Ich und meine Schwester Klara. Die lustigsten Streiche der Welt - Dimiter Inkiow - E-Book

Ich und meine Schwester Klara. Die lustigsten Streiche der Welt E-Book

Dimiter Inkiow

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Beschreibung

Geschwistergeschichten zum Schieflachen. Mit Schwimmflügeln schlafen gehen, Schimpfwörter von einem Papagei lernen oder seine Zähne für einen Monat im Voraus putzen: Auf solche Ideen können ja wohl nur Klara und ihr kleiner Bruder kommen! Frech und urkomisch erzählt Klaras Bruder von den lustigsten Streichen der Welt; ein Vorlesevergnügen für Groß und Klein ab fünf Jahren.

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Über dieses Buch

Kann man seine Zähne für einen Monat im Voraus putzen? Oder mit Schwimmflügeln schlafen gehen? Kann man mit Wildenten über Wolken fliegen und Schimpfwörter von einem Papagei lernen? Ja, Klara und ihr kleiner Bruder können das! Auch wenn die Erwachsenen da manchmal anderer Meinung sind …

 

Freche Geschwistergeschichten von Klara und ihrem kleinen Bruder – ideal zum Vorlesen.

Du armes Würstchen

Klara nennt mich seit gestern »du armes Würstchen«, und das ärgert mich schwarz. Woher hat sie dieses »du armes Würstchen«? Sicher aus der Schule, da lernt sie immer so schlimme Sachen. Ich werde es Mama sagen. Leider ist Mama nicht da.

Ich marschiere ins Kinderzimmer, wo Klara ihre Hausaufgaben macht, und verkünde:

»Ich spiele nicht mehr mit dir. Mein ganzes Leben lang nicht mehr.«

»Warum, du armes Würstchen?«

»Weil du immer ›du armes Würstchen‹ zu mir sagst.«

»Du bist aber doch ein armes Würstchen.«

»Bin ich nicht!«

»Du armes Würstchen! Du armes Würstchen! Du armes Würstchen!«

»Ich werde es Mama sagen! Dann wirst du ja sehen!«

»Bist du beleidigt?«, fragt sie.

»Ja, mein ganzes Leben lang.«

»Dann bist du kein armes Würstchen mehr.«

Ich atme auf.

»Dann bist du eine beleidigte Leberwurst!«

Das fehlte mir noch. Ich verstecke mich in der Küche und beschließe, nie mehr mit Klara zu sprechen, mein ganzes Leben lang nicht. So wird sie schwer bestraft.

Nach einer Stunde ist Klara mit ihren Hausaufgaben fertig und kommt zu mir. Sie schleicht wie eine Katze herum.

Aber ich beachte sie gar nicht.

»Bist du noch böse, du armes Würstchen?«, fragt sie.

Ich sage nichts.

»Ach, entschuldige, ich habe ganz vergessen, dass du ja jetzt eine dicke beleidigte Leberwurst bist.«

»Eine beleidigte Leberwurst bist du!«, schreie ich. »Ich rede nicht mehr mit dir!«

»Du hast aber gerade mit mir geredet!«

»Ich werde nie mehr mit dir reden. Mein ganzes Leben lang nicht!«

Ich gehe ins Kinderzimmer und denke, sie wird es bald bereuen, dass sie mich »du armes Würstchen« nennt. Ich warte, dass sie ins Kinderzimmer kommt.

Aber sie kommt nicht.

Wo ist sie überhaupt?

Ich schaue vorsichtig in die Küche. Da sitzt sie und trinkt ein Glas Orangensaft.

Ich möchte auch Orangensaft trinken. Ich hole mir ein Glas, schenke es mir voll und gehe wieder ins Kinderzimmer, wo ich weiter darauf warte, dass Klara es bereut.

Leider kommt Klara nicht, und das wundert mich.

Was macht sie denn nur?

Ich schleiche in die Küche und sehe, wie sie sich gerade ein zweites Glas Saft einschenkt. Wenn ich weiter nicht mit ihr rede, wird sie sicher den ganzen Saft austrinken. Und was trinke ich dann?

»Möchtest du noch ein Glas, du armes Würstchen?«, fragt sie.

Ich muss jetzt was sagen, sonst trinkt sie den ganzen Saft aus.

»Ja. Aber ich rede nicht mit dir.«

»Gut, gib mir jetzt dein Glas. Wollen wir nicht zusammen spielen?«

»Ich spiele nicht mit dir. Mein ganzes Leben lang.«

»Warum denn nicht?«

»Weil du mich ›armes Würstchen‹ nennst.«

»Gefällt dir das nicht?«

»Gar nicht.«

»Ich finde es so lustig.«

»Ich aber nicht.«

»Du darfst mich ruhig ›armes Würstchen‹ nennen, und ich werde dir gar nicht böse sein.«

»Wirklich? Du armes Würstchen! Du armes Würstchen!

Du armes Würstchen!«, schreie ich und zahle ihr so alles zurück.

»Aber ›beleidigte Leberwurst‹ darfst du nicht zu mir sagen«, erklärt sie.

»Warum nicht?«

»Weil ich nicht beleidigt bin.«

Wir lachen beide und fangen an zu spielen.

Den ganzen Tag lang.

Der Brief

Eines Tages kam Klara zu mir und fragte:

»Hast du die Post heute schon gesehen?«

»Nein«, sagte ich.

»Ich habe wieder keinen Brief! Mama hat einen Brief. Papa hat zwei Briefe und eine Zeitung. Alle bekommen Briefe. Nur ich nicht!«

»Ich bekomme auch keine«, sagte ich.

»Dich zähle ich gar nicht«, zischte sie. »Du kannst sowieso nicht lesen. Das weiß doch jeder! Warum soll dir da jemand Briefe schreiben? Aber ich kenne schon seit drei Wochen alle Buchstaben, und kein einziger Brief kommt für mich! Warum habe ich mir so viel Mühe gegeben, lesen zu lernen?«

»Bitte, bitte, Klara, ärgere dich nicht!«, versuchte ich sie zu trösten. »Die Leute wissen bestimmt noch nicht, dass du lesen kannst. Sonst hätten sie dir schon viele Briefe geschrieben!«

»Meinst du wirklich?«

»Ganz sicher!«

»Das glaube ich nicht«, sagte sie und ging weg. Und sie war sehr traurig.

Meine arme Schwester Klara tat mir jetzt schrecklich leid. Dass sie seit drei Wochen jeden Tag auf die Post wartete, hatte ich schon längst gemerkt. Schade, dass kein Brief für sie kam. Wenn ich hätte schreiben können, hätte ich ihr sofort einen Brief geschrieben.

Ich überlegte und überlegte, und dann ging ich zu Toni, unserem Nachbarn. Er war Student und las dicke Bücher, er konnte sicher auch schreiben.

»Toni! Toni!«, rief ich schon draußen vor der Tür.

»Willst du wieder einen Euro haben?«, fragte er, als er mich auf der Schwelle stehen sah.