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Susanne Larssen liebt Hunde - das kann man in ihren drei kleinen Geschichten spüren... Kurzweilig erzählt sie von einer Reise an die See mit ihrer alten Hündin Aylée, lässt uns mitfühlen, als sie sich Monate später von ihr verabschieden muss... Und sie lässt uns teilhaben an einem wunderbaren Neubeginn, den sie in der Gestalt eines kleinen, weißen "Wuschelhundes" findet... Ein hübsches Geschenk für alle Hundefreunde!
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Seitenzahl: 32
Veröffentlichungsjahr: 2020
Strandtage
Abschied nehmen
Ein kleiner, weißer Wuschelhund
Irgendein Tag im Juli...
Ein herrlicher Strandtag wird heute, und ich genieße es, den ganzen Tag noch vor mir zu haben, denn wir - meine Hündin Aylée und ich - sind schon um sieben Uhr am leeren Strand. Naja, ganz leer ist er nicht. Eine Dame mit zwei großen Hunden geht spazieren und wirft den Ball für ihren schwarzen Junghundspund immer und immer wieder unermüdlich ins Wasser. Wir unterhalten uns lange, und ihre Meinung über viele Strandtouristen ist mehr als geteilt. Da sind die, die nur Party machen wollen, nur feiern und lautstark ihre Aggressionen ablassen. Manchmal sei es so, meint sie, als kämen sie nur deshalb hierher: um sich auszutoben, um das loszulassen, was sich im ganzen Jahr an Druck aufgebaut hat. Vielleicht ist es so. Glasscherben im Sand sind die Überbleibsel. Nicht nur unschön, sondern auch gefährlich! Da fällt mir nix mehr zu ein... Ich verstehe ihren Unmut.
Nackt und fröhlich stehe ich am vermeintlichen FKK-Strand neben ihr, die ihren Hunden den Ball wirft - weit in die See hinaus. Ach, und da ist ja auch noch der FKK-Hundestrand, meint sie. Gerade einmal 100 x 100 Meter sind für Leute reserviert, die mit ihren vierbeinigen Lieblingen nacket Sonne und Meerfeeling genießen wollen... „Oh...“ sage ich „Ich stehe wohl gerade am Textilstrand...?“. Nicken auf ihrer Seite. Aber sie ist mir nicht böse, hat kein Problem damit, dass ich Naturistin bin. Ihre Aussage war nett gemeint. „Dort hinten...“ sagt sie und verweist mit ihrem Finger auf einen anderen Strandabschnitt, „ist der Strand nicht so voller Steine wie hier. Die haben sie schon entfernt, die Nackedeis.“. Für sie ist Nacktsein glücklicherweise ganz natürlich; das merke ich an der Art, wie sie mit mir Unbekleideten umgeht: ganz entspannt, ganz locker - alles easy! Als sie weg ist, gehe ich tatsächlich mit meinem kleinen Hüpfer - wie ich meine Hündin manchmal nenne, weil sie auf ihren drei Beinen immer hüpft und flitzt - an den FKK-Strand. Jetzt bin ich da, wo ich nach Beurteilung der Gemeinde hingehöre: auf 100 x 100 Meter - nackt mit Hund.
Die Sonne scheint, steigt höher, es wird wärmer. Als ich kam, hatte ich Gummistiefel an, denn der Sand war noch kalt, zu kühl für meine Füße - wie ich fand. Die Gummistiefel mitzunehmen war ein Tipp von einer Freundin, die mir sagte: „Gummistiefel sind deine Rettung bei Regenwetter...“. Nun, Regen hatten wir nicht. Aber egal... An den Strand bei 20°C hat sie sicher nicht gedacht, als sie mir diesen Tipp gab...
Blaue Gummistiefel; braunes, knielanges Leinenkleid; meinen Rucksack auf dem Rücken mit Handtuch, Wertsachen, Essen und Wasser. Den Hut auf dem Kopf, die Isomatte in der Hand und den Hund an der Leine - so schlurften wir am Morgen zum Strand: ich vorneweg und Aylée - noch müde - hinter mir her...
Nackt in der Sonne liegen, den Wind auf der Haut spüren, keine Kleider... Letzteres ist toll! Man sieht das weite Meer vor sich, steht mit den Füßen im Wasser und ist, wie man eben ist: man selbst! Keine Autos, keine Krawatten, keine Kostüme, keine Statussymbole...
Ich sehne mich nach Ruhe! Will nur im Sand liegen und den Wind spüren... Ein Vormittag kostbare Strandzeit, weil es ab morgen regnen soll...
Tag 2
