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Der 22-jährige Jeremy ist ein ganz normaler junger Mann, wird jedoch zunehmend von den Schatten der Vergangenheit eingeholt. Seine Freundin Christina, die sein ein und alles darstellt, versucht ihm in dieser schweren Zeit bestmöglich zur Seite zu stehen. Sie beschließt, ihm mithilfe einer Traumreise in ein geheimnisvolles Land zu helfen, in dem Jeremy erstaunliches wiederfährt und er zahlreiche wahrlich interessante Begegnungen erlebt...
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Seitenzahl: 66
Veröffentlichungsjahr: 2017
Im Lande der ewigen Weisheit
Matteo Tempel ist Student der Germanistik und lebt im Norden Baden-Württembergs. Bereits in jungen Jahren entdeckte er seine Freude an der Literatur. Die folgende Geschichte, welche dem Werten Leser eine Unterstützung für dessen eigenes Leben sein möge, schrieb er sowohl von persönlichen als auch fremden Erlebnissen und Schicksalen inspiriert.
Matteo Tempel
Matteo Tempel
Im Lande der ewigen Weisheit
© 2017 Matteo Tempel
Umschlaggestaltung, Illustration:
Matteo Tempel
Lektorat, Korrektorat: Matteo Tempel
Verlag: tredition GmbH, Hamburg
ISBN (Paperback) 978-3-7439-6345-0
ISBN (Hardcover) 978-3-7439-6346-7
ISBN (e-Book) 978-3-7439-6347-4
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Dieses Werk basiert sowohl auf eigenen als auch den Erfahrungen, Lebensweisen und Wertvorstellungen anderer und soll dem sehr geehrten Leser, welchen ich hiermit noch einmal ganz besonders herzlich begrüßen möchte, eine Hilfe darstellen. Jedem, der sich vielleicht gerade in einer schwierigen Zeit befindet, diese hoffentlich mit einigen neuen Denkansätzen und Ideen zu bereichern und zur Bewältigung beizutragen. Doch gleichzeitig richtet sich das folgende auch an den scheinbar unbefangenen Menschen, der für die Zukunft ebenfalls um zahlreiche Aspekte des Lebens reicher gemacht werden soll. Die folgende Geschichte hätte ich vor einigen Jahren selbst gerne so oder ähnlich, wie es in diesem Buche geschieht, erlebt und mir damit sicherlich einiges Leid ersparen können. Darüber hinaus wird kein Anspruch erhoben, hiermit im Ernstfall professionelle Hilfe ersetzen zu können. Es sollen vielmehr die folgenden Inhalte, von welchen ich für meinen Teil absolut überzeugt bin, möglichen Empfängern zur Verfügung gestellt werden.
Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.
Vaclav Havel
Nachdenklich blickte Jeremy in den schier undurchdringlichen, zugleich majestätischen und beinahe magisch wirkenden Nebeldunst. Es war kalt. In wenigen Minuten würde die Sonne endlich den Horizont überschreiten und diesen Tag im Spätsommer zum Leben erwecken. Er konnte es kaum erwarten, machten ihm doch die Schatten der Nacht schon seit einiger Zeit erheblich zu schaffen. <<Die frühen Morgenstunden sind meine liebste Tageszeit. Alles erwacht nach und nach, es ist für mich einfach eine unvergleichliche Atmosphäre.>> Diese ihm wohlvertraute Stimme gehörte Christina, seiner Freundin, die niemals müde wurde, über die Schönheit der Natur zu schwärmen und der besonders gemeinsame Spaziergänge mit Jeremy unglaublich viel bedeuteten. Häufig schaffte sie es, diesen zu einem morgendlichen Spaziergang mit ihrem Hund Buddy, einem prächtigen Berner Sennenhund, zu überreden.
Christina war, genau wie er, 22 Jahre alt und mit ihrem langen braunen Haar, den hellbraunen Augen und ihrer sportlichen Figur eine sehr attraktive Erscheinung. Darüber hinaus war sie sehr intelligent und gebildet. Jeremy hätte es ihr gegenüber niemals so offen zugeben können, doch seit er vor nunmehr über 2 Jahren durch den gemeinsamen Freundeskreis mit ihr zusammen gekommen war, hatte sie sich zum absoluten Mittelpunkt seines Lebens entwickelt und ihm bereits durch viele schwere Momente geholfen. Christina für ihren Teil hatte sich damals Hals über Kopf in den introvertierten, gut aussehenden sowie ebenfalls sehr intelligenten und sportlichen Jeremy verliebt. Seitdem hatte sich die Beziehung der beiden nicht zuletzt aufgrund der vielen Gemeinsamkeiten, welche sie teilten, kontinuierlich intensiviert und eine entsprechend große Stütze stellten sie füreinander dar.
So spazierten sie gemeinsam im fahlen Licht des neuen Tages auf einem Feldweg, unweit ihres gemeinsamen Wohnortes und beobachteten die ersten Sonnenstrahlen bei ihrem beschwerlichen Weg über den Horizont. Noch immer herrschte leichter Nebel und die Wiese zu ihrer Rechten, welche die beiden vom nur wenige hunderte Meter entfernten Wald trennte, war ästhetisch in den geheimnisvollen Dunst gehüllt. Irgendwo schrie eine Eule. In einiger Entfernung huschte ein Reh über den Weg, nur um sofort wieder im herrlich schönen Feld aus Sonnenblumen, welches wiederum zu ihrer Linken zwischen ihnen und den Häusern des Nachbarortes lag, zu verschwinden. Buddy zerrte an der Leine und hätte den anbrechenden Tag offensichtlich zu gerne ohne diese Einschränkung seiner Freiheit begrüßt, doch Christina, verantwortungsbewusst wie sie war, gewährte ihm diesen Wunsch nicht. Zu groß war ihr das Risiko, der Hund könnte in all seinem Übermut eine ungewollte Gefahr verursachen. So brav und liebenswert er auch war, man konnte nie wissen und selbst der treueste Hundeblick des Vierbeiners konnte die Vernunft seiner Besitzerin nicht erschüttern. Außerdem war Christina der Meinung, dass ihr Hund bei der bis zu 20 Metern ausziehbaren Leine durchaus genügend Freiraum zur Verfügung hatte. Lediglich zu Hause im Garten durfte sich das Tier frei bewegen. Zumindest für heute schien Buddy seine Hoffnungen nun begraben zu haben und trottete brav neben den beiden her.
<<Ach übrigens, den Studienplatz für Psychologie habe ich gestern doch angenommen>>, sagte Jeremy beinahe tonlos. Insgesamt hatte er sich an sechs verschiedenen Universitäten beworben und tatsächlich den von ihm bevorzugten Platz bekommen. Freuen konnte er sich dennoch kaum. Es ging ihm nicht gut. Schon seit einiger Zeit hatte er das Gefühl, nicht mehr Herr seines Lebens zu sein. Von Tag zu Tag fiel es ihm schwerer, seinen alltäglichen Aufgaben gerecht zu werden. Das Freiwillige Soziale Jahr, welches er nach dem Abitur eingeschoben hatte, konnte er nur mit Mühe und Not beenden, obwohl ihm die Tätigkeiten immer gefallen hatten und er in ein sehr gutes Arbeitsumfeld integriert war. Doch daran lag es auch nicht. Es war der Schatten der Vergangenheit, welcher mit seinen tückischen, unbarmherzigen Klauen zunehmend Besitz von ihm zu ergreifen drohte. Wie er jetzt die Mühen eines Studiums bewältigen sollte, war ihm völlig schleierhaft und der Gedanke daran ließ ihn erschaudern. Doch was tat man nicht alles, um dem Druck der Gesellschaft standzuhalten, dem neurotischen Streben nach Karriere und Geltung nachzukommen, ohne die eigenen Bedürfnisse und Probleme zu berücksichtigen. Jeremy war sich dieser Tatsache sehr wohl bewusst, hatte jedoch keine Ahnung, wie er sich aus dieser Zwickmühle befreien konnte.
Christina wusste um seine Probleme, zumindest soweit er ihr davon erzählt hatte, doch selbst sie hatte es bisher nicht vermocht, ihn aus diesem gähnenden schwarzen Loch zu befreien. Allerdings wäre Jeremy ohne ihre Hilfe wohl schon lange darin versunken, verloren für immer und ewig und ohne Hoffnung auf Rettung.
<<Das freut mich wirklich für dich>>, sagte sie mit ihrer sanften, gleichzeitig entschiedenen Stimme. Christina, selbst Studentin, hatte bereits zwei Semester absolviert und war mit sich und der Welt heute im Reinen.
<<Ich bin wirklich stolz auf dich. Sobald du dich an der Uni eingelebt hast, wird dir das Studentenleben bestimmt gefallen. Vielleicht kommst du dort ja auch auf andere Gedanken. Du wirst viele neue Menschen kennenlernen, viel Spaß haben und bist auch nicht mehr so häufig zu Hause.>>
Jeremy wusste genau, dass diese Worte seiner Freundin nur gut gemeint waren und er sich unheimlich glücklich schätzen konnte, mit Christina zusammen sein zu dürfen. Dennoch erreichte ihn ihre aufbauende Botschaft kaum. In seinem Kopf herrschte Chaos, zugleich eine gähnende Leere. Es war kaum auszuhalten und zum wiederholten Male erwischte er sich nun dabei, drückende Schuldgefühle zu verspüren, weil er nicht in der Lage war, die positiven Seiten seines Lebens zu würdigen. Jeremy fühlte sich, als wäre er in einer riesigen Glaskugel eingesperrt, genau sehend was ihn umgab, jedoch unfähig auszubrechen, es zu spüren, mit den anderen das Leben zu genießen. Alles wunderbare, was es zu bieten hatte. Wie schön wäre es, zumindest einmal wieder einen klaren Gedanken fassen zu können... Es war ein furchtbares Gefühl und Jeremy fragte sich gefühlt zum tausendsten Mal, wie es möglich war, sich selbst derartig wahrzunehmen, ohne auch nur einen Hauch von positivem Empfinden in seine innere Dunkelheit einfließen lassen zu können.
