Helena und ihre Männer - Doris Lore - E-Book

Helena und ihre Männer E-Book

Doris Lore

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Beschreibung

Die schöne Helena, welche zwar nicht aus Troja kommt, aber auch kein Kind von Traurigkeit ist, erlebt sinnliche Eskapaden mit ihren beiden Männern. Diese kurzen Geschichten drehen sich um die schönste Nebensache der Welt in ihrer Reinform. Die Autorin wünscht den Lesern viel Spaß und das ein oder andere Prickeln.

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Seitenzahl: 40

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Helena und ihre Männer

Helena und ihre MännerDer NachbarSchmutzige WäscheDie BeichteDie UmkleidekabineDer GeburtstagImpressum

Helena und ihre Männer

Helena und ihre Männer

Von Doris Lore

Die schöne Helena, welche zwar nicht aus Troja stammt, aber auch kein Kind von Traurigkeit ist, erlebt sinnliche Eskapaden mit ihren beiden Männern. Diese kurzen Geschichten drehen sich um die schönste Nebensache der Welt in ihrer Reinform.

Die Autorin wünscht den Lesern viel Spaß und das eine oder andere Prickeln.

Der Nachbar

Helena strich voller Vorfreude über das seidige Negligee, welches ihren Körper wie eine zweite Haut umspannte. Kurz spielte sie mit dem Gedanken, einen der winzigen Knöpfe zu öffnen, die an der Vorderseite des verruchten Kleidungsstücks angebracht waren. Entschied jedoch, dass diese Ehre ihrem Liebsten gebührte. Diesen Abend würde Claudio bestimmt nicht mehr vergessen.

Es hatte sie schwer getroffen, dass er im Schlaf von seiner Exfreundin gesprochen hatte. Als pragmatische Frau war sie jedoch schnell zu dem Schluss gekommen, dass sie selber aktiv werden musste, wenn sie künftig die Frau seiner Träume werden wollte. Aus eben diesem Grund stand sie nun in einen Hauch aus nichts gehüllt vor dem Spiegel und verlagerte ihr Gewicht testweise von einem Stöckelschuh auf den Anderen.

Helena warf einen Blick auf die Uhr, während sie die Stereoanlage einschaltete. Die betörenden Klänge von Ravels Bolero umschwebten sie. Nur noch zehn Minuten, bis er kam. Sie stöckelte zu dem frisch bezogenen Bett, um sich die Handschellen, die auf dem Kissen lagen, noch einmal anzusehen. Kurz überlegte sie, wo der beste Platz für den Schlüssel war. Ihr Dekolletee? Zu einfallslos.

Dann fiel ihr Blick auf die Kerze, deren Wachs sich beim Abbrennen in Massageöl verwandelte. Perfekt! Ganz vorsichtig, um sich die Finger nicht an der Flamme zu verbrennen, drückte sie den kleinen Schlüssel in das weiche, duftige Material.

Als sie das Licht dämmte und sich auf dem Bett ausstreckte, erfüllte die Vorfreude langsam ihren Schoss. Dieses Spiel würde bestimmt nicht nur ihm in Erinnerung bleiben. Kurz zögerte sie, dann legte sich das kalte Metall um ihr Handgelenk. Schnell, ehe sie es sich anders überlegen konnte, befestigte sie die andere Hälfte an dem schmiedeeisernen Bettgestell.

Bei jedem Geräusch hielt sie gespannt den Atem an. Seine Verspätung steigerte ihre Vorfreude, bis das aufgeregte Kribbeln sie nervös auf der Matratze herumrutschen ließ.

Als die Minuten jedoch zu einer halben und dann zu einer vollen Stunde wurden, begann sie, an ihrem Freund zu zweifeln.

Mehr als einmal hatte sie versucht, die Kerze mit dem Schlüssel erreichen, doch alle Mühe war vergeblich. Die Rettung aus ihrer misslichen Lage lag außerhalb ihrer Reichweite. Im Stillen begann sie, ihre Idee zu verfluchen.

Das Klingeln des Haustelefons riss sie aus ihren inneren Schimpftiraden. Gefangen, wie sie war, bestand ihre einzige Option darin, auf den Anrufbeantworter zu warten. Nachdem ihre eigene Stimme den Anrufer dazu aufgefordert hatte, eine Nachricht zu hinterlassen, herrschte einige lange Sekunden Stille. Dann erklang Claudios Stimme. „Baby? Bist du da? Hör mal, sei mir bitte nicht böse. Ich wollte wirklich früher anrufen. Ich werde es heute nicht mehr schaffen. Im Geschäft ist der Teufel los. Baby? Bist du wütend auf mich?“ Ein resigniertes Schnauben drang an ihr Ohr. „Ich kann das jetzt nicht ändern. Ich machs wieder gut, versprochen.“

Es dauerte einen Moment, ehe sie die volle Tragweite des eben gehörten erkannte. Der Bastard würde nicht auftauchen. Sie war hier ans Bett gefesselt und er würde nicht kommen. Sie atmete hektisch ein und aus.

Nicolas! Sie musste ihren Nachbarn Nicolas auf sich aufmerksam machen! Die Wand zwischen ihren Schlafzimmern war dünn wie Pappe. Claudio und sie hatten sich oft über dieses Detail amüsiert, wenn sie Nicolas beim Liebesspiel zugehört hatten. Sie hatte sich ebenso häufig ausgemalt, wie der gutaussehende Nachbar ihrem eigenen Stöhnen lauschte.

Konzentriert horchte sie auf Geräusche hinter der Wand. Da! Das waren eindeutig Schritte. Er war also zu Hause. Ihr war klar, dass sie ihm nach dieser Aktion nie wieder in die Augen sehen konnte. Aber welche Wahl blieb ihr denn? Jetzt oder nie! Sie schlug mit ihrer freien Hand gegen die Wand und schrie seinen Namen. Um ihm die Dringlichkeit ihrer Lage deutlich zu machen, gab sie ihrer Stimme einen schrillen Ton, der Tote hätte erwecken können. Plötzlich kam ihr ein anderer Gedanke und sie verstummte abrupt. Was, wenn er die Polizei rief? Sie würde tot umfallen, sollte ein Rudel Menschen in Uniform ihre Wohnung stürmen.

Gerade, als sie sich für ihr unüberlegtes Kreischen verfluchte, knallte die Wohnungstür gegen die Wand. Im nächsten Moment stürmte Nicolas mit einem Messer in der Hand in ihr Schlafzimmer. „Scheiße, Helena. Wo ist das Schwein? Ich schwöre dir, ich mach ihn kalt.“

Einen Moment lang war sie sprachlos. Ihr Nachbar stand vor ihr, schnaubend, wie ein kampfbereiter Stier. Es war das erste Mal, dass sie seine muskulöse Brust und den schimmernden Flaum sah, welcher in seiner Jeans verschwand. Schlagartig war ihr Mund wie ausgedörrt.

Er schien ihr Schweigen falsch zu verstehen. Mit wenigen Schritten war er bei ihr. „Helena? Ist alles in Ordnung mit dir?“ Sie wusste, dass sie ihm die Situation erklären musste, doch das Sprechen fiel ihr schwer, wenn sein Geruch sie umschwebte.

„Es ist nicht so, wie es aussieht.“