Hör mal zu - Christine Janzyk - E-Book

Hör mal zu E-Book

Christine Janzyk

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Beschreibung

"Hör mal zu", ein Kinderbuch in lustiger fröhlicher Form geschrieben, es lässt bestimmt so manches Kinderherz erhellen. Wir beobachten unter anderem: Lilly beim Frösche fangen oder wir betreten mit den Eltern und Kindern ein außergewöhnliches Kaufhaus. Kindergeschichten, die lesens-(wert) sind.

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Seitenzahl: 86

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Christine Janzyk

Hör mal zu

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Kapitel 1 Familie Fliegenpilz

Kapitel 2 S-Bahn

Kapitel 3 Carla und der Riese

Kapitel 4 Der Geburtstag

Kapitel 5 Fuju der Zauberer

Kapitel 6 Zitronenplätzchen

Kapitel 7 Gina`s Wollekorb

Kapitel 8 Das Kaufhaus

Kapitel 9 Lilly beim Stöbern

Kapitel 10 Lilly fängt Frösche

Kapitel 11 Regen

Kapitel 12 Lillys Überraschung

Kapitel 13 Lilly überlegt

Kapitel 14 Weihnachten

Kapitel 15 Lena

Kapitel 16 Nachwort

Impressum neobooks

Kapitel 1 Familie Fliegenpilz

Familie Fliegenpilz steht stolz im Wald unter einer großen Eiche. Mutter Fliegenpilz zählt ihre Kinder durch und ist zufrieden. Vater Fliegenpilz spannt als erster seinen großen, rot leuchtenden Schirm mit den vielen weißen Punkten auf. Stück für Stück macht seine Familie es nach. Wunderschön, ihnen zuzusehen. Ganz viele rot leuchtende Schirme mit weißen Punkten. Mal groß, mal klein.

Vater Fliegenpilz ruft: „Auf geht es, alle durchzählen! Der Kleinste fängt an!“

„2, 5, 7, 9.“ „Sooo, das hört sich aber komisch an, die Reihenfolge ist verkehrt!“, ruft Bruder Fliegenpilz. „Du hast in der Schule nicht aufgepasst!“ „Was heißt denn Schule? Ich gehe doch noch in den Kindergarten.“ „Dann hast du dort nicht aufgepasst.“ „Da zählen wir ja auch nicht bis 5 oder 9. Wir zählen bis 3, das reicht auch!“, ruft der Kleinste. „Aber später musst du schon wissen, wie viele wir sind“, raunt der Vater und ruft dann: „So, die große Schwester zählt durch!“ „1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13!“ „Ja wunderbar, wir haben heute Glück, 13 ist unsere Glückszahl!“, ruft Vater Fliegenpilz.

„Da schau nur her, was ist denn das? Mitten in unserem Kreis steht ein Fremdling. Wer bist du?“, fragt Vater Flienpilz erstaunt. „Ich bin eine Marone. Ich komme aus einer anderen Familie.“ „Ach, eine Marone ... was suchst du in unserer Familie?“

„Ich habe mich verlaufen!“, ruft die Marone verzweifelt. „Ich möchte zu meiner Mama und meinem Papa! Die Sonne hat mich aus dem Moos gekitzelt, da bin ich weggerannt, weil ich so kitzelig bin! Und jetzt bin ich hier. Kann ich bei euch bleiben?“ „Naja“, stöhnt Vater Fliegenpilz, „nicht so gerne. Wo sind deine Eltern?“ „Ich weiß nicht, vielleicht dort drüben im Moos“, weint die Marone. 

„Ich sehe nichts!“, ruft Vater Fliegenpilz. „Und ich weiß auch nicht, ob es deinen Eltern gefällt, wenn du in unserer Familie bleibst. Sie werden dich vermissen. Wir sind anders als die anderen. Du bist essbar und du wirst von Menschen gesucht, entführt und gegessen!“ „Oh, Gott, das ist ja schlimm! Nur weil ich braun bin?“, fragt die Marone entsetzt. „Ja, so ist das“, lächelt Vater Fliegenpilz.

„Und ihr? Seid ihr essbar?“ „Nein, wir sind ungenießbar. Man sagt sogar, wir sind giftig“, bemerkt Mutter Fliegenpilz. „Oh lala“, staunt die kleine Marone, „ihr seid doch so lecker anzusehen.“ „Ja, lecker schon“, blinzelt Vater Fliegenpilz, „aber die Menschen vertragen uns nicht. Wenn sie uns essen, wird ihnen ganz übel und sie müssen sich übergeben.“ „Mh, und ich?“, fragt die kleine Marone ängstlich. Vater Fliegenpilz wiederholt eindringlich: „Du bist sehr schmackhaft, man sucht dich überall. Du wirst gepflückt, weggetragen, verkauft oder auch nicht. Dann kommst du in die Pfanne oder in den Topf. Die Menschen machen aus dir ein leckeres Pilzgericht.“

„Was ist ein Pilzgericht?“, fragt die Marone neugierig. „Das ist etwas zum Essen, man nennt es auch Delikatesse.“ „Also wollen sie mich essen“, wimmert die kleine Marone. „Ja, du bist sehr schmackhaft“, bestätigt Vater Fliegenpilz erneut.

„Oh, ich habe Angst, könnt ihr mich beschützen? Ich möchte bei euch bleiben!“ „Das ist nicht so einfach“, sagt Vater Fliegenpilz, „ich muss erst den Familienrat einberufen, vielleicht kannst du bleiben.“ „Wie viele sind im Familienrat und wie lange dauert es und wann kommt ihr zusammen?“, fragt die kleine Marone und wird immer kleiner dabei.

Vater Fliegenpilz zählt auf: „Die Elster, der Rabe, der Fuchs und wir. Du brauchst Schutz, sonst kommen die Menschen und essen dich! Aber sei nicht so ängstlich. Wenn die Menschen unsere große Familie sehen, fällst du in unserem Kreis nicht auf!“

Herr Fuchs kommt um die Ecke: „Was gibt es Neues?“ „Nichts, Herr Fuchs“, sagt Vater Fliegenpilz, „gehe nur weiter, rufe Frau Elster und Herrn Rabe.“ „Also gibt es doch etwas Neues?“ „Ja, wir haben einen Gast.“ „Lasst mal sehen“, schnuppert der Fuchs, „oh, wie lecker, eine Marone! Ich habe heute noch nicht gefrühstückt!“

„Herr Fuchs, lassen sie die kleine Marone in Ruh! Schauen sie, sie ist noch ein Kind. Sie braucht unseren Schutz, sie hat ihre Eltern verloren.“ „Ach so, unseren Schutz - und wo ist der Rat?“, fragt Herr Fuchs ganz wichtig. „Der ist noch nicht vollständig. Herr Rabe fehlt noch“, sagt Vater Fliegenpilz. „So so.“ Herr Fuchs setzt sich hinter den großen Baum und lauscht. „Hört ihr das?“, fragt er plötzlich.

„Da kommen Schritte, viele Schritte. Achtung, Menschen! Schnell, ihr Fliegenpilze, lasst eure Schirme leuchten, so hell ihr könnt!“, ruft Vater Fliegenpilz.

Der Fuchs schleicht in seinen Bau.

„Oh, schaut nur, Kinder“, ruft Papa, „ganz viele schöne Fliegenpilze!“ Die Kinder kommen angerannt: „Oh fein, sie sollen alle in das Körbchen rein!“ „Nein, aufgepasst ihr Kinder, das ist ein Fliegenpilz! Den dürft ihr nicht essen, er ist giftig und macht krank. Hände weg, nur angeschaut“, ermahnt der Papa die Kinder.

Mama traut ihren Augen nicht: „Da steht eine Marone! Sie ist gut und essbar, seht ihr sie? Der Pilz dort mit seinem dunklen, braunen Hut. Den dürft ihr pflücken. Er ist schmackhaft und gut!“ Und schnell streckt sie die Hand nach der kleinen Marone aus.

Plötzlich ruft die Krähe laut: „Weg die Hand, das ist unser Märchenland, hier wird von uns gewacht!“ Da hat Herr Fuchs ganz leise gelacht: „Gut gemacht, das war ein Schreck, jetzt ist die Familie weg.“

„Ach, der eine Pilz, es ist nicht schade“, sagt Mama, „einer nur im Topf ist fade“, klingt es durch den Wald, dass es bis zum Rande schallt.

„Schaut, da kommt eine alte Frau!“ Die Frau hat einen Stock und geht ganz krumm und hat eine bunte Schürze um. Das Kopftuch rot, das Kleid kariert. Die Nase lang. Sie trägt auf dem Rücken eine schwere Kiepe. Ein Rabe sitzt auf ihrer Schulter, welch ein Schreck!

„Hallo, ihr Lieben, was hat euch in den Wald getrieben?“, fragt die alte Frau ganz leise.

„Wir suchen Pilze ganz viel und fein, aber braune müssen es schon sein!“ „Kommt mit, ich zeige euch den Weg!“ „Nein, wir haben Angst. Bist du eine Hexe?“

„Nein, ich bin Frau Wald, ich bin schon hundert Jahre alt.“ „Ach, Frau Wald, kannst du uns helfen? Es ist uns kalt!“

„Kommt mit zu mir in mein Haus und ruht euch erst einmal richtig aus. Ich habe frischen Beerenkuchen, den könnt ihr in der Stadt vergebens suchen“, lädt Frau Wald sie freundlich ein.

„Oh ja, Beerenkuchen und einen heißen Tee, sie sind ja eine richtige Fee!“ „Ja, eine Fee, das bin ich auch, aber davon mache ich selten Gebrauch.“

„Hagebuttentee, oh wie fein, muss da nicht noch der Zucker rein? Er ist so sauer, da bekommt man ja einen Schauer!“, rufen die Kinder und verziehen das Gesicht. „Hier, nehmt und tut das hinein, das ist lecker Honig fein“, sagt Frau Wald. „Ach wie schön, gesünder kann der Tee nicht sein.“

Mama, Papa und die Kinder schlecken alles auf, der Nachmittag nimmt seinen Lauf. Keine Pilze im Körbchen drin, aber der Spaziergang hatte seinen Sinn. Schöner Kuchen, heißer Tee, und sie sitzen ganz begeistert bei einer Fee. Die erzählt ihnen ein Märchen fein und die Kinder schlafen in Ruhe ein.

Spät am Abend gehen Mama, Papa und die Kinder nach Haus.

Nun ist das Märchen aus!

Kapitel 2 S-Bahn

„Mama, warum sitzen die beiden Mädchen da und sprechen nicht miteinander? Die kennen sich doch!“ „Woher willst du wissen, dass sie sich kennen?“, fragt Mama erstaunt.

„Sie sind mit uns zusammen in die Bahn eingestiegen, und vorher standen sie mit uns auf dem Bahnsteig und haben ganz viele Zigaretten geraucht.“ „So? Nun, in der Bahn dürfen sie nicht rauchen.“

„Aber warum sprechen sie nicht miteinander?“ „Weil sie beide einen Knopf im Ohr haben.“ „Was machen sie mit den Knopf in dem Ohr?“ „Sie hören Musik.“„Musik? Woher?“ „Sie haben ein Telefon in der Tasche mit Ohrstöpseln.“

„Das Telefon kann Musik machen?“ „Ja, dazu muss man einen Knopf in das Ohr stecken, der mit dem Telefon verbunden ist und dann kann man Musik hören.“

„Mama, ich dachte, man kann ein Telefon nicht in die Tasche stecken. Das ist doch viel zu groß.“ „Darum heißt es heute auch Handy, es passt in die Hand, es ist handlich und klein. Es funktioniert so ähnlich wie ein Computer.“ „Mama, wie groß ist ein Handy?“ „Etwa so groß wie ein Stück Butter.“ „Woher weißt du das?“

„Oma besitzt ein Handy.“ „Oma hat immer alles.“ „Ja, wir haben eben eine moderne Oma.“ „Kann man auch damit googeln, so wie du das immer zu Hause machst, wenn du keine Antwort weißt?“ „Ja, das kann man.“

„Warum hast du unser Telefon nicht in deine Einkaufstasche einpackt? Wir könnten uns jetzt auch Knöpfe in das Ohr stecken und Musik hören.“

„Unser Telefon ist ein Haustelefon und kein Handy. Das kann man nicht so einfach in die Einkaufstasche stecken. Es ist mit einem Kabel in der Wand verbunden, und das kann man nicht mal eben aus der Wand herausreißen.“

„Dann schneiden wir das Kabel mit einer großen Schere durch.“ „Das geht nicht, das Telefon braucht Strom aus der Wand.“ „Ist in der Wand Strom?“ „Ja, in der Wand liegen ganz viele Stromkabel, sie sind versteckt, man kann sie nicht sehen. Sonst hätten wir zum Beispiel auch kein Licht und so weiter. Aber wir brauchen jetzt in der S-Bahn kein Telefon.“

„Mama, wo ist Oma?“ „Oma ist wie immer verreist.“ „Hat sie das Handy dabei?“ „Ja, ich denke schon.“ 

„Mama, Oma kann uns jetzt nicht anrufen, weil du kein Handy besitzt. Du bist keine moderne Mama!“ „Wir können uns gegenseitig etwas erzählen, das ist viel schöner“, sagt Mama genervt.

„Aber ich möchte jetzt mit Oma sprechen!“ „Warum?“ „Ich würde ihr sagen, sie kann dir und mir ein Handy schenken, sie hat doch soviel Geld.“

„Hätte Oma kein Handy, könntest du jetzt auch nicht mit ihr sprechen. Wir spielen lieber ein Spiel.