Hinter dem Horizont - Helmut P. Frings - E-Book

Hinter dem Horizont E-Book

Helmut P. Frings

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Beschreibung

Nach dem 2012 erschienen Gedichtband "Wanderer unter den Sternen" bietet dieser neue Band weitere Gedichte und lyrische Gedanken aus dem reichhaltigen Fundus von H.P. Frings.

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Seitenzahl: 190

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Inhaltsverzeichnis

Abendstimmung

Abgrund der Hekate

Abschied

Der Abschied

Alles vergeht, nichts bleibt (Heraklit)

Alles trägt Seinen Namen

Alte Mären neu erzählt!

Amor vincet omnia

Apophasis des Simon Magus*

April love

Auf Sand gebaut

Aus eigner Kraft?

Bald

Australien und Great Barrier Reef

Bald kommt die Nacht

Noch ist Lenz

Bitte!

Blaue Stunde

C` est la vie

Curriculum Vitae

Das Leben lohnt

Das Panier

Das milde Gesetz

Dein Bild

Deine Spuren im Sand

Deja vue

Dem unbekannten Gotte

Der Eckstein, der ein Stolperstein wird

Der Krieg

Der Gral (Sang Royale)

Der letzte Psalm

Der neue Tag!

Der neue Stern

Der Schrei!

Der Türmer

Der Weg

Der Seher

Der Weg ist das Ziel… (Lao-tse)

Des Schlafes Bruder kommt heran

Die beste Zeit

Die Brücke

Die des „Guten Willens“

Die Ersten und die Letzten

Die Linde

Die Nacht der Poeten

Doomsday

Doubt truth to be a liar,

Die innere Burg

Du größtes Rätsel

Dunkle Kammern

Durch alle Reiche wandern

Einmal war auch ich.

Durch die Wolken

Ende eines Aions

Einst wird kommen der Tag,

Erdwärts

Erwartung

Fall ins Leben

Finsternis

Geheime Welt

Gleichmut

Γνῶθι σεαυτόν

Gotische Glasmalerei

Göttermenschen

Hephata -

Herbstlich helles Leuchten überm See

Hora... in statu nascendi

... im Vorübergehen

Informations - Dimension (5 D)

Karfreitag

Kreuz des Südens

Lauf der Zeit

L‘Ange du Meridien - Chartres

Lenz in Australien

Mächtiger Spielmann

Machtstreit!

Meer der Zeit

Midsummernightsdream

Nachterleben

Nächtlicher Schutz

...

neuer Tag

Οὔτοι συνέχθειν, ἀλλὰ συμφιλεῖν ἔφυν

Oktobertag

Orphisches Schicksal

Phönix

πνεῦμα - Pneuma

Requiem für einen Stern

Que es la Vida? La Vida es un sueño

Retour á l‘origine

River of No Return

Sehnsucht

Sonetter Trost!

Sub-Kontinent

Yad Bhavam Tad Bhavati

The Hills beyond

Through the Looking Glass

Über den Wassern des Lebens!

Und so halten wir denn dafür,

Venus sinkt zu den Hesperiden

La vie en rose

Voir la vie en rose!

Wer hält sie auf...?

Werdandi*, die Wandelnde

Wissenschaft

Wüstensturm

Säulen der Natur

Wunderliche Seelenreisen

Die blaue Blume

Lar familiaris *

Engelmutter

Traumtänzer

Gern getan

Sommer 2003

Es bedeutet viel

Schwellen

Harre, arme Seele, die du der Sonne entbehrest

Nebelimpressionen am See

…und wir saßen an den Wassern zu Babylon und weinten

Der Stern

Der Lebensbaum

Saisonale Irrtümer

Wagners Musik

Melancholia

Im Kahn den blauen Fluss hinunter

Die Allerletzten

Bittersüßes Wissen

Hoffnung

Tharsis Schiffe

…und der Lärmen ward weniger

Verlorener Sohn

Frei geblieben

Regenbogenraum

Hoffnung im Winter

Meine Lieder

Wasserballade

Dem „Neuen Geiste‘‘

Im Hafen von Osaka

…dann sind sie nicht!

Erdengast

Meeressturm

Schwarze Musen

Auf den Knien meines Herzens

Bewusstwerden

Traum vom Ende

Gralshüter

Sol invictus

Zum Hesperos

in dubio - pro deo!

Frühlingsrauschen

Welten im Raum

Auferlegtes

Tropenstürme

Mit 70, da hat man noch Träume

Herbstgedanken

Sommerabschied

The last post

Wahres Königtum

Sommer 2003

Altweibersommer

Letzte Stunde

Hoffen und Bangen

Das Leben - eine Gleichung mit Unbekannten

Föhn

Engelbesuch

Lauscht!

Septemberlicht

Feentanz

…im Herbst beginne ich zu träumen

Lenz allerwege!

Wetterwende

Trüber Herbst

Himmelsschäflein

Heideherbst

Neues Jahr

Zerstreuungen

Erbsünde

…auf der Wacht!

Heidesehnsucht

Horizont der Zeit

Das neue Zeitalter

Wartesaal ins Dunkel

Feuerträger

Soll und Haben

Es wird Winter, doch er bleibt nie!!!

Die Nornen weben

Licht und Wärme

vice versa

Der Leuchtturm

Die vier Elemente

Ostermut

Der erste Frühling

…ave verum!

…drüber hinaus!

…leider!

Kaltes Licht

Walther von der Vogelweide

Ehre, wem Ehre gebührt

Sommerabend am Bodensee

Finis coronat opus

Sag mir, wo der Pfeffer wächst…?

Solis sacerdotibus

Der verlorene Sohn

Chartres

Sol invictus

Can – Stein

Sehnsucht nach

Zaubernacht mit Märchenflügeln

Unnamed – well known?

Primavera

Lenz – Gewitter

Fremde Mächte

Bindungen

Lenzhoffen im „Hohen Schwarzwald“

Mein Herz schlägt

Winterende

Unvollkommen

Bitte

Die Künste

Tempus – Fluvius est

…neue Zeit – neue Zeit

Göttliche Bestimmung

Schatzsucher

Fahrendes Volk

Englische Hilfe

Per aspera ad astra

Nächtliches Gewitter

Civitas Dei

…schweigst du schon, Pan?

Blattkunde

…kein Gut und Böse

Ewiges Wissen

Terra firma…?

Die Zeichen

Tod überwunden

Übernacht!

Ex nocte lux

Fiat voluntas tua

Im Linden – Duft

Ahasveros

Maientag

hic Rhodos, hic salta

Du hast die Macht

Lenz – Erscheinung

Hora abeundi… (Abschiedsstunde)

Und ein Trost noch

Die Externsteine

Die Liebe

Stillesein

Morgenröte

Qui me donnera la paix?

Licht in der Dunkelheit

a priori

Parakletos! (Der Tröster)

Zärtlicher Abendwind

Lebens – Psalter

Kugelwelten

Altgeworden Herz

Werdandi (die Norne der Gegenwart)

Impression an einem Frühsommerabend

Warmer Maigarten

Bildstöckle - Hohe Straße

Abschied

Mein Herz singt!

Aufwärts zu den klaren Gipfeln

Die Königin der Nacht

Jehann la Pucelle (Jeanne d’Arc)

Lethe

Mächtige Geige

So nimm denn auf das Schwert des Geistes

Nachdichtungen der Worte großer Heiliger

Abendstimmung

Ich sehe wie ein Wunderbild, die Welt

an mir in einem Nu vorüberziehn -

Gar früh schon hatte ich mir vorgestellt,

wie ewig wandellos das alles schien...

Im letzten Dämmerleuchten stehn im Dunst

die Höhen, die im Abendglanz verglimmen;

das Höchste zeigt vergehend höchste Kunst

in Farben, Klängen und in Abendstimmen...

Im warmen Dunkel dichten selbst die Gassen,

und Fensterlicht wärmt unsre armen Herzen;

ein Brunnen murmelt einsam und verlassen:

Entlasse du bei mir doch deine Schmerzen!

Abgrund der Hekate...

Es winkt uns oft aus den geringsten Dingen

der Hekate ein weisendes Geschenk!

Auch wenn wir unbedacht vorübergingen, -

Es ruft uns zu: sei Todes eingedenk!

Nun, da uns Sphären von Symbolen trennen,

sind sie dem Menschenauge nicht mehr wahr;

es ist die Tragik, dass wir nichts erkennen -

wir seh’n durch ein verdorb’nes Okular....

Durch alles Wesen reichen jene Räume,

die schon seit Ewigkeiten zaubern still

für eine Seele aufgeweckte Träume,

die losgelöst von ihrem Ankerspill.

Uns ward gegeben Träume zu erfüllen!

Denn durch Symbole stürzt der Geist ins Bild.

Wer sicher ist in seinem guten Willen,

dem wirkt die Gottheit einen Schutz als Schild.

So sorge nicht - lass nur die Seele treiben;

so lass’ sie fliegen in den Ätherraum...

Für uns ist ohnehin kein langes Bleiben,

und ewges Leben? - auf der Erde - kaum!

( Hekate: Titanentochter; Göttin des Zauberwesens)

Abschied

An Duft und Farben sind die Lande weit,

nun, da der Glanz kommt, der den Tod versöhnt.

Und über blauer Felder Sonne tönt

des Herbstes Leier sanft - in Einsamkeit...

Den goldnen Abend küsst zutiefst der Schlaf;

ein Weinblatt fällt, und Duft liegt überm Laub;

das erste Opfer und des Jahres Raub

ist eine wilde Rose, die ein Frosthauch traf...

Es zittert warmer Hauch im Ton der Flöte

im Winde, der vom Abendhimmel sank;

es dämmert um den Vogel der noch trank,

und heimgeleitet ihn die Abendröte...

Sieh, wie die Wolke hin zum Abend zieht

und die wie goldner Hauch im Rot verrinnt...

Dahin - denn südwärts zog der Sommerwind-

ein müder Schwan treibt, da er Licht noch sieht...

Der Abschied

Einstmal, wenn ich mich ergebe

meinem Schicksal in die Hand,

werd ich wollen, dass ich lebe -

weiterpilgre übers Land.

Jeden Tag, den ich erwache,

öffnet sich mein Augenlid,

und mein Tag beginnt am Bache:

Reinigung - und dann ein Lied...

Nur, dass statt der Körpermasse,

meine Seele werde rein,

meditiere ich und lasse

Gottes Sonne tief hinein.

Dann begrüße ich die Rose,

dort am Born der Neuen Zeit,

lass die Ängste einfach wehen

mitten in die Ewigkeit...

Aus den Wassern seh’ ich ragen

vor mich hin mein Spiegelbild;

hoch ins dunkle Blau getragen

strahlt die Sonne, rein und mild.

Einstmals, wenn ich mich entscheide,

trag den Stab zur nächsten Hand,

wird aus erdgewolltem Leide

Abschied für ein bessres Land.

Adria Dalmatica

(Magistrale 73)

Wir lachten in den trocknen Pinienwäldern

dem Winde zu, der in den Kronen sang;

Wir rochen Harz, gemischt dem Staub von Feldern,

das aufgefangen aus dem Weinberg drang...

Der Esel-Schrei verklang auf Felsenwegen;

der Ziegenherden glockenklarer Ton -

und Abendsonne auf Bojanas Stegen...

und Stille trägt der Wildnis Schrei davon.

Der Mond erweckt den Abend - es ist heller;

dann sind wir Gast auf einem fremden Boot...

Der Wein fließt süß, wie echter Muskateller;

geröstet gab es Fisch mit weißem Brot.

Im Wein, da duftet Harz der Schwarzen Berge,

vom Wasser strömen Salz und Meereshauch;

Melonen gab es frisch und Lauch der Felder

und auch die süße Frucht vom Zitrus-Strauch...

Sehr seltsam ist uns dieser Tag verflogen:

wir lebten nackt als Gäste ohne Geld!

Die Abendröte war ans Meer gezogen -

Moschee und Muezzin: Ganz fremde Welt.

Als unser Ruderschlag am Zelt verklungen,

da war kein Mondschein mehr, der uns betraf -

Im Zelte dann der Skipetaren Zungen ,

die sangen uns von ferne in den Schlaf...

Alles vergeht, nichts bleibt

(Heraklit)

Nun Winter bist du endlich so gekommen,

dass jedermann dich auch erkennen kann.

So ein zwei Wochen war mir recht beklommen:

der Herbst zu Ende, fingst du doch nicht an.

Nun spielen Flocken mit dem frost’gen Winde,

und durch die Wälder heult ein blanker Ost -

Du zeigst Panier - und Herren wie Gesinde,

sie alle zeigen Achtung vor dem Frost.

So auch in einer Hütte tief im Walde,

aus Holz geformt, mit rauchendem Kamin;

das Dämmerlicht des Abends sank zur Halde,

und ein paar Fenster scheinen rot zu glühn.

Im kleinen Stall, gezimmert in die Schräge

des Berges, der sich bis zum Mond erhob,

da war Geräusch der Tiere, die nur träge

verdauten - nur ein Rindvieh war, das schnob...

Der Haushund trat behäbig durch die Klemme,

die klafterweit verhängt ihm Durchgang bot;

der Flockenschnee fiel durch die kahlen Stämme;

das Bächlein murmelte: ich bin nicht tot...

Behaglich malt in jenem Hause drinnen

der Hausherr sich ein Loch ins Fenstereis;

die Katzen, wohlverwahrt auf Kachelzinnen,

sie fraßen, schliefen oder schnurrten leis’...

So allzumal schien dies ein Bild zu werden,

das man so von der weißen Weihnacht kennt,

doch sehen wir, dass heutzutag auf Erden

Erinnerung nur noch im Herzen brennt!

Das Alte geht - und Neues ist erschienen,

und manche halten an und bleiben stehn -

Doch alle, die den alten Geistern dienen,

die wolln im Herzen gar nichts Neues sehn...

Alles trägt Seinen Namen...

Ich darf Dich nicht in Farben malen,

der Du aus meinem Herzen steigst.

Du strömst aus meinen Farbenschalen

als Bild, das sich zu irdisch zeigt!

Es sind die Bilder Deiner Hände,

die liebend als Natur bestellt,

doch male ich sie, sind es Wände,

begrenzend Deine Farbenwelt!

Ja, Deine Bilder tragen Namen,

weil innendrin ein Licht entbrennt -

Und meine Bilder sind nur Rahmen,

die man den Deinen nachbenennt...

Du schufst die Bilder aus dem Sehnen;

Dein Abbild schufst Du der Natur -

Ich sehe Dich in allem Schönen -

doch alles ist nur Deine Spur...

Alte Mären neu erzählt!

Man sieht den Tannen die Stürme an

aus wintergewordenen Tagen,

und mancher, der noch erzählen kann,

weiß alte Mären zu sagen.

Es geht durch den Wald die neue Zeit,

denn Stürme sind Umgestalter...

Der neue Ernst aus der Ewigkeit

erzählt einen anderen Psalter.

Die Engel des Alten Testaments,

sie öffnen verkrustete Spuren -

Einjeder, der hören will, erkennt’s:

den bronzenen Klang der Luren.

Mancher hört zwar nur Sturmgebraus,

doch andere lauschen den Klängen;

dem einen ist die Natur ein Graus -

doch Harmonien hör’n die Mengen...

Man sieht den Tannen die Stürme an;

gar manche hat es gerissen...

doch welche noch steh’n, die haben dann

vom Sturmwind ein anderes Wissen!

Amor vincet omnia

Ist das Haus zum Herbst bestellt,

kann die Abendglocke läuten.

Wem der erste Schnee bald fällt,

muss zum Winter sich bereiten.

Auf dem Tisch ist Wein und Brot:

Wanderer betritt die Schwelle -

draußen lass die Winternot,

komm ins Warme, komm ins Helle!

Mancher auf der Wanderschaft

findet sich auf dunklem Pfade -

dann tritt ein - erhalte Kraft

aus der Gastlichkeit der Gnade.

Draußen ist die Nacht so kalt,

dass sich Nebelbänke halten,

doch statt Wintersturmgewalt,

soll im Hause Liebe walten!

ἀποκατάστασις πάντων

- Apokatastasis Panton (Apg 3,21a)

Die Menschen sitzen vor den dunklen Türen

und sind mit schwarzen Flecken aufgebläht,

und jene, die bedeckt von den Geschwüren

des Bösen kommen neuerdings zu spät!

Die Himmel fallen jetzt in schweren Stücken

auf jeden, der mit Reichtum sich belädt;

doch alle Häupter müssen tief sich bücken,

vor dem, der Neue Zeiten auf sie sät...

So sieh, wie ihre schweren Schultern schwanken;

der Sünden Last ist allen, wie ein Meer -

Ein Wehe! jenen Alten und den Kranken

und jenen, die gelebt ‚ doch seelenleer...

Da! sieh nur, wie vor Ängsten sie erbleichen;

sie sehen nur den schauerlichen Schild

des Lebens in den eignen schwarzen Reichen -

Nun sehen sie ihr wahres Geistesbild!

Verlorne Kinder … einer hat die Gnade;

er lädt sie alle vor des Höchsten Thron,

auf dass man sie im reinsten Lichte bade:

dann wird ein Kind aus dem „Verlornen Sohn“!

Apophasis des Simon Magus1...

Es fließt das Licht der Gottheit ohne Maß:

ein überfließend Maß und in der Fülle!

Für alle fließt es ohne Unterlass,

doch zielgerichtet ist sein fester Wille...

Du, der du weißt und dessen hohes Wissen

aus Liebe stammt und aus dem Überfluss;

du, der du aus den dunklen Geistverließen

bist ausgetreten, aus der Welt Verdruss,

du wirst aus Ahnen und aus deiner Art

die Liebe lernen - und ihr zart Beginnen...

Im Anfang ist das Fließen nurmehr zart,

doch ohne Angst wird es ein heißes Rinnen!

Es ist nichts dein, so wenig wie die Winde,

doch deine Blöße ist bedeckt mit Flor.

Und ausgekommen allem Hofgesinde,

stehst du geöffnet vor der Liebe Tor.

Du bist im Fluss, doch bist du heimatlos

in dieser Welt der leiblichen Genüsse...

Im Geiste bist du unbedeckt und bloß,

doch schwebst im Reichen du - der Überflüsse!

Hast du die Liebe als den großen Glanz,

beginnt in dir das Morgenrot zu fließen...

Und gar verworfen ist dein Ruhmeskranz

der Erde - doch du darfst das Sein genießen...

Hast du den Wunsch, wie Sträflinge ihn hegen?

so wirst du frei in einer Liebeswelt!

Du nimmst den Hauch der Liebenden entgegen -

der dich beseligt, wenn er dich befällt...

Und bist du auch im Geist der Mittellose,

so bist du doch im Fließen Seines Lichts -

Dir öffnet leicht Pandora ihre Dose,

jedoch zur Freude deines Angesichts.

Uns, ja uns allen aus den Nachtasylen,

uns ist verkündet von dem Liebesmeer,

und mahlen uns auch des Gesetzes Mühlen,

gehören wir gereinigt zu dem Heer

der Auserwählten in des Lichtes Strom -

Ja, uns erklingt zum Heil der Ton der Harfe!

Es öffnet sich vor uns nicht nur der Dom,

nein, auch der Liebesschrein - nach dem Bedarfe...

Apophasis - wir sind es, die da frieren,

denn kühlend ist das Geisteslicht und blass,

wenn es gewonnen ohne Sichverlieren

an jene Flamme, die das Ich vergaß!

Wer liebt, der weiß sich von der Blumenart,

die tief verwurzelt in dem Reich der Geister,

und die aus Trieben, welche jung und zart

gar kräftig sprosst - zu ihrem Herrn und Meister!

Wenn Seine Stimme dringt von ferne her,

und ist im Herzen längstens nur Sein Wille,

dann trägt sie Liebeswasser in ein Meer,

das fast vertrocknet, doch nun in der Fülle!

Apophasis - vom reichen Fluss der Liebe;

er wird erworben und nicht nur geschenkt;

gereinigt fallen wir durch alle Siebe -

Er fängt uns auf, der Schicksalsströme lenkt!

1Phaos rhyentes...(übers.: fließendes Licht) Fließendes Licht der Gottheit, nach Mechthild v.Magdeburg

April love

Heut’ im April, steigt schon ein Sommerblau,

das hoch sich zittert durch die grünen Sprossen!

Der ganze März trug täglich Grau in grau -

und wie die Wassermassen sich ergossen...

Nun schau ich mir den Himmel fröhlich an

und lausche huldvollst seinen Sonnengästen,

durch deren Jubiliern wir ganz genau

den Frühling trennen von des Winters Resten...

Und was besagen uns die Wettertreiben?

die dem April das Ungewisse bringen:

mit letztem Schnee schon erstes Vogelsingen!

Ach! Öffne weit nur deine Fensterscheiben

und trink das erste Blau in durstgen Zügen!

Ist Sonne nicht - lass dir am Grün genügen...!

Armut ist kein Glanz von oben...

(nach R.M.Rilke)

...denn dein ist nichts, du trägst das Nichts in Stolz,

als ob Nichtshaben eine Tugend sei...

Ja, lieber bricht ein hartes Eichenholz,

eh es sich beugt…, wie einst im Mai!

Auch mein ist nichts, so wenig wie des Windes,

und Nacktheit deckt kein noch so großer Ruhm...

So trage einfach Kleider des Gesindes

- das ewig war in Gottes Königtum -

Du bist halt arm, weil man dir das entzogen,

was dir gehörte, denn dich verließ die Kraft...

Du lebtest, und schon hat man dich betrogen:

so freue dich des Teils, den du geschafft...

Denk an das Tier, das tagelang nichts fraß;

denk an die Vögel, die im Winter frieren!

Wie ewig traurig geht‘s gefangnen Tieren:

So wer ist der, der einfach sie vergaß...?

Man soll den Armen niemals deshalb loben,

denn Armut ist mitnichten Glanz von oben...

Auf Sand gebaut...

Es kommt der Tag der trunkenen Narzissen,

da alles Welttheater untergeht,

und wir, die wir betrügende Kulissen

sind aufgestellt - und leichthin weggeweht.

Der Balsamduft der Lüge hat die Wunde

der Welt mit seinen Düften angeschmiert,

so dass sie in der trüben Nebelstunde

sich zugedunkelt,- angstvoll kaum noch rührt...

Die Possenreißer reden wie Propheten

und ihre Lügen tönen lang und laut;

auf dieser Bühne kann man nicht mehr beten,

denn selbst die Kirchen sind auf Sand gebaut!

Aus eigner Kraft?

Was kann mich schon die Liebe lehren?

die Weisheit, die beständig tagt?!

Allhier muss beides ich entbehren,

weil mir der Himmel sie versagt!

Was nützt ein Wort aus klugem Munde,

was nützt Genuss von Götterwein?

schlägt mir erst meine Abschiedsstunde,

dann werde ich alleine sein!

Was nützt es, dass durch Hohe Mächte

die Weisheit streng nach oben zieht?

dass Liebe ihre Herzens - Rechte

verlangt und ruft in ihr Gebiet?

Wie soll ich die Gebote halten?

als dummer, schwacher, kleiner Knecht?

Ich komme, wo nur Feinde walten,

doch nie zum angestammten Recht!

Es sei, dass meinem schwachen Leben

von oben wird vermehrte Macht!

dann kann vielleicht, mit heißem Streben,

zum Licht ich steigen - aus der Nacht…

Bald...

... Bald dringt der Lärm zu mir von den verschneiten

Gefilden, die dem Wintertod geweiht...

Bereitet Wärme vor durch die Gezeiten,

denn irgendwann hat‘s überall geschneit.

Noch trägt die Welt die Ära des Geschmeides

und wird so bleiben bis zur letzten Mahd;

noch lauschen wir dem Rauschen des Getreides,

bereiten dann uns vor zum Heimatpfad -

Das Wort erklang seit je durch die Askese-

erleuchtend, wo ein Mensch sich ihm empfahl;

nur jener wird es fassen, der es lese,

anstatt zu bleiben in dem Nebeltal...

Das Schimmern eines lieben Augenpaares,

das mir wie stets heut liebevoll erglimmt,

wird dann zum schönsten Sternenlicht des Jahres,

denn Liebe ist dem Lichte zubestimmt!

Australien und Great Barrier Reef...

Das Land, es lebt mit Succulenten:

Beweis für Wüsten-Klimata...

Für den Tourismus-Absolventen,

sind allerlei Gefahren da!

So wildromantisch auch die Wüsten,

so malerisch die Buchten sind;

es wäre gut, wenn alle wüssten,

was voller Gift im Buschwerk spinnt!

Des Outbacks Wüsten-Paradies,

die Parks, die jede Stadt umgeben,

sind angefüllt mit Kolibris

und Kakadus und Sittich-Leben...

Doch wehe, du verlässt die Straßen,

dann bist vom Outback du erfasst.

Man muß es sich nur zeigen lassen,

wie dieses Land voll Gift dich hasst!

Ein Nachbar grub sich seinen Garten

als eine Trichterspinne stach;

wir mussten drei Minuten warten

bevor sein blaues Auge brach...

Das Land- das schlimmste Ungeheuer,

samt Schlangen und mit Spinnenlust!

Es macht dir Ängste, ungeheuer -

so geh nicht hin, wenn du nicht musst.

Es weiß ja selbst der Fachgelehrte,

so sagt man auch vom Barrier Reef:

Kein Tier, das dort des Gifts entbehrte...

obgleich, das Wasser sei nicht tief...

Bald kommt die Nacht

Der Wandrer lebt nach seiner Art:

beim Rasten sitzt er ernst und stumm.

Das graue Haar in seinem Bart

beweist sein Leben: rauh und hart -

doch bald ist seine Zeit nun um...

Die Wälder ruhn, das Feld ist leer,

die Glocke klingt für ihn von fern:

ihr matter Ruf dringt zu ihm her,

wird schwach, verhallt - und ist nicht mehr;

zum Himmel steigt ein erster Stern.

Im Dämmern raschelt sacht ein Reh

und scheut - die Flucht ist ohne Ziel...

Des Wandrers Herz, das nun fast bricht,

ob er sein Ende sieht im Licht?

denn seiner Taten waren viel.

Die Knochen schmerzen, Haare greis,

und langsam fließt und schwer sein Blut.

Die Jahre fordern ihren Preis

von ihm, der um sein Sterben weiß -

und vieles scheint ihm nicht mehr gut!

Die Winde singen um ein Haus;

der Wandrer ruhet sehr bedacht...

Dann horcht er in das Weltgebraus

und bläst die letzten Lichter aus -

und stellt gelassen sich der Nacht!

Noch ist Lenz

Veilchen und blühende Zeiten

leben im Frühlingsbann;

Götter der schwellenden Weiten,

haltet die Tage an...

Sendet von schneeweißen Lämmern

eines als Himmelsflor;

Spiegelt doch rotes Dämmern

uns schon den Sommer vor!?

Seht ihr den Sommer dort lehnen

wartend auf seinen Tag?

Wir woll’n ihn nicht ersehnen,

weil ich den Lenz doch mag...

Bitte!

Horch nur! wie der Sturmwind braust,

rüttelt auch am Erker;

wie er unterm Dache haust -

rüttelt immer stärker...

Bete jetzt! zur Schlafenszeit;

falte deine Hände!

Heute ist der Tod nicht weit -

naht sich schon behände...

Glockenleuten: Feuersbrunst!

Sieh der Flammen Lohen...

bete um der Laren Gunst,

wenn die Gluten drohen...

Blaue Stunde

Wie oft lag ich und ringsumher nur Wald,

wenn Abendhimmel liebesrot verbrennen.

Am Himmel schwimmen wolkiger Gestalt