Hinten an der Leine - Wilhelm Ehrmann - E-Book

Hinten an der Leine E-Book

Wilhelm Ehrmann

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Beschreibung

Die Erziehung eines Haustieres ist ein unerschöpfliches Thema. Jeder hat dazu seine eigenen Ansichten. Auch wir haben uns darüber Gedanken gemacht, denn vor allem Hundebesitzer wissen darüber Bescheid. Manchmal stellt sich aber die Frage: Wer hat nun wen geformt? Wie wohl der Hund das sieht? Meiner war so frei, das mit meiner Hilfe in diesem Buch zum Besten zu geben. Vielleicht entdeckt der eine oder andere Leser ja Ähnlichkeiten mit seinem eigenen Hund?

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Seitenzahl: 52

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Wilhelm Ehrmann

Hinten an der Leine

Erzählung

Copyright: © 2017 Wilhelm Ehrmann

Lektorat: Erik Kinting – www.buchlektorat.net

Satz & Umschlag: Erik Kinting

Erschienen bei tredition GmbH, Hamburg

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Mein Name ist Wilhelm Ehrmann. Für die Kapitel eins bis fünf übernehme ich die Verantwortung. Mit allem, was danach zu Papier gebracht wurde, habe ich nichts zu tun.

Man kann Haustiere erziehen, aber man muss nicht. Es ist doch schön, zu sehen, wenn sie einen eigenen Charakter entwickeln. Es genügt, ihnen – wie Kindern – einige Verhaltensweisen mit auf den Weg zu geben. Denken wir daran wie es wäre, uns Menschen würde jede Kleinigkeit vorgehalten werden – mal abgesehen von der Ehe.

Viele sind der Ansicht, Tiere hätten weder Mimik noch Gestik, dies bliebe dem Menschen vorbehalten. Das möchte ich zu wiederlegen versuchen. Besonders unsere Haustiere geben uns, wenn wir uns darauf einlassen, mit ihrem gesamten Körper Signale. Hier soll das aber nicht aus unsere Sicht dargestellt werden, sonder aus der unseres Hundes. Dazu sei noch erwähnt: Mir ist es zuwider, mich anpassen zu müssen. Dies haben meine Gattin und ich, bei der Erziehung unseres Hundes mit einzubeziehen versucht. Soll heißen, wir wollten – also genau genommen ich –, dass er seinen eigenen Charakter entwickelt. Das wird im weiteren Verlauf nicht nur mit unserem Hund zu Kommunikationsschwierigkeiten führen, sondern auch mit meiner mir Angetrauten.

1. Kapitel:

Die verlorene Diskussion

Wie bei vielen Paaren, so auch bei uns, war der Wunsch nach einem Haustier groß. Dabei wichen unsere Meinungen doch ein wenig voneinander ab. Dazu muss angefügt werden, dass wir zu diesem Zeitpunkt eine Wohnung der Stadt Wien bewohnten. Also einen Gemeindebau. Während ich zu einem Hund tendierte, war für meine Frau eine Katze das Richtige.

Nun, diese Debatte konnte ich nicht für mich entscheiden: »Mit dem muss man Gassi gehen … Bei jedem Wetter … Dem sein Gackerl muss immer ins Sackerl … Das nervt ja schon beim dran Denken!«

Mein Gegenargument verpuffte: »Mit dem kann man schmusen.«

»Das kann eine Katze auch, außerdem schnurrt sie.«

»Aber einem Wuff kann man Kunststücke beibringen.«

»Ach … ich dachte, du willst keinen Dressierten, sondern einen mit eigenem Charakter?«

Damit war klar: Es wird eine Katze.

Schon bei unserem ersten gemeinsamen Mitbewohner konnten wir uns auf keine gemeinsame Erziehung einigen. Das Tier beschränkte seine Zuneigung zu mir darauf, mich abends genüsslich in die Zehen zu beißen. Daran kann man sich gewöhnen. Auch daran, dass man, wenn man vom Einkaufen zurückkommt, plötzlich Krallen im Oberschenkel spürt und sich jemand am Oberschenkel emporhangelt. Klar, da hatte ich gerade das Fleisch ausgepackt. Aber die Zuneigung dauerte gerade mal fünf Minuten: Fleisch weg. Katze weg.

Aber ich hatte mich an sie gewöhnt, sie war mir sogar richtig ans Herz gewachsen. Denn – ganz nach meiner Lebenseinstellung –sie verbog sich nicht. Sie lebte nach dem Motto: Nimm mich, wie ich bin, oder lass es. Also hatten wir uns arrangiert – bis zu jenem verhängnisvollen Tag …

Wir kamen von der Arbeit. Wie immer suchten wir unseren Vierbeiner. Im Dielenschrank – ein beliebter Rückzugs Ort – war nichts. Im Wohnzimmer, unter der Couch, im letzten Winkel: nichts. Badezimmer … oh Schreck: Blut an der Wasserleitung. Wo ist sie? Was ist passiert? Endlich, sie stand in der Diele. Aber sehr lethargisch. Also wieder rein in den Mantel und ab zum Tierarzt.

Was dann geschah, ist mit Worten nicht zu beschreiben. Die Diagnose war niederschmetternd: Nierenversagen. Keine Chance, vielleicht noch ein paar Wochen, aber nur mit schweren Medikamenten. Nun mussten wir eine Entscheidung treffen. Nein, das Tier sollte nicht leiden. Unter Tränen und mit einer leeren Katzenbox fuhren wir nach Hause. »Kein Haustier mehr«, beschlossen wir. Noch mal wollten wir keinen Freund verlieren.

Doch alles sollte anders kommen …

2. Kapitel:

Endlich ein Haus

Das Stadtleben wollte uns nicht mehr so richtig gefallen. Also fassten wir den Entschluss, uns ein Häuschen auf dem Land zu suchen. Wir hatten schon einige besichtigt, da schlug das Schicksal wieder zu: Uns erreichte die traurige Nachricht vom Ableben der Großmutter meiner Gattin.

Nach der Beerdigung wurde der Familienrat einberufen. Es war zu entscheiden, was mit dem Anwesen der Großmutter geschehen sollte. Niemand wollte aufs Land ziehen – außer uns. Somit wurde einstimmig beschlossen, dass wir dort wohnen sollten. Das war der Hammer! Endlich ein eigenes Grundstück, mit riesigem Garten. Ein Traum erfüllte sich.

Nichts konnte mir mehr schnell genug gehen. Nicht einmal die Baustelle hielt mich davon ab, am Wochenende dort zu nächtigen. Das wiederum zog Widerstand bei meiner besseren Hälfte nach sich. Aber, welch Einmaligkeit, ich konnte mich durchsetzen.

Nach knapp einem Jahr war es soweit: Weihnachten, die ersten im eigenen Haus.

Alles lief super, aber etwas fehlte. Ein Haustier.

Doch wie beibringen? Na, mir würde schon etwas einfallen.

3. Kapitel:

Bekanntschaft mit einem Hund

Es gingen einige Monate ins Land, dann ergab sich eine Chance. Bei einem Spaziergang begegnete uns ein Mann mit seinem Welpen. Ein Wollknäuel. Unbeholfen tapste er auf meine Frau zu. Sie war ganz hin und weg. Meine Zeit war gekommen …

»Der ist lieb … Ja so ein kuscheliges Viecherl …«

Nun war es an der Zeit, meine Bekannten ins Spiel zu bringen: »Du, da gibt's einen Wurf mit acht Mischlingen. Wollen wir sie uns mal ansehen?«

»Na ja, ansehen kann man sie sich ja mal. Aber auch nicht mehr.«

Gewonnen!

Schon für das nächste Wochenende vereinbarte ich einen Termin.

Auf dem Weg dorthin wurde zu meiner Unterstützung die Tochter meines Cousins abgeholt.

Bei meiner Bekannten angekommen, wurden wir in die Küche geleitet. Wir hatten kaum Platz genommen, da kam ein wunderschöner hellbrauner reinrassiger Jagdhund zur Tür herein. Dies sei die Mutter, erklärte man uns. ´

Es wurde Kaffee serviert, geplaudert. Dabei kam zutage, dass der zur Diskussion stehende Vierbeiner der Kleinste des ganzen Wurfes sei. Er kam auch als Letzter zur Welt. Seine Geschwister waren weit kräftiger und drängten ihn immer zur Seite, sodass er nur den Rest der Muttermilch abbekam, deshalb sei er ein wenig hager.