte noch über altertümliche Aufzüge. So ganz anders als die heute genutzten Antigrav-Röhrenaufzüge. Es besaß ein altertümliches Satteldach, eine auf der Erde übliche Dachform, jedoch nicht auf dem Mars. Hier hatten fast alle Gebäudekomplexe ein Flachdach; öffentliche Gebäude ein Plattformdach. Das Hotel war sehr groß, selbst für die Marsarchitektur. Außerdem besaß es nicht die hier vorherrschende, sternförmige Struktur, sondern eine langgestreckte L-Form mit nur 13 Stockwerken. Es hieß, es war das erste Hotel auf dem Mars. Gebaut direkt nach dem Terraforming. Merkwürdigerweise bestand das Bedienerfeld des Aufzugs aus vierzehn Tasten. Der 14. Schalter war jedoch inaktiv. Normalerweise.

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Seitenzahl: 82

Veröffentlichungsjahr: 2026

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HOTEL

2300 A.C.

Sternen-Begehren

Band 1

Handicap der Unendlichkeit

© 2026 Jens F. Simon

Illustration: S. Verlag JG

Verlag: S. Verlag JG, 35767 Breitscheid,

Alle Rechte vorbehalten

1. Auflage

ISBN: 978-3-96674-866-7

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig und wird sowohl strafrechtlich als auch zivilrechtlich verfolgt. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Zukünftige Ereignisse werden durch Realitäten der Gegenwart initiiert. Der Mensch hat darauf keinen Einfluss, aber er hat ein Mitspracherecht. Meist ist die Unkenntnis jedoch das eigentliche Hemmnis, es auszuüben.

 Inhaltsverzeichnis:

Nostalgie

Die Feier

Geistige Expansion

Quo vadis?

Fremde Welten

Wrenz‘tahls Problem

Der Konflikt

Das Meeting

Nostalgie

Er gehörte einfach nicht hierher. Er war der Einladung seiner Schwester gefolgt. Fia, seine Schwester, heiratete. Und es gab tatsächlich noch eine Hochzeitsgesellschaft, wie es in den Vorbesiedlungszeiten noch auf der alten Erde Brauchtum gewesen war.

Fia und ihr Bräutigam Lian waren einer Gemeinschaft angeschlossen, welche der sogenannten ‚Kollektiven Nostalgie‘ anhing.

Die Mitglieder dieser Gemeinschaft verinnerlichten regelrecht die gute alten Zeit, das goldene Zeitalter vor der Besiedlung des Mars. Dementsprechend hatten sie auch für die Hochzeitfeier ein renommiertes, aber sehr altes Hotel ausgesucht.

Es hieß, es war das erste Hotel auf dem Mars. Gebaut direkt nach dem Terraforming. Cailan Count stand im Eingangsfoyer und schaute sich etwas irritiert um.

Die Deckenhöhe des riesigen Raums war mindestens fünf Meter hoch. Was für eine Verschwendung an Raum. Der Empfang war ein etwa fünf Meter langes, thekenartiges Möbel direkt in der Mitte der etwa einhundert Quadratmeter großen Halle.

Die gesamte linke Wand bestand aus bodenhohen Fenstern. Man konnte auch in der jetzt beginnenden Abenddämmerung den roten Marsboden noch klar erkennen.

Insbesondere auch, weil das Hotel von vielen Lichtquellen, welche in den Bodenfalten der Marsoberfläche integriert waren, angestrahlt wurde. Es war spät am Abend. Er hatte sich dazu entschlossen, einen Tag früher im Hotel einzuchecken. Die Feier würde erst morgen gegen Mittag beginnen.

Cailan befand sich in einer Midlife-Crisis, obwohl er erst 33 Jahre alt war. Er bewohnte allein ein kleines Appartement im Untergeschoss eines der vierzehn 37-stöckingen Hochhäuser der Ansiedlung Aurora.

Die Häuser wurden auch Sternhäuser genannt, da die drei Gebäudeflügel sternförmig von einem Mittelteil abzweigten.

Eine Einkaufszeile grenzte die Wohneinheiten von dem Durchgangsverkehr und den Flugstraßen ab. Normalerweise verfügte jede Wohneinheit über einen Balkon oder eine Loggia. Dies war jedoch bei Cailans Wohnung nicht der Fall.

Es war eine der preislich günstigeren Einheiten. Er selbst machte sich nichts daraus. Es war für ihn auch kein Prestigeverlust, wie seine Schwester immer wieder stichelte, dort zu wohnen.

Doch in dieser Beziehung unterschieden sie sich sehr stark.

Fia war ihre soziale Position in der hiesigen Gesellschaft sehr wichtig. Deswegen gab es nach dem Tod ihrer Eltern immer wieder Diskussionen. Cailan machte sich nichts aus sozialer Wertschätzung.

Er bewegte sich geistig in anderen Strukturen. Es war am Anfang nur eine Art von Hobby gewesen. Mittlerweile jedoch beeinflusste die hermetische Philosophie immer mehr seinen Alltag.

Es handelte sich hierbei um eine antike Lehre, die auf der Weisheit des Hermes Trismegistos basierte. Sie umfasste religiöse, philosophische und magische Aspekte und befasste sich mit der Beschaffenheit des Universums, der Seele und dem Weg zur Erlösung.

Zentral waren hierbei die sieben hermetischen Gesetze, die als Grundlage für das Verständnis von Kosmos und Mensch dienten.

Das Licht im Eingangsbereich des Hotels flackerte leicht, als ein Staubsturm mit heftigen Gewitter einsetzte.

Sie befanden sich auf der nördlichen Halbkugel des Mars. Aufgrund der starken Tag-Nacht-Temperaturschwankungen gab es hier immer wieder tägliche Morgen- und Abendwinde, welche auch oftmals zu regelrechten Unwetter ausarten konnten. Cailan ging langsam auf den Empfangstresen zu. Dort konnte er neben der menschenähnlichen KI auch eine weitere Person erkennen.

Er mochte diese Art von künstlicher Intelligenz nicht, deren Äußeres einer menschlichen Gestalt nachgeahmt war, jedoch lediglich aus Kunststoff, billiger Mechanik und vernetzter Elektronik bestand, aber so tat, als würde man zu einer realen Person sprechen.

Er ging direkt auf die andere Person zu, die augenscheinlich jedoch nicht als Empfang arbeitete, sondern gerade einer anderen, verwaltungstechnischen Tätigkeit am Computer nachging.

„Hallo!“ Cailan wirkte etwas hilflos, als er jetzt vor dem Tresen stand.

Bei der Person am Computer handelte es sich um eine junge Frau. Sie hatte tatsächlich nicht damit gerechnet, dass man sie ansprach.

Jedenfalls dauerte es eine volle Minute, bis sie realisierte, dass der junge Mann vor ihr am Tresen sie angesprochen hatte und nicht die Empfangs-KI. Sie blickte etwas schüchtern von dem vor ihr befindlichen Bildschirm auf.

„Ja!“ Mehr bekam sie nicht über die Lippen. Cailans Augen leuchteten kurz auf, als er sie jetzt direkt anblickte. Ihm fielen sofort ihre hellblauen, leuchtenden Augen auf. Dann fiel sein Blick auf die Stupsnase und ihre vollen Lippen. Sie lächelte etwas zaghaft.

„Ich möchte einchecken. Es sollte ein Zimmer auf meinen Namen reserviert sein!“

„Oh! Da wenden Sie sich bitte an den Empfang. Dort werden Sie registriert und das Zimmer freigeschaltet. Ist alles elektronisch und digital. Nur wenn es Abweichungen zum Basisprogramm gibt, werden Alerts ausgelöst und ich muss sehen, dass der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt wird. Tja, der Mensch wird zur Nebensache degradiert und nur noch zur Behebung von Fehlern oder Problemen in Prozessen, Systemen oder Produkten herangezogen.“

Ihr Lächeln war plötzlich verschwunden.

Dann wandte sie sich wieder ihrer originären Tätigkeit zu und ignorierte Cailan. Dieser musste sich nun notgedrungen doch an die KI wenden.

Die künstliche, freundliche Art der Empfangs-KI ließ ihn zunächst aufstöhnen und dann aufatmen, als er die Prozedur des Eincheckens hinter sich gebracht hatte.

Dreizehnter Stock, dort befand sich sein Zimmer. Er war mit kleinem Gepäck angereist.

Ursprünglich hatte er nicht vorgehabt, im Hotel zu übernachten noch überhaupt an der Hochzeitsfeier teilzunehmen.

Er hasste regelrecht Familienfeiern. Fia hatte ihn seit Wochen bekniet, doch mitzufeiern. Schließlich war sie seine einzige Schwester und sonst gab es auch keine lebende Verwandtschaft mehr, hatte sie argumentiert.

Er hatte sich tatsächlich breittreten lassen. Mit sehr gemischten Gefühlen bestieg er den altertümlichen Fahrstuhl nach oben.

Im Zimmer angekommen, fiel sein Blick zuerst auf die doch sehr große Fensterfont, die direkt neben dem Bett die ganze Wand ausmachte.

Die Schutzjalousie waren nur zur Hälfte heruntergefahren und so war in der künstlichen Außenbeleuchtung des Hotels das aufkommende Staubgewitter mit Blitzen und Entladungen in der sonst dunklen Hochebene von Syrtis Major. Normalerweise gab es solche Stürme hier nicht.

Cailan ließ die Schutzjalousie ganz nach unten fahren, so dass die Fensterfront jetzt, wie eine massive Wand wirkte. Dann ließ er sich rücklings auf das Bett fallen.

Er versuchte ruhig nachzudenken, was ihm aber nicht gelang. Seine Gedanken begannen sich selbstständig zu machen.

Es war nicht einfach gewesen, überhaupt ein paar Tage Urlaub zu bekommen. Cailan war Controller eines der größten auf dem Mars agierenden Energieversorgungsunternehmens.

Eine seiner Hauptaufgaben war die Erstellung von sogenannten „Vorschaurechnungen”. Das waren Prognosen über den erwarteten Geschäftsverlauf. Dazu gehörten auch das Leistungsbudget, der Finanzplan und die Planbilanz.

Um innerhalb des Unternehmens eine Informationsstruktur für alle Bereiche zu erstellen, übermittelte er regelmäßig Steuerungsinformationen an die Führungskräfte.

Er teilte sich die Aufgaben mit drei weiteren Kollegen. Sein Problem, die Kollegen waren alle gleichzeitig in Urlaub gegangen und ihre Vertretung war an ihm hängengeblieben.

Die Vorgesetzten scherten sich um keine Deut dafür. Gleichzeitig begannen Machtspiele innerhalb des Konzerns auszuufern. Das gipfelte darin, dass man Mitarbeiter ansprach und dazu ermutigten, zu kündigen, um gegen die entsprechenden Abteilungsleiter etwas in der Hand zu haben, um sich ihnen dann ebenfalls zu entledigen.

Das Ganze kotzte Cailan regelrecht an. Aber es ließ ihn nicht kalt. Er hatte tatsächlich bereits mit dem Gedanken gespielt, zu kündigen, nachdem ein Head-Hunter Kontakt mit ihm aufgenommen hatte. Seine Gedanken machten einen Sprung.

Fia, seine Schwester, war mit Lian gerade etwas mehr als ein Jahr zusammen. Er selbst kannte Lians Familie nur flüchtig.

Er wusste zumindest, dass er noch einen Bruder und eine ältere Schwester hatte. Auch seine Eltern lebten noch. Sie hatten sich an der hiesigen Sojourner-Universität kennengelernt.

Fia war im Abschlusssemester gewesen und Lian hatte gerade sein Examen bestanden. So viel er wusste, gab es damals eine sehr große Feier.

Es war ebenfalls die Feier zum zehnjährigen Bestehen der Sojourner-Universität. Der Namen der Universität bezog sich auf den ersten Rover, der im Rahmen der Mars Pathfinder Mission 1997 auf dem Mars landete.

Seine Schwester hingegen behauptete, die richtige Herkunft leitete sich ab von Sojourner Truth, einer ehemalige Sklavin, die sich im 19. Jahrhundert für die Abschaffung der Sklaverei und Frauenrechte eingesetzt hatte.

Cailan musste innerlich grinsen. Fia war ebenfalls eine richtige Frauenrechtlerin. Insbesondere, weil hier auf dem Mars seit der Besiedlung sich eine reine Männerdomäne entwickelt hatte und es für Frauen schwer war, sich im Beruf und in den sozialen Gesellschaftsstrukturen zu behaupten.

Es war fast schon, wie ein Rückschritt in das ausgehende Neunzehnte Jahrhundert der Erde gewesen.

Blitzartig wechselte wieder seine Gedankenwelt. Er musste völlig zusammenhangslos an das Staubgewitter denken, dass sich momentan aufbaute.

Seit dem Terraforming des Planeten Mars sollte es eigentlich keine solche Stürme mehr geben. Aber dem war nicht so. Die ursprüngliche Natur hatte weiterhin Bestand. Selbst die besten Wissenschaftler hatten dafür keine Erklärung.

Innerhalb einer dichten Flora dürften sich an der Oberfläche normalerweise keine Staubzyklone bilden können.

Cailan selbst hatte da so seine eigene Interpretation. Er sah den Planeten als eine eigenständige Entität an. Ein Intelligenzwesen besonderer Art.

Er verglich die Gesamtheit aller organischen und anorganischen Elemente des Planeten, wozu natürlich neben der Fauna und Flora auch der Mensch gehörte, als eine Art Schwarmintelligenz, nur millionenfach größer und intensiver. Diese Vorstellung in Verbindung mit den jahrtausendalten Weisheiten des Hermes Trismegistos hatte ihn zu dem Schluss kommen lassen, dass der Planet eine intelligente Lebensart, eine eigenständige Entität, war.

Die grundlegende Ideologie der hermetischen Gesetze lag im Mentalismus.

Das All ist Geist, das Universum ist geistig. Alles Stoffliche entwickelt sich aus dem Geistigen. Allen sichtbaren Geschehnissen ging ein geistiges Geschehnis voraus.

Angeregt und geleitet durch seine besonderen Begabung der Telepathie hatte er tatsächlich versucht, Kontakt mit der Entität Mars aufzunehmen. Bisher jedoch mit mäßigem Erfolg.

Dies ließ ihn jedoch nicht müßig werden, weiterhin den geistigen Kontakt zu suchen.

Jetzt lag er auf dem Bett und begann Ordnung in seine Gedanken zu bekommen. Dies war gar nicht so einfach. Er versuchte, wie immer, zunächst an nichts zu denken, was wie immer nicht wirklich gelang, aber etwas Ruhe in seine Gedankenvorstellung brachte.

Er begann in seiner Fantasie sich das beginnende Staubgewitter in einer geistig visuellen Art und Weise vorzustellen und gleichzeitig dazu eine Bitte an den Mars zu richten.

Die Entität Mars möchte den Sturm wieder abflauen lassen. Die Menschen hier wollten in Frieden mit der Natur, also mit dem Planeten, leben.

Cailan wiederholte im Geiste diese Bitte immer wieder. „Lass es nicht zu, dass sich die Menschen hier im Hotel vor dir fürchten. Lass Harmonie entstehen, lass den Staubsturm abklingen, jetzt!“