Himmelsdrache - Isabel Selke - E-Book

Himmelsdrache E-Book

Isabel Selke

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Beschreibung

Vor gut dreitausend Jahren wurde die Erde in der Zeit des Klimawandels von Wassermassen überflutet. Lediglich fünf Prozent der Erdoberfläche blieben erhalten – einsame Gebirgsgipfel in den Strudeln der See. Inmitten dieser unwirtlichen Welt, im Land Suûdat, wird Tulas und Aris Haus kurz nach deren Heirat von den Dorfbewohnern in Brand gesteckt. Tula überlebt als Einzige auf wundersame Weise und schwört Rache. Auf ihrer Flucht trifft sie auf Khalida, eine Kriegerin, die ihr hilft, Stück für Stück ins Leben zurückzufinden. Doch Tulas dunkle Vergangenheit lastet weiterhin schwer auf ihr und lässt ihr keine Ruhe.

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Veröffentlichungsjahr: 2024

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Table of Contents

Himmelsdrache

Impressum

Widmung

Prolog

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Grafik

Kapitel 5

Epilog

Die Autorin

Isabel Selke

 

Himmelsdrache

 

FantasyNovelle

 

 

 

Ashera Verlag

Impressum

Die Handlung und alle handelnden Personen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit mit lebenden oder realen Personen wäre rein zufällig.

 

 

 

Erste Auflage im Mai 2024

 

Copyright © 2024 dieser Ausgabe by

Ashera Verlag

Hochwaldstr. 38

51580 Reichshof

[email protected]

www.ashera-verlag.net

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck oder andere Verwertungen – auch auszugsweise – nur mit Genehmigung des Verlags.

Covergrafik: pixabay

Innengrafik: pixabay

Szenentrenner: pixabay

Coverlayout: Atelier Bonzai

Redaktion: Alisha Bionda

Lektorat & Satz: TTT

Vermittelt über die Agentur Ashera

(www.agentur-ashera.net)

 

 

Für meine Familie

Prolog

 

Sie hatte tausende Gedichte im Geiste verfasst.

Wären ihre Hände und Fußgelenke nicht durch Ketten gefesselt gewesen, hätte sie diese längst an den Wänden ihrer Zelle verewigt. Sie hätten ihr zumindest diese Kleinigkeit lassen können, doch sie war erneut gelehrt worden, was Grausamkeit bedeutet.

Sie war bereits zweimal da gewesen, um sich an ihrer Hilflosigkeit, an ihrem Schmerz zu ergötzen. Hatte sie verhöhnt und ihr vorgeworfen, ihr Leben fortgeworfen zu haben. Doch sie hatte beharrlich geschwiegen. Hatte ihr nicht die Genugtuung gegeben, über ihren zerbrochenen Geist zu triumphieren.

Ihr Körper war unter den Hieben in die Knie gegangen, und nur die Ketten, die rechts und links von ihr in den Wänden der Zelle verankert waren, hielten sie aufrecht. Aber ihr Geist war noch so scharf wie am ersten Tag ihrer Gefangenschaft. Sie würde sich niemandem beugen. Das zumindest sagte sie sich Tag für Tag, um nicht zu zerbrechen.

Noch lebte sie.

Ihre Liebste.

Das gab ihr Hoffnung.

Gab ihr Mut und Kraft weiterzuleben.

Sie würde nicht sterben wie ihre erste große Liebe. Ihre Liebste, ihre Frau, die an ihrer Stelle ihr Leben gegeben hatte.

Sie schloss die Augen, um den Schwindel auszusperren, und wusste, dass es nicht helfen würde. Beim letzten Verhör war ihr Kopf brutal gegen die Wand gestoßen, und die Welt um sie war für den Bruchteil einer Sekunde schwarz geworden. Als hätte jemand alle Lichter gelöscht.

Sie war verraten worden.

Ein Verrat, der sie in ihrem tiefsten Inneren getroffen hatte.

Sie hatten sie in ein Verlies für Schwerverbrecher weit unterhalb der Meeresoberfläche gesteckt. Hier, wo ihre einzige Gesellschaft die Tiere waren, die auf der anderen Seite ihrer Zelle lauerten. Nicht alle von ihnen waren ihr freundlich gesonnen. Einmal am Tag fluteten sie ihre Zelle, versuchten, ihren Körper, ihren Geist zu brechen. Um erst dann das Wasser durch eine Luke im Boden langsam abfließen zu lassen, wenn Tula drohte zu ertrinken. In der restlichen Zeit verschloss eine schwere Falltür die Luke. Sperrte das Leben aus und schützte Tula gleichermaßen vor den messerscharfen Schuppen und Zähnen der Tiere, die tiefe Rillen in der steinernen Tür hinterließen. Hätte sie diese nicht mit eigenen Augen gesehen, würde sie denken, dass sie sich das schabende Geräusch nur einbildete. Hier unten, weit unterhalb der Erdoberfläche der Insel, war es ohrenbetäubend.

Hier, wo Tula lernte, die Sprache der Stille zur Vollendung zu bringen. Lernte, ihren Geist gegen jeden Angriff von außen zu schützen, sich für das nächste Verhör, die nächste Flutung zu wappnen.

Sie hatten ihr alles genommen, das ihr lieb und teuer gewesen war, den Stolz und die Liebe würden sie ihr nicht auch noch nehmen.

1

 

Eine sanfte Brise strich ihr sachte übers Gesicht, ließ Tula die Augen schließen und dem Rauschen der Blätter nachhorchen. Ari saß neben ihr auf der Veranda ihres Elternhauses, genoss mit ihr den Augenblick des friedlichen Beisammensitzens. Ihre Eltern hatten sie zu einem gemeinsamen Abendessen eingeladen und wirbelten noch irgendwo im Inneren durch das Haus. Ihr Vater hatte ihnen strikt untersagt, bei der Abendbrotvorbereitung zu helfen. Noch immer hing das fröhliche Lachen in der Luft, mit dem ihr Vater Ari und Tula auf die Terrasse verfrachtet hatte.

Gerade ging die Sonne hinter den Wipfeln der Bäume unter, tauchte die Veranda in ein sanftes Licht. Tula spürte die Wärme auf ihrem Gesicht. Nahm das letzte Licht des Tages selbst durch ihre geschlossenen Lider wahr. Langsam öffnete sie die Augen, schenkte Ari ein Lächeln und griff nach ihrer Hand. Schweigend saßen sie nebeneinander, Tulas Kopf an Aris Schulter gelehnt, die Hände ineinander verschränkt, und sahen dem Licht dabei zu, wie es sich langsam zurückzog und die Dämmerung sachte in die Nacht überging.

Tula wandte sich dem Geräusch zu, das die Füße ihres Vaters auf dem Holzfußboden machten, mit seiner nachtblauen Haut konnte er, wenn er wollte, perfekt mit der Dunkelheit verschmelzen. Mit einem leisen Klirren nahm er das Geschirr vom Tablett und stellte es auf dem Verandatisch ab. Als Tulas Mutter zu ihnen trat, drückte er seiner Tochter einen sanften Kuss aufs Haar, entzündete die Kerzen auf dem Tisch, während sich Wanda, Tulas Mutter, zu ihrer Tochter und Schwiegertochter auf die Veranda setzte. Gerade erschienen die ersten Sterne am Firmament.

„Schön, nicht wahr? Wenn wir Glück haben, sehen wir vielleicht eine Sternschnuppe.“ Tulas Mutter Wanda lächelte, wies nach oben und deutete auf die Sterne, die sich am Himmel abzeichneten. Sie liebte es, ihnen die verschiedenen Sternkonstellationen zu erklären. Hatte ihnen beigebracht, wie sie sich an ihnen orientieren konnten. Tulas Eltern hatten sie unterrichtet, gelehrt zu kämpfen, eigenständig zu denken und füreinander einzustehen. Tulas Mutter Wanda war gehörlos, eine hervorragende Heilerin, Schützin, Kampfsportlerin und Lehrerin. Sie war ein Himmelsdrache, wie sie genannt wurden. Frauen, die bereits mit jungen Jahren eine Ausbildung zu mutigen Kämpferinnen und Heilerinnen absolvierten. Um Nórrmeervärl und dessen Land Suûdat zu beschützen. Und Tula konnte sich nicht daran erinnern, dass ihre Mutter je von jemandem übertroffen worden wäre, nicht mal von ihrem Vater Jeremy, der ein wahrer Schwertmeister war. Jetzt saß sie neben Tula und Ari, in ein schlichtes blaues Kleid gehüllt, das ihre petrolfarbene Haut zum Schimmern brachte, die langen schwarzen Haare zu einem losen Knoten im Nacken zusammengefasst.

„Wir können jetzt essen“, sagte Tulas Vater Jeremy lächelnd und forderte sie auf, sich zu ihm an den Tisch zu setzten. Tula stand auf, zog Ari mit sich auf die Füße, ging zu ihrem Vater hinüber und drückte ihn einmal fest an sich. Sie wusste nicht warum, aber sie hatte plötzlich ein beklemmendes Gefühl verspürt, so, als würde sie ihn nie wieder so dort stehen sehen.

„Ich habe dich so lieb.“

Jeremy lächelte bei den Worten seiner Tochter, schlang die Arme um sie, streckte die Arme auch nach Ari aus, um diese ebenfalls in eine Umarmung zu ziehen und sah über die Köpfe der beiden seine Frau an – einen weichen Ausdruck in den braunen Augen.

---ENDE DER LESEPROBE---