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Nach dem 2012 erschienen Gedichtband "Wanderer unter den Sternen" bietet dieser neue Band weitere Gedichte und lyrische Gedanken aus dem reichhaltigen Fundus von H.P. Frings.
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Seitenzahl: 190
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Abendstimmung
Abgrund der Hekate
Abschied
Der Abschied
Alles vergeht, nichts bleibt (Heraklit)
Alles trägt Seinen Namen
Alte Mären neu erzählt!
Amor vincet omnia
Apophasis des Simon Magus*
April love
Auf Sand gebaut
Aus eigner Kraft?
Bald
Australien und Great Barrier Reef
Bald kommt die Nacht
Noch ist Lenz
Bitte!
Blaue Stunde
C` est la vie
Curriculum Vitae
Das Leben lohnt
Das Panier
Das milde Gesetz
Dein Bild
Deine Spuren im Sand
Deja vue
Dem unbekannten Gotte
Der Eckstein, der ein Stolperstein wird
Der Krieg
Der Gral (Sang Royale)
Der letzte Psalm
Der neue Tag!
Der neue Stern
Der Schrei!
Der Türmer
Der Weg
Der Seher
Der Weg ist das Ziel… (Lao-tse)
Des Schlafes Bruder kommt heran
Die beste Zeit
Die Brücke
Die des „Guten Willens“
Die Ersten und die Letzten
Die Linde
Die Nacht der Poeten
Doomsday
Doubt truth to be a liar,
Die innere Burg
Du größtes Rätsel
Dunkle Kammern
Durch alle Reiche wandern
Einmal war auch ich.
Durch die Wolken
Ende eines Aions
Einst wird kommen der Tag,
Erdwärts
Erwartung
Fall ins Leben
Finsternis
Geheime Welt
Gleichmut
Γνῶθι σεαυτόν
Gotische Glasmalerei
Göttermenschen
Hephata -
Herbstlich helles Leuchten überm See
Hora... in statu nascendi
... im Vorübergehen
Informations - Dimension (5 D)
Karfreitag
Kreuz des Südens
Lauf der Zeit
L‘Ange du Meridien - Chartres
Lenz in Australien
Mächtiger Spielmann
Machtstreit!
Meer der Zeit
Midsummernightsdream
Nachterleben
Nächtlicher Schutz
...
neuer Tag
Οὔτοι συνέχθειν, ἀλλὰ συμφιλεῖν ἔφυν
Oktobertag
Orphisches Schicksal
Phönix
πνεῦμα - Pneuma
Requiem für einen Stern
Que es la Vida? La Vida es un sueño
Retour á l‘origine
River of No Return
Sehnsucht
Sonetter Trost!
Sub-Kontinent
Yad Bhavam Tad Bhavati
The Hills beyond
Through the Looking Glass
Über den Wassern des Lebens!
Und so halten wir denn dafür,
Venus sinkt zu den Hesperiden
La vie en rose
Voir la vie en rose!
Wer hält sie auf...?
Werdandi*, die Wandelnde
Wissenschaft
Wüstensturm
Säulen der Natur
Wunderliche Seelenreisen
Die blaue Blume
Lar familiaris *
Engelmutter
Traumtänzer
Gern getan
Sommer 2003
Es bedeutet viel
Schwellen
Harre, arme Seele, die du der Sonne entbehrest
Nebelimpressionen am See
…und wir saßen an den Wassern zu Babylon und weinten
Der Stern
Der Lebensbaum
Saisonale Irrtümer
Wagners Musik
Melancholia
Im Kahn den blauen Fluss hinunter
Die Allerletzten
Bittersüßes Wissen
Hoffnung
Tharsis Schiffe
…und der Lärmen ward weniger
Verlorener Sohn
Frei geblieben
Regenbogenraum
Hoffnung im Winter
Meine Lieder
Wasserballade
Dem „Neuen Geiste‘‘
Im Hafen von Osaka
…dann sind sie nicht!
Erdengast
Meeressturm
Schwarze Musen
Auf den Knien meines Herzens
Bewusstwerden
Traum vom Ende
Gralshüter
Sol invictus
Zum Hesperos
in dubio - pro deo!
Frühlingsrauschen
Welten im Raum
Auferlegtes
Tropenstürme
Mit 70, da hat man noch Träume
Herbstgedanken
Sommerabschied
The last post
Wahres Königtum
Sommer 2003
Altweibersommer
Letzte Stunde
Hoffen und Bangen
Das Leben - eine Gleichung mit Unbekannten
Föhn
Engelbesuch
Lauscht!
Septemberlicht
Feentanz
…im Herbst beginne ich zu träumen
Lenz allerwege!
Wetterwende
Trüber Herbst
Himmelsschäflein
Heideherbst
Neues Jahr
Zerstreuungen
Erbsünde
…auf der Wacht!
Heidesehnsucht
Horizont der Zeit
Das neue Zeitalter
Wartesaal ins Dunkel
Feuerträger
Soll und Haben
Es wird Winter, doch er bleibt nie!!!
Die Nornen weben
Licht und Wärme
vice versa
Der Leuchtturm
Die vier Elemente
Ostermut
Der erste Frühling
…ave verum!
…drüber hinaus!
…leider!
Kaltes Licht
Walther von der Vogelweide
Ehre, wem Ehre gebührt
Sommerabend am Bodensee
Finis coronat opus
Sag mir, wo der Pfeffer wächst…?
Solis sacerdotibus
Der verlorene Sohn
Chartres
Sol invictus
Can – Stein
Sehnsucht nach
Zaubernacht mit Märchenflügeln
Unnamed – well known?
Primavera
Lenz – Gewitter
Fremde Mächte
Bindungen
Lenzhoffen im „Hohen Schwarzwald“
Mein Herz schlägt
Winterende
Unvollkommen
Bitte
Die Künste
Tempus – Fluvius est
…neue Zeit – neue Zeit
Göttliche Bestimmung
Schatzsucher
Fahrendes Volk
Englische Hilfe
Per aspera ad astra
Nächtliches Gewitter
Civitas Dei
…schweigst du schon, Pan?
Blattkunde
…kein Gut und Böse
Ewiges Wissen
Terra firma…?
Die Zeichen
Tod überwunden
Übernacht!
Ex nocte lux
Fiat voluntas tua
Im Linden – Duft
Ahasveros
Maientag
hic Rhodos, hic salta
Du hast die Macht
Lenz – Erscheinung
Hora abeundi… (Abschiedsstunde)
Und ein Trost noch
Die Externsteine
Die Liebe
Stillesein
Morgenröte
Qui me donnera la paix?
Licht in der Dunkelheit
a priori
Parakletos! (Der Tröster)
Zärtlicher Abendwind
Lebens – Psalter
Kugelwelten
Altgeworden Herz
Werdandi (die Norne der Gegenwart)
Impression an einem Frühsommerabend
Warmer Maigarten
Bildstöckle - Hohe Straße
Abschied
Mein Herz singt!
Aufwärts zu den klaren Gipfeln
Die Königin der Nacht
Jehann la Pucelle (Jeanne d’Arc)
Lethe
Mächtige Geige
So nimm denn auf das Schwert des Geistes
Nachdichtungen der Worte großer Heiliger
Ich sehe wie ein Wunderbild, die Welt
an mir in einem Nu vorüberziehn -
Gar früh schon hatte ich mir vorgestellt,
wie ewig wandellos das alles schien...
Im letzten Dämmerleuchten stehn im Dunst
die Höhen, die im Abendglanz verglimmen;
das Höchste zeigt vergehend höchste Kunst
in Farben, Klängen und in Abendstimmen...
Im warmen Dunkel dichten selbst die Gassen,
und Fensterlicht wärmt unsre armen Herzen;
ein Brunnen murmelt einsam und verlassen:
Entlasse du bei mir doch deine Schmerzen!
Es winkt uns oft aus den geringsten Dingen
der Hekate ein weisendes Geschenk!
Auch wenn wir unbedacht vorübergingen, -
Es ruft uns zu: sei Todes eingedenk!
Nun, da uns Sphären von Symbolen trennen,
sind sie dem Menschenauge nicht mehr wahr;
es ist die Tragik, dass wir nichts erkennen -
wir seh’n durch ein verdorb’nes Okular....
Durch alles Wesen reichen jene Räume,
die schon seit Ewigkeiten zaubern still
für eine Seele aufgeweckte Träume,
die losgelöst von ihrem Ankerspill.
Uns ward gegeben Träume zu erfüllen!
Denn durch Symbole stürzt der Geist ins Bild.
Wer sicher ist in seinem guten Willen,
dem wirkt die Gottheit einen Schutz als Schild.
So sorge nicht - lass nur die Seele treiben;
so lass’ sie fliegen in den Ätherraum...
Für uns ist ohnehin kein langes Bleiben,
und ewges Leben? - auf der Erde - kaum!
( Hekate: Titanentochter; Göttin des Zauberwesens)
An Duft und Farben sind die Lande weit,
nun, da der Glanz kommt, der den Tod versöhnt.
Und über blauer Felder Sonne tönt
des Herbstes Leier sanft - in Einsamkeit...
Den goldnen Abend küsst zutiefst der Schlaf;
ein Weinblatt fällt, und Duft liegt überm Laub;
das erste Opfer und des Jahres Raub
ist eine wilde Rose, die ein Frosthauch traf...
Es zittert warmer Hauch im Ton der Flöte
im Winde, der vom Abendhimmel sank;
es dämmert um den Vogel der noch trank,
und heimgeleitet ihn die Abendröte...
Sieh, wie die Wolke hin zum Abend zieht
und die wie goldner Hauch im Rot verrinnt...
Dahin - denn südwärts zog der Sommerwind-
ein müder Schwan treibt, da er Licht noch sieht...
Einstmal, wenn ich mich ergebe
meinem Schicksal in die Hand,
werd ich wollen, dass ich lebe -
weiterpilgre übers Land.
Jeden Tag, den ich erwache,
öffnet sich mein Augenlid,
und mein Tag beginnt am Bache:
Reinigung - und dann ein Lied...
Nur, dass statt der Körpermasse,
meine Seele werde rein,
meditiere ich und lasse
Gottes Sonne tief hinein.
Dann begrüße ich die Rose,
dort am Born der Neuen Zeit,
lass die Ängste einfach wehen
mitten in die Ewigkeit...
Aus den Wassern seh’ ich ragen
vor mich hin mein Spiegelbild;
hoch ins dunkle Blau getragen
strahlt die Sonne, rein und mild.
Einstmals, wenn ich mich entscheide,
trag den Stab zur nächsten Hand,
wird aus erdgewolltem Leide
Abschied für ein bessres Land.
(Magistrale 73)
Wir lachten in den trocknen Pinienwäldern
dem Winde zu, der in den Kronen sang;
Wir rochen Harz, gemischt dem Staub von Feldern,
das aufgefangen aus dem Weinberg drang...
Der Esel-Schrei verklang auf Felsenwegen;
der Ziegenherden glockenklarer Ton -
und Abendsonne auf Bojanas Stegen...
und Stille trägt der Wildnis Schrei davon.
Der Mond erweckt den Abend - es ist heller;
dann sind wir Gast auf einem fremden Boot...
Der Wein fließt süß, wie echter Muskateller;
geröstet gab es Fisch mit weißem Brot.
Im Wein, da duftet Harz der Schwarzen Berge,
vom Wasser strömen Salz und Meereshauch;
Melonen gab es frisch und Lauch der Felder
und auch die süße Frucht vom Zitrus-Strauch...
Sehr seltsam ist uns dieser Tag verflogen:
wir lebten nackt als Gäste ohne Geld!
Die Abendröte war ans Meer gezogen -
Moschee und Muezzin: Ganz fremde Welt.
Als unser Ruderschlag am Zelt verklungen,
da war kein Mondschein mehr, der uns betraf -
Im Zelte dann der Skipetaren Zungen ,
die sangen uns von ferne in den Schlaf...
(Heraklit)
Nun Winter bist du endlich so gekommen,
dass jedermann dich auch erkennen kann.
So ein zwei Wochen war mir recht beklommen:
der Herbst zu Ende, fingst du doch nicht an.
Nun spielen Flocken mit dem frost’gen Winde,
und durch die Wälder heult ein blanker Ost -
Du zeigst Panier - und Herren wie Gesinde,
sie alle zeigen Achtung vor dem Frost.
So auch in einer Hütte tief im Walde,
aus Holz geformt, mit rauchendem Kamin;
das Dämmerlicht des Abends sank zur Halde,
und ein paar Fenster scheinen rot zu glühn.
Im kleinen Stall, gezimmert in die Schräge
des Berges, der sich bis zum Mond erhob,
da war Geräusch der Tiere, die nur träge
verdauten - nur ein Rindvieh war, das schnob...
Der Haushund trat behäbig durch die Klemme,
die klafterweit verhängt ihm Durchgang bot;
der Flockenschnee fiel durch die kahlen Stämme;
das Bächlein murmelte: ich bin nicht tot...
Behaglich malt in jenem Hause drinnen
der Hausherr sich ein Loch ins Fenstereis;
die Katzen, wohlverwahrt auf Kachelzinnen,
sie fraßen, schliefen oder schnurrten leis’...
So allzumal schien dies ein Bild zu werden,
das man so von der weißen Weihnacht kennt,
doch sehen wir, dass heutzutag auf Erden
Erinnerung nur noch im Herzen brennt!
Das Alte geht - und Neues ist erschienen,
und manche halten an und bleiben stehn -
Doch alle, die den alten Geistern dienen,
die wolln im Herzen gar nichts Neues sehn...
Ich darf Dich nicht in Farben malen,
der Du aus meinem Herzen steigst.
Du strömst aus meinen Farbenschalen
als Bild, das sich zu irdisch zeigt!
Es sind die Bilder Deiner Hände,
die liebend als Natur bestellt,
doch male ich sie, sind es Wände,
begrenzend Deine Farbenwelt!
Ja, Deine Bilder tragen Namen,
weil innendrin ein Licht entbrennt -
Und meine Bilder sind nur Rahmen,
die man den Deinen nachbenennt...
Du schufst die Bilder aus dem Sehnen;
Dein Abbild schufst Du der Natur -
Ich sehe Dich in allem Schönen -
doch alles ist nur Deine Spur...
Man sieht den Tannen die Stürme an
aus wintergewordenen Tagen,
und mancher, der noch erzählen kann,
weiß alte Mären zu sagen.
Es geht durch den Wald die neue Zeit,
denn Stürme sind Umgestalter...
Der neue Ernst aus der Ewigkeit
erzählt einen anderen Psalter.
Die Engel des Alten Testaments,
sie öffnen verkrustete Spuren -
Einjeder, der hören will, erkennt’s:
den bronzenen Klang der Luren.
Mancher hört zwar nur Sturmgebraus,
doch andere lauschen den Klängen;
dem einen ist die Natur ein Graus -
doch Harmonien hör’n die Mengen...
Man sieht den Tannen die Stürme an;
gar manche hat es gerissen...
doch welche noch steh’n, die haben dann
vom Sturmwind ein anderes Wissen!
Ist das Haus zum Herbst bestellt,
kann die Abendglocke läuten.
Wem der erste Schnee bald fällt,
muss zum Winter sich bereiten.
Auf dem Tisch ist Wein und Brot:
Wanderer betritt die Schwelle -
draußen lass die Winternot,
komm ins Warme, komm ins Helle!
Mancher auf der Wanderschaft
findet sich auf dunklem Pfade -
dann tritt ein - erhalte Kraft
aus der Gastlichkeit der Gnade.
Draußen ist die Nacht so kalt,
dass sich Nebelbänke halten,
doch statt Wintersturmgewalt,
soll im Hause Liebe walten!
Die Menschen sitzen vor den dunklen Türen
und sind mit schwarzen Flecken aufgebläht,
und jene, die bedeckt von den Geschwüren
des Bösen kommen neuerdings zu spät!
Die Himmel fallen jetzt in schweren Stücken
auf jeden, der mit Reichtum sich belädt;
doch alle Häupter müssen tief sich bücken,
vor dem, der Neue Zeiten auf sie sät...
So sieh, wie ihre schweren Schultern schwanken;
der Sünden Last ist allen, wie ein Meer -
Ein Wehe! jenen Alten und den Kranken
und jenen, die gelebt ‚ doch seelenleer...
Da! sieh nur, wie vor Ängsten sie erbleichen;
sie sehen nur den schauerlichen Schild
des Lebens in den eignen schwarzen Reichen -
Nun sehen sie ihr wahres Geistesbild!
Verlorne Kinder … einer hat die Gnade;
er lädt sie alle vor des Höchsten Thron,
auf dass man sie im reinsten Lichte bade:
dann wird ein Kind aus dem „Verlornen Sohn“!
Es fließt das Licht der Gottheit ohne Maß:
ein überfließend Maß und in der Fülle!
Für alle fließt es ohne Unterlass,
doch zielgerichtet ist sein fester Wille...
Du, der du weißt und dessen hohes Wissen
aus Liebe stammt und aus dem Überfluss;
du, der du aus den dunklen Geistverließen
bist ausgetreten, aus der Welt Verdruss,
du wirst aus Ahnen und aus deiner Art
die Liebe lernen - und ihr zart Beginnen...
Im Anfang ist das Fließen nurmehr zart,
doch ohne Angst wird es ein heißes Rinnen!
Es ist nichts dein, so wenig wie die Winde,
doch deine Blöße ist bedeckt mit Flor.
Und ausgekommen allem Hofgesinde,
stehst du geöffnet vor der Liebe Tor.
Du bist im Fluss, doch bist du heimatlos
in dieser Welt der leiblichen Genüsse...
Im Geiste bist du unbedeckt und bloß,
doch schwebst im Reichen du - der Überflüsse!
Hast du die Liebe als den großen Glanz,
beginnt in dir das Morgenrot zu fließen...
Und gar verworfen ist dein Ruhmeskranz
der Erde - doch du darfst das Sein genießen...
Hast du den Wunsch, wie Sträflinge ihn hegen?
so wirst du frei in einer Liebeswelt!
Du nimmst den Hauch der Liebenden entgegen -
der dich beseligt, wenn er dich befällt...
Und bist du auch im Geist der Mittellose,
so bist du doch im Fließen Seines Lichts -
Dir öffnet leicht Pandora ihre Dose,
jedoch zur Freude deines Angesichts.
Uns, ja uns allen aus den Nachtasylen,
uns ist verkündet von dem Liebesmeer,
und mahlen uns auch des Gesetzes Mühlen,
gehören wir gereinigt zu dem Heer
der Auserwählten in des Lichtes Strom -
Ja, uns erklingt zum Heil der Ton der Harfe!
Es öffnet sich vor uns nicht nur der Dom,
nein, auch der Liebesschrein - nach dem Bedarfe...
Apophasis - wir sind es, die da frieren,
denn kühlend ist das Geisteslicht und blass,
wenn es gewonnen ohne Sichverlieren
an jene Flamme, die das Ich vergaß!
Wer liebt, der weiß sich von der Blumenart,
die tief verwurzelt in dem Reich der Geister,
und die aus Trieben, welche jung und zart
gar kräftig sprosst - zu ihrem Herrn und Meister!
Wenn Seine Stimme dringt von ferne her,
und ist im Herzen längstens nur Sein Wille,
dann trägt sie Liebeswasser in ein Meer,
das fast vertrocknet, doch nun in der Fülle!
Apophasis - vom reichen Fluss der Liebe;
er wird erworben und nicht nur geschenkt;
gereinigt fallen wir durch alle Siebe -
Er fängt uns auf, der Schicksalsströme lenkt!
1Phaos rhyentes...(übers.: fließendes Licht) Fließendes Licht der Gottheit, nach Mechthild v.Magdeburg
Heut’ im April, steigt schon ein Sommerblau,
das hoch sich zittert durch die grünen Sprossen!
Der ganze März trug täglich Grau in grau -
und wie die Wassermassen sich ergossen...
Nun schau ich mir den Himmel fröhlich an
und lausche huldvollst seinen Sonnengästen,
durch deren Jubiliern wir ganz genau
den Frühling trennen von des Winters Resten...
Und was besagen uns die Wettertreiben?
die dem April das Ungewisse bringen:
mit letztem Schnee schon erstes Vogelsingen!
Ach! Öffne weit nur deine Fensterscheiben
und trink das erste Blau in durstgen Zügen!
Ist Sonne nicht - lass dir am Grün genügen...!
(nach R.M.Rilke)
...denn dein ist nichts, du trägst das Nichts in Stolz,
als ob Nichtshaben eine Tugend sei...
Ja, lieber bricht ein hartes Eichenholz,
eh es sich beugt…, wie einst im Mai!
Auch mein ist nichts, so wenig wie des Windes,
und Nacktheit deckt kein noch so großer Ruhm...
So trage einfach Kleider des Gesindes
- das ewig war in Gottes Königtum -
Du bist halt arm, weil man dir das entzogen,
was dir gehörte, denn dich verließ die Kraft...
Du lebtest, und schon hat man dich betrogen:
so freue dich des Teils, den du geschafft...
Denk an das Tier, das tagelang nichts fraß;
denk an die Vögel, die im Winter frieren!
Wie ewig traurig geht‘s gefangnen Tieren:
So wer ist der, der einfach sie vergaß...?
Man soll den Armen niemals deshalb loben,
denn Armut ist mitnichten Glanz von oben...
Es kommt der Tag der trunkenen Narzissen,
da alles Welttheater untergeht,
und wir, die wir betrügende Kulissen
sind aufgestellt - und leichthin weggeweht.
Der Balsamduft der Lüge hat die Wunde
der Welt mit seinen Düften angeschmiert,
so dass sie in der trüben Nebelstunde
sich zugedunkelt,- angstvoll kaum noch rührt...
Die Possenreißer reden wie Propheten
und ihre Lügen tönen lang und laut;
auf dieser Bühne kann man nicht mehr beten,
denn selbst die Kirchen sind auf Sand gebaut!
Was kann mich schon die Liebe lehren?
die Weisheit, die beständig tagt?!
Allhier muss beides ich entbehren,
weil mir der Himmel sie versagt!
Was nützt ein Wort aus klugem Munde,
was nützt Genuss von Götterwein?
schlägt mir erst meine Abschiedsstunde,
dann werde ich alleine sein!
Was nützt es, dass durch Hohe Mächte
die Weisheit streng nach oben zieht?
dass Liebe ihre Herzens - Rechte
verlangt und ruft in ihr Gebiet?
Wie soll ich die Gebote halten?
als dummer, schwacher, kleiner Knecht?
Ich komme, wo nur Feinde walten,
doch nie zum angestammten Recht!
Es sei, dass meinem schwachen Leben
von oben wird vermehrte Macht!
dann kann vielleicht, mit heißem Streben,
zum Licht ich steigen - aus der Nacht…
... Bald dringt der Lärm zu mir von den verschneiten
Gefilden, die dem Wintertod geweiht...
Bereitet Wärme vor durch die Gezeiten,
denn irgendwann hat‘s überall geschneit.
Noch trägt die Welt die Ära des Geschmeides
und wird so bleiben bis zur letzten Mahd;
noch lauschen wir dem Rauschen des Getreides,
bereiten dann uns vor zum Heimatpfad -
Das Wort erklang seit je durch die Askese-
erleuchtend, wo ein Mensch sich ihm empfahl;
nur jener wird es fassen, der es lese,
anstatt zu bleiben in dem Nebeltal...
Das Schimmern eines lieben Augenpaares,
das mir wie stets heut liebevoll erglimmt,
wird dann zum schönsten Sternenlicht des Jahres,
denn Liebe ist dem Lichte zubestimmt!
Das Land, es lebt mit Succulenten:
Beweis für Wüsten-Klimata...
Für den Tourismus-Absolventen,
sind allerlei Gefahren da!
So wildromantisch auch die Wüsten,
so malerisch die Buchten sind;
es wäre gut, wenn alle wüssten,
was voller Gift im Buschwerk spinnt!
Des Outbacks Wüsten-Paradies,
die Parks, die jede Stadt umgeben,
sind angefüllt mit Kolibris
und Kakadus und Sittich-Leben...
Doch wehe, du verlässt die Straßen,
dann bist vom Outback du erfasst.
Man muß es sich nur zeigen lassen,
wie dieses Land voll Gift dich hasst!
Ein Nachbar grub sich seinen Garten
als eine Trichterspinne stach;
wir mussten drei Minuten warten
bevor sein blaues Auge brach...
Das Land- das schlimmste Ungeheuer,
samt Schlangen und mit Spinnenlust!
Es macht dir Ängste, ungeheuer -
so geh nicht hin, wenn du nicht musst.
Es weiß ja selbst der Fachgelehrte,
so sagt man auch vom Barrier Reef:
Kein Tier, das dort des Gifts entbehrte...
obgleich, das Wasser sei nicht tief...
Der Wandrer lebt nach seiner Art:
beim Rasten sitzt er ernst und stumm.
Das graue Haar in seinem Bart
beweist sein Leben: rauh und hart -
doch bald ist seine Zeit nun um...
Die Wälder ruhn, das Feld ist leer,
die Glocke klingt für ihn von fern:
ihr matter Ruf dringt zu ihm her,
wird schwach, verhallt - und ist nicht mehr;
zum Himmel steigt ein erster Stern.
Im Dämmern raschelt sacht ein Reh
und scheut - die Flucht ist ohne Ziel...
Des Wandrers Herz, das nun fast bricht,
ob er sein Ende sieht im Licht?
denn seiner Taten waren viel.
Die Knochen schmerzen, Haare greis,
und langsam fließt und schwer sein Blut.
Die Jahre fordern ihren Preis
von ihm, der um sein Sterben weiß -
und vieles scheint ihm nicht mehr gut!
Die Winde singen um ein Haus;
der Wandrer ruhet sehr bedacht...
Dann horcht er in das Weltgebraus
und bläst die letzten Lichter aus -
und stellt gelassen sich der Nacht!
Veilchen und blühende Zeiten
leben im Frühlingsbann;
Götter der schwellenden Weiten,
haltet die Tage an...
Sendet von schneeweißen Lämmern
eines als Himmelsflor;
Spiegelt doch rotes Dämmern
uns schon den Sommer vor!?
Seht ihr den Sommer dort lehnen
wartend auf seinen Tag?
Wir woll’n ihn nicht ersehnen,
weil ich den Lenz doch mag...
Horch nur! wie der Sturmwind braust,
rüttelt auch am Erker;
wie er unterm Dache haust -
rüttelt immer stärker...
Bete jetzt! zur Schlafenszeit;
falte deine Hände!
Heute ist der Tod nicht weit -
naht sich schon behände...
Glockenleuten: Feuersbrunst!
Sieh der Flammen Lohen...
bete um der Laren Gunst,
wenn die Gluten drohen...
Wie oft lag ich und ringsumher nur Wald,
wenn Abendhimmel liebesrot verbrennen.
Am Himmel schwimmen wolkiger Gestalt
