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Es sollte die exklusivste Party des Jahres werden. Doch jetzt stehen die Reichen vor ihrem Untergang. Ein ungebetener Gast hat sich eingeschlichen - und er hat nicht vor, wieder zu gehen… Dubai. Grenzenloser Luxus, Macht und Überkonsum. Influencer Omar feiert eine seiner legendären Partys. Wer Rang, Namen und Geld hat, jettet dafür nach Dubai. Die High Society und Influencer-Elite ist unter sich. Für die Drinks lässt Omar Eis aus dem Permafrost einfliegen. Selbst in der Welt der Superreichen eine Premiere. Doch was niemand ahnt: Mit dem Eis wurde noch etwas anderes importiert. Eine unsichtbare Bedrohung, nach Jahrtausenden im ewigen Eis erwacht. Schon bald wird sie den Gästen zum Verhängnis - doch die Party in der Wüste ist erst der Anfang…
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Seitenzahl: 127
Veröffentlichungsjahr: 2025
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IM EIS ERWACHT
von
Ava Morrigan
© Ava Morrigan
Deutsche Originalausgabe
Covergestaltung: Ava Morrigan unter Verwendung von lizenzfreien Elementen von Canva sowie teils KI generierten Inhalten
Lektorat/Korrektorat: C. T.
Satz: Ava Morrigan
Website der Autorin: www.avamorrigan.com
Impressum: Angelika Oberhofer, Witzelsbergergasse 6, A-1150 Wien
Der Inhalt dieses E-Books ist urheberrechtlich geschützt. Die Nutzung durch unbefugte Verarbeitung, Vervielfältigung (inklusive Textauszügen), Verbreitung oder öffentliche Zugänglichmachung ist untersagt und daher strafbar.
Hierbei handelt es sich um eine fiktive Geschichte. Alle handelnden Personen sind frei erfunden und sofern reale Örtlichkeiten vorkommen, sind die Szenen sowie die dort handelnden Personen ebenfalls frei erfunden.
Über die Autorin
Ava Morrigan wurde 1996 geboren und lebt in Wien. Musik und das Schreiben waren schon immer ihr Leben. Knapp zehn Jahre war sie als Redakteurin und Lektorin bei Musikmagazinen tätig, bevor sie sich 2020 ganz dem Schreiben von Büchern widmete. Ava schreibt über Themen, die unangenehm sind. Immer gesellschaftskritisch, immer spannend und augenöffnend.
Mehr über Ava erfährst du auf www.avamorrigan.com und natürlich auch auf social media, wo sie unter @avamorriganwrites zu finden ist.
Inhalt
Prolog
Noura
Tariq
Omar
Faisal
Fatima
Layla
Ali
Noura
Hasan
Aisha
Tariq
Noura
Valentin
Amira
Tariq
Candace
Khalid
Layla
Khalid
Layla
Valentin
Aisha
Khalid
Valentin
Candace
Tariq
Altagracia
Tariq
DJ Zayed
Amira
Nachwort
Danksagung
»Die Erde hat Fieber – und das Fieber steigt.«
Albert ‚Al‘ Gore
»Der heutige Mensch ist der Natur gefährlicher geworden, als sie ihm jemals war.«
Hans Jonas
»Es ist fast so, als hätten wir ein Feuer entfacht, um uns zu wärmen, und dabei übersehen, dass auch das Mobiliar verbrennt.«
James Lovelock
»Armut existiert nicht, weil wir die Armen nicht ernähren können, sondern weil wir die Reichen nicht satt bekommen.«
Anonym
Es war erwacht.
Nach all der Zeit, die es im ewigen Eis gefangen gewesen war. Es hatte überlebt und jetzt die Chance, zu alter Stärke zurückzufinden.
Fünfzigtausend Jahre hatte es geschlafen. Es stammte aus einer Welt, die mit der uns bekannten rein überhaupt nichts gemeinsam hatte.
Einer Welt, die keine Zivilisation kannte, keine Zeitrechnung, keine Aufzeichnungen der Menschheitsgeschichte.
Die Welt mochte sich drastisch gewandelt haben, aber es war immer noch lebensfähig. Es konnte sich wieder verbreiten, genau wie einst. Vielleicht sogar noch weitläufiger und effektiver. Die Reise zu seinem ersten Wirt stand kurz bevor.
Das hier war erst der Anfang.
»Gleich geschafft«, verkündete er.
Sein Kollege ächzte. »Endlich. Wäre interessant zu wissen, wo das alles hinsoll. Was will man denn mit so viel Eis? Und dann noch extra aus dem Permafrost, sowas habe ich noch nie gehört.«
»Ich auch nicht. Vielleicht plaudert jemand aus dem Vertrieb etwas aus«, antwortete er. »Würde mich aber nicht wundern, wenn das wieder für irgendwelche Reichen aus Dubai ist, die jede Woche eine fette Party schmeißen.
Ich habe gehört, dass dort vor Kurzem eine zweite Ski-Halle eröffnet wurde. Noch größer als die erste, die ist wohl zu klein geworden. Zwei Ski-Hallen mitten in der Wüste! Echt unglaublich.«
Sie schüttelten die Köpfe, sprachlos über so viel Ungerechtigkeit. Während andere Menschen trotz mehrerer Jobs am Hungertuch nagten, verprassten diese reichen Arschlöcher ihr ›hart ererbtes‹ Geld für irgendwelche blödsinnigen Aktivitäten und trieben den Klimawandel voran.
Ihnen konnte es schließlich scheißegal sein; wenn die Kacke richtig am Dampfen war, hatten sie nichts zu befürchten. Sie konnten in ihren Luxus-Bunkern mit zig Etagen weitermachen wie bisher, während unschuldige Menschen von den Folgen des jahrzehntelang ungebremsten CO₂-Ausstoßes und der Inflation dahingerafft wurden.
Missmutig verluden sie den Rest der Fracht. Vielleicht war es doch besser, das Ziel dieser seltsamen Lieferung nicht zu kennen.
❅T-minus 50 Tage ❅
»Das ist eine der letzten Partys, zu denen ich noch jung bin!«
Noura seufzte. »Omar, du bist sechsundzwanzig.«
Sie wusste nie so recht, ob sie sich von solchen Aussagen angegriffen fühlen sollte. Sie war Anfang dreißig und hatte sich nie besser gefühlt.
Omar hingegen hatte aus Angst vor dem Altern bereits mit achtzehn angefangen, sich vorsorglich Botox spritzen zu lassen – und wenn sie ehrlich war, sah man es ihm auch an. Er wirkte älter, wie so viele aus der High Society. Die meisten hatten mit Prävention angefangen, noch bevor eine erste Faltenbildung überhaupt möglich gewesen wäre.
Noura hatte erst vor ein paar Jahren mit kleinen Dosen Botox begonnen und sah weitaus jünger aus als ihr Freund. Aber das hätte sie natürlich nie laut gesagt. Niemals würde sie einen – wenn auch subtilen – Vorschlag wagen, die Botox-Behandlungen ein wenig zu reduzieren. Selbst, wenn es wirklich nur ein gut gemeinter Rat war. In ihrer Welt konnte ein Kommentar zu Omars Aussehen den sofortigen sozialen Tod bedeuten.
»Trotzdem, jeder Anlass zählt!«, rief er und ließ sich auf das vergoldete Sedari sinken. Das Sofa war ein überladener Wohntraum aus Samt, mit Goldoptik und handgeschnitzten Verzierungen aus Holz, typisch für Omars Familie.
Omar nahm hier selten Platz. Noura vermutete, dass es nicht nur an den vielen anderen Räumen lag, die er zur Verfügung hatte. Bestimmt steckte auch die komplizierte Beziehung zu seiner Familie dahinter. Doch das war eines der Tabu-Themen, über die Amira und Noura lediglich spekulieren konnten, wenn sie alleine waren. Sie mochten ihm verhältnismäßig nahestehen, doch auch ihre Verbindung hatte Grenzen. Und Omar scheute sich nicht, sie aufzuzeigen.
»Da stimme ich dir zu!«, sagte Amira und prostete ihnen mit ihrem Karak-Tee zu, den Omars Ober-Butler Khalid zuvor serviert hatte. Dazu wurden kleine Häppchen gereicht, die bisher jedoch unangetastet geblieben waren. Woran sich vermutlich auch nichts änderte.
»Außerdem hätte ich mal wieder Lust auf eine Shoppingtour auf eure Kosten«, warf Omar ein und lachte sein etwas zu lautes, siegessicheres Lachen.
Vor jeder Party liefen Wetten zwischen ihnen, wer von den Gästen als erstes rausflog – ob wegen Alkohol, Drama oder Drogen. Irgendwas passierte immer. Der Wetteinsatz: Ein ausgiebiger Shopping-Tag, den die Gewinnerin oder Gewinner gestaltete. Wohin sie jetteten, welche Läden sie für sich buchten, wo sie speisten. Der Kurztrip nach Mailand gehörte zu Nouras Highlights. Sie hatten den Tag in den exklusivsten Läden verbracht und waren abends wieder in Omars Privatjet und mit jeder Menge neuen Designerstücken zurückgeflogen.
»Ich darf dich bescheiden daran erinnern, wer beim letzten Mal gewonnen hat«, warf sie ein und schenkte ihm ein strahlendes Lächeln, das ihre perfekten Zähne betonte. Niemand glaubte ihr, dass sie echt waren. Noura ging jedoch offen mit ihren Eingriffen um. Abgesehen von den wenigen Botox-Behandlungen hatte sie nur eine winzige Nasenkorrektur vornehmen lassen.
»Ich kann mich schon gar nicht mehr erinnern, wer da zuerst rausgeflogen ist«, winkte Omar ab.
Amira kicherte. »War das nicht diese Darana?«
»Ich glaube schon. Die war doch schon immer so eine Dramaqueen, die andere anstachelt. Soweit ich weiß ist sie schon wieder in der Versenkung verschwunden«, antwortete Noura und nahm einen Schluck von ihrem Tee.
»Bei ihrem Geschmack war das abzusehen«, sagte Omar. »Auf jemanden wie sie hat niemand gewartet. Die westlichen Trends sind einfach SO langweilig und austauschbar. Alle sehen gleich aus.«
»Und ihre Stimme erst! Kein Wunder, dass ihre Aufrufe immer weiter gesunken sind. Wenn ich so näseln würde, hätte ich mich schon längst unters Messer gelegt«, sagte Amira.
»Sie wollte vermutlich authentisch wirken«, meinte Noura trocken.
»Authentisch? Bei der OP-Liste? Ich bitte dich. Hat sie ihren BBL überhaupt noch? Kim Kardashian hat schon vor Monaten vorgemacht, dass er wieder out ist«, sagte Omar.
Amira schlug sich lachend die Hand vor den Mund. »Omar, so bissig!«
Auch Amira versuchte sich in letzter Zeit an einem neuen Image. Noura fand, dass ihr das nicht sonderlich gelang. Viel zu sprunghaft ging sie vor, je nachdem, was Trends und Algorithmen gerade vorgaben. Das Gegenteil von Authentizität.
»Ich bin jedenfalls froh, dass ich mir doch keinen BBL habe machen lassen«, fuhr Omar fort, ohne auf Amiras Kommentar einzugehen. »Stellt euch nur vor, ich müsste ihn mir jetzt wieder entfernen lassen! Wie nervig.«
Noura enthielt sich eines Kommentars. Sie würde nie verstehen, wie man so mit dem eigenen Körper umgehen konnte. Für einen BBL – kurz für Brazilian Butt Lift – wurde Eigenfett abgesaugt und in den Hintern gespritzt. Wer sich das antat, litt danach wochenlang unter Schmerzen und konnte nur auf dem Bauch schlafen. Und jetzt ließen die Stars und Influencer das Ganze rückgängig machen, weil eine Sanduhren-Figur wieder out war. Das hob das Sprichwort ›Wer schön sein will, muss leiden› auf ein ganz neues Level. Schauderhaft.
»Aber jetzt mal ernsthaft«, sagte sie, um das Thema zu wechseln. »Was hast du dir diesmal überlegt?«
Omar setzte sich aufrechter hin und grinste. Egal, was jetzt kam, Noura und Amira würden sich hüten, etwas anderes als einen positiven Kommentar dazu abzugeben. Am Anfang ihrer Verbindung hatte sie diesen Fehler begangen, indem sie eine kleine Änderung vorgeschlagen hatte. Das hätte sie fast ihre Freundschaft gekostet. Niemand wollte Omar provozieren – nicht, wenn man auf der Gästeliste bleiben wollte.
»Schön, dass ihr endlich fragt!«, sagte er mit gespieltem Tadel. »Ich habe da etwas ganz Besonderes im Sinn.«
Seine linke Augenbraue hob sich bedeutungsvoll – wie immer, wenn er eine seiner ›visionären Ideen‹ präsentierte. Omar schnippte mit den Fingern. Ober-Butler Khalid trat heran und reichte ihm diesmal Champagner. Das Kristallglas funkelte im Licht. Gleichzeitig erschien wie aus dem Nichts Omars persönliche Eventplanerin, bewaffnet mit einem iPad. Sie war bereit, jeden seiner sprunghaften Gedanken und Einfälle zu notieren, diese am Ende zu entwirren und ein umsetzbares Konzept daraus zu kreieren.
Mit leuchtenden Augen blickte Omar in die Runde. »Also, ich habe es schon genau vor mir…«
❅T-minus 35 Tage ❅
»Ich bin drin!«, schrieb Tariq. Er war wahnsinnig stolz auf sich und die anderen. Die Zusage war schnell gekommen. Sub-Unternehmen waren offenbar nicht allzu gründlich beim Backgroundcheck ihrer Angestellten. Gut für Tariq und seine Kollegen, verdammtes Pech für Omar.
Sekunden später trudelten die Antworten ein.
»Dann sind wirklich alle reingekommen?«
»Super, Leute!!! Jetzt geht’s richtig los.«
»Ja, alle«, antwortete Tariq. Dreimal musste er die Nachricht schreiben, bevor sie keine Tippfehler mehr enthielt. Seine Hände zitterten vor Aufregung. »Jetzt brauchen wir nur noch die genaue Anzahl der Skulpturen. Aber wir werden uns sicher so aufteilen können, dass wir Zugang zu jeder haben.«
»Kriegen wir hin. Ich spreche das mit meiner Quelle ab«, kam die Antwort.
»Sehr gut. Dann können wir jetzt die Planungsphase einleiten.«
Tariq schloss Telegram und sank seufzend tiefer in sein Sofa. Er kämpfte eine plötzlich aufsteigende Welle der Übelkeit nieder, eine Mischung aus Angst und freudiger Aufregung.
Ganz ruhig, sprach er sich selbst Mut zu. Der Plan ist absolut sicher. Niemand wird uns mit dem Vorfall in Verbindung bringen.
Außerdem sollte es abgesehen von Omars üblichem Geleitschutz – bestehend aus drei Hünen von Bodyguards – nur wenig Sicherheitspersonal auf dem Partygelände geben. Die meisten waren darum herum positioniert. Da war sich die Quelle vollkommen sicher.
»Ist immer so«, hatte sie geschrieben.
Außerdem hatte die Quelle Mitspracherecht über die Platzierung der Servicekräfte. Sie sorgte dafür, dass alle Mitglieder der Organisation gleichmäßig verteilt wurden. Tariq und die anderen hatten vollstes Vertrauen in sie.
Er nickte gedankenverloren. Diese überheblichen Arschlöcher machten es ihnen einfacher als gedacht. Sie glaubten, unantastbar zu sein. Genau das war ihr Fehler.
Es erwachte. Langsam, aber stetig. Ein Erwachen aus einem lange währenden Tiefschlaf.
Für Jahrtausende war es eingeschlossen gewesen, an einem Ort im ewigen Eis.
Jetzt brauchte es bloß etwas Zeit, um zu alter Vitalität zurückzufinden. Und Zeit war ein Gut, von dem es genug besaß.
Plötzlich ging ein Ruck durch dieses Gefängnis. Es wurde buchstäblich abgeschnitten von der eisigen Schicht der Ewigkeit und an einen neuen Ort gebracht.
Seine Zeit war gekommen.
❅T-minus 21 Tage ❅
Zufrieden hörte sich Omar den Bericht seiner Assistenten an. Die Vorbereitungen auf die Party verliefen reibungslos. Die Michelin-Köche und Gastro-Teams aus Europa hatten endlich zugesagt. Ärgerlich, dass die Gage erneut erhöht werden musste, aber er wollte diese Teams unbedingt. Und er bekam immer, was er wollte. Manchmal musste er sich nur ein wenig gedulden. Keine seiner stärksten Eigenschaften, das gab er zu.
Seinen Hatern, die ihn als quengeliges, verwöhntes Söhnchen bezeichneten, widersprach er trotzdem vehement. Er war Geschäftsmann, hallo? Sein Social Media-Imperium hatte sich schließlich nicht von selbst aufgebaut. Influencer zu sein war ein verdammt harter Job, das sahen diese Neider nur nicht. Wenn sie so erfolgreich wären wie er, würden sie ebenfalls Assistenten brauchen, die ihnen Arbeit abnahmen. Wenn er sich mit Dingen wie Mails beantworten oder über Kooperationen verhandeln aufhielte, würde verdammt viel wertvolle Zeit draufgehen, die er besser nutzen konnte. Videos drehen zum Beispiel. Oder einen Beauty-Termin wahrnehmen. Schließlich musste man als Influencer jederzeit präsentabel aussehen. Die neidischen Normalos mit ihren langweiligen Leben sahen einfach nicht, wie viel Zeit und Geld das alles kostete. An seiner Stelle würden sie vermutlich keine Woche durchhalten.
Die höhere Ausgabe für die Köche war nur eine weitere Investition und die lohnte sich. Fünfzig Top-Gastronomen aus aller Welt waren engagiert worden. Zwar erwartete Omar nur 250 bis 300 Gäste – es sollte schließlich exklusiv bleiben –, aber es durfte ihnen an nichts fehlen.
»Die ersten Bühnenbilder werden morgen aufgebaut«, sagte einer seiner Assistenten gerade. »Damit sind wir unserem Zeitplan etwas voraus, falls es zu Komplikationen kommen sollte.«
Omar versuchte, misstrauisch die Stirn zu runzeln. Durch die letzte Botox-Behandlung vor zwei Tagen ein nahezu unmögliches Unterfangen. Stattdessen starrte er seine Bediensteten nur abwartend an.
»Welche Komplikationen sollte es denn bitte geben, wenn ich einen Exklusiv-Auftrag mit der Firma habe?«
»Natürlich wird es keine Komplikationen geben, Scheich. Wir wollen nur alle Eventualitäten mit einbeziehen.«
Omar nickte. Noch nie hatte die Firma ihm Schwierigkeiten bereitet und sie würde sich hüten, es jemals zu tun. Schließlich brachte er ihnen jedes Jahr gutes Geld ein.
»Hat Zayed sich denn endlich für sein Bühnenbild entschieden?«
»Wir sind in der finalen Planungsphase«, sagte der Assistent vorsichtig.
Omar hielt sich theatralisch die Finger an die Schläfen. Dieser verdammte Typ mit seinen lächerlichen Star-Allüren. Abzusehen, aber dennoch nervenzehrend. Aber er ließ ihn gewähren. Hauptsache, er trat auf. Seine Shows hatten Potential, legendär zu werden und Omar wollte sich damit schmücken, Zayed entdeckt und zu Ruhm verholfen zu haben.
»Wie sieht es mit der Eis-Lieferung aus?«, fragte er.
Der Assistent zögerte, zwei weitere hinter ihm wechselten einen flüchtigen Blick.
»Wir haben noch keine finale Zusage. Offenbar ist eine Anfrage für Permafrost-Eis so unüblich, dass eine Genehmigung noch rechtlich abgeklärt werden muss.«
»Dann seht zu, dass wir sie bald erhalten!«, donnerte Omar.
Der Assistent zuckte nicht mal mit der Wimper. Er hatte schon genug von Omars Partys ausgerichtet, um derartige Reaktionen zu erwarten.
»Bietet ihnen das Doppelte, wenn es sein muss. Ohne dieses verdammte Eis findet keine verdammte Party statt!«
Mit einem Import von reinstem Permafrost-Eis würde er der Erste sein, der es auf einem Event anbot. Scheiß auf Wagyu-Rind aus Japan oder Beluga-Kaviar aus dem kaspischen Meer – das kannten sowieso alle. Mit Perma-Eis jedoch würde er neue Maßstäbe setzen, vielleicht auch einen Trend lostreten. Das reinste und exklusivste Eis der Welt, reiner und exklusiver als das aus Island. Die anderen Superreichen sollten sich den Mund fusselig reden und sich darüber ärgern, nicht selbst auf diese geniale Idee gekommen zu sein. Mit diesem Eis war er nicht länger einer unter mehreren extravaganten Gastgebern. Er würde die Liste anführen und seine Möchtegern-Konkurrenten endlich abhängen.
Einer der anderen Assistenten schaltete sich ein. »Notfalls könnten wir immer noch mehr Eis aus Grönland oder Island – «
»Nein!«, keifte Omar. »Was schlägst du als Nächstes vor, du Tölpel? Soll ich vielleicht Fiji-Wasser bestellen?«
