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Ein stiller Weiher tief im Wald, ein nächtliches Schattenreich im fahlen Mondlicht - Rick, Maurice und Julian ahnen nicht, dass dies der Eingang ist in eine andere Welt, eine Welt der Fantasie und der Erotik, eine Welt, in der sich die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit verlieren. Gna und Ana, Nanna und Saga, Fenja und Menja - zauberhaft schöne Göttinnen aus Fleisch und Blut entführen die Jungen in ihr atemberaubend diesseitiges und doch längst vergessenes Reich der Lust, der Schlangen, Baumgeister und Elben, der Legenden und Riten. Hier gibt es noch Göttinnen und Götter, denen die Schönheit nackter Körper, Lust und Liebe, Sinnlichkeit und Leidenschaft Quell und Elixier des Lebens sind. Im Garten der Götter, der Ästhetik und der tiefen Gefühle erleben drei Jungen auf dem Weg zum Mann ihren "Frühling der Leidenschaft" …
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Seitenzahl: 95
Veröffentlichungsjahr: 2015
Markus Anderland
Im Frühling der Leidenschaft
Erotisch-mythologische Fantasien
© 2015 Markus Anderland
Autor: Markus Anderland
Titelbild: Claudia Hautumm/pixelio.de
Verlag: tredition GmbH, Hamburg
ISBN Paperback: 978-3-7323-4058-3
ISBN e-Book: 978-3-7323-4060-6
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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie.
Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Inhaltsverzeichnis
Gna – Das Schlangenmädchen
Ana Luna
Charis & Apollo
Asgard
Nerthus
Nanna
Die Daunenfeder
Wenn die Nacht hereinbricht
Saga
Die Quelljungfrau
Einige Begriffe und Namen
Bildnachweis
Gna – Das Schlangenmädchen
„Der Mond ist kühl,
der Wind schweigt.“1)
Vollmond. Kein Laut ist zu hören, als das Mädchen mit dem schneeweißen Gewand am Feuer niederkniet und dabei fast vollständig unter den langen rabenschwarzen Haaren verschwindet, die ihm bis über den Po reichen.
Die Szene wirkt unheimlich und selbst das Feuer lodert kühl, schauerlich, bedrohlich. Blau-violette Flammen tauchen das Ufer zwischen Waldrand und dem kleinen Mondsee in ein gespenstisches Licht.
Feuer ist ein lebendiges Wesen. Ist es zahm, dient es dem Menschen. Doch bricht es aus, dann ist es Lokis2) Werkzeug.
Wer ist Loki?
Rick findet keine Antwort auf die Frage, die wie ein Hauch sein Bewusstsein durchstreift. Der hellblonde Junge weiß nicht einmal, was die Frage bedeutet. Loki? Den Namen hat er nie gehört.
Wie aus dem Nichts ist das Mädchen vor wenigen Augenblicken erschienen und beinahe hätte sie den Jungen beim Nacktbaden unterm Sternenzelt überrascht. Gerade noch rechtzeitig kann Rick sich ins Ufergebüsch flüchten.
Er ist oft im Wald unterwegs, auch nachts. Rick liebt die Natur, genießt sie mit allen Sinnen. Nur selten verirren sich Menschen in sein Reich, doch wenn sie es tun, dann lohnt es sich, sie zu beobachten.
Unter ihren langen Haaren bleibt das Gesicht der rätselhaften Erscheinung unsichtbar, als sie sich, gleich einem geisterhaften Schatten, zum Ufer bewegt.
Immer noch ist außer Ricks Atem kein einziger Laut zu hören. Oder doch?
Schneller, lauter, vielleicht zu laut pocht das Herz des Jungen, als die geheimnisvolle Waldfee ihr Gewand nach oben rafft, frühlingshaft zarte Haut entblößend und zierliche Mädchenfüße sich ängstlich in sommerwarmes Uferwasser vortasten.
Was für ein Anblick! Was für ein erotisches Schauspiel – mitten in der Nacht, mitten im Wald!
Langsam, mit grazilen Bewegungen entledigt sich die Jungfrau ihrer im Schein des Feuers hell leuchtenden Tunika. Das schlichte Gewand ist das einzige Kleidungsstück, das sie trägt. Sogleich erstrahlen betörend schöne Brüste wie Rosenäpfel im stillen Licht des Mondes und jagen Rick einen heißen Schauer durch den Leib.
Ängstlich zuerst, vorsichtig sich tiefer ins dunkelglänzende Nass wagend, dann aber arglos und frohgemut, genießt die nackte Undine die Freiheit ihres vollkommenen, atemberaubend erotischen Körpers unter dem silbern funkelnden Sternenzelt.
Schon bald berühren Wellen verspielt ihre Knie, ihre Scham…
Der im Verborgenen lauernde Junge erlebt einen Untergang, der sein Blut zum Kochen bringt. Nur ein paar Minuten früher – und er selbst wäre jetzt dort im Wasser.
In Ufernähe voller Stolz und Selbstbewusstsein schreitend, sich selbst am ganzen Leib liebevoll mit klarem Wasser netzend, versinkt die Badende immer tiefer im Mondsee und gewährt Rick nur ab und an einen verstohlenen Blick auf ihre nassglänzenden Brüste oder den lieblichen schlanken Popo.
Dabei ist es völlig gleichgültig, wie weit sich das Mädchen von Rick entfernt – ausnahmslos jedes Detail ihres reizenden Körpers präsentiert sich dem Jungen in geradezu unheimlicher, magischer Deutlichkeit und Klarheit.
Das fahle Mondlicht täuscht Kühle vor, doch der Wind schweigt und mit der Erinnerung an den vergangenen Sommertag umspielt das Wasser die zarte Haut der stillen Göttin.
Da! Wie von Geisterhand bewegt, treten die uralten Baumriesen am Ufer zurück, machen Platz für eine mystische, eine faszinierende Begegnung zwischen Traum und Wirklichkeit.
Ein unglaublicher Anblick bietet sich Rick dar:
Spielend, ja tanzend fast, sich dabei langsam um sich selbst drehend, kehrt die dunkle Melusine nun zum Ufer zurück.
Sie singt!
Rick kann es nicht glauben, aber das Mädchen singt – leise, mit zauberhaft weicher, sanfter Stimme und nur für sich selbst!
Eine Göttin wird hier geboren! Schritt um Schritt gibt der Mondsee den ebenmäßigen Körper des Mädchens wieder frei. Sie spielt mit sich, mit ihren Brüsten, lässt ihre Finger sanft in jenem Schattenreich versinken, in dem ihr Allerheiligstes wohnt. Rick ahnt das erotische Spiel mehr, als das er es wirklich sehen kann.
Wie gebannt sucht der Junge im Dunkel nach Tiefe, sucht zu erahnen, wonach seine kraftvoll aufwallende Männlichkeit sich sehnt, getrieben, gepeinigt von wilden Fantasien.
Doch statt der Unbeschreiblichen dort im Weiher umklammern Ricks Arme nur den Stamm einer schlanken Birke, zwingen sein aufbegehrendes Geschlecht zwischen sich und dem Baum zur Ruhe, ohne das Mädchen auch nur einen einzigen Moment aus den Augen zu lassen…
Was ist das?
Ein heller Fleck nimmt Ricks Aufmerksamkeit gefangen. Etwas treibt auf lautlosen Wellen dem Ufer entgegen, direkt auf ihn zu! Ohne ein einziges Geräusch zu verursachen, ist der Junge dort, greift danach und erschrickt, als er erkennt, was ihm der Zufall in die Hände gespielt hat – und dass er völlig ohne Deckung nackt am Ufer steht.
Schnell duckt sich Rick hinter ein Gebüsch. In seinen Händen hält er das schneeweiß glänzende Gewand der schönen Unbekannten! Hat sie es zu nahe am Ufer abgestreift? Oder hat sie Rick längst entdeckt und …?
Verstohlen betrachtet Rick das zarte Textil, wringt es vorsichtig aus und riecht schließlich sogar daran. Ein sehnsüchtiges Seufzen entspringt seiner Kehle, welches den heftig erregten Jüngling um ein Haar verraten hätte…
Vor dem vollen Mond am Horizont sieht Rick das Nachtmädchen jetzt nur als schwarzen Schatten. Irgendetwas umflattert den Kopf der dunklen Göttin.
Ihre Haare im Nachtwind? Aber es ist windstill!
Rick erkennt die mit ihren eigenen Haaren Verschleierte nicht. Er ahnt nicht einmal, mit wem oder womit er es zu tun hat. Er sieht nur die schmalen Schultern und die mädchenhaft dünnen Arme, die über die Bedrohung hinwegtäuschen, welche von diesem Wesen ausgeht. Der Junge errät nichts von der Bedeutung der Kleidung, die er stumm in seinen Händen hält, dem luftig leichten Umhang, der eher einem Hemdchen gleicht, weiß wie das Gefieder eines Schwans…3)
In ihren Hüften aber sieht Rick, was er gerne sehen möchte: das Sinnbild femininer Vollkommenheit und beginnender Reife. Zwischen ihre Schenkel fantasiert er den Quell der Lust, die zarte Blüte erwachender Fraulichkeit, Ursprung des Lebens, versiegelt und behütet von zwei köstlichen Lippen, die sich nach Zärtlichkeit und Liebe sehnen.
Genau dort aber erstrahlt nun, gleich einem funkelnden Stern, das im Wasserspiegel des Weihers hell leuchtende Mondlicht!
Eine Lichtgeburt!
Hoffnung, die unerfüllte Sehnsucht nach Liebe, nach Leben und die überschäumenden erotischen Fantasien eines noch unerfahrenen Jungen werden hier geboren – stumm, überwältigend, im Allerheiligsten eines mysteriösen Schattenmädchens, das nun langsam, versonnen, nackt und doch verschleiert unter schwarzem Haar zum Ufer zurückkehrt.
Eine Schwanenjungfrau, durchfährt es Rick – und er hat keine Ahnung, woher er dieses Wort, dieses Bild in seinem Kopf kennt.
Wieder ist da diese Bewegung: lodernde rabenschwarze Haare, eine Bewegung, die es gar nicht geben dürfte. Doch sie dringt nicht in Ricks Bewusstsein.
Zögernd erhebt sich der Junge. …
Warum?
Erschrocken hält die Nackte inne, steht einfach nur still, ohne Scham, ohne den geringsten Versuch, ihr Intimstes zu verbergen. Und auch Rick ist nicht in der Lage, sich von der Stelle zu rühren.
Wie angewurzelt schaut die göttliche Jungfrau zu ihm herüber. Gleich schwarzen Blitzen trifft ihn ihr Blick, der keiner ist, denn Rick kann ihre Augen unter den langen schwarzen Haaren nicht sehen, dafür aber umso intensiver fühlen – und dieser Blick trifft den Jungen mitten ins Herz.
Keine Schwanenjungfrau, eine Schwarzelbin …!4)
Ricks Verstand fährt Achterbahn, produziert Fantasien, Bilder und Worte, die er nie gekannt hat. In seinen Händen hält er das schneeweiße Kleid…
Langsam tritt er ein Stück aus dem schützenden Gebüsch.
Noch immer hält das Mädchen regungslos inne, schaut den Jungen nur an – teilnahmslos? Erstaunt?
Und wieder ist da dieses seltsame Flackern und Flirren um den Körper der Unbekannten! Nasse, schwarze Haare, die im Wind flattern?
Haare? Aber das sind ja…
Entsetzt weicht Rick zurück.
Nicht Haare, sondern schwarze Schlangen umspielen, umwabern das Haupt des unheimlichen Mädchens, surreal, dämonisch, fremdartig …
Ein wohlig-wonniger Laut entfährt der schwarzen Gestalt, als sie sich nun dem Jungen zuwendet. Ganz nahe tritt sie an ihn heran. Zögernd reicht Rick ihr das schneeweiße Kleid, das wie durch ein Wunder bereits getrocknet ist. Sie quittiert es mit ungläubigem Staunen. Schwarze Flammen züngeln aus tiefen, dunklen Mädchenaugen unter dem viel zu langen Pony hervor – und zucken zurück, so als könne das bislang völlig stumme Mädchen nicht glauben, was sie sieht.
Und dann, indem sie ihr Gewand zurücknimmt, spricht plötzlich tiefe Dankbarkeit aus ihrem Blick.
Dankbarkeit? Wofür? Weil er ihr das Kleid zurückgegeben hat?
Lange stehen sie sich schweigend gegenüber – der Junge und das Mädchen, beide nackt, im nächtlichen Wald.
Angst weicht Neugier und Rick sieht nun nicht mehr nur die heiß begehrte Nackte in ihr. Sie ist neugierig, zeigt Gefühle. Sie ist keine Schwanenjungfrau, keine Schwarzelbin; sie ist ein Mädchen, und zwar ein ganz einzigartiges, von dieser Welt! Ein menschliches Wesen!
Oder doch nicht?
Gefährlich anmutende Fingernägel berühren Ricks Brust, seine Schultern, beginnen unsicher, seinen blutjungen Körper zu erkunden. Rick kann sie nicht sehen, aber er weiß, dass diese Nägel so schwarz sind wie das Haar der geisterhaften Erscheinung. Sie fasst ihn nicht an – sie versucht, ihn zu be–greifen!
„Wie heißt du?“, haucht Rick.
„Gna5)“, lautet die fremd klingende Antwort und Rick weiß nicht, ob sie seine Frage überhaupt verstanden und ihren Namen genannt hat oder ob dieses Wort eine völlig andere Bedeutung hat.
Im nächsten Moment spürt Rick Gnas messerscharfe Krallen – am Rücken, am Po…
Verunsichert weicht er zurück, doch Gnas Hände sind schneller.
Kraftvoll umfasst Gna Ricks Gesäß, presst den Jungen fest an sich, reizt ihn mit wiegenden Bewegungen und beginnt erst sanft, dann souverän und bestimmend, sein Eisen zu härten und mit ihrer zierlichen, weichen, lebhaften Scham zu bearbeiten.
Wie eine Schlange bewegt sich Gna, gierig nach Lust, und während sie Ricks blutpralle Männlichkeit gnadenlos zwischen ihren Körpern gefangen hält, bleibt sie stumm wie ein Fisch.
Gna – drei Buchstaben und eine unbekannte Melodie, das ist alles, was Rick von ihr weiß, auch nach endlosen Minuten schwelender Lust, in denen Gna den erregten Junghengst unauffällig zu einem der uralten Baumriesen dirigiert und ihn schließlich mit dem Rücken gegen die raue Borke presst.
Mit zitterndem Atem versucht Rick, sein kaum noch erträgliches Verlangen zu beherrschen. Das Mädchen jedoch scheint sich völlig unter Kontrolle zu haben – und ihn! Sie genießt, was sie tut und doch scheint es nicht ihr Ziel zu sein, ihn zu verführen. Es fühlt sich eher an wie eine Prüfung, eine ausgesprochen aufregende allerdings!
Mit lüsternem Blick sinkt Gna auf die Knie und indes ihre Finger über Brust und Bauch des Jungen hinabgleiten und seiner heißen Rute männliche Härte lehren, vollzieht sich vor Ricks Augen eine unglaubliche Metamorphose:
Begleitet von irrsinnig schönen, intensiven Gefühlen verschwindet sein Geschlecht im Maul einer pechschwarzen Schlange. Dass Rick nicht vor Lust in die Knie geht, liegt einzig und allein daran, dass ihn der uralte Baum in seinem Rücken auf magische Weise aufrecht hält, so als hätte er unsichtbare Arme. Er kennt kein Erbarmen – dieser stumme Gehilfe des stummen Schlangenmädchens, dessen heiße Begierde den gelehrsamen, willigen, fügsamen Jungen nun tief in sich aufnimmt, ja regelrecht verschlingt, genießt, liebevoll verwöhnt und ihn und sich selbst in einen nicht enden wollenden, nicht enden sollenden Rausch der Sinne treibt…
