Hochbegabung. Fluch oder Segen? - Franzi Rettner - E-Book

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Franzi Rettner

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Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2015 im Fachbereich Pädagogik - Begabtenpädagogik, Note: 1,7, Universität Koblenz-Landau, Sprache: Deutsch, Abstract: Hochbegabte haben meist den Ruf, es im Leben leichter zu haben als normal begabte Menschen. Die intellektuellen Fähigkeiten und persönlichen Eigenschaften Hochbegabter werden meist nur als positive Stärken charakterisiert, diese können sich jedoch auch in Probleme wandeln. In der Realität gestaltet sich das Leben eines Hochbegabten oft nicht so problemlos, wie es auf den ersten Blick scheint. In dieser Hausarbeit soll daher genauer auf die Kehrseite der Hochbegabung eingegangen werden. Das Ziel ist, zu klären, ob das Leben mit einer Hochbegabung ausschließlich die im Volksmund bekannten Vorteile oder auch Probleme mit sich bringt. Dazu muss zunächst geklärt werden, was sich hinter dem Begriff Hochbegabung verbirgt und welche Eigenschaften Hochbegabte kennzeichnen. Ebenso wird erläutert, wo die Unterschiede zwischen Begabung, Intelligenz und Hochbegabung liegen. Anschließend steht das Sozialverhalten Hochbegabter im Mittelpunkt. Das soziale Umfeld ist im Leben eines jeden Kindes von unschätzbarem Wert und stellt daher häufig eines der Hauptprobleme im Hochbegabtenalltag dar. Hierbei wird vor allem auf die Sozialkompetenz, die Integration in Kindergarten und Schule, Probleme mit Gleichaltrigen insbesondere Peergroups, Klassenkammeraden und Freunden sowie auf die sich daraus ergebende soziale Isolation das Augenmerk gelegt. Nachfolgend werden verschiedene Persönlichkeitstypen Hochbegabter vorgestellt, die aufgrund der in dieser Hausarbeitet erwähnten Probleme entstehen können und diverse Symptome eines Reiferückstandes darstellen. Diese Persönlichkeitstypen gehen wiederum mit einer schulischen Minderleistung einher, welche als Underachievement bezeichnet wird. Dieses Phänomen, seine Gründe sowie die Folgen werden anschließend thematisiert. Danach wird insbesondere auf schwerwiegende psychische Folgen für das Selbstwertgefühl, sowie auf die Ausbildung von Aggressionen bis hin zu Depressionen eingegangen.

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Veröffentlichungsjahr: 2016

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Impressum:

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Inhaltsverzeichnis

 

Einleitung

1 Begriffliche Annäherung

1.1 Begabung

1.2 Intelligenz

1.3 Hochbegabung

2 Sozialverhalten

2.1 Sozialkompetenz

2.2 Integrationsschwierigkeiten

2.2.1 In Kindergarten und Vorschule

2.2.2 In der Schule

2.3 Probleme mit Gleichaltrigen

2.3.1 Peers

2.3.2 Klassenkameraden

2.3.3 Freunde

3 Risikogruppe Hochbegabte

3.1 Persönlichkeit und Reiferückstand

3.1.1 Der introvertierte und überempfindliche Typ

3.1.2 Der unruhige Klassenclown

3.1.3 Der verunsicherte Einzelgänger

3.1.4 Der überbehütete, anspruchsvolle Typ mit Reiferückstand

3.1.5 Vom Sonnenschein zum Tyrannen

3.1.6 Der fleißige, angepasste Typ

3.2 Underachievement

3.2.1 Gründe für Schulprobleme

3.2.2 Unterforderung und Überforderung

3.2.3 Folgen

3.3 Selbstwertgefühl

3.4 Aggression und Depression

Fazit

Literaturverzeichnis

Ehrenwörtliche Erklärung

 

Einleitung

 

Hochbegabte haben meist den Ruf es im Leben leichter zu haben, als normal begabte Menschen. Ein hochbegabtes Kind kann meist im ersten Lebensjahr sprechen, mit zwei Jahren kann es dann bereits rechnen und mit drei Jahren lesen. Es beschäftigt sich selbst, ist stets brav, fleißig und interessiert. Im Kindergarten kann es sich gut integrieren und in der Schule bringt es dann problemlos hervorragende Noten mit nach Hause.[1] Die intellektuellen Fähigkeiten und persönlichen Eigenschaften Hochbegabter werden meist nur als positive Stärken charakterisiert, diese können sich jedoch auch in Probleme wandeln. In der Realität gestaltet sich das Leben eines Hochbegabten oft nicht so problemlos, wie es auf den ersten Blick scheint. In dieser Hausarbeit soll daher genauer auf die Kehrseite der Hochbegabung eingegangen werden. Das Ziel ist zu klären, ob das Leben mit einer Hochbegabung ausschließlich, die im Volksmund bekannten Vorteile oder auch Probleme mit sich bringt.

 

Dazu muss zunächst geklärt werden, was sich hinter dem Begriff Hochbegabung verbirgt und welche Eigenschaften Hochbegabte kennzeichnen. Ebenso wird erläutert, wo die Unterschiede zwischen Begabung, Intelligenz und Hochbegabung liegen. Anschließend steht das Sozialverhalten Hochbegabter im Mittelpunkt. Das soziale Umfeld ist im Leben eines jeden Kindes von unschätzbarem Wert und stellt daher häufig eines der Hauptprobleme im Hochbegabtenalltag dar. Hierbei wird vor allem auf die Sozialkompetenz, die Integration in Kindergarten und Schule, Probleme mit Gleichaltrigen insbesondere Peergroups, Klassenkammeraden und Freunden sowie auf die sich daraus ergebende soziale Isolation das Augenmerk gelegt. Nachfolgend werden verschiedene Persönlichkeitstypen Hochbegabter vorgestellt, die aufgrund der in dieser Hausarbeitet erwähnten Probleme entstehen können und diverse Symptome eines Reiferückstandes darstellen. Diese Persönlichkeitstypen gehen wiederum mit einer schulischen Minderleistung einher, welche als Underachievement bezeichnet wird. Dieses Phänomen, seine Gründe sowie die Folgen werden anschließend thematisiert. Danach wird insbesondere auf schwerwiegende psychische Folgen für das Selbstwertgefühl, sowie auf die Ausbildung von Aggressionen bis hin zu Depressionen eingegangen.

 

Der Einfachheit halber wird im Text die männliche Form verwendet, allerdings sind zugleich auch weibliche Personen gemeint.

 

In dieser Hausarbeit wird das Augenmerk vorrangig auf intellektuell Hochbegabte gelegt.

 

Das nachfolgende Gedicht soll einen Vorgeschmack auf die wahre Identität kognitiv Hochbegabter geben. Es thematisiert die Vorteile sowie die Schattenseiten einer intellektuellen Hochbegabung.

 

„Voll Energie und geistig wendig,

autonom und quicklebendig.

Einsam auch, mit sich allein,

in der Masse schrecklich klein.

Voll Ideen - auf andren Wegen –

Stellt so manchem sich entgegen.

Unverstanden – außen vor-

Trifft selten auf ein offnes Ohr.

Dem Alter eilt sein Geist voraus,

ihm widerfährt oft Neid und Graus.

Unstimmigkeit ist ihm verhasst,

gibt keine Ruh‘, bis alles passt.

Sein scharfer Sinn für den Humor,

tritt ebenfalls sehr oft hervor.

Sein Intellekt, er steuert aus,

lässt Emotionen quer heraus.

Er ist ein Mensch, wie Ich und Du

mal abgesehen von dem IQ-

Auch er braucht Wärme und ein Nest,

in dem es sich gut leben lässt“.[2]

 

1 Begriffliche Annäherung

 

Zunächst wird unterschieden zwischen Begabung, Intelligenz und Hochbegabung. Umgangssprachlich werden diese Begrifflichkeiten oft synonym verwendet, was zu Problemen führen kann. Dies soll hier vermieden werden.

 

1.1 Begabung

 

Im weitesten Sinne kann Begabung als die Gesamtheit von personaler und soziokultureller Lern- und Leistungsvoraussetzung betrachtet werden.[3] In der Psychologie wird sie als Summe außerordentlicher Fähigkeiten definiert, welche als Dispositionen erworben (externe Sozialisationsfaktoren) oder angeboren (personeninterne Anlagefaktoren) sind.[4] Besonders bei der Entwicklung von Begabungen spielt die soziale und kulturelle Lernumgebung eine entscheidende Rolle.[5] Häufig wird der Begriff „Talent“ synonym zu „Begabung“ verwendet.[6] Als ein Talent bezeichnet man vereinzelte, genetisch bedingte, überdurchschnittliche Fähigkeiten, für einen beschränkten Bereich. Es gibt diverse Begabungs- und Fähigkeitsgebiete (Talente), welche nur vereinzelt oder in Kombination auftreten können.[7]

 

1.2 Intelligenz

 

Häufig wird der Begriff „Begabung“, im Sinne von Fähigkeiten, auch synonym zu dem Begriff der „Intelligenz“ verwendet. Es ist allerdings notwendig diese Begriffe voneinander abzugrenzen, da Intelligenz die Fähigkeit zum abstrakt- analytischen Denken darstellt.[8] Sie ist eine „[…] angeborene Fähigkeit, durch Erkennen von Gesetzmäßigkeiten und Regeln geistige Leistungen zu erbringen, mit deren Hilfe neue Aufgaben und Anforderungen optimal gelöst werden können.[9]. Intelligenz ist daher die wichtigste Voraussetzung für die Bewältigung von Anforderungen in der Schule und im Alltag. Beeinflusst wird sie durch Eigenmotivation, Kreativität und Flexibilität. Ihre Erfüllung ist jedoch abhängig von multiplen Faktoren wie der Fähigkeit zur Gefühlssteuerung, der Merkfähigkeit, der Aufmerksamkeit, der Wahrnehmungsfähigkeit und vielen anderen.[10]

 

Es werden fünf Fähigkeitsbereiche der Intelligenz unterschieden. Zum einen die wohl bekannteste, die intellektuelle Fähigkeit, außerdem die soziale Fähigkeit (interpersonale Kompetenz), die musische Fähigkeit, die bildnerisch-darstellende Fähigkeit (darunter künstlerische, schauspielerische und dichterische Fähigkeiten) sowie die psychomotorisch- praktische Fähigkeit (sportliche Fähigkeit).[11]