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Diese Bergroman-Serie stillt die Sehnsucht des modernen Stadtbewohners nach einer Welt voller Liebe und Gefühle, nach Heimat und natürlichem Leben in einer verzaubernden Gebirgswelt. "Toni, der Hüttenwirt" aus den Bergen verliebt sich in Anna, die Bankerin aus Hamburg. Anna zieht hoch hinauf in seine wunderschöne Hütte – und eine der zärtlichsten Romanzen nimmt ihren Anfang. Hemdsärmeligkeit, sprachliche Virtuosität, großartig geschilderter Gebirgszauber – Friederike von Buchner trifft in ihren bereits über 400 Romanen den Puls ihrer faszinierten Leser. Ein Tisch auf der Terrasse war reserviert. Toni kam in die Küche. »Anna, es ist so weit. Es geht los. Tassilo und Otti kommen gerade über das Geröllfeld.« »Ich freue mich. Ich habe Otti seit letztem Winter nicht mehr gesehen. Bitte fasse es nicht als Beschwerde auf, Toni. Aber manchmal kommt es so vor, als ziehe sich der Sommer endlos.« »Ich weiß, wie du es meinst, Anna«, sagte Toni. Er gab ihr einen Kuss auf die Wange. »Setz dich doch mit einer Tasse Kaffee zu ihnen!« »Das wäre schön, aber es ist viel zu tun.« »Anna, du machst jetzt Pause, hast du gehört?«, sagte Toni. »Ja. Toni, ich bin nicht taub.« Sie füllte drei Becher mit Kaffee und ging hinaus. Tassilo und Otti kamen die Stufen zur Terrasse heraus.
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Seitenzahl: 122
Veröffentlichungsjahr: 2023
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Ein Tisch auf der Terrasse war reserviert.
Toni kam in die Küche.
»Anna, es ist so weit. Es geht los. Tassilo und Otti kommen gerade über das Geröllfeld.«
»Ich freue mich. Ich habe Otti seit letztem Winter nicht mehr gesehen. Bitte fasse es nicht als Beschwerde auf, Toni. Aber manchmal kommt es so vor, als ziehe sich der Sommer endlos.«
»Ich weiß, wie du es meinst, Anna«, sagte Toni.
Er gab ihr einen Kuss auf die Wange.
»Setz dich doch mit einer Tasse Kaffee zu ihnen!«
»Das wäre schön, aber es ist viel zu tun.«
»Anna, du machst jetzt Pause, hast du gehört?«, sagte Toni.
»Ja. Toni, ich bin nicht taub.«
Sie füllte drei Becher mit Kaffee und ging hinaus.
Tassilo und Otti kamen die Stufen zur Terrasse heraus. Benno lag quer und sie mussten über den Neufundländerrüden steigen.
»Grüß Gott, Anna!«, sagte Tassilo. »Was ist mit Benno los? So ruhig kenne ich ihn nicht.«
Anna lachte. Otti und Anna begrüßten sich.
»Wir hatten Tagesgäste mit zwei Hunden. Benno hat stundenlang mit ihnen getobt. Er ist einfach nur müde. Kommt mit! Wir haben einen Tisch reserviert. Darf ich mich einen Augenblick zu euch setzen?«
»Was für eine Frage?«, sagte Otti. »Schön, dass du dir Zeit nimmst. Tassilo und ich haben uns auf dem Weg herauf unterhalten. Ich habe nachgerechnet. Wir haben uns das letzte Mal vor Ostern gesprochen.«
»Stimmt, da lag noch Schnee«, sagte Anna.
Sie ging zu dem Tisch und stellte das Tablett ab.
Alle setzten sich.
Sie gaben Zucker und Sahne in den Kaffee und rührten um.
»Liebe Otti, wie geht es dir?«, fragte Anna. »Was gibt es an Neuigkeiten?«
»Meinst du in Waldkogel oder bei uns auf dem Schloss?«, fragte Otti zurück.
»Auf dem Schloss. Was so im Dorf los ist, erzählt mir Meta. Sie ruft einmal in der Woche an, oder Toni berichtet mir, wenn er seine Eltern besucht hat.«
»Ach, auf dem Schloss geht immer alles so weiter«, sagte Otti.
»Mei Otti, jetzt tust du aber untertreiben«, sagte Tassilo. »Unsere gute Isabella ist hochschwanger und in Mutterschutz. Sie hatte den Haushalt wunderbar im Griff. Jetzt muss ein bisserl improvisiert werden.«
»Höre ich da einen leichten Tadel heraus?«, fragte Otti sofort.
»Schmarren, jetzt lege nicht jedes Wort auf die Goldwaage! Ich wollte damit sagen, dass mir durchaus bewusst ist, dass du und Zensi viel zu tun habt.«
»Ja, die Zeit ist oft knapp. Ich habe viel Arbeit mit den verschiedenen Vereinen, deren Vorsitzende ich bin. Zensi ist fast jeden Tag stundenlang drüben im Hauswirtschaftsinstitut Villa Lohe. Ein Kurs geht gerade zu Ende und die Prüfungen müssen abgenommen werden. Dazu ist die Flut neuen Anmeldungen zu bearbeiten. Weder Zensi noch sonst jemand haben gedacht, dass es ein solcher Erfolg wird. Es werden von Kurs zu Kurs immer mehr, die sich anmelden.«
»Das kann ich verstehen«, sagte Anna. »Es ist für die Frauen eine große Chance, aus der Menge der Ungelernten herauszukommen. Da gibt es einen Spruch. Er lautet: Ohne Examen und Papier kann auch das beste Wissen nur angeboten werden wie Diebesware beim Hehler.«
»Das trifft es! Genauso ist es«, stimmte ihr Otti zu. »Wenn der Erfolg weiter anhält, wird vergrößert werden müssen.«
Tassilo sah Otti entsetzt an.
»Wirklich? Hat Zensi davon gesprochen?«
»Nicht direkt, Tassilo. Sie meinte nur, es könnten doppelt so viele Kurse angeboten werden bei der Menge der Anmeldungen. Doch ich denke nicht, dass sie es gar so ernst meint. Es war wohl nur so dahergeredet.«
»Wenn Zensi etwas nur so daherredet, dann höre ich immer genau hin«, sagte Tassilo. »Da schrillen bei mir die Alarmglocken. Du kennst sie. Sie brütet etwas aus und serviert dann vollendete Tatsachen. Sie hat ein großes Herz und will den ungelernten Haushaltskräften eine Chance geben. Aber sie muss lernen, dass sie nicht alle fördern kann.«
Otti wollte einer Ausweitung des Gespräches aus dem Weg gehen und fragte Anna nach den Kindern.
»Oh, da kann ich dir nur raten, gehe mal auf der Ziegenalm vorbei. Wendy und Henk geht es sehr gut. Sie haben Erfolg mit den Kaschmirziegen. Die Ziegen gedeihen und die Herde wird immer größer. Da sie die Wolle nach den Entwürfen von Tanja verstricken, verhäkeln oder verweben lassen und selbst vermarkten, haben sie großen Erfolg. Das bedeutet viel Arbeit. Aber es macht ihnen Freude.«
»Da muss Wendy ganz schön etwas leisten«, sagte Otti.
»Schon, aber sie und Henk haben sich eine Grenze gesetzt. Finanziell sind sie auf den Gewinn nicht angewiesen.«
Otti nickte und fragte:
»Hilft Henk gelegentlich noch in der Tierarztpraxis von Beate und Carl aus?«
»Ja, das macht er. Er verschwindet gern mal für ein paar Stunden, denke ich. Die Zwillinge sind zurzeit sehr anstrengend«, erklärte Anna. »Wir hoffen alle, das gibt sich bald.«
Sie erklärte Otti den Grund. Dass die Zwillinge ihrem Vater die Schuld am Tod ihrer geliebten Neunländerhündin Bella gaben, erschütterte Tassilo und Otti.
»Und wie wäre es mit einem neuen Hund oder einer Hündin?«, fragte Otti.
»Das ist ein heikles Thema. Die Zwillinge lehnen es ab. Sie schmollen, trauern und sind bockig. Aber Wendy und Henk werden sich etwas einfallen lassen, sie zu überlisten. Sie arbeiten daran. Es ist für Henk schon schmerzhaft, dass die Kinder ihm vorwerfen, er sei ein schlechter Tierarzt«, sagte Anna.
»Das ist wohl eine echte Krise auf der Ziegenalm«, seufzte Otti.
»So kannst du es sagen. Es hat auch wenig gebracht, dass wir Benno auf der Ziegenalm ließen. Er suchte Bella und lag danach nur traurig herum. Dabei hofften wir, er würde die Zwillinge etwas aufmuntern.«
»Mei, was kann man da tun?«, fragte Tassilo besorgt.
»Das geht vorbei. Henk und Wendy haben einen heimlichen Plan und alle helfen mit. Wie hoffen alle, dass bis zum Ende des Sommers diese Krise vorbei sein wird«, antwortete Anna.
»Und wie geht es Sebastian und Franziska?«, fragte Otti weiter.
»Sebastians Hotel in München läuft gut. Er teilt sich die Aufgaben mit seinem Freund Peter. Peter ist der Chefkoch. Sebastian pendelt so oft es geht abends und morgens zwischen Waldkogel und München. Er will seinen Buben so oft sehen, wie er kann. Jede zweite Woche ist Sophie mit dem kleinen Buben in München. Das geht ganz gut. Franzl läuft jetzt und rennt gern durch die langen Hotelflure. Er ist der auserwählte Liebling beim Personal und den Gästen. Mei, ist der Bub auch herzig!«, sagte Anna.
Dabei strahlte sie übers ganze Gesicht.
»In der Woche, in der Sophie mit Franzl in Waldkogel ist, kommt sie oft für einen halben Tag auf die Berghütte«, ergänzte sie. »Ich freue mich auf den Winter, wenn Toni und ich im Tal sind. Dann können wir den Buben jeden Tag sehen.«
Anna trank einen Schluck Kaffee.
»Leider ist Franziska weit fort, wie ihr wisst.«
»Dass es sie auch gleich in den Norden verschlagen musste!«, sagte Otti.
»Nun, das liegt an Lukas. Er hat die Leitung eines riesigen landwirtschaftlichen Betriebes und eines Gestütes antreten können. Das war für ihn direkt nach dem Studium ein Glücksfall. Dass Franziska ihrem Liebsten folgte, war ihre Entscheidung. Sie ist glücklich. Inzwischen haben Toni und ich uns fast damit abgefunden, dass die beiden in wilder Ehe leben. Wir sprechen das Thema nicht mehr an«, erklärte Anna.
Tassilo und Otti sahen sich an.
»Oh, Ähnliches erleben wir mit unserem Enkel Tim und seiner Jenny. Die beiden leben zusammen und arbeiten zusammen. An Heirat denken sie nicht. Fragt man sie danach, sagen sie nur, sie hätten Zeit. Außerdem würden sie auch so zusammengehören«, sagte Tassilo.
»Wir sprechen das Thema auch nicht mehr an. Die jungen Madln und Burschen heute denken anders über die Ehe als wir«, ergänzte Otti.
»Am besten halten wir Alte uns da heraus«, sagte Anna.
Tassilo lachte laut.
»Alte? So alt sind wir noch nicht. Außerdem ist man immer so alt, wie man sich fühlt.«
»Das stimmt«, sagte Anna. »Aber ich frage mich, warum die jungen Paare vor dem Schritt zu heiraten so häufig zurückscheuen? Wollen sie keine Verantwortung übernehmen? Wollen sie sich nicht binden, weil sie Angst vor der Entscheidung haben?«
Tassilo schüttelte den Kopf.
»Ich denke, diese Argumente treffen nicht zu. Erstens ist es eine Modesache. Zweitens sind sie überzeugt, dass sie auf diese Weise besser ihre Zugehörigkeit unter Beweis stellen können. Das hat mir Tim erklärt. Er sei nicht mit Jenny zusammen, weil er muss. Das bedeute wohl eine Heirat. Er sei freiwillig mit ihr zusammen. Das sei ein Liebesbeweis.«
»Tassilo, an dem Gedanken könnte etwas dran sein«, sagte Anna nachdenklich.
»Hier in Waldkogel gibt es wenig Paare, die wild zusammenleben. Hier ist die Welt noch mehr in Ordnung«, sagte Otti. »Ich finde es schon gut, wenn die Paare eine Weile zusammenleben, bevor sie heiraten. Nur wenn man täglich eng zusammenlebt, lernt man sich gut kennen. Wenn sie dann vor den Altar treten, haben sie den Streit um die Zahnpastatube bereits hinter sich. Trotzdem, nach einer Weile sollten sie heiraten und mit dem Kaspertheater aufhören.«
Sie lachten alle.
Toni kam an den Tisch.
»Brauchst du Hilfe?«, fragte Anna.
»Nein, ich wollte Tassilo und Otti nur fragen, ob sie essen wollen?«
»Wir warten auf die anderen«, antwortete Tassilo. »Außerdem ist es windig geworden. Es scheint sich etwas zusammenzubrauen. Über dem Gipfel des Höllentors steht eine Wolke. Das gefällt mir nicht. Hoffentlich gibt es keinen Wettersturz oder es geschieht ein Unglück. Toni, wir wissen alle, dass eine Wolke über dem Gipfel des Höllentors immer ein Unheilszeichen ist.«
Toni schaute hinüber und schüttelte den Kopf.
»Die Wolke verharrt dort schon den ganzen Tag. Aber es ist keine typische Unglückswolke. Sie hängt zu hoch. Außerdem ist sie weiß und nicht schwarz. Du musst also nicht beunruhigt sein.«
»Nun, ich weiß nicht recht«, murmelte Otti. »Ich traue dem Frieden nicht. Der Wind ist recht kühl. Es könnte einen Wettersturz geben.«
Tassilo wiegte unschlüssig den Kopf hin und her.
»Anna, wir setzen uns rein. Henry und Pamela kommen bald mit Melanie. Dann essen wir zusammen. Kilian wird später eintreffen. Also benötigen wir einen großen Tisch, an dem alle Platz finden.«
»Das lässt sich machen. Wir schieben Tische zusammen«, antwortete Anna.
Sie nahmen ihre Kaffeebecher und gingen in die Berghütte.
Toni half, die Tische zusammenzuschieben. Anna legte eine große Tischdecke darüber.
Kaum dass sie fertig waren, trafen Henry und Pamela ein. Es gab eine herzliche Begrüßung. Alle taten so, als wäre das Zusammentreffen zufällig. Melanie, die etwas abseits stand, fiel die kleine Komödie nicht auf.
Henry winkte Melanie herbei.
»Tassilo, Otti, das ist Melanie, eine enge Freundin von Pamela. Sie war auch Gast auf dem Musikfestival. Ich denke nicht, Tassilo, du kannst dich an Melanie erinnern.«
»Mei Henry, bei den Hunderten von Gästen! Dass ich mich an jeden erinnere, kann niemand verlangen. An unserem Tisch ist noch Platz. Setzt euch dazu.«
Henry schob Pamela und dann Melanie den Stuhl zurecht.
Toni kam und fragte, ob sie etwas bestellen wollten.
Sie waren sich schnell einig, dass sie etwas essen wollten. Alle bestellten Eintopf.
Toni servierte den Eintopf, als Kilian den Wirtsraum der Berghütte betrat.
Tassilo winkte ihn herbei.
»Kilian, jetzt sage nicht, du bist extra wegen mir herauf auf die Berghütte gekommen. Ich habe dir am Telefon gesagt, du könntest bald zum Schloss kommen.«
»Stimmt, du hast gesagt, du wolltest heute dein Gewissen beruhigen und endlich den lang versprochenen Besuch auf der Berghütte machen. Das Wetter lädt auch direkt zu einer Wanderung ein. Also ging ich los. Das ist übertrieben. Ich bin mit dem Auto bis zur Kuhalm gefahren«, antwortete Kilian.
»Nimmst du auch einen Teller Eintopf?«, fragte Toni.
»Ja, gern und anschließend ein Bier«, antwortete Kilian.
»Ein Bier trinken wir anschließend alle«, sagte Tassilo.
Kilian begrüßte Henry und Pamela.
»Darf ich euch miteinander bekanntmachen«, sagte Pamela. »Das ist meine Freundin Melanie. Sie ist zurzeit zu Besuch in Waldkogel. Melanie, das ist Kilian, ein Jugendfreund von Henry.«
Kilian nickte Melanie freundlich zu. Sie nickte ebenfalls.
»Setz dich, Kilian!«, sagte Tassilo und deutete auf den leeren Stuhl.
Kilian ließ seinen kleinen Rucksack von den Schultern gleiten und setzte sich.
Toni brachte ihm einen Teller Eintopf.
Das Essen verlief fast schweigend. Wenn jemand etwas sagte, lobte er den Eintopf.
»Wollt ihr einen Nachschlag?«, fragte Toni.
Sie verneinten.
»Dann bringe ich das Bier«, sagte Toni.
Er sammelte die leeren Teller ein und verschwand in der Küche.
Wenig später servierte er das frisch gezapfte Bier.
»Auf was wollen wir anstoßen?«, fragte Tassilo.
»Auf die Berge, auf unser schönes Waldkogel, auf die Waldkogeler!«, antwortete Henry.
Er lächelte Pamela an und legte den Arm um ihre Schulter.
»Und auf die Liebe!«, ergänzte er.
»Auf die Liebe, das ist wichtig«, sagte Tassilo.
Sie hoben die Gläser, sahen sich an, prosteten sich zu und tranken.
»Tassilo, um was geht es? Du wolltest mir doch, einen Vorschlag machen«, fragte Kilian. »Oder magst du jetzt nicht darüber sprechen? Ich komme auch gern die Tage aufs Schloss. Aber ein Stichwort wäre schon gut.«
»Das ist schnell gesagt, damit du eine Vorstellung bekommst. Es gibt Baupläne vom Schloss, auch von den Anbauten und Umbauten. Aber diese Pläne sind für mich und für Zensi Bücher mit sieben Siegeln. Wir rätseln, wie sie sie zeitlich und örtlich zuzuordnen sind. Wir haben den Verdacht, sie sind unvollständig. Oft fehlen Jahresangaben. Oder Angaben sind verblasst und unleserlich. Kurz, es müsste ein Fachmann ein Auge darauf werfen. Da muss Ordnung hineingebracht werden und da und dort auch ergänzt werden. Da du nicht nur Technischer Zeichner bist, sondern auch Architektur studierst, möchte ich dich fragen, ob das nicht eine reizvolle Aufgabe für dich wäre. Du stammst aus Waldkogel und hast ein Gefühl für das Schloss. Du bekommst auch leicht Zugang zu den alten Urkunden im Archiv des Rathauses, wenn es nötig sein sollte. Das gilt ebenso für die Kirchenbücher. Es fragt sich nur, ob du Zeit hast. Ich weiß, dass du neben dem Studium jobbst.«
Kilian lächelte.
»Zeit habe ich, das wäre schon zu machen. Ich nehme sie mir. Ich kann mich an den Wochenenden darum kümmern. Wie viel Arbeit und Aufwand es ist, kann ich erst sagen, wenn ich ein Auge darauf geworfen habe.«
»Du sollst das nicht umsonst tun, Kilian«, sagte Tassilo.
»Das ist großzügig, aber ich habe eine andere Idee. Vielleicht kann ich diese Arbeit in mein Studium einbetten. Ich schlage vor, ich sehe mir die Unterlagen an, mache mir Gedanken, dann sehe ich weiter. Bist du damit einverstanden?«
»Das bin ich.«
»Ich freue mich. Das Schloss ist ein Kleinod. Allein die Balken in der hohen Eingangshalle mit der Treppe sind auf ungewöhnliche Weise verarbeitet«, geriet Kilian ins Schwärmen.
»Ja, ich weiß, davon warst du immer davon«, sagte Tassilo. »Aber jetzt sprechen wir nicht weiter darüber. Wir wollen Melanie, die so still neben dir sitzt, nicht langweilen.«
Melanie lächelte Tassilo an.
