Ich liebe das Reisen - Walter Kuhn - E-Book

Ich liebe das Reisen E-Book

Walter Kuhn

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Beschreibung

Steigen Sie mit dem Autor ganz überraschend auf eine Dampflok zwischen Machu Picchu und Cusco in Peru. Seien Sie gemeinsam mit Walter Kuhn 10 Tage zu Gast bei einer afrikanischen Familie in Burkina Faso. Erleben Sie mit dem Autor eine abenteuerliche Rikschafahrt in Hanoi, der Hauptstadt Vietnams. Begleiten Sie das Ehepaar Kuhn bei einem abendlichen Rundgang durch die Straßen von Aleppo. Diese und ähnliche Erlebnisse auf seinen Reisen schildert der Autor in 14 spannenden Kurzgeschichten. Viel Spaß an dieser Weltreise der außergewöhnlichen Art.

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Seitenzahl: 123

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Peru

Mit dem Zug nach Machu Picchu und zurück!

Peru

Pachamanca – das peruanische Spanferkel

Peru

...

und die Menschen brauchen den Rausch, der ihnen das Vergessen ermöglicht.

Peru

Volleyball-Episode am Amazonas-Quellfluss

Vietnam

In den Straßen von Hanoi

Vietnam

Im Nachtexpress von Hanoi nach Hué oder "nicht ohne meinen Kaffee!"

Vietnam

Schrecksekunde in der Schlangenfarm

Syrien

Mahmoud Dabbak aus Idlib und seine Freunde

Burkina Faso

Die verspätete Gelbfieberimpfung

Burkina Faso

Wilderer im Nationalpark

Burkina Faso

Überraschung beim Silvester-Ball

Burkina Faso

Besuch bei Mama Ganou

Griechenland (Insel Syros)

Der verlorene Ehering

Wales – Irland

Knapp vorbei ist auch daneben!

Schlusswort

VORWORT

"Nur Reisen ist Leben, wie umgekehrt das Leben Reisen ist."

Jean Paul (1763 - 1825) Deutscher Schriftsteller und Dichter

Ich liebe das Reisen. Mich hat es stets dazu gedrängt, anderen, fremden Menschen und Kulturen selbst live und vor Ort zu begegnen. Ich ließ mich gerne überraschen von ungewohnten Speisen oder von nicht eingeplanten und deshalb umso interessanteren Ereignissen. Von manchen Reisezielen hatte ich geträumt und mir diesen Traum dann irgendwann erfüllt. Von anderen Ländern wusste ich vorher nicht all zu viel, ließ mich erst in der unmittelbaren Vorbereitung und dann während der Reise von Land und Leuten begeistern. Wieder andere Ziele waren mit positiven oder negativen Vorurteilen belegt und erst im Verlauf einer Reise konnten solche Vorstellungen gerade gerückt werden.

Ich kenne sehr wohl Menschen, die es vorziehen, im Urlaub zu Hause zu bleiben. Das hat Vorteile und kann Erfüllung schenken. Auch ich war immer gerne daheim und bin besonders nach längeren Reisen wieder gerne zurück gekommen. So schön das Weltenbummeln ist, es birgt sehr wohl so manche Entbehrung und Unannehmlichkeit. Natürlich schläft man in seinem eigenen Bett am besten; natürlich fühlt man sich in den eigenen vier Wänden geborgen und wohl - schließlich hat man einiges dafür getan und sich sein Heim nach seinen eigenen Wünschen eingerichtet.

Eines möchte ich aber betonen: Enttäuscht war ich nach einer Reise nie! Vielleicht habe ich einmal gesagt: "Schön, dass ich hier war. Ein zweites Mal muss ich da aber nicht hin." Einen richtigen Fehlschlag, eine tiefe Enttäuschung, habe ich jedoch nie erlebt. Die Natur hat mich nämlich mit einer ausreichenden Portion Flexibilität ausgestattet, die mir in solchen Fällen die Möglichkeit gab, das Beste daraus zu machen, selbst wenn mal etwas schief gegangen war.

Eine Hitliste der schönsten Reiseziele zu erstellen, ist meiner Meinung nach gar nicht möglich und auch nicht sinnvoll. Jeder erlebt ein Land mit anderen Erwartungen. Persönliche Gefühle und Stimmungen beeinflussen unser Erleben. Zufällige bereichernde Begegnungen, andauernde beste Witterungsverhältnisse, begeisternde Reiseführer (oder gerade die gegenteiligen Erfahrungen davon) lassen uns natürlich einen völlig unterschiedlichen Eindruck von einem Land und seinen Bewohnern gewinnen.

In diesem Buch möchte ich meine Leser teilhaben lassen an einigen meiner Reise-Highlights. Zwar stellte ich alle meine Geschichten in den Kontext der jeweiligen Reise, doch war es nicht meine Absicht, jeweils den gesamten Urlaub bis ins Detail zu beschreiben. Ich wählte nur Szenen aus, die Außergewöhnliches, Überraschendes oder Kurioses boten. Immer wenn ich mich an diese Erlebnisse erinnere, läuft ein Film vor meinem inneren Auge ab, der mich dann auch kleinste Details nacherleben lässt. Hoffentlich gelingt es mir, Sie, liebe Leserin, lieber Leser, daran ein wenig teilhaben zu lassen. Viel Freude auf dieser Weltreise!

PERU

MIT DEM ZUG NACH MACHU PICCHU UND ZURÜCK!

Eine Reise nach Peru im August des Jahres 1979 ist mir noch in lebhafter Erinnerung. Gemeinsam mit befreundeten Kollegen war ich vier Wochen lang in diesem südamerikanischen Land unterwegs. Lima, Arequipa, Puno am Titicaca-See, die Hauptstadt des Inka-Reichs Cusco, Huaraz, Tingo Maria und Pucallpa im Amazonas-Urwald waren die Fixpunkte auf dieser abenteuerlichen Rundreise. Gekrönt wurde sie mit dem Besuch der Ruinenstadt Machu Picchu. Von der Zugfahrt dorthin und ganz besonders von den Ereignissen bei der Rückfahrt nach Cusco möchte ich nun erzählen.

Von Cusco (3416 m ü. N.N.) aus, der einstigen Hauptstadt des riesigen Inkareichs, war wie selbstverständlich ein Abstecher zur Ruinenstadt Machu Picchu geplant. Die ursprüngliche Absicht, auf dem Weg dorthin ein Stück des historischen Inka-Pfades zu gehen, mussten wir kurzfristig fallen lassen. Der Grund für diese Planänderung: Im Tourismusbüro der Stadt konnte man uns nicht zusichern, dass bei Kilometer 107 die Überquerung des Urubamba-Flusses beim dortigen Wasserkraftwerk wieder möglich war. Man vermutete eine noch andauernde Sperrung dieses Übergangs.

Unser Plan lautete nun wie folgt: Wir wollten mit dem täglich einmal verkehrenden Zug von Cusco nach Machu Picchu fahren, dort irgendwo ein Hotelzimmer beziehen und dann am nächsten Tag - ohne Heerscharen anderer Touristen - den Sonnenaufgang in Machu Picchu erleben. Am Nachmittag sollte es dann wieder mit dem Zug zurück nach Cusco gehen. Deshalb kauften wir am Bahnhof lediglich eine einfache Fahrt nach Machu Picchu. Wir genossen die Anreise im relativ modernen Zug und vertrieben uns die fast 4 Stunden dauernde Fahrtzeit mit einer Runde Schafkopf und einem kühlen Cerveza, wie das Bier auf spanisch heißt. Einen Kulturschock versetzte mir übrigens der junge peruanische Kellner im Zug, den ich dabei beobachtete, dass er alle leeren Flaschen und Dosen einfach dadurch entsorgte, dass er ein Zugfenster öffnete und den gesamten Müll auf seinem Tablett in die vorbeirauschende Landschaft warf. Von Umweltschutz hatte er 1979 noch nichts mitbekommen.

Die Estacion Puente Ruinas am Ende dieser eingleisigen Zugstrecke liegt direkt unterhalb der weltberühmten Inkaruine. Drei von uns wollten etwa 2 km vorher am Bahnhof des kleinen Örtchens Aquas Calientes aussteigen, um das Hotelzimmer zu reservieren. Der Vierte sollte im Zug bleiben und unsere Kameras mitnehmen. Nach der Hotelbegutachtung wollten wir drei dann den Rest der Strecke zu Fuß zurücklegen.

Da der Zug ein reiner Touristentransport mit ca. 3000 Machu Picchu - "Pilgern" war, hatte er unterwegs nicht an einer einzigen der zahlreichen Haltestellen angehalten. Ungefähr eine halbe Stunde vor dem Ende der Fahrt machte ich mich deshalb auf den Weg zur Lokomotive, um mit dem Fahrer einen Stopp in Aquas Calientes zu vereinbaren. Durch die Glastüre am vorderen Ende des ersten Waggons konnte ich ihn schon sehen und auch er blickte in diesem Moment nach hinten zu mir. Mit der für Südamerika typischen Handbewegung, die ich zunächst als Abweisung interpretierte, erlaubte er mir wiederholt und sehr freudig, die Türe zu öffnen und zu ihm auf die Dampflok zu steigen. Eine schwierige Situation stand vor mir, denn mein Spanisch war damals – und ist es bis heute – sehr rudimentär. Ich versuchte es: "Señor, somos tres personas. Es possible stopp en aquas calientes?" "Si, tres personas! Stopp en aquas calientes. Si, si!" Hatte er mich verstanden? Ich hoffte es, winkte ihm freundlich zu und verabschiedete mich mit einem unsicheren "Gracias señor!"

Auf dem Weg zurück in unser Abteil fiel mir auf, dass Bewegung in die Touristenscharen gekommen war. An allen Ausgängen hatten sich, dicht gedrängt, Trauben von Menschen gebildet. Was war geschehen? Meine drei Reisegenossen erklärten es mir: Die Reiseleiter der verschiedenen Gruppen hatten ihre Schützlinge dazu aufgefordert, sich zu den Ausgängen zu begeben, um so zu den Ersten zu gehören, die in Machu Picchu aussteigen konnten. An der Endstation wollten alle wieder zu denen gehören, die zuerst in die ca. 20 bereit stehenden Kleinbusse kamen, die dann den Transport hoch zur Ruine übernehmen sollten. Eine nicht befestigte Straße mit 13 Serpentinen überwindet die 600 Höhenmeter zwischen Bahnhof und Ruine.

Ratlos schauten wir uns an. Was sollten wir jetzt tun. Es schien unmöglich, den Zug in Aquas calientes zu verlassen. Zu groß der Stau vor allen Türen. Die anderen drei wollten die Pläne ändern, doch ich war nicht bereit aufzugeben. Meine Vereinbarung mit dem Lokomotivführer stand! Ich nahm zwei unserer Rucksäcke und forderte meine zwei Freunde auf, mir zu folgen. Jedem Zweiten musste ich erklären, warum wir zum Ausgang wollten, hier auf englisch, dort auf deutsch, dann auf spanisch. Ich beteuerte, dass wir gar nicht bis zur Endstation fahren wollen. Meine Behauptung, dass wir schon in Aquas calientes aussteigen wollten, wurde misstrauisch belächelt. Ein Reiseleiter rief: "Der Zug hält doch überhaupt nicht in Aquas calientes! Die wollen doch nur vor!" Ein schwerer Kampf! Doch nun nahte Aquas calientes, die Lok verminderte das Tempo, die Bremsen quietschten, der Zug hielt, wir hatten gesiegt. Noch zwei, drei Leute vor uns, die angesichts des haltenden Zuges - etwas mürrisch zwar, aber dann doch - den Weg freigeben mussten.

Das Backpacker-Hostel, das wir von Cusco aus vorbestellt hatten, war schnell gefunden. Wir ließen unsere Rucksäcke in unserem Zimmer zurück, nachdem wir sie zum Schutz gegen etwaiges Ungeziefer an Nägeln hoch gehängt hatten. Auf den Gleisen der Bahnlinie näherten wir uns - jede zweite oder dritte Bahnschwelle nehmend - der Estacion Puente Ruinas, wo unser vierter Mann froh war, dass wir kamen und ihm unsere Kameras wieder abnahmen. Er hatte sich in ein kleines Restaurant am Busparkplatz gesetzt und auch wir bestellten eine erfrischende Cola - nach dem Fußmarsch eine willkommene Abkühlung.

In dem Lokal warteten noch weitere Touristen darauf, dass die Busse wieder zurück kamen, um auch die restlichen Fahrgäste nach oben zur Inkaruine zu bringen. Das Gesicht eines älteren Mannes am Nachbartisch kam mir irgendwie bekannt vor. Ein deutscher Politiker vielleicht? Gemeinsam überlegten wir und waren uns fast sicher, dass es unser ehemaliger Bundesjustizminister Richard Jäger war. Ich beugte mich zu ihm hinüber und fragte: "Sind sie´s oder sind sie´s nicht?". "Ja, ich bin´s; aber, dass mich hier in Peru jemand erkennt, hätte ich nicht gedacht."

Wir kamen miteinander ins Gespräch und er stellte mir auch seine Frau und die Männer in seiner Begleitung vor: den deutschen Botschafter Hans-Werner Loeck und dessen Sohn. Herr Jäger fragte mich im Verlauf der Unterhaltung, ob wir schon wüssten, dass für den nächsten Tag in ganz Peru ein Generalstreik angekündigt sei. Bei großen Demonstrationen in Lima am vorangegangenen Tag war ein junger Student von der Polizei erschossen worden. Das gesamte öffentliche Leben würde zum Stillstand kommen und sogar der Zugverkehr nach Machu Picchu höchstwahrscheinlich morgen eingestellt. Herr Loeck und er müssten jedoch einen Tag später offizielle Termine wahrnehmen, und so bot er uns an, dass wir die beiden Zimmer, die sie lange vorher gebucht und bezahlt hatten, kostenlos übernehmen könnten. Es handelte sich hierbei um ein kleines Hotel direkt oben am Eingang zur Ruinenstadt!

Was für ein verlockendes Angebot! Wir könnten am Abend und am nächsten Morgen die Anlage von Machu Picchu ohne weitere Touristen erleben. Unsere Rucksäcke könnten wir ja am Nachmittag noch holen. Mit dem nächsten freien Bus fuhren wir die Serpentinenstraße hoch zu dem lang ersehnten Ziel. Wir hatten jetzt ja Zeit! Deshalb steuerten wir zunächst das Hotel an, bestellten uns noch einmal etwas zu trinken. Dann das Gespräch mit dem Hotelbesitzer und prompt die erste Enttäuschung: Wenn wir die Zimmer von Herrn Jäger nutzen wollten, müssten wir die (ohnehin überhöhten) Preise noch einmal bezahlen. Was tun? Erste Zweifel stiegen in uns hoch. Was wäre, wenn morgen tatsächlich kein Zug zurück nach Cusco führe? Dann würden wir ja unseren Flug nach Lima verpassen, der einen Tag später vorgesehen war. Sollten wir dieses Risiko eingehen?

Mehr und mehr wurde uns klar: Das können wir nicht riskieren! Das würde ja unsere Reisekasse plündern und den weiteren Verlauf des gesamten Peru-Abenteuers gefährden. Plötzlich wurde uns klar, dass es erstens jetzt "höchste Eisenbahn" für die Besichtigung von Machu Picchu war und dass auch wir noch heute zurück nach Cusco fahren mussten. Peter Valenta, der für unsere Reiseplanung verantwortlich gezeichnet hatte, erklärte sich sofort bereit, nach einer Blitz-Erkundung der Ruinenstadt zurück nach Aquas calientes zu laufen und unsere Rucksäcke zu holen. Ich sollte wieder dafür sorgen, dass der Zug in Aquas calientes halten würde, damit er dort zusteigen könne. Nach meiner Zusage trennten wir uns und hasteten mit unseren Super-8-Kameras durch Machu Picchu auf der Suche nach den schönsten Motiven für die Freunde daheim. Hatte ich noch eine knappe Stunde? Genau weiß ich es heute nicht mehr. Bis auf die letzte Minute reizte ich die Gelegenheit aus, diese wenig später zum Weltkulturerbe erklärte Sehenswürdigkeit für mich und meinen Peru-Film zu erobern.

Erbaut wurde die Stadt einer Theorie zufolge um 1450 auf Befehl des Inka-Herrschers Pachacútec Yupanqua. Er schuf die Grundlagen für die Ausdehnung des mächtigen Inkareiches und führte den Kult um den Sonnengott Inti ein. Die Stadt umfasste einst 216 steinerne Bauten, die auf Terrassen gelegen und mit einem System von Treppen verbunden waren. Die meisten Terrassen und etwa 3000 Stufen sind ebenso bis heute erhalten, wie auch die Außenmauern der Tempel und die zum Teil mehrgeschossigen Wohnbauten. Sie sind voll funktionsfähig und in den letzten Jahren nach und nach in inkatypischer Bauweise rekonstruiert worden. Die Forschung geht heute davon aus, dass die Stadt in ihrer Hochblüte bis zu 1000 Menschen beherbergen und versorgen konnte. Über den Sinn und Zweck dieser Stadt wurden verschiedene Theorien entwickelt. Am 24. Juli 1911 wurden die Ruinen von einer Expedition der Yale University durch Zufall wiederentdeckt. Die Siedlung war von dichter Vegetation überwuchert. (Quelle: Wikipedia)

Für 15 Uhr war die Abfahrtszeit des Zuges festgelegt. Mir gelangen noch einige Film-Szenen, auf denen fast keine Touristen mehr in der Anlage zu sehen sind, denn jeder wollte natürlich wieder rechtzeitig bei den Pendelbussen sein. Schweren Herzens und als einer der letzten Besucher musste auch ich Abschied nehmen aus Machu Picchu. Als ich den Busparkplatz erreichte, fuhr gerade der letzte der 20 Busse wieder in Richtung Tal ab. Neben mir stand der Sohn des Botschafters und wir waren uns mit wenigen Blicken und Worten einig, dass wir nicht warten, sondern den Rückweg zu Fuß angehen wollten. Einer meiner Freunde übernahm dankenswerter Weise meine Kamera und mein Stativ und schon konnte es los gehen.

Steil war der Abstieg. Meterhohe Steinblöcke reihten sich in völlig ungeordneter Folge aneinander den Abhang hinunter. Dazwischen lose Erde und Geröll. Gestrüpp und wild wachsendes Grünzeug direkt daneben. Für einen damals 29-jährigen Sportler wie mich eine echte Herausforderung. Schon auch ein gefährliches Unterfangen, diese Diretissima hinunter zum Fluss und zur Estacion Puente Ruinas unter gewissem zeitlichen Druck zu meistern. Und wie frustrierend ist es dann, wenn dich alle zwei Minuten immer wieder die gleichen drei 8-jährigen Indio-Jungen im Renntempo überholen. Sie warteten an jeder Serpentinen-Kehre auf den gleichen Pendelbus, winkten den Touristen zu, um dann unten am Bahnhof für ein kleines Trinkgeld die Hand aufhalten zu können. In meinen Gedanken sah ich mich schon - quasi als meine eigene Belohnung für die selbst auferlegten Strapazen - mit einem kühlen Bier in der Hand und den bloßen Füßen im Urubamba am Ufer sitzen.