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Home Assistant strukturiert einrichten und individuelle Heimautomation sicher umsetzen
Home Assistant einrichten und anpassen
In diesem Quickstart-Guide erhalten Sie das nötige Wissen, um Home Assistant in Betrieb zu nehmen und Ihr Smart Home an Ihre persönlichen Bedürfnisse anzupassen. Hierbei liegt ein besonderer Schwerpunkt auf Sicherheit, Flexibilität und Stabilität. Ein kurzer Rundgang durch die Benutzeroberfläche macht Sie mit allen wichtigen Funktionen vertraut.
Automation für Einsteiger und Fortgeschrittene
Sie erhalten eine leicht verständliche Einführung in die Automation mit Szenen und Blueprints. Vielseitig einsetzbare Beispiele wie smarte App-Benachrichtigungen oder die Verarbeitung von Wetterdaten dienen als Ausgangspunkt für individuelle Automationen. Technisch versierte Nutzer erfahren, wie sie Skripte von Grund auf selbst erstellen und eigene Smart-Home-Geräte mit ESPHome einbinden.
Aus der Praxis für die Praxis
Sie profitieren von der jahrelangen Erfahrung des Autors. Praktische Tipps und unverzichtbare Must-have-Einstellungen helfen Ihnen, typische Stolperfallen zu vermeiden und Ihre Heimautomation ganz nach Ihren Vorstellungen umzusetzen.
Aus dem Inhalt:
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Seitenzahl: 301
Veröffentlichungsjahr: 2026
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Oliver Kluth
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://portal.dnb.de/opac.htm abrufbar.
ISBN 978-3-7475-1155-8 2. Auflage 2026
www.mitp.de E-Mail: [email protected] Telefon: +49 7953 / 7189 - 079 Telefax: +49 7953 / 7189 - 082
© 2026 mitp Verlags GmbH & Co. KG
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Lektorat: Janina Vervost Sprachkorrektorat: Christine Hoffmeister Covergestaltung: Christian Kalkert Coverbild: © vladgrin / stock.adobe.com Satz: III-satz, Kiel, www.drei-satz.deelectronic publication: III-satz, Kiel, www.drei-satz.de
Mit Home Assistant bietet sich Ihnen die Möglichkeit, Ihr eigenes datenschutzfreundliches Smart Home aufzubauen, ohne ein tiefgehendes technisches Verständnis für Programmierung haben zu müssen. Mit Home Assistant brauchen Sie jedoch nicht auf Komfort oder Funktionalitäten zu verzichten. Es ermöglicht Ihnen, die verschiedensten Smart-Home-Komponenten zu kombinieren, sodass Sie nicht an einen Hersteller oder Standard gebunden sind und frei entscheiden können, welche Komponenten zum Einsatz kommen.
Sie können Ihr Smart Home mit Home Assistant ganz einfach über Pflegedialoge an Ihre Vorlieben anpassen, welche Sie benutzerfreundlich durch die jeweilig notwendigen Schritte leiten. Bei Bedarf ist es jedoch auch möglich, direkt in YAML-Code Änderungen vorzunehmen und Ihr Smart Home so noch individueller zu steuern. Somit kann Home Assistant in der Bedienung als sehr anwenderfreundlich angesehen werden, bietet versierteren Smart-Home-Enthusiasten aber dennoch entsprechende Gestaltungsmöglichkeiten.
Aus diesen Gründen ist Home Assistant vermutlich das mächtigste Steuersystem für Smart Homes. Dennoch ist der Betrieb auf schwacher und somit auch stromsparender Hardware möglich, wie etwa auf einem aktuellen Raspberry Pi.
Home Assistant ist open source und damit als Herzstück Ihres Smart Homes kostenlos. Die Kosten für die Inbetriebnahme beschränken sich somit lediglich auf die Anschaffung geeigneter Hardware, wie eines aktuellen Raspberry Pis, eines geeigneten Netzteils hierfür und einer qualitativ hochwertigen SD-Karte. Zeitgleich steht hinter Home Assistant eine riesige Community an Entwicklern, Nutzern und Unterstützern, die dazu beitragen, die Software täglich zu verbessern.
Ich selbst nutze Home Assistant seit 2018 sehr aktiv und habe es in dieser Zeit selten bis gar nicht erlebt, dass ich eine Idee zur Optimierung meines Smart Homes nicht hätte umsetzen können. In meiner Zeit mit Home Assistant habe ich immer wieder Fehler gemacht, für deren Vermeidung ich in diesem Buch entsprechende Tipps gebe. Dank der riesigen internationalen Community und bemerkenswerten Hilfsbereitschaft anderer Nutzer habe ich unendlich viel gelernt und ich möchte Ihnen in diesem Buch möglichst viel von dem Gelernten mitgeben.
Der Einstieg in Home Assistant ist sehr einfach und anschließend sind die Möglichkeiten damit nahezu unendlich. Entsprechend ist meine uneingeschränkte Empfehlung für den Betrieb eines mächtigen Smart Homes eindeutig und immer Home Assistant.
Egal ob Sie mit Home Assistant bei null anfangen oder die Software bereits aktiv einsetzen: Ich leite von der Inbetriebnahme bis zu echten Expertentipps aufbauend durch dieses Buch.
Die gängigsten Fragestellungen und Besonderheiten in Bezug auf Home Assistant erkläre ich hierbei ausführlich. Aufgrund der schon beschriebenen unendlichen Möglichkeiten mit Home Assistant ist es jedoch nicht möglich, alle hieraus resultierenden Aspekte und möglichen individuellen Fragen zu behandeln. Ich gebe Ihnen aber das nötige Rüstzeug mit, um sich auch bei nicht im Buch erklärten Themen zukünftig zurechtzufinden.
Sie bekommen alle wichtigen Informationen und Techniken an die Hand, um Ihr eigenes Smart Home aufzubauen, welches den Ansprüchen an Sicherheit, Flexibilität und Stabilität Rechnung trägt und Ihnen dabei volle Flexibilität und vollen Komfort bietet.
Dieses Buch dient für jeden als idealer Einstieg in Home Assistant und gibt Ihnen hierauf aufbauend echte Expertentipps. Ich habe besonderen Wert auf die Vermittlung der wichtigsten Informationen und Möglichkeiten mit Home Assistant gelegt. Anhand von praxisnahen Beispielen leite ich Sie durch die Software: von der Installation bis hin zu Ihrem ersten ESPHome-Projekt. Das Buch ist so gestaltet, dass es von vorne bis hinten durchgelesen werden kann und Sie somit logisch aufeinander aufbauend Home Assistant kennen- und verstehen lernen.
Zunächst erkläre ich die üblichen Methoden, um Home Assistant auf Ihrer eigenen Hardware zu installieren, um im Anschluss daran einen Überblick über den generellen Aufbau und die Funktionsweise der Bedienoberfläche zu geben. Im Folgenden erkläre ich die absoluten Must-have-Einstellungen für jedes Smart Home mit Home Assistant, um dann zu zeigen, wie Sie Smart-Home-Komponenten von nahezu jedem beliebigen Hersteller hinzufügen können.
Sobald Ihre Instanz von Home Assistant wächst, sind Automationen und Skripte ein absolutes Muss für jedes Smart Home, welche Sie dank Szenen besonders smart machen können. Mittels Blueprints können Ihnen andere Nutzer von Home Assistant das Erstellen von besonders häufig zum Einsatz kommenden Skripten und Automationen deutlich erleichtern.
Wenn Sie diese Basics beherrschen, können Sie direkt mit YAML-Code weitere Änderungen und Optimierungen vornehmen und darüber hinaus ein Gefühl dafür entwickeln, welchen der etablierten Funkstandards (also ZigBee, Z-Wave und WLAN) Sie für welche Smart-Home-Komponenten nutzen können und sollten.
Im Anschluss erkläre ich die Möglichkeiten mit Mikrocontrollern – konkret: ESPHome – und Sie können anhand meiner Anleitung Ihr erstes eigenes ESPHome-Projekt umsetzen und Ihr Smart Home hiermit noch individueller gestalten.
Zum Schluss teile ich mit Ihnen noch wesentliche Erkenntnisse und Erfahrungen aus meiner bisherigen intensiven Zeit mit Home Assistant – da ich die Software seit 2018 täglich nutze, habe ich vermutlich nahezu alle denkbaren Situationen und Szenarien bereits erlebt bzw. gelöst. Gerne teile ich mein Wissen an dieser Stelle mit Ihnen.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Einrichtung und Optimierung Ihres eigenen Smart Homes.
Mit Home Assistant als Lösung für Ihr Smart Home haben Sie eine sehr gute Wahl getroffen. Home Assistant gibt es mit seinen Kernfunktionalitäten bereits seit 2013, wobei sich das System seitdem deutlich weiterentwickelt hat. Die Software ist also schon lange als Smart-Home-Lösung auf dem Markt, was Ihnen als Nutzer zugutekommt. Über die Jahre wurde das System kontinuierlich erweitert und optimiert, was wesentlich zu dessen Beliebtheit und Verbreitung beigetragen hat.
Ebenso hat Home Assistant über die Zeit eine gewisse Reife erreicht – anfängliche Kinderkrankheiten und Probleme gehören der Vergangenheit an, sodass Home Assistant mittlerweile ein äußerst verlässliches System für die Steuerung des eigenen Smart Homes ist.
Zudem werden mittlerweile nicht wenige Smart-Home-Geräte mit dem eigenen Label »Works with Home Assistant« vertrieben, was dem Anwender schnell verdeutlicht, dass auch dieses Gerät mit Home Assistant kompatibel ist (siehe Abbildung 1.1). In Abschnitt 6.4 gehe ich detaillierter auf dieses Label ein.
Abb. 1.1: Label von »Works with Home Assistant«
In diesem Kapitel stelle ich Ihnen Home Assistant und seine Stärken kurz vor.
Home Assistant hat es sich als Ziel gesetzt, das zentrale Smart-Home-System zu sein, welches möglichst viele Geräte zahlreicher Hersteller von Smart-Home-Komponenten integrieren und somit kombinieren kann. Dies setzt voraus, dass die Hersteller der Smart-Home-Systeme dies zulassen und ermöglichen.
Die Entwickler von Home Assistant selbst verkaufen keine Smart-Home-Komponenten wie Lampen, Sensoren oder Schalter. Stattdessen ist Home Assistant eine Software, die es den Nutzern erlaubt, verschiedenste Komponenten anderer Hersteller miteinander zu verbinden.
Sinnbildlich kann man sagen, dass Home Assistant in der Mitte Ihres Smart Homes sitzt und dort Daten und Zustände der verbundenen Komponenten sammelt, bündelt und für die kombinierte Nutzung bereitstellt. Hierbei ist es egal, von welchem Hersteller die einzelnen Komponenten stammen, sofern die Geräte des Herstellers in Home Assistant integriert werden können. So kombinieren Sie die Geräte unterschiedlicher Hersteller zu einem ganzheitlichen Smart Home.
Als Ergebnis kann Home Assistant als Vermittler der unterschiedlichen Smart-Home-Komponenten verstanden werden (siehe Abbildung 1.2).
Abb. 1.2: Home Assistant als Zentrum des Smart Homes
Dies bedeutet, dass Sie den Temperatur-Sensor von Hersteller A mit dem Tür-Sensor von Hersteller B und der Lampe von Hersteller C kombinieren und über Ihr eigenes Smartphone nutzen und steuern können, sofern die einzelnen Geräte und Sensoren in Home Assistant integrierbar sind.
Home Assistant ermöglicht es Ihnen, einen Großteil der auf dem Markt erhältlichen Smart-Home-Komponenten zu integrieren. Und die Auswahl der unterstützten Hersteller und Systeme wird kontinuierlich erweitert. Zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Buchs unterstützt Home Assistant knapp 3.000 unterschiedliche Integrationen, also Softwarekomponenten, die es Home Assistant ermöglichen, sich mit anderen Programmen und Plattformen zu verbinden, welche Sie für Ihr eigenes Smart Home nutzen können (https://www.home-assistant.io/integrations/).
Darüber hinaus bietet Home Assistant mittlerweile eigene Hardware an, wie bspw. den Home Assistant Green oder Yellow zum Betrieb von Home Assistant selbst. Ebenso gibt es mit dem Home Assistant Connect ZBT-1 einen ZigBee-Koordinator (mehr hierzu im Abschnitt 11.2.2) sowie mit dem Home Assistant Connect ZWA-2 einen Z-Wave-Koordinator (mehr hierzu in Abschnitt 11.2.3) an.
Diese Geräte sind jedoch auf keinen Fall obligatorisch, sondern lediglich eine Möglichkeit von vielen, Ihr Smart Home zu betreiben. Als Nutzer von Home Assistant können Sie selbst entscheiden, welche der kompatiblen Komponenten zum Einsatz kommen.
Home Assistant ist ohne weiteres Zutun Ihrerseits rein lokal nutzbar, also innerhalb Ihres lokalen Netzwerks. Solange Sie zu Hause sind, reicht das vollkommen aus, um Ihr Smart Home zu steuern. Es kann aber sinnvoll oder nötig sein, auch von unterwegs Zugriff auf Ihre Home-Assistant-Instanz zu haben. Die einfachste Möglichkeit hierfür ist die Home Assistant Cloud – allerdings ist diese kostenpflichtig.
Die Home Assistant Cloud wird von der Nabu Casa, Inc. bereitgestellt, welche 2018 von den Erfindern von Home Assistant gegründet wurde. Sie ermöglicht einen sehr einfach einzurichtenden Zugriff von unterwegs auf die eigene Instanz von Home Assistant.
Eine der wesentlichen Säulen bei der Entwicklung von Home Assistant ist die Fokussierung auf Datenschutz im Smart Home. Auch wenn Home Assistant sich zum Ziel gesetzt hat, möglichst viele Smart-Home-Komponenten zu vereinen, erfolgt dies rein lokal, also auf der eigenen Instanz von Home Assistant auf einem Computer bei Ihnen zu Hause.
Für den Betrieb von Home Assistant selbst wird keine Anbindung an das Internet, extern gelagerte Dienste oder die Home Assistant Cloud benötigt. Ihre Instanz von Home Assistant selbst muss also theoretisch noch nicht einmal Internetzugriff haben. Als Konsequenz verspricht Home Assistant Ihnen, ein Smart Home zu ermöglichen, welches Ihre Privatsphäre und die lokale Steuerung in den Vordergrund stellt (siehe Abbildung 1.3).
Dieses Versprechen zum Schutz Ihrer Privatsphäre und Datenschutz generell setzt natürlich eine entsprechende Nutzung des Systems durch Sie voraus. Ab Werk ist Home Assistant aber so konzipiert und entwickelt, dass Privatsphäre und Datenschutz im Vordergrund stehen.
Allein dieses Versprechen zeigt einen nicht unwesentlichen Unterschied zu anderen Smart-Home-Systemen großer Hersteller auf: In der Regel wird dort eher mit Adjektiven wie »smart«, »einfach« oder »komfortabel« geworben, um ein Smart-Home-System anzupreisen. Der Aspekt »Datenschutz« wird also als weniger wichtig eingestuft.
Abb. 1.3: Screenshot von https://home-assistant.io vom 29.08.2024
Wie bereits gesagt, kommt es natürlich darauf an, wie Sie Home Assistant konkret nutzen. Wenn Sie weiterhin proprietäre Bridges oder Gateways[1] nutzen und diese über die Cloud der jeweiligen Hersteller lediglich an Home Assistant anbinden, wird Home Assistant selbst datensparsam sein und dem gemachten Versprechen nachkommen. Die angeschlossenen Komponenten hingegen werden weiterhin Ihre Privatsphäre und Datenschutz als weniger wichtig behandeln. Home Assistant kann dies nicht verhindern!
Um also ein Smart Home zu betreiben, welches Ihre Privatsphäre und den Datenschutz respektiert, kann es notwendig sein, auf Bridges zu verzichten, die eine Verbindung zur Cloud erzwingen. Dies ist aber weder ein Nachteil noch wirklich ein Problem. Wie Sie insbesondere ZigBee-Geräte ohne proprietäre Gateways/Bridges in Home Assistant einbinden und nutzen, erfahren Sie detailliert in Kapitel 11.
Mit dem Themen Datenschutz und Privatsphäre geht natürlich auch das Thema Sicherheit einher. Wenn Sie Ihr Smart Home rein lokal betreiben, dürfte dies sicherer sein, als wenn Sie sich mit Ihrer E-Mail-Adresse und einem Passwort irgendwo in der Cloud eines anderen Smart-Home-Herstellers anmelden und dann von überall aus der Welt Zugriff haben.
Natürlich kommt es insbesondere in Sachen Sicherheit sehr stark auf das individuelle Nutzungsverhalten und die Einstellungen an. Es ist aber hervorzuheben, dass Home Assistant ein wesentlicher Bestandteil für ein sicheres Smart Home sein kann. Durch das eigene Mission-Statement mit dem Fokus auf den Schutz der eigenen Daten und die Privatsphäre des Nutzers bildet es die ideale Basis für das eigene Smart Home!
Anders als bei eigentlich allen anderen Smart-Home-Systemen versucht man hier nicht, Ihnen eine (in der Regel überteuerte, da leistungsschwache) Hardware zu verkaufen. Sie selbst können wählen, auf welcher Hardware Sie Home Assistant nutzen wollen. Und die Auswahl wird Ihnen dadurch erleichtert, dass Home Assistant auch auf leistungsschwacher und somit günstiger Hardware betrieben werden kann.
Es spricht nichts dagegen, das eigene Smart Home mit Home Assistant auf einem Raspberry Pi mit einer SD-Karte zu betreiben – ich selbst habe dies knapp fünf Jahre ohne nennenswerte oder auf die Hardware zurückzuführende Probleme getan.
Natürlich hängt die Wahl der Hardware für den Betrieb von Home Assistant vom geplanten Umfang des Smart Homes ab: Je weniger Komponenten in das Smart Home eingebunden werden, desto leistungsschwächer kann die Hardware für den Betrieb von Home Assistant ausfallen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass in den meisten Fällen ein mittlerer Raspberry Pi genügen wird. Wenn ich im Folgenden von »meinem Setup« rede, bedeutet dies konkret:
ein Raspberry Pi 4 mit 4 GB Arbeitsspeicher
eine über USB-Kabel angeschlossene SSD mit 480 GB Speicherkapazität
Wie Sie sehen, ist dieses Setup für den reinen Betrieb von Home Assistant und somit meines kompletten Smart Homes alles andere als groß dimensioniert und somit für ca. 100 Euro umsetzbar (Stand Dezember 2025).
Home Assistant kommt also, obwohl es so mächtig ist, mit wenig Rechenpower aus. Dank vieler weiterer Optimierungen der vergangenen Releases wurde und wird kontinuierlich daran gearbeitet, dass dies auch so bleibt.
Neben dem Betrieb auf einem Raspberry Pi ist es aber auch möglich, Home Assistant auf einer virtuellen Maschine oder in einem Container zu installieren, wodurch Home Assistant auch auf ggf. zu Hause bereits bestehender Hardware betrieben werden kann. In diesem Szenario fällt für Sie womöglich keine Investition an, da die Software einfach zusätzlich auf bereits betriebener Hardware genutzt werden kann. Auch hier kommt uns als Nutzern zugute, dass die Systemanforderungen überschaubar sind.
Home Assistant ist ein Open-Source-Projekt, was bedeutet, dass der Quelltext öffentlich ist und von Dritten eingesehen und verändert werden kann. Der komplette Quelltext von Home Assistant ist auf GitHub abrufbar.
Ein Vorteil von Open-Source-Projekten ist, dass sich rund um solche Projekte häufig sehr aktive Communitys bilden, die sich aktiv an der Weiterentwicklung beteiligen, so auch bei Home Assistant. Weiterentwicklung kann hier als ein breit gefasster Begriff verstanden werden, da die Community sowohl Fehler korrigiert als auch neue Funktionen ergänzt. Das Projekt wird somit kontinuierlich noch umfangreicher gemacht.
Die Community rund um Home Assistant besteht größtenteils aus englischsprachigen Nutzern. Gemessen an der Anzahl der Installationen von Home Assistant belegt Deutschland mit knapp 90.000 Installationen gemäß offiziellen Angaben von Home Assistant den ersten Platz vor den USA mit knapp 89.000 Installationen (siehe Abbildung 1.4 bzw. aktuelle Daten unter https://analytics.home-assistant.io/). Die Karte zeigt aber auch, dass es nahezu in jedem Land aktive Installationen von Home Assistant gibt, sodass von einer weltweiten Community gesprochen werden kann. Diese trägt täglich dazu bei, dass Home Assistant das ist, als was wir es heute erleben und nutzen können.
Neben den ehrenamtlichen Entwicklern, die nicht unwesentlich zur Weiterentwicklung von Home Assistant beitragen, gibt es auch fest angestellte, die neue Funktion bereitstellen und hierfür über die Einnahmen aus dem kostenpflichtigen Service Home Assistant Cloud (https://www.nabucasa.com/about/) bezahlt werden.
Abb. 1.4: Anzahl der Installationen von Home Assistant je Land. Je mehr Installationen es in einem Land gibt, desto dunkler ist die Färbung.
Es werden kontinuierlich neue Integrationen ergänzt, welche es ermöglichen, weitere Smart-Home-Komponenten in Home Assistant zu integrieren. Es vergeht kein Major-Release, in welchem nicht mindestens eine neue Smart-Home-Komponente bzw. Integration hinzukommt. Home Assistant wird also mit immer mehr bestehenden Smart-Home-Lösungen kompatibel und somit für immer mehr Nutzer zu einer interessanten Alternative zu proprietären Lösungen der einzelnen Hersteller.
Darüber hinaus gibt es mit dem Home Assistant Community Store (kurz HACS, siehe https://hacs.xyz/) eine gigantische Sammlung an zusätzlichen Erweiterungen und Integrationen, welche kostenlos der eigenen Instanz von Home Assistant hinzugefügt werden können (hierzu mehr in Abschnitt 6.3). Und natürlich ist es mit YAML-Code ebenso möglich, Zusatzfunktionen selbst zu entwickeln bzw. zu ergänzen (mehr hierzu in Abschnitt 4.3 und Kapitel 10).
Zudem wird kontinuierlich an der Nutzerfreundlichkeit von Home Assistant gearbeitet, um den Einstieg in das Smart-Home-System sowie die Individualisierung weiter zu erleichtern. Als ich begonnen habe, mich mit Home Assistant aktiv zu beschäftigen, mussten noch viele Einstellungen oder Anpassungen durch das Anpassen oder Ergänzen von YAML-Code umgesetzt werden. Mittlerweile sind solche Anpassungen die Ausnahme und eigentlich kann alles direkt über das Frontend per Mausklick und Formulareingaben umgesetzt werden.
Neben den steten Weiterentwicklungen der reinen Funktionalität von Home Assistant wird auch kontinuierlich weiter Wert auf die Systemstabilität und Performance gelegt. Das System wird stetig resilienter gegenüber fehlerhaften Konfigurationen oder abgebrochenen Verbindungen, was dem Nutzer sehr viel Ärger erspart. Ebenso wird Home Assistant trotz der wachsenden Anzahl an Funktionen und möglichen Integrationen schneller. Dies merkt man insbesondere beim Starten des Systems, aber ebenso, wenn man die minimalen Hardwareanforderungen betrachtet.
Unter https://community.home-assistant.io/ findet sich das offizielle englischsprachige Forum für Home Assistant, in welchem Hilfesuchende von der Community tatkräftig unterstützt werden. Hier werden aber auch sogenannte Feature Requests (also Anfragen zu neuen Funktionen) diskutiert. Dieses offizielle Forum wird ebenfalls von den Einnahmen aus der Home Assistant Cloud finanziert und dadurch komplett frei von Werbung gehalten.a
[1] Im Kontext von Smart Homes kann ein Gateway oder eine Bridge als Zwischengerät verstanden werden, welches die Steuerung der mit dem Gateway bzw. der Bridge verbundenen Geräte ermöglicht. Solche Gateways/Bridges kommen in der Regel zum Einsatz, wenn der Hersteller der Smart-Home-Geräte auf Funkstandards wie ZigBee oder Z-Wave setzt. Gateways sind in der Regel mit dem Internet bzw. einer Cloud verbunden, um die Steuerung der Geräte auch von unterwegs zu ermöglichen.
Bevor Sie Home Assistant als zentrales System für Ihr Smart Home nutzen können, müssen Sie Ihre eigene Instanz von Home Assistant aufsetzen und in Betrieb nehmen. Hierfür stehen mehrere Möglichkeiten zur Auswahl. In diesem Kapitel stelle ich Ihnen die wesentlichen Installationsmöglichkeiten vor, um Ihnen die Wahl zu erleichtern und Orientierung zu bieten.
Für welche Art der Installation Sie sich entscheiden, hängt wesentlich von den gegebenen Möglichkeiten und Ihrem Budget für Ihr Smart Home ab – bei der Wahl der Hardware gibt es, wie eigentlich immer, kaum Grenzen nach oben. Aber bevor Sie nun skeptisch werden: Sehr häufig reicht bereits ein kostengünstiger Raspberry Pi für den Betrieb von Home Assistant aus.
Die in diesem Kapitel genutzten Screenshots von Home Assistant wurden mit der Version 2025.11 erstellt. Mit anderen Versionen von Home Assistant kann es zu abweichenden Darstellungen kommen.
Generell können Sie Home Assistant auf nahezu jeder Hardware betreiben. Es ist bspw. bereits gelungen, Home Assistant auf einem alten, ausrangierten Smartphone zu betreiben. Dieses Beispiel soll aber lediglich verdeutlichen, wie vielseitig die Installationsmöglichkeiten sind – der Betrieb von Home Assistant auf einem alten Smartphone ist nicht zu empfehlen.
Ebenso bietet Home Assistant eigene Hardware für den Betrieb von Home Assistant an. Wie auch bei anderer von Home Assistant angebotener Hardware ist deren Nutzung jedoch niemals obligatorisch, sondern lediglich eine weitere Alternative.
Der »Home Assistant Green« ist derzeit die wohl einfachste Möglichkeit, Home Assistant zu betreiben, da hier Home Assistant bereits installiert und somit sofort nutzbar ist. Jedoch setzt dies den Kauf der entsprechenden Hardware voraus, was nicht für jeden Anwendungsfall die beste Option ist. Entsprechend gibt es weitere Möglichkeiten, um Home Assistant selbst in Betrieb zu nehmen, was dem Grundgedanken der Wahlfreiheit bei Home Assistant entspricht.
Um die Möglichkeiten der Installation von Home Assistant und die sich hieraus ergebenden Funktionsumfänge besser verstehen zu können, empfiehlt es sich, zunächst einen Blick auf die Architektur von Home Assistant zu werfen.
Home Assistant besteht aus drei Komponenten:
Home Assistant Core: Hierbei handelt es sich um den »Kern« von Home Assistant in der Programmiersprache Python, welcher die Kernfunktionalitäten, also die Möglichkeit, mit IoT-Geräten (Internet of Things) zu interagieren, bereitstellt.
Home Assistant Supervisor (dt. Aufsichtsperson/Betreuer): Der Supervisor ermöglicht die Überwachung und Steuerung des Betriebssystems im Zusammenspiel mit Home Assistant Core.
Home Assistant Operating System (kurz OS): Bei Home Assistant OS handelt es sich um eine auf Home Assistant ausgerichtete, absolut minimale Linux-Umgebung, welche direkt auf geeigneter Hardware installiert und betrieben werden kann. Hierin enthalten sind der Home Assistant Supervisor und Home Assistant Core.
Um Home Assistant zu installieren, stehen Ihnen die zwei folgenden offiziellen Möglichkeiten zur Auswahl:
Home Assistant Operating System (kurz OS): Hierbei handelt es sich um die von den Entwicklern empfohlene Art der Installation. Mit Home Assistant OS erhalten Sie ein fertiges und sofort nutzbares Image, welches Sie auf einem Raspberry Pi, Odroid oder anderen x86-64-Geräten (also bspw. einem Intel NUC) installieren können.
Home Assistant Container (kurz Container): Home Assistant kann auch in einer bestehenden Container-Umgebung installiert und betrieben werden. Voraussetzung hierfür ist, dass die Container-Umgebung mit den Standards der Open-Container-Initiative (https://opencontainers.org/) kompatibel ist. Eine bekannte Container-Umgebung ist bspw. Docker.
Hinweis
Der Betrieb von Home Assistant ist ausschließlich auf 64-bit-Systemen möglich. Ältere Systeme, bei denen lediglich 32-bit zur Verfügung stehen, können für Home Assistant nicht genutzt werden.
Bei der Wahl der Installationsart sollten Sie bedenken, dass es dadurch zu Einschränkungen bei den zur Verfügung stehenden Home-Assistant-Funktionen kommen kann. Die Kernfunktionen sind immer gegeben, jedoch stehen bspw. Add-ons nicht bei der Installationsart Container zur Verfügung.
Bei den Add-ons handelt es sich um Anwendungen, welche direkt nichts mit dem Betrieb eines Smart Homes zu tun haben (müssen), aber dennoch oft sehr hilfreich und nützlich sind. Praktische Add-ons sind bspw. Samba-Share (für einfache Laufwerksfreigaben) oder ein SSH-Server (für das einfache Einrichten eines SSH-Zugriffs auf Ihre Home-Assistant-Instanz). Natürlich kann man solche Dinge auch ohne Add-ons ermöglichen, jedoch ist dies in der Regel mittels Add-ons mit wenigen Mausklicks umgesetzt.
Zur besseren Unterscheidung finden Sie in Abbildung 2.1 eine Übersicht der möglichen Einschränkungen aufgrund der gewählten Installationsart.
Abb. 2.1: Mögliche Einschränkungen in der Nutzung von Home Assistant in Abhängigkeit von der gewählten Installationsart
Neben den möglichen Funktionseinschränkungen unterscheiden sich die unterschiedlichen Installationsarten auch im jeweiligen Schwierigkeitsgrad der Installation und in der späteren Wartung des Systems.
Abgesehen von Home Assistant Green ist die einfachste Art, Home Assistant zu betreiben, Home Assistant OS auf einem Raspberry Pi zu installieren. Wie bereits ausgeführt, erhält man bei dieser Installationsart zudem alle von Home Assistant selbst angebotenen Funktionen und Optionen.
Home Assistant OS auf anderer Hardware zu installieren, ist ebenfalls möglich, jedoch etwas komplexer. Wer also andere Hardware wie bspw. Odroid gegenüber einem Raspberry Pi bevorzugt, kann mit geringem Mehraufwand ebenfalls in den Genuss von Home Assistant kommen.
Möchte man hingegen die Installationsart Container für Home Assistant nutzen, ist zusätzliches Vorwissen über die Inbetriebnahme neuer Systeme in der jeweiligen Umgebung (bspw. Docker) und deren Betrieb nötig.
Es ist ebenso möglich, Home Assistant mit Proxmox[1] zu betreiben, wodurch die Auswahl der für den Betrieb von nutzbaren Hardware noch größer wird.
Aufgrund der zuvor beschriebenen Unterschiede der Installationsarten ergeben sich unterschiedliche Komplexitäten der Installation. Grob gesagt ist die Installation von Home Assistant OS auf einem Raspberry Pi am einfachsten, während die Installation von Home Assistant Container aufgrund der Voraussetzungen komplexer ist und grundsätzlich auch im Betrieb mehr Pflegeaufwand bedeutet.
Da die Kombinationsmöglichkeiten von Hardware und Umgebungen sehr vielfältig sind, konzentrieren wir uns in diesem Kapitel auf die folgenden gängigen Installationsarten:
OS
Container
1. Raspberry Pi
2. VirtualBox:
Windows
Linux
macOS
Docker
Windows
Linux
macOS
Proxmox
Da das Vorgehen bei den Installationen in einer VirtualBox und in Docker relativ unabhängig vom zugrunde liegenden Betriebssystem sind, zeige ich Ihnen die Installation im Folgenden jeweils beispielhaft an einem Betriebssystem.
Bei der Installation von Home Assistant auf einem Raspberry Pi konzentrieren wir uns auf die einfachste und von den Entwicklern empfohlene Methode: die direkte Installation von Home Assistant OS (also ohne Zwischensysteme wie bspw. eine virtuelle Umgebung).
Für die Installation von Home Assistant OS auf einem Raspberry Pi benötigen Sie neben einem Raspberry Pi samt passendem Netzteil mindestens eine SD-Karte sowie eine Möglichkeit, den Raspberry Pi mittels LAN mit Ihrem lokalen Netzwerk zu verbinden. Seitens Home Assistant wird mindestens ein Raspberry Pi 3 für den Betrieb empfohlen.
Es ist auch möglich, den Raspberry Pi über WLAN mit Ihrem Netzwerk zu verbinden, jedoch empfehle ich aus Gründen der Verbindungsqualität und -stabilität stattdessen, einen LAN-Anschluss zu nutzen.
Bitte beachten Sie auch, dass Sie ein für Ihren Raspberry Pi geeignetes Netzteil benutzen. Das vom Hersteller selbst angebotene Netzteil versorgt den Raspberry Pi 4 mit 3 Ampere (3 A) bei 5,1 V. Nicht selten schaffen klassische Netzstecker mit USB nicht die benötigten 3 A, was im Betrieb von Home Assistant zu Problemen führen kann.
Bei der Wahl der SD-Karte sollten Sie zudem darauf achten, dass diese vom Typ »Application Class 2« (kurz »A2«) ist und über mindestens 32 GB Speicherkapazität verfügt.
Wichtig
Je größer Ihr Smart Home wird, desto wichtiger ist es, dass Sie qualitativ hochwertige und für den Dauereinsatz geeignete Komponenten nutzen! Und am besten wählen Sie entsprechende Komponenten gleich zu Beginn.
Um Home Assistant OS auf Ihrem Raspberry Pi zu installieren, benötigen Sie außerdem ein Image-Tool, um die SD-Karte mit dem Image zu beschreiben. In dieser Anleitung nutzen wir hierfür das kostenlose Tool Raspberry Pi Imager, welches für die Betriebssysteme Windows, macOS und Linux zur Verfügung steht.
Die im Folgenden gezeigten Screenshots wurden unter Windows erstellt. Bei der Nutzung eines anderen Betriebssystems können diese abweichen. Das grundsätzliche Vorgehen und die wesentlichen Schritte der Installation sind dennoch ersichtlich. Zum Zeitpunkt der Erstellung der Anleitung und Screenshots wurde Raspberry Pi Imager in der Version 1.9.6 genutzt.
Als Nächstes installieren wir Home Assistant OS auf der SD-Karte.
Unter https://www.raspberrypi.com/software/ können Sie für die Betriebssysteme Windows, Linux und macOS das Tool Raspberry Pi Imager kostenlos herunterladen. Wählen Sie den Download für die für Sie passende Version aus und installieren Sie das Tool im Anschluss mit Administrator-Rechten.
Hinweis
Zum Zeitpunkt der Erstellung der folgenden Anleitung wurde Raspberry Pi Imager in der Version v2.0.0 genutzt. Bei neueren Versionen des Tools kann die Darstellung abweichend sein, das generelle Vorgehen sollte jedoch vergleichbar bleiben.
Nachdem Sie Raspberry Pi Imager installiert haben, sollte Ihnen beim Ausführen die in Abbildung 2.2 dargestellte Ansicht angezeigt werden.
Abb. 2.2: Raspberry Pi Imager ist einsatzbereit.
Im linken Bereich der Anwendung sehen Sie die Einstellungskategorien, bei denen Sie in den nächsten Schritten die für Sie zutreffenden Einstellungen vornehmen. Als ersten Schritt wählen Sie das Modell und hierfür in der rechten Auswahl das zutreffende Raspberry-Pi-Modell. Wählen Sie Weiter, um zum nächsten Setup-Schritt zu.
Suchen Sie in der sich öffnenden Liste den Eintrag Other specific-purpose OS und wählen diesen (Abbildung 2.3).
Abb. 2.3: Wahl des Betriebssystems (OS)
In der sich dann öffnenden Liste wählen Sie den Eintrag Home Assistants and Home Automation.
Wählen Sie nun Home Assistant aus, um mit dem Flashen der SD-Karte fortzufahren.
Aus der Liste der verfügbaren Home-Assistant-Betriebssysteme wählen Sie Home Assistant OS 16.3 (RPi 5) (Abbildung 2.4). Es ist wahrscheinlich, dass Ihnen zum Zeitpunkt des Durcharbeitens der beschriebenen Schritte an dieser Stelle eine andere Version (statt 16.3) angezeigt wird, da Home Assistant stetig weiterentwickelt wird. In diesem Fall wählen Sie das Betriebssystem, welches am Ende der Bezeichnung in der Klammer die von Ihnen genutzte Hardware aufgelistet hat (in diesem Beispiel »RPi 5« für die Installation auf einem Raspberry Pi 5). Wählen Sie Weiter.
Abb. 2.4: Verfügbare Home-Assistant-Betriebssysteme
Im nächsten Schritt gelangen Sie zum Setup-Schritt Speicher. Ihnen werden hier die erkannten SD-Karten sowie die Systemlaufwerke angezeigt, aus denen Sie die für Home Assistant gedachte SD-Karte auswählen können (Abbildung 2.5).
Achten Sie unbedingt darauf, das korrekte Speichermedium zu wählen, da Sie anderenfalls ungewollt Daten dauerhaft mit dem Image von Home Assistant OS überschreiben. Wählen Sie Weiter.
Abb. 2.5: Verfügbare SD-Karten werden aufgelistet.
Sie gelangen als Nächstes erneut zu einer Zusammenfassung. Wenn alle Angaben korrekt sind, wählen Sie Schreiben (siehe Abbildung 2.6). Anderenfalls können Sie die gewünschten Änderungen in den jeweiligen Setup-Schritten vornehmen.
Abb. 2.6: Bereit für das Starten des Flash-Vorgangs
Wählen Sie bei der sich öffnenden Sicherheitsabfrage Ich verstehe lösche und schreibe, wenn Sie alle Daten auf der gewählten SD-Karte löschen und Home Assistant OS auf diese SD-Karte schreiben.
Der Fortschritt des Flashvorgangs wird Ihnen in Form eines Balkens angezeigt.
Sobald der Flash-Vorgang erfolgreich abgeschlossen wurde, wird Ihnen dies mit einer entsprechenden Erfolgsmeldung signalisiert). Entfernen Sie die SD-Karte, auf der nun Home Assistant installiert ist, aus dem Lesegerät Ihres Computers und bestätigen Sie die Meldung des Raspberry Pi Imager mit Beenden (siehe Abbildung 2.7).
Abb. 2.7: Bestätigung des erfolgreichen Flash-Vorgangs
In Abhängigkeit von der genutzten Hardware für das Flashen der SD-Karte kann dieser Vorgang etwas dauern.
Nachdem Sie die SD-Karte mit Home Assistant OS erfolgreich geflasht haben, können Sie als Nächstes Ihren Raspberry Pi in Betrieb nehmen. Gehen Sie hierfür am besten wie folgt vor:
Stecken Sie die vorbereitete SD-Karte in den dafür vorgesehenen Slot Ihres Raspberry Pi.
Verbinden Sie Ihren Raspberry Pi mittels LAN-Kabel mit Ihrem lokalen Netzwerk und stellen Sie sicher, dass sich der Raspberry Pi und Ihr Computer in demselben Netzwerk befinden.
Schließen Sie das Netzteil an und starten Sie Ihren Raspberry Pi.
Die erste Inbetriebnahme des Raspberry Pi mit Home Assistant wird etwas Zeit in Anspruch nehmen. Bitte haben Sie Geduld und unterbrechen Sie diesen Vorgang nicht.
Theoretisch können Sie während dieses ersten Bootvorgangs einen Monitor an Ihrem Raspberry Pi anschließen, um den Fortschritt des Startvorgangs angezeigt zu bekommen. Dieser Schritt ist aber nicht zwingend nötig und dient einzig der optionalen Kontrolle.
Sofern alles funktioniert hat, sollten Sie im Browser Ihres Computers unter der Adresse http://homeassistant.local:8123/ Ihre soeben installierte Instanz von Home Assistant aufrufen können. In manchen Fällen ist es auch nötig, in Ihrem Router die IP-Adresse des Raspberry Pi zu suchen, um diese dann, gefolgt von der Port-Angabe 8123 (also bspw. http://192.168.1.23:8123), aufzurufen.
Während der erste Bootvorgang läuft und vom System automatisch Einstellungen vorgenommen werden, sollte Ihnen im Browser ein entsprechender Hinweis »Preparing Home Assistant« angezeigt werden (siehe Abbildung 2.8).
Abb. 2.8: »Preparing Home Assistant« wird während des ersten Bootvorgangs angezeigt.
In Abhängigkeit von der Leistungsfähigkeit des gewählten Raspberry Pi kann dieser Schritt kürzer oder länger dauern.
Sofern auch hierbei alles funktioniert hat, sollten Sie im Browser eine »Willkommen«-Meldung von Home Assistant sehen (siehe Abbildung 2.9).
