Im Schein der Kerzen - Jürgen Calator - E-Book

Im Schein der Kerzen E-Book

Jürgen Calator

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Beschreibung

"Im Schein der Kerzen - Vier Geschichten zur Adventszeit" ist eine kleine Sammlung weihnachtlicher Kurzgeschichten, die zum Nachdenken, Schmunzeln und Besinnen einladen sollen. Gedacht sind sie zum Lesen an den Abenden der Adventssonntage. Zünden Sie die Kerzen an und nehmen Sie dieses Büchlein zur Hand. Ob Sie sie Ihrer Familie oder Ihren Freunden vorlesen oder allein im Sessel sitzen - diese kleinen Geschichten werden Sie berühren und Ihnen in dieser oftmals viel zu hektischen Zeit einige Momente der Besinnlichkeit und Freude verschaffen. Und vielleicht haben Sie damit ja auch ein kleines Geschenk für Ihre Freunde gefunden. Frohe Weihnachten!

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Seitenzahl: 22

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr..

Die Bibel, Lukas 2, 10-11

Für Livia, Patrick, Larissa, Niclas

und alle meine Freunde:

Frohe Weihnachten!

Inhalt

Lebensjahr

Schöpfungsplätzchen

Ruhestand

Einsam

Lebensjahr

Schön ist der gestrige Abend gewesen. Nicht ganz so schön wie in den vergangenen Jahren, als die Familie ihn noch zu sich nach Hause holen konnte. Aber doch schön. Er konnte das Heim nun nicht mehr verlassen, aber alle sind hier bei ihm gewesen – Kinder, Enkel und Urenkel. Das Essen, das die Schwiegertochter mitgebracht hatte, war köstlich wie immer und die Fröhlichkeit der Urenkel beim Auspacken der Geschenke war ansteckend. Er merkte, dass seine Nerven im Alter nicht mehr ganz so stark waren. Wenn Nachbarskinder spät abends draußen noch Lärm machten, störte ihn das immer ein wenig. Nicht dass er sich beschwert hätte – dafür konnte er sich noch viel zu gut an seine eigene Kindheit erinnern, aber stören tat es eben doch. Ganz anders jedoch bei den eigenen Urenkeln. Sie tobten so laut um ihn herum, dass er nur bedauerte, nicht mehr aufspringen und mit ihnen herumtollen zu können. Was für ein wundervoller Heiliger Abend. Könnte ein Abend überhaupt noch heiliger sein?

Und nun sah er aus dem Fenster. Wie herrlich ruhig das weiße Feld und der Waldrand am Horizont lagen. Das also war nun sein letztes Weihnachtsfest. Sein Hausarzt hat ihm keine Hoffnung mehr gemacht, dass er auch nur den Frühling nochmals sehen würde, geschweige denn den nächsten Winter. Irgendwie schien ihm das passend. Der Winter war eine gute Zeit zum Sterben. Ist nicht unser aller Leben wie ein Kalenderjahr?

Seine Gedanken wanderten zurück zum Frühling seines Lebens. Wie eine junge knackig grüne Pflanze war er damals voller Energie gewesen. Im Frühling des Lebens verändert man sich sehr schnell. Aus einem kleinen Trieb wird eine Blume. Er erinnerte sich an die Spiele mit der großen Schwester, den Hof zwischen den Wohngebäuden, auf dem sie so manches Abenteuer erlebten, an die Schule, wo sich die Lehrer bemühten, die jungen Pflanzen an einen Stab zu binden, um ihnen Richtung zu geben. Es war ihnen nur bedingt gelungen. Pflanzen sind willenlos, junge Menschen dagegen müssen einen Teil der wichtigen Erfahrungen selbst machen.