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Es gibt sie, diese Tage, wo man stets an der falschen Kasse im Supermarkt ansteht. Wo die Kommunikation bei einer Bestellung am Drive Inn ihre Tücken hat, das Haustier zum Staatsfeind Nummer 1 wird, oder einem irgendeine absurde Situation den Tag versaut. Im Zweifelsfall bleibt einem die Stärkste Waffe des Alltags..... Lächeln
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Seitenzahl: 59
Veröffentlichungsjahr: 2016
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Es gibt sie, diese Tage wo man stets an
der falschen Kasse im Supermarkt
ansteht. Wo die Kommunikation bei einer
Bestellung am Drive Inn ihre Tücken hat,
das Haustier zum Staatsfeind
Nummer 1 wird, oder einem irgendeine
absurde Situation den Tag versaut.
Doch wir sind von Menschen umgeben.
Zum einen von Menschen, die Tag für Tag
ihren Job machen und uns
irgendwie helfen wollen.
Aber auch von Menschen, die sich alle
Mühe geben sich irgendwie
dämlich zu verhalten.
Besonders, wenn Sie den letzten
begegnen bleibt immer die schärfste
Waffe des Alltags………
Lächeln….
Ich hab´s passend
Die Katze muss zum Arzt
Bestellung am Drive Inn
Der Nächste bitte
Auf dem Parkplatz eines Möbelmarktes
Die Couch-Potato auf der Streckbank
Ich hab noch was vergessen
Wo kommt denn der Film rein
Und als Bonus
Die Geschichte vom Weihnachtshasen
Das waren sie wieder…..diese drei Worte, von denen ich regelmäßig träume. Diese drei Worte, die mich, in der Öffentlichkeit ausgesprochen, seit vielen Jahren verfolgen und stets dafür sorgen, dass mein Blutdruck durch die Decke geht. Diese berühmten drei Worte, die jeder von uns schon einmal gehört hat.
„Ich hab´s passend“
Wenn diese Worte an einer Supermarktkasse fallen, ist es allerhöchste Zeit, meine Termine für den Rest des Tages im Kopf durch zu gehen. Wen muss ich anrufen, bei wem ist es wurscht wenn ich ne halbe Stunde später komme? Als nächstes mache ich mir Gedanken um meine Tiefkühlware im Einkaufswagen…..würde das Mindesthaltbarkeitsdatum vielleicht überschritten werden? Sollte ich vielleicht alles wieder in den Wagen zurücklegen und neu einpacken?
"Ich hab´s passend“ Es ging um einen Betrag von Dreizehn Euro Dreiundachtzig.
Ich versuchte mir vor zu stellen, was jetzt im schlimmsten aller Fälle passieren könnte. Übrigens ist das eine der Disziplinen, die ich in den nunmehr Dreiundfünfzig Jahren meines Lebens zur Perfektion getrieben habe.
Also, ein Zehn-Euro-Schein, Drei Ein Euro Münzen, oder vielleicht auch Zwei Fünf Euro Scheine oder sonst eine noch so absurde und vor allem, unerwartete, Zusammenstellung.
Bei dem Gedanken an Dreizehn Ein Euro und Dreiundachtzig Ein Cent Münzen begann mir mein ganzes bisheriges Leben in einzelnen Bildern durch den Kopf zu gehen. Am Ende meines Lebenslaufes sah ich mich, wie ich den Pappkarton mit der, inzwischen flüssig gewordenen, Langnese Frühlingsrolle in eine Tüte gekippt und draußen auf dem Parkplatz in den Mülleimer gekippt habe.
Auch die Bilder, eines Supermarktkunden, der erst den Inhalt seines Geldbeutels vor der Kassiererin komplett auf dem Laufband ausgekippt und dann, nach gefühlten zwei Stunden, seine Billig Lesebrille in der hinter letzten Jackentasche gefunden hat, damit begann sein Geld zu zählen….um dann am Ende doch wieder alles einzupacken und den Zwanzig Euro Schein zu zücken.....oh man...wie oft hatte ich das schon erlebt.
Ok….ich reiße in Gedanken die Eispackung auf und beginne, den Inhalt an der Kasse mit den Fingern zu essen, damit wenigstens ich noch von der Langnese Frühlingsrolle etwas habe…..
Ich greife zum Handy und rufe meine Frau an „Schatz, es wird etwas später….ach übrigens Frühlingsrolle ist aus…...esse Du doch schon mal was und geh schlafen….bis später“
Und dann gibt es solche Moment im Leben…. wie eine Liebeserklärung einer Frau die man gar nicht kennt und auch zuvor noch nie gesehen hat….. oder wie beim TÜV, wenn der Prüfer die zwölf Jahre alte Schrottkarre einfach durch winkt und die Plakette zückt… oder die neue Variante von Essen auf Rädern zu nutzen, und dabei als einziger in der Schlange zu stehen Die ältere Dame vor mir zückt einfach ihre EC-Karte und bezahlt in der Tat „passend“….
Plötzlich hat mein Leben wieder einen Sinn…...meine Welt ist wieder Ordnung, meine Frühlingsrolle wird an diesem Abend doch dem geplanten Verwendungszweck zugeführt und meine Frau und ich werden einen schönen Abend erleben. Ich beschließe ihr ihren Einkauf sogar zu ihrem siebener BMW Sportcoupe zu tragen und ihr einen schönen Abend zu wünschen.
Es gibt sie wohl doch diese Tage…..an denen „alles passend“ ist……
Wochenende, endlich wieder Wochenende. Meine Frau und ich hatten eine wirklich anstrengende Woche gehabt. Wochenende. Ich war dabei in unserem schönen großen Wintergarten das Frühstück vor zu bereiten, meine Frau stand noch unter Dusche, der Kaffee lief durch die Maschine und die frisch gebackenen Sauerteigbrötchen, die ich vor einigen Minuten vom Bäcker, eine Straße weiter, geholt hatte, erfüllten die ganze Wohnung mit ihrem herrlichen Duft.
Herz was willst Du mehr? Ich öffnete die Außentür des Wintergartens und ließ die frische Frühlingsluft hinein….sie vermischte sich nach einigen Sekunden mit dem Parfüm meiner Frau, die gerade aus der Küche kam, sich hinter mich stellte und mich liebevoll umarmte. Nach dem Austausch einiger partnerschaftlicher Zärtlichkeiten, die um diese Uhrzeit jedoch jugendfrei waren, setzten wir uns und machten uns über das Frühstück her.
„Schatz, was wollen wir denn heute Schönes machen? Spaziergang am Strand? Was meinst Du?“ „Liebling,“ sie holte tief Luft. „Liebling, wir haben nachher noch einen Termin“
Aha…..so so…..ich überlegte….aber scheinbar hatte ich wohl etwas vergessen. „So? Was denn?“ „Liebling, die Katze muss zum Arzt….der Impftermin steht an. Um 11 Uhr 30 müssen wir bei Dr. Schneidereit sein.
Aha….so so…..jetzt wusste ich, dass ich nichts vergessen, sondern aus Selbstschutz verdrängt hatte. In meinem Innersten zog sich alles zusammen. Der Tag hatte so schön angefangen. Jetzt wanderte mein Blick unwillkürlich ins Wohnzimmer und blieb an der Gardine des großen, bis zum Boden reichenden Fensters hängen. Die war ziemlich neu. Angeschafft nach dem letzten Tierarztbesuch. Meine Augen bissen sich jetzt am neuen Sofa fest. Auch angeschafft nach dem letzten ……. . An jenem Tag …..also Stichwort „bissen sich fest“…...naja… Der Tag hatte doch so schön angefangen.
Meine Frau begann den Frühstückstisch abzuräumen. Ich hielt meine Kaffeetasse und die Kanne jedoch fest. „Du trinkst doch sonst auch nur eine Tasse?“ sah sie mich fragend an. Da hatte sie wohl Recht, aber gerade jetzt hatte ich das Bedürfnis die ruhige Stimmung des Augenblicks noch etwas fest zu halten. Oder nein…..ich wollte noch etwas länger die körperliche Unversehrtheit genießen und mich meiner guten Gesundheit erfreuen….ja so war es.
„Schatz, gönne mir bitte diese paar Minuten, ich hole gleich den Transportkorb aus dem Keller.“ „Brauchst Du nicht, der steht schon im kleinen Zimmer, ich ziehe mich dann schon mal um.“ „Ok, lass Dir Zeit, ich rauche gleich noch ne Pfeife im Garten.“ Ich stand auf, ging zum Schrank der im Wintergarten stand, griff nach Tabak, Pfeife, Streichhölzern sowie nach meinem Kaffee, ging raus in den Garten auf unsere kleine Terrasse und setzte mich auf einen Baumstumpf, der letztes Jahr von einer gefällten Tanne im Boden gelassen wurde.
Die Sonne hatte für diese Jahreszeit bereits sehr viel Kraft, so dass ich in meinem kurzärmeligen Hemd nicht fror. Beim Stopfen meiner Pfeife sah ich auf meine Unterarme…… ich bin ganz bestimmt nicht eitel aber in diesem Moment freute ich mich über die vom Solarium im Winter ganz leicht gebräunte Haut. Kein einziger Kratzer war zu sehen. Ich ließ meine Gedanken kreisen.
