Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Klaus Böse wird Opfer eines Unfalls. Aber es ist kein normaler Unfall, den man nach mehr oder weniger langem Krankenhausaufenthalt überlebt — es ist ein Unfall, dessen Folgen nach einhelliger Expertenmeinung normalerweise nicht überlebt werden … und wenn doch, dann mit extremsten körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen. Klaus Böse jedoch erholt sich weit über das für möglich gehaltene Maß hinaus, wobei er allerdings auch gewaltige Anstrengungen und Schmerzen auf sich nimmt. Getrieben wird er dabei von der Gewissheit, dass alles gut werden wird. Diese Erkenntnis verdankt er mehreren jener mittlerweile schon bekannten Nahtoderlebnissen, von denen immer wieder berichtet wird. Er hatte während seines Komas außerkörperliche Erfahrungen, bei denen er sowohl sich im Operationssaal beobachten konnte, als auch Reisen an weit entfernte Orte unternahm. Dabei war er von anderen umgeben, erlebte eine so allumfassende Liebe, dass er noch heute davon zehren kann, und empfing Botschaften, die ihm jene Hoffnung und Stärke gaben, die zu seiner erstaunlichen Genesung führten.
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 99
Veröffentlichungsjahr: 2014
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Klaus Böse
Im Grenzbereich
Zwischen hier und anderswo
Nahtodeserkenntnisse und Wunderbares
Im Grenzbereich — Zwischen hier und anderswo
Klaus Böse
published by: epubli GmbH, Berlin
www.epubli.de
Copyright: © 2014 Klaus Böse
ISBN 978-3-8442-8508-6
Lektorat: Erik Kinting / www.buchlektorat.net
Covergestaltung: Erik Kinting
Auch als Druckversion erhältlich: ISBN 978-3-8442-8507-9
Imprint
Inhaltsverzeichnis
Einleitung und die Zahl 11
Quo vadis — der 11. Februar 1998
Die Reise nach Bad Godesberg
Nach dem Aufprall
Im Krankenhaus
Ein folgenschwerer Anruf
Der 12. Februar 1998
Der 13. Februar 1998 und wie ihn meine Frau erlebte
Ein vermeintlicher Bagatellunfall
Unaufschiebbares
Traumwelt und mein Erleben im Koma
Samstag, 14. Februar 1998 — Besuch unserer Tochter
Sonntag, der 15. Februar 1998
16. bis 20. Februar 1998
Erneute Operation und wieder im Tunnel zum Licht
21. bis 26. Februar 1998 — erlebte Realitäten im Fieberwahn
Freitag, der 27. Februar 1998
Sonntag, 1. März 1998 und Hilfe zur rechten Zeit
Das Zwiegespräch und die erhaltene Prophezeiung
Genesung und Überführung nach Esslingen
Aus dem Behandlungsverlauf:
Wieder auf eigenen Beinen
Kleine Begebenheiten
Montag, der 30. März 1998 — erneut im OP
Ein lang ersehnter Ausflug, ich wurde wieder flügge
14. April 1998 — Aufnahme in die Rehakliniken Bad Urach
Zwischenresümee
15. bis 26. April in vollstationärer Behandlung in Bad Urach
Wie ich lernte mit dem Schmerz zu leben
Ich wurde wieder selbstständiger
Wieder an der frischen Luft und Treppensteigen
Reha-Verlängerung aufgrund der erzielten Ergebnisse
Montag, der 11. Mai 1998 — wundersame Selbstheilungskräfte
Familienausflug nach 96 Tagen
Sonntag, der 17. Mai 1998
Familienfestteilnahme ohne Krücken
Sonntag, der 24. Mai 1998
Montag, der 25. Mai 1998 und Entlassung aus der Reha
Warum meine Genesung für mich einem Wunder gleicht
Ein neues Leben mit Handicaps
Mittwoch, der 27. Mai 1998
Ambulante Therapie: 1. Etappe und ein ungewöhnlicher Rat zur Selbsthilfe
Meine Rosskur am Holz
Ein tolles Ergebnis
Der Pistentest
Was sich noch verändert hat
Epilog
Für jede zufallende Tür ging eine andere auf
Buchvorschau:
Heute, im Jahr 2013 wird mir rückblickend Folgendes bewusst: Die Zahl 11 ist für mich mit außergewöhnlichen Vorkommnissen verbunden. Am 11. September passierten die Flugzeugattentate in New York und Washington, welche die ganze Welt in Angst und Schrecken versetzen und die das bisherige Sicherheitsdenken in allen Köpfen veränderten. Das Geburtsjahr meines Vaters war 1911 und die wichtigsten Ereignisse meines bisherigen Lebens geschahen jeweils am 11. eines Monats — am 11. September brachte mich meine Mutter zur Welt, am 11. Dezember gaben sich meine Frau und ich das Ja-Wort, im November, dem 11. Monat des Jahres wurde unsere Tochter geboren — und am 11. Februar 1998 ereilte mich das Schicksal in Form eines sehr schlimmen Verkehrsunfalls, in dessen Folge, während und nach schwierigen Operationen, ich sogenannte Nahtodeserlebnisse hatte — das empfinde ich als Beginn (m)eines neuen Lebens. Am 11. Dezember 2011 erlitt ich einen Hinterwand-Herzinfarkt. Ein weiterer, anschließender konnte im selben Monat durch Stents verhindert werden, wobei mir diese Operationen, im Vergleich mit den früheren, unfallbedingten, relativ wenig Beschwernisse verursachten, deren Ablauf aber als ein erneuter Wiedereintritt ins Leben betrachtet werden kann.
Sehr oft wurde ich von Menschen, die von meinem Unfall gehört hatten, darüber und zu meinen Erlebnissen befragt. Mir wurde immer wieder nahe gelegt, diese Erfahrungen in einem Buch festzuhalten, weil sich sicher sehr viele Leser dafür interessieren würden.
Leider war es mir bisher nicht möglich. Nach dem Unfall aufgetretene Wortfindungsstörungen und jahrelang anhaltende Kopfschwierigkeiten ließen dies nicht zu. Auch wuchsen — je mehr Zeit seit 1998 verging — eigene Zweifel, ob das Erlebte tatsächlich so abgelaufen war, oder ob Träume, verursacht durch Medikamente und Narkotika, vielleicht sogar vom Hörensagen oder von Gelesenem hervorgerufen, als vermeintliche Eigenerlebnisse empfunden würden.
Wenngleich manches bei mir inzwischen in wohltuende Vergessenheit geriet und verdrängt wurde, hat sich das Wesentliche, der reale Kern der Geschehnisse jedoch unauslöschlich in mein Inneres eingebrannt. Geblieben ist eine feste Überzeugung: Nein, Halluzinationen waren das nicht; das trifft nicht zu! Die nachfolgenden Ereignisse habe ich tatsächlich so erlebt!
Und ich schreibe sie nun auf, so gut ich es noch zusammenbringen kann, um mir erneut und auch anderen Mut zu machen, um da Hoffnung aufzuzeigen, wo Ängste und Verzweiflung manchmal übermächtig werden wollen.
Für diesen Tag hatte ich mir viel vorgenommen. Nach langer Vorarbeit war es gelungen, einen Termin beim Grafen von S., einem wohlwollenden Förderer von Quo Vadis — Vereinte Pflege- und Altenhilfe e.V. zu bekommen. Wir kannten uns bis dahin nur aus Telefonaten, in denen wir das persönliche Treffen verabredet hatten. Mein Vorhaben war, mithilfe der Beziehungen des Grafen Kontakt zu einem Mitglied der Bundesregierung zu finden, um dieses für eine Quo-Vadis-Patenschaft zu gewinnen.
Überhaupt, Quo Vadis … Ende Dezember 1994 entstand die Idee einen Verein zu gründen, der das Ziel hatte in unserer immer älter werdenden Gesellschaft mitzuhelfen, dass ältere Menschen nicht vereinsamen, sondern im hilfreichen Miteinander mit Jüngeren gemeinsam leben können, um damit zunehmender Alterskasernierung und entmündigender Verwahrung von betroffenen Personen entgegenzuwirken.
Freunde und meine Familie fanden sich zu einer Gründungsversammlung zusammen. Nach eingehender Beratung wurde ich als Vorsitzender mit der weiteren Planung und Umsetzung des Vorhabens betraut. Ein schwieriges Unterfangen, dessen Gelingen mir einiges abverlangen würde, dessen erfolgreicher Fortgang mir aber zugetraut wurde und in dessen Verlauf ich das Vereinskonzept erarbeitete. Ich arbeitete mich in die Thematik ein und knüpfte auf Fachmessen wichtige Geschäftsbeziehungen, die später zu einem völlig neuen, von Quo Vadis finanzierten Wohnkonzept im Zusammenleben von Jung und Alt führten. Bei der Durchführung wurden meine eigenen Vorschläge mit eingebracht und umgesetzt. Die Planung und Ausarbeitung übernahm das anerkannte und erfahrene Institut ISGOS aus Berlin, das bereits wiederholt im Auftrag der zuständigen Behörden für die Öffentliche Hand gearbeitet hat.
Mit diesem Konzept als Basis und weiteren eigenen Visionen gelang es mir, über 100 namhafte Persönlichkeiten zur Mithilfe und als Fördermitglieder für Quo Vadis zu gewinnen. Einer der bekanntesten deutschen Chorleiter übernahm die Schirmherrschaft für den vom Finanzamt als besonders förderungswürdig anerkannten, gemeinnützigen Verein. Ein prominenter Fußballspieler der deutschen Nationalmannschaft, der Oberbürgermeister der Stadt, in der unser Verein seinen Geschäftssitz angemeldet hatte, Landtagsabgeordnete verschiedener Parteien, viele Chefärzte, Ärzte, Richter, Rechtsanwälte, Fabrikanten und Geschäftsleute sowie Bürger aus allen Altersklassen und Gesellschaftsschichten schlossen sich uns an.
Nun sollte nach über dreijähriger Vorbereitung und Aufbauarbeit die angestrebte Patenschaft eines Bundesregierungsmitgliedes den vorläufigen Abschluss bei dem Streben nach helfenden Namensträgern bilden. Eine bald anschließende Pressekonferenz zum weiteren Bekanntwerden mit Vorstellung der neuen Patenschaft von Quo Vadis war bereits geplant.
Der Blick aus dem Fenster unserer Wohnung im sechsten Stock über die nahegelegene schwäbische Alb war wunderschön, wir hatten gute Fernsicht und es sah nach einem tollen Tag aus.
Die Fahrzeit nach Bad Godesberg, dem vereinbarten Treffpunkt, würde laut Routenplaner etwa dreieinhalb Stunden dauern. Je nach Verkehrslage könnten die angegebenen 339 Kilometer zum Fahrtziel vielleicht sogar in kürzerer Zeit bewältigt werden.
Der Termin war für 12 Uhr geplant. Pünktliches Erscheinen war unbedingt ratsam und eigentlich auch selbstverständlich. Spätestens um 7.30 Uhr, nach einem ausgiebigen Frühstück, wollte ich mich auf den Weg machen.
Aus mir heute nicht mehr ganz erklärbaren Gründen verzögerte sich meine Abreise aber dann doch ein wenig. Vielleicht, weil — wie sich meine Frau später erinnerte und wie es manchmal ganz unverhofft geschieht — uns beide eine dunkle Vorahnung von etwas nicht Greifbaren befiel, die mir den Abschied schwer machte.
Um 8.00 Uhr, dreißig Minuten später als vorgehabt, fuhr ich mit meinem Kombi aus der Tiefgarage unserer Wohnanlage. Trotz des morgendlichen Verkehrs, der wenige kleine Staus mit sich brachte, kam ich noch ganz gut voran und erreichte nach relativ freier Fahrt bei Mundelsheim die Autobahn. Diese war zwar zunächst dicht befahren, doch wurde die Fahrbahn immer freier, sodass es möglich war das Tempo zu erhöhen. Lange Streckenabschnitte ließen sogar ungehindertes Vorwärtskommen zu.
Gegen 11.45 Uhr erreichte ich den Ortsrand von Bad Godesberg. Dort angekommen suchte ich einen Taxistand, um mich von einem Taxifahrer zu meinem Zielpunkt lotsen zu lassen. Das Taxi fuhr vor mir her und brachte mich zum Treffpunkt, der pünktlich erreicht wurde.
Wir hielten auf der anderen Straßenseite, genau gegenüber des Hauses, in dem mich Graf v. S. erwartete. Ich parkte meinen Wagen auf dem Bürgersteig, der sehr breit war, verließ mein Auto und ging die wenigen Schritte zum wartenden Taxi, um dessen Fahrer zu bezahlen. Dann kehrte ich zu meinem Fahrzeug zurück, nahm meinen Aktenkoffer mit den vorbereiteten Unterlagen, verschloss das Auto und begab mich an den Straßenrand. Die Straße war sehr stark befahren. Es handelt sich um eine städtische Hauptdurchgangsstraße, die sehr breit ist und deren Fahrspuren durch keine Mittelplanke getrennt sind. Die bestehende Verkehrsdichte zwang mich zum Warten. Laufend kamen neue Autos. Eines folgte dem anderen. Und immer wenn ich glaubte die Fahrbahn überqueren zu können, kam das nächste. Nach links war die Straße weit einsehbar, nach rechts mündete sie in eine lang gezogenen Kurve, wodurch Fahrzeuge, die von dort kamen, erst spät und begrenzt am Kurvenausgang erkennbar wurden. Die Sicht war klar. Trotz Sonnenschein bestand keine Blendgefahr und die Fahrbahn war völlig trocken.
Die herannahenden Autos auf meiner Fahrbahnseite wollten einfach kein Ende nehmen. Der Gegenverkehr auf der anderen Seite schien auch kaum nachzulassen, während der Zeiger der Uhr immer weiter auf die Zwölf vorrückte.
Endlich bot sich in der Fahrzeugschlange eine Lücke, die ich sofort nutzte, um bis zur Fahrbahnmitte zu gelangen. Dort wartete ich, blickte den von rechts Kommenden entgegen und ließ sie passieren, während hinter mit der Verkehr vorbeifloss. Von Weitem näherte sich ein Auto, dicht gefolgt von einem zweiten, das drängelte und dem vor ihm fahrenden immer dichter auf die Stoßstange aufzufahren schien. Ich blickte ihnen entgegen, wollte auch sie vorbeifahren lassen, als das vordere, von mir völlig unerwartet, ausschwenkte. Es geschah absolut unverhofft. Das Auto war schon fast auf meiner Höhe und es gab keine Möglichkeit zum Ausweichen. Ich erhielt einen Schlag gegen meine rechte Körperhälfte, schlug mit der rechten Stirnseite irgendwo gegen und wurde mehrere Meter von dem Auto nach vorne an die Bordsteinkante der Straßenseite befördert, die ich auf andere Art und Weise hatte erreichen wollen.
Was nun folgte, kann ich mir selber nicht so genau erklären, scheint es doch völlig unmöglich; es ist aber dennoch passiert: Ohne Schmerzen, am Rinnstein liegend, richtete ich mich auf und versuchte herauszufinden was geschehen, was mit mir los war. Dabei bemerkte ich, dass zwei Autos auf der Straße standen. Eine Frau, wahrscheinlich die Fahrerin des vorderen Wagens, welcher mit gesprungener Frontscheibe mir am nächsten stand und ziemlich verbeult schien, redete aufgeregt mit einem Mann, der wohl dem zweiten Pkw zuzuordnen war. Mir kam es vor, als ob der Mann die Frau zu irgendetwas, das ich nicht verstand, überreden wollte. Jedenfalls bestiegen die beiden Personen nach kurzem, heftigem Disput wieder ihre Fahrzeuge und setzten diese einige Meter vom Unfallort, von der tatsächlichen Stelle des Zusammenpralls zurück, ließen dann die Autos etwas entfernter stehen — ohne sich um mich zu kümmern!
Dass die Autos tatsächlich zurückgesetzt worden waren, ließ sich später noch nachvollziehen, durch Scherben des beim Zusammenprall beschädigten Autoscheinwerfers, die viel weiter vorne zu finden waren, als die von der Polizei mit Kreide skizzierten Abstellplätze und der von der Fahrerin angegebene Aufprallpunkt. Die Scherben lagen nämlich unverändert nahe der Stelle, wo auch ich zum Liegen kam!
Nur kurze Zeit trug mich mein Körper. Dann musste ich mich setzen. Als ich mit meiner rechten Hand unbewusst und automatisch an meinen Kopf griff, waren meine Finger ganz klebrig. Erst dabei bemerkte ich, dass ich wohl etwas blutete.
