Hangover Square - Patrick Hamilton - E-Book

Hangover Square E-Book

Patrick Hamilton

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Beschreibung

London 1939 - in der unerbittlichen Welt der Pubs in Earl"s Court gibt sich George Harvey Bone einer hilflosen Vernarrtheit hin: Netta ist kühl, voller Verachtung und - hoffnungslos begehrenswert. George treibt in einer Hölle der Trunkenheit. In seinen »toten« Momenten jedoch, wenn etwas in seinem Kopf »klick« macht, erkennt er ohne den geringsten Zweifel, daß er Netta töten muß … In seinem düster-komischen Roman »Hangover Square« evoziert Patrick Hamilton die heruntergekommene, rauchverhangene Welt der Pubs, Pensionen und versoffenen Philosophen - in einem London voller dunkler Vorahnungen in den Monaten vor Kriegsausbruch.

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Seitenzahl: 415

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Roman

Aus dem Englischenvon Miriam Mandelkow

Mit einem Nachwortvon Denis Scheck

DÖRLEMANN

Die englische Originalausgabe »Hangover Square.A Story of darkest Earl’s Court« erschien 1941 bei Constable in London.Anmerkung: Die Zitate aus Roget’s Thesaurus wurden mit freundlicher Genehmigung von Messrs. Longmans, Green & Co. abgedruckt. Autor und Verlag bedanken sich hierfür. Die den einzelnen Teilen vorangestellten Mottos wurden von Miriam Mandelkow übersetzt, mit Ausnahme von: Sir John Suckling, »Warum so fahl und bleich?« – Dt. von Friedhelm Kemp | William Shakespeare, »Sonett LVII« – Dt. von Christa Schuenke | Percy Bysshe Shelley, »An – (Der Liebe Verzückung, wär sie verbrannt)« – Dt. von Roland Erb | John Milton, »Simson der Kämpfer« – Dt. von Hermann Ulrich | Lord Byron, »In Schönheit gehen« – Dt. von Hans-Dieter Gelfert eBook-Ausgabe 2014 Alle deutschsprachigen Rechte vorbehalten © 1941 Patrick Hamilton © 2013 Dörlemann Verlag AG, Zürich Umschlagfoto: © Milan Váchal/Shutterstock.com Umschlaggestaltung: Mike Bierwolf Satz und E-Book-Umsetzung: Dörlemann Satz, LemfördeISBN 978-3-908778-42-4www.doerlemann.com

SCHIZOPHRENIE: … eine Spaltung der geistigen Funktionen, im Zuge derer die betroffene Person eine zweite Persönlichkeit annimmt.

BLACK’s MEDIZINISCHES WÖRTERBUCH

DER ERSTE TEIL

Warum so fahl und bleich, verliebter Narr?

Ich bitte dich, warum so fahl?

Wird, wenn gesundes Aussehn sie nicht rührt,

Des Kranken Blässe siegreich sein?

Ich bitte dich, warum so fahl?

Warum so stumpf und stumm, du junger Sünder?

Ich bitte dich, warum so stumm?

Wird, wenn Wohlredenheit sie nicht gewinnt,

Wortlosigkeit es schaffen?

Ich bitte dich, warum so stumm?

1

Klick! … Da war es wieder! Er ging auf dem Kliff von Hunstanton spazieren, und es war wieder passiert … Klick! …

Oder beschrieb man es besser als Riß oder Knacks?

Es war ein Geräusch im Kopf – und doch kein Geräusch. Es war ein Laut, den ein Geräusch hinterläßt, wenn es abrupt aufhört: von dem man kurzzeitig taub wird. So als hätte er sich zu heftig geschneuzt, und die Außenwelt wäre auf einmal dumpf und tot. Dabei war er nicht körperlich taub; doch nur so konnte er begreifen, was in seinem Kopf passierte.

Es war, als sei eine Klappe gefallen. Lautlos, aber so schnell, daß er sich das Ganze nur als Knacks oder Riß vorstellen konnte. Es hatte sich auf sein Gehirn gelegt, so wie sich, ausgelöst durch einen Fremdkörper, plötzlich ein Film auf das Auge legt – der auf der Stelle weggewischt wäre, so sein Gefühl, wenn sein Gehirn nur »blinzeln« könnte. Ein Film. Ja, es war auch wie ein Film – ein Kinofilm. Als habe er gerade einen Film gesehen und urplötzlich sei der Ton ausgefallen. Die Figuren auf der Leinwand bewegten sich weiter, agierten mehr oder weniger einleuchtend, doch bewegten sie sich in einer neuen, stummen, unsagbar unheimlichen Welt. Sein Leben, eben noch ein Tonfilm, war schlagartig zum Stummfilm geworden. Und es spielte keine Musik.

Er hatte keine Angst, denn inzwischen war er daran gewöhnt. Schon im letzten Jahr, in den letzten zwei Jahren war es immer wieder passiert – im Grunde konnte er es bis in seine Kindheit zurückverfolgen. Damals war es nicht so scharf umrissen gewesen, aber wie gut konnte er sich an das erinnern, was er seine »toten« Momente nannte, in denen er nichts normal tun, nichts normal denken konnte, nicht dem Unterricht folgen, nicht spielen, nicht mal seinen Raufkumpanen zuhören konnte. Sie piesackten ihn deswegen, bis man es schließlich einfach hinnahm. »Old Bone« hatte eben einen seiner »bekloppten« Momente. Mr. Thorne war anfänglich voller Sarkasmus gewesen. »Oder genehmigst du dir wieder eine deiner – hm – willkommenen Amnesiephasen, mein lieber Bone?« Doch selbst Mr. Thorne nahm es schließlich einfach hin. »Außergewöhnlicher Junge«, hörte er Mr. Thorne einmal sagen (als der sich außer Hörweite wähnte), »ich halte es in der Tat für ganz und gar echt.« Und statt ihn vor der Klasse als Trottel hinzustellen, hielt er oft inne, sah ihn prüfend, mitfühlend an, forderte ihn auf, sich zu setzen, und bat ohne eine ironische Bemerkung einen anderen Jungen, das zu tun, wozu Bone nicht imstande gewesen war.

»Tote« Momente – ja, schon sein ganzes Leben lang hatte er »tote« Momente, doch damals war er langsam hinein- und wieder hinausgeglitten, sie waren nicht so häufig, so plötzlich, so tot gewesen und hatten ihn nicht so vollständig von seinem anderen Leben abgeschnitten. Sie waren nicht mit diesem sonderbaren »Knacks« über ihn gekommen – das passierte erst seit rund einem Jahr. Zunächst war er etwas beunruhigt gewesen, hatte sogar manchmal erwogen, einen Arzt aufzusuchen. Aber das hatte er nicht getan und würde es nun auch nicht mehr tun, das wußte er. Es ging ihm recht gut, die Sache beeinträchtigte ihn nicht ernstlich. Und es gab zu viel anderes zu bedenken – mein Gott, zu viel anderes zu bedenken!

Und jetzt ging er auf dem Kliff von Hunstanton spazieren, am Weihnachtsnachmittag, und es war wieder passiert. Nach dem Weihnachtsmahl mit seiner Tante war er hinausgegangen, um, wie er ihr gesagt hatte, einen »Verdauungsspaziergang« zu machen. Er trug einen leichten Regenmantel. Er war vierunddreißig und von großer, kräftiger Statur, feist und ungelenk. Er hatte eine frische rote Gesichtsfarbe und einen kleinen Schnurrbart. Seine Augen waren groß und blau und traurig und leicht blutunterlaufen von Bier und Rauch. Er sah aus, als habe er eine billige Privatschule besucht und wolle einem nun gern einen Gebrauchtwagen verkaufen. So wie bestimmte Leute unverwechselbar »nach Rennbahn« aussehen, den Stempel von Newmarket tragen, trug er den Stempel der Great Portland Street. Bei ihm dachte man an Rasthäuser, und von seiner Sorte gibt es Tausende, die in ganz England die Bars von Pubs bevölkern. Sein voller Mund jedoch war eher weichlich als streng. Er hieß George Harvey Bone.

Nur in den wenigen Augenblicken nach dem jähen Übergang – dem Wegfall des Tons, dem Wechsel vom Ton- zum Stummfilm – dachte er heute noch über diesen außergewöhnlichen Wandel nach, der sich in seinem Kopf vollzog, wenn er ihn überhaupt wahrnahm. Bald darauf sah er den Stummfilm – den Stummfilm ohne Musik –, als hätte es nie einen Tonfilm gegeben, als wäre alles schon immer so gewesen.

Ein Stummfilm ohne Musik. Eine bessere Beschreibung dieser wundersamen Welt, in der er sich nun bewegte, hätte er nicht finden können. Er betrachtete vorüberziehende Menschen und Dinge, doch sie hatten keine Farbe, kein Leben, keine Bedeutung – was sie betraf, war er geistig taub. Sie bewegten sich wie Maschinen, ohne Grund, ohne eigenen Antrieb. Er hörte, was sie sagten, er verstand die Worte, er konnte sogar antworten, aber er tat es automatisch, ohne darüber nachzudenken, was sie sagten oder was er entgegnete. Obwohl sie sprachen, war es daher so, als hätten sie nicht gesprochen, sie hatten die Lippen bewegt, waren jedoch stumm geblieben. Sie hatten keine gültige Existenz, waren keine Wesen, die Freude oder Schmerz empfanden. Es gab, genaugenommen, überhaupt keine Empfindungen, keine Freude und keinen Schmerz in dieser Welt; es gab nur ihn – sein trübes, stumpfes, totes Selbst.

Es gab keine Empfindungen, aber es gab etwas zu erledigen. Ausdrücklich, ganz ausdrücklich gab es etwas zu erledigen. Sobald er sich von der Überraschung erholt hatte – doch eigentlich war es gar keine Überraschung mehr –, vom Knacken in seinem Kopf, der Tonunterbrechung, dem jähen Eintritt in eine neue, stille Welt, sobald er sich davon erholt hatte, wurde ihm bewußt, daß es etwas zu erledigen gab. Zunächst kam er nicht darauf, doch das beunruhigte ihn nicht. Er kam nie gleich darauf, aber es würde ihm einfallen: Wenn er sich nicht festbiß, sondern seinen Gedanken freien Lauf ließ, würde es ihm einfallen.

Zwei, drei Minuten lang wandelte er in einem Traum und nahm kaum etwas wahr. Sein Gang entlockte dem Regenmantel ein kurzes, donnerndes Flappen; seine großen Sportschuhe knarrten und knirschten im Gras des Kliffs. Unten zu seiner Linken lag der weite graue Strom des Wash unter dem düsteren Himmel des Weihnachtsnachmittags; zu seiner Rechten lagen die zusammengewürfelten Einfamilienhäuser an den offenen Feldwegen. Einige Paare waren unterwegs, frierend, mutlos, niedergebeugt von der hoffnungslosen Leere und Trübsal der Jahreszeit und der Stunde des Tages. Er kam an einem Schuppen vorbei, um den Kinder herumrannten und mit Spielzeugpistolen aufeinander feuerten. Da fiel ihm ein, ganz mühelos, was er zu erledigen hatte: Er mußte Netta Longdon töten.

Er würde sie töten und anschließend nach Maidenhead gehen, wo er glücklich wäre.

Daß es ihm eingefallen war, erleichterte ihn, denn nun konnte er sich alles genau zurechtlegen. Das tat er gern: Sich etwas zurechtzulegen war, wie sich eine Pfeife anzuzünden, etwas, das er in die Hand nehmen, das er in Angriff nehmen konnte.

Warum mußte er Netta töten? Weil es sich schon zu lange hinzog. Er mußte nach Maidenhead und wieder ruhig und zufrieden werden. Und warum Maidenhead? Weil er dort glücklich gewesen war mit seiner Schwester Ellen. Sie hatten dort zwei herrliche Wochen verbracht, und gut ein Jahr später war sie gestorben. Er würde wieder den Fluß hinunterfahren und dort Ruhe finden. Die Hauptstraße mochte er auch. Er würde nicht mehr trinken – oder nur hin und wieder ein Bier. Aber zunächst mußte er Netta töten.

Die Sache mit Netta zog sich schon zu lange hin. Wann sollte er sie töten? Bald, auf jeden Fall noch in diesem Jahr. Am besten sofort, sobald er wieder in London war – morgen, am zweiten Weihnachtstag, fuhr er zurück. Aber so etwas wollte gründlich geplant sein: Er hatte so viele Pläne, zu viele. Das Ganze war so unglaublich, lächerlich einfach. Deshalb war es so schwierig, den richtigen Plan zu fassen. Man mußte ihr nur von hinten den Schädel einschlagen. Man mußte sie nur auffordern, sich umzudrehen, weil man eine Überraschung für sie habe, und sie dann niederschlagen. Man mußte sie nur ans Fenster locken, damit sie sich unten etwas ansähe, und sie hinauswerfen. Man mußte ihr nur neckisch ein Tuch um den Hals schlingen, mit Hingabe daran herumnesteln und sie erdrosseln. Man mußte sie nur in der Badewanne überwältigen – die Beine nach oben halten und den Kopf nach unten drücken. Alles so einfach: alles so still. Allerdings würde sich die Polizei einmischen – »Fragen stellen« –, das mußte mit bedacht werden. Einmischung oder Fragen waren unerwünscht. Aber die Polizei würde ihn in Maidenhead natürlich auch nicht finden oder zumindest nicht belangen. Nein, da gab es überhaupt kein Problem: Es war »todsicher«, wie man so schön sagt. Dennoch mußte man es planen, und zwar jetzt. Es zog sich schon zu lange hin.

Wann also sollte es soweit sein? Morgen, am zweiten Weihnachtstag, sobald sie sich wiedersahen. Wenn er sie allein zu fassen bekam – warum nicht? Nein, irgend etwas stimmte damit nicht. Was? Was um alles in der Welt war es? … Ja, natürlich: die zehn Pfund. Seine Tante hatte ihm zehn Pfund gegeben. Heute morgen hatte sie ihm zu Weihnachten einen Scheck geschenkt. Er mußte warten, bis er das Geld ausgegeben hatte, mußte die zehn Pfund auskosten, bevor er Netta tötete. Das lag doch auf der Hand. Dann also vielleicht zu Neujahr – am ersten Januar? Eine gute Idee, das neue Jahr – 1939 – so zu beginnen. Das neue Jahr, der Jahreswechsel, da war auch der Frühling nicht mehr weit. Da wäre es wärmer, Maidenhead wäre wärmer. Er wollte nicht nach Maidenhead, wenn es so kalt war. Er wollte auf den Fluß. Dann mußte es bis zum Frühling warten. Es war noch zu kalt, um Netta zu töten. Das klang albern, aber es stimmte.

Oder war das bloß Zauderei? Schob er es schon wieder auf? Immer wieder schob er es auf. Irgendwie, unversehens, schien es ihm zu entfallen, und das Ganze zog sich schon zu lange hin. Vielleicht sollte er sich einen Ruck geben und sie noch in der kalten Jahreszeit töten. Vielleicht sollte er nicht mal warten, bis er die zehn Pfund ausgegeben hatte. Er hatte es schon so lange aufgeschoben, und wenn er so weitermachte, wurde es dann überhaupt noch mal was?

Inzwischen hatte er den städtischen Golfplatz erreicht, machte kehrt und ging auf demselben Weg zurück. Eine leichte Brise wehte ihm ins Gesicht und rauschte ihm in den Ohren, er blickte in die schwache Sonne, in den perlmuttglänzenden Himmel tief hinter der kargen kleinen Winterresidenz einer Tante, die ausgesorgt hatte. Seltsame Tanten, seltsames Hunstanton! Wie hielten sie es bloß aus? Er hatte drei Tage hinter sich, und er würde durchdrehen müssen, führe er nicht morgen zurück. Und doch meinte Tante Mary es gut, gab sich Mühe, ihrer Aufgabe als nächste Verwandte gerecht zu werden, »modern« zu sein, »mitzuhalten«, wie sie es nannte, und trotz ihrer fast siebzig Jahre so zu tun, als trinke sie gern Cocktails. Meine Güte, »Cocktails«, wenn sie wüßte! Aber sie meinte es gut. Beim Abendessen würde sie vergnügt sein, und später, wenn sie merkte, daß er nicht reden wollte, ihn in Ruhe in seinem Sessel Clarence Mulfords Hopalong Cassidy greift zum Colt lesen lassen. Aber natürlich würde er gar nicht lesen, sondern an Netta denken, sich zurechtlegen, wie und wann er sie töten würde.

Die Weihnachtskinder spielten noch immer mit ihren Weihnachtspistolen am Weihnachtsschuppen. Das feuchteGras glänzte im diffusen Licht des Nachmittags. Der kleine Pier ragte verlassen ins Meer hinaus, seine Silhouette hob sich zittrig vor den grauen Wellen ab, als friere er, gedenke aber, auszuharren, um Standhaftigkeit zu beweisen. Zur Linken ließ er die Jungenschule hinter sich und danach die Reihe von Pensionen mit ihren verrückten Namen; zur Rechten den Puttingkurs und die Tennisplätze. Doch keine Jungen, keine Gäste, keine Putter und keine Tennisspieler im Seebad seiner Tante am ersten Weihnachtstag.

Er wandte sich nach links, ging hinauf und fort vom Meer – dem Wash, in dem King John seine Juwelen verloren hatte – in die Straße mit der Doppelhaushälfte, in der (um acht vor dem elektrischen Kamin) das Abendbrot mit Napfkuchen und kaltem Truthahn auf ihn wartete.

2

Klick! …

Hallo, hallo – hier sind wir! Wir sind wieder da!

Er war im Bahnhof von Hunstanton, und es war wieder passiert. Klick, ratsch, plop – was auch immer –, und alles strömte wieder auf ihn ein!

Der Ton war urplötzlich wieder eingeschaltet; der strenge, trübe, unerklärliche Stummfilm war ganz und gar verschwunden, und alles um ihn her war hell, deutlich, lebhaft, klar, bunt und einleuchtend, während er um drei Uhr nachmittags am zweiten Weihnachtstag mit seinem Koffer den Bahnsteig des kleinen Küstenbahnhofs hinunterging.

Es war an der Bahnsteigsperre passiert, als er dem Mann seine Fahrkarte zum Knipsen gereicht hatte. Man hätte meinen können, das Klicken der Zange, mit der der Mann den Fahrschein knipste, sei der Klick in seinem Kopf gewesen, doch der hatte sich einen Sekundenbruchteil später ereignet – den Bruchteil eines Bruchteils einer Sekunde, denn der Mann hielt noch immer den Fahrschein, und er sah dem Mann noch immer in die grauen Augen, als er hörte, wie die Klappe in seinem Kopf hochfuhr und alles wieder auf ihn einströmte.

Es war, als platzte man nach langem, schwerem Schwimmen in stillen grünen Tiefen heraus an die frische Luft. Seine erste Wahrnehmung war das gewaltige, dauerhafte Zischen der Lok, die ihn nach London zurückbringen würde. Während er noch immer dem Mann in die grauen Augen blickte, hörte er dieses Geräusch. Er wußte nur zu gut, daß es schon die ganze Zeit dagewesen war – seit er den Bahnhof betreten hatte, während er die Fahrkarte kaufte und seinen Koffer zur Sperre trug. Doch erst jetzt, jetzt, da sein Gehirn wieder befreit war, drang es erstmals zu ihm durch, ebenso wie alle anderen Geräusche, die schon vorher dagewesen waren – das Rollen eines Gepäckwagens, das Klappern von Milchkannen, das Schlagen von Abteiltüren. Und das alles in dem kurzen Moment, da er dem Mann, der seine Fahrkarte knipste, in die Augen blickte. Vielleicht hatte er ihm vor lauter Erstaunen zu lange in die Augen geschaut. Vielleicht hatte der Mann nur seinen Blick aufgefangen und ihn angesehen, weil er sich unbewußt fragte, weshalb dieser Fahrgast nicht »in Gang kam«. Wie auch immer, er hatte sich nur für den Bruchteil einer Sekunde verraten, und nun ging er den Bahnsteig hinunter.

Was für einen Krach diese Lok machte! Doch er fand ihn berauschend. Jedes Mal erlebte er einige Augenblicke der Hochstimmung, wenn sein Gehirn »geblinzelt« hatte und er plötzlich wieder hören und sehen konnte. Nach dem ersten gewaltigen Ansturm von Geräuschen und Zusammenhängen – gleich der brausenden Klärung, wenn nach vierundzwanzig Stunden zwei schmalzige Wattebäuschchen aus beiden Ohren gezupft werden – hörte und sah er alles um ihn her mit schlichter gesteigerter Freude.

Und dann die Freude darüber, genau zu wissen, was er tat. Er wußte, wo er sich befand, und er wußte, was er tat. Es war der zweite Weihnachtstag, und er nahm den Zug zurück nach London. Er hatte die Weihnachtstage bei seiner Tante verbracht, die ihm zehn Pfund geschenkt hatte. Dies war ein Bahnhof – der Bahnhof von Hunstanton –, an dem er angekommen war. Bloß war er spätabends angekommen. Jetzt nahm er den Zug um 3.04 Uhr. Er mußte sich ein Dritte-Klasse-Abteil suchen. Die Lok stieß Dampf aus, wie Loks es immer tun, wohl tun müssen, bevor sie anfahren. Hier ein Gepäckträger, dessen Aufgabe darin bestand, das Gepäck zu tragen, und der dafür Trinkgeld bekam. Dort das Meer. Dies war ein Seebad an der Ostküste. Gut: Sein Kopf war wieder ganz klar.

Was also war kurz zuvor in seinem Kopf passiert – und in den vielen Stunden davor? Was? … Ach, einerlei jetzt. Es gab genügend Zeit, darüber nachzudenken, wenn er ein Abteil gefunden hatte. Er mußte ein leeres Abteil finden, damit er allein war. Wenn er Glück hatte, war er bis London allein, am zweiten Weihnachtstag sollten nicht allzu viele Menschen unterwegs sein.

Er ging zum Ende des Zuges vor und suchte sich ein leeres Abteil. Als er die Klinke drückte, hielt die Lok abrupt inne. Der Bahnhof schien in der jähen Stille zu wanken, und dann, wenige Augenblicke später, nahm sie ihre Aktivitäten gedämpfter, geradezu verstohlen wieder auf. Genau so, dachte er, passierte es in seinem Kopf – genauer gesagt, in seinem Kopf, wenn er anders tickte, falsch herum lief, vernebelt war, tot. Er tickte jetzt wieder richtig, und das Leben hatte ihn wieder.

Er legte den Koffer ins Gepäcknetz, öffnete ihn und stellte sich auf den Sitz, um nachzuschauen, ob er den gelb eingebundenen Hopalong Cassidy eingepackt hatte. Ja, er lag obenauf. Wunderbar, wie er Dinge tat, ohne zu wissen, was er tat. (Oder wußte er doch irgendwie, was er tat? Es hatte den Anschein.) Jedenfalls war Hopalong Cassidy da. Er ließ die Schlösser zuschnappen, setzte sich, warf sich den Mantel über die Knie, legte das Buch in den Schoß und sah aus dem Fenster.

Das Leben hatte ihn wieder. Das war gut. Doch wie still und trostlos es an diesem Ende der Welt war. Der Gepäckwagen wurde noch immer über den Anfang des Bahnsteigs gerollt: Zwei Träger riefen sich in der Ferne etwas zu; ein weiterer Träger rüttelte an allen Klinken und erreichte zu guter Letzt auch seine Tür, bevor er sich mit einer Reihe schwächer werdender Rüttler entfernte. Durch die Holzwände hörte er im übernächsten Abteil zwei Menschen sich miteinander unterhalten, und wenn er genau hinhorchte, hörte er durchs offene Fenster das rhythmische Schnurren des lehmgrauen Meeres, das er in rund hundert Metern Entfernung sehen konnte, hinter der asphaltierten Uferpromenade, die gleichsam zum Bahnhof zu gehören schien, so nah war sie. Keine Menschenseele am Strand. Kalt und still. Und das Meer schnurrte leise. Trist trist trist.

Er lauschte dem sanften Schnurren des Meeres und wartete darauf, daß der Zug anfuhr. Sein rotes Gesicht und die bierseligen Augen bekamen einen Ausdruck unschuldiger Leere und Trübnis.

3

Der Zug erschauerte ein, zwei Mal und glitt dann hinaus Richtung Heacham.

Er legte die Füße auf den Sitz gegenüber, lehnte sich bequem gegen das Fenster und sah müßig auf seine Schuhe. Beim Anblick der derben Rosetten im braunen Leder überfiel ihn jähe Verzweiflung – ein kurzer Krampf im Herzen, gefolgt von einem Schmerz. Zuerst konnte er ihn sich nicht erklären, doch bald fiel es ihm ein, und sein ganzes Elend hatte ihn wieder. Netta! Netta! …

Er hatte sie vergessen! … Ganze fünf Minuten: Während er den Bahnsteig hinunterging und ein Abteil suchte, sein Buch aus dem Koffer holte, aus dem Fenster sah und darauf wartete, daß der Zug anfuhr, waren seine Gedanken irgendwie von Netta abgelenkt gewesen! Gewiß ein Rekord! … Und dann hatte ihn der Anblick seiner Schuhe an sie erinnert. Weil das Muster auf seinen braunen Schuhen dasselbe war wie auf ihren neuen braunen Schuhen, die sie seit ungefähr einer Woche trug. Die Ähnlichkeit war ihm aufgefallen, als sie am Morgen nach der fürchterlichen Sauferei, bei der Mickey im Taxi bewußtlos geworden war, im Black Hart Gin Tonics tranken. Schöner Zustand, wenn man eine Frau so sehr liebt, daß der Anblick der eigenen Schuhe einem das Herz zerreißt! Die schlimme assoziative Macht körperlicher Liebe. Er nahm die Füße herunter, denn er wußte, er konnte seine Schuhe nicht mehr ansehen, ohne Gefahr zu laufen, daß ihr Anblick ihn schmerzte.

Fünf Minuten Schonzeit, eine Atempause – na, das war doch was, ein Fortschritt! Allerdings: Was war mit seinen »toten« Phasen? Dachte er in seinen »toten« Momenten an Netta? Oder schnitt ihn die seltsame Klappe, dieser Film, der sich auf sein Gehirn legte, gleichsam von Netta ab, von den Gedanken, die ihn Tag und Nacht heimsuchten? Vielleicht – vielleicht war es eine Art Betäubung, die sich die Natur ausgedacht hatte, damit er vor lauter Netta nicht bekloppt wurde. Aber wenn er nicht an Netta gedacht hatte, woran dann? Da fiel ihm ein: Genau das hatte er sich gefragt, als er den Bahnsteig hinuntergegangen war, und er hatte sich vorgenommen, darauf eine Antwort zu finden.

Nun, woran also hatte er gedacht, was ging in seinem Kopf vor, wenn die Klappe unten war? Was? Was? …

Es war sinnlos. Er hatte keine Ahnung. Nicht die geringste. Es war fürchterlich. Er mußte nachdenken. Er mußte richtig nachdenken. Aber was nützte es? Er erinnerte sich nie, also warum jetzt?

Wann hatte es überhaupt angefangen? Wie lange war er »weg« gewesen? Diesmal hatte es lange gedauert, ganz bestimmt. Es reichte weit in den gestrigen Tag hinein. Was wußte er noch von gestern, dem ersten Weihnachtstag? An das Mittagessen – das sogenannte »Weihnachtsmahl« – mit seiner Tante konnte er sich erinnern. Deutlich erinnerte er sich. Er sah das blitzsaubere Tischtuch vor sich, die ungewöhnlichen Weingläser, den Truthahn und die gefüllten Pasteten. Danach hatten sie Kaffee getrunken. Und dann hatte er angekündigt, er mache einen »Verdauungsspaziergang«, und seine Tante war ins Schlafzimmer hinaufgegangen, um sich hinzulegen. Im Flur hatte er seinen Regenmantel angezogen. Er konnte sich auch noch daran erinnern, wie er zum Meer hinunter und auf dem Kliff entlang Richtung Golfplatz gegangen war … Ah! Da haben wir es! Das war es. Es mußte passiert sein, während er auf dem Kliff spazierenging. Ja. Bestimmt. Er sah es vor sich. Beinahe hörte er sogar, wie es in seinem Kopf passierte, als er auf dem Kliff entlangging und aufs Meer hinaussah. Knack. Aber was dann? Was? … Nichts. Leere. Rein gar nichts. Nichts, bis er plötzlich »aufwachte«, vor etwa zehn Minuten im Bahnhof von Hunstanton – »aufwachte« und dem Mann, der seine Fahrkarte knipste, in die Augen sah und das beängstigende Zischen der Lok hörte.

Mein Gott, er war vierundzwanzig Stunden »weg« gewesen – von drei Uhr nachmittags am ersten bis drei Uhr am zweiten Weihnachtstag. Das war schrecklich. Er sollte etwas dagegen unternehmen. Er sollte einen Arzt aufsuchen oder etwas in der Art.

Woran hatte er die ganze Zeit gedacht, was hatte er getan? Genau: Was hatte er getan? Es war erschreckend, nicht zu wissen, was man vierundzwanzig Stunden lang gedacht oder getan hatte. Ein ganzer Tag des Lebens! Er sollte jetzt erschrocken sein, sich schrecken lassen. Doch es war in letzter Zeit so häufig passiert, daß es seinen Schrecken verloren hatte, und er hatte zu viele andere Sorgen. Er mußte über Netta nachdenken. Das war das Gute an Netta: Für andere Sorgen blieb wenig Raum.

Aber es war doch fürchterlich. Er sollte etwas dagegen unternehmen. Man stelle sich nur vor: herumzulaufen wie eine Maschine, ein Toter, eine andere Person, ein Mensch, der man gar nicht war, ganze vierundzwanzig Stunden am Stück! Und beim Aufwachen nicht die geringste Ahnung, was diese andere Person gedacht oder getan hatte. Er könnte sonst etwas angestellt haben. Er könnte sich zum Beispiel sinnlos betrunken haben. Er könnte sich geprügelt haben und in Schwierigkeiten geraten sein. Er könnte Freunde gewonnen oder sich Feinde gemacht haben, von denen er nichts wußte. Er könnte ein Mädchen aufgegabelt haben und nun mit ihr verabredet sein. Er könnte, aus einer verrückten Laune heraus, etwas aus einem Laden gestohlen haben. Er könnte gewalttätig geworden sein. Er könnte in aller Öffentlichkeit etwas Entsetzliches getan haben. Er könnte schließlich auch ein wahnsinniger Verbrecher sein. Er könnte seine Tante ermordet haben!

Andererseits war ziemlich klar, daß er kein wahnsinniger Verbrecher war und daß er nicht in eine Prügelei geraten war oder in aller Öffentlichkeit etwas Entsetzliches getan oder seine Tante ermordet hatte. Denn sonst hätte man ihn aufgehalten, und er säße jetzt nicht gemütlich im Dritte-Klasse-Wagen nach London. Und das galt auch für all die Male in jüngerer und fernerer Vergangenheit – für all die »toten« Momente, die er je gehabt hatte. Er war noch nie festgenommen worden, es hatte nie Anzeichen einer Prügelei gegeben, und keiner seiner Freunde oder Verwandten war ermordet worden!

Und seine Freunde und Verwandten (die seine »toten« oder »tumben« Momente gleichwohl bemerkten und ihn zuweilen damit aufzogen) hatten ihm nie vorgehalten, irgend etwas auch nur entfernt Unbotmäßiges angestellt zu haben, und kein Unbekannter hatte je behauptet, ihn zu kennen.

So deutete also alles darauf hin, daß er sich, wenn die Klappe unten war, wie ein völlig vernünftiger, wenn auch etwas schweigsamer Mensch benahm. Wie sollte er sonst zum Bahnhof gelangt sein? Wie sollte er sonst seinen Koffer gepackt und Hopalong Cassidy obenauf gelegt haben, damit er es im Zug herausnehmen konnte? Wie sollte er die Fahrkarte gekauft, gewußt haben, wohin er wollte? Nein, es bestand kein Grund zur Sorge. Er war das alles schon durchgegangen und hatte immer gewußt, daß kein Grund zur Sorge bestand.

Dennoch wünschte er inständig, sich daran erinnern zu können, was er getan und was er gedacht hatte.

4

In sanftem Einklang mit seinen Gedanken ratterte der Zug über das kalte, flache, weihnachtliche Bungalowland dieses Küstenabschnitts, verlangsamte seine Fahrt und machte einen ersten Halt in Heacham.

Ein Augenblick verhangener Stille, dann wurde die Tür seines Abteils rüde und respektlos aufgerissen, und eine fröstelnde Frau, die den Schmerz und die Ödnis des Norfolk-Winters mitzubringen schien, fiel in seinen zentral geheizten Gedankenraum ein.

Sie stammte offensichtlich aus der Dienstbotenklasse, und kaum war sie im Abteil, schob sie das Fenster herunter und fing an, sich wortreich mit einer Freundin auf dem Bahnsteig zu unterhalten, die sie zum Zug gebracht hatte. Die Frau auf dem Bahnsteig trug trotz der Kälte keinen Hut, dafür aber ein Haarnetz. Mit dumpfer Verzweiflung im Herzen sah er auf das Haarnetz. Noch als der Zug schon angefahren und die Frau verschwunden war, hatte er das Haarnetz vor Augen und fragte sich, warum ihm so elend war, warum er die Frau wegen dieses Haarnetzes verabscheute, warum ihn das dunkle Gefühl beschlich, daß sie seinen Unmut herausgefordert hatte.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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