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Freunde, Nachbarn und Kollegen beschrieben ihn als freundlich, hilfsbereit und gesellig, er galt als liebevoller Vater, als Stimmungskanone, als Kumpel, als unbescholtener Handwerker und seriöser Geschäftsmann mit Kontakten zu den höchsten Kreisen der Gesellschaft. Doch unbemerkt von der Außenwelt führte der Kürschnermeister Lutz Seifert über viele Jahre hinweg ein ganz anderes Leben. Im Atomschutzbunker seines Reihenhauses in Hamburg-Rahlstedt hielt der Pelzhändler mehrere Frauen gefangen, folterte sie wochenlang, tötete sie, zerstückelte die Leichen und löste sie in Säurefässern auf, die er dann im Garten vergrub. Zuvor zwang er seine Opfer, ihren Angehörigen zu schreiben, dass sie nicht nach ihnen suchen sollten, weil sie einen neuen Partner gefunden hätten und ein neues Leben beginnen wollten – fernab ihres bisherigen Wohnorts. Die Polizei widmete den Vermisstenfällen daher keine größere Aufmerksamkeit. Dies änderte sich erst, als die Kriminalbeamtin Karla Sommer auf eigene Faust ermittelte – gegen den Willen ihres Vorgesetzten, nach Feierabend und an Wochenenden. Anders als ihre Kollegen glaubte die Polizeiobermeisterin einer Frau, die von Seifert nach einer gescheiterten Lösegeldforderung freigelassen worden war und aus ihrer Gefangenschaft angeblich 'wirres Zeug' berichtete. Die Polizistin nahm auch die Mutter einer Industriekauffrau ernst, die drei Jahre zuvor überraschend verschwunden war. Sie befragte Zeugen, studierte Akten, stellte Zusammenhänge zwischen unterschiedlichen Vermisstenfällen her und veranlasste die Justiz so zum Handeln. Mit Erfolg: Seifert wurde schließlich 1996 wegen Mordes in zwei Fällen zu lebenslanger Haft verurteilt.
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Seitenzahl: 229
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Heinrich Thies
Hilferuf aus dem Folterkeller
Die Hamburger Säurefassmorde
Eine Spurensuche
© 2014 zu Klampen Verlag· Röse 21· 31832Springe
www.zuklampen.de
Umschlaggestaltung: HildenDesign, www.hildendesign.de
Umschlagmotiv: © HildenDesign/shutterstock.com
Satz: thielenverlagsbuero· Hannover
1. digitale Auflage: Zeilenwert GmbH 2014
ISBN 9783866743625
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation
in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten
sind im Internet über ‹http://dnb.d-nb.de› abrufbar.
Cover
Titel
Impressum
Die dunkle Seite des Pelzhändlers
I Die Spur der Vermissten
II Soko 924
III Der Prozess
IV Nachspiel
V Briefe aus Santa Fu
VI »Die Angst hat eine kalte Hand«– Der Fall wird zum Film
Die Lust am Bösen– Sadomasochismus: Das Spiel mit dem Feuer
»Das Wichtigste ist das Machterleben«– Interview mit dem Sexualwissenschaftler Prof. Wolfgang Berner
Nachwort
Anhang
Verwendete Literatur
Danksagung
Über den Autor
Heinrich Thies bei zu Klampen!
1.
Es war der 6.September 1991.Ein Freitag. Als am Abend gegen acht Uhr das Telefon klingelte, hatte Karla Sommer ihre Arbeit eigentlich längst hinter sich gelassen. Das Wochenende stand bevor, im Haus war manches liegen geblieben, und weil es schön werden sollte, wollte sie endlich mal wieder einen ausgedehnten Lauf machen. Daraus aber wurde nichts. Der Anruf kam von ihrem Dienstvorgesetzten aus dem Polizeipräsidium am Berliner Tor: Eine Frau war entführt worden. Die 53-jährige Verwaltungsangestellte Christa S. war am Morgen nicht an ihrem Arbeitsplatz im Krankenhaus erschienen, am späten Nachmittag hatte ihr Lebensgefährte Kurt Kloeßer einen Anruf von einer vermeintlichen Rechtsanwältin bekommen. »Wir haben Ihre Lebensgefährtin«, teilte die Anruferin mit. »Wenn Sie möchten, dass sie lebend zurückkehrt, müssen Sie 300000D-Mark zahlen.« Fragen des früheren Pelzhändlers wehrte die Unbekannte ab– auffällig oft mit den Worten »okay, okay«. Merkwürdig war, dass die Entführte sich zuvor selbst an ihrem Arbeitsplatz gemeldet hatte. Eine von vielen Merkwürdigkeiten. Auch beim Sohn der verwitweten Frau war ein Anruf eingegangen. Aber für Nachfragen blieb keine Zeit. Eine sogenannte Verhandlungsgruppe wurde zusammengestellt, und Karla Sommer war für die Angehörigenbetreuung vorgesehen. Schon am nächsten Morgen um acht Uhr hatte sie sich beim Lebensgefährten der Entführten einzufinden, um gemeinsam mit einem Kollegen vierundzwanzig Stunden im Haus des älteren Herrn im Stadtteil Poppenbüttel zu verbringen. Am Sonntagmorgen sollte sie von einem zweiten Team abgelöst werden. Klar, dass sie danach hundemüde sein würde und an einen Sonntagsausflug nicht mehr zu denken war.
Da die Umstände der Entführung und Lösegeldforderung mysteriös und undurchsichtig waren, wurde sie aufgefordert, bei ihrer Angehörigenbetreuung vorsorglich eine Waffe mitzuführen. Selbstverständlich diskret.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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