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Warum flackert das Gaslicht zu später Stunde? Warum verschwinden Gegenstände und warum tauchen sie plötzlich wieder auf? Bella Manningham könnte wahnsinnig werden und fürchtet sich auch davor, denn schon ihre Mutter litt an einer Nervenkrankheit und musste in die Anstalt. Trifft sie dasselbe Schicksal? Da steht plötzlich ein Mann in ihrer Wohnung, der behauptet, sie vor ihrem Ehemann schützen zu wollen. Er sei ein pensionierter Scotland Yard-Kommisssar namens Rough und noch immer auf der Suche nach einem flüchtigen Mörder. Hier, an dieser Stelle in ihrem Zimmer, in diesem Sessel sei vor vielen Jahren eine alte Frau ermordet worden, aber der Mörder habe damals nicht gefunden, was er suchte, daher kehre er an den Ort des Schreckens zurück... Wer ist dieser Mann? Wer ist der Mörder? Wem darf sie trauen? Bella ist der Verzweiflung nahe. Und wieder flackert das Gaslicht. "Gaslicht" wurde 1943 unter dem Titel "Das Haus der Lady Alquist" von George Cukor verfilmt. In den Hauptrollen: Ingrid Bergman, Charles Boyer und Joseph Cotten. Das Theaterstück "Gaslicht" wurde 1938 uraufgeführt.
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Seitenzahl: 115
Veröffentlichungsjahr: 2014
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© 2014Gustav Kiepenheuer Bühnenvertriebs-GmbH
Schweinfurthstraße 60, 14195 Berlin
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ISBN978-3-7375-0056-2
Mrs. Bella Manningham
Mr. Jack Manningham
Rough
Elisabeth
Nancy
zwei Kriminalbeamte
ORT
London
ZEIT
Ende des vorigen Jahrhunderts
Uraufführung: 5. Dezember 1938, Richmond Theatre, London
Deutsche Erstaufführung: 27. November 1946, Theater in der Kaiserallee, Berlin
SCHAUPLATZ
Ein düsteres, unbehagliches Wohnzimmer im Stil der Viktorianischen Epoche im Hochparterre eines altmodisch-modrigen Hausesin einem einst eleganten, damals aber bereits heruntergekommenen Viertel von London.
Die Rückwand zeigt uns ein Doppelfenster mit schweren Plüschgardinen, Stores und Außenrolläden. Rechts daneben ein Schreibtisch mit Aufbau.
An der Seitenwand rechts steht hinten ein Büffet, weiter nach vorn befindet sich der zum Treppenhaus führende allgemeineAuftritt, zu beiden Seiten der Tür schwere Plüschportieren. Ganz vorn steht ein kleiner Schreibtisch mit Rollverschlussdeckelzum Abschließen. Er stammt wohl schon aus der ZeitWellingtons. In der linken Seitenwand führt hinten eine schmale, niedrige Tür in die Garderobe des Hausherrn. Die Mitte derWand nimmt der traditionelle Kamin ein, mit Kaminvorsatz und Schürhakenständer. Vor dem Kamin ein altertümlicher Sorgenstuhl, ein niedriges Tischchen, ein Taburett. Über dem Kaminein Spiegel.
In der Mitte des Zimmers ein Esstisch mit dunkler Plüschdecke und Visitenkartenschale.
Vorne links ein Sofa mit niedriger Lehne, schräg davor einNähtisch mit Nähkörbchen und ein Taburett.
Eine breite, gestickte Klingelschnur hängt neben der Eingangstür.Die Titelrolle des Stückes,"DasGaslicht",repräsentiert sich durch vier runde Milchglaskugeln, welche die Auerglühstrümpfe umhüllen. Diese sind jedoch nicht sichtbar, entsprechende Glühbirnen sorgen für den notwendigen Effekt. Eine dieser Gaslampen befindet sich draußen im Gang, die zweite über dem kleinenSchreibtisch an der rechten Wand, die zwei anderen rechts undlinks des Kamins. Unter den Glaskugeln hängen je zwei Messingkettchen, mittels derer diese Lampen ohne Zuhilfenahme von Zündhölzern angezündet und gelöscht werden können.(Selbstanzünder)
Es ist Herbst, die Stimmung des Raumes unheimlich beklemmend.
Das Zimmer liegt im Zwielicht. Draußen gelber Nebel. Das Feuerim Kamin ist am Verlöschen. Im Sorgensessel beim Kamin ruht der Herr des Hauses, Mr. Jack Manningham. Er scheint zu schlafen.Jack ist sehr gepflegt, seine Eleganz(Modeder Jahrhundertwende)ein wenig allzu betont. Er trägt Schnurrbart und schmale Bartkoteletten. In seinem Wesen liegt etwas Unergründliches, Raubtierhaftes, das ihn zugleich anziehend und abstoßend wirken lässt.Mit einschmeichelnder Liebenswürdigkeit wechselt brutaleKälte. Er ist etwa fünfundvierzig Jahre alt.
Mrs. Bella Manningham, seine Frau, sitzt vorn links auf dem kleinen Sofa bei einer Näharbeit. Vor nicht langer Zeit mag sie noch als Schönheit gegolten haben. Doch haben heimliche Sorgen,Mangel an Freude und frischer Luft in vielen schlaflosen Nächtenan ihr gezehrt. Ihr Teint ist durchsichtig. Tiefe bläuliche Ringe sind um ihre großen Augen und zeugen von Tränen und seelischer Qual. Ihr Benehmen hat etwas Scheues, als wagte sie kaum zu atmen. In vielem erinnert sie an ein verprügeltes Waisenkind, das man eingesperrt hat und das doch so gern mit anderen Kindern froh sein möchte. Sie ist etwa fünfunddreißigJahre alt. Beim Aufgehen des Vorhangs hört man von der Straße das sich von weitem nähernde Geklingel eines Waffelmannes und seinenmonotonen Ruf: "Waffeln... frische Waffeln..."
Bellahorcht auf. Sie scheint durch die Unterbrechung zugleich erfreut und beängstigt zu sein. Sie huscht zum Fenster und schaut hinaus. Dann zieht sie die Klingelschnur neben der Eingangstür, eilt zu ihrer Näharbeit zurück, versorgt sie im Nähkörbchen und entnimmt diesem ein Portemonnaie.
Es klopft. Die Köchin und Haushälterin Elisabeth tritt ein. Sie ist etwas älter als ihre Herrin, kräftig, resolut und gutartig.
Bellahat sich überzeugt, dass ihr Mann noch schläft, eilt zur Tür, erteilt flüsternd der Köchin ihren Auftrag und gibt ihr Geld. Elisabeth geht hinaus.
JACKhat inzwischen die Augen aufgetan, ohne jedoch seine Stellung zu verändern. Er fragt wie ein Vorgesetzter Was machst du, Bella?
BELLAzuckt zusammen Nichts, lieber Jack... Schlafe ruhig noch ein bisschen! Sie legt das Portemonnaie leise wieder in das Körbchen und geht zum Fenster.
JACKdie Augen wieder geschlossen Wieso nichts? - Komm näher!
BELLAnach kurzem Zaudern langsam zu Jack Ja, Lieber...?
JACK Was war das eben? Es war doch jemand an der Tür...?
BELLA Elisabeth... Sie soll uns etwas zum Tee holen. Der Waffelmann ist da... Man hört wieder das Klingeln. Hörst du? Er kommt so selten. Ich wollte dir eine kleine Überraschung bereiten... Entschuldige...
JACK Du brauchst dich deshalb nicht zu entschuldigen, Bella, ich habe dir keinen Vorwurf gemacht.
BELLAstreichelt zaghaft seine Hand Nein, lieber Jack.
JACKrichtet sich im Sessel auf und starrt in den Kamin Das Feuer geht aus. Willst du nicht läuten?
BELLAgeht folgsam zum Klingelzug. Dort zögert sie Um frische Kohlen aufzuschütten, Jack. Das kann ich selbst.
JACK Was soll das heißen!
BELLA Elisabeth ist unten beim Waffelmann.
JACK Sei so gut und läute!
BELLA Kohlen aufschütten ist ja keine schwierige Arbeit, das tue ich gern. will an ihm vorbei zum Kamin
JACKstreckt im Sitzen den Arm wie eine Barriere aus, so dass sie nicht vorbei kann Wenn Elisabeth unten ist, kannst du dem Mädchen läuten. Nicht wahr? Also läute!
BELLAgequält Das ist doch nicht nötig, Jack.
JACK Willst du nicht gehorchen?
BELLAgibt ungern nach, geht zur Klingel Aber -
JACKfeindselig Was glaubst du, wozu man Dienstboten hat?
Bella antwortet nicht.
JACK Antworte! Was meinst du, wozu Dienstboten da sind?
BELLAgedemütigt, leise, nur um ihn bei Laune zu halten Um uns zu bedienen.
JACK Richtig. Also warum willst du - ?
BELLA Ich finde, man sollte auf Dienstboten Rücksicht nehmen.
JACK Merkwürdige Begriffe. Du redest, als ob Arbeit eine Gefälligkeit sei. Meine Rücksicht auf Elisabeth beläuft sich im Jahr auf sechzehn Pfund bei voller Verpflegung und freiem Logis, und bei Nancy auf zehn Pfund. Wenn das nicht die höchste, zartfühlendste Rücksicht ist, weiß ich nicht, was du unter Rücksicht verstehst.
BELLAunsicher Vielleicht hast du recht.
JACK Nicht nur vielleicht, sondern bestimmt. Jede andere Auffassung zeugt von Gefühlsduselei, um nicht zu sagen: von Schwachsinn. dehnt sich Was ist für Wetter? Noch Nebel?
BELLA Es ist noch undurchsichtiger geworden. da Jack aufsteht Du willst doch bei dem scheußlichen Wetter nicht ausgehen?
JACK Wenn es nach dem Tee nicht schlimmer ist - Es klopft. Er sieht sie scharf an. Sie zögert. Er ruft: Herein!
NANCYdas Hausmädchen, kommt herein. Sie ist ein niedliches Ding, das sehr von seiner Schönheit eingenommen ist. Sie schaut hochmütig auf die noch immer zaudernde Bella und belustigt auf Jack. Patzig Mir war, als hätten Sie geläutet.
JACKzu Bella Nun, meine Liebe, willst du nicht sagen, warum du geläutet hast?
BELLAdie sich anscheinend geschworen hat, nie wieder einWort mit Nancy zu reden, scheu Wenn Sie vielleicht etwas Kohle aufschütten möchten?
Nancyguckt frech, dann geht sie lächelnd zum Kamin und schüttet Kohlen auf.
JACKsieht ihr zu und lächelt sie verstohlen an Zünden Sie auch das Gas an, Nancy. plaudert Schrecklich, wie früh es schon dunkel wird!
NANCY Ja, schrecklich, gnädiger Herr.
JACK Dieser Nebel! Einfach schauderhaft.
NANCY Schauderhaft, gnädiger Herr, nicht zum Aushalten. Zieht an den Messingkettchen der Gaskronen zu beiden Seiten des Kamins, dann geht sie zur dritten Gaskrone über dem Rollschreibtisch rechts. Sie fühlt, dass Jack ihr nachsieht, und genießt die Feindseligkeit Bellas.
JACK Sie sehen heute wieder einmal unverschämt hübsch aus, Nancy.
NANCY Weder hübsch noch unverschämt, gnädiger Herr...
JACK Wieder irgendwo ein Männerherz gebrochen?
NANCY Nicht dass ich wüsste, gnädiger Herr. Ich breche keine Herzen.
JACK Na, na! Man braucht Sie nur anzusehen, Nancy! Dieser rosige Teint - möchte bloß wissen, was für Schönheitsmittelchen Sie anwenden, um die angeborenen Gaben in das gebührende Licht zu rücken.
NANCYschnippisch Alles Natur, gnädiger Herr. Sie lässt dieGardinen herunter und zieht die dunklen Plüschvorhänge zu.
JACK Sie machen es jedenfalls sehr natürlich. Möchten Sie meiner Frau nicht vielleicht verraten, woher Sie Ihre Hautcreme beziehen?
NANCY Mit dem größten Vergnügen, gnädiger Herr.
JACK Damit sie endlich diese erschreckende Blässe los wird. Meinen Sie, dass das Zeug etwas nutzt?
NANCY Warum nicht, gnädiger Herr? Wünschen Sie sonst noch etwas?
JACK Nicht dass ich wüsste, Fräulein Nancy höchstens meinen Tee.
NANCY Kommt sogleich, gnädiger Herr. ab
BELLA Mich so zu erniedrigen... Jack! Wie kannst du - - -
JACK Das hast du dir selbst zuzuschreiben, mein Kind. Du bist die Hausfrau, also ist es deine Sache, Befehle zu erteilen. Wenn du dich dieser Aufgabe entziehst - tja...
BELLA Darum handelt es sich nicht, Jack.
JACK Worum handelt es sich denn, liebe Bella?
BELLAmit Zornestränen kämpfend Wie du mich vor dem Mädchen herabsetzt, vor dieser Person... Merkst du nicht, wie du mich demütigst? Als ob ich mich schminken und dazu auch noch um ihren Rat bitten würde. Wenn du mit ihr auf solche Weise -
JACK Ist doch dein System, Dienstboten als gleichberechtigt zu behandeln. Ich wollte dir bloß einmal zeigen, wie sich das ausnimmt. greift zur "Times", setzt sich wieder
BELLAfährt fort Wenn du mit ihr auf solche Weise redest, bestärkst du sie in den Unverschämtheiten, die sie sich gegen mich herausnimmt.
JACKZeitung lesend Was nimmt sie sich heraus?
BELLA Sie mokiert sich. Wenn sie mich sieht, lacht sie über mich.
JACK Über dich? Was ist das schon wieder für eine Wahnidee! Was sollte an dir zum Lachen reizen? Das bildest du dir nur ein, mein Kind. Solche Gedanken solltest du gar nicht aufkommen lassen; das grenzt fast an Verfolgungswahn. schaut wieder in die Zeitung
BELLAverzweifelt Ich sehe es, Jack, ich sehe es jeden und jeden Tag. Anfangs hat sie mich nur hinter meinem Rücken ausgelacht -
JACKscharf Hinter deinem Rücken - ich denke, du willst es gesehen haben. Hast du deine Augen hinten? Da siehst du, wie unklar - fast möchte ich sagen: wie verworren dein Denken schon ist. Du suchst hinter allem etwas. Lass das gefälligst, das passt mir nicht, schon lange nicht. zur Zeitung zurück
BELLAheftig Sie lacht mir ins Gesicht - ganz offen!
JACK Dann lache auch. wird auffallend nett Kannst du nicht mehr lachen, Bella? Vergnügt sein?
BELLAschwerer Seufzer Ach Jack... wie gern...
JACKblickt auf die Zeitung Ich hätte hier etwas für dich -wenn dich das nicht vergnügt macht, weiß ich nicht, was dir noch helfen kann. sieht sie verheißungsvoll an, schmunzelt Etwas Schönes...
BELLAinteressiert Ja? Was denn? - Bitte, sag doch!
JACK Nur wenn du hübsch brav hierher kommst.
BELLAnimmt auf einem Taburett neben ihm Platz Etwas Schönes? Steht es in der "Times"? Er nickt. Was denn? Ich bin so gespannt.
JACK Edwin Booth gastiert in London. In "Her Majesty's Theatre".
BELLA Das hab ich gelesen. Und? sieht ihn erwartungsvoll an
JACK Und? Was meinst du?
BELLA Du willst mit mir zum Edwin-Booth-Gastspiel...?
JACKein bejahendes Hmm.
BELLAblüht auf Du nimmst mich mit ins Theater?
JACK Wenn du Lust hast, liebes Kind.
BELLA Und ob ich Lust habe! Jack! Das ist mein größter Wunsch. Wann denn?
JACKsieht in die Zeitung Das Gastspiel ist nur auf drei Tage berechnet: heute, morgen, übermorgen.
BELLAschaut mit in die Zeitung Um wie viel Uhr fängt es denn an? Was gibt es für Stücke? Ach, ich bin ja so glücklich!
JACK Möchtest du ihn lieber in einem Lustspiel sehen oder in etwas Ernstem?
BELLA Wie du willst, Lieber. Wenn ich nur mit dir ins Theater kann.
JACK Du darfst dir aussuchen: Trauerspiel oder Lustspiel.
BELLAblickt in die Zeitung Eines so schön wie das andere. liest Heute "Kean" - wollen wir in "Kean"?
JACKblickt auf die Uhr Dafür ist es zu spät, ich habe auch heute keine Zeit. liest Morgen "Tartuffe" und "Der eingebildete Kranke".
BELLA Übermorgen "Hamlet".
JACK Das wäre ein Trauerspiel. Also: wofür entscheidest du dich? Lachen oder Weinen?
BELLA Lachen, lachen, einmal wieder lachen, Jack! Du bist ja so lieb, ich könnte lachen und weinen vor lauter Freude, dass du wieder gut zu mir bist. weinend und lachend vor Glück Wie bist du nur plötzlich auf die Idee gekommen?
JACK Ich dachte mir, es würde dir gut tun, auf einige Stunden aus dem gewohnten Einerlei herauszukommen.
BELLAatmet auf Oh, wie gut mir das tut, Jack. Mehr brauche ich nicht. Nichts als ein bisschen Freundlichkeit, etwas Zärtlichkeit, ein paar neue Eindrücke hier und da. Du wirst sehen, wie es gleich besser geht mit mir!
JACK Das will ich hoffen, mein liebes Kind.
BELLA In der letzten Zeit - nicht wahr - war es doch schon bedeutend besser...?
JACK In den allerletzten Tagen. Deswegen wollte ich dir ja auch eine kleine Freude bereiten und dich mit ins Theater nehmen.
BELLA Und weißt du, wieso es besser geht? Weil du lieb zu mir bist. Wie du vorgestern Abend zu Hause geblieben bist, wie wir zusammen gegessen und Karten gespielt haben, war ich so glücklich, ich fühlte mich so gesund und stark wie als junges Mädchen. Und gestern Abend - Jack, du mein lieber Jack -, wie du mir Longfellow vorgelesen hast... diese Behaglichkeit am Feuer... du warst so gut und warst ganz mein... alle Liebe von einst kam über uns. Ich habe die Nacht so tief und ruhig geschlafen wie als Kind.
JACK Das kommt von der Medizin, die ich dir gegeben habe.
BELLA Nein, das ist deine Liebe, sonst fehlt mir ja nichts. Nichts, als dass du dich mir widmest, mein Mann bist. Wenn ich dich bei mir habe, wenn ich dich fühle und merke, du willst mir eine Freude machen - dann brauche ich keine Medizin, Jack.
JACKmisstrauischaufhorchend Hast du sie nicht genommen?
