Ich will dich jetzt und hier | Erotische Geschichten - Trinity Taylor - E-Book

Ich will dich jetzt und hier | Erotische Geschichten E-Book

Trinity Taylor

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Beschreibung

Dieses E-Book entspricht 224 Taschenbuchseiten ... Trinity Taylor erzählt in ihrem sechsten Buch von ihren erotischen Sex-Träumen … Obwohl er sie nur beschützen soll, kann er nicht die Finger von ihr lassen. Auf einem Stuhl gefesselt, hat auch der eigene Chef keine Chance. Seine Verschwiegenheit macht sie wahnsinnig, bis er ihr sein intimstes Geheimnis offenbart. Der verheiratete ArbeitsKollege ist auf der ErotikParty kein Tabu mehr … Verlangen, Sex & Leidenschaft in sechs erotischen Liebesgeschichten! Diese Ausgabe ist vollständig, unzensiert und enthält keine gekürzten erotischen Szenen.

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Seitenzahl: 282

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Impressum:

Ich will dich jetzt und hier | Erotische Geschichten

von Trinity Taylor

 

Schon früh hat Trinity Taylor, eine Hamburger Autorin, ihre Passion zum Schreiben entdeckt. Ihre ersten Romane schrieb sie für sich, doch 2007 startete sie dann mit erotischen Kurzgeschichten durch. Nach sechs Büchern mit Kurzgeschichten, schrieb sie zwei Romane. Ihr erster, "Texas Ladys", wurde unter ihrem weiteren Pseudonym Shana Murphy veröffentlicht. Danach folgte ihr zweiter Roman „Intensiv“.

 

Lektorat: Nicola Heubach

 

 

Originalausgabe

© 2012 by blue panther books, Hamburg

 

All rights reserved

 

Cover: © conrado @ shutterstock.com

Umschlaggestaltung: www.heubach-media.de

 

ISBN 9783862771769

www.blue-panther-books.de

Der BodyGuard

»Hören Sie mir überhaupt zu, Miss White?«

Lillian starrte den Polizei-Officer mit leerem Blick an. »Ja, ja, ich bin voll bei Ihnen.«

»Das sind Sie eben nicht. Es ist wichtig, Miss White, dass Sie sich vorerst im Haus aufhalten. Es ist keine Kleinigkeit, die Sie beobachtet haben. Der Täter könnte jederzeit zuschlagen und Sie umbringen.«

Lillian zuckte zusammen. Dann seufzte sie. »Aber das weiß ich doch alles längst. Und zu meinem eigenen Schutz haben Sie mir diesen Babysitter in mein Haus gesetzt.« Sie warf einem der drei Polizisten einen gequälten Blick zu.

Dieser sah sie nur kühl an, ohne sich zu regen.

»Miss White«, setzte der erste Sprecher wieder an. »Wenn wir Officer Tynes nicht zu Ihrem Schutz hierlassen würden, dann könnten wir Sie morgen mit durchgeschnittener Kehle auf Ihrem Teppich wiederfinden.«

Lillian verzog das Gesicht und räusperte sich. »So genau wollte ich es jetzt auch nicht wissen. Und wenn ich mich ganz genau an Ihre Anweisungen halte, im Haus bleibe, all meine Einladungen absage, egal ob Hochzeit, Taufe, Beerdigung oder Ganzkörperhaarentfernung, und mich ganz still verhalte, dann brauche ich doch keinen Aufpasser, oder?! Mein Freund ist ja auch noch da. Nicht wahr, Norman?!« Sie blickte zu einem Mann, der etwas abseits stand, so, als gehörte er nicht dazu.

»Tja also ...« Norman kratzte sich am Kopf. »Ich denke, du solltest tun, was die Cops sagen. Es ist nur zu deinem eigenen Schutz. Du weiß, ich fliege in zwei Tagen nach Afrika, um dort meine Fotostrecke zu machen. Ich kann dich nicht beschützen, meine Liebe.«

Norman hätte sie auch hier nicht beschützt, dachte Lillian­ grimmig. Er war jemand, der jedem und allem aus dem Weg ging, sogar ihren Diskussionen. Er war ein Meister im Verschwinden.

»Nun gut, dann werde ich mich fügen und den Babysitter akzeptieren – aber nur eine Woche! Auf keinen Fall länger.«

Die Police-Officer entspannten sich sichtlich und nahmen eine lockere Position ein.

»Aber, Mr Tynes«, hob Lillian an, »eins ist mir verdammt wichtig: Wenn Sie schon in mein Privatleben eindringen, dann werden Sie sich nach meinen Gepflogenheiten richten, und das sind: Klodeckel runter und Klotür zu! Wenn das Kaffeepad in der Kaffeemaschine benutzt wurde, dann kommt es in den Müll! Kein Pfeifen im Haus! Das sind meine Bedingungen.«

Officer Tynes zog einen Mundwinkel nach oben. Die erste Regung, die Lillian von ihm sah. Sie wartete auf seine Antwort, doch es kam nichts. Er blickte ihr nur gerade in die Augen. Sie wollte ihm standhalten, doch sie schaffte es nicht und blickte weg. Ihre Brustwarzen stellten sich auf und stießen schmerzhaft gegen den BH-Stoff. Sie hatte heute den dunkelgrauen spitzenbesetzen BH angezogen mit passendem Höschen. Dass sie sich ein Set gönnte, war selten. Vielleicht sollte sie das ab jetzt öfter tun. Es war einfach eine bessere Qualität und die Brüste ruhten selig in dem weichen Stoff, der auch ihre samtige Muschi umhüllte ...

»Nun, dann sind wir ja soweit fertig hier«, hörte Lillian den ersten Police-Officer sagen und zuckte zusammen. Sie sah die anderen beiden an. Officer Tynes schmunzelte. Er drehte sich um und sagte mit einer tieferen Stimme, als Lillian erwartet hatte: »Ich bringe euch noch zur Tür, Jungs.«

Lillian verabschiedete sich kühl von den Police-Officern, die ja auch nur ihren Job taten, und wandte sich an ihren Freund. »Norman!«, zischte sie. »Wieso hast du nichts gesagt?«

Ratlos blickte er sie an. »Gesagt? Was denn?«

»Na, ich möchte keinen Babysitter hier haben.«

»Aber es geschieht doch nur zu deinem Besten, Häschen.«

»Hör auf, mich Häschen zu nennen! Aber wir können dann nicht mehr richtig miteinander schlafen, weil dieser Typ im Gästezimmer liegt.«

»Das ist doch momentan nicht so wichtig, ob wir Sex haben. Es ist eine Ausnahmesituation.«

»Sicher, aber in zwei Tagen bist du für drei Wochen in Afrika und dann muss ich wieder so lange warten.«

»Du hast doch jetzt jemanden da.« Norman gluckste, dann fing er laut an zu lachen.

Lillian beobachtete ihn mit versteinertem Blick.

»Na, was ist so lustig?« Officer Tynes betrat das Wohnzimmer.

Auch er bekam den Blick zu spüren. Doch er reagierte nicht, sondern überging die Eiszeit im Wohnzimmer mit einem galanten: »Lady, wenn Sie so freundlich wären, mir mein Zimmer zu zeigen, dann kann ich schon mal meine Sachen auspacken.«

»Ihre Sachen?« Lillian blickte auf eine kleine Sporttasche, in die mit Mühe und Not Turnschuhe, T-Shirt und eine Sport­hose hineinpassten.

»Ich brauche nicht viel. Zur Not können wir ja in meine Wohnung fahren und noch ein paar Sachen holen.« Er zwinkerte.

Lillian wandte sich ab. »Kommen Sie mit.« Sie ging den langen Flur entlang, vorbei an einem Büro. Dahinter lag das Badezimmer. Den beiden Räumen gegenüber befanden sich erst das Schlafzimmer und daneben das Gästezimmer. Lillian öffnete die Tür. »Bitte!«

»Vielen Dank.«

Als er das Zimmer betrat und sich umsah, betrachtete sie ihn. Er war groß, gut gebaut und hatte einen knackigen Hintern in seiner Jeans.

»Warum tragen Sie eigentlich eine Jeans?«, wollte Lillian wissen.

Er drehte sich um und sie sah sofort, wie stark die Jeans im vorderen Bereich ausgebeult war. Röte schoss ihr ins Gesicht. Als er nicht gleich antwortete, sondern sie nur mit einem Schmunzeln bedachte, wurde ihr erst bewusst, dass er sich denken konnte, dass sie über ihn nachdachte.

»Weil ich zu Ihrem Schutz hier bin. In der Uniform würde es auffallen, dass ich ein Cop bin und in Zivil könnte ich auch Ihr Freund, Bruder oder Geliebter sein ...«

Geliebter ..., schoss das Wort heiß durch ihr Gehirn. Sofort durchliefen Hitzewellen ihren Körper. Sie stellte sich vor, wie er sie packen und seine Lippen auf ihre und seinen Körper an ihren pressen würde. Seine Hände würden ihre Nippel finden und fest drücken, bis sie aufschrie. Ihre Möse würde nass werden, wenn er ihr seinen harten Schwanz dagegendrücken würde und ihre Atmung würde sich drastisch beschleunigen ...

»Häschen?«

Die Vorstellung zerplatzte wie eine Seifenblase. Schnell drehte sich Lillian mit hochrotem Kopf um und rannte fast den Flur entlang.

***

In dieser Nacht konnte Lillian nicht einschlafen. Sie dachte an Officer Tynes und Norman, verglich beide miteinander, obwohl es eigentlich nicht möglich war. Doch die Gedanken an den Officer machten sie heiß, sie konnte nichts daran ändern. Langsam fuhr ihre Hand unter der Bettdecke auf ihren Schoß. Sie schob ihr Nachthemd hoch und fand ihren seidigen Venushügel, er wirkte so unschuldig. War er ja auch, denn nur ihre Gedanken waren so unrein. Lillian zwang sich, an Norman zu denken, an seinen gut gebauten Schwanz, wie er an ihr entlangstrich und gegen ihre Möse drückte, um sich Einlass zu erflehen. Wie sie sich ihm verweigerte und wie er sie daraufhin grob packte, seine Augen glasig verhangen vor Lust. Sein Schwanz würde nicht mehr warten und er würde sich einfach in sie pressen. Doch sie sah nicht mehr Norman, sondern Tynes vor sich. Ganz offen sah sie ihm in die Augen, hielt seinem Blick stand. Er würde sie richtig hart rannehmen und sich in ihr versenken ... Lillian stöhnte, ihr Finger fuhr tief in ihre nasse Möse und stieß immer wieder nach.

»Oh, ja ...«, stieß sie hervor.

Ihr Handy riss sie aus den Träumen. Mit zitternder Hand ging sie ran. »Hallo?!«

»Hallo, Häschen, ich bin’s.«

Lillian sackte mit einem tiefen Seufzer ins Kissen. »Hallo Norman.«

»Ich wollte mich noch mal entschuldigen, dass ich heute Nacht nicht bei dir sein kann.«

Lillian kam eine Idee. »Das macht nichts. Wir haben ja ein Telefon. Nun bist du ja praktisch bei mir, Süßer ...« Lillian schnurrte ins Telefon.

»Äh, ja. Also, du hast vorhin so traurig gewirkt, deswegen wollte ich mich noch mal entschuldigen.«

»Okay, Entschuldigung angenommen. Aber nun zu uns ... Du bist doch so ein starker Mann, reist mitten in die Wüste Afrikas, setzt dich den wilden Tieren aus, du Furchtloser, du ... Willst du auch mein Tier sein, zeig mir doch mal deine Wildheit ...«

»Äh, Lillian, Häschen, also, das ist gerade, ich meine ...«

»Naaa? Wirst du schon hart? Ist dein Prügel gerade am Wachsen, um in mein nasses Fötzchen zu tauchen, du wilder Tiger, du? Komm erzähl mir von ihm, pack ihn aus, zeig ihn mir, schieb ihn mir rein. Ich kann ihn auch zwischen meinen prallen Titten reiben, bis es dir kommt ...«

»Lillian! Hör auf! Was redest du denn da?! Ich bin hier mit den anderen Fotografen in einem Konferenzzimmer. Ich habe jetzt keine Zeit für so einen Unsinn!« Er legte auf.

Noch zwei Minuten hielt Lillian das Telefon mit leicht geöffnetem Mund am Ohr. Dann legte sie es langsam auf ihren Nachttisch, ohne ihren Blick von einem gerahmten Bild eines Löwen zu lösen.

***

»Guten Morgen, Lady. Wollen Sie auch einen Kaffee?«, fragte Officer Tynes gutgelaunt.

»Danke, dass Sie mir Kaffee in meiner eigenen Wohnung anbieten.«

»Hu, Sie haben ja super Laune heute Morgen.«

Lillian antwortet nicht.

»Sie könnten mich fragen, wie ich geschlafen habe, das wäre sehr nett.«

Lillian warf ihm einen vernichtenden Blick zu. »Na schön: Wie haben Sie geschlafen?«

»Wunderbar. Und Sie?«

»Nicht gut.«

»Lag das an dem Telefonat gestern Abend?«

Lillians Blick schoss auf ihn zu. »Was wissen Sie von dem Telefonat«, zischte sie.

»Nichts, nur, dass es geklingelt hat.«

»Sie lauschen an meiner Schlafzimmertür?!« Sie kam mit zwei wütenden Schritten auf ihn zu.

»Also, bevor Sie jetzt ein Messer zücken und mir die Gurgel durchschneiden, möchte ich dazu sagen, dass es mein Job ist, auf Kleinigkeiten zu achten. Wenn der Mörder in ihrem Flur steht, und ich höre noch nicht mal sein Handyklingeln, dann wäre ich ein verdammt schlechter Cop.«

Lillian ließ sich mit einem Seufzer in einen Sessel fallen.

»Kommen Sie, Lady, ich weiß, dass es nicht einfach für Sie ist. Wenn Sie möchten, dann können Sie sich das Ereignis auch von der Seele reden. Ich verspreche, ein guter Zuhörer zu sein.«

»Von der Seele reden? Was soll ich mir von der Seele reden?«

»Wenn ich mich schwach entsinne, dann haben Sie vor drei Tagen eine Vergewaltigung mit anschließendem Mord gesehen.«

»Ach so das, ja richtig.«

Officer Tynes lachte laut auf. »Das ist also nebensächlich? Ich dachte, Sie haben schlaflose Nächte deswegen.«

»Ja, doch, auch ... Ach, ich habe keine Lust darüber zu reden. Ich bin ja doch nicht in Gefahr. Der Typ hat mich im Dunkeln bestimmt nicht erkannt. Es gibt ja bekanntlich Millionen von Menschen und jeder könnte ihn beobachtet haben. Die Wahrscheinlichkeit, dass er mich erkannt hat und zudem noch ausfindig machen kann, ist sehr gering.« Lillian griff nach dem Kaffee, den Officer Tynes vor ihr auf den Couchtisch gestellt hatte und nahm einen Schluck. »Wenn ich noch länger zu Hause hocke, dann versauere ich. Ich möchte jetzt shoppen gehen. Kommen Sie mit?«

»Eigentlich ist es andersherum: Sie müssten mich um Erlaubnis bitten, ob Sie gehen dürfen«, sagte er.

»Ts, so weit kommt es noch! Ich gehe, wann ich will!«

»Wie gesagt: Erst fragen Sie mich!«

»Ja, ja, Officer, Sie machen ja auch nur Ihren Job, aber ich bestimme über mein Leben.« Sie stellte den Kaffeebecher auf den Couchtisch und wollte gerade aufstehen, da erhob sich Officer Tynes, kam zu ihr und stellte sich vor ihren Sessel. Groß ragte er vor ihr auf. »Ich wiederhole mich nur ungern, aber für Sie mache ich eine Ausnahme: Fragen Sie mich!«, sagte er leise, aber eindringlich.

Lillian blickte fasziniert zu ihm hoch, dann wanderte ihr Blick an seinem Körper hinab, über die breite Brust, über der sich ein schlichtes weißes T-Shirt spannte, tiefer über seinen flachen Bauch, bis zu seinem Schritt. Dort wölbte es sich. Sein Geschlecht war direkt vor ihrem Gesicht. Ihre Atmung beschleunigte sich, ihre Nippel stellten sich auf, in ihrem Schoß kribbelte es.

Sie spürte, wie sich eine Hand von ihm auf ihren Nacken legte und in ihr Haar griff. Langsam zog er sie daran zu sich hoch. Ihr Herz pochte, ihre Muschi kribbelte. Auch wenn sie einen Kopf kleiner war als er, so befanden sich ihre Gesichter dicht beieinander. Küss mich, dachte sie, küss mich ...

»Was wolltest du mich fragen?«, raunte er.

Sie beugte sich leicht vor und hätte so seine Lippen berühren können, doch er wich sachte zurück, sodass sie nicht in Kontakt kamen.

»Ich ... Ich möchte ...«

Langsam und leicht schüttelte er den Kopf. »Hm, hm ... falsch. Versuch es noch mal.«

»Kann ich raus?«

Sein Kopf kam dichter an ihren, dann glitt er, ohne sie zu berühren, zu ihrem Ohr. »Aber klar, Süße. Mit mir an deiner Seite kann dir nichts passieren.«

Sie stieß ihn abrupt weg. »Eingebildeter Fatzke!« Damit schob sie sich grob an ihm vorbei und stürmte in den Flur, um sich ihren Mantel überzuwerfen und die Stiefel mit ihren Ballerinas durchzutauschen. Sie hörte ihn lachen. Ihre Muschi pochte stark. Lillian fühlte, wie sich das ungestillte Verlangen in ihrem gesamten Körper ausgebreitet hatte. Ihre Nippel schmerzten. Hätte er sie doch nur wenigstens einmal dort hineingebissen. Dann wäre die Lust dem Schmerz gewichen. Aber stattdessen hatte er sich über sie lustig gemacht. Na, warte, das lasse ich mir nicht gefallen, dachte sie grimmig, riss ihre Handtasche vom Haken und schritt hoch erhobenen Hauptes durch die Haustür.

Er kam ihr lachend hinterher. Und als er die Tür ins Schloss zog, schrie sie auf. Sein Lachen verschwand.

»Der Schlüssel!«, stieß sie hervor.

Betont langsam hob er den rechten Arm. Am Mittelfinger baumelte ihr Wohnungstürschlüssel. »Der ist für viele Dinge gut.« Sein Gesicht überzog sich wieder mit einem breiten Lächeln.

»Sehr witzig!« Sie entriss ihm den Schlüssel und stieg die Stufen hinab. Ihre Schritte hallten im Treppenhaus.

Als sie die Haustür öffnen wollte, kam er ihr zuvor. Sie ging ohne Dank hindurch. Doch kaum war sie draußen auf der obersten Stufe angelangt, schob er sich an ihr vorbei und blickte prüfend zu allen Seiten, dann bot er ihr seinen Arm.

***

»Was machen Sie da?«, fragte Lillian. Sie versuchte, sich soweit in ihrem Sessel vorzubeugen, dass sie erkennen konnte, was er in der Küche tat.

»Kaffee kochen. Auch einen?«

»Nein danke.« Sie hätte gern einen getrunken, aber lieber biss sie sich die Zunge ab, als Officer Tynes um einen Gefallen zu bitten.

Er bog um die Ecke und der Kaffeeduft verteilte sich im Zimmer. Mit Genuss biss er in etwas Schwarzes.

»Was ist das?«

»Oreos«, sagte er mit vollem Mund. »Auch mal probieren?«

»Nein danke.« Lillian widmete sich wieder ihrem Textbuch und sagte ohne aufzublicken: »Davon bekommt man schwarze Zähne.« Sie hörte ihn glucksen.

»Hey, ich gehe gern mit Ihnen shoppen, Lady.«

Sie schwieg.

»Wenn Sie sich aber jedes Mal diese tausend Gedanken machen, ob dieser oder jener Schuh besser aussieht, dann ist es kein Wunder, dass ihr Frauen ständig shoppen gehen müsst. Da kommt ja nach so einem langen Tag nichts Vernünftiges bei rum. Ein Schühchen höchstens, wenn überhaupt.«

Lillian blickte auf. »Wenn Sie nichts Intelligentes mehr zu sagen haben, dürfen Sie gern auf Ihr Zimmer gehen, Mr Tynes.«

»Auf mein Zimmer ...« Er lachte. »Das hört sich an, als seien Sie meine Mutter und ich ihr Sohn. Aber so fühlt es sich nun weiß Gott nicht an. Oder, Lillian?«

Sie hatte während er sprach auf ihren Text geblickt, doch nun sah sie hoch. Ihr Herz klopfte verräterisch.

Er saß ihr gegenüber im Sessel, die Beine locker auseinander und die Ellenbogen auf den Oberschenkeln abgestützt, während er seinen Kaffee hielt. Als sie ihn ansah, nahm er einen Schluck von der dampfenden Flüssigkeit. Sie konnte sehen, wie sich seine Mundwinkel zu einem Lächeln nach oben zogen. Als er den Kaffee absetzte, stand er auf und verließ den Raum mit den Worten »ich habe noch zu arbeiten und gehe mal in mein Zimmer«.

***

Noch im Bett versuchte Lillian, Text zu lernen. Aber es fiel ihr schwer. Immer wieder drifteten ihre Gedanken ab. Sie sah entweder das Mädchen vor sich, das vergewaltigt wurde und danach einen Kopfschuss bekam oder Officer Tynes. Auch Normans Gesicht tauchte auf, wie er in Afrika Tiere und dann nackte Negerinnen fotografierte, wie sie versuchten, ihn anzufassen. Und wieder drängte der weit geöffnete Mund von dem Mädchen in ihr Bewusstsein, wie sie tonlos litt – oder hatte sie es auch genossen? Kannte sie den Täter? Und was war mit ihr, Lillian, hatte der Täter sie erkannt? Die mittelklassige Schauspielerin Lillian White? Es knackte. Lillian zog die Decke bis zum Kinn. Ihre Tür war nur angelehnt. Es konnte eigentlich nur der Officer sein, der sich einen Kaffee holte. Wie konnte man abends nur so viel Kaffee trinken! Kein Mensch konnte nach so einer hohen Koffeindosis schlafen. Erneut knackte es.

»Mr Tynes?«, rief Lillian.

Sie bekam keine Antwort. Mit klopfendem Herzen stand sie auf, zog die Wolldecke mit, die am Fußende ihres Bettes lag, und wickelte sie sich schützend um. Langsam öffnete sie die Tür und spähte in den dunklen Flur. Eine Katze jaulte draußen erbärmlich auf und Lillian zuckte zusammen. Sie schob sich durch die Tür.

»Mr Tynes?«, fragte sie erneut, nur deutlich leiser. Sie huschte über den Flur zu seinem Zimmer und wollte gerade seine Tür, die einen Spalt offen stand, aufdrücken, als sie ein Stöhnen vernahm. Es kam aus seinem Zimmer. Die Straßenlaternen spendeten ein wenig Licht, sodass sie Umrisse erkennen konnte. Etwas ragte aus seinem Bett hervor. Heiß schoss es Lillian in den Unterleib. Es war sein Schwanz! Die Vorstellung, dass er Zimmer an Zimmer mit ihr lag, ein Cop war, auf sie aufpassen sollte und sich hier gerade einen runterholte, ließ sie erstarren. Sie wollte sofort in ihr Zimmer zurücklaufen, doch ihre Füße schienen wie angewurzelt. Sie konnte ihren Blick nicht von den langsamen, behutsamen Auf- und Abbewegungen lösen. Dazu vernahm sie ab und zu sein leises Stöhnen. Sie spürte, wie sie feucht wurde. Feucht genug, um seinen Schwanz in sich aufzunehmen. Er flüsterte etwas. Sie versuchte, herauszuhören, was es war, aber es war zu leise.

Sie stellte sich vor, wie seine große kräftige Hand sich zur Faust krümmte, seinen harten Schwanz darin einschloss, und wie er ihn immer steifer rieb. Sie seufzte leise. Ihr Blick konnte sich einfach nicht von seinen Bewegungen lösen. Dann stoppte er. Lillian hörte ihren eigenen, schnellen Herzschlag in ihren Ohren. Dann bewegte sich seine Hand wieder, diesmal mit schnellerem Reiben. War er schon so weit? Seine rechte Hand fuhr zügig und gekonnt über seinen stark erigierten Schwanz. Er rieb ihn nun immer wilder und sein Stöhnen nahm zu. Lillians Möse pochte, ihre Nippel schmerzten. Sie öffnete zwei Knöpfe ihres Nachthemdes und drehte die steifen Warzen zwischen ihren Fingern und ihr entschlüpfte ebenfalls ein Seufzer. Die Wolldecke rutschte zu Boden und am liebsten hätte sie ihr Nachthemd gleich mit ausgezogen und in den Flur geworfen. Sie war so scharf, dass sie es kaum noch aushielt. Ja, komm, dann komme ich mit dir, dachte sie und ihre rechte Hand glitt zu ihrer Möse. Als sie sie berührte, stöhnte sie und glaubte, es sei seine starke Hand ...

Licht flammte auf. Lillian blickte direkt in Officer Tynes Augen. Ein kleiner Aufschrei des Erschreckens entfuhr ihr. Augenblicklich drehte sie sich um und rannte über den Flur bis zu ihrem Zimmer. Dort warf sie sich ins Bett, zog die Decke bis zum Kinn. Mit wild pochendem Herzen und schwer pochender Möse lag sie unter den Decken. Sie schämte sich in Grund und Boden. Sicher hatte er gesehen, wie sie sich an ihm aufgegeilt hatte ...

Das Deckenlicht erhellte ihr Zimmer. Lillian wandte sich ruckartig zur Tür. Officer Tynes stand im Rahmen, nur mit Boxershorts bekleidet.

»Ich möchte nicht, dass Sie an meiner Tür lauschen«, zischte er.

»Sie waren so laut, da brauchte ich nicht zu lauschen!«

»Das kann ich nur zurückgeben, liebe Miss White.« Er blickte an ihr herunter und stoppte auf Brusthöhe.

Lillians Decke war beim Umdrehen verrutscht und auch ihr Nachthemd, sodass es den Blick auf eine herrlich steife Brustwarzen freigab. Das war anscheinend sein Blickfang. Sofort riss sie die Decke über ihre Brüste.

Und schon war er weg.

Sie war so geil, dass sie sich am liebsten zu Ende gestreichelt hätte, doch sie traute sich nicht. Wenn er noch mal hereinkäme, um irgendeinen unwichtigen Kommentar loszuwerden, dann würde er sie wieder erwischen. Also blieb sie brav im Bett liegen, ohne sich zu rühren und spürte dem wilden Pochen nach, das ihren Unterleib nicht in Ruhe ließ.

***

Der Toast sprang aus dem Toaster. Lillian griff danach und lehnte ihn zum Abkühlen gegen das Marmeladenglas.

»Guten Morgen.« Gut gelaunt bahnte Officer Tynes sich den Weg zur Kaffemaschine und legte ein Pad rein.

»Guten Morgen«, nuschelte Lillian.

»Soll ich Ihnen auch gleich einen Kaffee machen?«

Lillian schwieg und bestrich ihren Toast mit Butter.

»Ich fasse das mal als Ja auf. Ach, Sie könnten mir auch gleich zwei Toast reinstecken, bitte.«

Lillian drehte sich langsam zu ihm. Er sah heute Morgen verdammt gut aus. Seine Haare waren von der Dusche noch feucht und verstrubbelt, sein Gesicht wies einen Dreitagebart auf, sein T-Shirt hing lässig über seiner Jeans und seine Oberarme ließen seine Muskeln sehen. Ihn umgab ein männlicher, verführerischer Duft nach Duschgel und ihm. Seine azurblauen Augen strahlten.

»Was ist?«, fragte er unschuldig.

»Sonst noch was, was ich für Sie tun kann, vielleicht die Schuhe putzen oder einen Knopf annähen?«

»Das wäre sehr nett von Ihnen. Aber ich glaube, Sie meinen das gar nicht ernst, oder vielleicht doch?« Er grinste und nahm einen großen Schluck von seinem heißen Kaffee.

Genervt steckte sie zwei Toast in den Toaster und drückte mit viel Druck die Taste hinunter.

»Hey, Lady, warum sind Sie bloß immer so ungnädig. Ich tue doch nichts.«

»Allein Ihre Anwesenheit stört!«, zischte sie.

»Ach, Unsinn. Sie sagen nur nicht, was Sie denken. Dazu fehlt Ihnen einfach der Mut. Und das ärgert Sie und schon suchen Sie nach jemandem, dem Sie diese Schuld zuschanzen können. Und das bin dann wohl ich.«

Sie kaute genervt ihren Toast.

Er schob ihr ihren Kaffee hin, nahm Milch aus dem Kühlschrank und gab einen Schuss hinein. »Wie geht es Ihnen wirklich, Miss White? Wollen Sie über die Nacht reden?«

Sie spürte Röte in ihre Wangen steigen. »Welche Nacht?«

»In der diese Frau vergewaltigt und ermordet wurde.«

Noch mehr Röte sammelte sich auf ihren Wangen. Wie konnte sie nur so dumm sein, spontan an gestern Abend zu denken. »Woher wissen Sie, dass ich Milch nehme?«, fragte sie statt einer Antwort.

»Ich bin ein guter Beobachter. Sie haben heute übrigens vergessen, die Toilettentür zu schließen. Sie waren wohl ein wenig durcheinander ...«

Lillian ließ den Morgen blitzschnell Revue passieren. Konnte das wirklich sein, dass ausgerechnet sie die Tür vergessen hatte? Das passierte ihr doch nie.

»Also, was ist nun, möchten Sie über Rebecca reden?«

»Rebecca?«

»Ja, so heißt die Tote.«

»Nein, ich muss gleich zum Set.«

»Trotzdem könnten Sie doch jetzt über sie reden.«

»Was soll ich da sagen? Es ist passiert und vorbei.«

»Puh, Sie sind eine harte Nuss. Man braucht einen starken Nussknacker, um ihre Schale aufzubrechen, um in Ihr Inneres zu dringen.« Herausfordernd blickte er sie an.

In Lillians Möse zog es. Sie senkte den Blick und sah in ihren Kaffee.

Officer Tynes nahm seinen Toast aus dem Toaster und bestrich ihn mit Butter. Aus dem Kühlschrank holte er zwei Schinkenscheiben, legte sie auf den Toast und klappte ihn zu. Herzhaft biss er hinein. »Was ist?«, fragte er mit vollem Mund.

Lillian wandte ihren Blick ab, sie hatte nicht bemerkt, dass sie ihn angestarrt hatte und fühlte sich nun ertappt.

»Ich werde mich schon mal anziehen«, sagte sie und verließ die Küche. Als sie an der Tür war, hörte sie ihn sagen: »Ach, Lady, hatten wir nicht besprochen, dass es nicht mehr nach draußen geht. Es ist einfach zu gefährlich für Sie.«

»Ich habe doch meinen Wachhund dabei.«

Er lächelte. »Sicher, aber ich kann Sie nicht in jeder Situation beschützen. Wir sollten jedem Risiko aus dem Weg gehen.«

»Mr Tynes ...«

»Sagen Sie doch Ray zu mir.«

Sie holte Luft, stockte, als würde ihr dieses Wort nicht so leicht über die Lippen kommen. »Hören Sie ... Ray ... Ich muss da heute hin. Alle warten auf mich.«

»Das ist schön und gut, aber Ihre Sicherheit ist wichtiger.«

»Wir waren sogar schon shoppen.«

»Richtig. Aber das war auch verdammt riskant. Und heute wirken Sie wesentlich vernünftiger auf mich, als gestern.«

»Mr Tynes ... ähm, Ray, es ist aber mein Job.«

»Das weiß ich und das verstehe ich auch. Aber es ...« Er schüttelte den Kopf. Dann seufzte er und fuhr sich mit der Hand durch die zerzausten Haare. »Na, schön, tun Sie, was sie tun müssen.« Er trank seinen Kaffeebecher leer und kam ihr hinterher. Verwundert blickte er sie an, als sie nicht weiterging, sondern einfach im Türrahmen verharrte. »Was ist?«, wollte er wissen.

Lillian fiel es schwer, diese Frage zu stellen, aber so langsam wurde sie doch unsicher. »Sie werden mich doch beschützen, oder? Ich meine, auch wenn ich meinen Kopf immer wieder versuche, durchzusetzen.«

Er lächelte. »Oh ja, Sie haben einen ganz schönen Dickkopf, Lillian!« Sein Gesicht wurde ernst. »Und ja, sicher werde ich alles in meiner Macht stehende versuchen, dass Ihnen nichts passiert.«

Es war das erste Mal, dass sie ihn anlächelte, als sie sagte: »Danke.«

Ihre Gesichter waren sich sehr nahe. Sie hätte ihn küssen können, doch sie hatte Angst, er würde wieder zurückweichen. Dann spürte sie, wie er ihre Hand nahm. Sie war weich und warm.

»Na los, sonst kommen Sie noch zu spät zum Set. Können Sie Ihren Text?«

»Mehr schlecht als recht.«

Ray lachte. »Na, dann kann ja nichts passieren.«

***

Eigentlich wollte Lillian fahren, doch das ließ Ray nicht zu. Er war der Meinung, dass er sein Auto besser kennen würde und im Notfall schneller damit zurecht käme.

Am Set angekommen, begrüßten ihre Kollegen sie freundlich und herzlich. Doch heute war Lillian nervös. Immer wieder ermahnte sie sich, ruhig zu bleiben. Schließlich ärgerte sie sich über Ray, dass er sie so wahnsinnig machte und aus der Ruhe brachte. Sauer blickte sie zu ihm hinüber. Er hatte sich in einen Regiestuhl gesetzt, man hatte ihn mit einem Becher Kaffee bedacht, und blickte gelassen zu ihr. Augenblicklich verschwand ihr Groll und machte etwas anderem Platz. Was es war, konnte sie nicht richtig deuten.

Ihre weiblichen Mitstreiterinnen befragten sie nach Ray und wenn sie antwortete, dass er ihr Bodyguard sei, dann wurden sie ganz aufgeregt und blickten neidisch in seine Richtung. Ganz Charmeur zwinkerte er ihnen zu, was Lillian jedes Mal auf die Palme brachte. Er hatte sich über sein T-Shirt nur eine schwarze Lederjacke geworfen, die offen stand, und hätte somit auch als Gigolo durchgehen können. Das einzige, was ihn von solch einem Mann unterschied, war die Waffe in dem Waffengürtel, den er um die Schultern über dem T-Shirt trug.

Lillian fiel es durchgehend schwer, sich auf ihren Text zu konzentrieren. Auch der Regisseur war mit ihren Leistungen nicht zufrieden, sie spürte es an seiner Art. Zwar versuchte er, mit ihr heute Geduld zu haben, aber sein Blick, wenn er »Cut« rief, sagte alles. Auch gab es mehr Unterbrechungen heute als sonst.

Als eine Szene so gar nicht hinhaute, und Lillian schon den Tränen nahe war, blickte sie zu Ray, der sie mit ernster, nicht zu deutender Miene betrachtete. Er nickte ihr nur kurz zu. Das war alles. Aber sie spürte, dass er ihr den Zuspruch geschickt hatte, den sie brauchte, um nicht zu heulen und einfach weiterzumachen.

Es war ein anstrengender Tag und Lillian war froh, als sie zu Hause die Schuhe ausziehen und sich aufs Sofa fallenlassen konnte.

»Kaffee?«, fragte Ray.

»Tee wäre mir lieber«, seufzte Lillian.

»Kein Problem – kommt sofort.«

Sie schloss die Augen und massierte mit den Fingerspitzen ihre Schläfen. Rays Handy klingelte. Sie hörte ihn nur sprechen, nicht, was er sagte.

Schließlich kam er zurück, beladen mit Kaffee für sich und Tee für sie. Seine Miene verriet nichts.

»Wer war das?«, wollte Lillian wissen.

Er sah sie über den Rand seines Kaffeebechers an, nahm einen Schluck und sagte dann: »Ist diese Frage nicht ein bisschen zu indiskret?«

»Oh, entschuldigen Sie, ich dachte, es seien Nachrichten aus der Polizei-Zentrale über den Täter.«

Er lächelte. Dann stand er auf, stellte sich hinter sie ans Sofa und übernahm, was sie gerade begonnen hatte: ihre Schläfen zu massieren.

»Danke, aber Sie müssen nicht ...«

»Schhh ... Ich weiß.« Er massierte weiter und seine großen Hände legten sich auf ihr Haar. Dann hoben sie sich, sodass nur noch die Fingerspitzen ihre Kopfhaut berührten und er massierte gekonnt weiter. Ihre Augen schlossen sich. Auf ihren Körper legte sich Gänsehaut, ihre Nippel stellten sich auf und in ihrem Schoß begann es zu kribbeln. Sie spürte, wie ihre Säfte zusammenliefen.

»Oh Gott, ist das schön!«, seufzte sie wohlig.

Er schwieg, massierte weiter, hielt ihren Kopf, als er entspannt nach hinten sackte. Seine Finger waren stark, er übte Druck aus, aber ohne ihr wehzutun.

Sie wünschte sich, er würde weiter nach unten fahren, über ihre Schultern, bis hin zu ihren Brüsten. Er würde sie kneten, drücken und liebkosen. Die Nippel zwirbeln, und ihr damit große Lust verschaffen. Sie seufzte leise. Seine Hände glitten zu ihren Schultern und massierten sie dort weiter.

Oh ja, schrie ihr Innerstes auf, ja bitte, mach weiter, tiefer,­ bis zu meinen Nippeln. Sie spürte, wie stark diese sich an ihren BH pressten, die Berührung ersehnten. Ihr Atem ging schneller und sie ging ins Hohlkreutz, sodass sich ihre Brüste ihm anboten. Er hatte angebissen. Seine Hände fuhren über ihre Schlüsselbeine weiter hinunter und waren kurz davor, ihre Brüste zu erreichen, als sein Handy klingelte. Er fluchte, ging zum Tisch, nahm das Handy und ging in die Küche.

Warum musste er immer weggehen? So konnte sie wieder nichts verstehen. Unbefriedigt schnappte Lillian sich eine Zeitschrift und blätterte lustlos darin herum.

Endlich kam er wieder. Sie blickte ihn an, aber er sie nicht. Sofort wusste sie, dass etwas nicht stimmte. »Ray?«

Er ließ sich in den Sessel fallen und sagte: »Ach, es ist nichts.«

»Das stimmt nicht. Und Sie wissen, dass es etwas mit mir zu tun hat und Sie es nicht verheimlichen können, richtig?«

»Ach, Lillian ... Da draußen ist so viel los, das hat nicht immer etwas mit Ihnen zu tun.«

»Aber in diesem Fall schon, oder?«

Er blickte sie endlich an. Sein Gesicht sprach Bände. Es war etwas vorgefallen und es belastete ihn wahrscheinlich so sehr, dass er es nicht verheimlichen konnte.

»Bitte, sagen Sie es mir. Was ist passiert, Ray?«

Er schwieg lange, ehe er in die Stille sagte: »Er hat wieder zugeschlagen. Es ist das gleiche Muster. Erst Vergewaltigung, dann Mord. Es gab wohl eine Zeugin. Die Freundin. Sie ist nicht vergewaltigt worden ...«

Mit offenem Mund und entsetztem Gesicht starrte sie ihn an. »Aber ...«, krächzte sie.

»Aber sie ist auch tot. Er hat sie mit einem Seil erwürgt.«

»Oh mein Gott!«, stieß Lillian hervor. »Das ist ja schrecklich!« Sie blickte entsetzt zu Ray.

Dieser fuhr sich mit den Händen durch die Haare, seine Ellenbogen stützten sich auf seinen Oberschenkeln ab. Eine Weile blieb er so, die Hände in den Haaren vergraben. Dann richtete er sich auf. »Vielleicht sollten Sie für eine Weile von hier verschwinden.«

»Verschwinden?«, fragte Lillian noch immer wie unter Schock. »Aber wohin denn?«

»Egal, irgendwohin, wo Sie sicher sind.«

»Ich werde nie sicher sein. Der Kerl wird mich ständig verfolgen, ein Leben lang. Außerdem bin ich Schauspielerin. Ich werde immer wieder zum Set müssen, wo er mir jederzeit auflauern könnte.« Ihre Stimme hatte einen schrillen Klang angenommen. »Oh mein Gott!«

»Lillian, nun machen Sie sich nicht verrückt. Es ist noch nichts passiert.«

»Nein, ist klar. Außer ein paar Toten. Und einer Zeugin, die auch dran glauben musste.«

»Ich meine, mit Ihnen. Wir wissen nicht mal, ob er Sie erkannt hat. Außerdem bin ich bei Ihnen. Sie haben den besten Schutz, den die Polizei ihnen geben kann.«

Lillian wollte sich beherrschen, doch sie konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten. Sie sprang auf, wollte ins Bad laufen, doch er hielt sie am Handgelenk zurück.

»Lassen Sie mich los!«

Er stand auf und überragte sie. Dann drückte er sie an sich.

Lillian wehrte sich gegen diese intime Berührung, doch er war stärker und hielt sie ungehindert fest. Schließlich gab sie ihren Widerstand auf, hielt sich an ihm fest und schluchzte an seiner Schulter. Er streichelte ihr Haar und murmelte beruhigende Worte. Seine Nähe tat ihr gut, seine Wärme hüllte sie ein und sein Duft machte sie willenlos.

Als wenn er es gespürt hätte, fuhr er mit beiden Händen von hinten in ihre Haare und zog ihren Kopf damit in den Nacken. Langsam und behutsam senkten sich seine Lippen auf ihre. Weich und warm pressten sie sich auf sie. Lillian schloss die Augen, genoss den Augenblick, der ihnen beiden verboten war. Er, weil er im Job war, sie, weil sie einen Freund hatte.

Seine Lippen schienen mit ihren zu verschmelzen. Sie erwiderte seinen Kuss und schob vorsichtig ihre Zunge nach vorn. Sobald er sie erspürt hatte, umkreiste er sie mit seiner und schob seine Zunge ihn ihren Mund. Lillian stöhnte auf. Ihre Hände glitten über seinen Körper, krallten sich in seinen Schultern fest, zogen ihn noch dichter an sie, als er schon war.

Beider Münder verschlangen sich förmlich, pressten sich aufeinander, lösten sich, um den Mund des anderen noch intensiver zu erkunden, zu spüren, zu genießen.