Helios - Christiane Koneczny - E-Book

Helios E-Book

Christiane Koneczny

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Beschreibung

Die Geschichte von Helios, der schwer verletzt mit einem Pferdestrick an einem Zaun angebunden aufgefunden wurde und seitdem seinem menschlichen Adoptivrudel so manche Überraschung präsentiert hat. Er macht die Hundehaltung zu keinem alltäglichen Unterfangen, aber dieser tolle Kampfschmuser ist es wert!

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 63

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Für Matthias und Max

CHRISTIANE KONECZNY

***

HELIOS

Ein ganz besonderer Hund

© 2020 Christiane Koneczny

Umschlag, Fotografie, Bildbearbeitung: Christiane Koneczny

Verlag und Druck: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg

ISBN

Paperback:

978-3-347-02505-9

Hardcover:

978-3-347-02506-6

e-Book:

978-3-347-02507-3

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Christiane Koneczny lebt mit ihrer Familie in dem teils

beschaulichen, teils verrufenen Offenbach am Main.

Sie ist als Spätberufene auf den Hund gekommen, aber nicht vor die Hunde, sondern zum Schreiben.

Fotografieren und Bildbearbeitung sind schon lange eine große Leidenschaft und mussten daher in dieses Werk einfließen.

Inhalt

➢ Adoption

➢ Stecknadel im Heuhaufen oder Traumhund Suche

➢ Der Test

➢ Profihilfe

➢ Rassebestimmung

➢ Unterschiedliche Lebensmodelle und Entscheidungen

➢ Urlaub mit oder ohne Hund

➢ Kastration

➢ Angst

➢ Spielen und Training

➢ Onlineshopping

➢ Gassigänge

➢ Eine weitere Diskriminierung

➢ Unsicherheit und Körpersprache

➢ Stresshormone vs. Testosteron?

➢ Testosteron vs. Stresshormone?

Vorwort

Als ungefähr achtjähriges Mädchen habe ich einmal ein kleines Büchlein geschrieben und mit meinen sehr kindlichen Zeichnungen geschmückt. Es handelte von gruseligen Gespenstern und Skeletten, die auf einem Dachboden ihr schauderhaftes Unwesen trieben.

Ich habe mich beim Schreiben der Geschichte sehr amüsiert und meine Eltern beim Lesen hoffentlich auch (und wenigstens ein kleines bisschen gegruselt…).

Seitdem sind gute 45 Jahre ins Land gegangen und ich hatte bis jetzt nie wieder das Bedürfnis eine Geschichte zu schreiben. Das hat sich erst durch diesen kleinen schwarzen Hund geändert. Fast tagtäglich wird man mit neuen Dingen konfrontiert und ist gezwungen, die Konsequenzen einer großen Verantwortung zu tragen. Es passiert ständig etwas, sei es positiv oder negativ und man ist permanent dabei diese Eindrücke zu verarbeiten. Was kann besser helfen, als die Gedanken zu ordnen und niederzuschreiben?

Wir haben uns nicht einfach ein nettes und unkompliziertes Haustier angeschafft, sondern einen „etwas“ schwierigen Listenhund. Die konstante Arbeit mit diesem Tier wird wahrscheinlich noch sehr lange andauern und für immer ein fester Bestandteil unserer Lebensgemeinschaft zwischen Mensch und Tier sein müssen.

Das Gute an dieser Erkenntnis ist, diese einfach irgendwann anzunehmen und sich nicht mehr über die vermeintlichen Unannehmlichkeiten aufzuregen.

Es ist durchaus wahrscheinlich, dass sich so mancher „Hundeprofi“ über uns aufregt, aber was wir tun um das Tier zu resozialisieren, ist geprägt von viel Liebe, stetig wachsenden Kenntnissen über hündische Verhaltensweisen, der Körpersprache des Hundes etc.

Wir handeln oftmals intuitiv, manchmal bestimmt auch falsch, weil wir das Tier zu sehr verzärteln, aber keine Sorge, die Konsequenz für jeden falschen Ansatz müssen sowieso wir tragen. Mein Buch ist in keinerlei Hinsicht ein Ratgeber, sondern ein Appell an Hundefreunde, sich auch an Tiere mit einer schwierigen Vorgeschichte heranzuwagen. Diese Charakterköpfe geraten leider noch viel zu oft an die falschen Halter aus dem einschlägigen Milieu, denn sie entsprechen äußerlich dem Habitus dieser Klientel. American Staffordshire Terrier sind aber auch sehr menschenbezogen und daher leicht zu manipulieren. Es sind jedenfalls in den richtigen Händen ganz tolle Familienhunde, mit einem ordentlichen Sturkopf ausgestattet, aber auch mit einer Menge Charme.

Adoption

Die Entscheidung für gerade dieses Tier war gefallen und da mussten und wollten wir einfach durch.

Wir hatten schon seit vielen Jahren Tiere aus dem Tierschutz. Meerschweinchen jeglicher Rasse, wuschelige und glatte, aber leider hatten sie oftmals eines gemein. Sie kamen nicht immer aus guter Haltung und waren z.T. auch schon älter und hatten manchmal nur eine kurze Lebensdauer.

Sich nach nur nach wenigen Monaten oder Jahren immer wieder verabschieden zu müssen hat immer sehr weh getan und nach 11 im Garten begrabenen Fellnasen hatten wir uns dafür entschieden ein anderes Haustier zu adoptieren.

Durch die mediale Aufmerksamkeit und journalistische Hasskampagnen, sowie durch regelmäßigen Konsum von Sendungen eines amerikanischen Hundetrainers hatte uns die Faszination für „starke Rassen“ gepackt. Diese wunderschönen Tiere mit den markanten Köpfen und einem kräftigen Körperbau haben uns in ihren Bann gezogen.

Vielleicht erscheint es manchen Menschen befremdlich, eine Anziehung an der Optik festzumachen, aber ich denke, das ist für jeden Hundehalter das erste Kriterium, um eine Auswahl zu treffen. Wir wurden und werden immer noch hinterfragt, warum uns „solche“ Hunde gefallen, einen Labrador- oder Chihuahua Halter fragt bestimmt kein Mensch.

Natürlich geht es auch um Charaktereigenschaften, Wesenszüge oder sogenannte Rassemerkmale, ob ein neues Familienmitglied zur Lebensweise und Freizeitgestaltung passt. Wir sind keine super sportlichen Menschen, die morgens schon fröhlich durch den Wald joggen und nicht die Anziehungskraft einer sonntäglichen Gammelcouch bei Regen bevorzugen, aber wir bewegen uns gerne und sind verdammt gute Gassigänger.

Natürlich scheint ein „Anlagenhund“ für Hundeanfänger keine allzu gute Idee zu sein, da sich die Kraft dieser Geschöpfe mit dem ausgeprägten Eigensinn der Terrier vielleicht nicht so gut zum Einstieg eignet. Man geht mit sehr viel Vernunft an so eine Entscheidung heran, passt ein Hund in das Lebenskonzept, kann man die Zeit aufbringen ein Tier artgerecht zu versorgen, beschäftigen, ausführen. Wenn alle Fragen beantwortet sind, stellt sich noch immer die wichtige Frage: Wie funktioniert das mit einem Listenhund?

Wir sind zu keiner Antwort gekommen und haben beschlossen, uns im Tierheim „den Zahn ziehen zu lassen“. Vorher einen Hund auf der Website ausgesucht (er ist übrigens nach über sechs Jahren noch immer nicht vermittelt), an diesem dann vor Ort auch Interesse bekundet und die Antwort kam sofort. NEIN, den könnt ihr als Hundeanfänger nicht haben, der ist schwierig, aber…

Uns wurde ein anderes Tier vorgestellt, älter, entspannter und uns gegenüber ziemlich ignorant. Er war ein cremefarben/ brauner Amstaff-Mix mit warmen braunen Augen und wie sich im Laufe der Zeit, anhand des ungarischen Chips, herausstellte ein ehemaliger Straßenhund. Wir fanden ihn nicht so toll, aber unser damals 15-jähriger Sohn war sofort verliebt.

Es gibt die Liebe auf den zweiten Blick und dieser wunderbare Kerl (und Listenhund) hat unser aller Herzen dann doch schnell im Sturm erobert und war exakt auf den Tag viereinhalb Jahre bei uns, bis wir ihn wegen eines geplatzten Milztumors gehen lassen mussten.

Er ist im Wohnzimmer, inmitten seiner Familie eingeschläfert worden und hat ein fürchterliches Loch in unser Leben gerissen.

Arkadios war ein toller Hund, hat bis auf ein paar kleine Ausfälle am Anfang, nie Probleme auf der Straße gemacht und galt als der entspannteste Hund im Viertel… „und das soll ein Kampfhund sein?“. Er ist regelmäßig in einem großen Rudel gelaufen und konnte dort auch während der Urlaubszeit sehr gut untergebracht werden.

Zuhause mit Gästen und im Zusammenhang mit Essen war sein Verhalten leider nicht immer so perfekt und es war bis zum Schluss problematisch ihm zu vermitteln, dass auch unsere Besucher ein Recht auf Speisen und Getränke haben und sich in unserer Wohnung frei bewegen dürfen.

Arkadios wurde an einem schönen Tag im August eingeschläfert. Er sah im Tod so entspannt aus, von allen Schmerzen befreit und lag direkt an der offenen Balkontüre, mit der Aussicht ins Grüne. Ich habe zum Abschied ein paar Fotos gemacht und nur seine sich trübenden Pupillen haben verraten, dass er sich nicht einfach, wie hundertfach davor, nur sonnt. Wir haben uns gemeinsam mit der Tierärztin auf den Balkon gesetzt, um auf die Tier-Bestatterin zu warten und sie hat in diesem so traurigen Moment etwas sehr Schönes und Wichtiges gesagt.

Unser Hund hatte es sehr gut bei uns und er hat uns zugleich darauf vorbereitet, was danach kommt.

Sie hat Recht behalten.

Wir haben sehr getrauert und unseren Vierbeiner schrecklich vermisst, aber der Wunsch nach einem neuen Tier ist sehr schnell aufgekommen. Der Verlust eines Hundes reißt ein riesiges Loch, nicht nur emotional, sondern auch in den Alltag.