Heißes Verlangen im ewigen Eis - Shadows of Love - Erin Buchanan - E-Book

Heißes Verlangen im ewigen Eis - Shadows of Love E-Book

Erin Buchanan

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Beschreibung

Der frischgebackenen Klimaforscherin Anouk bietet sich eine einmalige Chance: Sie darf mit einem Forscherteam in die Antarktis fliegen, um wissenschaftliche Untersuchungen durchzuführen.

Schon auf dem Flug bemerkt sie den attraktiven aber schweigsamen Sternekoch Liam. Seine verschlossene Art fasziniert Anouk und sie fragt sich, welches Geheimnis sich wohl dahinter verbergen mag, das ihn noch dazu in die Antarktis treibt.

Bald wird deutlich, dass auch Liam Gefallen an der willensstarken jungen Frau gefunden hat. Langsam kommen sie sich näher und beginnen nach zarten Annäherungsversuchen eine heiße Affäre miteinander. Diese bleibt nicht unentdeckt - Matthias, ebenfalls Klimaforscher und bester Freund von Anouk, hat ebenfalls ein Auge auf seine Kollegin geworfen und versucht alles, um die Beziehung zu zerstören. Was wird am Ende siegen: Matthias Intrigen oder die Liebe?


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Seitenzahl: 118

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Inhalt

Cover

Über diese Folge

Über die Autorin

Titel

Impressum

Heißes Verlangen im ewigen Eis

In der nächsten Folge

„Shadows of Love“ sind in sich abgeschlossene erotische Liebesgeschichten von unterschiedlichen Autoren. Die Folgen erscheinen monatlich als Romanheft und eBook.

Über diese Folge

Der frischgebackenen Klimaforscherin Anouk bietet sich eine einmalige Chance: Sie darf mit einem Forscherteam in die Antarktis fliegen, um wissenschaftliche Untersuchungen durchzuführen.

Schon auf dem Flug bemerkt sie den attraktiven aber schweigsamen Sternekoch Liam. Seine verschlossene Art fasziniert Anouk und sie fragt sich, welches Geheimnis sich wohl dahinter verbergen mag, das ihn noch dazu in die Antarktis treibt.

Bald wird deutlich, dass auch Liam Gefallen an der willensstarken jungen Frau gefunden hat. Langsam kommen sie sich näher und beginnen nach zarten Annäherungsversuchen eine heiße Affäre miteinander. Diese bleibt nicht unentdeckt – Matthias, ebenfalls Klimaforscher und bester Freund von Anouk, hat ebenfalls ein Auge auf seine Kollegin geworfen und versucht alles, um die Beziehung zu zerstören. Was wird am Ende siegen: Matthias Intrigen oder die Liebe?

Über die Autorin

Bereits im Kindesalter schrieb Erin Buchanan ihre ersten Geschichten. Die Faszination für Sprache und menschliche Beziehungen hat sie seither nicht verlassen. Bislang verfasste die Autorin fünf Romane in verschiedenen Genres. Sie bewohnt mit ihrem Mann, ihrem Sohn sowie diversen Haustieren ein altes Bauernhaus in der Nähe von Köln.

Erin Buchanan

Heißes Verlangen im ewigen Eis

beHEARTBEAT

Digitale Originalausgabe

»be« – Das eBook-Imprint von Bastei Entertainment.

Copyright © 2018 by Bastei Lübbe AG, Köln

Titelgestaltung: Jeannine Schmelzer unter Verwendung der folgenden Motive: © Studio 1One/shutterstock

eBook-Erstellung: César Satz & Grafik GmbH, Köln

ISBN 978-3-7325-5252-8

www.be-ebooks.de

www.lesejury.de

Als das Propellerflugzeug mit den roten Flügeln die Startbahn verlässt, überkommt mich ein Gefühl unendlicher Freiheit. Jetzt bin ich meinem Vater endgültig entkommen. Ihm hat es nie gepasst, dass ich Klimaforscherin geworden bin, statt in seine Fußstapfen zu treten. Sein Ziel war seit meiner frühesten Kindheit, dass ich Jura studiere, um eines Tages seine Kanzlei zu übernehmen.

Nun habe ich alles hinter mir gelassen. Ich bin unterwegs zur antarktischen Forschungsstation Neumayer III, um den Sommer über Wetterdaten zu sammeln. Mit an Bord sind drei weitere Wissenschaftler, zwei Ingenieure und ein Koch. Fast alle unterhalten sich angeregt. Nur der braunhaarige Sternekoch mit den breiten Schultern zeigt sich wortkarg. Bereits bei der Begrüßung hat er eine finstere Miene gezogen und mir nicht in die Augen geblickt. Stattdessen schaute er knapp an mir vorbei. Herausfordernd richtete ich meinen Blick nach oben direkt in seine moosgrünen Augen. Vergeblich, denn er ließ sich nicht zum Augenkontakt herab. Also musterte ich stattdessen seine ebenmäßigen Gesichtszüge, und mir fiel eine kleine Narbe auf seiner rechten Wange auf. Wo er sie wohl herhat?

Ich habe keine Ahnung, was ich von diesem Typen halten soll. Meiner Meinung nach ist es höchst merkwürdig, dass ein bekannter Sternekoch freiwillig ein ganzes Jahr in der Eiswüste verbringen will. Wissenschaftler und Ingenieure sind sicherlich nicht gerade die Klientel, die er sonst bekocht. Jetzt sitzt er vor mir und schweigt vor sich hin. Neugierig bohre ich meinen Blick in seinen Rücken, doch er scheint ihn nicht zu spüren. Er zeigt jedenfalls keinerlei Reaktion.

„Ich bin echt mal gespannt, was uns auf Neumayer III erwartet“, sagt Matthias, der neben mir sitzt.

Auch er ist Klimaforscher, und ich kenne ihn seit unserem gemeinsamen Studium. Mit einer gestelzt anmutenden Bewegung streicht er seine halblangen blonden Haare zurück. Um ihn zu necken, tue ich es ihm mit meinen langen schwarzen Haaren betont affektiert nach. Er muss lachen.

„Du bist ein echter Scherzkeks, Anouk.“

Ich zucke mit den Schultern. „Mag sein“, sage ich und kichere. „Jedenfalls bin ich auch schon irre gespannt.“

Sternekoch Liam dreht sich in seinem Sitz um. „Euch ist schon klar, dass das kein Abenteuerausflug wird?“

Genervt verdrehe ich meine Augen, die alle immer als veilchenblau bezeichnen, was mir aus irgendeinem Grund tierisch auf die Nerven geht. „Dich hat keiner nach deiner Meinung gefragt“, sage ich.

Im selben Augenblick wird mir bewusst, wie unhöflich ich klingen muss, doch die Worte lassen sich nicht mehr zurücknehmen. Ich tröste mich mit dem Gedanken, dass Liam ohnehin ein arroganter Schnösel zu sein scheint, mit dem ich sicher keinen näheren Kontakt haben werde. Insgesamt sind wir auf der Station 40 Mann. Da werde ich sicher andere Leute finden, die umgänglicher sind als er.

Mit einem Schnauben dreht sich Liam wieder nach vorne. Ich nehme meine Unterhaltung mit Matthias wieder auf und beschließe, den Sternekoch bestmöglich zu ignorieren. Im Grunde muss mir ja nur sein Essen schmecken.

„Freust du dich, wieder im Land deiner Vorfahren zu sein?“, erkundigt sich Matthias augenzwinkernd.

Mir ist klar, dass ihm bewusst ist, dass meine Großeltern mütterlicherseits aus der Arktis stammen. Er tut aber gerne so, als sei ich in einem Iglu im ewigen Eis aus meiner Mutter herausgeflutscht. Dabei bin ich ganz normal in einem Düsseldorfer Krankenhaus zur Welt gekommen.

„Damit kannst du mich nicht aufziehen“, informiere ich ihn daher mit breitem Lächeln und knuffe ihn in die Seite.

Matthias verzieht das Gesicht zu einer Grimasse. Wir verfallen in freundschaftliches Schweigen. Mit einem Seufzen lehne ich mich in meinem Sitz zurück und starre blicklos auf Liams braunen Schopf. Nicht mehr lange, und wir landen auf der eisigen Landebahn der Forschungsstation, die unsere Kollegen mit Pistenbullys in Form gebracht haben. Die umgebaute BT-67 mit den coolen, roten Flügeln wird dann acht Kollegen in die Zivilisation zurückfliegen. Ihr Jahr ist um, und wir lösen sie ab. Das Flugzeug wird daraufhin zu uns zurückkehren. Unser Transportmittel ist gleichzeitig ein Messflugzeug, mithilfe dessen wir die Struktur des Eises und der Erdkruste bestimmen. Die Zusammensetzung der Atmosphäre ist damit ebenfalls messbar.

Mit jeder Minute steigt meine Aufregung. Gleich werde ich zum ersten Mal in meinem Leben das ewige Eis betreten. Als hätte ich den Piloten dadurch aufgefordert, setzt er zur Landung an. Mit ein wenig Geholper setzt er den Flieger sicher auf der ungewöhnlichen Landebahn auf. Sobald wir zum Stillstand gekommen sind, stehen alle auf und ziehen ihre Schneeanzüge über die Alltagsklamotten. Wir brauchen sie selbst für die kurze Entfernung zur Forschungsstation. Draußen herrschen eisige Bedingungen mit -20 °C. Da der Himmel eisblau-klar ist, setzen wir unsere Schneebrillen auf, um unsere Augen zu schützen.

Zumindest haben wir Anfang Dezember, was bedeutet, dass der antarktische Sommer begonnen hat. Die Sonne scheint bei wolkenlosem Himmel 24 Stunden am Tag, gibt aber wenig Wärme ab. Im Küstengebiet kann es aber durchaus zu Temperaturen über dem Gefrierpunkt kommen.

Mir ist ganz ehrfürchtig zumute, als ich daran denke, dass ich auf hunderte Meter dickem, Jahrtausende altem Eis stehe. Und mir wird bewusst, dass ich jetzt für Monate hier festsitze. Ich kann nicht einfach ein Ticket nach Hause buchen, wenn mir alles zu viel werden sollte. Entschlossen straffe ich die Schultern. Damit werde ich schon klarkommen, sage ich mir.

Beladen mit unserem Gepäck betreten wir die Station. Ein kleiner, beleibter Mann erwartet uns im Eingangsbereich. Er stellt sich als Doktor Hannes Heffenheimer vor. Als unser aller Arzt fungiert er gleichzeitig als Stationsleiter. Nach ein paar einleitenden Worten bietet er uns das Du an. Mir ist seine offene Art gleich sympathisch. Eine Mischung aus Liams Äußerem und Heffenheimers Auftreten wäre genau mein Beuteschema, schießt es mir durch den Kopf. Sofort schüttle ich den Gedanken ab. Ich bin schließlich zum Arbeiten hier und nicht, um Männer kennenzulernen.

Hannes bringt uns höchstpersönlich zu unseren Quartieren. Als ich mein kleines Kabuff sehe, das für die kommenden Monate mein Zuhause sein wird, muss ich schlucken. Ich leide zwar nicht an Klaustrophobie, doch die etwa acht Quadratmeter Wohnfläche sind wirklich winzig. An einer Wand des schmalen Raumes befinden sich ein Schrank, zwei Regale sowie ein ausklappbares Bett aus hellem Holz. Ein kleiner Schreibtisch, der an die gegenüberliegende Wand gequetscht ist, vervollständigt die Einrichtung.

Nicht einmal sanitäre Einrichtungen gibt es. Nein, die muss ich mir mit meinen Kollegen teilen. Das Ganze hat etwas von Mannschaftsquartieren, und ich bin gespannt, wie ich damit zurechtkommen werde. Mein Zimmer im Studentenwohnheim war geradezu luxuriös im Vergleich zu dem, das ich mangels Toilette nicht einmal als Wohnklo bezeichnen kann.

Ich quetsche gerade meine Habseligkeiten in einen Wandschrank, den ich nur als minimalistisch bezeichnen kann, als es an der Tür klopft. Da ich in mein Tun vertieft bin, fahre ich erschrocken zusammen. Nachdem ich tief durchgeatmet habe, bitte ich meinen unbekannten Besucher herein. Binnen Bruchteilen einer Sekunde öffnet sich die Tür. Herein stürmt eine Rothaarige mit auffälligen, unbändigen Locken. Bestimmt kämpft sie jeden Tag einen aussichtslosen Kampf mit ihnen.

„Hey, ich bin Charleen“, sagt sie mit fröhlicher Stimme und streckt mir ihre Rechte hin.

Mit halbem Grinsen ergreife ich sie. Als wären wir bei einem hochpreisigen Wettbewerb, schütteln Charleen und ich einander kräftig die Hände. Mir gefällt ihr fester Händedruck, zeugt er doch von Willenskraft und Durchsetzungsvermögen.

„Ich freue mich total, dass wir noch eine Frau als Verstärkung haben“, sagt Charleen mit breitem Grinsen. „Die Luft wird mir hier langsam ein wenig zu testosterongeschwängert.“

Ich muss lachen. „Kann ich mir vorstellen. Wie viele Frauen sind wir hier eigentlich?“

Charleen zieht die Stirn kraus. „Mit dir sind wir jetzt zu fünft. Kannst dir ja vorstellen, was hier los ist.“

„Die lassen uns aber schon in Ruhe, oder?“ Zweifelnd mustere ich mein quirliges Gegenüber, da ich keine Lust verspüre, von notgeilen Typen verfolgt zu werden.

Charleen lacht schallend. „Wir reden hier in der Hauptsache von Geologen und Klimawissenschaftlern. Die versprühen ihr Testosteron ausschließlich im Namen der Wissenschaft.“ Sie zwinkert mir zu. „Auf die Ingenieure musst du ein wenig achtgeben, aber ansonsten bist du auf der sicheren Seite.“

Und auf einen gewissen Sternekoch, denke ich unwillkürlich, sage aber nichts dazu. Stattdessen erkundige ich mich nach Charleens Aufgabengebiet.

„Ich bin Klimaforscherin“, sagt sie und salutiert. „Dazu abkommandiert, dir alles zu zeigen und dich in dein Aufgabengebiet einzuarbeiten.“

Begeistert hebe ich einen Daumen. Mit dieser Frau erwartet mich sicher eine Menge Spaß. Obwohl ich sie noch nicht näher kenne, bin ich froh, sie an meiner Seite zu haben, anstatt einen der verknöcherten Spießbürger, die mir in meinem Studiengang an der Uni zuhauf begegnet sind.

„Komm, ich zeig dir die Station.“ Charleen packt mich am Ärmel und zieht mich einfach mit sich.

Mit einem Lächeln auf den Lippen lasse ich es mir gefallen. Charleen gefällt mir bereits jetzt ausnehmend gut. Ich bin mir sicher, wir werden prima miteinander auskommen. Scherzend und plaudernd erkunden wir Arm in Arm die Station. Zunächst gehen wir ins Badezimmer. Mehrere Waschbecken sind nebeneinander gequetscht. An der gegenüberliegenden Wand befinden sich kleine Fächer, die mit Hygieneartikeln der Kollegen vollgestopft sind. Ein paar sind glücklicherweise leer, sodass ich meinen Kram hier ebenfalls unterbringen kann. Am Ende des Raums gibt es eine Dusche. Ich schicke ein Stoßgebet gen Himmel, dass es keine Gemeinschaftsduschen sind. Auf meine Nachfrage hin beruhigt mich Charleen lachend.

Bevor wir unseren Rundgang fortsetzen, werfe ich einen letzten zweifelnden Blick ins Bad. Was habe ich mir da nur eingebrockt? Immer wieder bleiben Charleen und ich stehen, damit sie mich jemandem vorstellen kann. Binnen kürzester Zeit schwirrt mir der Kopf vor lauter Namen. Sicher ist, dass ich eine Weile brauchen werde, bis ich mir alle gemerkt habe.

Nach etwa einer Stunde habe ich alle zwölf Labors gesehen, in denen mithilfe von Computern Daten der Kurz- und Langzeitexperimente gesammelt werden. Es geht vornehmlich um Wetter- und Klimadaten, aber auch Veränderungen der chemischen Zusammensetzung der Luft und des Magnetfelds der Erde werden untersucht.

Zum Abschluss unseres Rundgangs gehen wir in den Speisesaal. Dort setzen wir uns an einen der Tische. Charleen geht zu einem Automaten und zieht uns zwei Flaschen Wasser.

„Alles umsonst“, sagt sie und grinst mich schelmisch an. „Keine Ahnung, warum die in Automaten geparkt werden.“

„Vielleicht ist es stilvoller.“ Ich zwinkere ihr zu und nehme einen großen Schluck, nachdem ich mithilfe eines Öffners den Kronkorken entfernt habe.

Charleen zuckt mit den Schultern. „Wie dem auch sei. An Wasser mangelt es uns hier jedenfalls nicht.“

„Ist auch schwer in der Antarktis.“

„Ganz genau.“ Meine Kollegin nickt heftig mit dem Kopf. „Wobei es trotz allen Eises hier manchmal ganz schön öde ist. Wir sind hier mitten im Nirgendwo. Vermutlich ist dir schon klar, dass die Schelfeiskante rund 16 Kilometer entfernt ist.“

„Sag das nicht so laut.“ Ich verziehe das Gesicht bei dem Gedanken, dass sich danach kilometerweit der Südliche Ozean erstreckt.

Im antarktischen Sommer legen an der Steilküste Versorgungsschiffe an, die Proviant, Werkzeuge und Experimentiergeräte liefern. In wenigen Tagen erwarten wir das Forschungsschiff „Polarstern“, das Ausrüstung und die restlichen persönlichen Sachen von uns Neuankömmlingen bringen wird. Mit den Pistenbullys dürfen wir dann die Ladung auf Schlitten den ganzen Weg bis zur Station ziehen. Eine Arbeit, auf die ich mich eher weniger freue und die hoffentlich unsere männlichen Kollegen übernehmen. Als ich Charleen danach frage, lächelt sie mich nur geheimnisvoll an, was mich das Schlimmste befürchten lässt, da ich weiß, dass diese anstrengende Arbeit bis zu zwei Tage dauern kann.

Bevor ich dazu komme, Charleen auf den Zahn zu fühlen, füllt sich der Speisesaal. Nach wenigen Minuten ist es drängend voll. Das dadurch entstehende Stimmengewirr macht es fast unmöglich, sich in angemessener Lautstärke zu unterhalten. Zu uns an den Tisch gesellen sich mein Kumpel Matthias und Doktor Heffenheimer.

„Na, hast du dich schon etwas eingelebt?“, fragt er mich mit seiner dröhnenden Stimme, die nicht zu seinem Äußeren passen will.

„Ich fürchte, ich habe bisher noch nicht annähernd alles gesehen“, antworte ich lächelnd.

Charleen winkt ab. „Das geht schneller, als du denkst. Morgen zeige ich dir die Außengebäude, und du wirst sehen, dass dir schon bald alles ziemlich beengt vorkommen wird.“

„Wenn ich an die Badezimmer denke, wird mir schon jetzt ganz anders.“

Die anderen lachen.

„Es mutet ein wenig vorsintflutlich an, das gebe ich zu.“ Hannes schmunzelt. „Hier geht es eben rein um Praktikabilität.“

„Hauptsache, die Geräte haben ausreichen Platz.“ Charleen setzt sich in ihrem Stuhl zurecht und reibt sich die Hände. „Jetzt könnte es mal langsam losgehen mit dem Essen. Ich sterbe vor Hunger.“

„Ich kann es immer noch nicht fassen, dass wir in der nächsten Zeit von einem Sternekoch verköstigt werden.“ Stationsleiter Hannes reibt sich über seinen Bauch.