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Harrys Geschichten zeigen das Leben von Harry, einem Holzfäller welcher in einer kleinen Stadt lebt, ebenso einkaufen geht wie jeder andere, aber auch immer wieder mordet. Dabei kennt er keine Skrupel. Er liebt es zu sehen, wie manch einer um sein Leben bettelt. Nützen tut es demjenigen nichts, aber für Harry ist es immer wieder eine Genugtuung. Wer es liebt, einem Serienkiller bei seinem Tun zu begleiten, der ist mit Harry gut bedient.
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Seitenzahl: 17
Veröffentlichungsjahr: 2016
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Vincent de Goya
Harrys Geschichten
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Der 13. Oktober 2014
Impressum neobooks
Harrys Geschichten – Heft 1
Es war ein nasskalter Morgen. Die Zeitung lag wieder einmal völlig durchnässt auf den Stufen seines Hauses. Oh, wie verachtete Harry diesen kleinen Mistkerl von Zeitungsjungen, der aus reiner Bequemlichkeit die Zeitung von seinem Fahrrad in Richtung Hauseingang warf. Oft schon hatte er ihn dabei beobachtet, wie er von Haus zu Haus fuhr und seine Lieferung austrug.
Heute jedoch war Harry anderweitig beschäftigt. So kam es, dass er nicht wie geplant den Jungen abpasste, sondern sich stattdessen in seiner Garage aufhielt. Diese lag weit abgelegen von der Straße am hinteren Ende seines Grundstücks. Vor ihr parkte wie immer sein marineblauer 72er Chevy Nova, ein Erbstück seines Vaters. Gott, wie liebte er diesen Wagen, in dem er manch gute Stunde verbracht hatte.
Ein Blick zur Uhr verriet Harry, dass es bereits kurz vor halb acht war. Der Kofferraum stand offen und er lud sein Werkzeug für die heutige Arbeit ein. Harry war Holzfäller und arbeitete oben am Lake Paso. Er verachtete diese Arbeit zutiefst, jedoch nutzte er sie, um seinen Trieb auszuleben. Er war ein Beobachter, studierte die Leute. So schrieb er sich akribisch auf, wer wann was wo und wie tat. Dieser Trieb ging sogar so weit, dass er in seinem Notizbuch festhielt, wer sich mit wem wann unterhielt, wer wann Pause machte, ja sogar, wer zur Toilette ging. Die anderen, die diesen Tick längst bemerkt hatten, hielten Harry für einen Spinner, einen Sonderling und so blieb er fast immer für sich, was ihn weniger störte. Im Gegenteil, half es doch dabei, seinen Trieb noch viel präziser umsetzen zu können, ohne je gestört zu werden.
