Heiß und hemmungslos - Kit Mason - E-Book

Heiß und hemmungslos E-Book

Kit Mason

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Beschreibung

Erotische Sehnsüchte Eine mysteriöse junge Frau arbeitet in einem holländischen Hotel. Nachdem sie mit einem frisch verheirateten Gast lustvolle Stunden verbracht hat, nimmt sie ihr Glück endlich selbst in die Hand. Eine andere Frau reist nach Japan zu einer Internetbekanntschaft. Doch als sich diese unter Palmen als Niete herausstellt, vergnügt sie sich lieber mit den Perlentaucherinnen und ihren Geheimnissen. Kit Mason führt uns mit ihren Erzählungen in ein Kaleidoskop verbotener Lüste.

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EPUB

Seitenzahl: 385

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Kit Mason

Heiß und hemmungslos

Erotische Geschichten

Aus dem Englischen von Ulrike Thiesmeyer

Ihr Verlagsname

Über dieses Buch

Erotische Sehnsüchte

 

Eine mysteriöse junge Frau arbeitet in einem holländischen Hotel. Nachdem sie mit einem frisch verheirateten Gast lustvolle Stunden verbracht hat, nimmt sie ihr Glück endlich selbst in die Hand. Eine andere Frau reist nach Japan zu einer Internetbekanntschaft. Doch als sich diese unter Palmen als Niete herausstellt, vergnügt sie sich lieber mit den Perlentaucherinnen und ihren Geheimnissen. Kit Mason führt uns mit ihren Erzählungen in ein Kaleidoskop verbotener Lüste.

Über Kit Mason

Kit Mason veröffentlichte diese erotischen Geschichten erstmals 2002. Der Originaltitel lautet «A Multitude of Sins».

Inhaltsübersicht

Das englische HotelSchönes GeschöpfDie PuppenspielerinEin Tag auf der RennbahnDie Königin von BrightonEin schnell geklärter FallDas Frauen-PorträtGier ist gutMad about the boyDie PerlensammlerinRegen auf der ZungeEin echt edler Regenmantel

Das englische Hotel

Ich bin nicht wie alle anderen. Auch wenn ich inzwischen schon eine alte Dame bin (wie seltsam!), trennen mich Welten von all diesen Frauen meiner Generation, die sich mit Klatsch und Tratsch und Konditoreitüten voll süßem Sahnekuchen begnügen. Mit ihren Gärten und Enkelkindern würden sie meine Moralvorstellungen wohl als schief und missraten verwerfen. Genauso verkorkst, wie es die Stickerei war, mit der ich mich zu Schulzeiten, über mein Pult gebeugt, abmühte, während meine Gedanken in andere Welten abschweiften. Heute trage ich eine oberflächliche Würde zur Schau wie ein schlecht geschneidertes Kostüm, gerade überzeugend genug, um kein unliebsames Aufsehen zu erregen.

Mag sein, dass ich nicht nach denselben Regeln lebe wie alle anderen, aber dafür habe ich meine Erinnerungen, an denen ich mich heute erfreue. Ich krame sie hervor wie Edelsteine und begutachte sie, und wenn ich sie ein wenig umherdrehe, funkeln sie bunt und voller Leben. Bis heute stehen mir diese Zeiten so deutlich vor Augen, als würde sich all das Erlebte immer noch an einem nicht allzu fernen Ort zutragen. So als könnte ich bei einem Blick durchs Teleskop mich selbst mit einundzwanzig Jahren sehen, wie ich meiner Arbeit nachgehe.

Was mir gerade in den Sinn kommt, ist das Hotel, das einem luxuriösen Ozeandampfer ähnelte, der sich an Land verirrt hatte und durch Amsterdam gepflügt war, bis er schließlich mit einem gewaltigen Rums Halt machte, gestrandet direkt am hektischen Leidseplein. Vor dem Krieg herrschte dort reibungsloser Hochbetrieb, um den Reichen innerhalb seiner vier Wände allen Komfort des Westens zu bieten. Kaufleute, Diamantenhändler, Gewinnler des Ersten Weltkriegs, Geschäftsleute und Abenteurer strömten in Scharen in das Hotel, um sich nach Strich und Faden verwöhnen zu lassen. Wohlhabende Engländer stiegen bevorzugt dort ab, wenn sie auf Reisen in Holland waren – und annektierten so, in den Fußstapfen ihrer Vorfahren, ein weiteres Stück Erde. Deshalb war es allgemein bekannt als «das englische Hotel».

 

Ich musste England rasch verlassen. Der Mann, der mich für seine Scheidung engagiert hatte, hatte es ebenfalls eilig, mich los zu sein, und besorgte mir dort über Beziehungen umgehend eine Stelle als Zimmermädchen. Denn englische Mädchen waren in dieser kleinen Enklave sehr gefragt. Wenn man, wie ich, darauf brannte, seinen gesellschaftlichen Stand zu verbessern, war Zimmermädchen natürlich nicht unbedingt ein Traumberuf. Aber es war eine schnelle, billige Lösung – besonders für ihn.

Die Hausdame des Hotels sprach meinen Namen mit ihrem harten holländischen Akzent als Emerli aus (in Wahrheit heiße ich Emily, mein Nachname allerdings war falsch). Sie hatte die Aufgabe, uns Mädchen um fünf Uhr in der Früh, noch schlaftrunken, aus den Federn zu scheuchen und uns auf Zack zu halten. Bald schon witterte sie bei mir eine aufsässige Ader und gab mir den nachdrücklichen Rat, nie zu vergessen, wohin ich eigentlich gehörte. Hielt sie mich denn für dämlich? Konnte ich etwa übersehen, wie wenig die Angehörigen der oberen Klassen ihre Stellung verdienten? Dachte sie etwa, ich könnte die billigen, abgetretenen Linoleumböden in den Unterkünften der Zimmermädchen nicht von den dunkelroten, flauschigen Teppichen in den Hotelzimmern unterscheiden? Ich wusste, wohin ich gehörte, das ja, aber das hieß lange noch nicht, dass ich damit auch zufrieden war.

 

Vielleicht war es also Hurerei. Wer weiß, wen kümmert’s? Gewiss nicht die Männer, die mir die Gulden in die Schürze stopften. Und mich auch nicht. Damals war Sexualität bei Frauen verpönt, aber meine Libido hatte viel gemein mit einem unstillbaren Hunger. Sie verlangte unentwegt nach seltsamen und aufregenden Aromen – süß und scharf, oder sauer und würzig, nach eigenartigen, unerhörten Sorten Fleisch mit dicken Saucen und weichen, exotischen Gemüsearten, die aussahen, als wären sie tief unten auf dem Meeresboden gewachsen.

Ich erwarb mir den Ruf, im Umgang mit den anderen Mädchen kalt und abweisend zu sein; denn es war leichter, allein zu arbeiten. Nach der unangenehmen und demütigenden Aufgabe des Wäschesortierens wurden wir in die Zimmer der Gäste geschickt, während diese, je nach Tageszeit, beim Frühstück saßen oder das Hotel verlassen hatten, um durch die Stadt zu bummeln oder einzukaufen.

 

Das erste Mal geschah es etwa eine Woche nach meiner Ankunft im Hotel. Ich war gereizter Stimmung über mein Schicksal und die Umstände. Der alte Mann frühstückte im Bett und empfing mich im Pyjama, als ich nach leisem Pochen an seine Zimmertür eintrat. Prompt lud er mich ein, sein Frühstück zu teilen. Er bestrich eins der wunderbar weichen Brötchen dick mit Butter und hielt es mir dann direkt vor die gierigen Lippen. Beim Anblick meiner schwarzen Locken, die sich unter dem Spitzenhäubchen hervorkringelten, zitterte er ein wenig und klopfte neben sich auf das Bett.

«Komm und setz dich zu mir, braves Mädchen.»

Er zitterte, weil er glaubte, etwas Verbotenes zu tun. Allerdings konnte er nicht ahnen, dass mein Verlangen wahrscheinlich sogar größer war als seines, also spielte ich ihm die verführte Unschuld vor.

«Ich habe noch Hunger», jammerte ich. Was der Wahrheit entsprach. Den dicken Haferschleim, der uns jeden Morgen in aller Herrgottsfrühe vorgesetzt wurde, bekam ich nur mit Widerwillen herunter.

Ich setzte mich auf seinen Schoß – die Laken schufen einen Anschein von Distanz zwischen uns – und machte mich über sein Frühstück her. Die Wurst war angenehm pfeffrig, und der dicke schwarze Kaffee schmeckte himmlisch. Beim Essen konnte ich unter dem dünnen Laken seine Hand spüren, die sich an meine Muschi legte, die als Reaktion auf seine rastlosen Finger sogleich anschwoll. Sein backenbärtiges Gesicht war rot erhitzt, und seine wachsamen braunen Augen huschten umher, zugleich beschämt und aufgeregt.

«Sitzt du auch bequem, meine Liebe?» Seine Stimme krächzte ein wenig. «Sonst rück ein wenig höher.»

Ich zuckte die Achseln und rutschte auf seinem Schoß etwas höher, wo ich die Härte spüren konnte, die sich von unten an meine Beine drückte. Sein Atem ging laut und pfeifend, als ich auf seinem Schwanz herumhopste, so als suchte ich eine bequeme Stelle zum Sitzen.

«Ich spüre etwas Hartes unter mir», bemerkte ich ganz unschuldig und gab mir Mühe, ernst zu bleiben.

«Ja, das ist mein Stab.» Sein Stab! «Es würde mich sehr freuen, wenn du ihn anfassen könntest. Oder fürchtest du dich vielleicht ein klein wenig, etwas so Besonderes anzufassen?» Er sah mich eindringlich an, denn nun kam er seinem Ziel näher.

«O nein, Sir, ich fürchte mich nie!», rief ich beherzt, wie ein Pfadfindermädel des britischen Empire.

Der schwarze Rock meiner Arbeitskleidung bauschte sich um mich, als ich von ihm herunterglitt und meine Hand unter die Bettdecke schob. Sein Schwanz ragte aus dem Hosenstall seines Pyjamas, und ich berührte ihn sanft.

«So ungefähr?», fragte ich schelmisch.

«Fass ihn richtig an, meine Liebe», stöhnte er. «Sei nicht zaghaft.»

Womöglich schwante ihm, dass ich nicht ganz so unerfahren war, wie ich vorgegeben hatte, als ich seinen Schwanz fachkundig zwischen Daumen und Zeigefinger nahm und daran auf und ab fuhr. Ich liebe den versunkenen Ausdruck von Wonne, den Sex auf Gesichter zaubert. Also hatte ich es nicht eilig und ließ ihn derweil meine Brüste unter der gestärkten Schürze betatschen. Er keuchte und stöhnte, dann entlud er sich endlich, und der Strahl schoss mir auf den Rock.

Nachdem er mir den Rock mit einem Handtuch sauber getupft hatte, drückte er mir einen nicht unbeachtlichen Betrag Gulden in die Hand. So fing es an. Doch ich hatte keinerlei Ähnlichkeit mit jenen armen Geschöpfen, die sich am alten Hafen herumdrückten, ebenso wenig wie Marie-Antoinette einer echten Schäferin ähnelte. Meine beiden Leidenschaften, Sex und Geld, gingen fortan eine glänzende Verbindung ein. Scham – dieses Herrschaftsinstrument über Frauen und die Armen – kam mir nicht in den Sinn, und ich versäumte es nie, zur Messe zu gehen. Beim Beichten lief ich zu kreativer Hochform auf. Was hatte ich nicht alles zu erzählen! Meine Abenteuer dürften für den Priester eine willkommene Abwechslung gewesen sein, verglichen mit den Litaneien über nachbarschaftliche Eifersüchteleien und pubertäre Bettlakenbefleckung, die er sonst tagein, tagaus zu hören bekam.

 

Nur eines bedauerte ich, wenn man es so nennen kann, dass ich nämlich bei dieser ersten Begegnung nicht auf meine Kosten kam, und ich gelobte mir, nie wieder unbefriedigt von dannen zu ziehen. Am Abend jenes Tages ließ ich mir ein schönes Bad ein, wischte den Dampf vom Spiegel und stellte mich, feucht und nackt, davor. Ich bewunderte die Form meiner kleinen, festen Brüste und spreizte mit den Fingern einer Hand mein Geschlecht. Der dunkel gelockte Busch teilte sich weich und brachte den Schlitz darunter zum Vorschein. Mit der anderen Hand koste und spielte ich an mir herum, liebte mich hemmungslos. Als ich in den Spiegel schaute, ging mein Atem noch schneller. Dass Männer ihre Schwänze für wertvoller halten konnten als das, was ich zwischen den Beinen hatte, erstaunte mich. Es wirkte so groß und glänzend im Spiegel, während ich liebevoll die durchbluteten Falten streichelte und zauste, meine Finger um die kleine Lustknospe tanzen ließ. Das leise schmatzende Geräusch, das meine reibenden Finger verursachten, dröhnte mir in den Ohren. Ich spürte den Höhepunkt näher kommen und dann seine Pfeile in meinem Körper abschießen. Sekunden später hämmerte eine lästige Kollegin von außen an die Tür und fragte schnippisch, ob ich vorhätte, das Bad die ganze Nacht zu blockieren …

 

Ich wurde also zu einer weiteren Attraktion in diesem Palast der Wünsche – gehörte ebenso zum Luxus des Hauses wie das erlesene Tafelsilber, der Kaffeeduft in der prachtvollen Eingangshalle und die schweren Getränke in den dickwandigen Flaschen hinter der Bar. Die Zeiten waren hart, es wurde viel von Krieg gemunkelt, aber noch ging es vielen gut. Die Männer, ob auf Geschäftsreise oder rein privat unterwegs, erkannten in meiner zugänglichen Art gleich die sich bietende Gelegenheit. Sie schmausten an meiner Tafel, nicht selten, während ihre Ehefrauen auf Einkaufsbummel waren, und sangen ein Loblied auf die Depression, weil sie alles so billig machte.

Sie schoben mir die Unterröcke hoch bis übers Gesicht und stießen ihre runzligen alten Schwänze in meine saftige, lebhafte kleine Muschi. Sie spielten an meinen allerliebsten, rosenknospigen Brustwarzen und keuchten: «Halt sie hoch, lass mich dran lutschen.» Meinen Sie, den Trick mit der Zigarre hätte dieser Präsident erfunden? Das war eine meiner Lieblingsnummern! Gerne stellte ich mir vor, wie die Männer sie später im Restaurant ansteckten und meine Säfte den beißenden Rauch noch pikanter machten.

Immer aber blieb mir jene erste Lektion unvergesslich, und ich achtete darauf, dass mein Vergnügen an erster Stelle kam. Oft kauerte ich rittlings über ihren bärtigen Gesichtern. «Streck deine Zunge raus», befahl ich, denn in solchen Momenten galt die sonstige Gesellschaftsordnung nicht. «Leck den Pfirsich schön sauber.» Das Alter spielte für mich keine Rolle, aber die älteren Herren waren mir im Allgemeinen lieber. Sie waren bedächtiger und dankbarer, und meine Arbeitskluft schien in ihnen Erinnerungen an ferne Jugendzeiten wachzurufen, als die Dienstmädchen in den Landhäusern heimliche Begierden in ihnen weckten.

Ein alter Schatz, der mir gestand, sein Vermögen hauptsächlich durch Betrug ergaunert zu haben, wusch mich für sein Leben gern. Zuerst dachte ich, aus Abscheu davor, mit dem Schmutz der Unterschicht in Berührung zu kommen. Aber nein, es war der Akt des Waschens selbst, der es ihm angetan hatte. Es bereitete ihm Vergnügen, mir die dunklen Schamhaare einzuseifen und dann zu beobachten, wie der Schaum hinaustropfte, wie das Rot meiner Schamlippen aus dem cremigen Schaum herauslugte. Schließlich überredete er mich dazu, mich von diesen Locken zu trennen. Mit seinem Rasierpinsel seifte er mich ausgiebig ein und ging dann mit seinem Furcht einflößenden Rasiermesser fachkundig zu Werke, bis mein Flaum restlos entfernt war. Hingerissen streichelte und befühlte er mich, bis ich, fast wahnsinnig vor Erregung, ihm den Hosenschlitz aufknöpfte und mich über ihn kauerte, wo ich seinen langen, dünnen Schwanz bestieg und darauf achtete, dass er meine neue Blöße stets gut sehen konnte. Ich war über meine nackte kleine Muschi ebenso entzückt wie er, und nachts betrachtete ich sie immer wieder verstohlen unter der Bettdecke. Doch als das Haar nachwuchs, fühlte es sich kratzig und unbehaglich an, und so entschied ich, dass manche Liebhabereien gezügelt werden mussten.

Ehe ich ihre Zimmer verließ, reinigte ich meist noch flüchtig das Waschbecken oder wischte über den Spiegel. Im Hinausgehen aber pflegte ich beiläufig anzumerken, das Zimmer sollte besser picobello sein, da mich die Hausdame sonst vor die Tür setzen würde. Dank ihrer Lehrjahre im Internat hatten sie die Zimmer dann meist in kürzester Zeit auf Hochglanz gebracht.

 

Aus Langeweile wurde ich leichtsinnig. Ich war im Hotel ähnlich eingesperrt wie eine Nonne im Kloster. Die Sonne bekam ich nur von innen zu Gesicht, wenn sie durch buntes Fensterglas hereinfiel. Bald übernahm auch ich die traditionelle Ausreißer-Methode, indem ich nachts Kissen unter meine Bettdecke stopfte, sodass sie ein Ebenbild meiner schlafenden Gestalt formten. Ich huschte durch die dunkle, summende Küche und entkam durch ein Fenster, oder durch den Seiteneingang – geschmeidig wie ein Aal. Und Aal verspeiste ich auch später, mit Zwiebeln, hinuntergespült mit beißendem Gin, oder Genever, wie er hier hieß, den man aus dickwandigen Gläsern trank. Sehr bald erwischte mich der Küchenportier. Aber ich ertappte ihn ebenfalls, wie er sich gierig an einer Rinderkeule zu schaffen machte. Durch die wechselseitige Entdeckung wurden wir zu Komplizen. Von Stund an gingen wir ungestört der Befriedigung unserer unterschiedlichen Bedürfnisse nach.

In gewisser Weise war ich ebenso verfressen wie der Küchenportier, und die feine internationale Hotelkost, gegrillten Fisch und Herzoginnenkartoffeln, war ich leid. Ich wollte Aromen, die mir den Gaumen versengten. So ließ ich mir auf dem Leidseplein in den dunklen, einladenden Cafés, in denen sich Künstler und Dichter um Tische mit dicken Brokatdeckchen versammelten, Teller mit salzigem Hering schmecken. Auf meinen einsamen, meist ungestörten Streifzügen lutschte ich würzige Lakritzpastillen, die ich mir an Marktständen gekauft hatte. Erlebnishungrig wie ich war, nahm ich den Rauch, das Gedränge und die Musik – die aus Kneipen drang oder aus wie Lampions quer über die Straße gespannten Lautsprechern – in mich auf wie eine dringend benötigte Bluttransfusion.

Ich verliebte mich in diese Stadt voll Wasser und spiegelnden Lichtern, mit ihren Grachten, auf denen Hausboote und Dampfer dahinglitten, durch deren Bullaugen behagliche Lämpchen blinkten. Am meisten aber fesselte mich die salzige Atmosphäre von Zeedijk, der zwielichtigen Altstadt von Amsterdam, wo ich in den Nachtclubs saß, einen Genever in der Hand, und das hektische Treiben bestaunte: Männer mit funkelnden Diademen, Frauen mit tiefen Stimmen in der Kleidung ihrer Väter und Brüder, es war unglaublich glamourös.

 

Kriegsdonner lag in der Luft, weshalb auch die Zahl der Gäste im Hotel merklich zurückging. Umso mehr erregte die Ankunft eines neuen Ehepaares aus England meine Aufmerksamkeit, als ich gerade missmutig die abgewetzten Messinglampen in der Eingangshalle polierte. Mrs. Edmondson wäre mir so oder so aufgefallen – wie ähnlich sie mir sah! Bis auf den Umstand natürlich, dass ihre dunklen Locken modisch gewellt waren und ihre schlanke Gestalt in teuren Tweed gehüllt und mit Perlen behängt war.

Mr. Edmondson, merklich älter als seine Frau, hatte hohe, elegante Wangenknochen und einen äußerst feschen Schnauzbart. Er eröffnete mir bald, dass er mit einem anderen meiner Herren bekannt sei, der mich, wie ich mich entsann, immer vorzüglich bedient hatte. Auf die Weise entfielen zeitraubende Annäherungsschwierigkeiten, und bei der ersten sich bietenden Gelegenheit, als seine Frau eine Stadtbesichtigung unternahm, überraschte er mich, als ich gerade sein Bad putzte, indem er mir von hinten sein Gemächt in die Falten meiner verhassten Arbeitskleidung drückte.

«Wie schmal deine Taille ist!», bemerkte er, als er sie mit zitternden Händen umfasste. Seine Finger tasteten sich an meinen Beinen hoch, um oben an meine Strümpfe zu gelangen, und er fiel auf die Knie.

«Zeig mir deinen runden, kleinen Po», bettelte er.

Folgsam hob ich meine Röcke hoch, und er zog meine voluminöse Hemdhose herunter. Nunmehr nackt bis auf die Strumpfhalter, die sich stramm über meinen Hintern zogen, beugte ich mich über die Wanne, damit er den Anblick ungehindert genießen konnte. Er stöhnte und rückte herum, während er zärtlich meine rosigen Backen betastete und schließlich teilte, um den geheimen Mund dazwischen zum Vorschein zu bringen. Dann, o Wonne!, fühlte ich seinen schweren Atem zwischen den Beinen, als sein Schnurrbart sich kitzelnd an mein Geschlecht legte. Seine Zunge schleckte über mich, und nun war es an mir, lustvoll aufzustöhnen.

Meine Begierde wuchs noch, da das, was ich hier nahm, ihr gehörte, und ich schob ihm meinen cremigen Schlitz weiter an den Mund. Während er leckte, murmelte er voller Leidenschaft an meiner Fotze: «Mein schönes Blümchen», und «Dreckige Schlampe». Er ließ mich auf der Kante der großen Emaillebadewanne Platz nehmen, fummelte erst ein wenig herum und holte dann mit großer Geste, wie ein Zauberer, der ein Kaninchen aus dem Hut zieht, seinen Schwanz aus der Hose hervor.

«Küss mich», flehte er. Und daraus, wie er mir seinen dick geäderten Schwanz auf der Handfläche entgegenhielt, schloss ich, dass er damit nicht meinte: auf den Mund.

Ich knabberte an seiner Eichel, leckte ihm mit der Zunge am Kolben hoch und tastete derweil eifrig mit den Fingern nach mehr – es drängte mich, seine kräftigen Beine zu fühlen, seinen behaarten Hintern, ich wollte seine festen Eier in die Hand nehmen. Hastig schälte er sich aus der übrigen Kleidung – er hatte die untersetzte Statur eines Boxers – und fing an, ungestüm an den Knöpfen meines Kleides herumzureißen.

«Vorsichtig», rief ich, «die Hausdame denkt sonst noch, ich wäre in eine Straßenschlägerei geraten.»

Ich entblätterte mich für ihn, Schicht für Schicht, bis er seine kurz geschnittenen Locken zwischen meinen Brüsten reiben konnte. Begierig darauf, seinen samtigen Schwanz in mir zu spüren, spreizte ich, nur mit meinen Strümpfen bekleidet, die Beine. Liebevoll führte er seinen Schwanz an meine erwartungsvolle Fotze und begann zu pumpen, mit dem leise schmatzenden Geräusch, das den Geschlechtsakt zu begleiten pflegt. Während er sich laut stöhnend in mich stieß, dachte ich daran, wie er es wohl mit ihr treiben würde: wie er sie mitten in der Nacht besteigen, seinen schweren Schwanz förmlich in ihren kleinen Schlitz schmuggeln musste. Hatte sie auch Spaß daran? Keuchte sie laut, während ihr Höhepunkt sich sammelte und vollendete, seine aufgestauten Wellen durch ihren Körper entlud?

 

Später am Abend, ich musste irgendeine niedere Tätigkeit verrichten, sah ich sie im Restaurant und beobachtete sie heimlich durch die Küchendurchreiche. Sie trug die neueste Lippenstiftfarbe, und in ihrem glänzenden Haar funkelte irgendein Diamantschmuck. Ihre schokoladenbraunen Augen schienen mir zu folgen, als ich durch die offene Tür des Restaurants ging. Ich brodelte vor Groll. So ähnlich, und doch so unterschiedlich: Der Zufall ihrer Geburt hatte ihr ein Leben in Glanz und Gloria beschert, während ich dazu bestimmt war, anderer Leute Dreck wegzumachen. Deshalb war ich doppelt so froh, ihren Mann zu bumsen und dafür sein Geld zu nehmen.

 

Der Groll, der in mir brodelte und kochte, ließ nur ein wenig nach, wenn ich mein Geld zählte, das sich in stetig wachsenden Bündeln in meiner Reisetasche türmte, die mit ihrem stabilen Schloss Schnüffler zuverlässig fern hielt. Wenn ich im Zimmer der Edmondsons war, hatte ich mir angewöhnt, mit ihren Sachen zu spielen wie ein Kind. Eines Tages, während ich gerade ihre Puderdose mit den beiden in den Deckel eingravierten, verschlungenen Cs auf- und zuschnappen ließ und dem metallischen Klicken lauschte, eröffnete er mir:

«Meine Frau, Nancy, würde dich gerne kennen lernen.» Er sah mich ruhig an, lässig in den Sessel gefläzt, ohne Hose, nur in Hemdschößen.

Fast wäre mir die Dose aus der Hand gefallen. «Dann weiß sie Bescheid hierüber?» Ich mochte es kaum glauben.

Er lachte. «Sie lernt gern alle meine jungen Damen kennen.»

Dies also war das Geheimnis, das hinter ihren Augen loderte, sich hinter ihrer anmutigen Haltung verbarg. Ich erklärte, ich freute mich schon, und wir einigten uns für unser Stelldichein auf eine späte Uhrzeit, damit ich sicher sein konnte, dass all die langweiligen Mädchen um mich herum längst fest schliefen.

 

Den ganzen Tag brannte ich vor Neugier auf das nächtliche Abenteuer. Wollte sie mich bloß einmal begutachten, sehen, ob meine Zähne und Haare in Ordnung waren? Vielleicht machte es ihrem Mann ja Freude, seine Untreue vor ihr zur Schau zu stellen. Mir kam sogar der Gedanke, sie könnte Vergnügen daran finden zuzuschauen, wie ihr Mann, mit dem Gesicht eines Gentleman und Körper eines Boxers, in den Armen einer anderen Frau lag, an ihren Brüsten saugte und seinen Schwanz in Säfte tunkte, die nicht die ihren waren.

Wie von ihm gewünscht, trug ich meine Zimmermädchentracht. Sosehr ich mich auch von ihr zu befreien versuchte, diese Männer ließen nie zu, dass ich ihr entkam. Als ich nach leisem Anklopfen ins Zimmer trat, war sie nicht da. Zuerst dachte ich, sie hätte die Nerven verloren und ihre Koffer gepackt oder wäre, rasend vor Eifersucht, aufgebrochen zu einem Spaziergang durch die verregneten Straßen. Doch kaum hatte er mich auf seine Knie gezogen, drehte sie leise den Schlüssel im Schloss und trat ein. Winzige Regentröpfchen schimmerten in ihrem Haar und auf ihrem Mantel.

Aufgekratzt, wie in einem Zustand nervöser Erregung, ließ sie sich schwungvoll auf der Bettkante nieder, die Füße in den teuren Pumps mit den eleganten Absätzen graziös nebeneinander gestellt.

«Darling, sie sieht wirklich genauso aus wie ich.» Sie lachte, wie vor Entzücken über diesen ungewöhnlichen Liebesbeweis ihres Mannes. «Ist sie auch untenrum so hübsch?» Sie reckte den schlanken Hals vor, ihre dunklen Augen funkelten.

Mr. Edmondson schob eine Hand unter meinen gerüschten Unterrock und atmete schwer, als er meinen nackten Po darunter ertastete. Er zog mir die Röcke hoch.

«Schau dir Emilys leckere kleine Muschi an. Die ist fast so süß wie deine vollkommene Möse.» Ich lehnte mich in seinen Armen zurück, im Mittelpunkt des Interesses, und spreizte meine Beine, um ihr die Frucht zu zeigen, die er schon länger kostete.

Vor Aufregung hopste sie förmlich auf dem Bett herum. «Steck einen Finger rein, Liebster. Lass mich zuschauen, wie du es ihr mit der Hand besorgst.»

Dann hatte ich also Recht! Sie fand Vergnügen daran, ihrem Mann mit einer anderen zuzuschauen, Zeugin ihrer feuchten Vereinigung zu werden. Mein Schlitz war bereits cremig und schwer vor Verlangen, und ich teilte ihn mit einer Hand, damit er besser Zugang fand. Seine Finger streichelten meine feuchten Lippen, dann ließ er seinen Mittelfinger bis ganz zum Knöchel hineingleiten. Langsam zog er ihn wieder heraus, lehnte sich dann vor und strich seiner Frau liebevoll meinen Saft auf den Mund. Flink leckte sie sich die Lippen mit der Zunge ab und stieß vor Aufregung kleine «ohs» aus.

Sie fing an, mit Daumen und Zeigefinger unten am Saum meines Rocks herumzunesteln. Mein Verlangen steigerte sich immer mehr. Die in den schummrigen Clubs rund um Zeedijk zur Schau gestellten sapphischen Freuden hatte ich zwar noch nie erlebt, aber die Vorstellung reizte mich schon, wie etwa eine neue Reise. Wenn sie sich nur ein wenig mehr vorlehnen würde, dann könnte sie ihre eigenen Finger denen ihres Mannes beigesellen.

Ihre Wangen röteten sich zusehends, und ihre Augen blitzten förmlich, als sie sich hinkniete und mein Kleid aufzuknöpfen begann. Ich lehnte mich zurück, als würde ich auf einer stürmischen See der Lust treiben.

«Würde ich dir so gefallen?», hauchte sie ihrem Mann schwer atmend zu. «Würdest du mich gern mal als kleine Dienstbolzenschlampe nehmen?»

Ihre Worte trafen mich wie ein Hieb. Trotz unserer Ähnlichkeit hatte sie ihren Rang unmissverständlich geltend gemacht.

«Zieh sie aus», quietschte sie. «Gib mir deine Tracht.»

In ihren Augen blitzte die herrische Gier einer Frau, die es gewohnt war, alles zu bekommen, was sie wollte. Nun, wenn es ihr Wunsch war, sich in dieses Sinnbild der Unterdrückung zu hüllen, von mir aus. Ich jedenfalls entschied in dem Moment, dass ich diese Last schon viel zu lange trug. Flink zog ich mich aus, und sie las triumphierend die Kleidungsstücke vom Boden auf. Er war ihr beim Anziehen behilflich, bis hin zu meinen Strümpfen, die er ihr über die ausgestreckten Füße streifte. Am Ende band er ihr noch die kleine weiße Schürze um die schmale Taille. Aus seinem sklavisch unterwürfigen Gebaren zog ich jäh den Schluss, dass sie es war, nicht er, die ihre gemeinsamen Abenteuer bestimmte und gestaltete. Meine abgelegte Kluft passte ihr perfekt.

«Schau mich an.» Sie war hingerissen von sich selbst. «Ich sehe aus wie eins dieser dreckigen Flittchen, die unsere Betten aufschütteln.» Vor Aufregung tänzelte sie förmlich. «Nimm mich so», befahl sie ihrem Mann. «Besorg’s mir, als wäre ich eine dieser Schlampen.»

Ihr Interesse hatte also nicht mir gegolten, und auch nicht ihm, sondern meiner scheußlichen Uniform. Um ein Haar hätte ich laut losgelacht. Sie lehnte sich über den Stuhl, die Röcke bis fast über den Kopf hochgezogen, wie ich es so oft getan hatte, und von hinten war es, als würde ich mir selbst zusehen.

«Du bist ein kleines Flittchen», sagte er streng. Es klang wie eine einstudierte Rolle.

Dann versohlte er ihr liebevoll den Hintern, der bei jedem Klaps, aber auch vor Erregung, hüpfte. Ihre Muschi ragte zu ihm hoch wie ein aufgeschnittener Apfel, und er entledigte sich rasch seiner Hosen, sodass sein bereits steifer Schwanz zum Vorschein kam.

«Du bist eine dreckige kleine Schlampe», polterte er barsch und verpasste ihr einen letzten Klaps, bei dem sein Schwanz vor Anstrengung zitterte.

«Mach’s mir jetzt, nimm mich, aber feste», quietschte sie.

Bald trieben sie es hemmungslos, sein Hintern ruckte vor und zurück, während sein Schwanz in ihre saftige Öffnung hinein- und herausfuhr.

Ihre abgelegten Kleider waren wunderschön. Ich streifte mir ihren schweren Wollmantel über, las ihr exquisites schwarzes Kostüm und die Schuhe auf und schlich mich leise aus dem Zimmer, während sie selbstvergessen dem Gipfel ihrer Leidenschaft zustrebten.

 

Meine Tasche musste ich noch holen. Aber das ging schnell. Ich jagte die Treppe hoch und schlich durch mein Schlafzimmer – die anderen Mädchen dort schlummerten tief und fest und bekamen nichts mit. Im fünften Stock stieg ich als Emily Parsons, oder Emily Protheroe, je nachdem, in den Fahrstuhl. Im Erdgeschoss trat ich als Nancy Edmondson heraus, wohlhabende junge Ehefrau, hoch elegant in einem schicken schwarzen Kostümchen aus Paris. So nahm ich eine weitere Identität an, allerdings ohne zu ahnen, dass dies nur der Anfang war: Ein Leben lang sollte ich fortan die Masken wechseln.

Glücklicherweise kannte ich den Concierge am Empfang nicht. Wir Mädchen sollten längst in den Federn liegen, wenn er seinen Dienst antrat. Als ich vorüberschritt, mit einer Haltung und Bestimmtheit, die ich so nie besessen hatte, redete er mich mit einem Namen an, auf den ich zuerst nicht reagierte.

«Mrs. Edmondson. Entschuldigen Sie, aber ein Bote hat Ihre Geldbestellung von der Bank gebracht. Wenn Sie das bitte gern quittieren wollen?» Es war nicht nur der Name, der neu für mich war, es war sein Tonfall: ehrerbietig.

«Selbstverständlich.» Ich zog mir das kecke Hütchen tiefer ins Gesicht, während ich irgendein Gekrakel aufs Papier schmierte. Er schaute nicht einmal hin. Ich begriff, dass die Reichen über jeden Zweifel erhaben sind, und das machte mich kühn.

«Dürfte ich den Schlüssel zum Tresor haben? Ich will etwas nachsehen», sagte ich in herrischem Tonfall – mit Nancys Stimme. Das Päckchen hatte ich mir unter den Arm geklemmt – Nancys Geld.

«Selbstverständlich.» Er neigte leicht den Kopf.

In der verschlossenen Schatulle befanden sich zwei kleine Samtbeutel. Ich nahm mir die Zeit hineinzusehen, und afrikanische Diamanten funkelten mir entgegen. In der Schatulle lag auch noch Schmuck – Halsketten und Armbänder –, aber den überließ ich ihr, als kleinen Trost. Nur einen Opalring nahm ich an mich. Seine roten und grünen Funken sprühten mir entgegen wie eine Aufforderung, ihn mir an den Finger zu stecken. Wenn ich ihn heute betrachte, leuchten die Farben noch ebenso frisch aus seinen verborgenen Tiefen wie damals, als ich ihn zum ersten Mal sah. Es heißt, Opale brächten Unglück. Vielleicht aber ist es auch so, dass sie bösen Menschen Glück bringen, denn mein Opal hat mir über die Jahre nur Gutes gebracht.

 

Und mein schillernder Opal sollte schon bald seine Magie entfalten. Denn das Jahr 1940 stand vor der Tür, als ich in jener Nacht an Bord eines Frachtschiffs die Stadt verließ. Schon wenige Monate später sollte Amsterdam in einem ganz anderen Takt marschieren als dem der Tanzmusik, die aus den über die Straßen gespannten Lautsprechern schepperte.

Schönes Geschöpf

Hätte Johnny lesen können, dann hätte er gewusst, was auf dem Schild geschrieben stand.

Big Tide, Arizona, Einw. 405

Wer hier durchfährt, wird es bereuen

Wer hier Halt macht, wird nicht wiederkommen wollen

Blinzelnd versuchte er, aus den Wörtern schlau zu werden. Die Wüstensonne schnürte sich um die Straße wie Stacheldraht, der schnurgerade Highway mündete in beiden Richtungen in ferne Punkte. Einzelne Buchstaben konnte er zwar erkennen, aber sie ergaben für ihn keinen Sinn. So entging Johnny die eigenartige Begrüßung. Den Namen des Ortes kannte er noch vom letzten Mal – Big Tide, große Flut. Obwohl nirgends ein Tropfen Wasser zu sehen war, passte der Name irgendwie. Die Stadt wirkte, als wäre sie von einer Welle angespült worden, die ein kurioses Sammelsurium von Häusern zurückgelassen hatte. Doch an das Schild konnte er sich vom letzten Mal nicht erinnern. Vielleicht hatte man es ja erst aufgestellt, nachdem er abgefahren war.

Er stellte den Wagen ab – gleißend fiel die Sonne auf die Chromteile, der Motor kühlte dampfend in der Hitze aus – und machte sich auf den Weg zum Motel. Die weiß glühende Straße war menschenleer, bis auf die einsame Gestalt einer reglos dastehenden Frau. Johnny rätselte im Näherkommen, was es wohl mit ihr auf sich hatte, warum sie in ihrer Freizeitkleidung in der Nachmittagshitze herumstand, dessen Paillettenbesatz in der Sonne blaue Funken sprühte. Der Stoff spannte sich hauteng um ihre mächtigen Schenkel.

«In dem Laden wimmelt es von Freaks und Schamanen», sagte sie und nickte mit dem Kopf in Richtung der schäbigen Bar. Um das Gebäude herum waren ungeordnet die würfelförmigen Motelzimmer verstreut, wodurch es den Eindruck einer Glucke machte, die inmitten ihrer ungeratenen Küken im staubigen Dreck pickte.

Er blinzelte einmal, zweimal. Dann ein drittes Mal, um zu sehen, ob sie verschwand. Womöglich war sie ja eine dieser Erscheinungen am Wegesrand: der Reiter ohne Kopf, der Galgenmann oder sogar eine jener Heiligen, über die Johnny in seiner katholischen Schule gelernt hatte, dass sie ein Wunder für den müden Reisenden heraufbeschwören konnten. Sie blieb, wo sie war, riesig und funkelnd. Wahrscheinlich nur eine Anhängerin dieser Enthaltsamkeitsbewegung, die es für ihre Pflicht hielt, andere auf den Pfad der Rechtschaffenheit zu schicken. Johnny neigte leicht den Kopf, eine Geste, die er sich über die Jahre angewöhnt hatte. Sie hätte Ehrerbietung ausdrücken können, sogar Unterwerfung. Oder aber auch ein Sich-Abwenden, einen Rückzug. Die Frau jedenfalls schien damit zufrieden und schlurfte langsam davon.

Vor der Bar blieb er stehen, und ein flaues Gefühl schnürte ihm die Kehle zu. Vielleicht war sie ja gar nicht mehr dort, hatte sich mit dem Sand, der über die Wüste wehte, wegtreiben lassen. Von der Decke über der Veranda hing eine uralte Schaukelbank. Aus irgendeinem Grund saß ein Plüschhase darauf – flauschig und rosa, mit hängenden Ohren.

Die Frau befand sich genau dort, wo er ihr Gesicht das erste Mal, 1997 auf der Durchreise, erblickt hatte: hinter der Theke. Einfach verrückt – einen Umweg von hundert Meilen zu fahren, bloß um eine Frau zu sehen, die er nicht kannte, weil er sie vor Jahren einmal hinter einer Theke gesehen hatte.

Der schöne Johnny mit seiner offenen, ehrerbietigen Art, dem dicken braunen Haar, das mit Gel zurückgekämmt war, ihm aber, wenn er wütend war oder betrunken, oder beim Vögeln, sehr reizvoll in die Augen hing. Der schöne Analphabet Johnny, der zwar nicht lesen, aber umso besser mit Zahlen umgehen konnte, brauchte sich über mangelnden Zuspruch von Frauen nicht zu beklagen. Weshalb er sich auch nicht eingestehen mochte, dass ihr Bild ihn verfolgt hatte. War er betrunken, spiegelte sich ihr Gesicht in seinem Glas wider. Bei Vollmond starrte sie zu ihm herab. Ihr Gesicht schien sich vor seinen Augen vielfach zu brechen, wie in den Facettenaugen einer Fliege. Heute aber, als er hier durchfuhr und das Schild von Big Tide sah, hatte er sich eingeredet, es sei nur ein x-beliebiger Ort, um Rast zu machen.

Ihre schläfrigen Augen waren dick mit Kajal umrandet, große goldene Ohrringe baumelten an ihren Ohrläppchen, und ihr blondiertes Haar hatte sie strähnig aus dem Gesicht gestrichen. Umso frappierender waren ihre dichten Augenbrauen, die im Gegensatz zum strohig blonden Haar dunkel waren. Doch hinter der billigen, brüchigen Fassade strahlte ihr Gesicht hervor wie das eines Filmstars oder einer Heiligen: die vollen Lippen, mit der kleinen Kerbe in der Unterlippe; ihre starken, anmutigen Wangenknochen. Dazu ihre hübschen Brüste, die sich unter dem knappen schwarzen T-Shirt mit der Aufschrift BITCH abzeichneten. Das Wort erkannte Johnny wieder.

Mit schläfriger Arroganz erkundigte sie sich, was er wolle.

«Ein Bier und ein Zimmer», antwortete er.

Als sie sich umdrehte, um das Bier zu holen, war ihr Gang gemessen, humpelnd fast. Sie reichte ihm die Flasche Budweiser, die so kalt war, dass ihm nach der Hitze in der Wüste eine Gänsehaut über den Arm lief. Sein Blick blieb an ihrem funkelnden Diamantring hängen. Lässig auf die Bar gelehnt, wollte er gerade ein Gespräch beginnen, hatte schon den Mund zum Sprechen geöffnet, als sein Blick in den Spiegel hinter ihr fiel. Zuerst glaubte er, sich zu täuschen durch den Wechsel von der Helligkeit draußen in die schummrige Bar. Vielleicht prallte von den Fensterrahmen metallisches Licht auf den Spiegel? Dann sah er plötzlich klar. Was er da erblickte, war tatsächlich Teil ihres Körpers – glänzende Käfige aus Metallstreben, die ihre beiden Beine umschlossen. Vor Verblüffung klappte er den Mund wieder zu. Sie warf ihm einen verächtlichen Blick zu und wandte sich um, mit so viel Kraftaufwand, dass ihre Schultern sich hoben und senkten.

Jäh überkam ihn die Vorstellung, fast wie eine Halluzination, sie von hinten zu nehmen, die Hände an das Chromgestell um ihre Hüften gelegt, während sie sich wie eine Blume hinter dem Metallgitter öffnete. Schuldbewusst legte er sich die Hände auf den Schoß. Angestrengt dachte er zurück, versuchte sich zu erinnern, ob sie damals bei ihrer ersten Begegnung auch schon Beinschienen getragen hatte. Aber er hatte sie nur hinter der Theke gesehen. Nur ihr Gesicht war ihm im Gedächtnis geblieben.

Als sie hinter der Theke hervorkam, konnte er den Blick nicht von ihr losreißen. Gaffen gehört sich nicht, hallte ihm die Stimme seiner Mutter im Kopf wider. Aber es verschlug ihm schier den Atem. Sie verbarg sich nicht in einem lang fließenden Kleid, sondern trug einen knappen Minirock, der sich eng um ihren Po schmiegte. Der Rock war so kurz, dass er sehen konnte, wie ihre schwarzen Strümpfe direkt über dem glänzenden Chrom an Knöpfen und Strapsen befestigt waren. Seine Erregung ging mit einem sonderbaren Gefühl von Scham einher. Ihr Anblick löste in ihm eine Fülle bruchstückhafter Assoziationen aus: ein Gürtel auf weißer Haut; das verbogene Chrom eines Autowracks, an dem er vor Tagen vorbeigefahren war; die Gürtelschnalle an seiner Taille; der silberne Indianerkopf, den er immer trug.

Dumpf dröhnende Musik, dazu Rufe und Pfeifen drangen durchs Fenster herein, als einige Autos herangefahren kamen. Dann wurde die Musik abrupt abgestellt. Eine Gruppe kam in die Bar gestiefelt, angeführt von einem reizbar wirkenden Mann mit einem dünnen Oberlippenbärtchen. Sie trugen Gitarren, riesige Verstärker und Mikrophone herein.

«Wie geht’s, Doll?», fragte der Schnurrbärtige die Frau. Er legte von hinten die Arme um sie und stupste ihr mit den Hüften anzüglich gegen den Po. Johnny wandte den Blick ab. Sie warf den Kopf zurück und ließ ein sonderbar kehliges Gurren vernehmen: «Oh, mir ist heiß heute Abend, Sweetie, mir ist so heiß.»

 

Die Klimaanlage in der Bar funktionierte, allerdings nicht besonders gut, sodass die Hitze kaum zu ertragen war. Was aber niemanden vom Tanzen abhielt. Schweißflecken zeigten sich auf der Kleidung der Gäste, die abhotteten, während die Band auf der winzigen Bühne lauten Rock ’n’ Roll spielte.

Der Mann mit dem Bärtchen stellte sich neben Johnny, der an der Theke saß und einen Scotch nach dem anderen trank.

«Und, was führt Sie nach Big Tide?», fragte er.

«Bin bloß auf der Durchreise», sagte Johnny. Dann aber fiel ihm auf, wie unfreundlich das klang. «Ich bringe eine Ladung Computer-Software runter zur Navajo Nation. Sie wollen ihre Spielcasinos da unten auf den neuesten Stand bringen, und dafür wollen sie die neuesten Updates.»

Was den Mann offenbar beeindruckte, denn er streckte ihm die Hand entgegen und stellte sich vor. «Walter», sagte er freundlich. Johnny traute ihm nicht. Sein schmales Gesicht hatte etwas Niederträchtiges, seine Augen flackerten unruhig umher wie Sturmwolken. Ein Mädchen, das Johnny vorhin mit einem Riesenbrocken von Freund hatte streiten sehen, ließ sich neben ihm auf einen Barhocker gleiten.

«Stell mich doch mal deinem Freund vor», sagte sie zu Walter.

 

Als Johnny in der Nacht zu seinem Zimmer ging, sah er Doll eng umschlungen mit einem der riesigen Kerle, die den Abend über in der Bar getrunken hatten. Sie bumste schamlos mit ihm, gegen die Wand gelehnt. Sein ausladender Hintern ruckte vor und zurück, und mit den riesigen Pranken hielt er ihren Po umfasst und hievte sie ein Stückchen vom Boden hoch. Sie lehnte den Kopf an die Wand und lächelte Johnny rätselhaft zu wie eine Sphinx.

Dass ihn der Anblick erregt hatte, mochte er sich nicht eingestehen. Doch als er später im Bett lag, trieb ihn schon die Berührung der Laken an seiner Haut in den Wahnsinn. Ihr Gesicht, dieses himmlische Gesicht – mit so einem Gesicht müsste sie eine Art Engel sein. Allerdings ein schmutziger, gefallener Engel. Es klopfte leise an seine Tür, und er erschrak. Das war sie, da war er sich sicher. Hastig kämpfte er sich in seine Jeans und ging zur Tür.

Es war das Mädchen von vorhin. Hieß sie nicht Mary? Er wusste es nicht mehr. Schwankend stand sie vor der Tür, eine Flasche Bourbon in der Hand. Draußen brannte eine einzelne Lampe, in deren Schein der Glitzerstoff ihres rosa Schals aufblinkte, der sich luftig um ihre Schultern bauschte wie kleine Elfenflügel.

«Hey, Schätzchen, trink noch was mit mir», sagte sie. Sie lehnte sich gegen den Türrahmen, und sein Schwanz wurde spontan hart.

«Ich glaube nicht.» Er schüttelte den Kopf. Wo war er hier bloß hingeraten? Böse Engel und zerbrechliche Elfen schienen ihn auf Schritt und Tritt zu verfolgen. Sie drängte sich ins Zimmer, auf einmal hilflos und verletzlich.

«Bloß ein Gläschen. Ich fühl mich oft so einsam hier.» Tränen standen ihr in den Augen. Johnny nahm ihren Vanilleduft wahr, während sie mit großen blauen Augen zu ihm hochstarrte.

Natürlich hatte er nicht widersteher können, als sie sich ihm so auf dem Präsentierteller darbot. Ihr Freund sei ein Schwein, erzählte sie ihm. Wenn er sie bumste, dann war er in zwei Minuten fertig, wälzte sich auf sie und wieder herunter wie ein Bock, der ein stumpfsinniges Schaf bestieg. Johnny staunte, wie wenig Männer doch auf die Wünsche von Frauen Rücksicht nahmen. Als wären Frauen lediglich Gefäße für ihre Schwänze.

«Zeig mir, wie man kommt», sagte sie flehend, «ich weiß, dass du das kannst. Das hab ich gespürt, sobald ich dich gesehen habe.»

Wie konnte er da nein sagen? Die seltsame Erregung, die er eben wegen Doll verspürt hatte, pochte und loderte in ihm auf. Sie zog ihr Oberteil aus und stand vor ihm da, ihre kecken kleinen Brüste drängten sich hoch aus dem BH, mit einem rosa Schleifchen dazwischen, als wäre sie ein Geschenk, das darauf wartete, ausgepackt zu werden. Ihre klaren Augen glänzten vor Tränen. Sachte legte er sie aufs Bett und beruhigte ihre Hände, die ihm nervös über den Körper fuhren, über seine muskulöse Brust, und weiter unten an der Indianerschnalle an seinem Gürtel zerrten.

«Nimm dir Zeit», flüsterte er. «Fühl alles da unten, konzentrier dich nur darauf.» Er drückte ihr die Finger zwischen die Beine. Gott, war sie nass. Ihre Säfte hatten ihr schon den kleinen rosa Slip durchnässt. Ihr Körper schien unter seinen Fingern zu vibrieren.

«Berührst du dich manchmal selbst?», flüsterte er.

Sie riss die Augen auf. «Was, da unten? Himmel, nie.» Sie war schockiert über seine Frage, aber dann verengte sie leicht die Augen. «Na ja, einmal haben wir Mädels rumgeblödelt, weißt du, über Dildos und so gequatscht, wie Frauen das so tun. Danach habe ich es mal ausprobiert, mit einer Haarbürste. Aber ich kam mir so blöd vor, dass ich aufgehört hab, bevor ich überhaupt richtig angefangen hatte.»

Ihre Geilheit, ihre sanfte Schönheit, ihr unerfülltes Verlangen bescherten ihm einen Kloß im Hals. Sie war viel zu jung, um schon mit irgendeinem Neandertaler gestraft zu sein, vermutlich nicht älter als achtzehn. Er zog ihr den Slip herunter.

«Na los, berühr dich. Nur so, damit es sich schön anfühlt», flüsterte Johnny ihr zu.

Versuchsweise legte sie sich die Finger an den Schlitz und hörte dann plötzlich auf. «Ich komm mir so blöd vor.» Sie lachte.

Johnny lächelte. «Versuch’s nochmal. Entspann dich. Du brauchst dich nicht zu schämen. Frauen tun das ständig. Manchmal brauchen sie bloß länger, es zu entdecken, weil man es eben nicht so selbstverständlich vor Augen hat wie bei uns Männern.»

Er sah zu, wie sie mit den Fingern sanft über ihr Geschlecht fuhr und an den Schamlippen hochglitt, mit vor Konzentration leicht gerunzelter Stirn, als bemühe sie sich, in der Schule dem Unterricht zu folgen. Ihr Busch war säuberlich gestutzt, zum Bikini-Tragen, nur ein dünner Haarstreifen zog sich über ihre weiche Blöße. Der Atem stockte ihr, als ihre Finger ihre Klitoris berührten, und sie keuchte: «O mein Gott.»

Er schob die Hand unter sie und hakte ihren BH auf. Scheiße, sie war echt heiß, ihre kleinen Brüste ragten flehentlich hoch. Er umfasste eine mit der Hand und nahm dann ihre Brustwarze sanft zwischen die Zähne. Sie keuchte heftiger, und ihre Finger arbeiteten eifriger, tanzten um ihre Knospe wie Glühwürmchen.

«Sachte, sachte», mahnte er. Ihre Finger hielten kurz inne und fingen dann wieder an, cremten sie mit der Nässe ein, die sichtbar in ihrem kleinen Schlitz schimmerte. Johnny fuhr mit den Händen fachkundig an ihrem Körper auf und ab: über die langen, muskulösen Beine, den flachen Bauch, der leicht nach innen gewölbt zwischen ihren Hüftknochen ruhte. Ein vollkommener Körper. Ein amerikanischer Traum.

Auf ihrem Hals zeigten sich erste rote Flecken, und Johnny hielt ihre rastlosen Hände ruhig. Er entledigte sich seiner Jeans und ließ seinen Schwanz zwischen ihren Beinen ruhen, ganz leicht gegen ihre Lippen stupsend. Sehr langsam begann er sich zu bewegen, stippte seine knollige Eichel in ihre Säfte, bis sie glänzte.

«Entspann dich», flüsterte er. «Entspann dich einfach.» Er wagte sich tiefer vor. «Fühl mich hier», sagte er und drückte eine Hand direkt über das blonde Schamhaar. Die Bewegungen seines Schwanzes in ihr waren an seiner Handfläche deutlich zu spüren.

Sein Gesicht war angespannt, er biss sich auf die Lippen. Rosig fiel das Schummerlicht der Nachttischlampe auf sie. Ihr weiches, zuckerblondes Haar war über das Kissen gebreitet, und ihre Wangen glühten. Er fing an, im Geist zu zählen – ein einfacher Trick, der immer funktionierte. Vor Ekstase zog sie die Beine hoch, und er schloss die Augen, während er spürte, wie er tiefer vordringen konnte, sodass sein Schwanz in ihrer geschwollenen Möse, die sich eng und weich zugleich anfühlte, tanzen und singen konnte. Sie streckte die Hände von sich und krallte sie zusammen, jeder einzelne pflaumenviolett lackierte Fingernagel reckte sich empor, während er ihr erregtes Zittern unter sich spürte. Völlig enthemmt stieß sie eine Reihe Flüche aus, die aus ihrem süß nach Kaugummi duftenden Mund seltsam anmuteten: «Scheiße, Scheiße, oh, verflucht, Scheiße.»

Beim Höhepunkt bäumte sie sich starr auf und stierte dann eine Weile zur Decke hoch, mit leerem Blick, als stünde sie unter Schock. Johnny legte darauf richtig los, rammte sich heftig in sie, bis er fühlte, wie seine Eier sich fast unerträglich verhärteten und er seinen heißen Strahl Samen tief in sie ergoss.

 

Vielleicht war es an der Zeit weiterzufahren. Er war eben aufgewacht, und seine Gedanken flirrten und flackerten umher wie die Lichtmuster, die am nächsten Morgen durch die Vorhänge quer über sein Bett fielen. Worauf hatte er sich da nur eingelassen? Der Neandertaler-Freund könnte sehr leicht Verdacht schöpfen, wenn er das nächste Mal mit seiner Freundin, die plötzlich über ganz neue Fähigkeiten verfügte, ins Bett ging. Und Doll. Er wusste, in Wahrheit war er hergekommen, um sie wiederzusehen. Nun ja, gesehen hatte er sie jetzt. Und allmählich flößte dieser Ort ihm tiefes Unbehagen ein, so fremdartig und voll unausgesprochener Drohungen.

Er öffnete die Tür seines Motelzimmers. Draußen lehnte Doll quer über einem Wagen und seifte gerade die Windschutzscheibe ein. Sie drückte den Schwamm aus, ihre Beine steckten steif in ihren Schienen, während sie sich über die Kühlerhaube beugte. Von hinten war zu sehen, wie ihr Rock hochrutschte und ihren kleinen Slip zum Vorschein brachte, ein schwarzes Dreieck zwischen ihren Beinen. Johnny fühlte einen Schmerz in der Brust. Sie drehte sich zu ihm um.

«Hey, komm mit. Ich brauche jemanden, der mir beim Tragen der Einkäufe hilft.» Es klang wie ein Befehl.

«Ich wollte eigentlich heute weiterfahren. Ist noch ganz schön weit bis zur Grenze», sagte er.

Sie zuckte die Achseln. Seifenschaum sprenkelte ihr T-Shirt, auf dem die Aufschrift FUCK ME prangte. Johnny fiel auf, dass er die von ihr gesandten Botschaften ohne Schwierigkeiten lesen konnte. Ein paar Tage fielen vielleicht nicht ins Gewicht. Er könnte ein wenig Ruhe gebrauchen.

«Doll, stimmt’s?», fragte er und streckte ihr die Hand entgegen.

Sie beachtete seine Hand nicht und sah grinsend zu ihm hoch. «Doll oder Dolores», sagte sie. «Aber du kannst mich nennen, wie du willst, mein Hübscher.»