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Es geht um die Befreiung der Herzenskraft durch die Transformation von Angst in Liebe. Dadurch ist es möglich eine neue Dimension von Bewusstheit und Frieden zu erfahren. Die/Der Leser/In wird in diese Transformation beim Lesen mitgenommen, da ich meinen Lebensweg erzähle - von der Einheit in die Trennung - zurück zur Einheit.
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Seitenzahl: 370
Veröffentlichungsjahr: 2022
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Durchbruch in eine neue Dimension
Gabriela Floimair-Breitfuß
Der Frieden beginnt in unserem Herzen mit der Erinnerung an die Wirklichkeit!
Danksagung
Ich widme dieses Buch der höchsten Liebe des Universums in uns, die uns alle verbindet.
Und ich bedanke mich bei ihr für die innere Führung beim Schreiben dieses Buches.
Außerdem bedanke ich mich auch bei meiner Familie, die mich liebt, wie ich bin und mich immer unterstützt.
Ebenso gilt mein Dank all den wundervollen Menschen, die an mich geglaubt haben und die mitgeholfen haben, dieses Buch ins Leben zu bringen.
Mit viel Empathie und gegenseitiger Wertschätzung haben wir gemeinsam unser Bestes gegeben, um ein Geschenk der besonderen Art für die Leser zu gestalten.
Ihr seid großartig!
Der Glaube versetzt Berge, heißt es.
Denn alles ist möglich, wenn wir daran glauben.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Kapitel 1
Alles begann mit einem Ja!
Kapitel 2
Der Sinn
Kapitel 3
Erfahrene Demut
Kapitel 4
Bewerten und Urteilen
Kapitel 5
Was die anderen über mich denken
Kapitel 6
Vergebung - Verstehen
Kapitel 7
Ende des Kampfes
Kapitel 8
Der freie Wille als große Kraft
Kapitel 9
Das Vertrauen
Kapitel 10
Die Liebe zur Natur
Kapitel 11
Die Suche nach dem Glück
Kapitel 12
Loslösung
Kapitel 13
Masken abnehmen
Kapitel 14
Schmerz als Wegweiser
Kapitel 15
Wo Licht ist, ist auch Schatten
Kapitel 16
Wenn ich denke, wissend zu sein
Kapitel 17
Den Glauben aufgeben, andere verändern zu können
Kapitel 18
Dankbar sein
Kapitel 19
Wahrhaftiges Leben
Kapitel 20
Die Quelle alles Guten
Kapitel 21
Akzeptanz
Kapitel 22
Reichtums-Bewusstsein
Kapitel 23
Ich bin vollkommen geliebt
Kapitel 24
Liebe und Angst
Kapitel 25
Mein Weltbild - Grenzen sprengen
Kapitel 26
Energie folgt der Aufmerksamkeit
Kapitel 27
Transformation
Kapitel 28
Liebe ist frei von Bedingungen und Erwartungen
Kapitel 29
Der Kern von Problemen
Kapitel 30
Gelebte Paarbeziehung
Kapitel 31
Selbsterkenntnis
Kapitel 32
Die Liebe, die kein Gegenteil kennt
Kapitel 33
Wie wir mit Aufmerksamkeit die Energie lenken
Kapitel 34
Alles ist Veränderung
Kapitel 35
Die Prinzipien des Lebens
Kapitel 36
Kommunikation
Kapitel 37
Weggefährten
Kapitel 38
Reichtum
Kapitel 39
Ich bin in Sicherheit
Kapitel 40
Das Glück ist in mir
Kapitel 41
Der Frieden beginnt in mir
Kapitel 42
Ja sagen zu allem, was ist
Kapitel 43
Die Welt in bunten Farben sehen
Kapitel 44
Alles braucht seine Zeit
Kapitel 45
Ich brauche keinen Plan
Kapitel 46
Der Mut
Kapitel 47
Die Projektion
Kapitel 48
Die Hass /Liebe
Kapitel 49
Die Heilung
Kapitel 50
Die Antwort ist immer Liebe
Kapitel 51
Ich bin vollkommen frei
Kapitel 52
Empfangen lernen
Kapitel 53
Ja zu den Herausforderungen
Kapitel 54
Das Wofür
Kapitel 55
Zu Hause
Kapitel 56
Die Reaktionen der Zellen auf Emotionen
Kapitel 57
Widerstandsfrei leben
Kapitel 58
Alles ist bereits da
Kapitel 59
Die Herzen der Menschen befreien
Herzdynamit-Meditation
Vorwort
Als kleines Mädchen betrachtete ich die Menschen und sah sie mit dicken Mauern um ihr Herz herum wandeln. Es verwunderte mich sehr und war für mich auf gar keinen Fall die Art, wie ich leben wollte. Damals traf ich die klare Entscheidung, dass ich diese Mauern sprengen oder hinweglieben wollte. Heute weiß ich, dass es meine Seele war, die mir zeigte, was ich wissen musste, um meine Bestimmung nicht zu verfehlen.
Von all meinen Erkenntnissen und Erfahrungen auf dem Weg meiner Bestimmung, zurück zum erwachten Bewusstsein, möchte ich dir in diesem Buch berichten, um dich ein Stück des Weges mitzunehmen, wenn du möchtest.
Falls es dein Interesse geweckt hat, dann bin ich sicher, dass auch deine Seele dir etwas sagen will und dich dazu motivieren möchte, eine neue Sicht auf die Dinge in deinem Leben oder auf dein Leben an sich zu wagen. Ich bin überzeugt davon, dass sich diese Reise auch für dich lohnt.
Im Laufe der Zeit verstand ich immer mehr über die Mauern und woher sie kamen. Dies löste bei mir die Sehnsucht aus, Möglichkeiten zu finden, um über diese Mauern hinauszugehen in eine innere Freiheit. Am liebsten wollte ich die Mauern und Ketten sprengen, die unser Herz gefesselt und gefangen halten. Denn dies ist Energie, die in unserem Körper eingeschlossen ist und feststeckt. Das kann auch zu Krankheiten und Depression führen und vor allem zu noch mehr Angst, wie ich im Laufe meines Lebens erfuhr.
Den göttlichen Funken zur Flamme werden zu lassen und über unsere Kleinheitsgedanken und selbstgesetzten Grenzen hinaus zu gehen und in Bewusstsein zu erwachen, ist unsere menschliche Aufgabe. Davon bin ich überzeugt.
Vor langer Zeit habe ich mein Leben der Aufgabe geweiht, die Menschen von der Angst in die Liebe zurückzuführen.
Denn sobald wir unsere selbstgesteckten Grenzen hinter uns gelassen haben, können wir in Leichtigkeit und Freude weiterwachsen.
Mit jedem Menschen, der es möchte, gemeinsam den Weg der Entfaltung seiner höchsten Herzenskraft zu gehen, ist mir ein echtes Anliegen.
Wenn diese Ebene so stark vibriert, dass jeder Widerstand dahinschmilzt, dann öffnet sich alles und DU BIST FREI!
So habe ich das erfahren!
Kapitel 1
Alles begann mit einem Ja!
Als ich die höchste Liebe des
Universums bewusst erfuhr …
… sagte ich allen Widrigkeiten zum Trotz JA!
Es begann damit, dass meine Eltern zueinander JA sagten und dass sie bereit waren, dieses Leben gemeinsam zu gestalten. Jung, dynamisch und voller Selbstvertrauen traten sie ihren Weg an. Bald kam meine große Schwester in ihr Leben und war ein großes Geschenk, über das sie sehr glücklich waren.
Dann wollten sie ein Geschäft eröffnen und waren bereits in den Vorbereitungen, als ich mich ankündigte. Soweit sich meine Mutter erinnern kann, war ich bereits in ihrem Bauch das reinste Freudenpaket und genau so kam ich auch in diese Welt.
Die Geburt war von Freude und Leichtigkeit geprägt, wie sie mir erzählte. Doch als ich dann als kleines, verrunzeltes Etwas vor ihr lag, das zufällig auch noch ein Mädchen und kein Junge war, gab es einige Ungereimtheiten. Damals durften Männer ja noch nicht bei der Geburt dabei sein. Also wurde mein Vater per Telefon verständigt, dass ich gesund und gut angekommen war. Die Krankenschwester machte einen Scherz und erzählte ihm, dass ich ein Junge sei, weil sie offensichtlich wusste, dass er sich einen Jungen gewünscht hätte. Er hörte das und legte auf, sodass sie keine Möglichkeit mehr hatte, es zu korrigieren. So kam es, dass er einen Jungen feierte, einen Gabriel und keine Gabriela. Als ich das dann später in Erzählungen hörte, tat mir das weh, weil ich dachte, er wollte mich nicht als Mädchen, er hätte sich einen Jungen gewünscht. Auch meine Mutter beschrieb ihren ersten Eindruck von mir in folgenden Worten: ein kleines, behaartes, verrunzeltes Etwas lag auf ihrem Bauch.
Also hatte ich mir ein Bild gemacht, dass ich in ihren Augen hässlich war und auch als Mädchen nicht gewollt. Diese Überzeugungen prägten mich in meiner Kindheit und auch darüber hinaus. Es machte mich immer wieder traurig, denn ich glaubte, was ich dachte.
Doch tatsächlich sagten meine Eltern JA zu mir, sie liebten mich vom ersten Augenblick an und in Wirklichkeit fanden sie mich sogar hübsch, wie ich später erfuhr.
Als ich als kleines Baby in der geschäftigen Welt meiner Familie ankam, hatten sie natürlich alle Hände voll zu tun, um ihren Laden zu eröffnen und aufzubauen. So kam es, dass ich eines Tages ganz alleine in meinem Bettchen lag und mich niemand hörte, als ich schrie. Ich schrie was ich konnte, doch da war niemand. Als ich schon völlig erschöpft war, wurde es im Raum plötzlich ganz hell und warm. Es war, als würde mich dieses Licht einhüllen, halten und wiegen. Während ich mich entspannte, hörte ich eine Stimme, die ganz liebevoll zu mir sprach:
„Es ist alles gut, du bist niemals alleine. Ich bin immer bei dir.“
Dies fühlte sich so tröstlich und liebevoll an, dass ich es nie mehr vergaß. Von diesem Tag an wusste ich tief in mir, dass immer alles gut ist und ich nie alleine bin. Dies war echte Geborgenheit. Ruhe und Frieden erfüllten mich, sobald ich an dieses Licht dachte.
Das gab mir Sicherheit und ließ mich entspannen.
Heute weiß ich, dass das wohl meine erste bewusste Erfahrung der höchsten Liebe des Universums war, und wenn ich das hier schreibe, bin ich wieder ganz berührt von dieser Erfahrung.
So eingetaucht in die Liebe, konnte ich entspannt und still darauf warten, dass meine Eltern kamen und mich in die Arme nahmen. Und ich sagte allen Widrigkeiten zum Trotz JA, denn ich hatte die Sicherheit, dass alles, wie es sich mir auch zeigen mochte, gut war, da ich nie alleine war, denn dieses warme Licht und die Stimme waren bei mir. Das war so tröstlich und beruhigend.
Du wunderst dich vielleicht, warum ich das noch weiß. Das kann ich dir leider auch nicht sagen, aber ich erinnere mich eben daran.
Nicht dass du jetzt denkst, dass ich seither nur in einer warmen Lichtwolke schwebe und mich sicher und in Frieden fühle.
Leider nein! Denn im Laufe meines Wachsens erlebte ich viele Situationen, in denen mir Menschen nicht gut gesonnen waren, oder in denen mich die ersten Entscheidungen meines Lebens, an die ich glaubte, einholten.
Das Gefühl, nicht gewollt zu sein zum Beispiel, ließ mich ein Herz für jene haben, die sich genauso fühlten.
Zum Beispiel als Tom (Alle Namen im Buch sind erfunden.), ein Junge in meinem Kindergarten, verlacht wurde, weil er seine Schuhe immer verkehrt anzog, tat mir das im Herzen weh und ich wartete jeden Morgen in der Garderobe auf ihn, um ihm beim Anziehen seiner Schuhe zu helfen.
Es machte mich glücklich, da er nun nicht mehr ausgelacht wurde und zu uns gehörte.
Dann gab es da noch ein Mädchen in der Schule, das jeden Tag darauf wartete mich zu erwischen, um mich zu verhauen. Obwohl ich gar nichts gemacht hatte. Ich hielt mich sogar ganz bewusst von ihr fern und überlegte mir jeden Tag, wie ich ihr entkommen konnte. Du kannst dir vorstellen, dass ich vom Unterricht nicht viel mitbekam, da ich voller Angst damit beschäftigt war, mir einen guten Plan auszudenken, wie ich ihr nach der Schule entkommen konnte. Innerlich zitterte ich und meine Gedanken kreisten hektisch um einen guten Fluchtweg. Ich war sehr angespannt und aufgeregt und das jeden Tag aufs Neue, das war der pure Stress.
Deshalb versuchte ich zu verstehen, warum sie das tat, in der Hoffnung, eine Lösung zu finden. Aber ich erkannte nur, dass sie zu Hause größere Geschwister hatte, die sie auch verhauten und dachte, dass sie wahrscheinlich nun endlich mal die Stärkere sein wollte. Es war so viel Wut in ihr, die sich staute, und so ließ sie das eben an mir aus. Da ich die Idee in mir trug, nicht gewollt zu sein, war ich wohl das passende Opfer. Ich hatte meinen Eltern davon nichts erzählt, doch eines Tages kam mir die geniale Idee. Wenn sie mich wieder an der Schultasche nach hinten ziehen möchte, um mich umzuhauen, dann strecke ich meine Arme gerade nach hinten, sodass sie mit meiner Schultasche in der Hand auf ihren Allerwertesten fällt. Während sie dann völlig verdutzt am Boden sitzt, renne ich nach Hause.
Dieser geniale Plan funktionierte am nächsten Tag tatsächlich!
Als ich vor Aufregung völlig aufgelöst zu Hause ankam, fragte mich meine Mutter, was denn los sei und wo meine Schultasche sei. Nun musste ich ihr erzählen, was geschehen war und beim Erzählen weinte ich, denn es löste sich die ganze Angst, die sich seit Monaten wie Fesseln um mein Herz gelegt hatte. In ihren Armen schluchzte ich tief und fühlte eine Erleichterung. Meine Mama strich mir über das Haar und hörte geduldig zu, bis alles gesagt und die Tränen versiegt waren. Nachdem ich mir die Nase geputzt und alle Tränen getrocknet hatte, machten wir uns auf den Weg zu Gerlinde. So hieß die kleine Kämpferin. Als wir bei ihr zu Hause ankamen, empfing uns ihre Mutter an der Türe und Gerlinde sah verstohlen hinter ihr hervor.
Tatsächlich hatte sie meine Schultasche noch und übergab sie mir auch gleich etwas reumütig. Ihre Mutter begann sofort, aufs Heftigste mit ihr zu schimpfen. Wir fuhren wieder nach Hause und erst am nächsten Tag ging meine Mutter mit mir zur Schule und sprach noch einmal mit Gerlinde. Diese weinte nun auch und entschuldigte sich. Ich fühlte ihren Schmerz in mir und so weinten wir schließlich gemeinsam. Wir gaben uns die Hände und waren wieder gut.
Von diesem Tag an war die Tyrannei zu Ende.
Es war sogar so, dass gerade Gerlinde sich sehr um eine Freundschaft mit mir bemühte. Wir hatten es beide geschafft, zueinander JA zu sagen, trotz allem, was geschehen war.
Einige Jahre später fragte ich mich aus einem ähnlichen Gefühl heraus, nachdem ich eine schwierige Situation zu bewältigen hatte: „Wie soll mein Leben aussehen, wenn ich es mir frei aussuchen kann?“ Die Antwort kam ganz spontan aus mir heraus!
JA, JA, JA … Es sollte ein Leben mit einem großen JA im Herzen sein.
JA ist der erste Impuls allen Lebens. JA ist der Ur-Impuls, der sich durch Aufmerksamkeit vermehrt. Zu diesem JA gesellt sich ein neues JA und so weiter, und damit verdichtet sich die Energie. Dies lässt Formen entstehen, die wieder ein JA gebären. Das weiß ich heute, damals konnte ich das natürlich nicht begründen. Aber es genügte mir, um eine klare Vision von meinem Leben zu haben.
Genau wie in diesem einfachen Beispiel: Meine Eltern sagten zueinander JA, ich sagte JA zur Inkarnation in diesem Körper, sie empfingen mich und sagten JA zu mir, ich sagte JA zum Leben und so weiter. Dies schien mir äußerst logisch und sinnvoll.
Später las ich irgendwo, dass schon Goethe sagte:
„Gott hat nur ein Wort: Das ist JA!“
Seit meiner ersten Erfahrung als Baby mit diesem warmen Licht im Raum unserer kleinen Wohnung in Oberndorf war mir klar, dass die Ur-Essenz des JA-Impulses die Liebe ist.
Wenn die Liebe die wahre Essenz von allem ist, wie könnte ich da zu allem, wie es ist, etwas anderes als JA sagen wollen!
Natürlich war das nicht von Anbeginn immer nur einfach für mich, wie du dir sicher vorstellen kannst. Denn obwohl das eine frühe Erfahrung war, verlief mein Leben genauso in Höhen und Tiefen.
Das werde ich dir im Laufe dieses Buches noch weiter erläutern. Deshalb könnte dieses Buch dir helfen, weitestgehend FREI VON ANGST ZU LEBEN und die LIEBE IN DEINEM LEBEN ZU ENTFALTEN. Falls du dich von meinem Weg des Lernens mitreißen lassen und von meinen Erkenntnissen profitieren möchtest.
Gerade jetzt heiße ich dich in diesem Raum von liebendem Bewusstsein herzlich willkommen. Im Augenblick von JA fühle ich Freiheit, Leere und Fülle zugleich. Ich glaube, niemand, der nicht gerade da ist, kann ganz klar beschreiben, wie es sich anfühlt, hier zu sein oder hier anzukommen. Viele von uns suchen oft lange nach einem Weg in den tiefen Frieden.
Doch plötzlich stehst du genau hier und bist überwältigt, erfüllt, berührt und leicht. Alles was du fühlst, ist ein JA.
Ich würde es als Glückseligkeit beschreiben. Das klingt jedoch viel zu außergewöhnlich. Es fühlt sich nicht außergewöhnlich, sondern natürlich an.
So fühle ich mich heute. Doch nun möchte ich dir erzählen, wie es in meinem Leben weitergegangen ist.
Nachdem meine Eltern das Geschäft eröffnet hatten, galt ein großer Teil ihrer Aufmerksamkeit natürlich dem Erfolg dieses Unternehmens. Wir Kinder wuchsen damit auf, dass immer viel zu tun war. Es gab eine Haushälterin und Nanny, die für uns da war und unsere beiden Großmütter waren auch wahre Perlen. Unser Leben war nicht langweilig. Mit der einen Großmutter durften wir bis in die Nacht Puzzle bauen und bei der anderen durften wir viel Luxus erleben und Spaß haben. Wir unternahmen viel, lernten was fürs Leben und hatten eine wirklich schöne Kindheit.
Nachdem ich meinen Seelenpartner kennen gelernt hatte und bereits zwei Kinder zur Welt gebracht hatte, begann sich in meinem Leben etwas zu sperren. Ich fühlte die Ketten, die sich um mein Herz spannten und mir beinahe die Luft zum Atmen nahmen. Auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt nicht klar erkennen konnte, worum es ging, so fühlte ich doch den Druck in mir stetig wachsen.
In einer besonderen Nacht träumte ich dann von einem Autounfall. Ich sah den genauen Unfallhergang. Dabei zählte ich im Traum bis fünf. Bei jeder Zahl knallte etwas gegen das Auto. Danach war es still und alles war vorbei. Dieser Traum war so real, dass ich ziemlich erschrocken war. Als ich mich dann am nächsten Morgen auf den Weg machte, das Pferd meiner Freundin zu bewegen, da sie im Urlaub war, versuchte ich, nicht mehr an den Traum zu denken. Doch als meine Kinder mit mir fahren wollten, bestand ich darauf, dass sie zu Hause blieben. Einige Kilometer, nachdem ich losgefahren war, zeigte die Kontrollleuchte meines Autos an, dass meine Motorhaube nicht geschlossen war. Also hielt ich an einem Parkplatz, um sie zu schließen. Dies war schon etwas eigenartig, denn es war mir zuvor noch nie passiert, dass die Motorhaube von selbst aufging. Aber o.k., dann war ja alles wieder gut, ich dachte nicht weiter darüber nach. Einige Meter, nachdem ich weiter gefahren war, kam mir auf meiner Fahrspur ein LKW entgegen und ich musste auf den Abhang in den Wald hinein ausweichen. Genau wie in meinem Traum ging es nun den Hang hinunter. Ich spannte alle Muskeln an, schloss die Augen und zählte bis fünf. In diesen fünf Sekunden fühlte ich, wie Arme mich hielten und ich sah Lichtkörper, die mich umgaben. Dann geschah etwas Seltsames.
Es zog mich in überirdischer Geschwindigkeit durch einen dunklen Tunnel. Am Ende des Tunnels war ein Licht, zu dem es mich ganz stark hinzog. Doch kurz bevor ich in dieses Licht eintauchen konnte, wurde alles langsam, wie in Zeitlupe, und ich wurde gefragt, ob ich sicher wäre, dass ich hierher möchte, denn wenn ich mich dafür entscheiden sollte, könnte ich nicht mehr zurück.
Es war ein wundervolles Licht und ich fühlte diese sanfte Freude, die Leichtigkeit und den Frieden, der dort war. Es war magisch und berührend zugleich.
Doch plötzlich schoss ein Gedanke ganz klar und laut durch mein Bewusstsein: „Meine Kinder brauchen mich noch!“ Das war eine klare Entscheidung und ich wusste, dass ich noch nicht so weit war, in dieses Licht von bedingungsloser Liebe einzutauchen. Eine Stimme sprach zu mir, sie segnete mich und tauchte mich damit in ein wunderschönes Licht. Alles fühlte sich frei und leicht an. Danach erhielt ich den Auftrag mit auf den Weg zurück, den Frieden auf die Welt zu bringen. In diesem Moment war völlig klar, dass ich das wollte und ich sagte nur JA.
Wieder in meinem Körper angekommen, fand ich mich in einem völlig zerbeulten Auto mit zerbrochenen Scheiben wieder. Die Glassplitter waren über meinen gesamten Körper verteilt, aber steckten hauptsächlich im Gesicht, in den Ohren und den Nasenlöchern. Vorsichtig entfernte ich die wesentlichen Splitter. Nachdem ich den Reißverschluss meiner Tasche geschlossen hatte und dachte: „Hätten wir das auch“, wollte ich die Türe des Autos öffnen. Doch das war nicht möglich. So kletterte ich unter Schmerzen aus dem Wagen. Dann erkannte ich, dass ich mit meinem Auto viele Bäume gefällt hatte. Laut dem Waldbesitzer waren es achtzehn dreißig Jahre alte Fichten. Über diese Bäume durfte ich nun klettern, um auf die Straße zurückzukommen. Dort angekommen, fuhr gerade niemand vorbei. Es schien, als wäre die Zeit stehen geblieben. Es war ganz still. Für mich fühlte es sich an, als wäre ich aus einer anderen Zeit gekommen. Doch endlich, nach circa zehn Minuten kamen zwei Autos vorbei. Aber keines blieb stehen, obwohl ich blutverschmiert am Straßenrand winkte. Ich konnte es kaum glauben, dass sie mich da einfach so stehen ließen. Danach kam noch ein kleines weißes Auto und ich dachte: „Dies ist mein Engel.“ Tatsächlich blieb die Frau in diesem Wagen, einige Meter weiter oben, nachdem sie an mir vorbeigefahren war, doch noch stehen. Dankbar und erleichtert bat ich um ihre Hilfe. Sie brachte mich nach Hause und ließ mich dort aussteigen. Das werde ich ihr niemals vergessen. Ich öffnete die Türe unseres Hauses und als mich mein Mann und die Kinder so blutverschmiert sahen, waren sie erst einmal geschockt. Die Kinder schrien auf und mein Mann holte Bachblüten-Notfalltropfen, um vor allem mich, aber auch sich selbst vom ersten Schock zu beruhigen, denke ich. Dann fuhren wir ins Krankenhaus und nach einer langen Untersuchung musste ich mit drei gebrochenen Rippen zur Überwachung dortbleiben. Denn eine Rippe davon stach gefährlich in die Lunge.
Als ich auf mein Zimmer gebracht wurde, war ich zuerst einmal nicht sehr begeistert. Eigentlich wollte ich lieber mit meinen Kindern und meinem Mann nach Hause fahren, da ich mich nicht so schlecht fühlte. Doch nachdem meine Eltern und meine Schwester zu Besuch kamen und auch sehr besorgt waren, blieb ich geduldig in meinem Bett im Krankenhaus. Bald darauf wurde ich auf ein Mädchen in meinem Zimmer aufmerksam, dessen Mutter sich von ihr verabschiedete. Sie schien voller Angst zu sein. Denn sie sollte zum ersten Mal alleine in einem Krankenhaus bleiben, da sie am nächsten Morgen an den Mandeln operiert werden sollte. Als die Mama gegangen war, redeten wir ein bisschen über alles Mögliche und sie beruhigte sich. Doch als sie einzuschlafen versuchte, hörte ich sie weinen. Deshalb stieg ich aus meinem Bett und wollte sie trösten. Sie bat mich darum, mich in ihr Bett zu legen, sodass sie besser einschlafen könnte. Also tat ich das und legte mich seitlich in ihr Bett, obwohl mir meine gebrochenen Rippen ziemliche Schmerzen und Atemprobleme bereiteten. Aber ich dachte, sie würde wohl bald schlafen und so lange könnte ich das aushalten. Leider hatte ich mich getäuscht. Trotz der schönen Lieder, die ich für sie sang, dauerte es ziemlich lange, bis sie schlief. Zumindest schien es mir so, da die Schmerzen irgendwann unerträglich wurden. Kurz bevor sie einschlief, schaute sie in meine Augen und hielt meine Hand, während sie sagte: „Du bist mein Engel!“ Genau aus diesem Grund war ich wohl in dieses Zimmer gelangt. Dieses Kind brauchte mich und das machte Sinn.
Bereits am nächsten Tag durfte ich das Krankenhaus wieder verlassen. Als ich noch da war, als die kleine Sabine wieder aus der Narkose erwachte, war sie sehr glücklich.
Eine Freundin holte mich aus dem Krankenhaus ab und fuhr mit mir nach Hause. Als wir an der Unfallstelle vorbeikamen und ich das Auto sah, lief mir ein Schauer über den Rücken. Ich musste mich wahrlich wundern, wie es möglich war, dass ich das überlebt hatte.
Tage später erfuhr ich von meinem KFZ-Mechaniker, dass sich seine Techniker, die das Auto geborgen hatten, sehr gewundert hätten. Sie konnten kaum glauben, dass ich nicht schwerer verletzt war, und sie sagten, sie hätten noch nie jemanden aus so einem Wrack lebend herauskommen sehen.
Alles was danach kam, war eine Zeit der Aufarbeitung dieser Erfahrungen. Aber am meisten bewegten mich die Bilder der Nahtoderfahrung und vor allem das Gefühl, das ich in dieser Situation hatte. Mir schien, als wäre ich noch lange wie in einer Zwischenwelt geblieben. Immer wieder reichte diese „bedingungslose Liebe, dieses warme Licht“ in mein Leben hinein. Täglich meditierte ich, weil es mich dorthin zog und ich hatte sehr tiefgehende Erfahrungen dabei. Oft musste ich weinen, wenn die Sehnsucht nach dieser Liebe mich ergriff. Warum genau, weiß ich eigentlich nicht. Aber es war so viel Dankbarkeit in mir und eine große Liebe zu meinen Kindern und den Menschen auf diesem Planeten.
Diese Erfahrung beschäftigte mich sehr, weil ich noch nicht genau wusste, wie ich den Auftrag, „den Frieden auf die Welt zu bringen“ am besten umsetzen konnte. So tat ich einfach das, was ich immer schon in meinem Leben tat. Ich gab mein Bestes, vor allem für meine Kinder und auch in meinem Beruf als Trainerin, Energetikerin und Coach. Jedoch immer wieder mit der Intention, im Frieden zu sein und diesen Frieden zu teilen.
Was ich seit dieser Erfahrung auch glaube ist, dass jeder von uns, bevor er geht die Wahl hat, ob er bleiben will oder nicht. Wir werden noch einmal gefragt. Das ist vielleicht für manchen Überlebenden nicht so leicht anzunehmen, aber die Seele hat einen größeren Überblick über das, was für uns wichtig ist, und auch wenn es schwerfällt, das zu glauben, fühlt es sich für mich absolut richtig an. Denn ich denke, wir haben die Möglichkeit, uns gemeinsam eine Erfahrung zu kreieren, so wie unsere Seelen das für gut halten. Wenn wir dafür einen Beitrag für die Menschheit leisten können oder für die, die wir besonders lieben, dann tun wir das aus einem höheren Verständnis heraus und zum Zeitpunkt unserer Wahl.
Meine Entscheidung zu leben war sehr klar und kraftvoll.
Um mich für die Herausforderungen meines Lebens zu stärken, tauchte ich immer wieder in die Erinnerung an dieses Licht ein. Dies half mir täglich, bei mir zu bleiben und nicht von der Spur abzukommen.
Während ich hier sitze und schreibe, bin ich gerade in diesem Gefühl und bin erfüllt von der Freude, mit dir zu teilen, was sich aus dieser Perspektive des Friedens im Leben abspielt. Was wahr ist und was sich als Täuschung für mich erwiesen hat. Was Angst ist und wie wir frei von ihr sein können. Wie wir unsere Grenzen sprengen können, die wir uns selbst gesetzt haben. Grenzen, die uns als gegeben schienen und solche, die man uns eingeredet hat. Grenzen, die uns vor Schmerz und Verlust schützen sollten und dabei doch völlig versagten.
Aus der heutigen Sicht kann ich dir sagen, dass es einfach nur genial ist zu fühlen, wie es ist, wenn die Grenzen aufgelöst sind und du weißt, dass alles, woran du glaubst, möglich ist.
Mein Leben hat sich von diesem Tag an sehr verändert.
Es wurde aber tatsächlich nicht einfacher, sondern noch herausfordernder als jemals zuvor. Aber vorerst war meine Familie nur glücklich, dass es mir relativ gut ging. Sie waren alle bei mir und zeigten mir ihre Liebe und Erleichterung. In den ersten Monaten nach dem Unfall erlebten wir eine sehr schöne, intensive Zeit voller Liebe zueinander. DANKBARKEIT dominierte in unseren Herzen.
Dies war der Beginn eines Weges von Heilung und Befreiung. Auf diesen möchte ich dich nun weiter mitnehmen. Lass uns gemeinsam gehen und forschen. Das Leben ist ein spannendes Abenteuer und wenn wir bereit sind, uns darauf einzulassen, bereitet es in all seiner Vielfalt Freude.
DER WEG NACH HAUSE
Wenn ich jetzt daran denke, was auf meinem Weg bis hierher alles geschehen ist, dann bin ich erleichtert, ruhig und doch voll bewusst, dass das Leben manchmal richtig schwer erscheint. Denn die großen Herausforderungen, die auch von viel Freude begleitet waren, zogen eine tiefe Spur.
Das Leben hat sich mir mit so vielen Gesichtern gezeigt, es hat mich bis an meine Grenzen gebracht, hat einen tiefen Schmerz in mir hochgeholt, hat mich gebeutelt und gedemütigt, es hat mich bis aufs Äußerste herausgefordert, genau wie dich wahrscheinlich auch schon.
Du bist nie alleine mit deinen Ängsten und Schmerzen, denn es gibt da draußen immer noch jemanden, dem es genauso geht wie dir. Jemanden der den Schmerz, den du gerade empfindest, genau so kennt wie du. Das befreit dich zwar nicht vom Schmerz, aber es tröstet doch zu wissen, dass wir nicht alleine sind.
Mir schien, dass ich in vielen Dingen so anders als die anderen war, deshalb fühlte ich mich wirklich viel alleine. In meinem Umfeld, so dachte ich, war da niemand, dem es so ging wie mir und mit dem ich das hätte teilen können.
Von klein an wollte ich die Angst in den Menschen, die ich liebte, einfach hinweglieben. Denn ich war überzeugt, meine Liebe wäre so viel stärker als ihre Angst. Ich wollte sie bedingungslos lieben und wünschte mir, dass sie mich auch so sehen könnten.
Deshalb versprach ich mir, mir immer treu zu bleiben und diesem Ruf meines Herzens zu folgen, auch wenn es noch so schwer werden würde. Doch ich wusste damals noch nicht, dass es SO schwer und schmerzhaft werden kann. Wie zum Beispiel die Trennung von geliebten Menschen oder das Versagen an der Schule oder im Beruf. Aber auch die Ungerechtigkeit, die ich in vielen schwierigen, herausfordernden Situationen empfunden habe, von denen ich später noch erzählen werde.
Ich liebte aus meiner ganzen Seele, so bedingungslos, wie es mir damals möglich war. Natürlich waren da aber auch meine Prägungen, meine Bedürfnisse und Sehnsüchte. Das heißt ich hatte gelernt, ein braves Mädchen zu sein und meine eigenen Bedürfnisse hintanzustellen. Wenn andere etwas wollten, dann tat ich zuerst, was sie brauchten. Denn ich wollte, dass sie alle glücklich waren. Eines meiner tiefsten Bedürfnisse war, dass ich die Menschen, die ich liebte, glücklich sehen konnte, um Freude und Leichtigkeit mit ihnen zu teilen.
Doch ich hatte Grenzen in mir, die ich nicht sofort akzeptieren wollte, denn ich dachte, „Diese Liebe, die ich in mir spüre, ist grenzenlos, deshalb bin ich es auch.“ Doch das war ein kleiner Irrtum beziehungsweise nicht die vollständige Erkenntnis. Denn es war mein Bewusstsein, das grenzenlos war, nicht mein Körper. Der war offensichtlich an Grenzen gebunden.
Meine Eltern hatten große Herausforderungen zu bewältigen, als ich klein war, und gaben ihr Bestes. Sie machten ganz viel Sport mit uns, außerdem erlebten wir viele schöne Urlaube und lustige gemeinsame Zeiten. Ich durfte mit meiner Familie so viel lernen und genießen, das war ein großes Privileg. Aber es gab auch viele Tage, an denen ich mich als Kind alleine fühlte, weil das Geschäft so viel Aufmerksamkeit in Anspruch nahm. Wenn ich zum Beispiel krank war freute ich mich sehr, wenn mein Papa zu mir ans Bett kam, um ein bisschen Zeit für mich zu haben. Meine Mutter machte mir dann zum Beispiel leckere Brote oder las mir eine Geschichte vor. Das war immer sehr schön. Vielleicht war das der Grund, warum ich damals immer wieder krank wurde, weil ich dann positive Aufmerksamkeit bekam. Wer weiß?
So sagte ich, allen Widrigkeiten zum Trotz, immer wieder JA und machte das Beste daraus. Bestimmt kennst du das auch.
„Wenn du den Standpunkt einnimmst, dass nichts existiert, was nicht Teil von Dir selbst ist, dass niemand existiert, der nicht Teil von Dir selbst ist, dass jedes Urteil ein Selbsturteil ist, dass jede Kritik, die Du äußerst, Selbstkritik ist, dann wirst Du Dir weise bedingungslose Liebe gewähren, welche das Licht der Welt sein wird.“
Harry Palmer
Kapitel 2
Der Sinn
Als ich die höchste Liebe des
Universums in mir erfuhr …
… verstand ich, dass alle Erfahrungen in meinem Leben, auch die negativen, einen Sinn hatten, mich geformt haben und wachsen ließen.
Tatsächlich hatte ich diese bedingungslose Liebe erfahren und ich fühlte das Licht der Welt in mir und doch geschah es, dass ich mich immer wieder in einer Situation von Selbstkritik oder Urteil befand. Die Gewohnheit so zu denken, gewann von Zeit zu Zeit die Oberhand.
Jedes Mal zum Beispiel, wenn ich mich zurückgestoßen und abgelehnt fühlte, kam mein alter Schmerz wieder auf und ich fühlte mich hilflos und unendlich traurig. Verzweifelt rang ich um Verständnis und Wiederherstellung der Verbundenheit. Ich erkannte, dass ich meine Würde und meine Selbstliebe zurückgewinnen musste, denn sonst würde ich diese Traurigkeit immer und immer wieder wiederholen. Das wollte ich tatsächlich nicht mehr. Es fühlte sich sehr schwer und anstrengend an.
Dieses Opferbewusstsein ließ sich leider nicht so schnell auslöschen. Es hielt mir immer wieder den Spiegel vor und ich war ziemlich damit beschäftigt. Ich erkannte, dass es wirklich wichtig war, meinen Fokus auf dem Gefühl der bedingungslosen Liebe zu halten, damit dieser Schmerz heilen konnte.
Immer mehr lernte ich, mich ganz aus dem Drama herauszunehmen und einfach damit aufzuhören, solche Gedanken zu denken. Ich hörte auf zu kämpfen, um alles gut und richtig zu machen, stattdessen erkannte ich, dass es gut war, wie es war. In mir tauchte der Gedanke auf: „Ich gebe auf!“, was soviel hieß wie: „Ich lasse los, es selbst tun zu müssen und gebe mich hin.“ In einer sehr schwierigen Situation erkannte ich, dass ich es nicht im Griff hatte und auch nicht im Griff haben wollte. Es ging nur darum, mich einzulassen und zu akzeptieren, was gerade war. Auch akzeptierte ich meine Grenzen in diesem Augenblick.
Hier erinnere ich mich an eine Situation, in der ich ein Seminar auf der Alm hielt. Zum ersten Mal tat ich etwas gemeinsam mit einem Freund, der mir helfen wollte. Dieser brachte sich jedoch so unpassend für mich in die Arbeit ein, dass ich ständig nur dabei war zu kompensieren und auszubügeln, was er bei den Teilnehmern an Widerständen auslöste. Ganz egal, was ich auch mit ihm besprach, er hielt sich nicht an unsere Vereinbarungen. Ich weiß nicht, ob er es nicht verstehen wollte oder wirklich nicht verstand. In jedem Fall war das für mich eine extrem große Herausforderung, weil ich den Teilnehmern eine schöne und bereichernde Zeit schenken wollte. Das schien jedoch mit ihm an meiner Seite schier unmöglich. So kam es, dass ich an einem Morgen bei einer Meditation, die ich führte, plötzlich dieses „Ich-gebe-auf-Gefühl“ spürte. Sogleich überkam mich ein tiefer Frieden und ich konnte alles loslassen, was ich an Widerständen in mir aufbaute. Gleichzeitig konnte ich auch sehen, wie sich die Widerstände der Seminarteilnehmer auflösten. Es war ein extrem befreiendes, beglückendes Erlebnis. Wie von Zauberhand schien mit einem Mal alles wieder im Lot zu sein. Tatsächlich konnte ich ihn nun lieben, wie er war und auch das, was er einbrachte, sehr schätzen, auch wenn es anstrengend war.
Es ging nicht darum, ihn so zu ändern, wie ich ihn gerne gehabt hätte. Es ging darum, meine Sicht zu ändern und ihn zu lieben, wie er war. Das veränderte alles in diesem einen Moment.
Mir wurde immer mehr klar, dass jeder sein darf, wie er ist, denn vielleicht will er mir mit seinem Verhalten etwas Wichtiges zeigen. Gleichzeitig verstand ich auch, dass ich nicht mit jedem in einem Naheverhältnis leben und arbeiten muss, der es mir schwer macht. Denn ich selbst wähle meine förderliche Atmosphäre, und wie lange etwas für mich förderlich ist, kann nur ich selbst entscheiden. Deshalb fühlte ich, dass es nach einer Zeit des Voneinander-Lernens auch wieder gut war, neue und eigene Wege zu gehen.
In dieser Situation wurde mir wieder klar, dass es im Wesentlichen darum geht, dass ich in erster Linie mit mir selbst glücklich sein will. Dann wird das mit den anderen automatisch leichter, oder das Loslassen bekommt eine wertvolle Bedeutung.
Doch für eine sehr lange Zeit meines Lebens konnte ich mich nicht in der Tiefe als vollkommen akzeptieren. Immer wieder fand mein Verstand Fehler, Ängste und Widerstände in mir. Es dauerte deshalb lange, bis ich erkannte, dass ich niemals einen Fehler gemacht hatte. Die Stimme in mir sagte mir immer wieder: Du hast niemals etwas falsch gemacht. Es war dein Bestes und alles hat deiner Entwicklung gedient. Doch das konnte ich nicht sofort bis in die Tiefe fühlen.
Einmal erlebte ich die Situation, dass ein Freund beziehungsweise Lebensgefährte mir klarmachte, dass er mich nicht mehr wie bisher lieben konnte, weil er es noch einmal mit seiner Exfrau, der Mutter seines Sohnes, versuchen wollte. Da brach in mir eine Hoffnung ein, beziehungsweise ein tiefer Wunsch zerbrach wie ein Spiegel in tausend Scherben. Eine Sehnsucht, die nach Erfüllung strebte, klammerte sich sinnlos an diese Beziehung, obwohl ich schon spürte, dass er noch nicht für etwas Neues frei war. Nachdem die Traurigkeit versiegt war, war in mir einfach nur Leere. Ich ließ alles los. Jeder Wunsch, jede Hoffnung, jede Illusion war von mir gewichen, ja sogar die Sehnsucht nach einer glücklichen Beziehung schien völlig erloschen zu sein. Ich landete in einer großen Stille. Es war nichts Greifbares mehr vorhanden, keine Vergangenheit und keine Zukunft sowie keine Vorstellungen und Anhaftungen. Da war nur das unendliche Nichts, in dem ich gelandet war, befreit von allem Schmerz.
So konnte diese endlose Schleife von Selbstmitleid und Trauer, weil ich nicht erhielt, was ich mir so sehr wünschte, endlich aufhören.
Es war nur STILL in mir! STILLE!
Das war eine befreiende Stille, nachdem die Tränen versiegt waren. Glaube mir, das tat unglaublich gut. Der zwanghafte Drang zu denken war völlig weg. Nach einiger Zeit in diesem Raum der Stille stellte sich Freude dazu ein. Es war eine andere Art von Freude, eben eine stille Freude. Aber sie schien größer als jede Freude, die ich zuvor bewusst empfunden hatte. Deshalb begann ich irgendwann, herzhaft über mich zu lachen, weil ich erkannte, dass all dies eine absolute Illusion war. Ich dachte, ich wäre ein Opfer und hatte doch alles selbst entschieden.
Es war keine Bestrafung, auch der andere war kein schlechter Mensch, nein, ich hatte mir das alles selbst angetan und wollte es genau so erfahren. Warum wollte ich das? Zugegeben, ich hatte es nicht bei vollem Bewusstsein entschieden. Aber unbewusst glaubte ich, dass ich für das Glück einer wahren Partnerschaft, nach der ich mich jedoch bewusst sehr sehnte, nicht gut genug sei. Es war eine so starke Sehnsucht in mir, mit einem Mann die Verbundenheit im Einklang von Herz und Geist zu erfahren. Doch gleichzeitig glaubte ich nicht wirklich daran. Ab diesem Moment beschloss ich, dass es genug war. Ich fühlte mich ab sofort wertvoll und geliebt, und das genügte. In dieser Stille fühlte ich wieder die Erinnerung an meine Seele und meine erste Begegnung mit ihr. Es war so lächerlich, dass ich gedacht hatte, alleine zu sein und versagt zu haben. Es war sogar absolut irreal, dass es nicht möglich sein sollte, diese Liebe, die ich so stark in mir fühlte, gemeinsam mit jemandem zu leben.
Es war alles ganz anders. Es war alles gut.
Ich konnte all dem, was geschehen war, vollends zustimmen und fühlte wieder Freude über das Geschenk des Lebens. Mein Herz füllte sich mit großer Dankbarkeit für die Möglichkeit, diese Erfahrungen machen zu dürfen. Denn mir wurde immer klarer, dass ich diese Erfahrungen machen wollte, um hilfreich für andere Menschen sein zu können, denen ich auf Grund meiner Erfahrungen mein ganzes Mitgefühl schenken konnte. Ich wollte die Menschen und ihre Emotionen verstehen. Denn wenn wir verstanden werden, kann etwas in uns heil werden und alles, was wir selbst erfahren haben, können wir in vollem Umfang verstehen. Diese Erkenntnis brachte mich ganz in Frieden mit allem.
Neal Donald Walsh sagt auch in seinem Buch „Gespräche mit Gott“:
Gott wird dir niemals verzeihen, denn es gibt keine Schuld und deshalb gibt es auch nichts zu verzeihen. Gott versteht und deshalb ist alles gut.
Kapitel 3
Erfahrene Demut
Als ich die höchste Liebe des
Universums in mir erfuhr …
… fand ich Demut, ich verstand, dass ich niemandem etwas beweisen musste, noch nicht einmal mir selbst. Ich hörte auf, nach Anerkennung zu betteln, da ich verstand, dass ich immer nur nach Liebe suchte, die immer schon da war.
Ich erinnere mich, dass ich schon als kleines Mädchen meine Eltern beeindrucken wollte, wenn ich im Geschäft fleißig putzte. Das machte ich dann so, wie ich es bei meiner Mutter beobachtet hatte. Wohlgemerkt, ich war schon vier Jahre alt und ich dachte, sie brauchten mich als Unterstützung im Geschäft viel dringender als die Kinder im Kindergarten mich brauchten. Deshalb versteckte ich mich, wenn sie mich in den Kindergarten bringen wollten und kam erst wieder hervor, wenn es zu spät für den Kindergarten war. Dann holte ich mir einen Eimer mit Wasser und wischte die Glasflächen und was eben nach meinem Ermessen dringend sauber gemacht werden musste.
Später wollte ich die Anerkennung meiner Eltern mit Erfolgen im Sport erreichen. Beim Wandern, Tennis, Schwimmen und so weiter. Aber am Liebsten war mir das Schifahren. Man sagte mir, dass ich Talent hätte und mit viel Training sehr gut werden könnte. Deshalb trainierten wir als Familie gemeinsam und ich fuhr so lange, bis ich den tatsächlich „größten Pokal“, er war immerhin 1 m hoch schätze ich, als Ortsmeisterin erhielt. Dann schien mir das genug Erfolg zu sein. Mehr wollte ich gar nicht. Denn ich war schneller als meine Mutter und schneller als meine ältere Schwester. Das genügt ja wohl, oder nicht? Mir hat es genügt.
Später wollte ich meinen Partner beeindrucken, indem ich mich besonders hübsch für ihn machte, oder indem ich besonders technisch begabt war und seine Schwäche in diesem Bereich kompensieren konnte.
Ich wollte von klein an eine große Unterstützung für andere sein und so ihre Anerkennung erhalten.
Besonders verzweifelt war ich, als ich einen Freund von mir unterstützen wollte und der meine Unterstützung gar nicht annehmen konnte. Das fand ich traurig, weil ich wollte, dass er mich und auch sich selbst mag. Ich wünschte mir, dass wir eine gute gemeinsame Zeit haben könnten. Aber man kann niemanden zu seinem Glück zwingen. Das wollte ich auch ganz und gar nicht. Denn Zwang war für mich immer schon eher negativ besetzt. Wenn das jemand mit mir versuchte, wurde die Rebellin in mir wach. Also konnte ich das auch nicht für einen anderen wollen. Damit hatte ich schon wieder eine wichtige Lektion des Lebens gelernt.
Als ich dann meinen Beruf als Seminartrainerin ausübte, gab es große Herausforderungen, denen ich mich, wie immer, mutig stellte. Auch hier wollte ich die Teilnehmer meiner Seminare möglichst reich beschenkt nach Hause verabschieden. Ich gab mein Bestes, aber nicht immer wurde das als das Beste anerkannt. Zum Beispiel hatte ich eine Gruppe von Frauen aus der Politik. Sie engagierten mich mit dem Auftrag, dass sie sich näher kennen lernen wollten, da sie in verschiedenen Teilen von Österreich tätig waren und sich nur aus der Ferne kannten. Doch wann immer ich Übungen zum Kennenlernen anbot, boykottierte sie die Chefin. Ich hatte aber ein Ziel, das mir wichtig war. Ich wollte die Teilnehmerinnen mit einem besseren Gefühl nach Hause verabschieden als mit dem, mit dem sie zum Seminar gekommen waren. Das forderte mich sehr heraus. Nach einer langen Nacht fand ich schließlich einen super Weg, um sie alle voran und in einen guten Zustand zu bringen. Am nächsten Morgen stand ich sehr gut gelaunt auf und ging zum Frühstück. Sobald wir im Seminarraum waren, bat ich die Teilnehmerinnen, sich gegenseitig Wertschätzung auszusprechen. Dazu hatte ich eine Übung kreiert, die etwas länger dauern sollte. Es vergingen Stunden, und mit jeder Stunde strahlten ihre Gesichter mehr. Ich kann dir sagen, ich war überglücklich und die Teilnehmerinnen waren es auch. Die eine oder andere Träne floss vor Berührung und Freude. So kam es doch noch dazu, dass sie sich wirklich näher kennenlernen konnten und sehr ehrlich miteinander waren. Das war ein sehr großer Erfolg und ich dankte meiner inneren Weisheit für die wundervolle Idee, die mir in der Nacht zuvor gegeben worden war.
Diese eine Lektion des Lebens hätte mir schon genügen können, um zu verstehen, worum es in meinem eigenen Leben ging.
Aber ich machte in meinem Leben weiter und weiter mit dem Bemühen und manchmal auch wirklichem Betteln um Liebe und Anerkennung von bestimmten Menschen, die sie mir einfach nicht so geben wollten, wie ich sie mir gewünscht hätte. Oft war es ermüdend und anstrengend, und manchmal ging es tatsächlich um Leben und Tod. Zumindest fühlte es sich für mich so an.
Zuerst musste ich verstehen, dass es nur darum ging, mich zu lieben wie ich war und die Liebe, die immer in mir war, anerkennen und zulassen zu dürfen. Dann konnte ich aufhören, mir und den Anderen beweisen zu müssen, dass ich wertvoll und ausreichend bin. Du kannst dir sicher vorstellen, wie erleichtert ich da war.
Ich wollte meinen Eltern, meinen Kindern, meinem Partner, der Welt und vor allem mir selbst gefallen und alle zufriedenstellen und ihnen allen etwas Gutes tun. Es fiel ein enormer und unbeschreiblicher Druck von mir ab, als ich in einem besonderen und doch unspektakulären Moment während eines Spaziergangs mit dem Hund diese Liebe zu mir erfuhr. Ich war immer bereit, aus ganzem Herzen mein Bestes zu geben und das alleine hatte Bedeutung. Vor allem für mich. Genau das ließ mich wachsen.
Es breitete sich eine tiefe Wärme in mir aus, als ich diese Liebe in mir zulassen konnte. Das fühlte sich so an, als würde mein ganzer Körper von Energie durchströmt werden und sich auflösen. Alles was ich war, war diese Energie, die sich bis ins Universum ausdehnte. Das strömte und floss einfach so. Ich betrachtete die Bäume und sah, wie sich diese Energie mit ihrer vermischte und wir unsere Energien verbanden. Die Energie wuchs immer weiter an.
Nach dieser Erfahrung wusste ich wieder einmal, dass ich angekommen war. Es gab für mich nichts mehr zu suchen.
