Im Irgendwo der Jahre - Brigitte Bosch - E-Book

Im Irgendwo der Jahre E-Book

Brigitte Bosch

0,0
9,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Der Roman erzählt die Geschichte von Minna und Paul. Die scharf beobachtende Minna wächst in der überschaubaren, aber harten Welt eines kleinen lippischen Dorfes auf. Der mit seinem Wuchs unzufriedene Paul schwimmt wie ein Fisch in dem schillernden Leben der Straße und des Hafens der pulsierenden Stadt Hamburg. Ihre Jugend ist Kriegszeit. Sie verlieren Menschen und sie verlieren ihr kindliches Gemüt. Ihre ganz persönliche Sicht auf die Welt macht die Geschichte aus. Ihre Nöte und Sorgen, ihre Lust und Liebe, ihr Miteinander und ihr Auseinander, also ihr ganz privates Schicksal bildet den Kern des Romans. Das Zeitgeschehen und der Zeitgeist bricht dort ebenso hinein, wie Freunde, Feinde und Zufälle. Vielleicht könnte die Geschichte von Minna und Paul heute spielen oder zu jeder anderen Zeit. Doch sie sind in genau diese Zeit und an genau diese Orte geworfen. Das ist ihr Schicksal.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Veröffentlichungsjahr: 2019

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Im Irgendwo der Jahre

Brigitte Bosch

Roman

IMPRESSUM

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlags und der Autorin unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung. Alle handelnden Personen sind frei erfunden.

Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig.

Erscheinungsjahr: 2019

Autorin: Brigitte Bosch, Lübeck

Umschlaglayout: Brigitte Bosch, Lübeck

Porträtfoto: Ivonne Klahn

Verlag & Druck: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg

978-3-7482-7059-1 (Paperback)

978-3-7482-7060-7 (Hardcover)

978-3-7482-7061-4 (e-Book)

Eine deutsche Geschichte

Teil 1

1900-1924

„Die zwei größten Tyrannen der Erde: der Zufall und die Zeit“

(Johann Gottfried von Herder)

Für Lisa und Ben

Inhalt

Am Anfang war der Ort

Eine Dampfmaschine

Eine Einladung

Ein neues Haus

Paul

Blutsbrüder

Fragen der Ehre

Es gibt nichts Stilleres als eine geladene Kanone

Ein Kleid

Minna bricht auf

Rückkehr

1900

Am Anfang war der Ort

Als er dieses Wesen erschafft, ist er nicht so ganz bei der Sache und wirkt ein wenig aufgedreht.

Mit seiner Konzentration ist es nicht weit her an diesem Tag. Das Geschlecht des neuen Menschen entscheidet er nahezu beiläufig und sein Wankelmut in dieser Frage schlägt sich, wie sich noch erweisen wird, auf eigenartige Weise im Geschöpf nieder.

Ganz in Gedanken und arg zerstreut in diesem, für das winzige Leben so bedeutenden, Moment hantiert er fahrig, greift wahllos und mehrfach in die Töpfe mit den Eigenschaften, Charaktermerkmalen und Fähigkeiten. So kommt es zu manch Doppelpack, so in der natürlichen Anmut und Grazie, im Eigensinn, auch im Langmut, in der Neugier und zu einer Wachsamkeit, die die Grenze zum Hellsichtigen zu überschreiten scheint.

Hat er etwa zweimal in den Topf mit den Gesichtern gegriffen? Das unterläuft ihm selten. Der Überirdische hält irritiert inne und begutachtet sein Werk.

Tatsächlich schimmert ein zweites Gesicht durch.

Passiert ist passiert.

Fast könnte man annehmen, er sei verliebt, aber er heißt ja nicht Odysseus. Der mit seinen Weibergeschichten hat ja nichts mit ihm gemein.

Zurück zum fast vollendeten Werk. Im Innehalten bemerkt er seine übermäßige Freigiebigkeit und greift kurzerhand inbrünstig noch einmal kräftig zu, diesmal in den Pott mit Schrott.

Da gibt es Leiden zu verteilen und Schmerzen, Lasten aller Art und so Sachen, die Kummer machen. Dem Geschöpf wird kalt am Rücken, hört es doch sein wohl aufmunternd gemeintes Gegrummel: „Mädel, dir ist viel zuzumuten. Du schaffst das schon!“

Leichte Übersättigungsübelkeit macht sich in dem ach so frischen Körper breit. Das Kind will schreien und spucken. Doch nichts geht.

„Raus hier, bloß raus hier!“, durchfährt es das Wesen. Es streckt sich und spürt den Widerstand. Sein Kopf scheint sich in einem Schraubstock zu befinden.

„Oh, dieser Druck!“, stöhnt es in sich hinein.

Den Rest erlebt das winzige Geschöpf wie in Trance.

Noch erblickt es nicht das Licht. Noch weiß es nicht, dass dies sein Ort sein wird.

Noch weiß es nicht, dass es ist.

Welch ein begnadeter Zustand.

Draußen, außerhalb des Geburtskanals, schmiegt sich die Luft heiß an das sanft geschwungene Weizenfeld.

Die Sonne steht senkrecht. Es ist Erntezeit.

Männer und Frauen bewegen sich ruhig und gleichmäßig. Die Köpfe sind gesenkt, ihre Bewegungen ähneln Wellen. Eine Melodie der Körper. Arme holen weit aus. Zischend zerschneiden Sensen die Luft. Ihr Schwung löst Vibrationen aus. Die Mäher bilden eine Reihe und wie beim Militär heben und senken sie ihr Gerät als eine Einheit. Soldatisch schreiten sie voran, gemessenen Schrittes. Die Sensen fressen sich durch die Halme. Es knirscht und rauscht.

Schauten die Menschen von ihrer Arbeit auf, so fiele ihr Blick ins Tal auf das Dorf.

Aber sie heben ihren Blick nie.

Das Dorf liegt ausgestorben da.

Jede Hand wird hier oben gebraucht. Mit kräftigen Griffen schieben die Frauen die Ähren zusammen und binden sie zu Garben.

Die Beine gespreizt stehen sie fest. Ihre gebeugten Rücken schwingen. Die Garben liegen kreuz und quer auf dem Stoppelfeld.

Die größeren Kinder sammeln sie und stellen sie zu Hocken auf. Im Inneren der dunklen Garbenhöhlen flüstern sich die Kleinsten gruselige Geschichten von Kobolden und Geistern zu. Zu den Männern mit den Sensen dürfen sie unter keinen Umständen. „Dort lauert Gevatter Tod persönlich!“, hat man ihnen eingeschärft.

Über dem Feld schwirrt die staubige Spreu in der Hitze. Das Wetzen und Dengeln unterbricht dann und wann den immer gleichen Ablauf, bevor es weiter geht.

Als Guste, die junge Frau mit dem rotgepunkteten Kopftuch, mitten im Binden einer Garbe in die Knie geht, fällt es zunächst Niemandem auf. Sie verharrt stumm, macht nicht viel Aufhebens, weiß nicht so recht.

„Es wird schon vorbei gehen. Alle Frauen machen es durch. Jetzt nur nicht schreien.“

Neben ihr arbeitet die Liese, eine ältere Frau. Sie macht ihre Arbeit auf dem Feld in einem gleichmäßigen Rhythmus: beugen, sammeln, binden, beiseitelegen, Schritt schräg seitwärts vor. Und das Ganze von vorn und wieder und wieder. Die Alte ist im Reinen mit sich. Die Jahre haben sie gelehrt, ihr arbeitsreiches Leben anzunehmen, ja zu lieben und so lächelt sie auch heute vor sich hin und summt. Mit der Melodie wiegt ihr massiger Körper. Sie schaut auf die Garben, ist versunken in ihre Arbeit.

Doch sie spürt, dass sich etwas Unvorhergesehenes ankündigt.

Sie schaut auf und sieht die junge Guste auf dem Stoppelfeld liegen. Aufgeregt ruft sie aus: „Ein Kind kommt! Der Herrgott schickt uns ein Kind!“

Dann geht alles ganz schnell. Die Sensen ruhen. Erntearbeiter treiben Pferde zusammen und spannen sie vor den Leiterwagen. Kräftige Männerarme packen zu und heben die sich windende junge Frau auf die staubige Pritsche. Dort liegt die Guste gekrümmt und wälzt ihren Bauch hin und her. Mit geweiteten Augen scheint sie wie von Sinnen. Einen Laut gibt sie nicht.

Der alte Franz führt die Pferde. Die Liese geht mit, will der Guste in ihrer Stunde beistehen. Der vorsichtig bugsierte Wagen hat das Dorf fast erreicht. Da läuft die Sache aus dem Ruder, ausgerechnet dort, wo die Gedenkplatte für den Kaiser frisch angebracht ist: So still wie die Guste vorher war, so aus der Tiefe ihres Körpers heraus beginnt die Gebärende fortan zu schreien, so gellend, so schrill. Sie schreit, als hole sie keinen Atem zwischendurch, als wolle sie ihre Lunge aus dem Körper herauspressen. Dabei geht es doch um das Kind.

Die zwei Braunen, die behäbigen, treuen Ackergäule vom Landammerhof, geraten durch den unerwarteten Lärm so außer sich, dass sie sich mit ganzer Wucht in ihrem Geschirr aufbäumen und in wilder Fahrt auf und davon preschen. Vergeblich versucht Franz noch, eines der Pferde zu halten. Doch er gerät ins Taumeln und stürzt. Ratlos schaut er dem Gefährt nach, wie es durch das Dorf staubt und sich bald als kleiner Punkt am Horizont verliert. Franz rappelt sich auf und kratzt sich den Kopf.

Der nicht enden wollende Schrei der jungen Frau verweht und erstirbt, als die rasenden Gäule am Ende des Dorfes vom Wald verschluckt werden.

„Die haben aber Staub aufgewirbelt!“, kommentiert Liese das Geschehen. Breitbeinig, ihre Hände in die Hüften gestemmt, steht sie da und schüttelt den Kopf.

Nach einer Weile wendet sie sich um und geht zum Haus der Mathilde Monbach. Die Monbachersche ist keine Hebamme, aber kennt sich mit Geburten aus. Sie kann helfen. Doch diesmal nicht, denn vor zwei Tagen hat sie sich den Fuß gebrochen. „Ach, herrje!“, seufzt Liese, „Ein Unglück kommt selten allein.“

Die alte Frau schaut hilflos drein, bis sie entschlossen einen neuen Weg einschlägt und mit den Fäusten an eine andere Tür schlägt. Nun ist der Dorfschlachter gefragt. Liese berichtet ihm von der Malesche mit dem Wagen, der Gebärenden und der Monbacherschen. Ohne zu zögern greift er sich eine Schere und einige andere Schlachtgeräte, bevor er Liese begleitet. Eine Schar greiser Männer gesellt sich zu ihnen.

Eigentlich war der bullige Schlachter gerade noch mitten beim Ausputzen der Schlachtbank gewesen. Jede Aufregung ist ihm zuwider. Er liebt die gleichmäßigen Schwingungen von Tagen, die sind wie der Lehm, auf dem sein Haus gebaut ist, glatt, weich, anschmiegsam. Aber nun ist es einmal so, dass es anders ist. Nun macht er sich auf den Weg, erreicht sein Ziel, klettert auf den Leiterwagen und holt sein Gerät heraus.

Er will es gerade geordnet ablegen, als er sieht, wie sich die Vulva zwischen Gustes Beinen wölbt.

„So viel anders als bei einer Kuh ist das auch nicht“, murmelt der Mann. Beherzt und kraftvoll packen seine grobschlächtigen Hände zu. Liese hockt sich neben die Gebärende und drückt ihre Unterarme mit dem Gewicht ihres Körpers auf Gustes oberen Bauch. Sie kommt in Schweiß und stöhnt mehr als die Guste, doch ohne Erfolg. Nichts rührt sich. Bis die Gebärende einen urwüchsigen, langsam anschwellenden Laut zwischen tiefem Röhren und Zischen von sich gibt und alle aufhorchen. Gustes kehliger, rauer Ton gleicht sich dem eines Bären an.

Es tut sich was.

Gebärig sozusagen.

Und siehe da: Es flutscht.

Einer Schale gleich hält der Schlachter seine Pranken und fängt das Neugeborene darin auf. So geborgen wirkt das nasse, blaurot schimmernde Geschöpf sehr durchsichtig, nackt und irgendwie verloren. Unschlüssig schaut der Dorfschlachter sich um, bis er unvermittelt seine muskulösen Arme der Liese entgegen streckt. Er reicht ihr das Kind. Fachmännisch und beiläufig durchtrennt er die Nabelschnur. Das, von Liese in Linnen gehüllte, Neugeborene schiebt der Schlachter mit einer ungelenken Geste überraschender Fürsorglichkeit Guste an die Brust.

„So! Ich werde hier wohl nicht mehr gebraucht!“, verkündet er.

Als der Dorfschlachter von der Pritsche springt, knirscht der Holzwagen seufzend auf. Seine in Tuch gewickelten Werkzeuge trägt er geschultert und schreitet ausholenden Schrittes seinem verdienten Feierabend entgegen. Den Fritz, den Mann von der Guste, sieht er wohl kommen, aber der Abstand zwischen ihnen ist groß. Auch näher beieinander wäre es dem Schlachter niemals in den Sinn gekommen, seinen Gang zu verlangsamen und auf Fritz zu zugehen, um dem Vater zu berichten von Geburt und Kind.

Nein, das ist nicht seine Sache.

Fritz nimmt den Dorfschlachter nicht wahr. Sein Blick ist nach vorn gerichtet. Der Ziegler hastet. Er schwitzt. Seine Augen zittern in ihrer Höhle. Er beginnt zu laufen. Es geht bergauf. Er rennt trotzdem und keucht. Sein Blick irrlichtert, wird aber milder und sehender, als er mit stockendem Atem wahrnimmt, was sich ihm am Ende seines Weges bietet. Auf einer Lichtung sieht er es. Die Abendsonne wirft ein mildes Licht auf die Szene.

Das Gespann steht friedvoll am Rande der Tannen, die Pferde eng beieinander. Eines schnaubt entspannt. Keines der Pferdebeine regt sich.

Guste hockt auf dem Leiterwagen mit dem Rücken an die schräge Seitenwand gelehnt. Sie hält das Kind. Es ist blutverschmiert, doch ausgesprochen rosig. Wie eine Königin blickt Guste ihrem Mann entgegen, der sich aus der Gruppe der Dörfler heraus schält und auf sie zu stürmt.

Wer diese ernste Frau lächeln sehen will, der muss sie anschauen, wenn sie mit ihrem Fritz zusammen ist. Dann kann sie aufmerksam zuhören, wirkt gelöst und fröhlich, ja lacht sogar lauthals los.

Doch niemals hat sie bisher so gestrahlt wie in diesem Moment, als Fritz sich anschickt, auf den Wagen zu klettern und schließlich vor den Zweien niederkniet, vor ihr und dem neugeborenen Mädchen.

Es ist ihr erstes Kind.

Die von der Suche nach der Gebärenden erschöpften Männer haben das Geschehen eine ganze Weile bis in die Dämmerung hinein beobachtet. Nun aber, nachdem Fritz auf dem Leiterwagen ist, kommt Bewegung in die Menge und die ersten machen sich palavernd auf den Rückweg.

Einige lassen sich Zeit und eskortieren das Gespann mit der neuen Erdenbürgerin und den frischgebackenen Eltern, das sich irgendwann schleppend in Bewegung setzt. Es ist schon dunkel, als die kleine Prozession das Dorf erreicht. Auf dem rumpelnden Holzgefährt sind Mutter und Kind eingenickt.

„Ich bringe mein Jahrhundertkind“, ruft Fritz, als der Wagen am Spalier erwartungsvoller Dörfler vorbei fährt.

„Geboren im denkwürdigen Jahr 1900. Zwar kein Junge, aber so wird aus Wilhelm eben Wilhelmine.“ Der junge Vater reißt die Arme hoch. „Für unseren Kaiser. Er lebe hoch!“, tönt Fritz mehrmals. Seine Stimme droht zu kippen.

Hochrufe erschallen.

Auf den Kaiser natürlich.

Mit geschwellter Brust steht der junge Vater auf dem Wagen vor seiner kleinen, schläfrigen Familie und winkt den Dörflern zu. Alles an ihm ist Stolz und Würde, auch wenn er noch seine Arbeitskluft trägt.

Das alte, löcherige Kopfsteinpflaster ist uneben. Der Wagen holpert und ruckelt.

Die aufrechte, ja fast staatstragende, Haltung des frischgebackenen Vaters beginnt sich aufzulösen und er schwankt bedenklich hin und her, bevor er krachend zu Boden geht.

„Unser Jahrhundertkind“, murmelt er kaum hörbar.

Einer von hinten schreit ohne Unterlass: „Lang lebe der Kaiser!“

Fritz hat sich beim Sturz den Knöchel verstaucht. Er hockt neben den Schlafenden und reibt sich die schmerzende Stelle.

Wäre das Kind ein Wilhelm geworden, so riefe man es Willi. Doch Wilhelmine ist ein Mädchen. Gerufen wird sie im Laufe der Jahre schlicht Minna. Das so bedeutsam Wilhelminische ihres Namens findet sich im Mittelteil des so genannten Zeitalters. Doch das kümmert Minna nicht. Es erfüllt sie auch nicht mit Stolz.

„Ich bin kein Kind des Kaisers!“, kann man sie bald trotzig sprechen hören, wenn die Erwachsenen über die Umstände ihrer Geburt und die Namensgebung reden.

Minna ist Minna und Minna wächst.

„Minna! Kind, komm mal her! Du musst anprobieren. Jetzt, wo du in die Schule kommst, brauchst du eine Jacke. Nur mit den Leibchen und dem Leinenhänger drüber kannst du nicht los. Streck deine Arme. So, ganz vorsichtig hineinschlüpfen, sonst piekst und sticht es dich. Es ist nur mit Nadeln zusammen gesteckt. Gib acht! Kein Blut auf den Wollstoff! Steh halt still. Was ziehst dufür ein Gesicht? An das Kratzen gewöhnst du dich. Den tranigen Geruch kennst du doch vom Schlachten, oder? Nein, sie bleibt nicht so lang. Ich nähe das noch an zwei Stellen um. Die Abnäher lasse ich erst dann raus, wenn du gewachsen bist. Gefällt dir das Blau? Pass bloß drauf auf! Sie darf auf keinen Fall schmutzig werden! Halten muss die Jacke, bis dein Bruder Franz rein passt! Sowas Wertvolles gibt es nicht alle Tage. Sagt die Mutter auch? Das denk ich mir wohl. Ich mach’s ja auch nicht umsonst.“

Zum Kirchgang darf sie das blaue Prunkstück tragen, auch wenn die Schule noch nicht begonnen hat. Die Ärmel werden, trotz der Abnäher, umgeschlagen und die Jacke ist lang wie ein Mantel.

Sie geht neben dem Vater.

Dies ist ihr Platz.

Ihre Beine machen zwei Schritte, wo der Mann einen setzt. Rechts von ihm spaziert eingehakt die Mutter.

Vom Haus aus führt es die Dorfstraße bergauf, immer den leichten Windungen der Straße nach. Die Kirche liegt am anderen Ende, wo die Felder auf der Anhöhe beginnen und der Weg zum Wald abbiegt.

Türen öffnen sich und andere Kirchgänger stoßen frisch herausgeputzt hinzu. Grüße und Lächeln, oder nichts dergleichen. Selten mal angeregtes Geplapper bis vor die Kirchentür. Das schickt sich nicht.

Das Mädchen blinzelt ihren Spielkameraden vom abendlichen Fangenspielen heimlich zu.

Minna liebt es, an Vaters warmer, fester Hand zu gehen. Nie sonst hat sie Gelegenheit, ihm derart nahe zu sein.

Sie achtet darauf, auf welche Weise ihr Vater gegrüßt wird und spürt, dass er im Dorf wohlgelitten ist, selbst als ein einfacher Ziegelmacher.

Unentwegt schaut sie ihn an, wie er in der Kirchbank sitzt. Ihr Blick tastet seine Gestalt von oben bis unten ab, streift über die großen Hände und an dem leicht abgewetzten Ärmel seiner Jacke vorbei, hinauf zum steifen, weißen Kragen und dem erhobenen Haupt. Ihr gefällt die Neigung seines Halses vom Kragen bis zum Haaransatz, der immer gut ausrasiert ist. Ihr Blick gleitet über seine vollen schwarzen Haare, die trotz der Kürze noch leicht gewellt sind. Hängen bleiben ihre Augen minutenlang in seinem Gesicht. Sie will erforschen, was ihn so bedeutend macht.

Den Gottesdienst erlebt sie mittelbar. Minna folgt jedem seiner Regungen auf die Worte in der Predigt, die sich in seiner Miene spiegeln. Wann ist er ergriffen, wann gleichgültig, wann traurig, wann in-sich-gekehrt, wann aufgebracht, wann liebend?

Eigentlich weiß sie nichts über ihren Vater, doch Minna findet, man kann in seinem Gesicht lesen. Seine Stirn, Augen und Mundwinkel können Geschichten erzählen, die man nicht hören kann, aber man kann sie sehen. Das Mädchen findet, er ist ein schöner Mann, hochgewachsen und stattlich.

Wärme durchflutet sie in dieser Stunde, in der sie neben ihm sitzen darf.

Sie liebt, sie verehrt diesen Vater, der doch sonst kaum ein Wort mit ihr spricht.

1910

Eine Dampfmaschine

„Und nun, zehn Jahre später, wieder dieser Schrei der Guste. Es klingt wie damals, nur noch unbändiger und durchdringender. Wer sonst im Dorf sollte so schreien? Ich öffne das Fenster und schaue auf die Dorfstraße hinaus. Nichts ist zu sehen. Bei Guste kommt kein Kind. Und bei den Geburten der drei Buben, die nach der Wilhelmine geboren sind, hat sie nicht geschrien. Was ist da los? Ich werde mal nach ihr schauen.“

Wie jeden Morgen besteigt Fritz um halb fünf in der Früh den Zug nach Lage. Dort ist die große Ziegelei. Er klemmt sich auf die rechte Bank neben Johann. Die Sitzordnung ist festgelegt. Im nächsten Dorf steigt Gustav zu, später Martin. Fritz hockt auf der Holzbank am Fenster. Das Rattern der Waggonräder auf den Gleislücken klopft und rüttelt monoton in seinem müden Körper.

Seine Gedanken wandern zu den Lieben daheim. Er schließt die Augen in der Erinnerung an die vergangene Nacht und an die Dinge, die Guste und er zusammen in wilder Gier taten. Seine Frau ist keine Schönheit und ihr Naturell eher spröde. Doch sie liebt ihn abgöttisch und zeigt es ihm mit ihrem drahtigen Körper immer wieder leidenschaftlich und unverblümt.

Der Kirchenmann braucht das nicht zu wissen.

Heute ist Samstag. Es wird Lohn geben. Er wird später in den Dorfkrug gehen, bis seine Frau Guste ihn aus dem

Schankraum holen und nach Hause zerren wird. Sie wird schimpfen, auch wenn er nie wirklich betrunken ist, und sie werden sich am Abend wieder gut sein. Fritz lächelt.

Der Dampf der schnaubenden Lokomotive dringt durch alle Ritzen und brennt in seinen Augen. Der gleiche Geruch und der Ruß werden ihn bei der Arbeit umfangen und bis heute Abend in seinen Kleidern hängen. Fritz schließt die Augen. Sein Kopf sinkt zur Seite und er döst weg.

Um halb sechs ist die Eisenbahn mit den Männern in Lage. Fritz muss sehr zügig gehen, wenn er pünktlich bei der Ziegelei sein will. Er verfällt in einen Laufschritt. Schließlich muss er vor den anderen da sein, um die Zahnräder und Treibriemen, die die Revolverpressen mit der Dampfmaschine verbinden, zu kontrollieren. Alles muss bis zum Arbeitsbeginn rund laufen. Der Koloss muss bereits fauchen, beben und schnaufen, wie die Lokomotive, nur dass seine Dampfmaschine nicht fährt. Aber größer ist sie und seit kurzem sein ganzer Stolz.

Fritz ist zwanzig Minuten vor sechs Uhr da, legt seine Stullen in den Schuppen. Mit einem freundschaftlichen Knuff begrüßt er den Heizer, der wie jeden Morgen vorgearbeitet hat. Für Fritz beginnt dieser Arbeitstag, wie alle Tage. Und doch wird es heute anders sein.

Erschreckend anders.

Minna spürt es, auch wenn sie weit weg ist von dem grauenhaften Geschehen. Später sagen die Menschen im Dorf, das Kind habe das zweite Gesicht, sei hellsichtig und niemand wisse, ob das gut oder schlecht sei.

Mit einem halb gefüllten Eimer steht sie zwischen den Johannisbeersträuchern und ist von einem Moment auf den anderen elektrisiert.

Ihr Blick flackert, ihr Körper zittert.

Wortlos macht sie kehrt, rennt los und stürzt in die Stallungen, in der Hoffnung ihre Mutter dort zu finden. Guste schaut überrascht von der Arbeit auf.

„Minna, was ist mit dir?“

Stammelnd bricht es aus dem Kind hervor: „Vater. Blut. An Arm und Brust. Er atmet nicht mehr!“

Gustes Augen weiten sich und das Weiße in ihnen wird übermächtig.

„Es muss Einbildung sein. Anders kann es nicht sein.“

„Du hast zu viel Phantasie! Geh' wieder pflücken, Kind!“, die Mutter will ihre Stimme fest klingen lassen, aber es klappt nicht. Sie ist beunruhigt, erahnt sie doch die Fähigkeiten ihres Jahrhundertkindes, die ihr gehörig unheimlich sind, besonders in diesem Moment.

Zurück in den Johannisbeeren hat das Mädchen seine schreckliche Erscheinung fast vergessen. Sie steckt sich einige Früchte in den Mund.

Ist sie doch nur ein Kind.

„Der Fritz, der war ein guter Kumpel. Seit vier Jahren bin ich mit ihm auf der Ziegelei. Auf den Fritz konnt‘ man sich verlassen. Hat nie einen der Unsrigen angeschwärzt beim Aufseher. Hat sogar mal was für die Arbeitsleute getan, wenn die zu lang auf dem Donnerbalken waren oder sonst wie zu spät kamen. Nicht immer hat er so viel Güte und Großherzigkeit zurück bekommen, aber das hat ihn nicht geschert. Der Fritz, das war ein Guter. Schade drum. Ach, was red‘ ich… Weiß auch nicht so recht, wie das passieren konnte. Die Maschinen sind halt gefährlich. Ich pass‘ immer auf wie ein Schießhund. Und seit gestern noch mehr… Ich hab‘ nicht gesehen, wie sein Ärmel Fritz in die Maschine zog. Das hat Willemerzählt. Der stand direkt daneben. Hat gesehen, wie die Maschine den Ärmel zu fassen hatte und den Fritz mit einsog, auffraß sozusagen. Als ich mich umdrehte, sah ich aus einiger Entfernung, wie die Maschine den Fritz zerstückelt hat. Ich sag dir, ich wünschte, ich hätte das nicht gesehen. Ich wünschte, ich hätte mich nicht umgedreht. Nein, ich wünschte, der Fritz tät‘ noch leben. Einige vom Arbeiterverein haben gesagt, wir müssten besser geschützt werden vor solchen Unfällen. Dies sei immerhin der siebte Unfall in fünf Jahren an dieser Maschine. Weiß nicht so recht, wie das gehen soll, aber zu wünschen wär‘ das schon. Macht aber den Fritz nicht wieder lebendig.“

Es herrscht ein gewaltiges Durcheinander auf der Ziegelei. Männer zerren den Körper oder das, was von ihm übrig ist, von der Maschine weg. Draußen legen sie ihn auf einem Holzstapel ab. Der rechte Arm fehlt. Die übrigen Gebeine staksen verdreht in falsche Richtungen. Fritz ist nicht mehr als solcher zu erkennen. Es ist, als sei er zerrissen. Sein Gesicht ist zerstört. Nur noch sein Mund ragt geöffnet hervor aus dem, schräg zur Seite gefallenen, Kopf. Alles ist in Rot getunkt. Eine Gruppe Ziegler versammelt sich vor dem Leichnam. Sie bilden eine Körperwand, als ließe sich das Grauen abschirmen. Als könne der Alltag weiter gehen.

Die Dampfmaschine steht still.

Minna bricht von den Johannisbeeren auf.

Die Sträucher haben gut getragen. Der dritte Eimer ist schon prall gefüllt. Sie stellt ihn zu den anderen auf den Küchentisch. Am Abend werden sie gemeinsam die Früchte von den Stielen trennen. Das Mädchen geht zu den Schweinen in den Stall, greift sich die Forke um zu misten, so wie jeden Tag vor dem letzten Ausputzen des

Hühnerstalls. Danach will sie zum Weiher hinunter und ein wenig baden, den Geruch von den Schweinen wegspülen. Gedankenverloren summt das Mädchen vor sich hin. Vielleicht sind die Walchener Kinder nachher auch dort und sie können noch spielen und herumtollen.

„Mach die Schweine eben allein fertig!“, ruft die Mutter ihr zu, als eine massige Männergestalt in der Stalltür steht. Minna nimmt sie nur schemenhaft war.

Eines weiß sie: sie kennt diesen Mann nicht.

Guste wendet sich dem Fremden zu. Sie kneift die Augen eng zusammen. Das gleißende Sonnenlicht hinter dem Mann taucht seine Schattenansicht in dunkles Grau. Ein Lichtkranz zeichnet seine Kontur nach.

Ihr Herz krampft. Sie bittet ihn in die Küche.

Das knarrende Geräusch der Küchentür ist Minna vertraut. Die plötzliche Stille ist es nicht. Minna hält inne und horcht. Sie stellt die Forke auf dem Stallboden ab und umfasst den senkrechten Stiel mit beiden Händen. Ihre Hände klammern sich um das Holz und die Haut an ihren Knöcheln erbleicht. Jetzt hört sie die Mutter schluchzen, erst ganz leise. Bald beginnt die Mutter gellend zu schreien.

Minnas drahtiger, schmaler Körper wird steif. Ihr ist, als schieße ihr ganzes Blut auf einmal durch den Körper. Wieder sieht sie den Vater. Er ist über und über mit Blut beschmiert. Ein Arm baumelt herab. Neben ihm sieht sie den Sensenmann.

Das Mädchen wirft die Mistgabel beiseite, trifft dabei ein Schwein, das quiekend zur Seite springt, und bewegt sich hölzern hinaus. Die schweren Holzkloben, die nur im Stall getragen werden, vergisst sie auszuziehen und stolpert in das Wohngebäude hinein, stürzt hin zur Küchentür und wirft sie auf.

Es ist, als erzeuge der unvermindert schrille Schrei der Mutter einen Druck, der Minna wieder aus der Tür heraus schiebt. Erschrocken wendet sie sich ab und tritt aus dem Haus.

Für einen Augenblick hält sie vor dem Küchenfenster inne und starrt in den Raum hinein. Der Mann dreht sich zu ihr um, erhebt sich und schließt das Fenster. Sein Gesicht ist ihr fremd, aber ihr ist auch so, als erkenne sie ihre Mutter nicht mehr.

Mechanisch setzt sich ihr Körper in Gang. Die Kloben bleiben an der Haustür stehen. Minna spürt ihre Füße unter sich, wie sie den Boden berühren, die Steine der Stufen, die zum Weg hinunterführen, den Lehm unter den Fußsohlen, mal Grassoden, mal Geröll, dann wieder Lehm. Minna geht und geht und rennt und rennt. Ihr Kopf ist leer. Ihre Beine arbeiten wie ein Uhrwerk. Längst spürt sie ihre eigenen Schritte nicht mehr.

Als sie stehen bleibt, horcht sie. Sie hört das Summen der Bienen, das Vogelgezwitscher und ferne Plätschern des Baches. Das Dorf ist weit weg, auf der anderen Seite des Hügels. Von hier aus sieht sie das Nachbardorf in der Senke liegen. Ihr wird klar, dass sie so weit weg von zu Hause ist, wie sie es noch nie war. Hier ist der Schrei der Mutter nicht mehr zu hören. Vielleicht ist es zu weit weg. Vielleicht schreit sie auch nicht mehr. Minna findet eine Höhle, sinkt auf den Boden und legt sich schlafen.

„Ja, furchtbar war‘s. Ein Drama. Die verfluchte Teufelsmaschine. Wie sie den Fritz zugerichtet hat. Aber es war ein schneller Tod. Hat auch sein Gutes. Der Johann Pensger hatte auch einen Unfall. Hat überlebt. Anders als der Fritz. Gott hab‘ ihn selig…ist nun beim Herrn. Was wollt ich sag’n, alle Tage sitzt der Johann mit seinen verstümmelten Beinen und seinem steifen Arm in der Küche herum und ist zu nichts nutze. Wenigstens kann er nicht in die Wirtschaft gehen und alles versaufen. Aber das Maul will halt gestopft sein. Und so ‘n Mann, der hatHunger, ob er nun mal arbeitet oder nicht. Da hat‘s die Guste fast noch besser. Aber was red‘ ich. Ein Drama war‘s. Die Frau hat völlig den Verstand verloren, nachdem ihr die grausige Wahrheit überbracht wurde. In ihrer Küche getobt hat sie und ist dann zusammen gebrochen. Da lag sie auf dem Boden. Ich habe sie gefunden. War das eine Schweinerei. Alles voller Blut. Sie hat Hand an sich gelegt. Mit dem Küchenmesser. Ein Drama! Sie ist dann ins Spital. Hab‘ mich gekümmert, um die Buben. So nebenher kein Zuckerschlecken, sag‘ ich. Die Guste weg und dann noch die Minna verschwunden. Aber nach drei Tagen kam die Kleine wieder, war völlig verdreckt und zerzaust. Hab‘ sie erst einmal in die Zinkwanne gesteckt. Danach roch sie wieder menschlich. Sie nahm sich dann nach Kräften der Buben an. Ich schaute nur einmal am Tag vorbei. Nach zehn Tagen kam die Guste. Aber viel anzufangen war nicht mit ihr.“

Krankenakte :

Auguste Blohm, geb. 24.2.1881 in Sonneborn

aufgenommen 11.8.1910

Diagnose: Schnittwunden an den Armen, 5 cm breit und 2 cm tief, erheblicher Blutverlust, lebensbedrohlich

Erkenntnisse des Polizeiamtsrathes: Versuch einer Selbsttötung Zieglerkrankenversicherung, Ehemann am 10.8.1910 verstorben Patientin ist nicht mehr versichert und unterliegt der Armenhilfe Entlassung zum nächstmöglichen Termin

Medicinalrath Lamprecht

Hospital der Wolfschen Stiftung in Lemgo

So steht es da in akkuratem Sütterlin. So fein.

So aufrecht in den Buchstaben.

Als sie im Hospital aufwacht, versucht Guste sich zu erinnern, was geschehen ist, aber es gelingt ihr nicht. Der Schmerz ist überall, am meisten jedoch in ihrer Brust. Dort brennt ein Feuer, dort will es sie zerreißen. Sie bemerkt, dass Arme und Beine an das Metallbett gebunden sind und sie versinkt in Teilnahmslosigkeit. Nur einmal bäumt sie sich auf und schlägt mit dem Körper scheppernd gegen die Lagerstatt.

Eine Schwester kommt und drückt ihr einen merkwürdig riechenden Lappen auf das Gesicht. Die Tobende sinkt zurück und fällt in tiefen Schlaf.

Minna freut sich auf die Wiederkehr der Mutter. Sie hat allerlei Besonderheiten vorbereitet, wie Blumen und einen Kuchen, den sie nach der Anleitung der Nachbarin gebacken hat. Saubergemacht ist im Haus und die Tiere sind versorgt. Sogar die Jungen tragen saubere Wäsche. Minna hat mit ihren zehn Jahren Wunder vollbracht.

Zwar ist die Martha einmal am Tag gekommen, hat Essbares gebracht und ihr zugeredet, aber Minna mag sie nicht so arg, weil sie laut und besserwisserisch daher kommt. Aber geholfen hat sie halt doch, die Nachbarin. Und das ist gut.

Schwer ist es trotzdem, aber seit Minna weiß, wann die Mutter heimkehren wird, hat sie alles daran gesetzt, das Notwendige gar recht zu machen.

Zur Schule ist sie nicht mehr gegangen.

Noch ahnt sie nicht, dass dies lange so bleiben wird.